DI Blog

ffm

 

Hoffentlich ist das Rennen nun zu Ende, in Frankfurt, bei den Gerichten. Es war absehbar, weil es bergauf immer schwerer geht als runter. Möglicherweise geht es noch in Karlsruhe weiter, immerhin hat das OLG eine Revision zugelassen. Für den Rennsport stellt sich ohnehin die Frage, wohin mit den Racebets Millionen. Nach Frankfurt hoffentlich nicht resp. nach Karlsruhe. Lieber nach Bremen, da hat man eine gute Bahn, die in Schuß ist, und verlässliche Leute, die den Platz bespielen können. Wenn der Senat mitmacht, dann wäre das meine Wahl.

 

15 Kommentare

Wie immer

 

Kaum ist man weg, schon bleibt alles beim alten. Als wenn man nie weg gewesen wäre. Finger in die Wunde legen, kritische Fragen hellwach stellen, und vor allen Dingen: Keine eigene Mark beisteuern. So soll es sein. Aber ach, ich vergaß, der Gute schenkt ja seit Jahren ganz Turfdeutschland unendgeldlich seine bomfortionöse Datensammlung unter spezieller Berücksichtigung aller feschen Gardeleutetants und Kerls. Na ja dann.

 

 

 

 

 

„Aber was soll man jammern - so ist nunmal der Zustand in Turf-Deutschland und das nennt sich dann Erlebnissport der Extra-Klasse. Und der Generalsekretär hat fest gestellt, daß es Jahr 2015 ein gutes Jahr war. Also was soll man jammern, ist doch alles in bester Ordnung!

v. Blücher“

 

mehr lesen 147 Kommentare

Die Gastkolumne zum Derby Rennen – von Schorse mit der Latüchte

 

Schorse meint, „Kuchtchen du Lümmel, haste mir denn gachkaine Blumen mitgebracht?“ Nein, aber eine Marco Reuss Frisur!

 

Blücher hingegen ist völlig aus dem Häuschen, sein Namensvetter hat gestern in Newmarket gewonnen. Das ist doch ein Zeichen! Neulich hat Herr Leparoux sehr geschmeidig in Ascot gewonnen, das sieht man in Zeiten der mutilateralen Völkerverständigung gern. Allez France, Vive la France.

 

Gut hat Schorse der Irische und Englische Derby Sieger Hazand gefallen, wie auch Pat Smullen, der keinen Zoll schlechter ging als Ryan Moore, genau. Ob heute so einer dabei ist? Das ist  die Frage aller Fragen, oft gestellt, nie beantwortet.

 

Immerhin ist auf den Veranstalter Verlaß; Gäste aus dem Vereingten Königreich werden zuverlässig nicht abgeholt, oder sonstwie betreut, auch wenn sie einen Starter im Hauptrennen haben, eine schöne Sitte, die schon im Falle von Hein Bollow und dem Zutritt zum Festzelt zelebriert wurde. Old habits die hard, gell. Das Image der Verstaltung wird systematisch und zielstrebig der Erosion preisgegeben, bei Publikum, bei der Aktiven, bei der Politik. Scheiß der Hund drauf, solange der umtriebige Herr aus dem Vorstand alles ist gut in die Welt posaunt. Die Regenrinne ist schon hinüber, der Rest folgt bald.

 

 

 

Hals&Bein und viel Spaß wünscht Schorse mit der Latüchte

 

26 Kommentare

Neuer Anfang

Travers Stakes heute in Saratoga, Höhepunkt der Sommer Kampagne. Mit Triple Crown Sieger American Pharoah, der den Gang auf den Graveyard der Favoriten wagt. Ein Spektakel in jedem Fall, und mit Texas Red steht auch bereits der Fun Spoiler fest. Wie immer aber nur vorher, weil Hinherher ist feige. Nebenher laufen Guardini und Messi in den Sword Dancer Stakes, mit Chancen, wie ich meine. Nicht gegen Flintshire, aber der Rest könnte gehen. Ich kann noch nicht so, wie ich möchte, daher ist für heute erstmal Schluß. Hals&Bein.


1009 Kommentare

Unwetterwarnung

Sehr bedauerlich ist, daß Jozef Bojko keinen Derby Ritt hat. Ein sehr zuverlässiger und routinierter Reiter, der weiß, wie man in Hamburg gewinnt. Aber es soll nicht sein. Ansonsten kann ich nur wiederholen, daß ich keinen sehe, der Shimrano bei normalem Rennverlauf schlägt. Weil ihn nur einer geschlagen hat bisher, und der macht leider nicht mit. Das ganze nimmt dem Derby viel von dem Reiz, den es immer noch hat, wenn die Besten des Jahrgangs mitmachen. Viele Feldfüller gab es immer, aber dieses Jahr sieht es nach ganz ganz vielen Feldfüllern aus.

 

Die Beteiligten sehen das natürlich ganz anders, und zwar zu Recht. Derbystarter ist nach wie vor das Ziel und der Speck, mit dem die neuen und alten Mäuse geködert und gefangen werden. Daß der Traum nach 2.30 Minuten für 15 Leute abrupt platzen wird, wird Ante Post gemeinschaftlich verdrängt. Es erweist sich jedes Jahr, daß der Traum das Ziel ist, und wer weiß, ob nicht doch irgendein bis jetzt verschämter Crack unter den Kombattanten ist, der just am Tag des Herrn aufblüht und gedeiht. Gesucht wird jedoch nach wie vor ein 95+ Kilo Sieger, also zumindest potenziell ein Gruppe 1 Pferd, besser zweidrei von der Sorte. Danach sieht es nicht aus, bis auf Shimrano. Der Rest hat noch nichts gezeigt, was Anlaß zur Hoffnung für diese Gewichtsklasse gibt. Und wie man aus gut unterrichteteten Kreisen hört, soll sich Shimrano nicht verschlechtert haben, eher umgekehrt. Es müßten also einem anderen Flügel wachsen oder ein heimlicher Nachbrenner.

 

Das Wetter könnte hingegen allen Überlegungen einen Strich durch die Rechnung machen, denn die Schwüle und Hitze in der Freien und Hansestadt nehmen bedenklich zu, und damit auch die Gewitter Chance. Bereits jetzt kleben die Textilien unangenehm am Körper. Und wenn es in Hamburg am Derbytag gewittert, dann richtig mit Karacho und Sintfluten. Unvergessen die Derbys mit den Bierbänken als Gehstege im Absattelring, die ausgefallene Lautsprecheranlage, Ako&Arcosanti, Kamsin, Sabiango. Es dräute jedes Mal sehr malerisch von Westen hinter dem Tribünendach, wuchtiges Kriegsschiffstahlgraublau, und man kann die Uhr danach stellen, bis es vor Ort ist. 15-20 Minuten, schätze ich. Ein Photo aus dem Führring gegen Westen geschossen, anno 2003, zeigt im Vordergrund den großmächtigen Daily Impact mit A.Suborics, und dahinter diese Kulisse hinter dem Tribünendach. Es (das Photo) hängt über dem Rauchtisch, jederzeit vom Schreibtisch aus als Beweis im Auge des Autors. Diese Großwetterlage Anfang Juli ist nicht ungewöhnlich, und wenn es so kommen sollte, kommt Alles möglicherweise ganz anders. Aber ich schätze, daß Shimrano als Monsun nicht schlechter als andere damit zurecht kommen sollte, eher besser, und somit muß man das dann eben hinnehmen. Die Tribüne ist zum Glück nach Osten offen. Bei starkem Regen muß man als Reiter auf die kleine Delle im Geläuf circa 200 Meter vor dem Ziel achten; da staut sich oft ein putziger See, oder besser, ein gut kaschierter Tümpel. Der bremst, Obacht!

 

Heute gibt es in Sandown Park den aktuellen englischen Derbysieger Golden Horn mit Frankie Dettori zu sehen, in den Eclipse Stakes. Wer es nicht dahin schafft, sollte sich das Fernseh zunutze machen. Heute alles kein Problem, die Technik macht wunderbare Fortschritte. Helmut Kohl schwärmte immer gern von den meinen lieben Landsleuten daheim im Lande an den Bildschirmen draussen, ein wortmächtiges Bild von fast Lübkescher Dramatik. Aber das Derby hat der Pfälzer Riese nicht wirklich gemocht, nachdem sie ihn mal so richtig fies ausgebuht haben Anfang der 80er, auf dem Weg vom Parkplatz an der Tribüne vorbei auf die Tribüne. Das waren schöne Zeiten. Die emotions- und emphatielose Frau Merkel würde wahrscheinlich nicht mal Buhrufe provozieren, aber insofern paßt sie auch überhaupt nicht zu diesem Sport, der ausschließlich von der Emphatie und den Emotionen lebt.

 

Hals&Bein allen Beteiligten!


612 Kommentare

Anmerkung: Die in diesem Blog (Autor: Hubertus Schmelz) verfassten Beiträge müßen nicht zwangsläufig die Meinung der weiteren Mitglieder des Stall Tinsdal oder die Meinung anderer Autoren unserer Internetseite wiedergeben.