Wanderlust

„und Tiger Hill, wobei dieser im Derby sogar völlig patzte“,

 

wie messerscharf Herr Dr. Frank Richter doziert. Ach was, war das so? 1998, auf dem Horner Moor, dortmals, im strömenden Regen untertags und jederzeit, auf dem Quagmire Untergrund, wie der Angelsachse sagt, als Indikator, den ein schlimmes Schicksal früh nach dem gewonnenen Fürstenberg Rennen abberief „wie ein Osterhase“ galoppierte, wie der Trainer sehr malerisch umschrieb.

 

Also Parlo ist wieder unterwegs in den Abgründen seiner Seele und auf seinem privaten Rachfeldzug gegen ein nicht weiter namentlich genanntes Establishment des Turf, welches, und nun kommt die Triebfeder seines Schaffens, das Motiv propre, die Schmach seines Lebens und die Schande seines Daseins, kurz, man läßt ihn nicht an die Fleischtöpfe. Man sucht nicht seinen Rath bei Züchten, man sucht nicht seine Tat in der Administration, man verlacht ihn und schneidet ihn. Und Das trotz seiner erwiesenen Überlegenheit in Zuchtdingen und Dingen der Administration, seines messerscharfen Verstandes und haarscharfen Kalkülität, seiner insofern ausgewiesenen Unersetzlichkeit in allen letzten Dingen den Turf betreffend.

 

Leider ist er ein scheuer Mann, der lieber still leidet, als sich öffentlich zu wehren. Er vermeidet daher Kundenkontakt, ja sogar schriftliche Eingaben müssen über die Administration gemacht werden, damit der stille Denker sich nicht aufregt. Da dachte ich einmal, jetzt oder nie, blonde Schwadroneure hin oder pseudohanseatische Humbugtusse (hihihi, gelle?) her, jetzt schreibe ich endlich auch mal was zu seinen Wanderungen und Streifzügen und sonstigen Drollerien.

 

Also Tiger Hill patzte im Derby. Das ist schon mal echt gut, ein echter Parlo nicht wahr, ein Pedell mit Klassenbucheintragspotenz und Ärmelschoner. Es gibt aber noch andere Pretiosen. Ich werde sie nacheinander behandeln, denn ein namenloser Gönner hat mir alles kopiert, was dieser Brausekopf veranstaltet hat.

 

"Madame, die Försterchristel, Kens Barby und andere bekennende Nichtleser können nichtsdestotrotz auf angeblich Nichtgelesenes oder intuitiv-reflexhaft Weggeklicktes unmittelbar Bezug nehmen – ein „wahrer“ Turffreund verfügt also über ungeahnte Talente jenseits der Ratio, man möge ihn nicht unterschätzen.

Szenekenner sehen es banaler: Madame liegt in ihren Mutmaßungen, Einschätzungen und persönlichen Werturteilen für gewöhnlich eher daneben, wie sie hierorts oftmals belegt hat. Das hat aber das bunte Treiben auf dieser Bühne kaum je gestört. Das wird auch mangels Systemrelevanz in Zukunft so sein."

 

Der ist auch gut, nicht wahr? Ein ganz putziger Satzverhau, frisch aus der Denkfabrik, oder "Another fine fine product from the nonsense  factory". Eigentlich ist es völlig wummpe, welche Sätze man aus diesem bunten Strauß voller klassischer Melodien rausnimmt, irgendwie paßt alles fein säuberlich zusammen und fügt sich nahtlos ein in diese Welt. Man kann auf Parlos Wandererzählungen resp. Bewerbungsschreiben nicht antworten stimmt überhaupt nicht. Man kann, aber es ist nicht möglich.

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Kommentare: 28
  • #1

    während (Freitag, 26 Oktober 2012 17:42)

    der mann aus der gewesenen welt nun endlich seine sagen aus dem dreissigjährigen krieg um kincsem ausbreiten kann, die heute wahrscheinlich keinen ausgl. II gewinnen könnte. und oleander, der große oleander!

  • #2

    kassandro (Freitag, 26 Oktober 2012 18:52)

    Der große Wikipäde hat doch im Tiger Hill Artikel alles zu dessen Derby gesagt, was man wissen muß. Wozu also dieses Geschwätz?
    Das beste am Forum dürfen nur registrierte Mitglieder lesen. Deshalb kann ich leider nichts über die "Wanderungen durch Turfdeutschland" sagen. Dafür mache ich große Wanderungen durchs Harz. Heute z.B. die erste große Herbstwanderung des Jahres von Goslar nach Schulenberg und die Fernsicht war phantastisch.

  • #3

    komma (Freitag, 26 Oktober 2012 19:18)

    vergessen oder nicht gekonnt.

  • #4

    Krümi: (Freitag, 26 Oktober 2012 19:40)

    Hauptkommissar Hubsi Di hat sich dem Spezialgebiet Viktimologie verschrieben, das heißt, er betreibt Opferforschung. In all seinen Galoppfällen geht er zunächst von dem Opfer aus, rekonstruiert dessen Leben und findet von diesem Ansatzpunkt aus auch zum Täter... Beliebte Blogreihe mit Dr.Parlo als ungewöhnliches Opfer.

  • #5

    Till Eulenspiegel (Freitag, 26 Oktober 2012 21:41)

    „und Tiger Hill, wobei dieser im Derby sogar völlig patzte“,
    Es ist eines der beliebten Mittel von Demagogen der mittleren und unteren Preisklasse, Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen und damit zu einer sinnleeren Phrase zu degenerieren um dann den Verfasser durch den Kakao oder sonstwas zu ziehen.
    Der Herr DailyImpact vertrat einmal sehr gehobenes Gruppe-Niveau, aber jetzt ist er nur noch ein Handicapper und er soll mal aufpassen, daß er nicht bald durchgereicht wird und auf der Sandbahn landet.

  • #6

    Frau von Welt (Freitag, 26 Oktober 2012 23:37)

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren.

    Der ist gebildet, der sich alles anhören kann, jeden Mist, ohne groß darauf reagieren zu müssen.

  • #7

    Rasenpflege Bremen (Samstag, 27 Oktober 2012 07:43)

    Wieviele Renntage gab es letztes
    Jahr in Bremen? Vielleicht Sechs ?
    Bei so einem Schnitt würde jedes
    Rennen ca. 4.000 - 5.000 Euro nur
    für die Rasenpflege kosten.
    .
    Bevor die Bahn an den 150.000 Euro
    für die Rasenpflege scheitert, könnte
    man die Wiese ja abtragen und eine
    Sandbahn draus machen. Vielleicht würde
    sich das nach einer teuren Umgestaltung
    bald rechnen.
    Das Kentucky Derby wird auch auf Sand
    gelaufen. Also kein Problem.

  • #8

    oder man pflegt nur noch die halbe Bahn (Samstag, 27 Oktober 2012 07:47)

    um die Aufwendungen für die Rasenpflege
    schon mal unter 100.000 Euro zu drücken.
    Notfalls muss man den Auftrag an polnische
    Spargelstcher vergeben, oder bulgarische.

  • #9

    oder man setzt Schafe als Rasenmäher (Samstag, 27 Oktober 2012 07:52)

    ein...

  • #10

    Petze (Samstag, 27 Oktober 2012 14:31)

    kommt gleich nach patzen und schauen und samstag.

  • #11

    wie kommt denn Durban Thunder jetzt nach Italien, (Samstag, 27 Oktober 2012 15:41)

    wenns schneit ?

  • #12

    Auf (Samstag, 27 Oktober 2012 16:27)

    Schiern

  • #13

    @6, auf "Mensch" von Welt (Samstag, 27 Oktober 2012 21:33)

    erweitert trifft es des Pudels Kern!

  • #14

    kann mir vorstellen, daß es den Derby-Dieben gelegen kommt, (Sonntag, 28 Oktober 2012 08:25)

    daß Bremen dicht macht.

  • #15

    Wenn wegen dem Gerichtsverfahren (Sonntag, 28 Oktober 2012 08:28)

    zur Abwendung des Derby-Diebstahls
    jetzt Geld zur Rettung Bremens fehlt...

  • #16

    Bremen ist so ein weiterer Tante Emma Laden, (Sonntag, 28 Oktober 2012 08:39)

    der gerne vom Discounter Baden
    geschluckt wird.
    Und ist von Klaus Allofs was gekommen?
    Baden ist ganz besoffen vom Schlucken.

  • #17

    kassandro (Sonntag, 28 Oktober 2012 10:27)

    Klar gibt es eine klammheimliche Freude bei den anderen Rennvereinen, insbesondere beim benachbarten Hamburg, daß Bremen dicht macht. Zum einen ist es wegen reduzierter Alternativen leichter die eigenen Rennen voll zu kriegen und zum anderen hofft man natürlich, daß ein Teil des Geldes, das bislang nach Bremen geflossen ist, in die eigenen Kassen fließt. Auch ist es für die anderen Rennvereine eine gewisse Auszeichnung, das sie länger als Bremen durchgehalten haben, obwohl in Bremen die finanzielle Ausgangssituation ungleich günstiger war. Der Bremer Rennverein war sicherlich der unfähigste und ist fast mit Vollgas gegen die Wand gefahren.

  • #18

    j.w. (Sonntag, 28 Oktober 2012 22:52)

    das alles ist unsinn. bremen war nie "meetingsbahn". hing immer am kaffeetropf. nur hat der enkel als berufserbener
    sklavenvermittler andere interessen. verständlich, wer die infrastruktur dieses politischen kunstgebildes seit dem alten jahrtausend so miterlebt hat. ade bremen, irgendwann erba
    rmt sich vielleicht auch mal die see ..

  • #19

    TT (Montag, 29 Oktober 2012 07:40)

    der größte Unsinn wird mal wieder vom Bayern-Depp verzappt und am nächsten Morgen kann er sich an nix mehr erinnern und will alles wieder löschen was im Kopf eh nicht mehr vorhanden

  • #20

    kennt ihr den Film (Montag, 29 Oktober 2012 08:26)

    "Und täglich grüßt Kassandro" ?

  • #21

    hab beim Durchgucken schlimmste Performica (Montag, 29 Oktober 2012 13:31)

    von Trainern erblickt. Da gibt es Trainer
    hierzulande, die mit ihrem kompletten
    Rennstall aus vielen Pferden nicht mehr
    Gewinnsumme erzielt haben wie ein Pferd
    einsparen würde, wenn man es ein halbes
    Jahr aus dem Training nimmt.
    Das ist so, als ob man sich bewußt dazu
    entscheidet sich beim Skifahren die Beine
    zu brechen.
    Das ist schon ein Fact 200.000 - 250.000
    Euro Trainingsgeld zu kassieren für eine
    Gewinnsumme mit der man nicht mal die Rasenpflege
    für ein einziges Rennen in Bremen finanzieren
    könnte.
    Sowas müßte man eigentlich Pferdepension nennen
    und nicht Rennstall.
    Das soll auch keine Häme sein, so siehts halt aus.

  • #22

    dafür geht es den Tieren vermutlich auch gut, (Montag, 29 Oktober 2012 14:10)

    und besser wie im Ostblock.

  • #23

    ein schlimmes Performicum, (Montag, 29 Oktober 2012 14:35)

    diverse schlimmste Performica.

    Wieder was dazugelernt, wie schön!

  • #24

    j.w. (Montag, 29 Oktober 2012 16:33)

    ach tt, kümmern sie sich um bremen, köln und all ihre anderen verlierer. da haben sie genug zu tun.und beleidigen können sie unsereinen auch ned. zu dünn. einfach nur zu dünn. oben, unten, überall ...

  • #25

    kassandro (Montag, 29 Oktober 2012 17:00)

    Wo hab ich denn behauptet, daß Bremen irgendwann eine Meetingsbahn gewesen wäre? Und natürlich profitieren die anderen Bahnen zunächst mal davon, wenn eine Bahn mitsamt ihrer Veranstaltungen verschwindet. Man hat das am letzten Wochenende in Mülheim gesehen, wo man offenbar sehr stark vom ausgefallenen Renntag in Frankfurt profitiert hat. Der Vorteil ist aber nur sehr kurzfristig, langfristig beschleunigt die Schließung einer Bahn den Abwärtstrend, weil sie sehr negative Auswirkungen auf die Investitionen in Galoppsport und Vollblutzucht haben wird. Das hat man schon bei der kürzlichen BBAG-Auktion, deren Ergebnisse alles andere als berauschend waren, gesehen. Ein Rekordtief bei den Bedeckungen im Jahr 2013 scheint unausweichlich.

  • #26

    ein rekordtief (Montag, 29 Oktober 2012 17:43)

    bei ihrem geschwätz ist eigentlich jedes jahr fällig.

  • #27

    Was wollen die einfachen Trainer (Montag, 29 Oktober 2012 18:22)

    denn hierzulande noch gewinnen mit
    einem Pflegegeld-Pferdepark ?

  • #28

    es ist wirklich ein Glück (Montag, 29 Oktober 2012 20:04)

    Zeitgenossen von Herrn Di sein zu dürfen.