Rückschau und Ausblick

In 2 ½ Minuten ist alles vorbei. Das ist der Unterschied zum Fußball, da dauert es länger, und es gibt sogar Nachspielzeiten. Galopprennsport muß sich anders inszenieren, mit mehreren Rennen und Formenexegese bis zum Exzess. Orfevre hat man von allen Seiten beleuchtet und sondiert, im nahen Chantilly und im Fernen Osten, und dann haben sie draufgestellt, aber nicht so wie damals bei Deep Impact. Der hatte es aber auch leichter auf dem Papier, da waren es nur wenige Gegner, und der Boden war ok und überhaupt. Aber zurück zu Orfevre, der von ganz außen auf schwerem Boden ins Rennen mußte gegen 17 andere, von denen nicht alle die Klasse eines Gegners hatten, aber das Potential, Verkehrsstörungen zu produzieren. Und recht eigentlich hat er auch gewonnen, wenn man es mal genau nimmt, aber uneigentlich eben nicht, und das ist der springende Punkt. Ich kann nichts erkennen, was Soumillon falsch gemacht hat, was was anderes ist, als das er was hätte anders machen können. Er hätte ihn vielleicht etwas später aufmarschieren lassen können, aber bei dem Charakter des Pferdes ist fraglich, ob er da mitgemacht hätte. Er wollte endlich losmachen, er ging wie ne Million, und nach allen Erkenntnissen der gesammelten Rennerfahrung hatte er das Rennen 300 Meter vor dem Ziel im Sack. Von der Seite ist schwer erkennbar, was dann passierte, aber von vorne kann man gut sehen, was Olivier Peslier von hinten sah, nämlich, daß Orfevre nach rechts zu den Rails hin hing und wanderte, und als Peslier das sah, war es um Orfevre geschehen. Da war sein Schicksal besiegelt, weil Peslier das Finish seines Lebens geritten ist, mal wieder, und weil das Schicksal des Turfs konsequent ist, krachte Orfevre auch noch in die Leitplanken kurz vor dem Ziel (daher sah Soumillon von der Seite auch so unsynchron aus, weil er das Aussitzen mußte), und insofern war das Bild vollständig und das Geschehen in jeder Hinsicht einmalig.

 

Natürlich konnte niemand das vorhersehen, ich schon gar nicht, aber es stimmt gewiss, daß die Japaner im Arc die Pechmariechen sind, eigentlich schon von epochalem Ausmaß. Und daher ahnt man mit jedem neuen Versuch und mit wachsender Gewissheit, daß irgendwas in die Büx gehen kann, und irgendwas anderes geht dann auch sehr richtig in die Büx. Orfevre war nach meiner Ansicht das beste Pferd im Rennen, aber es ist zum guten Ende ein Individuum mit ausgeprägtem Willen, was ein wesentlicher Teil der Persönlichkeit ist. So sind diese Tiere, und so sollen sie sein. Das macht am Ende ihre Leistungsfähigkeit aus.

 

Am Mittwoch ging es zwei Klassen tiefer nach Hoppegarten, wo Durban Thunder zu unserer großen Freude zweiter wurde. Der angebliche Fehlstart hat ihn vielleicht den Sieg gekostet, denn er war so schnell aus der Maschine wie noch nie und bereits mehrere Galoppsprünge unterwegs, als die anderen sich noch sortieren mußten. Aber hättste und wennste zählt nicht, und so müssen wir mit dem schönen Gefühl leben, dem amtierenden Derbysieger zwei Kilo gegeben zu haben, und nur 1 ¼ Längen dahinter gewesen zu sein. Besonders gefällt mir dabei die Zeit – 2.02,+. Das ist sehr schnell für die zwei Kilometer. Jedenfalls, an seinem Tag ist er immer noch nationale Spitze über diese Distanz, und das ist ja auch sehr schön. Sam Hitchcott hat ihn wie erwartet sehr routiniert geritten, wie das überhaupt das Merkmal dieser Jungs von den Inseln ist. Die reiten einfach mehr und in anderen Wettbewerben, und bis auf ganze wenige Ausnahmen sind die einfach in einer anderen Liga zugange als die hiesigen Reiter. And if he is good enough for Channon, he is good enough for Harley. Die Bahn war gepackt, und man hatte sich alle Mühe mit den Gästen gemacht. Wer die Zusammenhänge nicht kennt und das unbefangen erlebt, der kann sich nicht vorstellen, daß der Sport auf dem Zahnfleisch geht. Für diese Inszenierung muß man Herrn Schönigh und seinen Leuten sehr dankbar sein.

 

Wir haben für den Gran Premio die Roma am 4. November in Rom genannt. Er hat spät angefangen und müßte noch frisch genug sein. Es gibt in Rom neben der Rennbahn, wie Ulli weiß, ein gutes Restaurant, wo man Bistecca Fiorentina essen kann und Artischocken nach jüdischer Art. Da will ich hin, das will ich essen nach dem Rennen. Auf der Bahn selbst herrscht Krawattenzwang, jedenfalls im Besitzerbereich der Tribüne. Sie haben an der Garderobe notfalls Leihbinder, aber von erschreckender Textur und Farbe, also nehme ich falls nötig einen mit. Daran soll es nicht scheitern.

 

 

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Kommentare: 49
  • #1

    .... (Donnerstag, 11 Oktober 2012 14:39)

    Italien wäre letztes Jahr schon angesagt gewesen.

    Und nicht Longchamp.

  • #2

    wer solche hübschen (Donnerstag, 11 Oktober 2012 18:04)

    stallkrawatten hat, der sollte da doch garnicht in versuchung kommen diese nicht zu tragen.

  • #3

    Uns wurde der Scheibenwischer abgebrochen, (Freitag, 12 Oktober 2012 20:17)

    sorry, da mußte ich leider auch an das
    Wort "Abschaum" denken. Das ist bei uns
    in solchen Zusammenhängen auch üblich ohne
    die Menschen, dann in ihrer Würde in Frage
    zu stellen.

  • #4

    kommt der Muhle dann auch chatten oder (Freitag, 12 Oktober 2012 21:33)

    in den Di-Blog, wenn Bremen dicht ist ?

  • #5

    Test (Samstag, 13 Oktober 2012 20:43)

    Test -Test -Test , gibt es den Blog noch?
    Test - Test -Test

  • #6

    ausweichlösung (Samstag, 13 Oktober 2012 21:15)

    http://galopp.de.vu/

  • #7

    ich war nur eine Woche im Urlaub (Samstag, 13 Oktober 2012 21:41)

    keine Sorge, Frank Sorge.

  • #8

    kein Liebesentzug (Samstag, 13 Oktober 2012 21:41)

    AlleKeinProblem

  • #9

    Zu zu schnappen (Sonntag, 14 Oktober 2012 10:07)

    Mit einer Wette 1000 DM bzw. 1000 Euro Sieg konnten wir uns nie so richtig anfreunden. 1000 Platz auch nicht, weil sich das in BRD wegen der geringen Umsätze von selbst verbot.

    Aber nun kommt es uns vor, als hätten wir eine Goldmine gefunden. Mit der Möglichkeit 1000 Platz in Frankreich wetten zu können. Bei Umsätzen jenseits der Millionengrenze.

    Die Wette 1000 Euro Platz in FR besitzt fast die gleiche und dieselbe Ästhetik, wie die allerschönsten mathematischen Gleichungen.



    Wir brauchen nur auf die uns entsprechenden Starter von Wöhler, Schiergen, Hofer oder Hickst in FR warten, um dann zuzuschnappen.

    Wir haben jetzt gewonnenes Spiel.

  • #10

    Am Start: (Sonntag, 14 Oktober 2012 10:30)

    Spiegelei auf Käsetoastbrot

  • #11

    heute abend (Sonntag, 14 Oktober 2012 10:58)

    in woodbine man soll achten auf die starter die läuft mit entweder ohne lasix oder ftl first time lasix oder mit lasix von europe. man kann annehmen dass pferde haben geblutet oder nicht geblutet vorher und dann noch scalo der läuft mit ftb first time blinkers. man kann sagen dass pferde was läuft nicht mit lasix hat keinen problemen mit bluten gehabt so far. ist eine interessante hinweis, wie ich finde.

  • #12

    heute nachmittag (Sonntag, 14 Oktober 2012 11:01)

    läuft talentiertes pferd in münchen bei die herrn weller um die ecke. pferd heißt messi und soll kann laufen ganz gut. empire hurricane was lauft in düsseldorf muß laufen mehr geradeaus als mit die zuschauer beschäftigen. eddie mußt aufpassen dass die pferd nicht immer so wandert über die bahn!

  • #13

    vielleicht (Sonntag, 14 Oktober 2012 11:04)

    man hat equipment gewechselt in dem maul von dem pferd.

  • #14

    besonders vorteilhaft sind die medikamente (Sonntag, 14 Oktober 2012 12:18)

    für den späteren einsatz in der zucht.

  • #15

    Frau Amelie (Sonntag, 14 Oktober 2012 12:42)

    verwaltet die Rennbahnen in Mühlheim/Ruhr und Karlsruhe. Da ist also alles unter Kontrolle.

  • #16

    Gepfefferte (Sonntag, 14 Oktober 2012 12:45)

    Kurse offeriert der deutsche Anbieter recebets.com ganz Turf-Deutschland, wenn man gespannt nach Woodbine starrt heute Abend. Ein bunter Kessel voller lauter Melodien.

  • #17

    Mühlheim ist so wie (Sonntag, 14 Oktober 2012 12:53)

    Schlenderhahn

  • #18

    Reife Leistung #17 (Sonntag, 14 Oktober 2012 19:01)

    von fünf geschriebenen Worten, gleich zwei falsch!

  • #19

    und Du bist dumm @18 (Sonntag, 14 Oktober 2012 19:39)

    vergleich mal mit @15.
    Bist wohl der Mitschüler, der nie einen Scherz
    verstanden hat und nie lachte.

  • #20

    wahrscheinlich bist Du im Bett (Sonntag, 14 Oktober 2012 19:41)

    dafür besser, aber das versteht er
    jetzt sicher auch nicht :-)

  • #21

    oder "sie" (Sonntag, 14 Oktober 2012 19:41)

    who knows ???

  • #22

    GSG Neu (Sonntag, 14 Oktober 2012 19:50)

    Die Galoppsportgruppe Neu
    bekennt sich zur Entführung
    der Bremer Stadtmusikanten
    und fordert den Erhalt der
    Bremer Rennbahn.
    Sollte unserer Forderung nicht
    entsprochen werden drohen wir
    mit Grillung des Hahns!

  • #23

    kassandro (Sonntag, 14 Oktober 2012 20:39)

    Heute um 23:50 in der Reihe "Weißt du noch.....?" de SWR-Fernsehens läuft eine Sendung mit dem Titel "Der Jahrhundertwurf des Ringerkönigs". Damit kann eigentlich nur Wilfried Dietrichs Überwurf eines amerikanischen Monsterkloßes bei den Oöympischen Spielen in München gemeint sein - eine der spektakulärsten Szenen der Sportgeschichte. Obwohl der Kran von Schifferstadt damals keine Medaille gewann, hat sie ihn doch zur unsterblichen Legende gemacht.

  • #24

    der amerikanische monsterkloß (Sonntag, 14 Oktober 2012 21:58)

    fuhr aber mit einer bronzemedaille heim.

  • #25

    hier gibts Bilder aus Woodbine (Sonntag, 14 Oktober 2012 22:37)

    http://www.ma288.com/has/odds/oddsTrendAction_getPersonalPage.do?raceNo=0&displayType=10

  • #26

    kassandro (Montag, 15 Oktober 2012 01:02)

    Es gibt ja zwei Stilarten bei den Rignern: Griechisch-Römisch und Freistil. In einer der Stilarten hatte der Amerikaner Dietrich besiegt und eine Bronzemedaille gewonnen, in der anderen wurde er von Dietrich so spektakulär geschulteret und konnte dann natürlich auch keine Medaille gewinnen. Die Spiele in München waren Dietrichs letzte und die einzigen, wo er keine Medaille gewonnen hat.

    Leider haben die Zwangs-PayTV-Trottel die oben erwähnte Sendung 30 Minuten zu früh gesendet, so daß ich nur den Schluß mitbekam. Auch im von der Sendeanstalt ausgestrahlten EPG wurde 23.50 als Sendetermin angegeben. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

  • #27

    Scalo (Montag, 15 Oktober 2012 06:30)

    ist in einem brandheißen rennen nicht weit vom sieger gewesen.
    das war gutes laufen.

  • #28

    sie brauchen mir keine stilarten (Montag, 15 Oktober 2012 07:44)

    erklären. ich war 15 jahre in dieser sportart sehr erfolgreich tätig. wilfried hat den ami auch nicht geschultert, sondern mit einem überwurf besiegt.

  • #29

    GSG Neu (Montag, 15 Oktober 2012 08:01)

    Zum Beweis der Unversehrtheit des Hahns
    der Bremer Stadtmusikanten werden wir
    heute ein Ei an das Direktorium versenden.

  • #30

    scalo (Montag, 15 Oktober 2012 08:39)

    Nachdem er unterwegs an drittletzter Stelle gelegen hatte, konnte sich der Fünfjährige in der Zielgeraden an der Innenseite nur gerinfügig verbessern, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt für einen Platz ganz vorne in Frage zu kommen.

  • #31

    kassandro (Montag, 15 Oktober 2012 09:34)

    Natürlich hat Wilfried Dietrich den Ami geschultert. Dieser Überkopfwurf war seine Spezialität. Das er auch mit einem solch schwergewichtigen Koloss funktioniert, ist allerdings ein Wunder, aber Dietrich war auch Meister im Gewichtheben. Man fällt bei diesem Wurf unwillkürlich auf die Schulter. Der Amerikaner hat sich zwar mit einer sogenannten "Brücke" dagegen gewehrt, aber Dietrich hat sich natürlich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen.

  • #32

    chris taylor (Montag, 15 Oktober 2012 11:44)

    Der 1,96 m große Taylor startete für die Iowa State Universität, für die er die NCAA-Schwergewichtsmeisterschaft im Jahre 1972 gegen Greg Wojciechowski holte. Er gewann die Bronzemedaille im Superschwergewicht (Freistil) bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Mit einem Gewicht von ca. 200 kg gilt Chris Taylor als einer der schwersten Olympiateilnehmer überhaupt.
    Von den Spielen 1972 blieb sein Kampf im griechisch-römischen Stil gegen Wilfried Dietrich in Erinnerung, gegen den er durch einen spektakulären Überwurf verlor

  • #33

    anonymer Wixxer (Montag, 15 Oktober 2012 16:24)

    @d.i. na was jetzt? Kein bischen Schimpfe an ihre Kumpels Woeste und Tiedke? Nein natürlich nicht. Dafür ein Spendenaufruf für Bremen. Sie sind einfach nur lächerlich und scheinheilig! Mit den 100.000 der die das dem DVR kostet, hätten schonmal 2/3 des Fehlbetrages finanziert werden könnnen. Ganz zu Scheigen vom unnützen Managergehalt an ihren ach so kompetenten Kumpel. Die sind noch viieel dilettantischer als Ihr ach so gescholtener HRV! Aber Sie drehen und wenden sich wie immer wie ein AAL, Respekt, bei Ihrer Figur.

  • #34

    100.000 (Montag, 15 Oktober 2012 17:04)

    sind der Gegenstandswert und nicht der die das Kosten.

  • #35

    5X (Montag, 15 Oktober 2012 17:17)

    Richard Hughes. Bis jetzt.

  • #36

    6x (Montag, 15 Oktober 2012 18:10)

    Jim Beam. Bis jetzt.

  • #37

    kassandro (Montag, 15 Oktober 2012 18:46)

    Wie schon erwähnt sind die 100000€ nur der Streitwert. Anwalts- und Gerichtskosten dürften aber zusammen sicherlich einen zusätzlichen Renntag in Bad Harzburg wert sein, der etwa 35000€ kostet.

  • #38

    7 aus 8, (Montag, 15 Oktober 2012 20:13)

    sehr gut, aber leider kam probert dazwischen.

  • #39

    Bei mir hat um 07:45 das Handy geklingelt (Dienstag, 16 Oktober 2012 08:36)

    und ich dachte schon an einen Notfall,
    aber es war nur die Evylin, die dem
    lieben Heinz zum Geburtstag gratulieren
    wollte. LOL
    Also verwählt oder so. Evylin klang auch
    schon Ü90.

  • #40

    göhner (Dienstag, 16 Oktober 2012 12:27)

    war bei der bda-tagung gerade eingeschlafen, das auch noch in der ersten reihe.

  • #41

    TT (Dienstag, 16 Oktober 2012 15:32)

    Sonntag in Köln war wie immer prima für Leute mit langem Atem und Kondition und Wetter hat auch wieder mitgespielt.

  • #42

    so far (Dienstag, 16 Oktober 2012 16:00)

    two out of two.

  • #43

    man (Dienstag, 16 Oktober 2012 19:25)

    stelle sich vor:

    nächstes Jahr ist Derby in Hamburg und kein Schwein geht hin.

  • #44

    Man (Mittwoch, 17 Oktober 2012 08:35)

    stelle sich vor; das Derby ist bis 2028 fest in Hamburger Hand, aber die hat kein Geld. München hat aber eines. Man stelle sich vor!

  • #45

    ist doch egal (Mittwoch, 17 Oktober 2012 10:00)

    bis 2028 gibts den Sport in Deutschland sowieso nicht mehr!

  • #46

    ich habe gerade festgestellt (Mittwoch, 17 Oktober 2012 13:48)

    dass das derby 2028 an meinem 80.geburtstag stattfinden würde.( falls ich den erlebe)

  • #47

    @43, oh man, 99% der hierzulande (Mittwoch, 17 Oktober 2012 20:48)

    gezüchtet/gemästeten Schweine würden nach 100m, so nicht bereits auf dem Transport, zusammenklappen. Bitte nur gut trainierte engl. Vollblüter und geldträchtige Zweibeiner für Horn zulassen.

  • #48

    z.Zt. (Donnerstag, 18 Oktober 2012 06:38)

    sind die besten engl. Vollblüter für diese Bahn zu schade

  • #49

    Heute bleib ich daheim, heute hab ich Fieber (Donnerstag, 18 Oktober 2012 08:36)

    @HolzMichl: Wollte Dir schreiben, aber
    Dein mailaccount scheint "voll" zu sein :-)
    Kommt alles zurück.