Zum Zeitvertreib

Ein neuer Zeitvertreib ist die Lektüre von Dr. Richters Ansichten zum Rennsport. Es gibt ein Buch, aber das ist leider vergriffen, und es gibt geheime Aufzeichnungen der halbamtlichen Art. Die meine ich. Dr. Richter ist Experte des Faktischen, und der Gegensatz dazu ist das Anekdotische. Dazwischen ist der Rennsport eingeklemmt, wenn man Dr. Richter folgt, der insofern ein hartes Stoßen der Dinge im Raume erblickt. Er macht ein Beispiel: Der zweite Start nach einer Pause ist immer schlecht, oder so ähnlich. Man kennt dieses Wahrwort, weil der zweite Start nach einer Pause in der Tat oft nicht so gut ist wie der erste, aber besser als der dritte oder vierte, jedenfalls manchmal. Dr. Richter ist kein Freund solch loser Rede, weil er zu Recht den Beweis für die Richtigkeit dieser saloppen Behauptung vermisst, und weil er mutmaßlich darin eine Führung der Dummen und Ahnungslosen hinter die Fichte vermutet, zu deren Nachteil ins Werk gesetzt von ebenso ahnungslosen Hasardeuren, die einen Streich spielen wollen bzw. sich einen Spaß machen wollen auf Kosten dieser armen Schlucker.

 

Soweit, so gut. Denn es gibt die Empirie, eine Wissenschaft der exakten Art, und ein machtvolles Instrument in den Händen derjenigen, die darauf spielen können. Wie Dr. Richter, der ein Virtuose auf diesem Instrument ist, wie man ohne Zögern und Neid sofort anerkennen soll. Der Rennsport ist nämlich wissenschaftlich erklärbar, messwertig und analytisch zugänglich demjenigen, der die Zahlen an der Wand zu lesen weiß und die Aufzeichnungen. Ausrechnen muß man noch selbst, das ist insoweit klar, aber dann ist der Rest schnell gemacht und Alles liegt sonnenklar vor dem Studenten. Zahlen sind ja schließlich nur der Ausdruck des Wirklichen, also etwa 3 x 3 ist Donnerstag.

 

Dr. Richter würzt seine Ausführungen sogar mit echten Verballhornungen wahrer Worte, also dem Krausschen Bild von der tiefen Sonne und den langen Schatten im Lande der Kultur. Das ist schön, daß sogar Dr. Richter dieses Bild schon mal gesehen hat, und man ist sofort versucht, sich Dr. Richter als einen Giganten im Zwergenland vorzustellen, als vielleicht Wiedergänger von Alfred Kerr, dem feuilletonistisch gestimmten Zwergnase in Karl Kraus` Panoptikum. Die Akribie im Nebensächlichen stimmt schon mal deutlich überein, der artige Ausdruck kömmt ideal hinzu. 

 

Die Anekdote hingegen ist Unfug und Quatsch, sie dient der Selbstdarstellung des Erzählers mehr als der Wahrheit, wie Dr. Richter klar erkannt hat, und wie ich hinzufügen möchte, sie dient auch der Erbauung der Zuhörer, die lieber guten Geschichten lauschen, die stimmen könnten, als Fakten, die nicht interessieren. Wahr ist beides, nur sind die Geschichten schöner, weil sie das Salz in der Suppe sind, während die Fakten nur das Kochwasser beistellen, das Nasse in dieser Gemengelage.

 

Das Faszinosum Rennsport erscheint insofern bei genauer Betrachtung geradezu unwissenschaftlich per definitionem, weil die Leute gerade deshalb mitmachen, weil es keine Wissenschaftler gibt, die im Rennsport Erfolg hatten oder haben. Das macht den Reiz aus. Erfolg haben die, die ihren Spaß haben an diesem immer wieder faszinierenden Spiel mit dem grundsätzlich Unwägbaren, weil sie wissen, daß nur selbstlose Kasteiung irgendwann mal Erfolg nach einem unergründlichen Algorithmus bringt, oder sogar nie, wie Peter Remmert oder Fritz Drechsler bestätigen können. Oder auch Dr. Richter, der ein Paradebeispiel für Erfolglosigkeit darstellt, aber trotzdem tapfer weiter kämpft an der publizistischen Front des Galopprennsports. Das verdient Anerkennung.

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Kommentare: 34
  • #1

    TT (Mittwoch, 26 September 2012 15:38)

    vor etlichen Jahren wollte mir jemand in einem Kölner Wettbüro mal solche selbst errechneten Statistiken und Formeln verkaufen.Der glaubte wohl wirklich an seine Rechnereien.
    Allerdings warum wollte er die dann verkaufen, wenn die tatsächlich erfogsbringend wären.
    Vielleicht war das sogar der Richter aus Aachen, bis Köln ist es ja nicht weit und die Kölner sind ja bekanntlich jeck, aber die lassen sich auch kein x für ein u vormachen.

  • #2

    Selbst erfolglos (Mittwoch, 26 September 2012 16:59)

    aber über Hr.Dr.Richter herziehen ,diese Penner
    mag ich besonders.

  • #3

    Lindi (Mittwoch, 26 September 2012 17:09)

    irhd fidisi habp tb ekeia nahandung

  • #4

    lindi auch du (Mittwoch, 26 September 2012 17:13)

    musst dich über herrn doktor richter nicht luschtig
    machen.
    mach erstmal 'ne nummer auf einem rostigen nagel,
    dann kannst du hier mitdiskutieren.

  • #5

    mit dem Duden (Mittwoch, 26 September 2012 17:21)

    scheint Lindi auf dem Kriegsfuss zu stehen .

  • #6

    #4 (Mittwoch, 26 September 2012 17:33)

    Ferkel

  • #7

    wichtiger als die richter-bibel (Mittwoch, 26 September 2012 19:53)

    http://www.youtube.com/watch?v=sx5gU1K7KtQ&list=UU0-EXbLGPbUlu17cQkYvchA&index=10&feature=plcp

  • #8

    @Kassandro (Mittwoch, 26 September 2012 20:23)

    Wieviele Tage sinds noch bis zum
    Derby auf Horn ?

  • #9

    Indi (Mittwoch, 26 September 2012 20:33)

    Ifheneeeeeeeee

  • #10

    CN (Donnerstag, 27 September 2012)

    wunderbar. made my day

  • #11

    Parlo,Experte,Blüchow usw., (Donnerstag, 27 September 2012 08:19)

    sind verdächtig ruhig .Ob sich wohl ein Brieflein anbahnt?

  • #12

    Platzregen (Donnerstag, 27 September 2012 08:29)

    mehr nicht.

  • #13

    der revolutionsrat tagt, (Donnerstag, 27 September 2012 08:29)

    programm wird gebastelt man kann ja schließlich nicht ganz ohne pläne den umsturz durchführen.

  • #14

    kassandro (Donnerstag, 27 September 2012 09:58)

    Der Parlo-Monolog scheint im Galopperforum etwas besonders zu sein, denn nichtregistrierte Gäste dürfen ihn nicht mitlesen. Daraus folgt insbesondere, daß der Blogger im Forum U-Boot-mäßig unterwegs sein muß, aber das war mir eh schon klar.
    Zu den Thesen des Dr. Richter kann ich also nichts sagen, bin jedoch der Meinung, daß man mit statistischen Methoden in der Vollblutzucht nur wenig ausrichten kann. Umgekehrt lohnt allerdings für einige wissenschaftliche Diszipline der Blick auf die Vollblutzucht. Es ist ein bemerkenswertes Phänomen, daß sich trotz dauerndem "Breed the best to the best", die Schnelligkeit, das einzige Zuchtziel, seit vielen Jahrzehnten nicht mehr verbessert hat. Wenn es dort in den letzten 100 Jahren überhaupt Verbesserungen gab, dann gehen die auf Konten eines verbesserten Reitstils, einer besseren Geläufpflege und verbesserter Trainingsmethoden. Beim Vollblüter hat sich das Leben im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert, lediglich die Rennbelastung ist etwas gesunken. Die Lebenserwartung hat sich trotz gewaltigen medizinischen Fortschrittes auch kaum erhöht. Im Gegensatz dazu haben sich beim Menschen die Lebensumstände und die Lebenserwartung dramatisch verbessert. Hängt also die Lebenserwartung viel mehr von den Lebensumständen als der modernen Medizin ab?

  • #15

    jetzt zähl doch mal die Tage (Donnerstag, 27 September 2012 10:10)

    bis zum Derby @Kassandro. Du magst doch Zahlen
    und das Zählen :-)

  • #16

    j.w. (Donnerstag, 27 September 2012 10:24)

    menschen kommen einfach viel seltener zu metzger, kassandro, wenn die arbeitsleistung nicht mehr so richtig stimmt ...

  • #17

    kassandro (Donnerstag, 27 September 2012 11:36)

    @#15:
    Wie kommst du darauf, daß ich eine spezielle Affinität zu Zahlen hätte. In der Mathematik geht es um Ideen und strukturelle Einsicht und nicht um verwirrende Rechnerei.

  • #18

    Beim (Donnerstag, 27 September 2012 13:12)

    Menschen hat sich die Schnelligkeit auch nicht erhöht. Es wird nur besser gedopt.

  • #19

    So ist der Kassandro, (Donnerstag, 27 September 2012 14:42)

    da bittet man ihn um einen Gefallen
    und dann hebt er die Nase in die Luft.
    Das Abzählen hätte sicher weniger Zeit
    in Anspruch genommen wie ich für das
    Abtippen des Ostermann-Interviews für
    Dich gebraucht habe.

  • #20

    dafür hat er (Donnerstag, 27 September 2012 15:05)

    doch noch etwas bei dir gut für das nacktfoto.

  • #21

    ein Brief (Donnerstag, 27 September 2012 15:20)

    geht um die Welt .

  • #22

    Bitte mal einen Parlo hier (Donnerstag, 27 September 2012 17:06)

    einstellen, hier kann man ja drauf antworten.

  • #23

    so wichtig (Donnerstag, 27 September 2012 17:11)

    sind parlos fantasien nun auch wieder nicht.

  • #24

    jetzt (Donnerstag, 27 September 2012 17:42)

    kommt der Oberbrüller. Rumstich vermutet, dass sich keiner im Sport kümmert, weil er im Spiegel angeblich ein Pferd aus Knetgummi gesehen hat, das so aussehen soll wie Black Caviar. Tja, Herr Rumstich, da hättense natürlich selbst viel Knete gewinnen können, wenn ihnen dieser Geniestreich selbst eingefallen wäre! Kinderbettwäsche aus Knetgummi mit Danedream Applikation. Das wäre der Marketing Mega Hammer!!!

  • #25

    Lindi (Donnerstag, 27 September 2012 17:43)

    ishr ffri1disay hapr A<ÜBNERTHAZSIOT KEIENE AHASNHNGN!

  • #26

    pARLO! (Donnerstag, 27 September 2012 17:46)

    Andernfalls würde der Lieblings-Sport der eitel schwadronierenden Blender endgültig zum Jahrmarkt skurriler Abstrusität verkommen. Wie kann aber ernst zu nehmende Elitezucht von einer angeblich an Bildung, Kultur und Vermögen herausragenden Bevölkerungsgruppe betrieben werden, wenn das ganze System in vielen seinen Elementen und inkl. seiner menschlichen Akteure im Wesentlichen irrational – sprich: bekloppt - ist?

  • #27

    PArLO2 (Donnerstag, 27 September 2012 17:47)

    Solch ein statistischer Test ist allerdings immer so etwas wie ein Freispruch mangels Beweisen: Die Nullhypothese (d. h. „es gibt keinen Unterschied zwischen den in der Untersuchung unterschiedenen Gruppen“) kann aufgrund der vorliegenden Datenmenge / Fallzahl nicht aufrecht erhalten werden auf einem bestimmten Wahrscheinlichkeitsniveau (80 %, 95, 98, 99,9 %). Um solch einen Test kommt man - also der nach allg. akzeptierten Standards arbeitende Wissenschaftler - sogar in den sog. exakten Naturwissenschaften nicht herum, in den Erfahrungs- und Geisteswissenschaften ohnehin nicht. Intellektuelle Marginalanbieter unter den „wahren Turffreunden“ halten dann so etwas für für sie unbegreifliche „Zahlenspielereien“ und ahnen nicht, wie sehr ihr Leben schon längst unmerklich von Algorithmen mitbestimmt wird, die auf solchen, oft mehrfach verifizierten Wahrscheinlichkeitskalkülen aufbauen

  • #28

    Prllo3 (Donnerstag, 27 September 2012 17:49)

    @szwannee: Inne Gegentum vonne mantos un vonne wichtich-Blondlöckchens vonne diese Welt weiß der parlo immer noch, wo de Schpaß aufhören un de Ernscht (odda war et dat Ernschtel?) anfangen tut.

    Dat brauchsse hier auch, sonst geht de Bildung unne Kültür restlos inne A***, capito?

    Und 95 % von der Forschung wird heute von Leuten mit IQ 140 plus gemacht - da haben wir hier im Forum und in der Galopper-Welt generell also noch sehr viel aufzuholen. Aber wo die Sonne niedrig am Horizont steht, da werfen selbst Zwerge und die personifizierten Nullhypothesen lange Schatten.

  • #29

    Suzanne Suzanne (Donnerstag, 27 September 2012 18:10)

    Ach Parlo,Du hast 'se doch nicht mehr alle am Schlappen.

  • #30

    ain Brief (Donnerstag, 27 September 2012 18:46)

    liegt in der Luft ,Luft,Luft .

  • #31

    vonne (Donnerstag, 27 September 2012 18:57)

    denne, gelle?

  • #32

    was war denn das erste Posting ? (Donnerstag, 27 September 2012 19:29)

    @Parlo
    Falls Du das liest, dann öffne doch mal
    Deinen Bereich.

  • #33

    der (Donnerstag, 27 September 2012 19:57)

    bleibt verschlossen.

  • #34

    Parlo (Donnerstag, 27 September 2012 20:07)

    ist mal wieder so weit.Einweisung steht in demnächst an.
    Er sieht einfach das Brett vor seinem eigenen Kopf nicht.