Balance the budget!

Diese drei Wörter machten Harris`Rosenblatts einzigen Rath aus, denjenigen, der seinen Ruhm in Washington begründete, wo er laut Aussage seines Schöpfers Joseph Heller mehreren Präsidenten als ökonomischer Berater diente. Man kann mehr über Harris Rosenblatt in Good as Gold lesen, u.A., daß er sein Salz wert war. Nie war sein Rath so wertvoll wie heute, aber es ist nicht anzunehmen, daß Frau Merkel Romane von Joseph Heller liest. Denn, Hauptsache, es geht weiter. Hellseher erklären Hellas, ha ha, Drachmen werden aus Olivenöl geschnitzt, Feta aus Kreta, und alle Oilen sind schon da. Und mittendrin Mutter Merkel mit dem Dackelblick, die sich nicht und nicht entschließen kann, zwei und zwei zusammen zu zählen. Denn Politik auf dieser Ebene ist großes Spiel, mit Herrn Rösler dem ewigen Konfirmanden, da haben Lösungen nichts zu suchen, denn der nächste Tag muß wieder im Amte erlebt werden, und nur darum geht es. Ökonomischer Sachverstand kommt zwar der Ökonomie zugute, schadet aber dem neuen Tag. So muß die Gelddruckmaschine im Keller schwitzen, jedes Mal eine neue Verschiebung auf den Tag nach dem Tag. Niemals heute, jetzt, sondern immer die Hoffnung auf später. Wie beim Hamburger Rennclub. Das ist das Wesen des Papiergeldes, das nie einlösbare Versprechen, es lasse sich jederzeit in Real Estate umtauschen, Gold oder Wein oder Waschmaschinen. Aber man wird eines Tages feststellen, daß nicht genug Waschmaschinen in der Welt sind, geschweige guter Wein, auch kein griechischer, um all das schöne Papiergeld und die Kommunalobligationen und die T-Bills und die abstrakten Schuldversprechen und Zinseszins Koupons zu entwerten. Oder die zwischenstaatlichen Obligationen nach Art der Kontokorrentverbindlichkeiten der europäischen Zentralbank. Das Wort heißt Target 2, und die anderen Beruhigungspillen hören auf Akronyme wie EFSM, EFSZ, und EFS. EWG, einer wird gewinnen. Da geht es rund, meine Damen und Herren! Politik heißt ausgeben, was nicht da ist, oder die Reise nach Jerusalem spielen, mit 28 Leuten und 7 Stühlen. Das geht so seit Millionen Jahren, und es wird immer so weiter gehen, weil wir Volk diese Affen machen lassen. Niemand wird gezwungen, Frau Merkel zu wählen oder den lustigen Herrn Gabriel, auch nicht Herrn Steinbrück, der es wahrscheinlich noch am besten könnte, weil er zumindest rechnen kann.

 

Es werden statt dessen die Märkte bemüht, die was austesten, diese bösen Märkte. Dabei sind diese Märkte große Computer, die nichts anderes machen, als binär zu funktionieren – einer gibt, einer nimmt. Immer zwei Kontrahenten, 0 und 1, an und aus. Nur daß dieser Computer in jeder einzelnen Rechenoperation interessengesteuert ist, jeweils zwei antagonistische Interessen, hü und hott. Insofern testen die Märkte nichts, sondern machen Geschäfte, und wenn mehr Teilnehmer eine negative Prognose abgeben, dann fällt der Preis, und wenn die Mehrheit positiv gestimmt ist, dann steigt er. Das ist ganz simpel, aber Politiker können oft nicht simpel denken, und vor allen Dingen wollen sie das nicht, weil dann die Deutungshoheit flöten geht. Also fabulieren sie was von testenden Märkten, die sie mit Geld und Versprechen überschwemmen, die sie niemals halten können. Und schon fällt der Preis.

 

Und so stellt sich strahlend und vorzüglich die Systemfrage, die nach dem System in Griechenland, wo die Eliten ihr Geld gar nicht erst beim Staat abliefern oder den heimischen Banken, sondern in Genfer Tresore, also der Run auf die Banken bereits dort als Umweg manifest wird, so daß die Entfernung der Kleinvermögen in bar nur noch das Endspiel darstellt, die neunzigste Minute, wenn es schon 16:2 steht. Und in Deutschland stellt sich auch die Systemfrage, nämlich diejenige, die Abkommen mit der Schweiz ermöglicht, welches diese Umgehungsaktionen post festum legitimiert, aber die Privatinsolvenz des kloinen Handwerkele als zivilisatorische Meisterleistung feiert. Alles ist mit Allem verwoben, und die Klammer ist das Unseriöse in Wort und Tat an sich. Balance the budget.

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Kommentare: 17
  • #1

    Hack-Steak: Agu hatte Bifteki (Sonntag, 17 Juni 2012 07:23)

    Ein Hacksteak, Hackbeefsteak oder Deutsches Beefsteak (Beefsteak haché) ist ein in der Zubereitung der Frikadelle, im Aussehen dem Steak ähnliches Fleischgericht.

    Zur Zubereitung wird zunächst aus Hackfleisch vom Rind (auch gemischt mit Schwein) oder Lamm je nach Rezept mit eingeweichtem Brötchen, Paniermehl oder einer Mehl-Wasser-Mischung, eventuell Ei, fein gehackter oder geriebener Zwiebel und Gewürzen eine Masse hergestellt. Sie wird zu runden oder ovalen, flachen Portionsstücken geformt, die in einer Pfanne oder auf dem Grill gebraten werden.

    Nach den Leitsätzen des deutschen Lebensmittelbuchs müssen Hacksteaks, die in Handel und Gastronomie angeboten werden, mindestens 80 % Fleisch enthalten.

    In verschiedenen Ländern des Balkans sind Hacksteaks eine weitverbreitete Speise, wobei es zahlreiche Zubereitungsvarianten gibt, z. B. mit eingebackenem Schafskäse. In Griechenland heißen sie Bifteki (abgeleitet von Beefsteak), im ehemaligen Jugoslawien Pljeskavica oder Pleskavica (kyrill. Пљескавица bzw. Плескавица, wörtl. etwa „Flachling“).

  • #2

    Cyclically balanced budget (Sonntag, 17 Juni 2012 07:29)

    A balanced budget is when there is neither a budget deficit or a budget surplus – when revenues equal expenditure ("the accounts balance") – particularly by a government. More generally, it refers to when there is no deficit, but possibly a surplus. A cyclically balanced budget is a budget that is not necessarily balanced year-to-year, but is balanced over the economic cycle, running a surplus in boom years and running a deficit in lean years, with these offsetting over time.

  • #3

    Catch 22 (Sonntag, 17 Juni 2012 07:35)

    Die andere Möglichkeit, nämlich durch eine Krankschreibung nach Hause zu dürfen, macht aber eine obskure Regel, genannt Catch-22, mit paradoxen Begründungen unmöglich. So kann beispielsweise nur nach Hause geschickt werden, wer geisteskrank ist und selbst danach verlangt. Wer aber selbst verlangt, nach Hause geschickt zu werden, kann nicht geisteskrank sein und wird entsprechend nicht nach Hause geschickt. Schließlich ist der Wunsch, sein Leben durch Drücken vor dem Kriegsdienst zu retten, ein Beweis für das tadellose Funktionieren des Verstandes.

  • #4

    Geht es um diesen Joseph Heller ? (Sonntag, 17 Juni 2012 07:37)

    ...doch vermutlich, wenn die Annahme
    besteht, daß Angie von ihm keine Romane lese...

    Joseph Heller (May 1, 1923 – December 12, 1999) was an American satirical novelist, short story writer, and playwright. His best known work is Catch-22, a novel about US servicemen during World War II. The title of this work entered the English lexicon to refer to absurd, no-win choices, particularly in situations in which the desired outcome of the choice is an impossibility, and regardless of choice, the same negative outcome is a certainty. Heller is widely regarded as one of the best post–World War II satirists. Although he is remembered primarily for Catch-22, his other works center on the lives of various members of the middle class and remain exemplars of modern satire.

  • #5

    Schnecken nach Metz tragen (Sonntag, 17 Juni 2012)

    Die Redensart „Eulen nach Athen tragen“ (γλαῦκας εἰς Ἀθῆνας κομίζειν, γλαῦκ' Ἀθῆναζε ἡγείσθαι) steht für eine überflüssige Tätigkeit. Sie geht auf den antiken griechischen Dichter Aristophanes zurück, der den Ausspruch in seiner satirischen Komödie Die Vögel um 400 v. Chr. prägte. Dort wird in Vers 301 eine herbeifliegende Eule mit den folgenden Worten kommentiert:
    „Wer hat die Eule nach Athen gebracht?“
    Eulen gab es damals als Symbol der Göttin Athene, der Schutzgöttin der Stadt, sehr viele. Die Eule symbolisierte die Klugheit, vor allem, da sie auch im Dunkeln sehen kann. Wie die athenischen Abbildungen zeigen, ist es eine bestimmte Eulenart, der Steinkauz (Athene noctua). Wolfgang Hildesheimer hat daraus die ironische Erzählung „Ich trage eine Eule nach Athen“ entwickelt, in der es sich tatsächlich um einen Steinkauz handelt.[1]

    Es ist also möglich, die Worte als Hinweis auf die unsinnige Tätigkeit zu deuten, Weisheit in die Stadt zu bringen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er sich auf die Münzen bezog, auf denen das Tier prangte. Aristophanes bezeichnete es als überflüssig, ins reiche Athen Silbermünzen (mit der Eule) zu schicken. In Vers 1106 schreibt er dazu etwa: „An Eulen wird es nie mangeln.“

  • #6

    Manana in Hamburg ??? (Sonntag, 17 Juni 2012 07:46)

    „Mañana“-Mentalität. Mañana heißt
    morgen, und mit diesem Wörtchen
    werden unliebsame Dinge gerne auf
    den nächsten Tag verschoben – oder
    niemals erledigt.

    .............................

    Interessant ist, je weiter man nach Süden kommt, desto stärker sind diese Eigenschaften ausgeprägt. Besonders die "Manana-Mentalität" (komme ich heute nicht, komm ich halt morgen) nimmt im Süden immer stärker zu. Deshalb ist eigentlich jedem Nord-/Mitteleuropäer zu raten, seinen ersten Spanientrip nach Nordspanien, am besten nach Katalonien zu machen. Katalonien ist in seiner Mentalität noch am nord-/mitteleuropäischsten.

    Ein typisch Deutscher (engstirnig, ordnungsliebend, strukturiert, intolerant) wird in Andalusien (Südspanien) sehr wahrscheinlich einen Kulturschock bekommen, wenn er nicht gerade eine Unterkunft in einem der Touristengettos oder Urbanisationen gemietet hat. Wer aber weltoffen ist und sich mit allen Sinnen auf Spanien einlässt, wird die Mentalität der Spanier und die Spanier selber lieben.


    [Denn das ist alles nur geklaut,
    das ist alles gar nicht meine,
    das ist alles nur geklaut,
    doch das weiß ich nur ganz alleine,
    das ist alles nur geklaut
    und gestohlen,
    nur gezogen
    und geraubt.
    Entschuldigung, das hab' ich mir erlaubt.]

  • #7

    Milo (Sonntag, 17 Juni 2012 08:08)

    Minderbinder hat von allen Charakteren Hellers am besten den Typus des ewigen Händlers und Gauklers verkörpert. Er war der Erfinder des Mart, dazu Vize Konsul von Oman, Sheik von Amman, Ehrensultan von Mauretanien und auch ansonsten ein Würdenträger großen Kalibers in der gesamten mediterrisch/arabischen Welt. Er kaufte die gesamte Baumwollernte Ägyptens und brachte den schottischen Whisky von Malta im Austausch für Hühnereier nach Pianosa in die Messen der Staffeln. Er machte aus Fallschirmseide tolle Sachen, er bombardierte als Dienstleister der Deutschen die eigenen Staffelbereiche, und jeder hatte seinen Anteil. Das war der Clou. Als Yossarian in dieserhalb zur Rede stellte, holte er ein Stück Papier aus der Tasche, schrieb 1 Anteil drauf, und gab ihn Yossarian. M&M Enterprises, Milo & Minderbinder.

  • #8

    Aarfy (Sonntag, 17 Juni 2012 08:36)

    ist ein anderer sehr schillernder Mann, der Navigator. Captain Aardvark is my name, and navigation is my game.

  • #9

    wir warten auf (Sonntag, 17 Juni 2012 10:32)

    kassandro

  • #10

    aber (Sonntag, 17 Juni 2012 19:25)

    er muß erst Wikipeda lesen, weil er die Sachen nicht kennt. Dauert nicht mehr lang, dann wissen wir alle besser Bescheid.

  • #11

    Christian Feld, (Sonntag, 17 Juni 2012 19:57)

    ARD-Korrespondent aus Brüssel sagt:
    Es gab keine Blaupause für den Ausgang
    der Wahl in Griechenland.
    Das ist doch wohl nicht hoffentlich
    das, wonach es sich anhört ?
    Und jetzt Telefonkonferenz ?
    Meine Güte, Amateure in der Regierung...

  • #12

    ganz ehrlich #5 + 6 (Montag, 18 Juni 2012 01:33)

    bist Du Tourist gewesen oder hast Du tatsächlich mal das spanische Leben LEBEN dürfen....so mit den Tänzen und dem ganzen Drumherum, der stolzen spanischen Seele?

  • #13

    es gibt ja soviel Leben... (Montag, 18 Juni 2012 01:38)

    ohne Internet, man mag es gar nicht glauben...aber es existiert noch!!!

    Unendliche Weiten!!!

  • #14

    also es besorgt schon ein bißchen, (Montag, 18 Juni 2012 08:50)

    daß die Konservativen in Griechenland
    noch mal die Kurve gekratzt haben.
    Da wollen wohl auch die vermögenden Griechen
    noch Zeit gewinnen um ihre Verhältnisse
    neu zu sortieren und umzuverteilen.

  • #15

    @12 was verstehst Du unter "Drumherum" (Montag, 18 Juni 2012 09:14)

    ?

  • #16

    Zum Glück war die Wahl (Montag, 18 Juni 2012 11:21)

    vor dem Viertelfinale...
    Sonst hätte man noch Wähler gegen
    Herrn Löw mobilisieren können. lol

  • #17

    weiter aus Wiki, da Pech der späten Geburt (Montag, 18 Juni 2012 13:26)

    Die Motivation der Romanfiguren, am Krieg teilzunehmen ist unterschiedlicher Natur: Colonel Cathcart will in einem Kriegsberichterstatter-Magazin erwähnt werden, General Peckem will durch elegante Memoranda befördert werden, Colonel Scheisskopf will Paraden abhalten und wird wegen deren Perfektion schließlich zum General befördert, Milo Minderbinder möchte ein Schwarzmarkt-Kartell aufbauen, Hungry Joe möchte nackte Frauen fotografieren und Yossarian möchte einfach nur mit heiler Haut aus dem Krieg herauskommen.