Trojanisches Pferd

Lotto informiert: Europäisches Parlament fordert konsequentes Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter

Veröffentlicht am 15.11.2011 15:52 Uhr


- Europäisches Parlament verabschiedet Resolution zum Online-Glücksspiel
- Abgeordnete erteilen den Forderungen der kommerziellen Glücksspielindustrie eine klare Absage
- Mitgliedstaaten können weiterhin selbst über ihre Glücksspielregelung entscheiden
- Deutscher Lotto- und Totoblock (DLTB) begrüßt Entschließung


München/Brüssel, 15. November 2011. Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zum Online-Glücksspiel verabschiedet. "Darin folgen die Parlamentarier ihrer bisherigen Linie. Es soll auch weiterhin keine europaweite Kommerzialisierung des Glücksspiels geben", kommentiert Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern und Federführer des DLTB, die Entschließung. Vielmehr bleibe es den Mitgliedstaaten überlassen zu entscheiden, wie sie Lotterien, Sportwetten und andere Glücksspielarten regeln wollen.

"Das Europäische Parlament hat klargestellt, dass ein konsequentes Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter dringend notwendig ist. Diese Forderung begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich. Nach wie vor sind kommerzielle Anbieter ohne Erlaubnis in Deutschland tätig und unterlaufen mit ihren aggressiven Spielformen den Spieler- und Jugendschutz. Sie sitzen in Steueroasen wie Malta oder Gibraltar und zahlen hier keine Steuern oder Abgaben. Damit gefährden sie auch die Förderung des Sports. Wir hoffen, dass die jüngste Resolution einen Beitrag leistet, die illegalen Aktivitäten einzudämmen", so Horak weiter.

Das Europäische Parlament hat dem Ansinnen der kommerziellen Glücksspielindustrie, ein für die gesamte EU gültiges Lizenzierungssystem einzuführen, eine klare Absage erteilt. Es sprach sich dafür aus, dass Online-Glücksspielanbieter ihre Lizenz in den anderen Mitgliedsstaaten verlieren sollten, selbst wenn sie nur das Recht eines einzelnen EU-Staates missachten.
Weiterhin macht das Europäische Parlament in seiner Resolution deutlich, dass es für den Bereich Glücksspiel keine Binnenmarktlösung anstrebt. Die einzelnen Mitgliedstaaten dürfen selbst entscheiden, ob sie das Glücksspiel im Modell des ausschließlich staatlichen Angebotes oder im Kommerzmodell regeln wollen.

Eine gegenseitige Anerkennung von Lizenzen soll es auch weiterhin nicht geben. Zur Bekämpfung illegalen Glücksspiels sollen die nationalen Regulierungsbehörden auf möglichst viele verschiedene und effektive Maßnahmen zurückgreifen können, darunter das Unterbinden von Zahlungsströmen. Das Parlament bittet die EU-Kommission, in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten, gemeinsame Standards hierzu zu entwickeln.

Quelle: Deutscher Lotto- und Totoblock (DLTB)

 

 

So stellt ein Freund des Rennsports diese Meldung in ein Forum, unkommentiert. Weil er nicht weiß, wie er das kommentieren soll. Ihn freut die Überschrift, weil er kein Freund von illegalen Glückspielanbietern ist, zu denen er wohl auch diejenigen zählt, die von Malta aus ihr Geschäft betreiben, also Racebets. Das macht ihm und vielen Freunden des legalen Glückspiels Rennsport keine Freude. Aber andererseits schwant ihm bei der Lektüre der Meldung dann doch, daß da was nicht so ganz stimmt, daß eine Tendenz deutlich wird, die unbehaglich macht, weil irgendwie Herr Horak, Erwin evtl. doch pro domo spricht und vermutlich mit gespaltener Zunge, als Chef einer Verbindung, die in direkter Konkurrenz zu diesen Anbietern steht und insofern ihr eigenes Horn tutet. Pro domo. Der Deutsche Lotto und Totoblock als staatlicher Monopolist des Urgroßvaters allen Hütchen Pingpongball Glückspiels, vertreten durch bezahlte Angestellte, z.B. Herrn Erwin Horak, freut sich naturgemäß über alle Meldungen und Bestrebungen, die dieses Monopol in irgend einer Art bestätigen oder fördern oder unterstützen oder sonst wie positiv und wohlwollend begleiten. Auf den intellektuellen Zusammenhang kommt es nicht an, noch weniger um Konsistenz in der Argumentation oder Kohärenz, um im Jargon zu bleiben.

 

Das ist alles so oft durchgekaut worden, die ganze jämmerliche Argumentation des Staats, wonach nur er durch monopolistische Ausbeutung der Spieler deren Ausbeutung durch Anheimfallung der Sucht verhindern kann, diese ganze Argumentation ist so unfaßbar unhaltbar, daß nur der radikale Vergleich mit echter Sucht hilft, nämlich:

 

Analog müßte der Staat Heroin und Kokain und Crack und derartige Dinge monopolistisch anbieten, an jederman ab 18, mit Kundenkarte und Internetinformationen über Angebote der Woche, über Dauerlieferarrangements, in 25.000 Vertriebsstellen bundesweit, über verschiedene Duft- und Geschmacksnoten, ganz individuell auf die Bedürfnisse des aufgeklärten Suchtgefährdeten zugeschnitten. Das wäre dann eine konsistente Politik, die unerwünschtes und ungesundes Sozialverhalten konsequent kanalisiert und zum Besten der Konsumenten kohärent reguliert. Damit kein Schwarzmarkt mit Phantasiepreisen entsteht, mit unklaren Geschäftspraktiken, mit listigen Umgehungen deutscher Abgaben und und und. Gleiches sollte dann auch für alkoholische Getränke und Zigaretten gelten, möglicherweise auch für fettes Essen und süße Sachen.

 

Ganz abgesehen von diesen konsequenten und kohärenten Maßnahmen, die leider nicht zum Kanon der deutschen Politik gehören, was hat Pferderennsport regulatorisch mit Lotto und Herrn Erwin Horak gemein, der um seine persönlichen Pfründe besorgt ist? Natürlich nullkommanichts, wie auch der Rennsport nicht aus den Lottokassen subventioniert wird, also gar nicht Gegenstand der reklamierten Freigiebigkeit der Lottoleute ist. Der Einsteller dieser Meldung ahnt, daß er womöglich auf dem Holzweg ist, wenn er die als positives Zeichen für den Rennsport wertet. Das stimmt nämlich nicht. Die Meldung ist höchstens ein weiteres Zeichen für die Verlogenheit, mit der der Staat und seine Diener diese Gelder monopolistisch einkassieren wollen.

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    TT (Mittwoch, 16 November 2011 18:55)

    bisher hier null Kommentar,
    ich sach mal Pferderennen ist kein Glückspiel,
    sondern Geschickligkeitsspiel,
    wer Ahnung hat,
    kann sich freuen

  • #2

    Lachnummer (Donnerstag, 17 November 2011 09:14)

    Wenn ich wetten möchte, mit meinem versteuertem Geld, was auch immer, mit wem auch immer, benötige ich mit tödlicher Sicherheit nicht die Fürsorge des Deutschen Staates.
    Der sollte sich lieber um die rigorose Spielsucht der Banker kümmern.
    Alles Affentheater.
    Zur äußersten Not habe ich einen Briefkasten in GB, ein britische IP-Adresse und ein Konto bei einer britischen Bank - Äääätsch!!

  • #3

    di (Donnerstag, 17 November 2011 15:29)

    das thema jura und seine ambivalenzen schrecken die allermeisten denker ab. es geht zuviel um zuviel schwere sachen.

  • #4

    darum ist es doch gut, (Donnerstag, 17 November 2011 18:13)

    wenn, anders als bei Frau Nachbarin, die meisten ihre Grenzen zu kennen scheinen und gar nicht erst einen Kommentar absetzen.

  • #5

    jäger (Donnerstag, 17 November 2011 19:38)

    diplomaten sollen mehr oder weniger gute spieler sein.