Dortmund

Am besten gefallen mir persönlich die Stücke über Brigitte und Dortmund, die ich natürlich nicht noch mal nachgelesen habe, um die Erinnerung nicht zu trüben. Ich weiß auch gar nicht genau, wie lange das jetzt hier vor sich geht, aber es sind einige Nachrichten zusammen gekommen. So viel steht fest. Dafür danke ich allen Schreibern sehr herzlich, natürlich auch Schreiberinnen, soweit das einschlägig war bzw. ist. Wie ich schon oft und deutlich betont habe, ist der Zweck der Übung, meine Eitelkeit zu befriedigen. Damit stimme ich nicht nur mit den vielen vielen scharfsinnigen Kritikern überein, sondern auch in dieser Qualität, die jeden Schreiber in öffentlichen Bereichen mehr oder weniger antreibt. Mir sind hier im Laufe der Zeit überraschend witzige und charmante Beiträge über den Weg gelaufen, aber leider auch sehr schwachsinnige. Somit bildet diese Kommentarabteilung getreulich die Gesellschaft der Rennsport Freunde ab, vermutlich sogar das Gemeinleben an sich.

 

Allen Schreibern gemein ist neben der Eitelkeit eine Grundsympathie für den Rennsport, eine Emphase für die Kreatur und die Menschen und die ganze Veranstaltung als inszeniertes Drama, welches man am Ende doch eigentlich ganz toll und aufregend findet. Das merkt man deutlich. Bis auf die eine Ausnahme; diese hat leider überhaupt keine Sympathie für den Sport, zeigt keinerlei Zuneigung für die Kreaturen und Akteure, keine Begeisterung für den Sport. Insofern muß man das bedauern, weil offenbar nur der Wunsch besteht, wenigstens im Negativen der Beste zu sein. Das gelingt, aber was für ein merkwürdiges Phänomen, und um welchen Preis. Immerhin eine konsequente Politik, die alles an Antipathie in Kauf nimmt für dieses extravagante Ziel. Aber es gibt wohl diese Typen ohne Gefühl, man nennt diesen Zustand Alexithymie, der sich dem Autismus nähert, ja diesem benachbart ist. Ein einigermaßen pathologischer Zustand also, was man respektieren und mit dem man umgehen muß. Ausschließen ist keine Lösung, eine Therapie jedoch sehr schwer.

 

Zur Dortmunder Rennbahn habe ich ein zwiespältiges Verhältnis; einerseits verbringe ich seit Jahren viel berufliche Zeit in Witten, was nebenan von Dortmund ist, andererseits sind die Ergebnisse von Rennen mit Beteiligung nicht erfreulich, sondern sogar niederschmetternd. Es begann gleich mit dem negativen Höhepunkt, am 2. Oktober 1999. Da lief in Dortmund im Auktionsrennen Sweet Brief, und in Longchamp Evil Empire, beide für Syndikate, an denen ich die Freude der Teilnahme hatte. Der Tag in Dortmund war naß und kalt, es wehte stramm durch die Anlage, und Sweet Brief blieb in der Geraden im weichen Geläuf stecken, als Co-Favorit. Später wurde er immerhin Dritter in Frankfurt, im Frühjahrspreis, war also ein gutes Pferd. Aber der Hammer kam dann erst, der Prix Opera in Paris. Andrasch Starke und Evil Empire hatten ein gutes Rennen, bis zum Ziel, wo vor ihnen ich glaube Gerard Dubroeucq sein Pferd ordnungsgemäß aufnahm, und Andrasch Starke es ihm nachmachte. Das war verfrüht. Denn es ging zum zweiten Ziel, dem ominösen, und bis dahin reichte es dann nur noch zum vierten Platz mit Evil Empire. Da war Herr Bruno Schütz so sauer, daß er den Schickle Laden mit lauten Flüchen voll machte, trotz Beatmungsgerät. Junge, war der sauer auf den Reiter, der aber letzthin mit Danedream alles wieder gut gemacht hat. Jedenfalls, das war ein denkwürdig beschissener Renntag damals mit trostloser Heimfahrt, der stärksten Prüfung in diesem entbehrungsreichen Sport. Geballert, Rückfahrt, Stau, Herbst. Und so ging`s dann weiter in Dortmund, Daily Impact im Winter mit Andreas Göritz, nach zwei Galoppsprüngen die Landeklappen ausgefahren, dann Durban Thunder festgefahren im Matsch, zuletzt Dashing Dandy verquer über den Golfweg und dann weg. Einzig Ingolf, der große Ingolf, hat für unsere Freundin Manuela Sohl mal eine erfreuliche Partie mit Eddie von ganz hinten gezaubert.

 

Aber Dortmund Wambel hat Charme, den einer osteuropäischen Metropole vor der Wende, und in der Klause vorne an der Straße pulsiert das Leben. Der städtische Tierfriedhof ist gleich nebenan, wie auch der für Menschen. Das schönste Konzert meines Lebens habe ich immerhin in Dortmund erlebt, Simon&Garfunkel, im Westfalen Stadion, 1981. Große Musik.

 

Da fällt mir noch eine entzückende Anekdote aus Paris ein, vom Sonnabend mit dem Prix Dollar. Also, an dem Tag mußte ich leider mit Minelle auf die Bahn, weil man sonst nicht in den Führring kommt. Ich schwitze also vor mich hin, will da rein, da kommt mir Herr Enno Albert entgegen, wie immer tadellos frisiert und englisch gekleidet vom Scheitel bis zur Sohle. Ein elastischer und unternehmungslustiger Gentleman. Er sieht mich, das Gesicht wird noch eine Spur vergnügter, fast verschmitzter, und dann die Bemerkung:

 

 "Mensch, haben se sich endlich mal nen Anzug von dem vielen Geld gekauft, was sie gewonnen haben!"

 

Und dabei war es gar kein Anzug, sondern Blazer mit Flanellhose! Aber was will man dazu  noch sagen. Der Deutsche Rennsport lebt, auch auf internationalem Niveau!

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Kommentare: 39
  • #1

    hoppeditz (Sonntag, 09 Oktober 2011 10:04)

    simon&carfunkel, in dortmund, war aber, so glaub ich im mai 1982, denn eigentlich hätte ich gar nicht hingehen dürfen, sollte mich um die übersetzung einer arbeit unseres lehrstuhls kümmern
    hab mich richtig entschieden, von dem konzert weiß ich immer noch, von den germanium-, zirkon-, hafniumsilylamiden nicht mehr viel

  • #2

    di (Sonntag, 09 Oktober 2011 10:27)

    ich glaube, daß das 81 war, weil ich in dem sommer in new york war, und das konzert im central park war zu spät, um hin zu gehen. daher dann in dortmund. aber egal. me and julio down at the school yard. grandiose bläser, richard t mit dem rollenden piano.

  • #3

    ... (Sonntag, 09 Oktober 2011 10:36)

    Dass er auch den Tierfriedhof am Rennweg, auf dem wir noch vor einigen Tagen auf einer Bank in der Abendsonne saßen, kennt, löst in uns doch großes Erstaunen aus.

  • #4

    hoppeditz (Sonntag, 09 Oktober 2011)

    togal, konzert war geil

    später hab ich noch paul simon in der gruga gesehen, mit graceland, auch nicht von schlechten eltern

  • #5

    kassandro (Sonntag, 09 Oktober 2011 11:23)

    Nicht nur die Alexithymie auch die Zampanoia ist eine Krankheit, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Sie verläuft stets chronisch und im vorliegenden Fall haben wir es offenbar mit einem besonders schweren Verlauf derselben zu tun. Ich bin wohl Schmelz' letzte Hoffnung und werde auch zukünftig mein bestes geben.

  • #6

    hoppeditz (Sonntag, 09 Oktober 2011 11:29)

    wir waren 1999 eigentlich wegen terry und tiger hill mit dem rudel in paris, stellten aber an diesem besagten samstag natürlich auch auf evil empire und waren ganz schön angefressen, denn, wie es so schön heißt, das pferd wurde dank fehlender unterstützung seines reiters an einer besseren platzierung gehindert

    putzig war dann, dass wir am montag mit a.starke und seiner begleitung im selben thalys-abteil weilten

    herrn schütz kann ich heute noch nachempfinden, der jockey hatte aber an dem montag drauf schon vergessen und ganz andere dinge im kopf















  • #7

    Lüdenscheid (Sonntag, 09 Oktober 2011 11:35)

    ich erinnere nur Frühjahr 2007 - die Zecken spielen eine Katastrophen-Saison und dann kommen die Blauen in besagtes Stadion und können mit einem Sieg Deutscher Meister werden.

    - Asa will im Fall des Falles über die B1 zu Fuss nach Hause gehen ... alles ist angerichtet, doch dann war da noch das Spiel ... Weidenweller hat Schaum vor dem Mund ... die Kartoffel-Käfer rennen in dem einen Spiel mehr, als in der gesamten Rückrunde zusammen und dann kommt Frei ... Alex Frei ...

    Lüdenscheid ist keine Stadt für mich, schön das es Leute gibt, die auch so empfinden.


  • #8

    Sie (Sonntag, 09 Oktober 2011 12:10)

    haben aber auch mindestens ein Rennen gewonnen in Dortmund. An einem sonnigen Tag und ganz ohne schwitzen...

  • #9

    Neu im Rennsport (Sonntag, 09 Oktober 2011 12:16)

    Dortmund - Winterrennen

    TRISTESSE PUR, JAMMER, NOT, ELEND,

    GAG minus weiß ich was

    Basisrennen ohne Basis

    Hört mir auf damit!!!!!!

  • #10

    hoppeditz (Sonntag, 09 Oktober 2011 12:20)

    dafür ein paar rennen im sommer mehr wären mir auch lieber, in wambel gibt es einen netten biergarten

  • #11

    TT (Sonntag, 09 Oktober 2011 12:31)

    nette Biergärten gibts auch noch woanders.
    Allerdings nur zwei Winterbahnen, die ich nicht missen möchte.Winterrennen sind auch schön und wichtig.
    Nur die Warmduscher können dem nix abgewinnen, aber die gehen ja auch nur Sonntags bei 25 Grad zur Bahn

  • #12

    donvito (Sonntag, 09 Oktober 2011 12:42)

    # 11

    dem etwas abzugewinnen setzt schon einiges an schmerzfreiheit voraus. in der einen woche gewinnt pferd a mit 18 längen um zwei wochen später gegen grösstenteils die selben pferde 28 längen achter zu sein. herrlicher sport. ganz grosses kino.

  • #13

    Neu im Rennsport (Sonntag, 09 Oktober 2011 12:47)

    Ich glaube bei Winterrennen gewinnen eigentlich nur die Aktiven, die genau wissen, wann Pferd a mit 18 Längen gewinnt.

    Der normale Rennplatzbesucher, der davon nichts weiß, kann diesen Rennen nichts abgewinnen.

  • #14

    Ebbe (Sonntag, 09 Oktober 2011 15:51)

    Sand ist eben nicht gleich Sand.

    Just upon the time - als ich noch jung war und die Miebach-Pferde noch im grünen Dress gern mit Steven Eccles gelaufen sind- bin ich am Renntag morgens die Bahn abgegagen, um zu wissen, wo der lose Sand hingeräumt wurde. Lag er aussen, gewannen halt die Frontrenner - lag er innen, hatten die Speedpferde Spass.

    Long time ago - ... wie gesagt ... when I was young.

  • #15

    di (Sonntag, 09 Oktober 2011 15:56)

    stimmt, einmal hatten wir auch unseren spaß, sogar doppelt, als Bonfire Night auch noch gewann. beste rückfahrt aller zeiten.

  • #16

    hoppeditz (Sonntag, 09 Oktober 2011 19:00)

    bevor wir an dortmund in der nacht denken müssen, hat der liebe gott uns die queen elizabeth II stks gegeben

    danedream war gestern, frankel das non plus ultra ist angesagt

  • #17

    Thorough but Unreliable (Sonntag, 09 Oktober 2011 20:35)

    an autum sweep, whooooooosh

  • #18

    nicht immer nur blabla,auch informieren (Sonntag, 09 Oktober 2011 22:00)

    frau arnold,nur zur info :der stierkämpfer hat den
    hornstoß in das gesicht,überlebt.

  • #19

    wer will die wirklich (Sonntag, 09 Oktober 2011 22:04)

    Winterrennen könnte man auch mit einer ABM Maßnahme
    vergleichen.
    Dann lieber gleich an die Unterstützungskasse spenden.

  • #20

    kassamelie (Sonntag, 09 Oktober 2011 23:24)

    wird euch schon bescheid stossen, ihr pisser.

  • #21

    kassandro (Montag, 10 Oktober 2011 10:30)

    Witziger und treffender Einfall von Blücher, Schmelz zum Pofalla des Direktoriums zu machen. Allerdings wurde dieser schlecht ausgeführt, wobei man wegen der kurzen Pofalla-Verfallszeit auch nicht lange auf eine passende Einsatz-Gelegenheit warten kann. In meine Schmelz-Strategie würde der Pofalla-Einfall allerdings überhaupt nicht passen, denn deren Grundthema ist nun mal die Egomanie. Wie in einer großen Symphonie klingt diese in ständig neuen Variationen immer wieder auf neue hervor. Allerdings hätte ich diesen guten Einfall mit donvito als Schmelz-Pofalla verwerten können. Das hätte gepasst.

  • #22

    kassandro, (Montag, 10 Oktober 2011 10:56)

    haben sie eigentlich keinen Friseur, dem sie diesen ganzen mist erzählen können?

  • #23

    kassandro (Montag, 10 Oktober 2011 11:12)

    Ich will euch doch nur zeigen, wie man einen Blog interessant gestaltet. Basalt braucht hier beispielsweise dringend Nachhilfeunterricht. Seine Antwort auf Blüchers Beitrag zeugt von ziemlicher Einfallslosigkeit. Über einen Rechtsschreibfehler beklagt sich der Arme:
    http://www.galopper-forum.de/viewtopic.php?f=74&t=2119&start=258

  • #24

    Kassandro (Montag, 10 Oktober 2011 11:16)

    benötigt keinen frisör ,20 cent reichen doch vollkommen aus um seinen pfarrer damit vollzulabern.

  • #25

    Don Kischot (Montag, 10 Oktober 2011)

    Mit Verlaub Frau Anneliese,aber Ihr Herr vom Blüchner
    ist nichts weiter,als eine traurige Gestalt.
    Momang,würde auch als Witzfigur durchgehen.

  • #26

    kassandro (Montag, 10 Oktober 2011 11:26)

    Sowohl im als auch auf dem Kopf gibt's bei mir eine ganze Menge. Mein Frisör hat da jede Menge zu tun. Zum quatschen bleibt da kaum Zeit. Bei euch scheint hingegen wenig zum schneiden da zu sein.

  • #27

    badehosen tango (Montag, 10 Oktober 2011 12:25)

    lasst doch mal endlich fürst blücher in ruhe,kümmert
    euch stattdessen lieber um den kotzbrocken aus dem harz.

  • #28

    Kuh Eylah (Montag, 10 Oktober 2011 12:43)

    Heute im 3R Compiegne Kuheylah Asil, Trainer E.Kurdu. Hört sich so türkisch an. Oder ist es nur die Kuh Eylah von Bauer Asil, die dem Pferd den Namen gab?

  • #29

    Stall Molkenkur (Montag, 10 Oktober 2011 12:59)

    1R Compiegne Ice Cone, Trainer Hefter, Stall Molkenkur. Aha.

  • #30

    Wie sollen wir unseren Rennstall jetzt nennen? (Montag, 10 Oktober 2011 13:01)

    Stall Molkenkur wäre doch sehr schön.

  • #31

    Schönheitssalon Kurmolke (Montag, 10 Oktober 2011 13:07)

    Bauer Asil liefert die Molke für eine Molken Kur.

  • #32

    Eylah (Montag, 10 Oktober 2011 13:21)

    Kuh Eylah hatte heute Nacht schlecht geschlafen.

  • #33

    Basalt (Montag, 10 Oktober 2011 13:54)

    Kassandro, Sie sollten sich lieber mal mit Ihrer rennsportlichen Weiterbildung befassen, dort ist noch reichlich Nachholebedarf.

  • #34

    ... (Montag, 10 Oktober 2011 14:12)

    Basalt muß ein Enkel oder Urenkel des großen Basalt sein. Unvergessen dessen Sieg im damaligen St.Leger.

  • #35

    kassandro (Montag, 10 Oktober 2011 14:43)

    Da applaudiert sich Basalt selber anonym. Die Dauerleier von der ewigen Ahnungslosigkeit, die sich der arme Basalt auch noch mit donvito teilen muß, ist schon schlimm. Wenn sie dann auch noch bei Beiträgen, wo es überhaupt nicht um Galoppsport geht, heruntergeleiert wird, dann kann man da nur noch vom Basaltschen Einfallsvakuum sprechen.

  • #36

    Lieber Kassandro (Montag, 10 Oktober 2011 14:48)

    Ihre Vermutung ist falsch. Manchmal liegen auch Sie mit Ihren Schlussfolgerungen ein wenig daneben.

  • #37

    Basalt (Montag, 10 Oktober 2011 15:55)

    Kassandro, ich habe Ihnen schon mehrmals erklärt, dass ich hier nur unter meinem Namen schreibe, vielleicht begreifen Sie das nun mal endlich. Da Sie sicher wieder irgendeine wilde Antwort auf Lager haben, würde ich Ihnen Allerdings raten, mal ein Wenig das Gas rauszunehmen, Sie überschatzen sich gewaltig. Wie Einige schon treffend bemerkten, als Blog-Clown zu gebrauchen, ansonsten unterirdische Beiträge.

  • #38

    rednassak (Montag, 10 Oktober 2011 15:59)

    ich hingegen schreibe unter jedem namen, der mir gefällt. z.b. jedrriss ehgtioulft. wenn man ihn übt, klingt er wie kassander rückwärst.

  • #39

    TT (Sonntag, 16 Oktober 2011 13:37)

    Basalt ist ein klugscheißernder Erbsenzähler wie ich noch aus dem Tantenforum weiß.
    Was die Winterrennen angeht ist es genauso wie mit den Provinzbahnen. Solange man trifft sind alle Rennen und Bahnen schön