Zwei aus einer Klasse

War eine rasante Ratesendung mit Klaus Havenstein im Schwarzweiß Fernseh. Zwei Schüler aus einer Klasse mußten Fragen beantworten, knifflige Probleme wie Kompassnadelfunktionen oder Durchmesser von Fußbällen und dergleichen Varia und Curiosa aus der Knabenwelt. Es ging um Schnelligkeit, damals im Nachmittagsprogramm. Gestern und heute liefen zwei aus Wöhlers Klasse 1A.

 

Waldpark hatte ein schlechtes Rennen, zappelig und rappelig, ohne jemals eine vernünftige Position unterwegs. Dazu sah es so aus, als wenn der Boden weiter außen besser war, aber von Box 2 aus konnte Eddie da schlecht hin. In der Normandie kann es wie aus Eimern schütten um diese Jahreszeit, dann scheint gleich wieder die Sonne, aber der Boden ist tückisch und trügerisch an den Rails. Dazu waren das Pferde von teilweise enormem Kaliber, so daß nur der sechste Platz raus kam in Deauville. Der andere Schüler, Earl of Tinsdal, mußte gestern ran, und gewann nach Belieben seines Reiters. Aber zwischen beiden Pferden gibt es große Unterschiede; während Waldpark ein praktischer Typ ist, nicht zu groß, nicht zu klein, der flink antreten kann, ist der andere ein Brocken, der auch entsprechend üppig galoppiert. Das sah gestern sehr gut aus, vor allen Dingen, weil das Pferd noch geradezu täppisch unterwegs war, koboldhaft und vergnügt, und noch lange nicht an dem Punkt angelangt ist, wo die Galoppade ökonomisch ist. Er schmeißt die Beine in alle Himmelsrichtungen, und so geht mancher Meter für den schieren Spaß an der Bewegung drauf. Das wird einer, wenn er ernsthaft bei der Sache ist!

 

Das Horn der Zucht bzw. des Züchters tuten, ist mittlerweile redundant auf diesem Sender, obgleich es Freude macht, die früheren Lobgesänge bestätigt zu sehen.

 

Das Loblied der Deutschen Bundesbahn kann man hingegen nur gedämpft singen, weil Pünktlichkeit und Systematik der Platzvergabe sehr zu wünschen übrig lassen. Und dann die Gäste, die sich da im Wagon breit machen, also ich muß schon sagen! In Harburg war es glaube ich, oder Hauptbahnhof, also wir saßen so gerade mal nach langem Suchen zu siebt, verstreut über die Reihen nach einem unergründlichen Nominierungsschlüssel der Sitze durch die Bahn, da ging tosend die Tür auf, und ein Schwall von Lärm brach herein über das Abteil, eine Horde von Damen so zwischen 19-25, angeführt und angefeuert von einer blonden Walküre, die eine Windmühle antreiben könnte mit ihrem Organ der Marke Foghorn. Unfassbares Gejodel und Gekeife über das Sitzplatzsuchen, dazu Rucksäcke und Brustbeutel und Sacktaschen und Sixpacks, die schwungvoll durch die Luft gewirbelt wurden und haarscharf an den Köpfen der Mitreisenden vorbei sausten, hoppla! Bis Dortmund Hbf fuhren diese munteren Mädels mit, pausenlos lärmend ohne jede Einschränkung in Lautstärke und Inhalt, Bier trinkend und Schnaps, und die Anführerin fuhr diese ganze lange Strecke, vorbei an regengetränkten Landschaften, stehend, ohne Pause! Irgendwann ging ein Ritual los, und zwar ein irres Rattern und Rasseln, das waren kleine Schnapsfläschchen, die zirka 12 Damen im Takt auf die Tische niederprasseln ließen, und dazu verdächtig Schlüpfriges grölten. Vielleicht war der feminine Teil eines Swingerclubs auf Betriebsausflug, wer weiß?

 

Auf der Bahn herrschte gähnende Leere, leider Gottes, weil es bis Mittag geschüttet hatte, wie die Taxifahrerin wusste, und es wurde nicht viel besser im Verlauf der Veranstaltung. Die Reibekuchen (Puffer) waren korrekt, der Sauerländer Wurstspezialitätenstand verschwunden, und das Kölner Bier Marke Sion verdächtig fadenscheinig in Geschmack und Wirkung. Da ist Ayinger Helles Schankbier in München ganz andere Sorte, jederzeit zu empfehlen auch als Kurgetränk und für Senioren. Als Feiergetränk schenkt man in Köln Schaumwein der Marke Vaux aus, dazu assortierte Schnittchen mit Belag.

 

Auch die Rückfahrt zieht sich dann mühsam hin, wobei natürlich eine aufgepulverte Grundstimmung herrscht, weil sich das Rennen endlos in unzählige Fragmente sortieren und diskutieren lässt, Aspekte von allen Seiten und Himmelsrichtungen erörtert werden, und dazu gab es Malbec aus Argentinien, von Catena, und Wurst- und Käsesorten. Um 12 o`clock war man erschöpft in Altona, schwülfeucht und matt. Davon abgesehen ist 2011 ein annus mirabilis für die Beteiligten, ohne Beispiel und Erfahrung.

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Kommentare: 32
  • #1

    vortritt besser als nachtritt (Montag, 15 August 2011 20:36)

    Herr Vulcan hätte mit den damen schon was anfangen können.

  • #2

    gestern eine koenigin (Dienstag, 16 August 2011 09:52)

    gestern im zug in england erlebt:
    junge dame in reihe vor uns zieht
    sich strickjacke aus. darunter
    unterhemd oder "top" wie es bei den
    damen heisst. holt sich dann
    einmalrasierer aus der handtasche raus
    und rasiert sich im zug eine reihe vor
    uns die achseln.
    dann holt sie eine flasche spruehdeo
    der marke rexona raus und sprueht sich eine
    reihe vor uns die achseln ein, wobei der
    geruch auch nach eine reihe hinter ihr zieht.
    sie steht danach zuegig auf, faengt dann aber
    noch meinen naseruempfenden blick auf und das
    ist ihr dann wohl unangenehm.
    laut ihrem facebookaccount auf ihrem handy
    heisst sie amy buckley.
    wir wollen uns nicht wiedertreffen eine reihe
    hinter ihr.

  • #3

    Kann man so sagen (Dienstag, 16 August 2011 12:03)

    Über Tinsdal steht zur Zeit die Sonne im Zenit.

  • #4

    was der diplo so alles erlebt, (Dienstag, 16 August 2011 12:18)

    nimm doch den zug noch einmal, vielleicht kommts noch zur
    intimrasur.

  • #5

    Mal wieder den Heinz spielen (Dienstag, 16 August 2011 13:34)

    Es gibt Leute und Menschen, die nicht die nötige Stamina für Gruppe1 Pferde bzw. Gruppe1 Sieger haben. Schon bei Aisgleich4 schließen sie sich auf der Toilette ein und halten sich die Ohren zu.

  • #6

    Zuchtdispositionen (Dienstag, 16 August 2011 16:32)

    Stuten von Durban Thunder könnte man dann zu Earl of Tinsdal schicken, und umgekehrt:

    Stuten von Earl of Tinsdal zu Durban Thunder.

  • #7

    Galopprennsport ist nicht alles (Dienstag, 16 August 2011 18:44)

    Schallwellen, die das frühe Universum durchwanderten, froren bei der Entkopplung von Strahlung und Materie ein.

    Nicht wirklich überraschend.

  • #8

    Im Zweifel (Dienstag, 16 August 2011 19:12)

    lag es an der Anti_Materie, einer rätselhaften Erscheinung.

  • #9

    jockey caesar (Dienstag, 16 August 2011 20:04)

    war grad in Rise of the Planet of the Apes.
    alles andere ist kalter kaffee. jeder mann
    wird ihn sehen wollen. frauen werden sagen
    wie meine : "man merkt aber schon, dass die
    affen nicht echt sind" oder : "war das jetzt
    der film des jahrhunderts fuer dich ?"
    aber sie mag den film auch. also schleppe
    sich ins kino wer gerne mag. gibt auch ein
    paar pferdeszenen auf der golden gate bridge.

  • #10

    Derbywoche 2011 (Mittwoch, 17 August 2011 10:09)

    Offenbar fordern die Manager in Hamburg noch mehr Zeit, um dieselben Fehler weitermachen zu können.

  • #11

    kassandro (Mittwoch, 17 August 2011 22:54)

    Neues aus München (im TSF aufgegabelt):
    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.aufstand-beim-rennverein-dann-ist-riem-tot.7dd6acba-4d1e-48da-81a8-4e4588afa2d5.html
    Wie erwartet, ist der Verkauf des Trainingsgeländes "alternativlos". Herr Rühl leistet allerdings - wie hier angekündigt - sehr fundierten Widerstand. Wenn man 700000€ Verlust pro Jahr rechnet, dann würde der Erlös von 64,5 Millionen für fast 100 Jahre reichen. Wenn allerdings mal so viel Geld da ist, wird es auch viel schneller ausgegeben. Vereinvorstände verhalten sich da genauso wie Politiker. Mit fremden Geld geht man eben viel großzügiger um als mit eigenem. Hier kommen dann auch die von Rühl erwähnten "dunklen Kanäle" ins Spiel. Grundsätzlich sollte der Münchner Rennverein endlich mal sparen lernen, so wie es alle anderen Rennvereine schon längst getan haben. München ist wegen der periphären Lage mehr als andere Rennbahnen auf die eigene Trainingsanlage angewiesen, um bei den Rennen genügend Starter zu haben. Die dort ansässigen Trainer haben ihre Bahn auch bislang gut unterstützt. Wenn das neue Trainingsgelände aber von der Bahn weit entfernt ist, nimmt der Heimvorteil ab. Der Trainingsstandort verliert dann Attraktivität und die Rennbahn Starter. Ich wünsche Herrn Rühl viel Erfolg bei der Organisation des Widerstandes.

  • #12

    Ich mußte an Opa Globster und Daniel denken (Donnerstag, 18 August 2011 10:40)

    Hunold legt Air-Berlin-Vorstandvorsitz nieder
    Berlin – Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold legt sein Amt zum 1. September nieder. Das teilte er am Donnerstag in Berlin mit. Übergangsweise soll der frühere Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn das Unternehmen führen.

    Wer im letzten Jahr mal öfters mit AirBerlin
    geflogen ist, dem wird im Editorial des
    Bordmagazins in regelmäßiger Wiederholung das
    Rumgeheule von Joachim Hunold aufgefallen sein.
    Alles sei zu teuer, zu ungerecht und zu nachteilig.
    Der Vulkan zu aktiv, die Steuern zu hoch, das Kerosin
    zu teuer, der Emmissionshandel zu unfair.
    Egal Service war wie immer prima und ich hatte
    einen süßen Amerikaner als Snack.

  • #13

    Die Giraffe machen! Kopf hoch! (Donnerstag, 18 August 2011 10:46)

    und die Unruhen im nahen Osten zu unruhig
    nicht zu vergessen. Egal in der Post lauter
    Rechnungen und "Preisanpassungen" gewesen.
    Aber da hilft nur eins:
    Kopf nicht in den Sand stecken und
    mehr Pferdewetten spielen!

  • #14

    Eine... (Donnerstag, 18 August 2011 13:29)

    ...süße Amerikanerin wäre mir lieber gewesen. Aber jeder Jeck ist anders...

  • #15

    Turfregel 4712 (Donnerstag, 18 August 2011 13:46)

    Ein Besitzer, beziehungsweise auch, eine Besitzerin, die sich schon in kleinsten Rennen auf der Rennbahntoilette einschließen und sich dann obendrein noch die Ohren zuhalten müssen, werden nie veritable Besitzer von Gruppe1-Siegern werden können.

  • #16

    Eva-Horsium nach Mattheus (Donnerstag, 18 August 2011 14:12)

    es geschah aber in Sorge ums
    Pferd erzählt man sich, das
    ist ehrenrührig.

  • #17

    Eimer-Trinker (Donnerstag, 18 August 2011 18:59)

    der Papst hätte mal lieber
    seine Party auf Malle am
    Ballermann abhalten sollen.
    Da stößt er mit Brot und Wein
    auf offene Ohren in Spanien.

  • #18

    zwei aus einer klasse - (Donnerstag, 18 August 2011 19:50)

    kassandro und waldpark, beide ahnungslos und unbelehrbar.

  • #19

    Goldfinger heißt "Auric" mit Vornamen (Donnerstag, 18 August 2011 19:56)

    Dax mit größtem Tagesverlust
    seit 3 Jahren angeblich wegen
    Fettfinger und heute um 23:45
    auf HR Goldfinger.
    Viel Spaß dabei @Holla.

    Ich guck um 20:15 auf Kabel1:
    "Asterix bei den Briten"

  • #20

    Der große Onkel (Donnerstag, 18 August 2011 19:58)

    P.S.
    Heute auch Pferderennen
    in Finger Lakes

  • #21

    Heute große Catella MusikParty (Freitag, 19 August 2011 00:44)

    Herzlichen Glückwunsch zum
    Geburtstag und noch viele
    unterhaltsame Abende :-)

  • #22

    Große fb Party im Hotel Wittekindshof (Freitag, 19 August 2011 02:46)

    Erkennungszeichen:
    Hufeisen am Kopf.
    Brillenträger bekommen ein Glas
    Möhrensaft gratis.

  • #23

    Für Börse und Rennbahn (Freitag, 19 August 2011 10:15)

    Sei biegsam wie der junge Bambus im Wind, geduldig wie die wachsende Reispflanze auf dem Feld und beharrlich wie der Strom des Wassers im Gelben Fluß.

  • #24

    Ich habe Bingo (Freitag, 19 August 2011 10:23)

    Philipp Roessler - FDP
    Hab ich was gewonnen?

  • #25

    Immer geneigt (Freitag, 19 August 2011 10:25)

    Die Leute sind immer geneigt anzunehmen, die jeweils herrschenden Umstände seien von Dauer. - Alle Blasen platzen irgendwann. Sie blähen sich auf, bis sich alle daran gewöhnt haben und kaum jemand mit dem Platzen rechnet.

    Unser Gold haben wir auch längst verkauft. Gold ist die nächste Blase, die platzen tut.

    Was wird die nächste Blase? Aktien hatten wir des öfteren, Immobilienblase, Finanzblase, bald die Goldblase...die Galopper bzw. Vollblutblase hatten wir auch schon, als Henry Kissinger Rennpferde als Investment empfahl und Jährlinge für über 10 Millonen Dollar auf den Auktionen den Besitzer wechselten.

  • #26

    Die nächste Blase erwarte ich am Fuß der Gattin (Freitag, 19 August 2011 10:27)

    Nun seid nicht so traurig wegen dem Dax,
    morgen hat vielleicht schon der Marder
    sein neues ZuHause in eueren Sternautos
    aufgeschlagen. Das teure Silberbesteck
    holt vielleicht die Elster und weiß der
    Kuckuck wo das Eichhörnchen die peanuts
    vergraben hat.

  • #27

    wegen des Daxes (Freitag, 19 August 2011 12:22)

    .

  • #28

    Verwirrt Verirrt (Freitag, 19 August 2011 12:41)

    Der "Ventilator" war eine
    dadaistische kölsche Zeitung.
    Dada ist das französische Wort
    für Steckenpferd.
    Ich lieb Dich nicht Du liebst mich nicht.
    Da da da

  • #29

    Was es wohl gekostet hat (Freitag, 19 August 2011 12:53)

    das Rennpferd "Sir Oscar" nach
    Macau zu fliegen ?
    Der ist viel auf Reisen. Ein
    ziemlich großes Schoßhündchen.
    Hat mir immer gut gefallen,
    wenn er in Frankreich unplatziert
    und nicht optimal eingesetzt mitgelaufen
    ist. War dann auch wohl in Deutschland.
    Racebets hatte das Tier gestern noch
    als heute rennenden Langzeitstarter
    aufgeführt. Heute wurde dieser Hinweis
    von der Seite entfernt. Der Kurs ist
    von 16:1 auf 9:1 gefallen. Soll da ein
    dickes Ding abgezogen werden?
    Hm, der Pudels Kern vermutlich:
    In Macau ist Sir Oscar ein 6jähriger Wallach,
    beim Oettinger-Rennen ein 4jähriger Hengst,
    trainiert von Toni Potters.
    Die Welt ist klein, Fettnäpfchen lauern
    überall.
    Schade, das wär ne Story geworden,
    wenn der sich noch platziert hätte...

  • #30

    Anton Potters (Freitag, 19 August 2011 13:11)

    war ein Jockey.

    Er konnte problemlos 50kg in den Sattel bringen.

  • #31

    Heute zweimal Dax (Freitag, 19 August 2011 13:22)

    Einmal auf Tal Fahrt, und ab 16.10 Uhr auch Rennen in Dax.

  • #32

    Toni Potters 2010 zur Frankfurter Rundschau: (Freitag, 19 August 2011 13:23)

    "Mit Fleiß kann man einiges
    erreichen. Ich bin noch nicht
    arbeitsmüde wie mancher Kollege.
    Jetzt muß es halt zur Sache gehen."

    Steht weiter drinne, daß der ehemalige
    Jockey erst mit 48Jahren seine
    Trainerlizenz erworben hat.