Münchner Schick

Die Krawatten Affäre ist der neueste Talk of the Town, nachdem bereits der Krawatten Club für Aufsehen in elektronischen Rennsport Kreisen gesorgt hat. Ich habe auch Krawatten, den ganzen Schrank voll, also förmlich Langbinder, wie man auch sagt, oder Schlips, wenn es mal etwas rustikaler zugehen darf. Am besten machen sich diese Kleidungsstücke aber auf dem Bügel im Schrank. Um den Hals beengen sie. Also nun die neue Krawatten Affäre, die sich in München abgespielt hat. Und die sich etwa so zutrug, wenn man der Münchner Abendzeitung und den Berichten der betroffenen Besitzer glaubt, das nämlich der Club Präsident, Herr Poth, einer Gruppe von Besitzern den Zutritt zum VIP Zelt verboten hat, wohl sogar unter Weggeschiebe oder Gedränge, jedenfalls sehr anschaulich demonstriert. Weil, so das Argument, diese Leute nicht den Kleidervorstellungen des Präsidenten entsprachen. Die sähe nämlich besonders adrette Kleider vor, weil schließlich das ein Renntag der Extraklasse sei, mit hoch mögenden Sponsoren aus dem Morgenland, für die man auch ein paar Tische zusammengestellt habe, damit die ganze Bande besser und familiärer beisammen sein könne. Nun stellt sich allerdings heraus, womöglich auch überraschend für Herrn Poth, daß er da einigen durchaus wichtigen Kunden eines ortsansässigen Trainers in die Quere gekommen ist mit seiner Demarche pro schicke Klamotten, und die sind nun sauer, nicht wahr, und wollen sich die ganze Chose mit dem Besitz und dem Training von Pferden noch mal überlegen, jedenfalls in München.

 

Das sieht jetzt nicht so gut aus, dieses Nachspiel des Clash of Civilizations, Lederhose gegen Tails and Hats, Frack gegen Panamahut. Was haben wohl die Wüstensöhne angehabt, die beliebten Einteil Gewänder aus lichtem Stoffe, wo man so schön die Unterhemden drunter sehen kann, die fein gerippten aus dem Hause Schießer, und dazu diese Seilrollen auf dem Kopf, und womöglich auch keinen Schlips um den Hals? So laufen sie oft in den Emiraten rum, das ist ihr Habit, und sie tragen das auch stolz in aller Welt, allen Dresscodes zum Trotze. Aber sie bringen auch das schöne Geld, das ist wahr, und daher dürfen die das und auch sonst dürfen die allerhand, wenn das Geld gerochen wird von den armen Schluckern aus dem Abendland. In Hamburg hat man mal ein Beduinenzelt aufgebaut oder eine Teppichburg, und dann erklang gar schauerlich die Quatarische Nationalhymne über 17 Strophen hinweg schrill und schlimm, und am Ende standen die Herren vom Vorstand mit leeren Händen da als begossene Pudel, aber dafür mit tadellosen Anzügen und Langbindern. So geht das oft mit den Herren aus der Golfregion und ihrer Entourage.

 

Nun hat also der Münchner Rennverein ein Problem, und ich frage mich bang, wie das ansonsten da gehandhabt wird, wenn man mitmacht. Muß man im Führring bestimmte Kleider tragen, oder nur im VIP Zelt, welches man ja meiden kann aus freien Stücken. Überwacht der Präsident alles persönlich, kommt es gar zu Abschiebungen unerwünscht gekleideter Gäste? Geht Lederhose mit Sacktuch gerautet, gehen Haferlschuhe genagelt? Was ist mit Dirndl für die Dame?

 

Das schöne am Rennsport, trotz allgemeiner Flaute, ist, das immer irgendwo was Spaßiges los ist.

 

PS: Mir fällt gerade siedendheiß ein, wie gut, daß Herrn Poth das nicht mit einem seiner arabischen Gäste passiert ist. "He Sie da, wo wollense denn hin mit ihrem komischen Bettlaken umherum, hä? Fasching war schon, he he he!" Das hätte gewiss diplomatische Verwicklungen gegeben, mindestens. Nicht auszudenken.

 

PPS:

 

UAE Festival Munich 10. Juli 2011

Auszug aus der Gästeliste:

  1. Mohammed Ahmed Al-Mahmood (Botschafter UAE)
  2. Mohammed A. Al Romaithi (Generalkonsul UAE)
  3. Saeed K. Bin Zaal Almuhairi (Vize-Konsul UAE)
  4. Mirza Al-Sayegh (Gesandter von H.H. Sheich Hamdan bin Rashid Al Maktoum)
  5. Rashid Sharar (Leiter des Sharjah Centre for Pupular Poetry)
  6. Volker Greiner (Vize-Präsident Emirates Airline für Nord- und Zentraleuropa)
  7. Stephanie Krinner (Corporate Officer Emirates Airline)
  8. Mara Kaselitz (Touristik-Center Dubai)
  9. Audrey Leyval (Marketing Management Shadwell Stud)
  10. Renate von Au (Vorstandsvorsitzende Süd-Chemie AG)
  11. Dr. Hubert Hörterer (Vorsitzender Internationale Ski Federation)
  12. Christa Kinshofer (Skirennläuferin)
  13. Dietmar Gunz (Geschäftsführer FTI )
  14. Wolfgang Wille (Chef Fa. Dallmayr und Ehrenpräsident des MRV)
  15. Rupert Plersch (Geschäftsführender Gesellschafter KTI)
  16. Holger Faust und Familie (Gestüt Karlshof, Zuchtstätte mehrere Derbysieger)
  17. Waldemar Hickst (Galopper-Trainer)
  18. Manfred Hofer (Agent, ehem. Champion-Jockey, Trainer)

 

PPPS:

Beim UAE Festival Day Munich - Hohe arabische Gäste in Riem

Die Galopprennbahn Riem präsentierte sich zum 1. UAE Festival Day in seinem schönsten Gewand: Das Geläuf in gewohnter 1A-Qualität, die Anlage gepflegt und geschmückt.

Die beiden oberen Etagen der Clubtribüne empfingen die hohen arabischen Gäste mit einem wohl noch nie erlebten Ambiente. Mit Hilfe der Rennbahngastronomen und der Künstler Christine G. Schübel und Mladen Simunovic wurden zwei Räume kreiert, die alle Erwartungen  übertrafen. Nicht nur der Botschafter der UAE, Mohammed Ahmed Al-Mahmood und der Generalkonsul Mohammed A. Al Romaithi fühlten sich wohl, sondern die gesamte Delegation mit dem für H.H. Scheich Hamdan bin Rashid Al Maktoum aus Dubai angereisten Mirza Al Sayegh an der Spitze genossen den Nachmittag. Obwohl schon zur Mittagszeit angekommen, blieben alle honorigen Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate bis zum letzten Rennen und überreichten die geschmackvollen Ehrenpreise.

 

 

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Kommentare: 25
  • #1

    Im Forum verlangt gar (Donnerstag, 14 Juli 2011 10:00)

    Einer die linke Hand vom Tisch wegzulassen, da die arabischen Gastgeber das als unrein empfinden. Womöglich wird man das dann mit dem Verlust dieser Gliedmasse büssen! Wo sind wir nur gelandet, wenn man im Mutterland die Regeln der Gäste einhalten muss und nicht die eigenen Regeln gelten. Oder wurde gar der VIP-Bereich zum Hoheitsgebiet von Dubai erklärt?

  • #2

    $...€ (Donnerstag, 14 Juli 2011 10:06)

    Der Besitzer muß wieder als Kunde der König werden, der er einmal war.

  • #3

    TT (Donnerstag, 14 Juli 2011 11:40)

    was bin ich froh, dass ich sowas wie Krawatten nicht brauche.
    4 oder 5 mal vielleicht in meinem ganzen Leben bei irgendwelchen Feiern, was bin ich doch frei

  • #4

    Frida (Donnerstag, 14 Juli 2011 11:51)

    Es gibt ein Kleidungsstück, das sollte man nie tragen und das ist keine Krawatte

  • #5

    Ich lach mich tot (Donnerstag, 14 Juli 2011 12:14)

    Es gibt ein Kleidungsstück, das sollte man immer tragen und das ist eine Krahwatte

  • #6

    Kassie (Donnerstag, 14 Juli 2011 12:18)

    Kassy wird das eine oder andere zu Krawatten sicher sagen können, wer sie erfunden hat, wo man sie am besten kaufen kann, bei welchen Anlässen sie man am besten tragen kann, und, und, und

  • #7

    kassandro (Donnerstag, 14 Juli 2011 13:20)

    Es ist schon fast Prostitution wie man sich auf eigenem Boden den Sitten und Gepflogenheiten der Geldgeber anpasst. Mir als VUP ist es allerdings egal, was für Dramen sich da bei den VIPs abspielen. Ich hab zwar auch ein paar Krawatten, binden kann ich allerdings keine. Wenn jemand also meint, ich könne ihn nur mit Krawatte begleiten, dann muß er sie schon selber binden. Der Schlips ist wohl das dümmste und antifunktionellste Kleidungsstück beim Manne. Die Frauen übertreffen es allerdings mit den wirklich "damischen" Stöcklschuhen.

  • #8

    rühl (Donnerstag, 14 Juli 2011 14:03)

    In Longchamp würde sich niemand in der Besitzerecke darüber aufregen, hier gehört das zum Standard.

  • #9

    In Ascot (Donnerstag, 14 Juli 2011 14:28)

    wohl auch nicht, da gingen die Besagten als allererste ins Leihhaus und würden sich die verlangten Utensilien borgen. Hier macht man einen Affentanz, niemand zwingt irgend jemanden ins VIP. Da wollen die alle von selber hin!

  • #10

    kassandro (Donnerstag, 14 Juli 2011 14:42)

    Da ist mir Hong Kong dann schon lieber:
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,774431,00.html#ref=rss
    Die brauchen auch keine Scheichs.

  • #11

    ... (Donnerstag, 14 Juli 2011 15:10)

    Alles kann man Herrn Poth nicht durchgehen lassen.

  • #12

    Ascot (Donnerstag, 14 Juli 2011 15:31)

    In Ascot würde Niemand über die Kleiderordnung Cut und Zylinder diskutieren. Hier wird alles erstmal kritisiert, weil ...
    Aber der Daily muß ja was zum schreiben haben.

  • #13

    Didi Hieferlschwanz (Donnerstag, 14 Juli 2011 15:44)

    Der schreibt, damit Gimpl wie sie was zu lesen haben.

  • #14

    Sultan (Donnerstag, 14 Juli 2011 16:56)

    echt geile nummer!

  • #15

    Der Münchner Obergimpel (Donnerstag, 14 Juli 2011 17:19)

    gibt dann immer den Dolmetscher für die Kuschel-Allgemeinheit. Diese Mal: " Die Leiden des Hubertus S. "
    So schreibt man auch nach Ausschluss im Forum. :-)

  • #16

    raccogli (Donnerstag, 14 Juli 2011 18:15)

    jetzt auch noch Seehofer

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/ministerpraesidenten-mode-die-neue-k-frage-darf-seehofer-ohne-krawatte-1.1119829

  • #17

    Turf-Cop (Donnerstag, 14 Juli 2011 18:53)

    Turf-Satirisches, im Hand-Galopp verloren . . .

    Galopper-Spuk . . . immer mal wieder zum Lachen ;)))
    Endzeit-Szenario . . . ab sofort nix mehr mit Lachen :(((

    Als letzter Turf-Cop sitze ich nun hier, undercover.
    Und komme mir vor wie der letzte Mohikaner der sein abhanden gekommenes Volk sucht.

    Auf der obersten Sitzreihe der Zuschauertribüne einer verwaisten Galopp-Rennbahn, die Farbe blättert zusehends ab, wie überall im Lande . . .

    Den Parkplatz für die Gäste kann man nur noch im zugewachsenen weiten Areal vermuten . . .
    keine bulligen Gefährte einzuweisen mit aufgemotzten Gefährtinnen, hochhackig beschuht, breitkrempig behutet. Kein dezentes Understatement. Keine Zuschauer mehr mit ihren Familien!

    Das großangelegte Oval der Rennbahn wie auch das Geläuf selbst ist nur noch Erinnerung und von Gewächsen wild überwuchert . . . kein Scharren, kein Trommeln der Hufe vor und nach dem Start!

    Ein scharfer Windzug weht das knarrende Geräusch einer offenstehenden Tür aus dem Gastboxen-Trakt herüber . . . keine Gäste mehr mit ihren Pferden, kein Wiehern, kein Rufen!

    Auch der Trainer-Bereich steht leer . . . keine Menschen, keine Pferde, keine Hoffnung, kein Leben mehr!

    Auch nicht in Blog oder Forum, keiner mehr da, auch nicht mit offenem Visier. Dem man, vorwiegend und bevorzugt als Anonymus, die befindliche Meinung geigt, kurz Aufmerksamkeit erhascht. Das Kuriositäten-Kabinett, unfreiwillig geschlossen, hat nun fertig, Flasche leer!


    Die Hausspatzen haben hier überall nun das Kommando übernommen, ein neues Domizil erobert. Sie haben „es“ schon lange von den Dächern gepfiffen, doch keiner hat ihrem Zwitschern zugehört.

    Ja, die aufziehende Gewitterfront war nicht mehr aufzuhalten, das drohende Unwetter hat Turf-Deutschland schweren Schaden zugefügt, eleminiert !!!

    Das schlingernde Schiff gekentert, in schwerer See gesunken, Wind aus den Segeln.
    Wird es je vermisst . . . wen interessiert‘s?


    Pressewirksam inzeniert damals . . . an sich die einzige Meldung die seit sehr langer Zeit von der deutschen Galopper-Front wieder für Schlagzeilen und reichlich Aufregung sorgte.

    Allerdings im negativen Sinne, über den nationalen wie sogar internationalen Live-Ticker.
    Bad News are Good News . . .

    Die Botschaft der obersten Unwetter-Zentrale war eindeutig. Und nicht als Sturm im Wasserglas zu interpretieren.
    Dunkle Wolken umhüllten schon eine gefühlte Ewigkeit den altehrwürdigen schützenswerten Galopper-Himmel.
    Ein Regentief nach dem anderen, keinerlei auch nur kurzzeitige Entspannung, wenig Auflockerung in Sichtweite. Stürmische Zeiten also und alles andere als hochsommerlich zu werten.

    Tiefe Täler wurden durchschritten, genügend Wunden geleckt, und doch alles verloren am Tag X in Raum und Zeit!

    Könnte man diese nun fragen nach dem Warum . . . sie fände gewiss keine Antwort!

    Wer trug die Schuld an diesem doch vorhersehbaren schnellen Ende, diesem Dilemma?
    Wem hätte man die Verantwortung in die wohl oftmals zu flachen Eisen schieben können?

    Lag es am Führungsstil allseits, entscheidendem Antrieb mit mangelnder Motivation und fehlenden Impulsen zur Kehrtwende? Eher wohl nicht, wer aber weiß es? Zweifler und Nörgler sollten es zuerst einmal besser machen, pro Galopp!


    Die Sonnenstrahlen fallen mir ins blinzelnde Auge mitten auf der grünen Weide . . .
    wo bin ich nur, wo schwebten meine Gedanken, war dies alles nur ein böser Traum?

    Ein vertrautes Schnauben ist zu hören, fühle weiche warme Nüstern an meiner Wange.
    Bin wieder zurück in der Wirklichkeit und alles scheint viel schöner als es vorher war!

    Die Spuren und Gene von Dschingis Khan, Königsstuhl und Monsun sind spürbar noch nicht vom Winde verweht !!!

    Eigentlich habe ich nie gezweifelt, immer daran geglaubt, gehofft . . .
    denn Vollblutzucht und Galopprennsport sind der einzige wahre Sinn meines Lebens!


  • #18

    hubertus schmelz (Donnerstag, 14 Juli 2011 21:02)

    das stimmt, das echte leben auf den koppeln und im stall und dazwischen geht weiter. kein pferd weiß um diese dinge, kein pferd kümmert sich darum. sie leben und haben hoffentlich ihren spaß, mal mehr, mal weniger. es gibt wenig besseres, und nichts, was mehr aufmuntert. wie kinder. stil, würde, klasse.

  • #19

    Schlachtenbummler (Donnerstag, 14 Juli 2011 21:25)

    die spuren und gene von dzinges khan und monsun leben in durban thunder weiter, der großmächtigen galoppiermaschine aus dem tinsTal. möge er riem siegreich erobern!

  • #20

    Sunrace (Donnerstag, 14 Juli 2011 23:09)

    Apropos Riem: Die Männer der Besitzergemeinschaft Stall Tinsdal verfügen zum Glück über original Stall-Tinsdal-Krawatten limited edition and made in Hamburg. Das möchte ich hier doch mal erwähnen.

    Und: Der Turf-Cop ist nun zum Turf-Poeten oder Poeten-Cop geworden. Stimmt aber, was er sagt. Nur: ohne gesunden Sport, bald auch keine Fohlen mehr auf der Koppel ...

  • #21

    Wir sind jetzt einfach mal positiv (Donnerstag, 14 Juli 2011 23:26)

    Wenn wir recht sehen, geht es mit Tinsdal aufwärts, nicht abwärts. Krawatten hin, Krawatten her. Seien wir einfach mal positiv, was die Zukunft betrifft.

  • #22

    Neck-o-tie (Freitag, 15 Juli 2011 07:57)

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  • #23

    ... (Freitag, 15 Juli 2011 08:17)

    Wenn Sie Ihrem Pferd vor dem Start im Führring eine Krawatte verpassen würden, sähe doch auch doof aus.

  • #24

    Jeder Jockey hat im Rennen eine Krawatte zu tragen (Freitag, 15 Juli 2011 08:27)

    auch doof

  • #25

    Kentucky Bourbon (Sonntag, 17 Juli 2011 19:25)

    heisst Whiskey.