Adi Furler

Früher war alles besser, die Pferde schneller, das Gras grüner, und Adi Furler im Fernseh, der den Galopprennsport in das ihm gebührende Licht setzte. Galopper des Jahres mit Live Gästen im Studio und echten Äpfeln, vorne rein und hinten raus. Und heute, heute ist da gar nichts mehr los im Fernseh, kein Galopp, kein Galopper des Jahres, kein Adi Furler. Die heute können es einfach nicht, der Woeste nicht und der Ostermann nicht und der Tiedtke sowieso nicht. Alles Schlafmützen, die den medialen Zug verpasst haben, der solange im Bahnhof stand und wartete und wartete, während der Schaffner Adi Furler die Tickets knipste und den Kessel heizte. Eine schöne Zeit, die die da oben sträflich verdaddelt haben.

 

Wenn es nicht vielmehr so gewesen wäre, daß Adi Furler recht eigentlich sein Privathobby hemdsärmelig ins Programm geschaufelt hätte, ohne Abstimmung oder Redaktionsbeschluß, nur Kraft seiner Stellung und Autorität und Chuzpe. So war es nämlich, und der Rennsport hat insofern davon profitiert, als er einen Fan hatte, der überhaupt nicht den Mainstream repräsentierte, sondern eine sportliche Randerscheinung, die er brilliant präsentieren konnte. Er konnte das, wie auch Arnim Basche oder Volker Tietze. Das waren personelle Glückstreffer, die nicht selbstverständlich waren, und nicht der Sport hat die gemacht, sondern umgekehrt. Es gab damals Berichte über Motoball, Radball (die Gebr.Pospichil) und über Ping Pong, Eberhard Schöler mit Kassengestell weit hinten in der Turnhalle, wie er einen nach dem anderen Ball ächzend aus den Ecken kratzte. Es gab Sportarten zu sehen, von denen man heute nicht mehr weiß, daß es sie gab, geschweige gibt. Und eine davon war Rennsport, unter anderem Delmonica Hanover, 1974 im Prix d`Amerique. Eine zeitlang gab es das Bobbele äh ich mein, aber selbst den haben sie irgendwann mal abserviert, als die Luft raus war. Seitdem ist das Tennis Stadium am Rothenbaum eine Ruine. ambuDer Rennsport hat das Schicksal vieler Randsportarten erlitten; einst aufgrund günstiger Sternkonstellation im Rampenlicht, dann wieder in der Versenkung verschwunden, als der einzige Fan beim Fernseh weg war. In 1999 kommentierte der begnadete Mann noch mal das Derby, aber da waren die Detailkenntnisse schon ziemlich verwässert und zerfranst.

 

Insofern halte ich das allgemeine Gejammere über die heutigen Zustände zwar für nachvollziehbar, aber wenig analytisch. Der Sport braucht gute Lobbyarbeit beim Fernseh, aber auch Leute, die das da umsetzen können.

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Kommentare: 18
  • #1

    Wonneproppen (Mittwoch, 09 Februar 2011 17:39)

    Danny-smart hat auch schon Fernsehen kommentiert. Nicht bloß Telewette, sondern im "Hauptprogramm".

    Das kann er nämlich, wenn er will. Im Gegensatz zu Zuchtempfehlungen in Leitartikelchen geben ("Mut zum Risiko") in seinem eigenen Postillen-Gärtchen.


    Neulich bei der Sport-Schau-50-Jahrfeier konnte man sehen, wie Adi Interesse weckte auch bei Newbies. Da steht er mit Wewering und einem anderen Fahrer vor dem Rennen an einer Geläuftafel und diskutiert mit denen Renntaktiken.


    Sowas Ahnliches macht heute Estefania Köster, wenn sie im DSF im flotten Outfit den newbies Poker beibringt.

  • #2

    hoppeditz (Mittwoch, 09 Februar 2011 17:44)

    unvergessen fritz klein, der vater von hänschen klein, deutschlands kleinstem riesen, bzw. größtem zwerg, der immer und immer wieder und nur zu buchmacher albers schaltete, wofür ich mich heute noch abgrundtief für ihn schäme, aber vielleicht war er ja in siebter ehe mit dessen großnichte verheiratet, oder hatte gar ein intimes verhältnis mit einem buchmachergehilfen

    der aufreger eines jeden derby-meetings

  • #3

    di (Mittwoch, 09 Februar 2011 17:55)

    der kugelblitz vom rothenbaum nannte man ihn wohl enthusiastisch. herr adi war im übrigen wie viele leute vom funk und fernseh ein eitler und kapriziöser mann, was aber wohl zum beruf gehört.

  • #4

    Fritze Flink (Mittwoch, 09 Februar 2011 18:25)

    Delius ist nicht massentauglich, arroganter, humotloser Dandy. Der passt im besten Fall in den BBAG-Auktionsring.

    Nehmt Fr. Bresges-Jung. Die ist nicht überkandidelt, sondern natürlich-nett, kann wunderbar sprechen und weiß, wovon sie redet.

  • #5

    Dicke an die Macht (Mittwoch, 09 Februar 2011 18:56)

    Adi konnte auch Billard, am liebsten Dreiband, und jeder Sport-Schau-Kucker kannte Rene Vingerhoedt und Raymond Ceulemans.

    Dafür gibts heute Snooker auf Eurosport und die Spieler heißen meistens Davies. Estefania hat man da noch nicht gesehen, Bobbele auch nicht. Der spielt lieber Poker, wenn ihm seine Mädchen Zeit lassen. Was wurde eigentlich aus Setlur?

  • #6

    di (Donnerstag, 10 Februar 2011 08:47)

    stimmt, ceulemans im cadre 47/4 aus einer verräucherten kneipe in brügge oder recklinghausen. kamera zentral über dem tisch, ceulemans demonstriert noch ein paar trick stöße. oder der schlagersingende weltmeister im sandbahnfahren, egon müller. es gab wirklich für jeden geschmack was.

  • #7

    Lasst dicke Männer um mich sein (Donnerstag, 10 Februar 2011 11:21)

    Zurück zum Wesentlichen:

    Jetzt ist TV die In-Sau, die durchs Dorf getrieben wird. War neulich noch nicht opportun, obwohl seit Jahren in Foren gefordert, weil nicht präsentabel in der Desolatheit des Sports und außerdem fehlen die Geldmittel.

    Die bemerkenswerteste Info aus der Pressekonferenz bliebt dabei unbeachtet: "Geld dafür ist da"!

    Woher plötzlich, wer finanziert was? Ist doch sonst überall Ebbe in der Kasse. Dietmar Schott wurde vor einigen Jahren noch übel beschimpft als er sagte, was es kostet und wie man es finanzieren könnte. Und vor allem: warum fragt keiner der anwesenden Fachpresse-Vertreter dazu nach? KG ist sonst so investigativ, seine Kollegen bemühen sich zumindest um diesen Anschein.

    Wat sachst denn du dazu, St. Hubertus, hasse dat nich mittekrieggt?

  • #8

    Hubsi-Fan (Donnerstag, 10 Februar 2011 12:32)

    Ja, dass hat DI übersehen.

    Auch er macht sich seine Wahrheiten nach Sympathie und drückt ein Auge zu, wenn seine neuen alten Freunde berichten.

  • #9

    Sport-Schau-Fan (Donnerstag, 10 Februar 2011 12:57)

    und immer ritten HGW, Tiedemann, Schridde, Söhnke, die Schockemöhles und der liebe Herr Neckermann für Deutschland in ihren langweiligen Pferdesportdisziplinen.

    Manchmal funkten die uniformierten D'Inzeos, die die Stallburschen liebten, aber das sagte man damals noch nicht, und der elegante Pessoa Nelson dazwischen.

    Das übertrug dann nicht der Adi, sondern der Hans-Heinrich Isenbart mit seiner ehrfuhrtgebietenden Stimme, die allerdings Ähnlichkeit mit Rennbahnkommentator Heicke ("Notieren Sie die Vorwetten für das 3. Rennen!") hatte.

  • #10

    di (Donnerstag, 10 Februar 2011 16:41)

    raimondo und piero, immer im outfit der garde ulanen. viel filz und leder. mein lieblings reiter war hartwig steenken mit Simona. er trank sehr viel, oft im turm, einer kneipe in der alten stadtmauer von hannover. da wars dann mal zuviel, da stand dann ein baum im weg. aber wen die götter lieben, den holen sie früh.

  • #11

    kassandro (Donnerstag, 10 Februar 2011 17:37)

    So einfach kann man es sich nicht machen und einfach einen Galoppsport-besessenen Moderator und Kommentator für die einst sehr gute Medienpräsenz verantwortlich machen. Immerhin waren Galoppsport-Rennen vorher schon sehr gut in den Kino-Wochenschauen vertreten. In den 50er und auch noch in den 60er Jahren waren lange Liveübertragungen noch nicht möglich oder noch zu aufwendig. Da waren die kurzen Galoppsport-Clips eine ideale Sache. Heute ist der einstige Vorteil ein großer Nachteil. Wenn das Fernsehen groß anrückt, dann möchte es mehr als ein paar Minuten "herausholen", weil sich sonst der Aufwand nicht lohnt. Fürs Internet wiederum ist die Kürze der Galoppsport-Events sehr gut und hier liegt auch eine große Chance. Ich hab deshalb der Derby-Tabelle auf Wikipedia eine Video-Spalte hinzhugefügt, so daß jeder Leser mit einem Klick das zum jeweiligen Derby gehörige Youtube-Video abrufen kann. Fahlen tut mir noch das Schiaparelli-Derby. Wenn also jemand einen entsprechenden Clip hat, dann bitte hochladen. Ansonsten habe ich mittlerweile alle Derbys seit 1995 so verlinkt. Natürlich wären auch ältere Derby-Clips interessant. Da habe ich bislang nur das Acatenango-Derby (noch von Furler kommentiert). Ich werde das nach und nach auch mit anderen Wikipedia-Rennen machen. In dieser Hinsicht könnte auch das DVR recht einfach und billig für mehr Medien-Präsenz sorgen. Auf der Pressekonferenz angesprochen wurde ja schon die völlig veraltete Technik. Galoppsport ist hervorragend für HD-Video geeignet. Da könnte man mit wenig Aufwand eine Menge erreichen. Man sollte auch intensiv mit einem Video-Hoster, ideal wäre natürlich Youtube, zusammenarbeiten. Hier könnte man auf längere Sicht eine Medienpräsenz erreichen, die das ganze auch für Sponsoren interessant macht. Man muß dann natürlich selber die Videos hochladen und darf das ganze nicht anonymen Urheberrechtsbrechern überlassen.

  • #12

    Fettsücht-Tiger (Donnerstag, 10 Februar 2011 17:49)

    Danke, kassandro.

    "Unsere Großkopfeten" haben es mehr mit der großen Politik und visionärem Geschwafel.

    Konkrete Umsetzungen und solide Hand- und Hirnarbeit ist nicht deren Ding. Ist auch verdammt mühsam. Man kann man noch Fehler machen, die dann jeder Troll erkennen kann. Warum sich mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen abgeben?

  • #13

    Zockerschreck (Donnerstag, 10 Februar 2011 18:12)

    gebt di keine chance an den wichtigen fragen herum zu scharwenzeln. das kann er, die meute auf nebenkriegschplätze und in die irre leiten.

    woher kommt plötzlich das geld für fernsehn, sag an?

  • #14

    Aufgeplusterter Ringelwurm (Donnerstag, 10 Februar 2011 20:02)

    Oh ne den hu sar mit den vie len oft we chs eln den na men is ses wahn sin nig lang wei lig hier.

    so äh nli ch wie bei die he pp ler, die ab er viel mehr in ne fe rn seh en gez ei gt wer den

    nix capisco? selbst schuld.

  • #15

    Salzstange aus dem Schneider (Freitag, 11 Februar 2011 18:38)

    Ich soll herzliche Grüße
    von Eberhard Schöler bestellen.
    Nach Feier seines 70sten
    Geburtstages im Dezember letzten
    Jahres in Düsseldorf kündigte
    er an noch wenigstens 21 Jahre
    weiterzuspielen.

  • #16

    Seevogel (Freitag, 11 Februar 2011 22:34)

    Und hier sind noch Derbys von Alarich, Baalim etc.

    http://blog.shibashuji.com/article/37939624.html

  • #17

    British Pathe (Freitag, 11 Februar 2011 22:52)

    Hier sind Deutsche Derbys aus den 1960ern.

    http://www.britishpathe.com/results.php?search=german+derby

  • #18

    di (Samstag, 12 Februar 2011 10:51)

    vielen dank für die hinweise zu den derbies. wer weiß, wo es das derby von 1973 gibt, mit Athenagoras? ein erfolgreicher hinweis würde ewige dankbarkeit bedeuten.