Bold Silvano

Langsam kommt die Saison der besseren Rennen in Gang; gestern Donn Handicap in Gulfstream Park, am Donnerstag in Meydan ein Gruppe III Rennen. Der Sieger Bold Silvano sah sehr beeindruckend aus. Soumillon hat ihn auch so geritten, arrogant und von vorne weg. Nach Proudinsky und Mi Emma wieder einer von Silvano, der fast 100 Kilo kann. Ich glaube, er kann auch den Dubai World Cup. Leider sind die Kurse schon sehr kurz. Das haben auch andere gesehen. Wer es noch nicht gesehen hat, kann es weiter unten tun. Es lohnt sich.

 

Wie lange sich Dubai bzw. der Ruler Mohammed al Maktoum wohl noch den Privatspielplatz Meydan leisten kann? Erst war die Kohle weg, und alle müssen nun selbst für die Gestehungskosten aufkommen, und jetzt ist die arabische Welt auf dem Demokratie Trip. Es mag in Dubai und den VAR generell keine Volksmassen geben, weil die arbeitenden Massen aus Pakistan und sonst wo herkommen, aber so ganz spurlos wird das alles auch bei den Leuten in Dubai nicht vorbei gehen. Ein Anachronismus in jeder Hinsicht, wie auch die güldenen Wasserhähne und die schwimmenden Eilande mit den Plastikpalmen. In Sharja haben sie venezianische Kandelaber an der spärlich befahrenen Magistralen, direktemang über künstlichen Lagunen. Ein spießiges Träumchen, ein Alpträumchen. Man sieht daher auch nicht mehr so viele Ausländer in den Starterlisten, wenn man mal von De Kock absieht, der aber mittlerweile örtliche Brötchengeber hat und somit fast domestiziert ist. Dazu kommen die klimatischen Vorteile der Pferde, die aus dem Südafrikanischen Sommer kommen, und schon funktioniert diese Überlegenheit. Wenn man da mit Verdienst rauskommen möchte, empfiehlt sich folgende Rechnung: Pferd hinkarren, möglichst drei Monate vorher, Stallpersonal, selber hinfliegen für die Rennen plus Trainer. Also muß man mindestens ein 100.000er Handicap gewinnen, besser Liste oder Gruppe. Und sie zahlen in US $, nicht €. Gegen die scharfen von De Kock und Ets. Godolphin. Keine billige und leichte Übung. Und danach ist das Pferd erstmal alle.

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Kommentare: 8
  • #1

    Alfred Ekel (Sonntag, 06 Februar 2011 14:26)

    Bitte keine Ablenkungsmanöver. Selbst wenn das deine Stärke ist.

    Kein Wort zu Göhners Brief? Warum bist du nicht darauf gekommen und hast deinem DVR-Amigo nix gesagt? Tietge ist nix ohne deine Hilfestellung.

  • #2

    kassandro (Sonntag, 06 Februar 2011 18:10)

    Arrogant war der Ritt nicht. Bold Silvano ist einfach stur innen den kürzesten Weg gegangen. Das ist auf dieser Bahn mit kurzer Zielgerade die beste Strategie. Da haben die Speedpferde schlechte Karten. Insgesamt ein sehr lockerer Sieg für den Silvano-Sohn. Richtig erkannt haben sie den klimatischen, ich würde lieber sagen saisonalen Vorteil der südafrikanische Pferde gegenüber den Europäer ist, die noch fast das Winterfell drauf haben. Dieser Effekt wird sich bis zum Finaltag sicher etwas verringern.

    Dubai hat zwar den Finanz-GAU verhindert, aber die Lack ist ab. Das schnelle Geld fließt dort nicht mehr so leicht herein. Die Glücksritter schauen sich anders wo um und für seriöse Investoren ist dort sowieso nichts zu holen. Wenn das Öl in den umliegenden Emiraten zu Ende geht, dann geht es unweigerlidh auch mit Dubai zu Ende, das selber kaum Öl hat. Eine Zukunft ohne Öl kann es dort nicht geben.

  • #3

    godolphin (Sonntag, 06 Februar 2011 18:43)

    Arrogant fand ich den Ritt auch nicht. Soumillon hat kontrolliert, Hernando hatte er im Griff, umgeguckt, die andern aufmarschieren lassen, Pause und dann in den Einlauf rein gelöst.
    Aber das Dubai und die anderen Emirate ein Problem wg. dem Öl bekommt, glaub ich weniger, das wissen die und haben ihre Petrodollar längst investiert. Die haben wirklich ein größeres Problem mit der Demokratiebewegung. Und irgendwann werden die Pakistanischen Fremdarbeiter nach Hause fahren. Wenns dort losgeht, dann hat die ganze Welt ein Problem.

  • #4

    di (Sonntag, 06 Februar 2011 19:02)

    das arrogant ist nicht so ganz ernst gemeint, sondern soll den grad der überlegenheit illustrieren, die soumillon wie ich finde deutlich und von anfang an zum ausdruck gebracht hat.

  • #5

    kassandro (Sonntag, 06 Februar 2011 19:41)

    Ich weiß nicht, ob das wirklich eine Demokratie-Bewegung ist. Wenn man genau hinhört, dann skandieren die agyptischen Demonstranten ständig "Allahu Akbar" und das ist der Schlachtruf der Islamisten, obwohl "Allahu Akbar" mitunter auch von weniger radikalen Mohammedanern benutzt wird. Für mich verhält sich der Westen hier ähnlich dämlich wie seinerzeit beim Schah als sie dem Khomeini ein herlich bayrisches "Komm eini" entgegengerufen haben.
    Die Investitionen werden den Golfstaaten nichts nutzen. Sie werden nur den Niedergang ein bißchen verzögern. Der Boden ist absolut menschenfeindlich und dann kommt noch der wirtschafts- und wissensfeindliche Islam hinzu. Da drängt sich mir einfach der folgende Reim auf: "Nur noch Beduinen zwischen den Ruinen"

  • #6

    godolphin (Montag, 07 Februar 2011 10:29)

    Die islamistischen Stömungen sind vorhanden. Aber El Baradei ist kein Ayatolla der den Gottesstaat nach Agypten bringt. Ein Nobelpreisträger, in NY u. Genf promoviert, der im Exil leben muss! Ich höre wenig Protestler nach dem Ayatolla rufen. Ich hab auch keine verbrannten US Fahnen gesehen. Eher Protestler, die westliche Journalisten schützen.

  • #7

    kassandro (Montag, 07 Februar 2011 22:49)

    Ich kenne mich dort nicht aus und bin nur ein Beobachter, der sich noch keine endgültige Meinung gemacht hat. Es fällt allerdings auf, daß von der Demokratie-Bewegung nur prowestliche Despoten betroffen sind. Bei Gadaffi z.B. tut sich überhaupt nichts in Sachen Demokratie. Mittlerweile gibt es auch aus dem westlichen Lager intelligente Stimmen, die erkannt haben, daß schnelle Wahlen in Ägypten nur einen Sieger haben können: Die Moslem-Bruderschaft, denn nur diese verfügt über einen großen Organisationsapparat.

  • #8

    232! ? (Mittwoch, 09 Februar 2011 00:42)

    232 ! ?