Sprachprobleme

Eigentlich gehören hier nur Pferderennsachen hin, aber weil die Lage mal wieder so ernst ist, und weil das folgende so geradezu idealtypisch ist, soll ausnahmsweise mal eine Ausnahme gemacht werden. Die Deutsche Bank hat sich also kriminell verhalten, was angesichts der vielen kriminelle Praktiken von Banken nichts weiter Aufregendes ist. Sie hat einen Deal mit der Staatsanwaltschaft gemacht, demzufolge das Haus 550 Millionen Dollar zahlt, gegen Einstellung des Verfahrens. Peanuts, no big deal. Aber die ergänzende Mitteilung zur Bilanz bzw. zum Ergebnis ist doch sehr sehr einmalig, und geht wie folgt:

 

Nach Angaben des deutschen Bankenprimus wurden für die gesamte Summe "angemessene Rückstellungen" gebildet, so dass der zu zahlende Betrag "keine Auswirkungen auf das laufende Ergebnis nach Steuern haben wird".

  

Das muß  man sich auf der Zunge zergehen lassen, das muß man genüßlich nachschmecken.

 

Ist es nicht erstaunlich, daß eine Zahlung von 550 Millionen, auch wenn es nur US $ sind,  keine Auswirkungen auf das laufende Ergebnis hat? Ich meine, wenn jemand 550 Millionen zahlt, also hergibt, ohne Geld zurück, einfach mal so, dann soll das keine Auswirkungen auf das Finanzergebnis haben? Junge Junge, diese Sprache hat sich doch sehr verselbstständigt, diese völlig verirrte Selbstwahrnehmung geht doch noch sehr viel weiter, als das bisher angenommen werden mußte. Und solche Schoten stehen tagtäglich in den Medien, angefangen von den unzähligen Teams und Partnern, die sich um uns bemühen und dabei kein Wässerchen trüben können, bis hin zu den leidenschaftlichen Leistungsträgern, die alles aus Sympathie nur machen den Menschen zu Gefalle. Und angesichts solcher Verarschungen, man denke an die monströsen Abwiegeleien und Abwimmeleien einer winselnden und frömmelnden Kirche verwundert es nicht, daß schwarz allerorten weiß wird und dunkel zu hell mutiert, und daß sich auch Ganzturfdeutschland im Aufwind sieht und die Zuchterfolge weltweit für Aufsehen sorgen, wenn nicht gar für Kenntnisnahme. Die Sprache verrät die Gedanken, und an der Sprache erkennt man den Fall.

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Kommentare: 8
  • #1

    rühl (Donnerstag, 23 Dezember 2010 12:31)

    vielleicht sind dies die 500 Mio€ die Lichtenstein
    über die Deutsche Bank an den Fiskus zahlen muß.
    Und wie man Herrn Ackermann kennt, hat er sicher
    seine Beziehungen spielen lassen,dass diese Kohle in die Bücher der Bank kommt !
    Frohe Feiertage und Hals und Bein in 2011, ihnen Herr Schmelz und allen Turffreunden .

  • #2

    Ichmeinjanur (Donnerstag, 23 Dezember 2010 20:02)

    ohne Kommentar:

    http://www.youtube.com/watch?v=hI_iMEiSykA&NR=1

  • #3

    Daily Double Wette (Donnerstag, 23 Dezember 2010 21:11)

    Sehr beliebt in Schweden. Umsatz heute 8 Millionen Kronen. Ca. 800.000 Euro.

  • #4

    Zusammengeklumpt (Freitag, 24 Dezember 2010 09:32)

    Josef Ackermann befindet sich mit seiner Deutschen Bank ziemlich am Rande der Milchstrasse...Milliarden von Sonnen als Galaxie zusammengeklumpt...Milliarden Milchstrassen mit Milliarden Sonnen...im All...dazwischen viel und weite Leere, viel leere Weiten.

  • #5

    kassandro (Montag, 27 Dezember 2010 17:55)

    Da ich nicht auch zu Weihnachten ihnen ihre hohe Selbsteinschätzung verderbe wollte, habe ich mit meinem Kommentar bis heute gewartet.
    Die von ihnen beanstandete Phrase ist keineswegs irgendwie außergewöhnlich sondern wird praktisch immer benutzt, wenn ein börsennotiertes Unternehmen außergewöhnliche Aufwendungen hat. Man will dadurch nach dem Motto "Ein gutes Unternehmen sorgt vor" die Anleger beruhigen. Richtig ist, daß Unternehmen - wenn es das Umfeld erlaubt - Rückstellungen für außergewöhnliche Aufwendungen jedweder Art bilden. Im Nachhinein behauptet man dann natürlich, daß man genau für das momentane Ereignis schon Vorsorge getroffen hat.
    Das ganze hat sich in den USA abgespielt. Die Deutsche hat da sicherlich nichts kriminelles begangen, aber die US Justiz ist unberechenbar und besonders ausländische Unternehmen kassiert man gern ab. So mußte auch Siemens 1 Mrd. Dollar für Bestechung völlig außerhalb der USA zahlen. Siemens einigte sich wie die Deutsche Bank mit dieser Mafia-Justiz und benutzte natürlich genau dieselbe Phrase.

  • #6

    Lila Luxemburg (Dienstag, 28 Dezember 2010 17:31)

    Sich über die DB wundern, wenn seit Jahren die Führungsspitze des dt. Galopprennsports sich zu jedem erdenklichen Scheinerfolg gegenseitig und selbst auf die Schulter klopft - wo bleiben da die Maßstäbe?

    Übrigens, die "Ackermänner" können Rückstellungen bilden und so Gewinne der Besteuerung zunächst einmal vorenthalten - wann hat man dies zuletzt in unserem Sport gehört? Oder kannl jemand was zu "schwarzen Kassen" sagen?

    Ja, natürlich, für "unsere Jungs" waren mühsam zusammengekratzte 4 Mio. nach avisierten 15 Mio. schon ein Riesenerfolg. So bescheiden und solide in ihrem Erfolgsstreben sind sie halt.

    Völker, hört die Signale!

  • #7

    cropffire (Dienstag, 28 Dezember 2010 18:59)

    Einfach gut, bei McUbertus ist es einfach gut!

    Da könnte selbst der Henkelmann noch von lernen - aber ob der AT und die anderen Jacobs-Brüder auch?

    Unser Osterlamm gib' uns sonntäglich und minstegens auf G2-Level, amen.

    Wat meinste Du denn dazu, fromme Schwester Christa von Riebelseel? Soll der Meisner auch nach Weidenpesch kommen, am besten gleich mittem Bennedetto?

  • #8

    Die Katzi-Petra (Dienstag, 28 Dezember 2010 22:13)

    völlig irrige Selbstwahrnehmung

    Hört, hört! Aber so etwas gibt es gottlob im einzig wahren Sport natürlich überhaupt nicht.