Winterrennen

Winterrennen werden seit Jahren in Dortmund und Neuss abgehalten; auf Sandbahnen, euphemistisch Allwetterbahnen genannt, die in ihrem Zustand je nach Wetter von halbwegs akzeptabel bis katastrophal reichen. Es laufen so genannte Spezialisten und Pferde, die auf Gras nicht so richtig gut sind. Früher gab es vereinzelte Renntage im Winter auf Gras, und keine Sandbahnen. Es war Winterruhe. Jetzt sind Schlamm und Matsch und fliegende Teile zu beobachten, dazu jede Menge Amateurreiter. Der Sport ist spartanisch und rau, und Zuschauer sind nicht richtig dabei. Warum macht man das, wer macht das?

 

Es veranstaltet das alles der Sport insgesamt, also ein Konglomerat aus RV vor Ort, dazu mit Mitteln die BGG sowie die Wirtschaftsdienste als liquide Stelle. Es werden Totalisatoreinnahmen in geringerer Höhe einkassiert, weil der Außenwettanteil sehr hoch ist, und es werden Bildrecht Einnahmen weitergereicht. Dazu Nenngelder. Insgesamt soll sich das im Großen und Ganzen rechnen, also ohne Verlust ablaufen. Das wäre schön.

 

Im Wesentlichen sollen zwei Aspekte gefördert werden. Zum einen die Möglichkeit für Aktive der zweiten Reihe, sich Einnahmen zu verschaffen, zum anderen die Versorgung der Buchmacher und Wetter mit Stoff – für die einen auf vertraglicher Basis, für die anderen auf Gewohnheitsbasis.

 

Soweit, so gut. Am Renntag muß eine Bahn in renntauglichem Zustand präsentiert werden, d.h., es müssen Leute vor Ort arbeiten, und zwar wegen des Winterwetters mehr und intensiver als während der Grassaison. Es müssen im berühmten Backoffice Dinge verknüpft werden und Strukturen organisiert werden, es müssen schnell Entscheidungen getroffen werden, wenn das nächste Tief aus Sibirien seinen Kurs ändert. Es muß erheblicher Aufwand betrieben werden, damit es funktioniert. Das machen nicht nur hauptamtliche Geldempfänger, sondern auch viele Ehrenamtliche, sowohl vor Ort als auch woanders in der Kette.

 

Das sollten Kritiker, die sich letzthin vehement über Abläufe und Erscheinungen in Dortmund beklagt haben, bedenken. Diese Rennen werden auch und vor allen Dingen von der Gesamtheit des Sports für eine Minderheit finanziert und organisiert, was keine Selbstverständlichkeit ist, sondern subventionierte Politik. Dafür sollte man den Leuten, die das machen, erstmal dankbar sein. Wer meint, es besser zu können, soll zur Schneeschippe greifen und loslegen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Den jenigen welche (Montag, 13 Dezember 2010 09:51)

    Eine kontemplative Pause, wie früher, wie damals, täte allen vielleicht ganz gut, auch denjenigen, welche sie nicht schöpferisch nutzen wollen.

  • #2

    kassandro (Dienstag, 14 Dezember 2010 19:06)

    Was kümmert mich mein Geschwätz vom 5. Dezember kann man zu diesem eigentlich vernünftigen Beitrag sagen.

    Ein anderes Thema: Einige U-Boote hoffen ja, daß ich mich eines Tages zu ihnen gesellen würde, aber da wird noch eher Godot im Forum auftauchen als ich. Auch den von ihnen vermuteten Wiedergänger gibt es nicht. Es gebietet einfach mein Stolz, daß ich mich nach dem nicht gerade fairen Rausschmiß dort nicht wieder reinschmeißen möchte. Nur ihnen zuliebe würde ich eventuell noch einmal in das Forum zurückkehren, aber auch dann nur auf ausdrücklichen Wunsch der Forumschefin. Momentan besteht dazu allerdings kein Grund, denn auch ohne mich schaffen sie es nicht in die ersehnte Rolle des Platzhirschen zurückzukehren. Mein Wirken im Forum war also doch nicht ganz umsonst.
    Lustig finde ich ihre Beteuerung, daß sie angeblich keinen Posten beim DVR anstreben. Viele ihrer Beiträge hier geben doch ein beredes Zeugnis, wie gierig sie darauf sind. Nicht nur beim DVR sondern auch auch beim HRC möchten sie gern ganz groß mitreden. Leider haben sie sich da etwas zu früh gefreut, denn auch 2011 scheint der HRC wieder eine respektable Derby-Woche auf die Beine zu stellen. Im Gegensatz zu ihnen wünsche ich den Verantwortlichen dazu alles gute, und wenn das Wetter passt werde auch ich wieder mein kleines Schärflein dazu beitragen.

  • #3

    U-Boote hoffen ja - nur einige, nicht alle. (Dienstag, 14 Dezember 2010 22:46)

    Wortklauberei findet man häufig bei Personen mit Asperger-Syndrom oder anderen leichten Formen von Autismus.

    In extremen Fällen kann Wortklauberei abstoßend und beleigigend wirken.