Personal

GaloppOnline.de: Soll Klaus Zellmann, der auf diesem Gebiet offenbar in Baden-Baden höchst erfolgreich ist, auch über die Bücher in Hamburg schauen?

Eugen-Andreas Wahler: Warum denn eigentlich nicht. Unsere Bücher sind ja keine Geheimnisse. Wir sind bekanntlich unseren Mitgliedern verantwortlich und ob nun vierhundert oder vierhundert und eine Person da hinein schauen, ist doch eigentlich ziemlich egal. Wenn wir dadurch einen positiven Effekt haben, ist das doch nur gut.

 

 

So sah das der Präsident Wahler im Oktober 2004, und man fragt sich, was sich seither geändert hat, um sogar den vierhundert Mitgliedern, denen er auch nach eigenem Verständnis vornehmlich Rechenschaft schuldet, diese im Jahr 2010 beharrlich nicht zu geben.

 

Auch sonst wird man in der eigenen Erinnerung und in den diversen Interviews und Berichterstattungen in Fach- und Lokalpresse immer wieder fündig, wenn es um den Niedergang des HRC geht. Es begann recht eigentlich mit dem Sturz des vormaligen Präsidenten Franz-Günther v. Gaertner, den man coram publico und unter Zuhilfenahme der Lokalpresse Abendblatt aus dem Amt drängte, weil er angeblich den Fall Gudert zu vertreten habe, der ebenfalls dramatisch via Interview Abendblatt in die Nähe von Unterschlagung gerückt wurde, was dann aber kleinlaut von Herrn Wahler mit Vergleich und Zahlung an den Geschaßten wieder einkassiert wurde. Da war er also Präsident geworden, wobei er kokett einem Reporter anvertraute, er habe sich nicht um das Amt beworben, sondern sei vom Vorgänger dazu gedrängt worden. Wer Herrn Wahler kennt, zweifelt keine Sekunde an dieser Wahrnehmung, zumal mit dem Ausscheiden von Herrn v. Gaertner auch dessen Geldtasche ausschied, was sehr viel Sinn macht in dieser famosen Geschichte vom selbstlosen Diener des Clubs.

 

Dann kam die Ära En Garde, also die professionelle Vermarktung des Meetings durch die Agentur, die auch im Springsport zuständig war und ist. Leider war dieses nur ein Intermezzo, und wiederum gelang es Herrn Wahler, den schwarzen Peter an andere zu schieben, die angeblich, nicht wahr, alles erledigt wortreich andeutend, daß was mit den Zahlen nicht stimmt, was schon damals nie belegt wurde.

 

Danach wiederum erschien aus dem Zylinder die Agentur Beyer, der neueste Coup diese Vorstands, das Prunkstück an Management Kunst, die Agentur von Mutter und Tochter, die angeblich so tolle Beziehungen zur Politik hatte, und mit der alles ganz anders und besser werden würde, und bei deren Bestallung nicht wenige sich fragten, auf welchem Mist das nun wieder gewachsen sei. Heute hört man, nachdem das Haus Beyer maßgeblichen Anteil an der Abwirtschaftung des Clubs hat, wiederum aus dem Munde des Herrn Wahler, nun müsse auch die Arbeit der Damen Beyer auf den Prüfstand. Heute, Jahre nach der Katastrophe der Bestallung, die offenbar mehr an persönliche Aspekte geknüpft war als an fachliche. Man erinnert sich fast schon mit Mitleid auch an die zwischenzeitliche Demarche des Vorstands nach Quatar, die offenbar auf einer Selbsteinladung beruhte und jedenfalls zum Ergebnis hatte, daß der Sheik leider keine Zeit für die Herren aus dem Abendland hatte, weil nämlich gerade Pferderennen waren. Das war aber nur eine Arabeske in diesem Drama ohne Helden.

 

In diesen Zeiten des steten Niedergangs gab Herr Eugen-Andreas Wahler ungezählte Interviews, immer im Duktus wir können das und haben alles im Griff, alles wird schöner besser strahlender, und wenn, sind die anderen Schuld, und stets war er ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, immer tiptop und kerzengerade, nicht wankend und wackelnd, immer Koch, nie Kellner. Die vorgeblich hanseatische Contenance. Stil und Würde waren das Thema, und nur in inoffizieller Runde konnte der Präsident überraschend giftig und saftig austeilen. Er gab Interviews ohne Zahl, Pressemitteilungen, jedoch nur spärliche Informationen an seinen Souverain, die Mitglieder. Noch weniger hörte er auf die vielen vielen Ratschläge, die ihm immer wieder von Mitgliedern und Außenstehenden gemacht wurden. Er bestätigte dankend ihren Eingang, versprach wohlwollende Prüfung, und machte stets weiter wie bisher. Feurige Untätigkeit, um es bildhaft zu beschreiben. Denn alles, was jetzt angeblich auf den Prüfstand soll, haben andere ihm und seinen Kollegen seit Jahren und mehrfach gesagt, nichts ist insofern eigene Erkenntnis, sondern besten Falls der untaugliche Versuch, sich noch vor den Zug zu spannen. But train has left station, as we say andernorts, oder this is to shut the stable door after the horse has gone.

 

Jetzt ist der Hamburger Rennclub am Abgrund angelangt, und wenn nicht die Stadt seit Jahren und die Mitglieder seit Jahren gelöhnt hätten, dann wäre der Fall schon längst perdu. In jedem Unternehmen mit Publikums Beteiligung hätte sich schon längst die Frage nach der Qualifikation des Personals gestellt; in diesem gemeinnützigen Verein wird nicht einmal die Frage nach der Bilanz gestellt, geschweige beantwortet. Doch siehe:

 

„Unsere Bücher sind ja keine Geheimnisse“

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Kommentare: 18
  • #1

    Marcel Arm-Radetzki (Samstag, 09 Oktober 2010 20:33)

    Holde Herbstluft,

    die Halme sind abgemäht,
    die Wahlers und Göntzsches wiegen noch im Winde,
    die Saat der Zellmanns und Tiedtkes keimt,
    am Horizont dräuen Gewitterwolken,
    wohin verzog der Silberstreif des Visionärs?

    Doch Landmann Woeste blickt wohlgefällig auf die bestellte Flur.
    DI hat Stoff für weitere Skizzen.

    Fürchtet Euch nicht!

    Es lebe der Sport!

  • #2

    Hilfsheriff Watson (Samstag, 09 Oktober 2010 21:21)

    Welch eine Mär .

  • #3

    j.w. (Samstag, 09 Oktober 2010 21:35)

    die bilanz kommt schon noch. der insolvenzi kann sowas. und was einen verein anbelangt. fragt doch mal in frankfurt nach. die haben drei, bis jetzt. frankfurt ist aber kleiner. also tipp ich mal auf sechs bis acht in hh ...

  • #4

    Hilfsheriff Watson (Samstag, 09 Oktober 2010 22:13)

    Na Klar,der von Karstadt ist doch jetzt frei,
    hat mal so locker 26 Mio's eingesackt .

  • #5

    Sergej Sergejewitsch Rachmaninow (Samstag, 09 Oktober 2010 23:18)

    watson? wo ist holmes? der muesste viele faelle im sport zu klaeren haben, einer davon siehe oben.

    und was macht der albers hans, dieser ewige seemann und nassforsche hans dampf in allen gassen und der grossen freiheit? "es geht alles vorueber, es geht alles vorbei". besonders eindrucksvoll als luegenbaron muenchhausen.

    richtig, der gibt seit laengerem schon den gudert.

    ist j.w. der manto, heute vulcan?

    was macht veltheim, der mit der vermurksten orthographie. der nannte sich als er schreiben lernte auch ehrlicher oder heiermannlude oder gast oder heaven knows how shit happens?

  • #6

    veltheim (Samstag, 09 Oktober 2010 23:57)

    er hat gelernt ,wird aber wohl an unserer
    größe nur schnuppern dürfen......
    wahrscheinlich sind die grauen mäuse zu den
    weißen mutiert ,still und leise lächel ich
    vor mich hin!sorry,aber auch ein bischen grinsen
    darf erlaubt sein,wa ?

  • #7

    rühl (Sonntag, 10 Oktober 2010 07:09)

    kommt mir sehr bekannt vor, wahrscheinlich scheint dies ein Leiden der Rennvereine zu sein.
    Glückliches München, hier hat man die Weichen in eine gute Richtung gestellt. Dr. Poth zeigt wie es gehen kann.

  • #8

    .w. (Sonntag, 10 Oktober 2010 09:13)

    wobei hh hier ein musterbeispiel sein dürfte für die deutlich überschätzten fähigkeiten "professoineller" vermarkter für den sport. das beste beispiel ist da der hoeneß ulli. exfußballer und wurstfabrikant. und als "amateur" der erfolreichste sponsorenaquisiteur weit und breit ...

  • #9

    kugelblitz (Sonntag, 10 Oktober 2010 09:28)

    Die tollen Beziehungen der Frau Beyer zur Politik sind eine Tatsache. Andere Unternehmen machen davon mit Erfolg Gebrauch: http://stuttgart-21-kartell.org/person/friederike-beyer .

    Der Unterschied zwischen HH-H und S 21: im ersten Fall gibt es wenig bereits Vorhandenes umzuverteilen. Es muss vor allem Neues erwirtschaftet werden. Letzteres ist allein mit guten Kontakten zur Politik nie ganz einfach zu bewältigen.

  • #10

    j.w. (Sonntag, 10 Oktober 2010 09:40)

    ich habe von sponsoren geschrieben und nicht von politik. oder sollte horn auch untertunnelt werden ?

  • #11

    hoppeditz (Sonntag, 10 Oktober 2010 11:07)

    ich war immer wieder wirklich gern in hamburg, (nicht nur meiner steuerberaterin wegen), der innenraum hatte was, dieses feucht-federnde, an kinderspielplätze erinnernd, erst recht bei boden tief, die büx am abend mit blättrigem morast verfestigt, unvergessen als knietief der tunnel unter wasser stand und die mädels für'n zwanni trockenes fusses, christopherus gemäß, rübber gemacht wurden, seit ende der 60er klasse derbys in erinnerung, insbesondere als das für mich beste beste pferd auf der unpassenden distanz nur dritter wurde

    http://www.youtube.com/watch?v=Lp7rZEKClk4

    ab 2015 bin ich für longchamp als austragungsort des deutschen derbys, die bahn hat noch zukunft, ist über alle maßen reell und im zeitalter des vereinigten europas, des euros, der globalisierung......

  • #12

    Wir bauen eine neue Derbybahn (Sonntag, 10 Oktober 2010 13:17)

    Wo?
    Zentral. Zentrale Lage.

    Wie?
    Sehr großzügig.

    Wann?
    So schnell wie möglich.

    Warum?
    Weil Hamburg scheiße ist, und Köln auch.

  • #13

    hoppeditz (Sonntag, 10 Oktober 2010 13:36)

    um gottes willen,

    berlin, berlin - wir fahren dafür nicht nach berlin

    das hieße, sich eines fürchterlich schlechten belehren zu lassen - um gottes willen

    dann lieber weiter mit dem insolvenzverwalter in haha, herrn wahler bitte nicht wiederwählen, da walte hugo

  • #14

    Börliner (Montag, 11 Oktober 2010 13:00)

    Bitte nach Berlin;denn da geht die Post ab .

  • #15

    Christian aus SH (Montag, 11 Oktober 2010 15:48)

    Aber nur,wenn Neuköllner und Hellersdorfer
    freien Eintritt haben

  • #16

    hoppeditz (Montag, 11 Oktober 2010 18:28)

    hoppegarten liegt beim wohlfühlmoment ganz knapp vor der trabrennbahn in straubing und die ist unterirdisch

  • #17

    Paris Hilton (Dienstag, 12 Oktober 2010 16:34)

    But not when I shall come and with me all those fantastic people from Hamburg.

  • #18

    Mandy&Kevin (Dienstag, 12 Oktober 2010 17:01)

    Wir mögen den Hoppelgarten.