Niederlagen

Nun hat es auch Overdose erwischt, unter sehr unschönen Begleiterscheinungen an der Startstelle. Niederlage stand von Anfang an drüber geschrieben, und es kam, wie es kommen mußte. Nichts besonderes, wenn man auch das Pferd nicht hätte anspannen sollen. Leider war die Karriere des Pferdes stets von sehr unprofessionellen Connections begleitet, die eine schrille publizistische Begleitmusik gespielt haben, die in den Ohren schmerzt. Am Ende hat das Pferd entnervt das Handtuch geschmissen, was man gut verstehen kann. Der Start in Hamburg war der Anfang einer katastrophalen Kampagne, immer begleitet von Problemen, und insofern paßt auch der verunglückte Start im l`Abbaye dazu, dem einzigen Rennen, in dem Overdose richtige Gegner traf. Ob er da bei regulärem Rennverlauf auch gewonnen hätte, ist nicht gewiss, aber wahrscheinlich, und damit hätte er in der Tat eine erstklassige Leistung gezeigt. Der Rest war Fallobst und unsägliches Handling nebst staatstragenden Pressekonferenzen und täglichen Bulletins mit immer widersprüchlichen Aussagen zu Plänen, Terminen, Orten und Zuständen. So geht das nicht. Eine Serie ist schön, aber noch schöner ist eine professionelle Behandlung. Lieber mal verlieren, als ständig mit kaputten Füßen durch die Gegend zu laufen, und ewig hin- und her gekarrt zu werden. Das Pferd hat viel Klasse und Potenzial, seine Leute leider überhaupt nicht

 

In Amerika hat auch ein Pferd verloren, ähnlich schmalzig angehimmelt von einer Fan Gemeinde, die mehr fühlt, als versteht. Horse of the Year Rachel Alexandra hat sich zum ersten Mal auf 2.000 Meter versucht, und absehbar verloren, immerhin zum dritten Mal in diesem Jahr. Aber nach den Woodward Stakes vor einem Jahr ist das alles kein Wunder, denn da mußte sie tief schürfen, und das hat sehr viel Substanz gekostet. Die fehlt seitdem, und das Pferd ist eine Klase tiefer. Assmussen hat das gut erkannt, und die Starts dieses Jahr sehr unenthusiastisch geplant und mürrisch exekutiert, weil der so genannte öffentliche Druck nach da capo schreit und giert. Das letzte Jahr war vor allen Dingen spektakulär, dieses ist realistisch.

 

ps: Ein Kommentator empfiehlt zum Thema Wunderpferd das Video zu Dayjur. Hier ist es.

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Schmirgelbrett (Montag, 30 August 2010 19:58)

    Endlich hat der Hype ein ende .

  • #2

    kaiserschmarrn (Montag, 30 August 2010 21:34)

    schade,aber so ein unrühmliches ende ,hat das
    pferd nicht verdient .
    ein jeder hat sehen können,daß er beim einrücken
    in die box unter unsäglichen schmerzen litt!
    der hat sich mit allen mitteln gewehrt .

  • #3

    kugelblitz (Donnerstag, 02 September 2010 14:01)

    Um die vielfach, sogar von sog. Fachjournalisten, verwendete Bezeichnung "Wunderpferd" in eine realistische Perspektive zu rücken, empfiehlt sich die Betrachtung dieses beeindruckenden Filmchens: http://www.youtube.com/watch?v=H7FBayh5TJQ .

    Ansonsten teile ich die Auffassung des Blogbetreibers, dass es Overdose zu wünschen gewesen wäre, in professionelle Hände zu gelangen.

  • #4

    veltheim (Donnerstag, 02 September 2010 18:41)

    noch nicht einmal professionelle hände hätten da
    gereicht .nur ein wunderheiler ,wie der ,
    der dem lahmen daß laufen beibrachte.......

  • #5

    BobbyBrown (Freitag, 03 September 2010 15:31)

    Schade,daß sich Kassandro nicht in die Höhle
    des Löwen traut .Wären tolle Dialoge zu erwarten .

  • #6

    kaiserschmarrn (Freitag, 03 September 2010 20:34)

    der hat doch keinen mumm .

  • #7

    di (Samstag, 04 September 2010 11:51)

    mit einem automaten kann man keine dialoge führen.