Imageproblem

Es gab neulich eine Sendung im Fernseh, die sich mit Vorgängen auf der Rennbahn in Horn beschäftigte. Fazit: Es gibt Mißstände im Sport, die an Tierquälerei grenzen. Als Beweis wurden Bilder von diesem fürchterlichen Trabfahren gezeigt, dazu ein Pferd mit durchgetretenem Fesselkopf und eines mit Kolik. Es kommentierte das alles ein Veterinär. Alles das nicht gestellt, also auch nicht weg zu diskutieren. Die Tendenz war deutlich auf Beweisführung ausgerichtet, also pro domo Autoren. So ist das nun mal. Der Präsident Woeste wurde zu anderen Aspekten wie dem 23 Stalltag befragt, und antwortete ehrlich und in dem Sinne, so sei der Sport nun mal. Nun ging wie zu erwarten ein kollektiver Aufschrei durch ganz Turfdeutschland, das sei ja nun die absolute Frechheit, so was ginge überhaupt nicht, der Sport sei sauber, ganz sauber, und das ganze eine üble Machenschaft der Autoren und des öffentlich-rechtlichen Fernsehs. Nun hat Herr Woeste offenbar erschrocken eine Richtigstellung an den Sender öffentlich gemacht, die die Dinge ins rechte Licht zu tauchen versucht.

 

Nun mag es richtig sein, daß der Beitrag Einzelfälle aufbauscht, und auch einige zweifelhafte Dinge verbreitet, wie die Geschichte mit den Magengeschwüren. Aber eines ist auch gewiss, daß nämlich der Rennsport an sich eine Gefahr geneigte Beschäftigung ist, sowohl für Roß, als auch für Reiter. Und auch ist unleugbar, daß die schwindenden Finanzen sich unmittelbar im Sport niederschlagen, weil das Training und die Haltung von Rennpferden Geld kostet. Wer für kleine Münze trainiert, kann auch nur für kleine Münze Hafer kaufen und Reiter beschäftigen. Es nimmt auch die Tendenz zu Starten komme was da wolle zu, weil irgendwo muß die Penunze herkommen. Das sind sehr einfache Prinzipien, die jeder kennt, aber alle irgendwie verdrängen, wenn es gegen einen Außenstehenden geht, der angeblich keine Ahnung vom Geschäft hat. Aber die braucht man nicht, wenn man Bilder von stürzenden Pferden wir gerade wieder in Harzburg sieht, oder Niederbrüchen, oder sonst wie auf den Bahnen umherirrenden, wie das Tier mit dem ganzen Geschirrscheiß in den Beinen vor dem Trabfahren. Peitschen Mißbrauch gefällig? Sehen sie sich Bilder von Ryan Moore an, oder Jamie Spencer, zwei Topleuten aus GB, die legitimen Nachfolger in dieser Disziplin von Lester Piggott. Bei unseren sieht das nicht ganz so schlimm aus, aber nicht wegen der Rennordnung, sondern weil es die meisten gar nicht so können.

 

Den Leuten im Rennsport fehlt es an der Perspektive, der Fähigkeit, den Sport ehrlich und so zu sehen, wie er ist. Er ist gefährlich, er ist den Tieren aufgezwungen, und es gibt ne Menge schwarze Schafe, was Haltung und Behandlung anlangt. Das alles nimmt man stillschweigend und billigend in Kauf, aber dazu muß man in einer Debatte auch stehen, wenn man Kredit in der Öffentlichkeit reklamiert. Es reicht nicht, mit dem Finger immer nur auf die Traber zu zeigen oder Beerbaum. Die mögen ihre Probleme haben, der Galoppsport hat seine. Wenn ein Trainer ein verletztes Pferd nicht verarzten läßt, sondern in dem Zustand nach Hause karrt, dann ist das keine Lappalie, die mit dem Hinweis auf Schädigung des Ansehens des Rennsports abgetan werden kann, sondern ein Fall von Tierquälerei. Solche Leute gehören aus dem Verkehr gezogen.

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Kommentare: 12
  • #1

    veltheim (Samstag, 31 Juli 2010 12:42)

    Starker Tobac ,aber alles richtig gesehen .

  • #2

    j.w. (Sonntag, 01 August 2010 22:52)

    erzählt wird ja viel. ab und zu wird auch eine verbandsstrafe hingenommen, weil die "aufklärung" teurer kommt als das "bußgeld". sie, als jurist kennen die kiste ja bestimmt. ansonsten fragen sie halt mal ihren derzeitigen trainer nach seiner meinung über herrn storp. vielleicht erleben sie auch mal eine überraschung. eine andere möglichkeit wäre ein direkter anruf und ein gespräch so von mann zu mann oder so. abitur und studium hat der herr s. auch. also keine falsche scham. trotzdem, eine schöne woche wünsch ich nach hh ...

  • #3

    Sternchen (Sonntag, 01 August 2010 23:21)

    Ihr Kommentar mit: dann gab es zu sehen

    Da gab es nichts zu sehen. Sie haben selbst Rennpferde im Sport und sollten eigentlich sehen, dass dort kein durchgetretener Fesselkopf war, geehrter Rennsport-EXPERTE!

  • #4

    veltheim (Montag, 02 August 2010 06:54)

    eine krähe hackt der anderen kein auge aus!
    war schon immer so .

  • #5

    j.w. (Montag, 02 August 2010 16:16)

    und gemeinplätze sind immer gemein. oder wenigstens manchmal. wie gemein ...

  • #6

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