Glücksspiel

Manchmal bekommt man Post, so genannte Leserbriefe. Einer soll im Folgenden und auszugsweise wiedergegeben werden, geschrieben von einem ausgewiesenen Fachmann. Nennen wir ihn mal Herrn C. aus K.

 

Es geht um unsere gemeinsamen Freunde, die Buchmacher, es geht um die Festkurs für das Deutsche Derby. Verarschung des Kunden ist gelinde ausgedrückt, aber Hauptsache Atti sponsert das Deutsche Derby und die Jungs haben sich die Taschen einmal mehr dick gemacht.

Buzzword!!! Wer kannte ihn sieben Tage vor dem Derby? Über ihn haben die Wettanbieter kaum Verluste gemacht, denn er gehörte ja überhaupt nicht zu dem Spiel. Er war noch nicht einmal als Gast deklariert, hätte man ja vielleicht pauschal für - was weiss ich - 70:10 unter dem Pseudonym "Gast" als einen unter vielen anbieten können. Stattdessen hat man reichlich Geld genommen für Scalo und Zazou und wie sie alle heißen und letztendlich nur für Zazou und Russian Tango die Platzquoten auszahlen müssen. Rot war Zweiter, Schwarz war Dritter, gewonnen hat Blau, aber die Farbe gibt es nicht beim Roulette. Sie verstehen, was ich meine: Betrug am Kunden, den wir uns herbeisehnen, der aber bald überhaupt nicht mehr da sein wird.“

 

Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Vielleicht würde ich das nicht Betrug nennen, weil niemand das vorher sehen konnte, aber die Praxis der Nachnennung bringt in der Tat eine Variable ins Spiel, die vom Wetter nicht mehr kontrolliert werden kann. Es zeigt auch exemplarisch, daß Wettanbieter in diesem Fall mehrfach und ohne Anstrengung profitieren, weil Rennen wie das Derby auch vom ante post Markt leben, viel mehr als andere Rennen. Jedenfalls muß überlegt werden, wie die Wetter vor solchen Unwägbarkeiten geschützt werden können. Korrespondierend dazu die mittlerweile frei nach Schnauze changierenden Ausschreibungen, die ich hier oft beklagt habe. Eine sinnvolle Planung ist fast unmöglich geworden, weil sich alles jederzeit ändern kann – Distanzen, Skalen, Modi. Auch die Startzeiten gehören in dieses große Bild der Willkürlichkeiten. Es mag das Geld in Racebets am Ende sinnvoll investiert worden sein, aber noch viel wichtiger ist, daß der Sport wieder eine solide und anständige Veranstaltung wird, bei der die Leute wissen, daß man sich auf die Satzung verlassen kann.

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Kommentare: 4
  • #1

    Blücher (Freitag, 23 Juli 2010 11:16)

    Sher gut auf dne Punkt gebracht. Wobei die Nachnennungen ja nicht von den Buchmachern zu verantworten sind. Es fehlt die Regel, daß nachgenannte Pferde für die Langzeitwetten wie "ohne Wetten" geführt werden müssen. Diese Pferde standen für den Vorwettmarkt nicht zur Verfügung und konnten nicht berwettet werden. Dann hätten die Buchmacher auf Zazou auszahlen müssen und alles wäre in Butter.

    v. Blücher

  • #2

    Rosi (Mittwoch, 28 Juli 2010 22:56)

    Was wäre ,wenn der Russische Tango nicht am
    Grünen Tisch auf das Treppchen gelaufen wäre ?
    DW nicht getroffen ,Hauptsponsor vergrätzt und auch
    sehr viele Wetter .Die BM hätten Schwielen vor lauter
    Händereiben an selbigen gehabt!

  • #3

    Trampler (Freitag, 30 Juli 2010 22:54)

    Hamburg ist mittlerweile zu einem Spiegelbild des
    Deutschen Galopprennsport mutiert .
    Was wären die ohne Atti ?
    BMW Deutsches Derby ,daß wäre es heute noch ,dazu
    noch enen De Kuiper ,serviert von Rudi Carell .

  • #4

    VIP (Samstag, 31 Juli 2010 23:46)

    der vorstand,sowie die mitglieder des HRC
    sollten ein leben lang IDEE kaffee trinken!