Zustände

Ds Dilemma der Umsätze bisher ist eine Folge von manchem; des Wetters, der Ferien, der allgemeinen Buchmacherplage, aber vor allen Dingen dem katastrophalen Mangel an echten Startpferden. Rennen ohne Ende, aber leider auch ohne Attraktivität. Man mache sich nichts vor: Ausgl. IV ist nicht Ausgl. II, und Araber Rennen sind Araberrennen. Zur Veranschaulichung sei gestattet, auf die Unterschiede im Rennvermögen hinzuweisen; Vollblüter mittlerer Art und Güte brauchen für 1.400 Meter 1.26 Minuten, Araber haben 1.38 plus gebraucht. Das sind gute 60 Längen Unterschied oder 200 Meter, und das sind Unterschiede, die auch Fritzchen Piesepampel sieht. Da beißt keine Maus den Faden ab, und die kopfstarke Entourage des Sponsors Shadwell aus Dubai kann das düstere Bild auch nicht aufhellen. Dem HRC ist kein Vorwurf zu machen, denn was soll er machen. Es fehlen interessante Pferde, die die Handicaps voll machen, und es fehlen interessante Jahrgangsvergleiche. Heute spannen die Traber alternierend an, so daß bis auf den Langen Hamburger so gut wie kein einziges Wettrennen zustande kommt. Das Seejagdrennen ist ein Kuriosum, mehr nicht. So entfaltet sich auf der Anlage ein Mißverhältnis von Aufwand und nicht nur Ertrag, sondern auch Atmosphäre, denn auch Ascot und Longchamp leben von der Menge der Zuschauer, nicht nur von den königlichen Hoheiten. In Horn werden sich heute und morgen wieder nur 3-4.000 verlaufen, wenn überhaupt. Das ist schade, denn der HRC gibt sich enorm viel Mühe, besonders mit dem Geläuf, welches trotz der Affenhitze in hervorragendem Zustand ist. Aber was will man tun, der Rennsport ist im Großen und Ganzen im Arsch. Der Eiertanz um den Ausgl. I am Sonntag ist exemplarisch für diesen status quo – erst mit Skala -26 für 4jährige und Ältere aufgemacht, 9 Nennungen mit 7 für Grundgewicht bekommen, dann über Nacht auf -30 bzw. 34 angehoben, in der Hoffnung, verhinderte Derbystarter zu bekommen, die anderen damit erstmal vor den Kopf gestoßen, und dann die Rolle rückwärts auf -25. Einerseits ist man verärgert, andererseits versteht man den Veranstalter in seinem heißen Bemühen um kopfstarke Felder. Aber diese Kategorie von Pferden läuft längst im Ausland, und die zukünftigen werden es auch tun. Angesichts der Kosten der einzige Weg, halbwegs über die Runden zu kommen. Der viel beschworene Neuanfang des Deutschen Galopprennsports ist jedenfalls in Hamburg nicht angekommen, und passender Weise lassen sich auch die Vorturner der Zentrale nicht blicken. Kein Präsident, kein Geschäftsführer, kein BV Präsident. Wann, wenn nicht jetzt, wo, wenn nicht hier sollte das Leitungspersonal zur Stelle sein. Aber diese Attitüde geht seit Jahren so, der eine kann nicht mit dem HRC, der andere macht just jetzt immer Ferien auf der Insel Wangerooge oder Spiekerog, und Herr Halm, nun ja, der fehlt nicht wirklich.

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Kommentare: 4
  • #1

    j.w. (Dienstag, 13 Juli 2010 18:13)

    ist doch in sich logisch. wie sie sagen, laufen alle erfolgversprechenden pferde ab agl II im ausland. die paar grupperennen lassen wir mal außen vor. und auch da kommt selten ein echter kracher. von münchen alle jubeljahre mal abgesehen. aber da richtet es die distanz. ansonsten lebt der sport der könige hauptsächlich von zuwendungen und verdeckten zahlungen diverser kommunen. auch hier wieder, von münchen mal abgesehen. aber da hat`s ein gewonnener prozeß gerichtet.
    dann noch die neue "führung". anscheinend unter der fuchtel der alten leitung. neue alte freunde
    aus der zockergilde, jetzt mit beteiligung. und das unter beobachtung der staatsanwaltschaft. nur der eu-gerichtshof scheint die veränderung noch nicht gemerkt zu haben und stärkt weiterhin wenig woestefreundlich dem alten system das totokreuz. wegen fußball am abend verlegt man die derbywoche in die ganzwöchigen urlaubszeiten. als ob man die fußballnarrischen schon jemals in nennenswerter zahl auf der bahn gesehen hätte. dafür hat man jetzt familienfreundlich mehr platz auf der anlage. in der kasse aber leider auch.
    und so wird halt wieder mal im rennsport aus 1 + 1 +1 = - 3.
    für baden wird`s irgendwie für heuer wohl eine neuerung geben müssen. kein verein, kein toto. lt. gesetz.
    also wird der henkelmann wohl selber an seinem teileigenen bookischalter stehen und das boot schaukeln. ich spiel dann auch mal beim sporteigenen booki ...

  • #2

    rühl (Mittwoch, 14 Juli 2010 10:26)

    Ich bin sicher, dass Dr. Poth mit dem alten ,
    schlafenden Management nichts zu tun hat.
    Wenn es einen Neuanfang in Bayern geben kann, dann nur mit Dr. Poth, dieser Präsident hat eine klare Zielsetzung "Schluß mit der Vetternwirtschaft und den Seilschaften "
    Schade ist , dass er nicht der Präsident vom DVR ist.

  • #3

    Zaphod (Donnerstag, 22 Juli 2010 23:50)

    Herr Poth hat eindrucksvolle Neuerungen in Riem durchgesetzt. So gibt es nun einen Präsidenten-Parkplatz auf der Bahn und auf der Tribüne eine festlich geschmückte Präsdentenloge, die jedoch nur zu den wichtigen Rennen vom champagnertrinkenden Vorstand genutzt wird. Ob dies dem Rennsport nutzt, ist noch unklar.

  • #4

    Micha (Sonntag, 08 August 2010 06:40)

    Präsidenten-Parkplatz
    geschmückte Präsdentenloge...

    Und wann kommt mal einer der diese ganze Show auch mal Pferdefreundlich gestaltet ??
    Stehen die Hauptakteure im Riem auch 23 Stunden am Tag in der Box, weil es keinen Platz für Koppeln gibt ?