Von Schönen und Reichen

„GaloppOnline.de: Apropos Besitzertrainer. Ärgert es Sie nicht, wenn wir regelmäßig diese Klischees von den Schönen und Reichen, der High Society mit den Hüten, die sich im Zeitalter leerer Kassen gerne selbst feiern in der Öffentlichkeit bedienen und ein völlig falsches Bild vom Galopprennsport in den Medien gezeichnet wird?“

 

Eine sehr schöne Beobachtung von Galopponline.de, wenn auch der Satz als Satz nicht ganz zu Ende geht, aber der Gedanke wird klar. Es sind die Sekt schlürfenden Parvenues, die den Sport in Mißkredit gebracht haben, die Klischees der hohen Hüte und der Schönen. Insofern ist den Fragern von Galopponline.de völlig Recht zu geben, es entsteht so ein ganz falsches Bild in der Rennsport interessierten Öffentlichkeit; die glaubt, daß die Leute im Rennsport sich immer nur selbst feiern, wo doch sogar die FDP messerscharf erkannt hat, daß auch Gesunde und Reiche ein Scherflein zum Gemeinwohl beitragen sollten, wie es nunmehr in den Medien heißt. Das sind also sehr begrüßenswerte Betrachtungen und Zustände, die Galopponline.de wortmächtig geißelt und anprangert.

 

Hutbewerbe gibt es nach meiner Kenntnis in Hamburg und Bad Doberan, in Ascot und Chantilly, in Saarbrücken und Köln und Goodwood und Churchill Downs, und niemand hat penetranter Herrn Ullmann als Zigarre schmöckenden High Society Beau gezeigt als Galopponline.de, vermehrt um schillernde Berichte um noch schillerndere Figuren wie Österreichische Lackhersteller, Usbekische Schnappsbrenner und andere Neureiche, die aus unerfindlichen Gründen für einige kurze Momente den Galopprennsport als Hobby erkoren haben. Die Welt von Galopponline.de ist stets eine nachhechelnde und ranschmeißerische an dieses Millieu gewesen, eine mediale Politik, die jeden kargen Bissen aus dieser Plastikwelt getreulich apportiert und dem geneigten Publikum vor die Füße gelegt hat. Kathin Werning als allerschönste Galopperin dünkt diesem Medium als Krone der PR Schöpfung, natürlich, wie könnte es anders sein, und seit den seligen Zeiten, in denen Herr Göntzsche prallbusige Schaustellerinnen ihrer selbst in Baden Baden interviewt hat, gilt dieser Ansatz bei der Definition des Bilds vom Rennsport als verbindlich und branchenweit akzeptiert.

 

Gestern in Hannover hingegen war es so, daß das selbst gemachte Eis des Milchhofstandes vor dem Tribünengebäude hervorragend schmeckte, und auch das Bratheringbrötchen ging völlig in Ordnung. Ob der Prosecco gut war, weiß ich nicht, aber das San Pellegrino Wasser von Pierino war gut gekühlt und angenehm zu trinken. Wir normalen Leute standen animiert beisammen, und die Schönen und Reichen hatten ihren Paddock nebenan und schlürften Sekt.

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Kommentare: 1
  • #1

    veltheim (Sonntag, 27 Juni 2010 21:21)

    Ob die Schönen und Reichen auch wissen,wie
    eine Dreier-Wette auszufüllen ist und was ein
    Ausgleich ?
    Aber ob Sekt schlürfen wohl eine alleinige
    Angelegenheit der oben Besagten ist ?
    Da lobe ich mir doch eher den Baron mit seinem
    Stumpen !
    Ansonsten hat herr Jörgensen aber nicht ganz Unrecht!