Die Rennleitung, die Disqualifikation

Die Rennordnung bestimmt in den §§ 490, 491, daß das Behindern und Kreuzen verboten ist. In § 625 steht, was passiert, wenn dadurch das Ergebnis auf den ersten drei Plätzen beeinträchtigt worden sein kann – Disqualifikation. Dazu die Sonderfälle grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz und Gewinnausgleich. Immer wieder gibt es Rennsituationen, die eine Behinderung erkennen lassen, ohne daß es automatisch zur Disqualifikation kommt. Wie Das? Das liegt daran, daß nicht jede Behinderung eindeutig ist, daß nicht jede Behinderung rennentscheidend ist, und daß die Rennleitung aus Menschen besteht, die über eine freie Beweiswürdigung verfügen.

 

Manche Behinderungen geschehen weit vor dem Ziel, kurz nach dem Start z.B. Dann ist es schwer, den Ausgang nach weiteren 2.000 Metern dazu in Relation zu setzen. Manche Behinderungen sind Reflex auf eine Behinderung anderer, das berühmte zur Seite Weichen als Kettenreaktion, oder als Überreaktion, wenn also das behinderte Pferd selbst mit einem Wackler angefangen hat. Das sind sehr häufige Konstellationen. Manche objektiven Behinderer sind so überlegen, daß nach Ermessen der Rennleitung auch ohne die Behinderung kein anderes Ergebnis vorstellbar ist. Und, Rennen sind dynamische Abläufe, denen gewisse Störungen innewohnen, ein Bodensatz an kleinen Behinderungen also zum Grundrauschen gehört. Alle diese Fälle können dazu führen, daß trotz objektiver Störung eine Disqualifikation dennoch unterbleibt. Man kann dann auch anderer Ansicht sein, aber nach meiner Ansicht urteilen die Rennleitungen in Deutschland in den allermeisten Fällen korrekt und konsistent. Daß ist fast das Wichtigste, alle gleich zu behandeln.

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Kommentare: 5
  • #1

    hoppeditz (Dienstag, 18 Mai 2010 17:22)

    mir fällt dazu nur die böse schiergen-schwalbe auf monsun ein, an jeder ecke geschlagen vom besser gehenden pferd

    und ich suche hier immer noch jemanden, der mir die disqualifikation von germany erklären kann

    da wäre dann noch die nicht-disqualifikation von acatenango beim großen preis von baden, als er über gefühlte fünf walzenbreiten dem besser gehenden winwood in die quere kam und diesem überdeutlich, für jedermann sichtbar, den sieg stahl

    obwohl ich damals acatenango ordentlich abgewettet hatte, hätte ich sicherlich nichts an der auszahlkasse zu suchen gehabt

    das war nicht korrekt, die entscheidung höchst unsportlich

  • #2

    di (Dienstag, 18 Mai 2010 17:46)

    natürlich, es gab einige echte schoten, mondrian mit woodburns alberner turnerei z.b. auch, für mich die größte schote. oder ordos gegen nandino, nicht ganz so berühmt, weil eingangs der geraden. den hatte ich in der derby pool in hannover gekauft, da waren 13.000 im eimer. aber ich denke, im großen und ganzen liegen die schon richtig, und die vielen meckereien gehen ins leere.

  • #3

    hoppeditz (Dienstag, 18 Mai 2010 19:10)

    o.k. die ausreißer verschwinden im grundrauschen, wobei mir die rennleitungen auf den inseln 1.000 mal sympathischer sind, deren entscheidungen sind in jeder hinsicht nachvollziehbarer, da kann ich mich an kein extremes kopfschütteln erinnern

    die passen auch viel besser auf, ein kieren fallon kann davon lieder singen

  • #4

    Pilsudski (Dienstag, 18 Mai 2010 21:59)

    Oftmals trägt der unsachgemässe Gebrauch der "Reithilfe" erheblich zum Wegbrechen des Sportskamerades, der dann halt erschrocken nicht gerade bleibt...
    Aber wie schon oben gesagt, wenner denn hätter denn,so ist es nunmal, bei manchen Entscheidungen möchte man nicht Rennrichter sein.

  • #5

    veltheim (Sonntag, 23 Mai 2010 19:52)

    richtig;denn nicht alle richter sind blind !