Sonntag

Großes Gedrängele in Longchamp bei den Pouliches, Sieg eines Pferdes im deutschen Besitz bei den Hähnchen. Beide 1.600 Klassiker mit dramatischen Endkämpfen, und Kieren Fallon musste mal wieder erleben, daß die Franzosen keinen Platz machen, nicht für ihre Landsleute, und schon gar nicht für Iren und Engländer. Die ersten sechs Damen kamen innerhalb einer guten Länge über die Linie, und außer der ersten hätten sie auch gleich alle anderen disqualifizieren können. Haken und Ösen, und so kam die Siegerin Special Duty nach den 1.000 Guineas zum zweiten Sieg nach Disqualifikation. Kann man so machen, muß man aber nicht. Der Sieger bei den Poulins Lope de Vega gehört dem Gestüt Ammerland, also einem Deutschen. Trainer ist Andre Fabre, Reiter Maxim Guyon, und somit ist das ein schönes Beispiel der Deutsch-Französischen Achse. Derweil gewann in Rom Querari den Premio des Präsidenten, Gruppe I, während sein Besitzer bzw. Verweser der Stiftung Fährhof in Bremen weilte, wo es für Quamum nur zum dritten Platz im Ausgl. II reichte. Das Pferd ist womöglich etwas überschätzt oder nicht ganz so in Schuß, wie letztes Jahr beim Debut. Ist auch nicht der allerbulligste, eher etwas leicht und schlank. Na ja, wenn Querari in Rom gewinnt, ist das zu verschmerzen. Eddie hat für seine Verhältnisse ordentlich hingelangt, aber auf diesem Niveau geht es nicht anders. Sehr effektiver Ritt, extrem gut getimed. Ansonsten verloren sich gestern in Bremen eventuell und sehr großzügig geschätzt 1.000 Besucher, worauf Euphemisten zum Attribut familiär greifen. Aber so hat es sich angefühlt, eine Veranstaltung der Aktiven und ihren Familien. Es gab eine dringend erforderliche Neuerung bei den Speisen, nämlich eine Plastikschüssel Linsensuppe mit altem Balsamico, also einem weißen Schimmel. Kostete drei €, schmeckte sehr ordentlich. Das sollte man so beibehalten, auch die Stücke Fleisch drinnen. Auch ein Schokoladen Eis konnte gefallen, luftig und trotzdem mit Stücken Schoogie zum Draufbeißen. Dazu wehte ein strammer Westwind und die Sonne schien. Das Programm war kurzweilig, ohne Durchhänger, und der Verein hat mehr verdient als die paar Mark fuffzich, die sich regelmäßig am Ende summieren. Ein großes Elend, welches nicht leicht zu beseitigen ist. Es drängt sich allerdings der Verdacht seit Jahren auf, daß die Zentrale in Köln diesen Rennplatz nicht wahrnimmt, und ihn auch nicht ideell unterstützt. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals einen Präsidenten oder Geschäftsführer des DVR in Bremen gesehen zu haben. Man hat Madame Kathi nebst Manager gesehen, aber das zählt nicht. Neuer bestgekleideter Trainer ist jetzt eindeutig Jens Hirschberger, der Hubertus Fanelsa abgelöst hat. Vorbildlich gediegen ohne laute Töne.  

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    veltheim (Freitag, 21 Mai 2010 19:57)

    aber ganz knapp hinter Jens H. folgt Herr Schmidt
    aus Magdeburg.....