Tagesausflug

19 Stunden dauerte das Unternehmen Weidenpesch brutto, netto 2:20 Minuten. Darin liegt der Kern der Sache verborgen, in diesem grotesken Mißverhältnis von logistischem Aufwand und  emotionalem Ertrag, der aber wegen seiner Lebensqualität gar nicht in Zeit aufzuwiegen ist. Wenn man dann noch die gut 5 Jahre einbezieht, die das ganze Projekt Durban Thunder insgesamt und bis gestern gedauert hat, dann wird einem leicht schwindelig ob dieser Leidensfähigkeit; aber egal, darum geht es im Sport der angeblichen  Könige, um seine Gesamtheit. Wichtigste Lektion und erste Besitzerpflicht ist: Ruhe bewahren und stoisch am Ziel festhalten, solange es nur eine mehr zufällige Abfolge von Malessen ist, und nichts Systematisches. Am Ende wiegen die 2:20 Minuten die 5 Jahre auf. Abgesehen davon, daß sich ein solcher Tagesausflug auch in der Eisenbahn gut aushalten läßt, wenn Skatkarten und qualitativ hochwertige Lebensmittel mitgeführt werden. In Hamburg hatte sich zu allem Überfluß ein Lastwagenfahrer unter eine Brücke begeben, unter die der Lastwagen angeblich nicht passte, und so stand der Zug im Hauptbahnhof erstmal ne gute halbe Stunde still. Mutwillige Sachbeschädigung von Bundesbahnanlagen musste der Zugbegleiter das nennen, wie immer in sächsisch, der offiziellen Bahnsprache. Aber die Sonne schien, und in den Schrebergärten vor der Rheinbrücke blühte alles ganz gewaltig. So kam man dann heiter und beschwingt an. Die Vorfreude ist das Beste am Rennsport, das allerbeste ist das Rennen, und das allerallerbeste die Zeit des Nachschmeckens und Besprechen der Leistung. Das geht in Köln am besten unter der Markise am Bier- und Sektstand, wo sie den Trinkern gratis staubiges Salzgebäck servieren. Die Flachen Pommery kostet € 58,- und schmeckt keinen Pfennig besser. Das Kölsch ist leicht süßlich und fällt ins Glas. Man kann mehr davon trinken, aber dann geht das Klorennen los. Zwiespältiges Vergnügen. Aber alle waren groß gelaunt nach dem Rennen, die sogenannten Connections, wie es neudeutsch heißt. Der Sieger Sanagas von Lomitas ist ein sehr beeindruckendes Pferd, der Zweite soll – wie die anderen - gesund bleiben. Das ist im Sport die Hauptsache.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    freelancer (Dienstag, 20 April 2010 08:21)

    Für einen Moment dachte ich, dass Durban Thunder gewinnt. Er hat ja auch nicht abreissen lassen.
    Sehr gutes Rennbahndebut! Die Geduld zahlt sich eben aus! Weiterhin Hals & Bein

  • #2

    Pilsudski (Dienstag, 20 April 2010 08:54)

    Hauptsache, der Durban Thunder bleibt gesund.
    Viel Freude weiterhin!

  • #3

    veltheim (Dienstag, 20 April 2010 14:23)

    da ging es dem DI ja noch gut:spesen und was
    gewesen !
    kenne jemand der hat ein hotelzimmer reserviert
    mit allem drum und dran ,ein paar stunden vor der abreise kam eine sms vom trainer :pferd geht lahm
    .da war das WE gelaufen........