Herr Zellmann

Herr Zellmann, im Moment noch Vorstand der maroden Jaxx Tochter Pferdewetten AG, macht seinem Zorn auf die Entwicklung in Iffezheim Luft, und geißelt scharf die Äußerungen des Ortsvorstehers Werler, die der zum Thema Ahnungslose im Internationalen Club gemacht hat. Soweit ist das also alles in allerschönster Ordnung, und der Reiz des Ranzigen ist nicht zu leugnen. Irgendwie haben alle Recht, wenn sie mit dem Finger auf die anderen zeigen – Gemeinde, Sparkasse, IC. Es trifft also stets die Richtigen. Herr Zellmann stellt jedoch insofern einen Sonderfall dar, als er in mannigfaltiger Weise an dieser Geschichte beteiligt war und ist, nämlich als ehemaliger Geschäftsführer des Clubs, sowie als Gläubiger. Er bekommt  wahrscheinlich nur eine Winzquote, und das macht verständlicherweise sauer. Nun ist es aber so, daß Herr Zellmannn ganz außerordentlich großen Anteil an der Situation des Deutschen Rennsports hat, insofern er der rastlose Verfechter einer Teilprivatisierung des Sports war, als das noch nicht in Mode war, sondern Avant Garde. Man erinnert sich an Betbull, ein nebulöses Konstrukt einiger smarter Geldleute, die mit dieser Idee über die Lande gezogen sind und den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen haben. Man warb mit der kurzfristig fälligen Liberalisierung des Deutschen und Europäischen Wettmarkts, die sich dann leider doch noch etwas hingezogen hat, so daß der Eintritt des Geschäftserfolgs nicht eintrat. Aber Herr Zellmann wie gesagt  hat diese Idee begeistert aufgegriffen, und die Geschichte salonfähig gemacht, in Baden Baden als Geschäftsführer, und anderswo als damaliger Funktionär der BGG. Als Folge dieser großmächtigen Aktion durften die Betbull Animateure auf den Rennbahnen Werbung gegen den Totalisator machen. So war das damals, Anfang des Jahrhunderts. Die Lawine der hoffähigkeit dieser Etablissements wirkt noch heute nach. Danach hat sich Herr Zellmann noch als Buchmacher im Hause Burda versucht. Natürlich hat sich Betbull eingekauft, es ist Geld geflossen sowie mutmaßlich Aktien für Friends&Family. Entscheidend jedoch ist, daß Herr Zellmann tatkräftig die Konkurrenz befördert hat, und weiter bei der Konkurrenz tätig ist. Das sind die historischen Wahrheiten. Aber wir leben in Zeiten der Verdrängung und Vernebelung – Herr Mixa hat niemals nicht Gewalt gegen Kinder angewandt, aber wo, nur a bissi was a Watschn, gell, in Afghanistan gibt’s keinen Krieg, sondern nur raues Klima, Goldman Sachs haben nicht gegen die eigenen Kunden gewettet, sondern Risikovorsorge betrieben, und Herr Ullman ist ein vornehmer Adliger. Genauso wie S.K.H.

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Kommentare: 3
  • #1

    veltheim (Samstag, 17 April 2010 09:38)

    dieses statement als leserbrief mal den badischen
    nachrichten ,u.a., zukommen lassen ,daß hätte was.
    vielleicht sogar der turf times ?

  • #2

    j.w. (Samstag, 17 April 2010 09:43)

    bringt doch nix. diese vorgebliche elite ist heute dickfelliger als es die früheren raubritter jemals waren ...

  • #3

    Fritz Rühl (Samstag, 17 April 2010 17:41)

    ..der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht.
    Manchmal dauert es etwas länger, aber er wir brechen. Hoffentlich gibt es dann noch eine Rennbahn in Deutschland.