Dubai Karneval

Gloria de Campeao(gelbe Kappe)
Gloria de Campeao(gelbe Kappe)

 

 

 

Ein schöner Renntag, dennoch. Was Gloria de Campeao geleistet hat, ist durch kein Rennunglück der anderen zu schmälern. Ein Büffel, der nicht verlieren will. So soll es sein, aber es soll nicht sein, daß auf einer Bahn, wo sie um diese Töpfe laufen, kein Platz ist für alle Teilnehmer ist. Herr Delius hat die Zeit für die 2.000 Meter kurz nach dem Rennen mit unter 2 Minuten veranschlagt; es waren dann aber 2 Minuten und 3 Sekunden plus. Also sehr langsam, so wie es auch aussah. Und die hinten, die wegen der Startposition oder wegen ihres Stils nicht weiter vorne anfangen konnten, hatten einfach keine Chance in der Geraden, weil auch die Bögen sehr eng sind in Meydan und dann der Zug abgefahren ist. Racing Luck plus Können. Insofern muß man das so hinnehmen.

 

Denn es gab ja auch mal Entschädigung beim Wetten, gleich am Anfang mit Joy and Fun, den man über die Form aus Hong Kong gegen den Favoriten California Flag aus Amerika errechnen konnte. Nicht zwingend, aber 12:1 waren einen schöne Quote, so daß der Renntag bereits im Plus war, wenn man nicht übermütig wurde. Dann wurde man fast übermütig mit dem Japaner im nächsten Rennen, der knapp Vierter wurde, weil sein Reiter im Bogen Angst bekam und zurück steckte, so daß es in der Geraden nicht mehr reichte. Schade, der stand bei um und bei 300:10. Das Pferd heißt Glorious Noah, der ängstliche Reiter Shinchiro Kobayashi. Das Problem der engen Bögen macht sich leider bei den großen Feldern sehr bemerkbar, weil einfach nicht genug Platz da ist, und brutal nach Innen gezogen wird. Keine Gefangenen werden nicht gemacht, es kostet zuviel Geld

Dar Re Mi
Dar Re Mi

 

Es könnte noch mehr Geld sein, wenn sich der Ausrichter seine Hoheit der Ruler das schmierige Spektakel drum herum ersparte. Aber das ist ihm eine Herzensangelegenheit, also wird es immer diese drittklassige John Williams Musik Plagiate geben nebst tüchtig bunter Knallerei und schwebenden Geistern. Trainer Christophe Clement (Gio Ponti) konnte allerdings erzählen, daß die Pferde auf dem Weg in den Paddock einen langen Tunnel zu durchqueren haben, so daß sie von dieser Geschichte nichts mitbekommen. Wie schön. Innen drin in dieser Tribünenlandschaft sieht es wie in vielen Hotels dieser gleichförmigen Welt aus; große Innenhöfe als Atrien mit Lichtgefummel, Aufzüge, blitzendes Metal und Glas, und die große Frage, was das nun alles mit Pferderennen zu tun hat. Aber die Leute vor Ort wollen das so haben, denn es soll ausdrücken die Potenz hoch 3.

 

Dann ging Musir auf die Reise, mit Christophe Soumillon. Man kann den Ritt als berstend vor Vertrauen bezeichnen, immer hinten rum, Hände zum brechen voll, arrogant in die Gerade hinter dem berühmten Wald von Pferden, und dann homeward bound mit Druck und großer Klasse. Und weil es so schön war, gleich noch einen drauf, Kinsale aus Kalifornien, trainiert von Carl O`Callahan, geritten sehr straightforward von Garrettt Gomez. Das können die, das ist deren Spezialität. Dann war aber Schluß mit dem Wettglück.

 

Good Ba Ba, ein Großer ohne Druck. Es ging schon einen Schnaps langsam aus der Box, und dann wurde es immer unübersichtlicher und zerfahrener mit dem Pferd. Aber anders als Mi Emma in Deauville damals, in diesem schrecklichen Mick Kinane Desaster Rennen, war mit Good Ba Ba gestern nichts anzufangen. Marwing hatte in der Geraden nichts, mit dem er arbeiten konnte. Das ging fast allen Favoriten Reitern so, so daß es mit Al Shemali 400 für die erfolgreichen Wetter gab. Es gab auch, wenn ich das richtig gesehen habe, in diesem Rennen (außer Quijano) das einzig Deutsche Element des Tages, klein nur am Rande, nämlich als Vater von Calvados Blues: Lando.

 

Und Quijano bestätigte die Befürchtung, und lief sehr blass und dünn. Da ist ein Ende der Karriere abzusehen, jedenfalls in dieser Form. Aber sein Kumpel Youmzain ebenfalls, und ganz anders als sonst lief Presious Passion, der völlig und früh platt war. Vielleicht hat Lasix gefehlt. So konnte der junge William Buick als neuer Stalljockey von John Gosden gleich mit einem Eklat beginnen und Dar Re Mi sicher und sehr beeindruckend nach Hause bringen. Als Dritter konnte Spanish Moon genauso überzeugen wie der Japaner Buena Vista dazwischen. Ein typisches Gras Rennen.

 

Am Ende muß man sagen, daß trotz des Budenzaubers diese Veranstaltung ihren großen Reiz hat. Am schönsten sind die Vergleiche südliche gegen nördliche Halbkugel, die es sonst nur noch in Hong Kong gibt, aber nicht auf diesem Niveau. Das war hoch.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    veltheim (Sonntag, 28 März 2010 11:56)

    gut aufgemerkt ,besser hätte es luxi auch nicht
    bringen können.
    interessant geschrieben!

  • #2

    kugelblitz (Sonntag, 28 März 2010 12:15)

    toll, dass eurosport live übertragen hat, das sollte mal lobend erwähnt werden

    kommentar von delius gewohnt professionell, ärgerlich nur, dass er sich, vielleicht vor begeisterung darüber, mal vor einem großen publikum agieren zu dürfen, dazu hinreissen ließ, über die interessanten interviews mit scheich mohammed und mehreren aktiven einfach drüberzuquatschen

  • #3

    tiedcottage (Montag, 29 März 2010 12:43)

    Youmzin:

    Mick Channon's charge found trouble early in the straight at Meydan on Saturday before finishing strongly into eighth position behind Dar Re Mi.

    "Kieren (Fallon) says he was pushed very wide and did a lot of running to get there," Channon told his website, www.mickchannon.tv.

    "I'm not too worried. We would obviously have liked to be in the money but that's racing. We will move on.
    Sporting Life