Cheltenham

Gestern nun also der lang ersehnte Auftakt, bei strahlendem Wetter und bestimmt nearer 68.000 than 50.000 fans. Leider auch mit tödlichem Ausgang für mutmaßlich Casey Jones in der William Hill Handicap Chase. Das gehört zu den Tatsachen im Rennsport allgemein, und Cheltenham im speziellen.  Darüber gibt es auch keine Diskussionen – der Sport ist an sich gefährlich, und in Cheltenham besonders, weil es da besonders zur Sache geht. Aber dafür gehen auch die am besten geschulten Pferde an den Start, so daß am Ende der Veranstaltung fast erstaunlich wenig passiert ist.

 

Die Rennverläufe  ähneln sich wie jedes Jahr, bestimmt durch den Kurs und dieses Jahr durch die gut sechzig Meter näher am Ziel aufgestellte Hürde. Anlaß der Versuch, dadurch weniger Peitschenmißbrauch zu provozieren. Ergebnis: Gleich im ersten Rennen (Supreme Novices Hurdle) Strafe gegen Richard Johnson auf dem Sieger Menorah wegen Peitschenmißbrauch. Ich hätte ihn auch hinter den Zweitplatzierten Get Me Out Of Here gesetzt, weil er dem am vorletzten Hindernis, unten vor der Kurve in den Einlauf, rüde vor die Beine gelaufen ist, so daß McCoy sein Pferd völlig neu aufnehmen mußte. Am Ende war der Abstand kurzer Kopf. Aber in UK wird so was nicht geahndet, und damit muß man sich als Wetter abfinden. Das tun die Unterlegenen und die Presse auch, und das ist bekannt. Auf dem Kontinent wäre der weg gewesen.

 

Ebenfalls ein Opfer eines Sandwichs wurde im Cross Country (wunderschönes Rennen) Sizing Australia, den sie von allen Seiten in die Mangel nahmen. To many horses for to little room. Aber das Jockey/Trainer Team A.E.Lynch/De Bromhead hatte sich bereits vorher mit Sizing Europe im Arkle schadlos gehalten, sogar für dieselben Besitzer, so daß man das wohl verkraften konnte. Nämliches gilt für die weiter oben erwähnte Kombination McCoy/McManus, die sich nach der unglücklichen Niederlage mit Get Me Out Of Here mit Binocular im Champion Hurdle angemessen und sehr beeindruckend Ersatz schafften. Der Favorit Going Native ging niemals mit Perspektive. Der Sieg von Binocular eröffnete sogleich den Wettmarkt für das nächste Jahr, und gab Trainer Nicki Henderson Gelegenheit, seine Qualitäten als Entertainer am Mikrophon unter Beweis zu stellen. Der Mann könnte in jedem Shakespeare Stück den Gastschelm spielen.

 

Zum Beschluß der Veranstaltung  der Sieg von Quevega (Walsh/Mullins) im Mare Hurdle. Bemerkenswert die Wiederholung des Sieges vom letzten Jahr, noch bemerkenswerter die Tatsache, daß die Stute im Mai 2009 das letzte Mal gelaufen ist. Das macht diese Sorte von Rennsport aus – Beständigkeit und Können über Jahre. Qualität.

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Hans Otto Gruber (Mittwoch, 17 März 2010 08:57)

    Beständigkeit und Können über Jahre. Qualität - dann hoffen wir mal das diese Attribute in der kommenden Saison auch auf den Deutschen Rennsport zutreffen werden. Bei den ganzen Absagen hat man da Angst.

  • #2

    freelancer (Mittwoch, 17 März 2010 09:08)

    Heute denken wir aber nicht an Deutschland ,sondern zuerst an Master Minded.

  • #3

    Judge (Mittwoch, 17 März 2010 10:44)

    Wunderbarer Rückblick auf gestrigen Renntag und so auf haargenau den Punkt getroffen. Chapeau! Bitte mehr davon....

  • #4

    tiedcottage (Mittwoch, 17 März 2010 14:45)

    natürlich denken wir nur an die besten 2 mile
    chasers, weltweit, aber bitte, @freelancer,
    wünschen sie dem chief hals & bein, er wird es ihnen mit einem guten rennen danken!