Rohrkrepierer

Da nun Herr Henschker in Sachen Turfnachrichten zurück rudert, weil eben doch keine großartige Negativbevorzugung seiner Plattform vorliegt, und da nun auch ihm dämmert, daß die Jaxx AG möglicherweise auch in Bereichen konzernweit tätig ist, die nach hiesigen Gesetzen verboten sind; da nun also dieser künstlich aufgebauschte Fall Turfnachrichten keiner war, kann man sich in der Tat noch mal mit dieser Klausel beschäftigen.   Der Sinn dessen, oder was sich der Draftsman dabei gedacht hat, bleibt nebulös. Wahrscheinlich glaubte er, damit im Bedarfsfall einen Ausweg aus der Deutschen Zuständigkeit zu haben, quasi einen Schalter, der von Rot auf Grün umgelegt werden kann, wenn im Inland Ungemach droht. Jedoch, das ist natürlich Humbug, daß so was funktioniert. Im Gegenteil, durch diese Klausel bringt man sich nach meiner Ansicht erst recht ins Visier von eifrigen Kommunalbeamten. Ich tät die Klausel abschaffen (deren Wirksamkeit auch nach AGBGB fraglich ist), aber mich fragt natürlich keiner.

 

Ansonsten bleibt der Fall so, daß sich diese Amateurauslegung der Gesetze leider auch als Rohrkrepierer erwiesen hat, denn siehe einer an, Turfnachrichten ging es im speziellen Fall gar nicht um den Turf, sondern um eine Nachricht. Das wenige an wegfallenden Werbeeinnahmen mag man verschmerzen, aber das wenige an Renomee` hat man verspielt. Das ist sehr schade, denn Herr Henschker kann auch anders. Aber genauso wenig, wie der Rennsport die Buchmachergilde zu alimentieren hat, genauso wenig schuldet er Journalisten Stories.

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