Kultur&Dekadenz

Am Wochenende besteht die Möglichkeit, Kultur zu erleben. Gestern gab es ein Konzert in der Musikhalle, die Wiener Philharmoniker und Lorin Maazel. Es wurde die Pastorale gespielt, die sechste Sinfonie von Beethoven. Da ist eine Musik, bei sich bei mir sehr oft der Eindruck galoppierender Pferde dazu gesellt, obwohl in der ganzen Sinfonie kein einziges Hufgetrappel vorkommt, sondern nur die Vöglein im Walde nicht singen, sondern schwelgen, und dazu die Winde wehen und Donner grollen. Aber wie auch immer, mit geschlossenem Auge entstehen schnell Bilder in Zeitlupe von sagen wir mal Athenagoras, der über die saftige Hügelkuppe auf den Betrachter zugaloppiert, und bei genauem Hinsehen ist es die Gerade von Longchamp, und drauf sitzt Harro Remmert in Hellblau. Am Pfosten sind es dann zwei leichte Längen im Arc. Dazu paßt diese große Musik sehr gut. Man kann sich statt Athenagoras auch jedes andere Lieblingspferd dazu vorstellen, jeder kann da seinen Favoriten nehmen, kein Problem. Die Wiener Philharmoniker spielen das ganze sehr saftig und  in Breitwand, aber die beste Interpretation ist die mit Carlos Kleiber und dem Bayrischen Staatsorchester aus den frühen 80ern.

 

 

Das erfreut hoffentlich meinen alten Freund Herrn Weller. Die dritte Sinfonie von Bruckner danach war nicht so recht passend. Aber das ist natürlich Geschmacksache, zumal der Schlagwerker groß zugange war. Jedenfalls ein großartiges Konzert, das an die großen des NDR Sinfonie Orchesters und Günther Wand erinnerte. Dieser am Ende greise Mann konnte Brahms wie kein zweiter, und die Musikhalle war sein Hometurf.

 

 Wobei bei dieser Sinfonie nur der erste Satz zum Vollblut paßt, aber der hervorragend. Wegen des Rasanz jedoch das Finale. So muß das gespielt werden.

 

Weiter in die Schweiz, aus der Herr Henschker geradezu euphorisch berichtet. Auf dem See hat Rolling Home, eines unserer Lieblingspferde, überlegen Start Ziel gewonnen, was das Ereignis sofort und grundsätzlich sympathisch macht. Herr Henschker findet auch die Art und Weise der Vermarktung sympathisch, oder sagen wir mal das Ergebnis für den Sport. Das mag so sein. Jedoch zeigt sich hier auch sehr deutlich, warum der Sport in manchen Kreisen nicht so recht reüssiert. Viel Pelz, viel Schminke, viel Schaumwein. Aber wahrscheinlich hat der Mann Recht, denn irgendwie muß die Kohle angeschafft werden, und leider ist die Zahl verständiger Fans mit Barbour Jacken und Durst auf Bier beschränkt. Aber es muß ja nicht so aufdringlich sein, durchgängig durchweht vom Geist der Festgeldkonten und steueroptimierten Anlage. Im ganz schlimmen Fall taucht auch noch Herr Westerwelle als Referent auf. Nicht auszudenken!  Das wäre dann der endgültige Tod des Rennsports. Das muß mit aller Macht verhindert werden.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    veltheim (Samstag, 27 Februar 2010 20:37)

    st.moritz lebt nun mal davon ,oder würden sie für
    ein glas bier,vergleichsweise 20 fränkli
    hinblättern ?
    the show must go on !