Weicheier

Dackel
Dackel

Die weichen und die harten beschäftigen immer die Liebhaber von harten Sachen ganz besonders. Denn bei denen tauchen diese Attribute vor allen Dingen auf, in Diskussionen über Rennpferde und Vererbung. Sie meinen damit Verletzungsanfälligkeit, die sie dann als vererbbare Weichheit identifizieren. Der war weich, der war hart, so einfach malt sich das Bild, und weil die deutschen Pferde in der Masse eher der Kategorie Spätentwickler angehören, wird das mit dem Euphemismus harter Steher umschrieben, oder, als Steigerung, eisenharter Steher. Im Vergleich zu internationalen Trends, die durchaus zu Meilern oder Fliegern, jedenfalls zu frühreifen Pferden, gehen. Aber was ist da dran, oder ist an dieser Kategorisierung überhaupt was dran? Woher kommt denn diese Spätreife, ist sie vererbbar? Erstmal ist die Vegetation in Deutschland derjenigen in Frankreich, Großbritannien und Irland hinterher. Das Klima verschiebt sich zwar, aber als Parallelogramm. Daher findet das deutsche Derby immer nach dem Englischen und Französischem statt, vom Italiänischen zu schweigen. Irland macht die Ausnahme, aber das hat was mit England zu tun.

Schäferhund
Schäferhund

 

Daher rührt, daß deutsche Pferde in der Spitze – um die geht es in der Zucht – etwas mehr Zeit haben, sich auf das Derby vorzubereiten, die entscheidende Zuchtprüfung. Mehr Zeit, weniger Druck, weniger Verletzung unterwegs. Denn die haben was mit Belastung zu tun, qualitativ als Stress, und entwicklungs- bezogen auf das Alter. Je früher und mehr bestimmtes Training, je mehr Verletzungen. Mit Vererbung hat das erstmal nichts zu tun. Deshalb haben die Amerikaner so viele Ausfälle unterwegs zum sehr frühen Kentucky Derby am ersten Mai Sonnabend. Es gilt also, daß Frühreife und Grundschnelligkeit ihren Preis haben, wie auch mehr PS: In dem Fall mehr und frühere Auslese. Insofern kann ich diese Einteilung nicht recht nachvollziehen. Mir erscheint das wie mit den Schäferhunden. Die haben Herrchen, die es gern hart mögen, aber nicht hart sind. Wer unverfälschtes will, der nimmt einen Rauhaardackel. Physiognomisch mag der verzüchtet sein, aber charakterlich vorbildlich. Hier noch für die Anhänger von weichen Flitzern zwei ältere Dokumente:

 

Und noch ein stadtbekanntes Weichei:

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