Herrenreiter

 

Und wie bestellt und daher auch gleich abgeholt erscheint die folgende Sentenz in einem Forum, die der Autor, ein Mann der Amateur Abteilung mit Hang zu verstaubter Rhetorik, schalkhaft als bissig bezeichnet:

 

„Man könnte noch bissig anführen, daß es Besitzer gibt, die der Meinung sind, wenn das Publikum deren Pferde laufen sehen darf, wäre das doch genug. Wenn das verehrte Publikum es auch noch Comode haben will, solle es woanders hingehen.“

 

Das ist also satirisch gemeint, aber weil der Rennsport nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren funktioniert, ist die Kehrseite dieser satirischen Leistung die Realität, wonach es in der Tat so ist, daß es unter keinen Umständen Pferderennen ohne Besitzer gäbe, ohne Wetter und notabene Publikum aber sehr wohl. Denn es gibt keine herrenlosen Rennpferde, jedes hat einen Besitzer (der aber in Wirklichkeit der Eigentümer ist, um es juristisch korrekt zu beschreiben). Z.B. in Dubai, wo sich der Rennsport großer Beliebtheit erfreut, wird offiziell kein Dinar gewettet. Also verfehlt die Satire leider ihr Ziel. Wenn der Autor dieser bissigen Zeilen geschrieben hätte, daß auch Wetter und Publikum zum Gelingen der Veranstaltung beitragen, sehr richtig. Und auch ihr finanzieller Beitrag soll durchaus gewürdigt werden, also Eintritt und Totoerlöse. Aber das sind leider Marginalien in dieser Gesamtbetrachtung.

 

Insofern hat der Sport jedes Interesse, das Publikum zum Bahnbesuch und regem Wetten zu animieren, und es liegt daher auch im Interesse des Sports, die jeweiligen Wünsche der Kunden aufmerksam zu eruieren und, wenn sinnvoll und möglich, zu erfüllen. Denn das Gaudium Pferderennen mit Wetten soll allen Spaß machen, Besitzern und wettendem Publikum. Aber so wie die Besitzer nicht in das Wettverhalten des Publikums hineinregieren, so sollen auch die Wetter nicht in die Entscheidungen der Besitzer reinfuhrwerken. Vor allen Dingen keine Amateure. Auch der weiterführende Hinweis, es gäbe im Sport Entscheidungsträger, die nicht Besitzer sind, geht leider völlig fehl. Diese Leute sind nämlich kraft Amt beauftragt, was zu tun, also im Zweifel auch was zu entscheiden. Es geht dabei um den Herrn Halm und seine Kollegen in den Vereinen, die Geschäftsführer. Ob die ein Pferd haben, ist bei der Stellenbeschreibung nicht problematisiert, und vielleicht hülfe es, wenn das zu den Zulassungsvoraussetzungen gehörte. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Wie auch die Qualifikation dieser Herren solo und in toto.

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Kommentare: 3
  • #1

    Veltheim (Montag, 08 Februar 2010 22:04)

    Prost die Mahlzeit!

  • #2

    tiedcottage (Dienstag, 09 Februar 2010 09:00)

    sam waley-cohen ist ein guter junger reiter.
    er hat mumm, gutes aussehen, eine sehr gute erziehung und von hause aus viel geld.
    seine familie hat aktuell zwei ganz gute hindernispferde die beide am selben tag genannt sind,
    auf zwei verschiedenen bahnen! kein problem für die cohens, heli gemietet und ab die post,
    warwick - newbury, kindersspiel. jetzt kommt´s - autsch, newbury hat das rennen vorverlegt , nicht genug zeit zwischen den rennen.
    wenn ich nicht reiten kann, so sam,
    bleibt ein pferd zu hause.
    ante post wetter sind empört, die cohens nehmen es gelassen
    wer die musik bezahlt……..

  • #3

    di (Dienstag, 09 Februar 2010 15:13)

    dann soll er halt ein double schicken.