Baden-Baden

Was am meisten ärgert an all diesen Insolvenzen und Malheuren ist die Chuzpe, mit welcher die Akteure nach dem Fall zugange sind. Vorzüglich Herr Stüber, ein Mann von seltener Dickfälligkeit, der allen Ernstes eine blühende Zukunft sieht, dem Internationalen Club das Zeug attestiert, weiter zu machen wie bisher, denn mit ihm und dem bewährten Team und dem Verwalter geht jetzt alles wie geschmiert. Angeblich sind die Veranstaltungen allesamt gesichert, die nötigen Kapitalien zur Hand, und alle stehen eifrig in der Startlöchern. Wenn nur die blöden Gläubiger nicht wären, die erst so doof waren, die Kohle herzugeben, und jetzt so frech, auf einer Rückzahlung zu bestehen. Aber das kriegen diese lustigen Leutchen auch noch in den Griff, die Umkehr der Verantwortlichkeiten und Beweislast.  Nicht diejenigen, die das alles zu vertreten haben, haben Schuld, sondern die, die das nicht weiter unterstützen, dazu das Wetter und die Wettunlust sowie Köln. Eine Melange zum Niederknien. Dabei sind das meiste hausgemachte Probleme, verursacht durch die natürliche Gier und Großmannssucht der Baden-Badener, die Herr Zellmann vor Jahr und Tag mit einem Turbocharger versah, als er seine Visionen eines Kapitalmarkt getriebenen Eldorados in die Tat umsetzte, Luxustribünen auf Pump, Betbull mit Cashflow, Bugatti als Taxi. Ein paar Pferderennen dazu als Marginalie und Arrabeske zum lauwarmen Schampus, damit das Volk was zum Johlen habe, ansonsten aber eine Chambre separee` Kultur der Großbetrüger und speckigen Jungfern. Akustisch begleitet von der Kernkompetenz Schlagermusi, die dem Geschmack der Clientele und der Impresarios gleichermaßen entspricht, also unterstes Niveau mit Ach und Krach erreicht. Herrn Zellmanns Aktivitäten, die von Herrn Sundermann angestachelt und vom Deutschen Sportverlag hechelnd und eilfertig publizistisch begleitet wurde, in unzähligen Interviews und Featureberichten. Alle diese Dinge sind eng miteinander verwoben und verstrickt, denn die dramatis personae haben die gleichen Fähigkeiten und Ziele. Zellmann, Stüber, Prinz Baden. In gewisser Weise repräsentiert Baden Baden den Nukleus der Deutschen Rennsport Misere, nämlich einen Buchmacher als Macher, dessen Visionen einer neuen Wettwelt durch das BVerfG rüde aber vorhersehbar gestopt wurden, und dito auch die Erwartungen des Kapitalmarktes, der ebenfalls daran schweren Schiffbruch erlitten hat. Und darauf dann folgend die Unfähigkeit zur Einsicht und Umkehr. Ich dachte immer, Bad Doberan stelle den Höhepunkt an Unfähigkeit und Schamlosigkeit dar, aber was da seit Jahr und Tag und regelmäßig aus Baden-Baden an Horrornachrichten und Grauslichkeiten dringt, stellt das alles bei weitem in den Schatten.

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Kommentare: 4
  • #1

    volle pulle (Freitag, 10 April 2009 14:05)

    ist doch ganz einfach:nur mal den
    ostsee meeting/racing manager aus dad doberan
    unter vertrag nehmen,schon läuft das wasser
    der oos wieder in die richtige richtung!

  • #2

    j.w. (Samstag, 11 April 2009 20:59)

    der irrsinn hat methode. probleme überall. der norden subventioniert seine anlagen schamlos. der osten sowieso. der westen kauft dem rv ein für die stadt nutzloses areal zu einem geisterpreis ab und im süden häufen sich die pleiten. die sind derzeit anscheinend zeitgeist. das zwischenzeitlich die pseudoelite den wunsch von schnellem geld mit null arbeit als religionsersatz etablieren wollte wurde ja auch noch als neue freiheit gefeiert. warum also immer auf den leuten rumhacken, die dieses fähnlein tapfer vorangetragen hatten? dummheit ist erlernbar. die derzeitigen hochschulen machen es schön vor. statt richtiger abschlüsse so bachelors und masters ähnliches. aber wie solls auch anders gehen mit dem bremer abitur als grundlage ...

  • #3

    di (Sonntag, 12 April 2009 10:25)

    herr weller, sie machen ihrem ruf als altphilologe ehre. und herr schleifenbaum hat sich leider völlig zurück gezogen. beides ist zu begrüßen, hilft aber herrn stüber nicht aus der bredouille, der aber trost im gediegenen mittagstisch nebst alkoholischen erfrischungsgetränk findet. es gibt schnupfennudeln abgebräunt mit hascheesteak esterhazy sowie einen trollinger aus gau bickelheim.

  • #4

    volle pulle (Sonntag, 12 April 2009 21:41)

    na,dann wünschen wir dem herrn stüber mal
    guten appetit,möge er sich doch an dem
    trollinger aus dem gau bickelheim,verschlucken!
    j.w.,besser schamlos subventionieren,als unter-
    gehen zu lassen.mir scheint,daß der süddeutsche
    neid sich bemerkbar macht!dabei sollten wir doch
    alle in einem boot sitzen!