Die Lottofee

Lotto, Toto, Rennquintett, so ging vor Jahren eine Melodie des Dreiklangs. Dann versandete im Jahre 2003 diese Veranstaltung. Jetzt lesen wir folgendes:

 

„LOTTO Hamburg plant, im 1. Halbjahr 2009 mit einem neuen Produktangebot in den rund 450 Annahmestellen zu starten: TRALOPPO – die Pferdewette bei LOTTO Hamburg.“

 

Das ist interessant. Lotto Hamburg setzt im Jahr knapp 200 Mio um. Die Oddset Wette ist rückläufig, das Internet für alles außer Pferdewetten tabu. Die Geschichte dieses Plans geht zurück in den Januar 2007. Da gab es die ersten Gespräche in Hamburg, als man den Lotto Leuten das Thema andiente und schmackhaft machte, und offenbar hat sowohl die Lotto Gesellschaft als auch die Stadt erkannt, daß man mit Pferdewetten eine legale Sportwette ins Angebot nehmen kann, die gut paßt und konkurrenzlos ist. Zumindest hat der Sport diese Chance nicht versiebt, denn wenn es auch lange gedauert hat, so scheint doch im Moment alles auf grün zu stehen.

 

450 Annahmestellen in Hamburg, 192,8 Mio. Umsatz in 2008. Das sind Zahlen, von denen jeder Marketingexperte träumt. Dazu eine Kundschaft, die ins Haus kommt, und die alles Mögliche probiert, um reich zu werden. Diese Gemengelage ist an Phantasie Produktion schwer zu überbieten. Und das ist nur ein kleiner Stadtstaat. Der Lotto Block macht in Deutschland um und bei € 7.000.000.000 Umsatz, sieben Milliarden. Selbst schwache Kopfrechner erkennen mühelos, welche Potentiale auch bei kleinsten Anteilen an diesem Topf zu heben sind. Da macht das ganze Theater um eigene Vertriebsstellen, ob mit Coral oder ohne, wenig Sinn. Erreichbare Kunden sind alle Lotto Kunden mit dieser Karte.

 

Das Argument, Rennquintett habe schon nicht funktioniert, geht fehl, weil sich die Zeiten geändert haben, und somit auch die Sach- und Rechtslage, mit der sich alle Mitspieler auseinandersetzen müssen. Es gelten neue Bescheidenheit und Bestimmungen, Staatsvertrag, Urteil BVerfG, EU Rechtsprechung, und das bedeutet auch, daß sich die Sichtweisen der jeweiligen Anbieter ändern. Daher macht Lotto Hamburg den Anfang. Die Frage ist, ob der Rennsport in der Lage ist, bei dieser Kooperation vernünftig mit zu spielen. Das ist auch eine Frage des Personals. Der Rennsport täte jedenfalls gut daran, in diesem Konzert bescheiden zu bleiben, also nicht zu versuchen, nach Art der Herrenreiter eine angemaßte Superiorität gegenüber dem popeligen Lotto heraus zu kehren. Das ginge garantiert in die Büx. Lotto kennt seine Kunden am besten, und es kann nicht Ziel der Sache sein, Millionen Rennsportfachleute auszubilden. Ankreuzen, Haken machen, Ende und fertig. Was her muß, ist eine ordentliche Präsentation des Sports, Pünktlichkeit, und allgemeine Verlässlichkeit, alles Dinge, an denen es derzeit bei Trab und Galopp gewaltig hapert. Im Übrigen sollte der Sport diese Initiative als das begreifen, was sie ist: eine ganz große Chance, das Ruder doch noch vor dem Rammen des Eisbergs rum zu reißen.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    volle pulle (Sonntag, 05 April 2009 15:03)

    wäre alles zu schön,um wahr zu sein,
    aber die meißten lottoläden müssen sich an die
    gesetzlichen öffnungszeiten halten,lediglich einige
    wenige,wie in einkaufscentern oder tanken,haben
    länger auf,wobei das mit letzteren schon interessant
    wäre:rund um die,uhr geöffnet,dazu noch ausschank!
    für schlaumeier:bitte kein vergleich zum reinen
    lotto ziehen,denn die sponsern den sport,kultur
    und die parteien!