Proudinsky und Derby Preps

Proudinsky: He did us all proud! Und das zum zweiten Mal hintereinander, im Murvyn Muniz Jr. Memorial Handicap (was ein Renntitel). Ein Grade II Rennen über 1.800 Meter Grasbahn der Fair Grounds in New Orleans. Aus der äußeren Box 14 im ersten Bogen in der dritten Spur, ging es kurz hinter der Spitze ohne Probleme die Gegenseite lang; im Schlussbogen dann das übliche Gedrängel, aber Espinoza hat ihn da wieder gut durchgesteuert, und in der Geraden resolut als Wurstscheibe eines Sandwichs mit Nase hingefummelt. Das war eine sehr gute Vorstellung, eine der besten, die ein Silvano Produkt bisher gezeigt hat. Mit sechs Jahren besser denn je, und auf Gras bis etwa 2.000 Meter in Amerika mit an der Spitze. Trainer Bobby Frankel, Reiter Victor Espinoza.

 

Im attraktiven Beiprogramm das sehr interessante Louisiana Derby, welches Friesan Fire mit sieben+ Längen und völlig überlegen gewonnen hat. Das war mit Abstand die beste Leistung eines Derby Kandidaten an diesem reich mit Derby Preps bestückten Sonnabend. Das Pferd wird von Larry Jones trainiert, dem Mann mit dem Cowboy Hut, und stammt von A.P.Indy ab, hat also zwei dicke Pluspunkte in seinem Marschgepäck zum Derby. Der Minuspunkt könnte mangelndes Stehvermögen sein, aber diesen Minuspunkt teilt er mit fast allen Konkurrenten. Auch sein Stallgefährte Old Fashioned scheint nicht der allergrößte Steher zu sein, ein Unbridled`s Song Sohn, der als haushoher Favorit die Rebel Stakes in Oaklawn Park, Hot Springs bestritt. Aber leider ging das in die Büx, weil ihn ein 600:10 Außenseiter mit dem schönen Namen Win Willy weggemacht hat, sehr zum Entsetzen des Publikums und des Bahnsprechers Terry Wallace, die beide recht still und einsilbig wurden, als sich das Drama um den Favoriten Mitte der Geraden abzeichnete. Aber so geht das nun mal. Win Willy stammt von Monarchos ab, der 2001 das Kentucky Derby gewonnen hat. Geritten hat Clifton Berry, trainiert wird er von Mac Robertson. Larry Jones war mit Cowboy Hut am Platze, während seine Frau Friesan Fire in Fair Grounds betreute, also die bessere Wahl getroffen hatte. Manchmal streuen gute Pferde auch mal eine schwächere Form ein, aber es sah nicht so richtig gut aus, was hier von Old Fashioned abgeliefert wurde.

 

Der andere Favorit für das Kentucky Derby hat zwar gewonnen, sah aber auch nicht besonders prickelnd dabei aus; Pioneerof the Nile musste sich tüchtig rühren wie auch sein Reiter Garrett Gomez, um die San Felipe Stakes in Santa Anita zu gewinnen, zumal gegen sehr übersichtliche Konkurrenz. Auch hier die Distanz 1.700 Meter, also nur eine verlängerte Meile, und daher das große Fragezeichen Stehvermögen. Immerhin macht Pioneerof the Nile einen sehr routinierten Eindruck, und sein Trainer Bob Baffert steht zu Recht vor der Aufnahme in die Hall of Fame. Baffert, der stets eine Sonnebrille wegen einer Heuallergie trägt und dazu eine sehr attraktive schlohweiße Haarfrisur, soll mal laut Eigenauskunft in die Spalte Beruf? eines Hotels „Pornstar“ eingetragen haben; dem  Mann ist also allerhand zuzutrauen. Auch ein vierter Deby Sieg. Dann gab es noch das Tampa Bay Derby in Florida, welches Muskat Man unter Daniel Centeno nach vielen Umwegen und Stops unterwegs so gerade noch gewann. Aber dieses Rennen sah nicht so aus, als ob da richtige Derbypferde mitliefen, auch nicht der Sieger, der von Derek Ryan trainiert wird.

 

Ansonsten ist zu berichten, daß die Stute Stardom Bound zwar die Santa Anita Oaks am letzten Wochenende gewonnen hat, aber wohl nicht ins Kentucky Derby gehen wird. Das ist schade. Zum Anderen hat sich ein neuer Kandidat sehr eindrücklich ins Gespräch gebracht, I Want Revenge, der ebenfalls am letzten Wochenende die Gotham Stakes in New York gewonnen hat, was umso bemerkenswerter ist, als er als „Shipper“ von der weit entfernten Westküste anreiste. Der Steven Got Even Sohn wird von Jeff Mullins trainiert und wurde von Joe Talamo geritten, aber ich habe das Gefühl, daß im Kentucky Derby jemand anderes drauf sitzen könnte. Wie auch auf Friesan Fire, den Gabriel Saez in New Orleans geritten hat, während der wohl bessere Ramon Dominguez mit seinem Trainer den falschen Old Fashioned rausgesucht hatte. Das könnte sich am ersten Mai Sonnabend ändern.

 

Wie auch immer, an unserem Mumm The Pamplemousse hat sich nix geändert.

 

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