Kooption II

 

Kooptieren kann man auch im vorauseilenden Gehorsam, wie das einschlägige Beispiel des Wechsels im Amt des Präsidenten des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen zeigt. Es übergibt die Fackel Herr Borchert an Herrn Woeste, und zwar so:

 

Albrecht Woeste: Natürlich haben wir darüber gesprochen, ob meine Person überhaupt für den Posten des Vorsitzenden des DVR erwünscht ist. Herr Borchert hat mir signalisiert, dass es so sei. Somit würde ich mich auf diese neue Herausforderung freuen, zumal es im Moment ein wirklich sehr freundschaftliches und konstruktives Miteinander gibt.

 

Aha, das ist sehr schön. Herr Borchert, der in seiner 10 jährigen Amtszeit des Öfteren ganz isoliert vom Rest der Galoppsportwelt und einsam auf dem Waagedach der Hamburger Derby Bahn stand, ausgerechnet er also verleiht dem Wunsch nach Herrn Woeste Ausdruck. Wessen Wunsch mag das sein? Denn siehe:

 

 Albrecht Woeste: „Es gab bereits vor längerer Zeit ein sehr intensives Gespräch mit Jochen Borchert. Dass nun von ihm der Vorschlag kam, mich zum neuen Vorsitzenden des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen zu wählen, war somit keine große Überraschung für mich. Im Übrigen kenne ich Jochen Borchert schon sehr lange.

Wir arbeiten in der von Johannes Rau ins Leben gerufenen Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege eng zusammen. Er ist Vorstands-Vorsitzender dieser Stiftung, ich habe einen Sitz im Vorstand. Als Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Düsseldorf oder als Kammerpräsident in der NRW-Landeshauptstadt kann ich zudem auf einige Jahre Verbandserfahrung zurückgreifen.“

 

Mag sein, daß es der Wunsch des verblichenen Landesvaters war, aber ob es der Wunsch der Rennsport Aktiven ist, das ist zumindest zweifelhaft, ganz sicher aber nicht bekannt, denn niemand hat die befragt. Wobei diese Dinge auch nichts mit dem Rennsport zu tun haben,   man sich aber seit längerem kennt und schätzt. Darum geht es, man schätzt sich und kennt sich.  Auch das ist schön, für die beiden Herren, für die Nordrheinwestfälische Naturschutzpflege, für die Heimat und für das Kulturwesen, aber für den Rennsport ist das alles nicht unmittelbar relevant. Relevant ist jedoch die nahtlose Fortsetzung der Politik per ordre mufti, einer ausgekungelten Pseudowahl, die die Galerie ruhig stellen soll, aber zutiefst undemokratisch ist. 10 Jahre Borchert haben gezeigt, wo das enden kann, im Zweifel in völliger Agonie und ohne echte Legitimation. Das Nämliche gilt für den Fall Meimann, und auch der Fall Halm macht sich auf, zu einer endlosen  und qualvollen Diktatur der Unfähigkeit zu werden. Denn Herr Woeste hat ja bereits seine Vorstellungen hinsichtlich einer engen Zusammenarbeit mit Herrn Halm wissen lassen, möchte also den Rennsport mit einer Tandem Personalie beglücken.

 

Das ist alles ein grand malheur de kack, wie mein Vater zu sagen pflegte.

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