Kooptieren

Gehört zum Standardinstrumentarium des Vereinswesens, recht eigentlich Vereinsmeierei genannt. Kooption bedeutet, jemanden ohne Mandat in ein Amt zu holen, oder auf einen Posten. Vorstände und Präsiden von Vereinen und Verbänden machen das gern, weil somit eine geräuschlose Kontinuität in der Personalabfolge gewährleistet wird. Dazu gesellt sich oft die willkürliche Blockwahl, oder Wahl en bloc, womit sich derartige Gremien als hart am Rande der Erpressung arbeitende Monolithen erweisen. Entweder, wir alle, oder keiner steht mehr zur Verfügung. Alles das dient der Zementierung eines vermeintlichen Mainstreams, also der Fernhaltung einzelner, womöglich unbequemer Neulinge. Gerechtfertigt wird dieses undemokratische Gebaren meistens mit so genannten Sachzwängen, oder Vereinfachungsmodalitäten, spätestens bei der nächsten ordentlichen Wahl jederzeit zu heilen bzw. zu sanktionieren. Nur daß dann leider oft wieder die Blockwahl ihr Haupt erhebt, so daß undsoweiterundsofort.   Es wundern sich oft die Präsiden und Vorstände in Verbänden und Vereinen über manch Unmut der da draußen im Lande und an den Fernsehgeräten, sich völlig gewiss ihrer selbstlosen und aufopferungsvollen Arbeit, ihrem altruistischen Dienst an der Sache und sonst nichts. Das ist falsch. Die Sache stinkt, zumindest die Sache Rennsport, sie stinkt zum Himmel, und neben Unfähigkeit klebt schlichte Eitelkeit diese Männer an ihre Stühle. Man merkt das ganz deutlich im persönlichen Gespräch, wenn die Contenance im Nu flöten geht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruehl (Dienstag, 24 Februar 2009 09:41)

    Die Schilderung trifft zu 100% zu.
    Ein Verein kann nur überleben, wenn an der Spitze ein Manager steht, der den Verein fördern will und nicht seine eigenen Interessen durchsetzen will, was leider sehr häufig der Fall ist.