Personalpolitik

 

Der Rennsport tut sich traditionell sehr schwer mit seinem Leitungspersonal. Struktur und Befindlichkeiten befördern eine Wagenburg der Häuptlinge, in der die Plätze im Nachrückverfahren vergeben werden. Eine Solidargemeinschaft der gegenseitigen Abhängigkeit. Solange es dem Sport gut geht, mag das hingenommen werden als kuriose Eigenheit einer kuriosen Randveranstaltung. Wenn aber die Existenz des Ganzen zur Disposition steht, muß damit Schluß sein. Es geht dabei um die Posten an der Spitze, also um das Amt des Präsidenten, und um den Posten des Chief Executive Officers. Das sind die Herren Borchert und Halm.

 

Nun hat Herr Borchert nach gut 10 jähriger Amtszeit erklärt, er werde ab März nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit tut er dem Sport sicherlich einen großen Gefallen. Es wird weiterhin kolportiert, daß ein Herr Wöste sich zur Wahl der Nachfolge stellen wolle, und es wird insofern davon ausgegangen, daß diese Wahl bereits erfolgt ist, zumindest in den Köpfen der Wähler, also im Vorstand des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen. Von Herrn Wöste ist bekannt, daß er – anders als sein mutmaßlicher Vorgänger - im Rennsport verankert ist. Das ist schön und erfreulich. Ansonsten ist er der Galoppsport Gemeinde at large nicht weiter bekannt. Es wäre insofern zu begrüßen, wenn Herr Wöste der guten Ordnung halber in einer öffentlichen Verlautbarung seine Ansichten und Pläne Kund täte. Es wird jedoch schon jetzt kolportiert, daß Herr Wöste sich ausbedungen habe, dieses Amt nur dann anzutreten, wenn Herr Halm weiter als Geschäftsführer dabei bleibe. Das ist interessant. Ein Mann, der noch gar nicht im Amt ist, stellt bereits jetzt ein Junktim her zwischen seiner Personalie und einer weiteren. Und wie man hört, macht sich der Präsident der Besitzervereinigung, wichtigste Gruppierung im Rennsport, diese Position zu Eigen. Also Festhalten an Herrn Halm, damit Herr Wöste ins Amt kommt. Das bedeutet im Ergebnis weiterhin, daß die Arbeit von Herrn Halm, zumindest durch die Besitzervereinigung, rückwirkend sanktioniert würde. Womit auch vertragliche Positionen präjudiziert würden. Das wäre nicht gut.

 

Nun sehen viele die Qualitäten des Herrn Halm kritisch, zumindest im Bezug zu seinen Aufgaben im Rennsport, und eine Debatte seiner Tätigkeit ergibt sehr kontroverse Beurteilungen. Weiter unten im Text werden einige seiner öffentlichen Bemerkungen wiedergegeben, die für sich selbst, und insofern gegen seine Qualifikation sprechen.  Das mag man anders sehen, wir leben in einem freien Land, aber die Debatte mit dem Argument zu führen, Herr Wöste habe da  was verlangt, das geht meilenweit am Thema vorbei. Das muß man Herrn Ostermann und seinen Kollegen ganz deutlich sagen. Und wenn er dann meint, ein Misstrauens Votum gegen Herrn Halm bedeute gleichzeitig eines gegen Herrn Wöste und weiter gegen das Präsidium der Besitzervereinigung, dann wird das bei verständiger Würdigung dieser Junktims wohl so sein.

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