Das Direktorium und die Besitzervereinigung

 

Dringend nötig ist eine Entstaubung und Vereinfachung der Organstruktur Besitzervereinigung speziell und Rennsport generell. Dort gibt es ein Präsidium und einen Vorstand, welche wechselseitige Verflechtungen und personelle Überschneidungen haben, zudem Entsendefunktion für das DVR. Die Satzung stellt auch für geübte Leser von Gesetzestexten eine unheilvolle Verquirrlung von Kompetenzen und Proporz Verweisen dar, ein Hin und Her an gegenseitiger Bezugnahme und Rückverweisung. Man nennt so was ein selbstreferentielles, geschlossenes System. Luft kommt an seltenen Festtagen rein, sei`s durch natürlichen Abgang und Nachrücken, sei`s durch einzelweise Neuwahl, die dann aber lediglich kosmetische Veränderungen mit sich bringt. Das hat Tradition, wie man auch an den aberhundert §§ der Rennordnung nebst mannigfaltigen Ausführungsbestimmungen sieht, an all den regionalen Unterverbänden, an all den Kommissionen und Fach- und Beiräten zu Diesem und Jenem, letztlich alle organisiert und legitimiert unter dem Dach des DVR und der Rennordnung. So eine Struktur schreckt jeden neuen Interessenten ab, weil sie den status quo zementiert, und weil sie ein Instrument darstellt, auf dem nur Eingeweihte und langjährige Mitglieder der Bruderschaft der schon immer Dabei seienden spielen können.

 

Die Besitzervereinigung stellt den Nukleus des Rennsports dar; alle anderen sind Mittel zum Zweck, Dienstleister und Subunternehmer der Besitzer. Also hat sich der Rennsport nach den Besitzern zu richten, und zwar unparitätisch. Es können sich alle Rennvereine dieser Welt  in  selbstloser Ausübung ihres gesetzlichen Auftrags zusammen schließen und Rennen ausschreiben; wenn nicht die Pferde der Besitzer laufen, gibt’s keine Rennen, und keine Leistungsprüfungen. Rennvereine sind nichts weiter als das ausübende Hilfsorgan der Besitzer, wie auch Jockeys, Trainer, Transporteure und Vets. Zahlen tun die Besitzer, und die anderen werden  davon bezahlt. Rennvereine sind auch nur beliehene Betreiber des Totalisators, und weiter nur Durchreicher der Totoerlöse an die Besitzer und Aktive. Eine örtliche Clearingstelle.

 

Daher benötigt der Rennsport eine Reform der Machstrukturen innerhalb des DVR, wonach Schluß sein muß mit diesen quasidemokratischen Verhältnissen. Demokratisch muß es zugehen bei der BV, bei den einzelnen RV, beim Trainer- und Jockeyverband. Da ja. Aber ansonsten bezahlt die BV diese Band, und also darf sie auch die Lieder bestellen. Die Band spielt und kassiert.

 

Insofern entfiele auch dieser alberne Besetzungshumbug im DVR nebst Stimme. Beobachter gern, Beisitzer, auch of counsel und als Berichterstatter, aber nicht mit Vollstimme, wenn’s um die Verwendung fremden Geldes geht. Dann lieber die BV raus aus dem DVR und als Auftraggeber und Kontrahent gegenüber dem Rest auftreten, der sich wenn er mag weiter so konstituieren mag.

 

Und die BV selbst reduziert ihr Leitungs- und Repräsentanz- und Überwachungspersonal auf Präsident, dessen Stellvertreter, Geschäftsführer nebst leistungsfähigem Apparat, dreiköpfigen Aufsichtsrat. Bis auf den GF Ehrenämter, diese zu wählen sämtlich direkt und einzeln durch die HV, und von ihnen gemeinsam mit Mehrheit anzustellen der Geschäftsführer.

 

Der Präsident vertritt und repräsentiert die Besitzervereinigung in allen politischen und gesellschaftlichen Angelegenheiten nach draußen. Er macht keine operative Politik, aber Lobbyarbeit. Der Stellvertreter vertritt ihn.

 

Der angestellte Geschäftsführer führt die Geschäfte nach eigenem Ermessen, aber unter Beachtung der generellen Ziele der Besitzervereinigung, also Verbesserung der finanziellen Situation. Er bekommt dafür ein Budget sowie einen Apparat. Er berichtet an den Aufsichtsrat. Er vertritt zusammen mit dem Präsidenten die BV in regionalen und überregionalen Verbänden, Vereinen, und vor Behörden und anderen staatlichen und Europäischen Einrichtungen.

 

Der Aufsichtsrat beaufsichtigt den Geschäftsführer, macht selbst ansonsten keinerlei Politik. Er vertritt den Willen der Hauptversammlung gegenüber dem Geschäftsführer und stimmt mit ihm die Politik ab. Er berät den Geschäftsführer und kommuniziert innerhalb der BV, um die Arbeit des Geschäftsführers zu unterstützen.

 

So stelle ich mir das vor.

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