Mo

30

Aug

2010

Niederlagen

Nun hat es auch Overdose erwischt, unter sehr unschönen Begleiterscheinungen an der Startstelle. Niederlage stand von Anfang an drüber geschrieben, und es kam, wie es kommen mußte. Nichts besonderes, wenn man auch das Pferd nicht hätte anspannen sollen. Leider war die Karriere des Pferdes stets von sehr unprofessionellen Connections begleitet, die eine schrille publizistische Begleitmusik gespielt haben, die in den Ohren schmerzt. Am Ende hat das Pferd entnervt das Handtuch geschmissen, was man gut verstehen kann. Der Start in Hamburg war der Anfang einer katastrophalen Kampagne, immer begleitet von Problemen, und insofern paßt auch der verunglückte Start im l`Abbaye dazu, dem einzigen Rennen, in dem Overdose richtige Gegner traf. Ob er da bei regulärem Rennverlauf auch gewonnen hätte, ist nicht gewiss, aber wahrscheinlich, und damit hätte er in der Tat eine erstklassige Leistung gezeigt. Der Rest war Fallobst und unsägliches Handling nebst staatstragenden Pressekonferenzen und täglichen Bulletins mit immer widersprüchlichen Aussagen zu Plänen, Terminen, Orten und Zuständen. So geht das nicht. Eine Serie ist schön, aber noch schöner ist eine professionelle Behandlung. Lieber mal verlieren, als ständig mit kaputten Füßen durch die Gegend zu laufen, und ewig hin- und her gekarrt zu werden. Das Pferd hat viel Klasse und Potenzial, seine Leute leider überhaupt nicht

 

In Amerika hat auch ein Pferd verloren, ähnlich schmalzig angehimmelt von einer Fan Gemeinde, die mehr fühlt, als versteht. Horse of the Year Rachel Alexandra hat sich zum ersten Mal auf 2.000 Meter versucht, und absehbar verloren, immerhin zum dritten Mal in diesem Jahr. Aber nach den Woodward Stakes vor einem Jahr ist das alles kein Wunder, denn da mußte sie tief schürfen, und das hat sehr viel Substanz gekostet. Die fehlt seitdem, und das Pferd ist eine Klase tiefer. Assmussen hat das gut erkannt, und die Starts dieses Jahr sehr unenthusiastisch geplant und mürrisch exekutiert, weil der so genannte öffentliche Druck nach da capo schreit und giert. Das letzte Jahr war vor allen Dingen spektakulär, dieses ist realistisch.

 

ps: Ein Kommentator empfiehlt zum Thema Wunderpferd das Video zu Dayjur. Hier ist es.

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Fr

27

Aug

2010

Danke und Hals&Bein

Man muß Herrn Delius zu seinem Kommentar Recht geben; es ist erstaunlich und durchaus nicht selbstverständlich, daß es in Baden Baden wieder Rennen gibt, und allein diese Tatsache ist aller Ehren der Veranstalter wert. Detailfragen erübrigen sich daher im Moment, das mag man alles hinterher analysieren, was die Veranstalter allein aus Eigeninteresse auch tun werden. Herr Dr, Jacobs hat neulich in Bremen öffentlich die Zahl von € 3.000.000 genannt, die zusätzlich zu allen sichtbaren und direkten Investitionen als Ablöse an die Gläubiger des internationalen Katastrophenclub geflossen sind. Das ist ein ordentlicher Batzen, fast genauso viel, wie die Kollekte von German Racing erbracht hat. Zusammen werden es mehr 5 Millionen sein, die da im Moment in das Projekt Reanimation Baden Baden gegangen sind, wahrscheinlich sogar mehr. Allen beflissenen Kommentatoren sollte bewusst sein, welch außergewöhnlich hohe Investition hier getätigt wurde, mehrheitlich auch aus ideellen Gründen, und es wäre daher sehr zu begrüßen, wenn die allgemeine Lust an der Pfennigfuchserei einen freiwilligen Dämpfer erhielte. Entscheidend ist, ob die Wurst schmeckt, aber nicht, ob sie zweifuffzich kostet oder zweisiebzig, und am allerentscheidendensten ist, daß den Aktiven und dem Publikum diese außergewöhnliche Bahn wieder Gastrecht und Sport auf hohem Niveau gewährt. Man erwartet also mit bangem Blick zum Himmel dieses erste Wochenende nach dem überfälligen Abgang der Unfähigen, wünscht den Machern Hals&Bein, und bedankt sich vorab für ihr großartiges Engagement.

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Di

24

Aug

2010

HRC

Der Hamburger Rennclub steht vor schweren Zeiten. Nachdem das vergangene Meeting mit katastrophalen Zahlen geendet ist, fragt sich das gemeine Mitglied, wie es weiter gehen soll. Der Präsident Wahler hat in einem Interview kurz nach dem Derby mitgeteilt, nun müsse alles auf den Prüfstand, namentlich auch die Arbeit der Agentur Beyer, deren Ergebnisse der vergangenen Jahre offenbar auch dem Vorstand nicht mehr gefallen. Das ist sehr interessant, hat doch der Vorstand aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Dame nebst ihrer Mutter 2005 in einsamer Entscheidung in den Sattel gehoben, nachdem Herr Wulff angeblich gescheitert sei. Die Arbeit der Agentur Beyer ist jedoch seit 2005 bei Sponsoren und Mitgliedern höchst umstritten, gekennzeichnet von Inkompetenz, Ineffizienz und Arroganz. Höhepunkt dieser Verbindung war der Auftritt der Dame Beyer letztes Jahr bei der Mitgliederversammlung, bei der sie allen Ernstes ihren so genannten Lebenspartner Oettinger als VIP Gast in Aussicht stellte, ein selten peinlicher und schmieriger Auftritt. Nun also kommt Herr Wahler via Presse zu der Erkenntnis, die Arbeit der Agentur Beyer auf den Prüfstand zu stellen. 5 Jahre zu spät, kann man da nur sagen. Auch sonst gibt sich der Vorstand gegenüber seinen Mitgliedern schweigsam und zugeknöpft; der Presse werden Interviews gewährt, den Mitgliedern nicht. Seit Jahren führen der 1. und der 2. Vorsitzende den Verein nach Gutsherren Art, einsam und schweigsam. Alle wichtigen Entwicklungen werden hinter verschlossener Tür abgehandelt – Finanzen, Kontakte zur Stadt, zu Sponsoren, zum DVR – und kein Sterbenswörtchen dringt in den Verein, außer den sattsam bekannten Interviews, die regelmäßig ante post von Jahrhundertmeetings fabulieren, und danach und ansonsten Gott und das Wetter verantwortlich machen, niemals aber das eigene Handeln in Frage stellen. Die jährliche Mitgliederversammlung verkommt zur reinen Akklamation, jedes Jahr zeitlich weit entfernt vom letzten Meeting, also so gut wie außer Reichweite des letzten Debakels. Seit Jahren werden Angebote der Mitglieder, bei der Arbeit des Vereins zu helfen, mit großem Wortgeklingel begrüßt, aber niemals angenommen, seit Jahren werden konkrete Vorschläge zum Ablauf der Veranstaltung mit großem Interesse zur Kenntnis genommen, und zuverlässig ignoriert. Abstimmungen werden konterkariert, dafür aber regelmäßig Spenden Aufrufe verschickt. Das ist alles eine ganz große Katastrophe. Teile des Vorstands haben den Bettel bereits hingeschmissen, andere sind frustriert über diesen Zustand. Der Hamburger Rennclub e.V. ist keine Privatveranstaltung, sondern ein gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder alle am Zustandekommen des Meetings Anteil haben; sei`s durch die saftigen Mitgliedsbeiträge, sei`s durch Spenden, sei`s durch Anspannen während des Meetings, sei`s durch Kobern neuer Mitglieder und Mitbringen von zahlenden Gästen.

 

Wenn der Vorstand des HRC überhaupt noch Kredit bei seinen Mitgliedern in Anspruch nehmen will, dann beraumt er ohne schuldhaftes Zögern eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, um die vielen drängenden Problems gemeinsam zu besprechen.

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Mo

23

Aug

2010

Politik

Daß man sehr wohl was machen kann, beweist der Fall Frankreich. Dort hat der Sport Einfluß auf die Legislative, soweit die Interessen des Sports betroffen sind. Das hat nur mittelbar mit der Abwesenheit von Fußballwetten und Lotterie zu tun, und viel mehr mit vernünftiger Politik des Sports. Bei uns regieren jedoch seit Jahren – ich empfehle ausnahmsweise das Archiv von galopponline als Quell diverser Berichte und Interviews – äußerst fragwürdige Ideen der Kooperation mit allen Sorten von Buchmachern und Plattformen, meistens auf Sand gebaut, und immer zum Schaden des Sports. Die bestehenden Verträge sind eine einzige Katastrophe, weil sie den status quo der Hungerleiderei bis ultimo 2011 festschreiben. Was danach den Vorturnern vorschwebt, man ahnt es nicht, bzw. doch, Fortschreibung zu minimal schlechteren Konditionen. Es gibt aber nur ein Ziel, nämlich die legislative Regelung von Sport Vermarktungsrechten analog dem Urheberrecht, also Lizenzerwerb oder Blackout. Dazu Quellensteuer am Ort, also in Deutschland, mit Subvention des Sports in vertretbarer Höhe aus diesen öffentlichen Töpfen. Dazu muß der Sport aber endlich diese Politik definieren und öffentlich machen und verfolgen, auch wenn es weh tut und schwer fällt, weil man dazu Kreativität und Stehvermögen gegenüber den Damen und Herren aus der Industrie braucht.

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Mo

23

Aug

2010

Neuer Spiel

Warum fehlt soviel Geld? Die Leute gehen auf die Rennbahnen, gestern grad wieder in Bremen, aber es kommt per saldo nichts bei rum. Die Renntage sind sportlich ansprechend, wie ebenfalls gestern und z.B. noch mehr neulich in Hannover, aber die große Wettlust auf den Bahnen ist verschwunden. Wetten die, die früher mehr gewettet haben, nur noch außerhalb am Computer, oder kommen andere auf die Bahn, oder haben die, die auf die Bahn kommen, keine Lust mehr zu wetten. Man weiß es nicht. Eines drängt sich atmosphärisch auf, mehr gefühlt als gewusst, daß nämlich den Leuten der Schreck in die Glieder gefahren ist, was die Zukunft anlangt. Es hat sich rum gesprochen, daß nichts mehr verläßlich kalkulierbar ist, vor allem nicht das eigene Schicksal, eine Erfahrung, die für die meisten neu und überraschend war. Es mag heute was im Beutel sein, aber wer weiß, was morgen ist. Ich kann mir vorstellen, daß mancher eine eigene Moralbremse hat, die es ihm verbietet, angesichts derart unsicherer Konditionen Glückspiel zu tätigen, also high risk money zu verteilen. Die Wetter aus Leidenschaft sind sicher in die Welt der Elektronik abgewandert, also zu den Anbietern, die entweder selber halten, oder für 10-11% vermitteln. Das sind stolze Provisionen, die gezahlt werden, wesentlich höher als die Margen bei Sportwetten, die mehr bei 5% liegen. Ganz zu schweigen von Margen im Handel. Also, es geht den Anbietern gut, jedenfalls denen, die ihr Geschäft beherrschen. Es müssen daher diese Margen gekappt werden, gleichzeitig müssen die Kosten drastisch erhöht werden, wenn diese miesen Deckungsbeiträge jemals auf akzeptable Niveaus kommen sollen. Die bestehenden Verträge mit den Buchmachern laufen Ende 2011 aus. Sollen sie. Ich rate, vor der Hand nichts anzubieten. Sollen doch diejenigen kommen, die was vom Sport wollen.

 

Angesichts der katastrophalen Lage an der kommerziellen Front wird oft vergessen, daß die Veranstalter zusammen mit den Aktiven schöne Renntage auf die Beine stellen. Wie gesagt, gestern war wieder so einer. Das Geläuf paradiesisch, der berühmte Teppich, dazu schwüle Luft und gute Rennen, dominiert wie so oft in Bremen von Eddie Pedroza, der Lichtgestalt des deutschen Turfs. Ein Sportsmann, ein Pferdemann, der Eleganz mit Effizienz verbindet wie kein zweiter im Moment. Unter ihm gewinnen die Pferde nicht nur, sie lernen dabei auch was und haben Bock.

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Di

17

Aug

2010

Völkerfreundschaft

"Mehrfach hatte Ramzan Kadyrov, Präsident der Kaukausus-Republik Tschetschenien, bereits versucht, das russische Derby zu gewinnen. Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit, doch der 33-Jährige hatte auch reichlich investiert, um die auf Sand in Moskau gelaufene Prüfung erstmals zu gewinnen.
Kadyrov hatte den Galileo-Sohn Mikhail Glinka, Sieger in der Queen's Vase in Ascot (Gr.III), und den von Alhaarth stammenden Bobbyscot, Zweiter zu Jan Vermeer in den Gallinule Stakes im Mai erworben, doch beide blieben unplatziert, belegten nur die Plätze sechs, bzw. fünf.
Dafür sprang ein anderer Kadyrov-Import, der Giant's Causeway-Sohn North Stream, der als Jährling in Keeneland 45.000 Dollar gekostet hatte, ein. Unter Jockey Magomed Kapushev gewann der Hengst mit der 2400 Meter-Prüfung beim sechsten Start sein drittes Rennen. Mit dem Präsidenten Cup holte sich die Kombination Kadyrov/Kapushev auch das zweite große Rennen an diesem Tag, als der Malibu Moon-Sohn Static Memory, der Derbysieger von 2009, erfolgreich war.
(17.08.2010)"

 

 

Soweit die prickelnde Berichterstattung von Galopponline.de, der Redaktion mit dem blitzschnellen Erkennen von wichtigen News around the world. Es freut sicher auch den deutschen Leser, daß des Präsidenten Kadyrovs` Bestrebungen, den privaten Rennsport zu fördern und voran zu bringen, nun endlich die verdienten Früchte tragen, und zwar gleich doppelt! Und auch Keeneland wird sich freuen über diese unerwartete Propaganda und Promotion. Zu guter letzt zeigt diese internationale Note von Weltgeltung, wie ausgesprochen gut und friedlich der Rennsport, seine apportierenden Höflinge, und ausgemachte Terroristen und Despoten miteinander zu recht kommen. Man nennt das friedliche Koexistenz unter Beachtung der Nichteinmischung in fremde Angelegenheiten. Völkermord und diktatorische Praktiken gehören in die Politik, aber nicht in den Rennsport. Gratulation an den 33-jährigen Präsidenten Ramzan Kadyrov, für den es endlich die Erfüllung mehrfacher Versuche war. Angeblich soll auch der liebe Führer Kim Il Jong II ein Auge auf die Auktionen weltweit geworfen haben. Hals&Bein!

 

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Mo

16

Aug

2010

Regnerisch

Außer Spesen nichts gewesen ist der gängige Spruch nach solchen Expeditionen, aber trotzdem hat der Ausflug Spaß gemacht. Wann hat man mal einen In Deauville laufen? Aber das Wetter hat nicht mitgemacht, 50 Kilometer vor Deauville ging das große Regnen los, und hörte bis 2 Minuten vor dem Start nicht mehr auf. Alles versank, das Wasser stand in Vertiefungen, oder es gurgelte und schmatzte auf dem Weg dahin. Zum Glück haben sie neben der Waage ein Zelt für Besitzer mit Restauration und Fernseh. Das Rennen verlief bis in den Schlussbogen wie gemalt, knapp zweiter hinter der Pace, zweite Spur, alles wie geplant und durch den englischen Dolmetsch im Führring akkurat erklärt. Dann aber hatte Bruno Reis die Idee, innen den kurzen Weg nach Hause zu nehmen, aber leider ist er da in die Sumpffalle geritten, und zwar schnurstracks. Die Bahn hat Gefälle nach innen, und in der Geraden gab`s ne Menge Aktion, aber keinen Vortrieb. Wassertreten, Treibsand, Rutschpartie, ganz wie man will. Egal, so was kommt vor.

 

Danach hat uns Herr Rühl die Bahn von Clairefontaine gezeigt, einige 5 Kilometer von Le Toques entfernt, und noch wesentlich malerischer und idyllischer gelegen und gepflegter, falls das überhaupt noch möglich ist. Eine Gartenanlage mit Rennbahn, voller Rabatte und Beete und Büsche und akkurat geschorener Rasenflächen. Da möchte ich mal laufen.

 

Leider haben die Hotelpreise in Deauville unmäßig angezogen, so daß wir uns entschieden haben, in Le Havre zu logieren, in einem Best Western mit erstaunlich kleinen Zimmern. Aber der Fußweg zur Brasserie Georges ist sehr angenehm, und die Meeresfrüchteplatte komplett mit dem vollen Programm, Muscheln, Krebse, Schnecken, Austern und diversen Crevettes und Brot. Das kostet für zwei Personen unter sechzig €, der Muscadet 19. Le Havre hat bestimmt auch schöne Ecken, aber nicht da, wo wir waren. Es sieht erstaunlich nach Plattenbau aus, irgendwie sozialistische Zweckarchitektur, mit einer monströsen Kirche, die ganz schrecklich gruselig in den Himmel ragt. Vielleicht ist es drinnen gemütlich und heimelig, aber wetten würde ich nicht drauf. Der Morgen begann wieder mit Regen und einem Weißbrot. Auf der Autobahn war dann fast Schluß, weil das Wasser in der Luft stand, als Vorhang, und bis Paris hat es nicht aufgehört. Zur Abwechslung riet das Navigationsgerät in dem kleinen Miet BMW zur Umleitung, weil angeblich Tiere auf der Autobahn waren. Aber wo, was soll denn das! Keine 10 Kilometer war es soweit – ein Baustellenfahrzeug am linken Mittelstreifen stand blinkend, und dahinter, na klar, was denn sonst, ein großer Schwan, den entweder das Wetter, oder persönliche Gründe dorthin geführt hatten.

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Do

12

Aug

2010

Aufregend

„Hiss, ist das aufregend“, wie Prince John durch Peter Ustinov dem sehr bemüßigten Sir Hiss in der Kutsche nach Notting- haha – haaam enthusiastisch mitteilt, als sich Wahrsagerinnen, wie drollig, am Wegesrand andienen. Natürlich nur im Film, dem Zeichentrickfilm von Disney. Aber man stelle sich vor, vor Jahren auf der Durchreise durch dieses prachtvolle Land der Schweinswürste und Austern und den fast schon zeichentrickmäßigen Hortensien, jetzt wieder nach Deauville. In zwei Tagen ist es soweit, und wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf oder die Air France Maschine vom Himmel fällt, dann werden wir wieder da sein. Diesmal aber als Patrons, mit eigenem Pferd, nicht nur als Zuschauer. Und dann erst der Jockey, zugelost wie alle in diesen Jockeybewerben, Herr Bruno Reis, nie gehört, aber wenn man etwas stöbert, dann taucht er als Reiter von Gloria de Campeao im Singapore Airline Cup 2010 auf, knapp geschlagen Zweiter auf dem Dubai World Cup Sieger, der damals in Meydan von seinem Landsmann Pereira geritten wurde. Also ein Brasilianer, warum nicht. Ob er englisch kann, womöglich deutsch? Ich kann bestimmt kein portugiesisch, soviel steht fest. Ist das aufregend!

 

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Mo

09

Aug

2010

Virtuelle Teilchen

"Zahlreiche Prominente haben sich angekündigt, zum Beispiel: Anke Engelke, Germany's Next Topmodel-Finalistin Laura Weyel, Schauspielerin Wolke Hegenbarth, Ralph Morgenstern und der Comedian Michael Kessler."

 

 

Was soll man nun davon halten? Soll man glauben, wenn man diese Leute schon nicht kennt, daß das Prominente sind? Und wenn ja, was tragen die dann zum Gelingen der Veranstaltung bei? Eine immer wieder rätselhafte Gemengelage. Aber so fühlt die Journaille nun mal, die selbstreferentielle Verstärkung eines fast kondensierten Aggregatzustands, eine klitzekleine Unschärfe beim Personalschaum, die zum Ereignis Prominenz inflationiert wird. Ein Higgs Teilchen, diese Prominenz, mehr virtuell und erahnt, letztlich ohne Masse, und nur durch die mittelbare Reizung von noch weniger prominenten erlebbar. Im Cern suchen sie diese Teilchen mit Beschleunigern im Terravolt Bereich, hier genügt der Vorname Wolke, um den Big Bang auszulösen.

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Fr

06

Aug

2010

Da capo

Immer, wenn Bad Doberan vor der Türe steht, rumort es gar heftig und zischt und brodelt im gelben Blatt des Herausgebers Klaus Göntzsche, Wuppertal. Der Schmerz über den verlustig gegangenen Posten ist übermächtig, so mächtig, daß nunmehr bereits zum zweiten Mal nach dem Sündenfall X eine Vorschau mit abenteuerlichen Geschichten serviert wird, die alle in die Aussage münden, die vor Ort haben keine Ahnung, ich (verkleidet als dritte Person sportlicher Leiter) habe alles besser gemacht und schöner und ostseemeetingsmäßiger. Lieblingsfeind des Herausgebers ist Herr Vierk, den der alte Vorstand verscheißern wollte, aber vor dem Landgericht Rostock mit Schmackes zugunsten von Herrn Vierk verurteilt wurde. An dem Mann arbeitet sich Herr Klaus Göntzsche massiv ab, den bildet er daher immer gern ab in seinem gelben Blatte. Auf der Strecke bleiben – trotz juristisch unanfechtbarer Fakten – Anstand und Fairness, wie er scheinheilig raisoniert, als wenn sich das getrennt voneinander abspielte. Unrecht haben, aber fair bleiben, oder umgekehrt, je nach dem. Das mag sein Verständnis des Lebens sein, aber da steht er in dem Fall allein da. Ein Maelstrom des blanken wirtschaftlichen Opportunismus, nichts anderes treibt diesen mutigen Verfechter eigener pekuniärer Interessen an. Und wo wir gerade so schön bei den juristisch unanfechtbaren Tatsachen sind, da ist auch er selbst negativ betroffen, wie auch ein Herr Adolf-Friedrich Schleifenbaum. Es ist dann doch beruhigend, daß die Gerichte den zudringlichen Märchenonkels aus dem Bad Doberaner Rennsport Dunstkreis keinen Glauben schenken. Lieber juristisch unangreifbar, als fair und anständig nach Art des Herausgebers.

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Mo

02

Aug

2010

Aktiver Tierschutz

Aktiver Tierschutz in Woodbine, mögliche Katastrophe verhindert. Es geht um die ersten 10 Sekunden. Bemerkenswerte Leistung von Reiter und Pferd.

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Mo

02

Aug

2010

Krokodilstränen

„Unser Blogger D.I. geht jetzt auch auf das Imageproblem des Rennsports ein. So ganz werde ich aus dem Mann nicht schlau. Wenn man Misstände im Internet angeprangert hat, war er oft einer der Ersten die einem der Lüge bezichtigten bzw. die Beiträge ins Lächerliche zog. Viele schwammen auf seiner Welle mit und bezichtigten einem der Nestbeschmutzerei oder rieten einem, sich aus diesem Sport zurückzuziehen.
Wenn sich alle redlichen Leute aus dem Galopprennsport zurückziehen würden, würde man wahrscheinlich noch öfter Beiträge im Fernsehen sehen, wie "schlimm" mit den Tieren umgegangen wird. Es hilft auch nichts mit den Fingern auf andere Pferdesportarten zu zeigen. Auch bei uns gibt/gab Zustände die verbessert werden müssen. Dass sich aber Einer, der fast jedem geraten hat, sich nicht in Dinge zu mischen, von denen er keine Ahnung hat, zum Anwalt der Tiere aufschwingt, empfinde ich als geradezu lächerlich.“

 

Das ist eine der Reaktionen auf die vorhergehende Kommentierung, die so recht ins Bild paßt. Frau Arnold sieht sich offenbar sachverständiger und kompetenter in Fragen des Tierschutz, und findet meinen angeblichen Aufschwung zum Tierschützer geradezu lächerlich. Warum, bleibt ihr Geheimnis. Kein Geheimnis ist allerdings, daß es immer schon Vorfälle gab, die von den selben aufgeregten Beobachtern öffentlich gebrandmarkt wurden, die meine Reaktion so furchtbar finden, und dazu gehört der Fall aus Frankfurt, wo angeblich Herr Starke sein Pferd so stark mit der Peitsche im Führring geschlagen hat oder vor den Tribünen – man ist da nicht so sicher – daß sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden sollte. Zusätzlich und erschwerend kam hinzu, wie kolportiert wird, daß eine junge Familie mit Kindern Zeugen dieser Aktion wurde, die nun bestimmt nie wieder auf die Rennbahn käme. Das mag so gewesen sein, oder auch nicht. Ich glaube, daß das Ganze sehr aufgebauscht und ausgeschmückt wurde, aber selbst wenn nicht, es liegen Welten zwischen einer ad hoc Tat wie dieser und den systematischen Dingen, die ansonsten vorkommen. Peitsche gehört dazu, das Schlagen damit auch, wenn auch reglementiert, und weil das so ist, wird es immer Leute geben, die den Sport per se nicht mögen. Die kommen dann auch möglicherweise nicht wieder, was schade ist, aber nur zu ändern, wenn die Peitschen generell verboten werden. Das möge man fordern. Solange man aber den Rennsport hinnimmt, wie er ist, also inklusive Peitsche und ihren Gebrauch, solange sind das alles Krokodilstränen.

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Sa

31

Jul

2010

Imageproblem

Es gab neulich eine Sendung im Fernseh, die sich mit Vorgängen auf der Rennbahn in Horn beschäftigte. Fazit: Es gibt Mißstände im Sport, die an Tierquälerei grenzen. Als Beweis wurden Bilder von diesem fürchterlichen Trabfahren gezeigt, dazu ein Pferd mit durchgetretenem Fesselkopf und eines mit Kolik. Es kommentierte das alles ein Veterinär. Alles das nicht gestellt, also auch nicht weg zu diskutieren. Die Tendenz war deutlich auf Beweisführung ausgerichtet, also pro domo Autoren. So ist das nun mal. Der Präsident Woeste wurde zu anderen Aspekten wie dem 23 Stalltag befragt, und antwortete ehrlich und in dem Sinne, so sei der Sport nun mal. Nun ging wie zu erwarten ein kollektiver Aufschrei durch ganz Turfdeutschland, das sei ja nun die absolute Frechheit, so was ginge überhaupt nicht, der Sport sei sauber, ganz sauber, und das ganze eine üble Machenschaft der Autoren und des öffentlich-rechtlichen Fernsehs. Nun hat Herr Woeste offenbar erschrocken eine Richtigstellung an den Sender öffentlich gemacht, die die Dinge ins rechte Licht zu tauchen versucht.

 

Nun mag es richtig sein, daß der Beitrag Einzelfälle aufbauscht, und auch einige zweifelhafte Dinge verbreitet, wie die Geschichte mit den Magengeschwüren. Aber eines ist auch gewiss, daß nämlich der Rennsport an sich eine Gefahr geneigte Beschäftigung ist, sowohl für Roß, als auch für Reiter. Und auch ist unleugbar, daß die schwindenden Finanzen sich unmittelbar im Sport niederschlagen, weil das Training und die Haltung von Rennpferden Geld kostet. Wer für kleine Münze trainiert, kann auch nur für kleine Münze Hafer kaufen und Reiter beschäftigen. Es nimmt auch die Tendenz zu Starten komme was da wolle zu, weil irgendwo muß die Penunze herkommen. Das sind sehr einfache Prinzipien, die jeder kennt, aber alle irgendwie verdrängen, wenn es gegen einen Außenstehenden geht, der angeblich keine Ahnung vom Geschäft hat. Aber die braucht man nicht, wenn man Bilder von stürzenden Pferden wir gerade wieder in Harzburg sieht, oder Niederbrüchen, oder sonst wie auf den Bahnen umherirrenden, wie das Tier mit dem ganzen Geschirrscheiß in den Beinen vor dem Trabfahren. Peitschen Mißbrauch gefällig? Sehen sie sich Bilder von Ryan Moore an, oder Jamie Spencer, zwei Topleuten aus GB, die legitimen Nachfolger in dieser Disziplin von Lester Piggott. Bei unseren sieht das nicht ganz so schlimm aus, aber nicht wegen der Rennordnung, sondern weil es die meisten gar nicht so können.

 

Den Leuten im Rennsport fehlt es an der Perspektive, der Fähigkeit, den Sport ehrlich und so zu sehen, wie er ist. Er ist gefährlich, er ist den Tieren aufgezwungen, und es gibt ne Menge schwarze Schafe, was Haltung und Behandlung anlangt. Das alles nimmt man stillschweigend und billigend in Kauf, aber dazu muß man in einer Debatte auch stehen, wenn man Kredit in der Öffentlichkeit reklamiert. Es reicht nicht, mit dem Finger immer nur auf die Traber zu zeigen oder Beerbaum. Die mögen ihre Probleme haben, der Galoppsport hat seine. Wenn ein Trainer ein verletztes Pferd nicht verarzten läßt, sondern in dem Zustand nach Hause karrt, dann ist das keine Lappalie, die mit dem Hinweis auf Schädigung des Ansehens des Rennsports abgetan werden kann, sondern ein Fall von Tierquälerei. Solche Leute gehören aus dem Verkehr gezogen.

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Mi

28

Jul

2010

18.7. 7.Rennen

Ganz vergessen in der Aufregung, hier der Rennfilm für die, die es interessiert. Der andere mit Earl of Winds wird noch präpariert.

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So

25

Jul

2010

Group I Classic Bavarian Style

Lady Jane Digby – Night Magic – Alexandros, die ersten drei im Gruppe I Rennen in München. Die Siegerin konnte vor dem Rennen etwa 91-92 Kilo, die zweite 96,5, der dritte 98. Nimmt man den Rennverlauf, dann konnte die Siegerin heute etwa 95, und damit war das ein Gruppe II Rennen, bestenfalls. Dazu paßt die Zeit von 2.09 Minuten, Fußgängertempo. Die Münchner werden natürlich mit dem Rennverlauf von Night Magic hadern, aber unter uns, sie hätte heute auch mit mehr Platz nicht gewonnen. Dahinter Liang Kay ordentlich, dito Scolari, der im Mai noch im Ausgl. II zugange war. Der Rest sehr chancenlos mit Querari offenbar nicht in Ordnung. Jedenfalls eine ernüchternde Angelegenheit für die deutschen Pferde. Die Musik auf höchstem Niveau spielt im Moment woanders, und außer Wiener Walzer sehe ich hierzulande kein Pferd, welches echtes Gruppe I Format hat. Mag sein Zazou auf 2.000 Metern, mag sein Russian Tango wenn er völlig in Ordnung ist.

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So

25

Jul

2010

Harzer Roller

Zum zweiten Mal nach 2009 veranstaltete der Harzburger Rennverein gestern zwei so genannte Superhandicaps, einen Ausgl. III mit Skala -10 für ältere, und einen Ausgl.IV mit Skala +5 für ältere. Es gab jeweils 11.500 für den Sieger und für die fünften und sechsten auch noch 650. Insgesamt € 20.000. Einsatz waren € 600. Es liefen 16 bzw. 13 Pferde. Die Bahn ist so wie immer, eine Berg- und Talbahn mit scharfen Ecken und kurzen Geraden.

 

Muß das sein? Es wird darauf hingewiesen, daß die Umsätze in diesen Rennen sehr gut waren, was sicher richtig ist. Es wird auf die Attraktivität der großen Felder abgestellt, was aber relativ zu sehen ist. Es wird insgesamt auf die belebende Wirkung und große Resonanz bei den Besitzern hingewiesen. Aber was für eine Resonanz ist das? € 600 Nenngeld sind der Ursprung dieser sprudelnden Quelle, sind also im Vorweg von denjenigen aufzubringen, die hinterher was zurück kriegen. Plus von denjenigen, die aus diesen oder jenen Gründen nicht teilnehmen konnten oder wollten. Nennungsschluß war früh im Jahr, wenn ich richtig informiert bin. Man hat also finanziell einen weiteren Durchlauferhitzer installiert, wie das im Sport ja sowieso üblich ist. Man hat aber auch eine krasse 180 Grad Kehrtwende von dem Grundprinzip des Galopprennsports vollzogen, wonach der Bessere mehr verdient als der Langsamere. Jetzt ist es völlig egal, ob ein Pferd 45 Kilo kann oder 70, Hauptsache, die Form stimmt hier und heute. Beide gehen mit 11.500 nach Hause. Abgesehen von dieser eklatanten Systemwidrigkeit an sich stellen Preisgelder in dieser absoluten Größenordnung das System Galopprennsport in Deutschland auf den Kopf, weil nirgends auch nur annähernd solche Gelder für solche Qualitäten ausgelobt werden. Wenn 45 Kilo Pferde in einem Handicap in Deutschland dreimal mehr Geld verdienen können als reelle Ausgl. II Pferde, dann stimmt was nicht.

 

Dazu ist die Bahn nach meiner Ansicht nicht für derartig große Felder geeignet. Es geht zu wie auf dem Schnäppchenbasar, wer als erster zugrapscht, hat gewonnen. Sinnvolle Renntaktik verkommt in den Zufällen der Boxen Auslosung und kleinerer Rempeleien, Spätkommer kommen zu spät. Wer an dieser ominösen letzten Ecke nicht mit vorn ist, wird in der Regel nicht mehr hinkommen. Bergab daher halsbrecherische Manöver.

 

Alles in Allem eine sehr zwiespältige Sache, die der Verein da inszeniert. Der gute Wille ist durchaus anzuerkennen, aber das Resultat kann nicht so recht überzeugen, weil es finanziell eine Mogelpackung ist, und zudem von zweifelhaftem sportlichem Wert. Die Systemwidrigkeit stellt allerdings das größte Manko dar.

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So

25

Jul

2010

Harbinger

So was sieht man alle Jubeljahre einmal, 11 Längen vor dem Rest in den King George VI. Stakes. Harbinger hat seine Gegner vernichtet, wenn man diese eigentlich unpassende Metapher gebrauchen will, aber so war es gestern in Ascot. Deklassiert, andere Straße, andere Ware –was immer man will. Das ganze in Rekord Zeit obendrauf. Harbinger ging unterwegs immer händevoll, und an der letzten Ecke war klar, wer gewinnt. Mein lieber Kokoschinsky. Sehr sympathisch die Besitzer Highclere Racing, ein Syndikat, welches auch den Derby Sieger Motivator im Beritt hatte, und die diese Freude angemessen ausgelassen teilten. Der Manager Harry Herbert brachte es auf den Punkt: “This brings grown men down to their knees with tears.” Wegen dieser Momente kann man seriöse Syndikate sehr empfehlen, weil sie auch bessere Pferde erschwinglich machen. Remember Belenus, remember Indikator, remember Evil Empire? Und wenn man die dann zu einem Sir Michael Stoute bringt und Olivier Peslier draufsetzt, nach meiner bescheidene Ansicht den allerbesten Reiter weltweit, dann kann nichts mehr schief gehen. Großartiges Rennen.

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Mi

21

Jul

2010

Glücksspiel

Manchmal bekommt man Post, so genannte Leserbriefe. Einer soll im Folgenden und auszugsweise wiedergegeben werden, geschrieben von einem ausgewiesenen Fachmann. Nennen wir ihn mal Herrn C. aus K.

 

Es geht um unsere gemeinsamen Freunde, die Buchmacher, es geht um die Festkurs für das Deutsche Derby. Verarschung des Kunden ist gelinde ausgedrückt, aber Hauptsache Atti sponsert das Deutsche Derby und die Jungs haben sich die Taschen einmal mehr dick gemacht.

Buzzword!!! Wer kannte ihn sieben Tage vor dem Derby? Über ihn haben die Wettanbieter kaum Verluste gemacht, denn er gehörte ja überhaupt nicht zu dem Spiel. Er war noch nicht einmal als Gast deklariert, hätte man ja vielleicht pauschal für - was weiss ich - 70:10 unter dem Pseudonym "Gast" als einen unter vielen anbieten können. Stattdessen hat man reichlich Geld genommen für Scalo und Zazou und wie sie alle heißen und letztendlich nur für Zazou und Russian Tango die Platzquoten auszahlen müssen. Rot war Zweiter, Schwarz war Dritter, gewonnen hat Blau, aber die Farbe gibt es nicht beim Roulette. Sie verstehen, was ich meine: Betrug am Kunden, den wir uns herbeisehnen, der aber bald überhaupt nicht mehr da sein wird.“

 

Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Vielleicht würde ich das nicht Betrug nennen, weil niemand das vorher sehen konnte, aber die Praxis der Nachnennung bringt in der Tat eine Variable ins Spiel, die vom Wetter nicht mehr kontrolliert werden kann. Es zeigt auch exemplarisch, daß Wettanbieter in diesem Fall mehrfach und ohne Anstrengung profitieren, weil Rennen wie das Derby auch vom ante post Markt leben, viel mehr als andere Rennen. Jedenfalls muß überlegt werden, wie die Wetter vor solchen Unwägbarkeiten geschützt werden können. Korrespondierend dazu die mittlerweile frei nach Schnauze changierenden Ausschreibungen, die ich hier oft beklagt habe. Eine sinnvolle Planung ist fast unmöglich geworden, weil sich alles jederzeit ändern kann – Distanzen, Skalen, Modi. Auch die Startzeiten gehören in dieses große Bild der Willkürlichkeiten. Es mag das Geld in Racebets am Ende sinnvoll investiert worden sein, aber noch viel wichtiger ist, daß der Sport wieder eine solide und anständige Veranstaltung wird, bei der die Leute wissen, daß man sich auf die Satzung verlassen kann.

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Di

20

Jul

2010

Personalie

Nun endlich nach drei langen Jahren hat der Sport eine Personalentscheidung getroffen, die ihn vielleicht weiter bringt. Herr Andreas Tiedtke soll Nachfolger von Herrn Halm werden, der offenbar immer noch auf den Fluren der DVR umhergeistert und ansonsten seine Zeit absitzt. Man staunt immer wieder, wie der Sport sich doch nach langen entbehrungsreichen Zeiten dahin orientiert, wo andere Finger schon längst und oft hingezeigt haben. Offenbar muß der Leidensdruck aber erst unmäßige Dimensionen erreichen, bis der Groschen endlich fällt. Unvergessen die albernen Solidaritätsadressen für Herrn Halm durch allerlei Würdenträger bei der BV Versammlung, am beschämensten diejenige des Herrn Eugen-Andreas Wahler, meinem Club Vorsteher, der allen Ernstes meine Kritik an Herrn Halms Fähigkeiten als unverschämte Anmaßung geißelte. Aber das ist nun vorbei, und wenn es nicht zu spät ist, könnte so was wie ein Aufbruch gelingen. Ich kenne Herrn Tiedtke als sehr kenntnisreichen und fleißigen Mann, der dazu über die Gabe einer robusten Konstitution verfügt, was ganz wichtig ist auf diesem Stuhl. Zuhören, aber nicht verbiegen, darum geht es. Meine unwichtige Zustimmung hat diese Entscheidung jedenfalls, und ich wünsche Herrn Tiedtke Hals&Bein.

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Mo

19

Jul

2010

Ein großer Tag (für uns)

Besitzergemeinschaft Stall Tinsdal    (nicht im Bild Felix Gräfe) Besitzergemeinschaft Stall Tinsdal (nicht im Bild Felix Gräfe)

Nach so einem Tag muß man erstmal durchatmen, denn das gibt es nicht alle Tage. Zwei Starter am Derbytag auf der Heimatbahn (wir rechnen Earl of Winds als Verpächter mal dazu), und beide gewinnen als Favoriten. Das übertrifft dann doch die Erwartungen, auch wenn die offen gesprochen dahin gingen. Aber in richtig ist das alles mächtig beeindruckend und nicht recht vorstellbar. Unser Dank und die Gratulation geht an Züchter und Trainer und Reiter, die in seltener Synchronisation diesen Tag orchestriert haben. Eine Teamarbeit, bei der alles stimmte. Dazu gesellten sich unzählige Gratulanten und Hals&Bein Wünscher, die einem den Glauben an die Gemeinschaft des Rennsports wieder geben konnten. Erfolg ist wichtig, Geld nicht. Aber es hilft, dieses schönste und beste Hobby der Welt besser zu ertragen.

Durban Thunder im Führring bei seinem Sieg in Hamburg-Horn. Durban Thunder im Führring bei seinem Sieg in Hamburg-Horn.

Jetzt kann ich es auch verraten; wir hatten immer sehr viel Mumm auf Durban Thunder, der von der ersten Stunde ein ganz beeindruckendes Tier war. Es gibt ein sehr schönes Photo von Frank Nolting auf dem Kaminsims, und es zeigt das Fohlen mit seiner Mutter Donna Alicia im Sommer 2006 im Gestüt Kerbella. Da sieht man exakt, was nun draus geworden ist. Manche sind so. Gestern hat er nun auch gelernt, wie man von hinten gewinnt, so daß wir glauben, daß es jetzt vorsichtig weiter gehen kann. Das Meisterstück an Training hat Martina Grünewald vollbracht, die Earl of Winds immer im Winter betreut, der wir ihn daher verpachtet haben, und die ihm über alle Malessen mit der Luft und dem Huf hinweg geholfen hat. Gestern war er wieder wie damals im Frühjahr 2008, als er drei am Stück gewonnen hat, und das Unternehmen Hamburg war von langer Hand so geplant. Das macht enorm viel Freude. Und dann haben wir erstaunt nachgerechnet, aber es war tatsächlich der erste Sieg von Eddie für uns, trotz der jahrelangen Verbindung auch zu Zeiten von Daily Impact.

v.l.n.r.: Claudia Tomenzoli, Felix Gräfe, Hannes Gutschow, Torsten Mundry v.l.n.r.: Claudia Tomenzoli, Felix Gräfe, Hannes Gutschow, Torsten Mundry

Wir haben die Videos gestern mit Züchter und Familie und Freuden und drei Flaschen Bubbly zu uns genommen. Der Tag wird in die Analen unserer langjährigen Beschäftigung mit dem Sport eingehen. Sehr stolz sind wir auf unsere Partner Claudia und Marco, die blitzschnell erkannt haben, wo diese Hasen lang laufen, und die völlig stilsicher und sportlich den Rennsport erleben. Nämlich gemeinsam und mit Freude an den Tieren und der Inszenierung. Ideal, wie man so sagt.

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So

18

Jul

2010

Familie Hofer

Sehr richtig, Herr Weller, das war wohl nix mit Wiener Walzer. Jedoch trotzdem ein besonderes Ereignis, nach all den hunderten von Ausgl. IV Pferden auch mal Gruppe I Pferde zu sehen. Einer wie der andere toll raus gebracht, jeder ein individueller Typ, auch Burma Gold, der ein echter Brocken ist. Besonders sympatisch Jukebox Jury, ein Montjeu Schimmel mit ganz entzückender rosa Nase, dem die Intelligenz ins Gesicht geschrieben steht. Alles in allem der Beweis, daß besonders gute Pferde meistens auch besonders gut aussehen.

 

Der Rennverlauf war dann nicht eben maßgeschneidert für Wiener Walzer, der notgedrungen die Pace machte, die anderen bequem hinterher, bis auf Jukebox Jury, der Ende gegenüber schon keine rechte Lust mehr hatte und von Ffrench streng animiert werden musste. In die Geraden kam Wiener Walzer noch mit etwas Vorsprung, aber Dettori hatte Campanologist gut in Schwung und schnell ein Stück vorbei. Und Dettori ist kein Mann, der einen Vorsprung feiwillig wieder hergibt, und mit dieser einmaligen Mischung aus Finesse und Eleganz und Kraft ging das bis ins Ziel gut. Es gibt nach wie vor keinen, der das besser kann. Dahinter kamen sie tacktacktack rein, erstaunlich das späte revival von Jukebox Jury, noch erstaunlicher der dritte Platz des alten Herrn Quijano, den ich längst auf dem Altenteil wähnte, der aber den x-ten Frühling erlebte und großartig lief. Abgeschlagen nur Burma Gold, der vorhersehbar am Ende gegen diese Kaliber noch nichts zu bestellen hatte. Es folgten der obligate flying dismount von Frankie Dettori, leider abseits von den Leuten am Absattelring, wo unter anderem eine Gruppe animierter Herren aus UK emphatisch feierten. Deutlicher konnte man die völlig mißratene Procedur mit den Siegern nicht demonstrieren.

 

Tags zuvor konnte man hingegen erleben, wie ein Mann mit einer Rede sich und dem Sport große Ehre machte – Mario Hofer, der im Rathaus die Laudatio auf seine Tochter Steffi bei der Championatsfeier hielt. Eine bescheidene, geistreiche, humorvolle und tiefgründige und federleichte Rede, völlig ohne Pathos sowohl dem Anlaß als auch der Geehrten absolut angemessen. Solange der Sport solche Leute hat, ist er nicht am Ende. Den Beschluß der Betrachtung des frühen Witwers bildete der Satz „Mamma ist stolz auf Dich“, und das glaubt man gern und unbesehen. Der Sport ist stolz auf Mario und Steffi Hofer.

 

Das Wetter heute Morgen ist märchenhaft, sonnig und klar, etwas Wind, und nicht zu heiß. Today is Derby Day. Möge der beste gewinnen. Wenn der Trainer nachher Mario Hofer heißt, umso schöner.

 

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Sa

17

Jul

2010

Tip der Woche

Nach jeder Form ist Wiener Walzer klarer Favorit heute Nachmittag. Alles kann passieren, das ist ein Axiom im Rennsport, aber wenn nichts Unvorhersehbares passiert, wird er gewinnen. Steht nach Klasse eine halbe über dem Rest.

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Fr

16

Jul

2010

Ein Rat

Ein ganz wichtiger Hinweis für den Veranstalter Hamburger Rennclub bzw. die Verantwortlichen: Ändern Sie dringend das Protokoll betreffend die Sieger. Das sieht derzeit vor, daß der Sieger des jeweiligen Rennens nicht mit den anderen Pferden in den Absattelring geführt wird, sondern am Eingang separiert und allein etwa 60 Meter nach rechts geführt wird, hin zu diesen VIP Zelten, wo der Reiter absitzt, das Pferd weggeführt wird, und der Reiter dann dort ausgewogen wird. Anschließend findet dort die Siegerehrung statt. Dieses Procedere ist einzigartig in der zivilisierten Galoppsport Welt, das gibt es nur hier. Das ist großer Unfug, denn es offenbart einen beklagenswerten Mangel an Einsicht und Verständnis in die Dramaturgie der Veranstaltung. Denn, es ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Ablaufs das Bad der Sieger in der Menge, die receiption als Bester unter den Beteiligten, der Applaus der Zuschauer am Ring. Das alles gehört klassischerweise dazu, es bildet den Kern der Siegesfeier. Nicht den Kern betrifft das Glas Schaumwein in der Nähe der Sponsoren, die können sich, wenn es denn gewünscht wird, zum Absattelring begeben. Nachdem man bereits vor Jahren ohne Not und gegen allen fachlichen Rath das Siegerpodest am Kopf des Absattelrings verwaist hat, ist das nun die zweite und völlig unmotivierte Änderung, die wie immer in diesem Club per ordre mufti exekutiert wird. Die Resonanz der Pferdeleute ist durchgängig negativ. Ändern Sie das, solange es noch geht. Lassen Sie die Sieger in den Absattelring zu den anderen, und machen Sie dann erst mit Ihrem Protokoll weiter, wenn es denn unbedingt so sein soll. Die Reiter können ja wie letztes Jahr zu Fuß mit Sattel zu den VIP und dem Sekt. Und wenn kein Argument der obigen Art hilft, dann vielleicht das des Tierschutz. Die anderen können im Absattelring abgeduscht werden, der Sieger erstmal nicht. Oder schütten die VIP ihren Sekt über dem Pferd aus?

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Do

15

Jul

2010

Ein Fachmann

"Kurios ging es auch im Führring zu. Der seit Jahren dort tätige Experte Helmut Kappes sollte wieder seine Tipps verkünden. Der Hamburger Renn-Club (HRC) hatte ihm mit Anja Müller aus Hoppegarten eine junge Dame zur Seite gestellt, die mit Trainern und Jockeys Interviews führen sollte. Das passte ihm nicht. Kurzerhand baute er den Stand ab, nahm das Mikrofon mit und verschwand. Nach dem Renntag trennte sich der HRC von ihm.

Ein ähnliches Schicksal war ihm zuvor schon in Bad Doberan und Hannover ereilt. Die eher zu einem Kinderkanal passende Nachwuchskraft aus Hoppegarten war mit der ihr kurzfristig übertragenen Vertretung von Kappes schließlich völlig überfordert und bekam am Sonntag daher HRC-Moderator Daniel Delius zur Seite gestellt."

 

Derart launig und beschwingt berichtet Herr Klaus Göntzsche in der WELT vom Auftakt des Meetings. Man muß allerdings zugeben, daß Herr Klaus Göntzsche einige persönliche Erfahrung in diesen Dingen in die Waagschale werfen kann, denn nach Jahren der Moderation in Hamburg und Bad Doberan ereilte auch ihn das Schicksal der Trennung. Man war mit seinen Leistungen bzw. seinen Honorarforderungen nicht mehr einverstanden. Aber Kopf hoch, das Haus Springer hat schließlich auch Bedarf.

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Do

15

Jul

2010

Mittwoch

Es wird nun seit geraumer Zeit mächtig Wasser um Frau Werning (unberechtigt) und Frau Hofer (berechtigt) gemacht, aber dabei eine Dame vergessen, die wirklich ganz ausgezeichnet reitet – Manuela Murke. Neulich mit Northstar Start-Ziel in Hannover im Ausgl. II, und gestern mit Magic Tilla vom letzten Platz auf der Linie eingelocht. Das hatte Art und Stil. Die Dame hat offenbar auf den Pferden einen Plan, und setzt den dann auch gekonnt um. Das Pferd ging gestern immer hinten an den Rails, in der Geraden ohne Hast rausgenommen, dann drei kleine Stupser zum Muntermachen auf den Hosenboden, und dann nur mit den Händen konsequent nach Hause geritten. Ohne Anlehnung, ganz fabelhaft.

 

Wie schon am Dienstag kam der Atmosphäre und dem Wohlbefinden der späte Termin zugute, weil die Sonne zwar immer noch sehr warm schien, aber nicht mehr ganz so gnadenlos. Dazu wehte ein ordentlicher Wind, so daß man sich einer beschwingten Urlaubsstimmung hingeben konnte, unterbrochen durch Pferderennen. Irgendwie haben sich alle mit den Verhältnissen arrangiert, dem Wetter, dem spochtlichen Programm, und den geringen Umsätzen. Jedoch wird nach dem Sonntag Katerstimmung eintreten, denn diese Bilanz wird das Schicksal des HRC beeinflussen, und bestimmt nicht positiv. Die Erosion an allen Ecken und Kanten ist zu drastisch, und irgendwann ist einfach kein Geld mehr da für dieses Preisniveau. Wenn die städtische Subvention von € 400.000 wegfällt, was zumindest möglich ist, dann wird es zappenduster. Man erkennt dies auch an den Sponsoren, die fast komplett ausgewechselt wurden, und zwar nicht hin zu mehr Güte und Bonität, sondern sehr querbeet und wahllos. Das macht diese Beiträge nicht weniger wichtig, aber die große Linie der Luxusmarkenpräsenz ist perdu. Man sieht es auch an den Ständen dieser Budenstadt – alles ganz nett anzusehen, aber kein Kunde weit und breit, und noch weniger Geschäft. So sehr das Engagement der Macher vom HRC zu loben ist, es wird Zeit für eine grundlegende Analyse der Zustände und ein Konzept, wie man in Zukunft mit den Realitäten umgehen will. Als erstes sollte die beständige Jubel Prosa eingemottet werden, mit der z.B. Herr Matthiessen Jahr für Jahr neue Jahrhundert Rekorde und Meetings in Aussicht stellt. Das trifft höchstens in negativo zu. Es muß auch mal über die Ausschreibungen und Termine nachgedacht werden, die zwar mit dem DVR erörtert werden, aber nur rudimentär mit den Betroffenen. Der Hansa Preis gehört am ersten Sonntag gelaufen, denn am letzten wurde sehr schmerzlich erlebt, wie sehr ein solches Rennen dem Tag fehlte. Es sollten diese ewigen Black Type Stuten Rennen zugunsten besserer Rennen für bessere Pferde reduziert werden, weil diese Praxis einfach nicht den Pferdebestand reflektiert, sondern ausschließlich vermeintliche Verkaufserfolge auf Auktionen im Auge hat. Es sollten die Feldfüller weniger deutlich gefördert werden, und es sollten Ausschreibungen, wenn sie mal erfolgt sind, durchgehalten werden. Das Possenspiel um den Ausgl. I ist eine schlechte Komödie, bei der sowohl der HRC als auch das DVR die Regie beim jeweils anderen ansiedeln – Herr Matthiessen zeigt auf die Herren Siemen und Schmanns, und Herr Schmanns zeigt auf Herrn Matthiessen.

 

Der Tag ging höchst angenehm mit der Einladung des Gestüts Idee in Rissen an, wo sie wie jedes Jahr die jungen Pferde zeigten, sowohl die eigenen, als auch die vom Gestüt Kerbella und den Pensionären. Danach hatten Herr und Frau Darboven reichlich gute Sachen zum Schnabulieren aufgefahren, so daß niemand verhungern oder verdursten mußte. Eine sehr schöne und großzügige Geste, die nicht nur Schöne und Reiche, sondern auch normales Personal aus dem Sport zusammen führt, Trainer, Stallleute, Jockeys, Schmiede, Offizielle und Journalisten. Sehr souverain in dem Zusammenhang Daniel Delius, der die Moderation besorgte, und der auch auf der Bahn sehr animiert und routiniert vom Führring und der Siegerehrung berichtet. Man muß auch loben, wenn es angebracht ist.

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Mi

14

Jul

2010

Hin und Her

Nun war das Wetter nicht mehr ganz so eindeutig auf Hitze eingestellt, sondern hochsommerlich sonnig und warm. Durch den späteren Beginn schlich sich gegen Ende eine fast gemütliche Stimmung auf die Bahn, als die Sonne tiefer stand und die Farben wärmer und kontrastreicher wurden. Zum Ausgleich hatten sie mehrere Trabfahren in das Programm eingebaut, so daß die Pausen zwischen den Galopprennen lang wurden. Immerhin kamen einige Zuschauer, es war voller als gewöhnlich an diesem Dienstag. Die Trabfahren hatten gute Dotierungen für die Trabfahrverhältnisse, und die Rennen sahen sportlich aus, jedenfalls sportlicher als diejenigen vor Jahren. Leider gingen im zweiten dieser Rennen zwei Pferde ohne Gepäck auf die Reise; das eine mit dem Wägelchen, das andere nur mit diesen unzähligen Leinen und Geschirr, das dem armen Tier mächtig die rechte Hinterhand verhedderte. Nach zwei Extrarunden konnten sie von beherzten Leuten bei Kopf genommen werden, was zu Recht Applaus provozierte. Aber es zeigt auch, daß das Trabfahren auf einer Grasbahn nicht richtig funktioniert.

 

Den Langen Hamburger gewann nach langen 3.200 Metern der Favorit Tres Rock Danon vor dem zweiten Favoriten Brusco, der wie der Sieger von Rock of Gibraltar stammt und ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Fünfter wurde Egon, der mit einem Kilo weniger bzw. gleichem Gewicht sieben Längen dahinter war. Immerhin, man hat endlich wieder in der Klasse angespannt, wo man sich und auch der Handicaper ihn sieht. Aber die Rechnung sagt doch etwas anderes als 93,5 Kilo oder auch 91 Kilo, sondern eher 85 Kilo. Das ist auch stattlich und aller Ehren wert, aber fast eine Klasse drunter. Egon hatte nie Chancen gegen die Vorderen, und mußte zum Schluß Northern Glory und Caudillo vorbei lassen. Das ist der Preis, wenn es dreijährig Kilos regnet.

 

Das Verwirrspiel um den Ausgl. I am Sonntag geht in die nächste Runde. Jetzt ist er ganz abgeblasen, und dafür gibt es jetzt statt am Sonnabend am Sonntag einen Ausgl. II über 2.200 Meter. Mit 9 Startern, bis jetzt. Bin mal gespannt, wie oft sich das noch ändert. Ist ja noch was hin.

 

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Di

13

Jul

2010

Zustände

Ds Dilemma der Umsätze bisher ist eine Folge von manchem; des Wetters, der Ferien, der allgemeinen Buchmacherplage, aber vor allen Dingen dem katastrophalen Mangel an echten Startpferden. Rennen ohne Ende, aber leider auch ohne Attraktivität. Man mache sich nichts vor: Ausgl. IV ist nicht Ausgl. II, und Araber Rennen sind Araberrennen. Zur Veranschaulichung sei gestattet, auf die Unterschiede im Rennvermögen hinzuweisen; Vollblüter mittlerer Art und Güte brauchen für 1.400 Meter 1.26 Minuten, Araber haben 1.38 plus gebraucht. Das sind gute 60 Längen Unterschied oder 200 Meter, und das sind Unterschiede, die auch Fritzchen Piesepampel sieht. Da beißt keine Maus den Faden ab, und die kopfstarke Entourage des Sponsors Shadwell aus Dubai kann das düstere Bild auch nicht aufhellen. Dem HRC ist kein Vorwurf zu machen, denn was soll er machen. Es fehlen interessante Pferde, die die Handicaps voll machen, und es fehlen interessante Jahrgangsvergleiche. Heute spannen die Traber alternierend an, so daß bis auf den Langen Hamburger so gut wie kein einziges Wettrennen zustande kommt. Das Seejagdrennen ist ein Kuriosum, mehr nicht. So entfaltet sich auf der Anlage ein Mißverhältnis von Aufwand und nicht nur Ertrag, sondern auch Atmosphäre, denn auch Ascot und Longchamp leben von der Menge der Zuschauer, nicht nur von den königlichen Hoheiten. In Horn werden sich heute und morgen wieder nur 3-4.000 verlaufen, wenn überhaupt. Das ist schade, denn der HRC gibt sich enorm viel Mühe, besonders mit dem Geläuf, welches trotz der Affenhitze in hervorragendem Zustand ist. Aber was will man tun, der Rennsport ist im Großen und Ganzen im Arsch. Der Eiertanz um den Ausgl. I am Sonntag ist exemplarisch für diesen status quo – erst mit Skala -26 für 4jährige und Ältere aufgemacht, 9 Nennungen mit 7 für Grundgewicht bekommen, dann über Nacht auf -30 bzw. 34 angehoben, in der Hoffnung, verhinderte Derbystarter zu bekommen, die anderen damit erstmal vor den Kopf gestoßen, und dann die Rolle rückwärts auf -25. Einerseits ist man verärgert, andererseits versteht man den Veranstalter in seinem heißen Bemühen um kopfstarke Felder. Aber diese Kategorie von Pferden läuft längst im Ausland, und die zukünftigen werden es auch tun. Angesichts der Kosten der einzige Weg, halbwegs über die Runden zu kommen. Der viel beschworene Neuanfang des Deutschen Galopprennsports ist jedenfalls in Hamburg nicht angekommen, und passender Weise lassen sich auch die Vorturner der Zentrale nicht blicken. Kein Präsident, kein Geschäftsführer, kein BV Präsident. Wann, wenn nicht jetzt, wo, wenn nicht hier sollte das Leitungspersonal zur Stelle sein. Aber diese Attitüde geht seit Jahren so, der eine kann nicht mit dem HRC, der andere macht just jetzt immer Ferien auf der Insel Wangerooge oder Spiekerog, und Herr Halm, nun ja, der fehlt nicht wirklich.

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So

11

Jul

2010

Hot Meeting

The Hamburg Derby Meeting 2010 got off the mark yesterday in a rather hot mood, with temperatures rising well above 35 degrees celsius. Beast and man alike suffered under a relentless sun, and attendance was nearer 5.000 than 10.000. Handle was down considerably, as was to be expected. As the weather forecast predicts rain on a daily shifting basis from Saturday to Sunday to Monday and now probably Tuesday or Wednesday, this may be wishful thinking anyhow. Prepare for everything, as the Aussies say, and a smart lady from down under proved her wisdom by sporting a handheld battery driven fan. One could have sold hundreds of these little gadgets instead of the Borsalinos that looked really great but were priced quite optimistically at € 170,- which proved too much for most of the customers. Anyhow, the going was in splendid condition, which is borne out by the fact that many horses with a disliking of firm ground that ran well to form. The HRC have watered all through the night until 6 am for a considerable time, and that should ensure that conditions stay fair and even throughout the meeting.

 

The sporting highlight was the Franz Günther v. Gärtner Memorial, a Grade III race for three years and older horses over the mile. The race commemorates the longtime chairman of the HRC and the German Racing Association, who has been one of the alltime most generous sponsors of this sport. Fittingly, the sport has paid back as v. Gärtner has been racing three individual Derby winners, Samum, Schiaparelli, and Kamsin. The race was won by Earl of Fire, who took the race already in 2009. Earl of Fire won more or less gate to wire, but the race was heavily marred by a slipping saddle of Kite Hunter, who in the early stages unseated his raider Steffi Hofer who went down heavily and suffered a broken collar bone and a concussion. Steffi Hofer, who has developed into Germanies best female Jockey this season, is set to miss the next weeks including – very sadly - her much anticipated Derby mount on Nordfalke. Earl of Fire was unhampered by the lose Kite Hunter who caused havoc in the field, desperately kicking and slashing around trying to get rid of the saddle that had slipped into his private parts. Le Big was actually hit and the race for him was over, as were some other horses badly compromised. Once in front however, Earl of Fire cruised uncontested for much of the race, only to be challenged in the late stages by Sherezad and Win for Sure. The other three year old Noble Promise by Shamardal looked a ham in the paddock, very shiny and glossy, but was a bit empty in deep stretch. The time of 1.35+ was quick.

 

The emotional highlight of the card was the winner of the fifth, Bonfire Night, who took his second race in a row in commanding style. Locally owned by Catrin and Jim and friends and trained by Christian Sprengel, Bonfire Night was given a peach ride by Filip Minarik who placed him comfortably in midfield where he settled nicely. Always travelling smoothly on the rail, Minarik took him out a furlong from home and smacked him a couple, whereas he took of immediately and within a couple of strides had the race in the bag. Very smart ride, and maybe the best for Bonfire Night is yet to come. The home boy`s win went very well with the crowds, no doubt thanks to the connections who are a real class act indeed.

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So

04

Jul

2010

Etwas Geduld bitte

Geduld ist der Name des Spiels, wohingegen make hay while the sun shines auch was für sich hat. Aber nur mit Geduld und Spucke kommt man auf die Länge zu Spaß und Freude am Rennsport. Leider kennt die Politik der Züchter für den Markt dieses alte Hausrezept nicht mehr, weil diese Politik postuliert, daß nur der schnelle Erfolg neue Besitzer animiert. Jedenfalls züchtet man mit einigem Erfolg den neuen Besitzer, der sich von den Hausnummern der Auktionsrennen blenden läßt, aber schnell den Spaß verliert, wenn es in die Badstraße geht oder gleich ins Gefängnis, ohne Los. So mutiert Baden Baden zum Durchlauferhitzer mit geringen Halbwertzeiten. Aber so geht das nicht. Pferde haben eine biologische Entwicklung, die trotz aller euphemistisch Frühreife genannten frühen Reife bis ins Alter von 4 oder 5 reicht, und der berühmte Kopf entwickelt sich wahrscheinlich noch langsamer. Für diese grundsätzliche Zeitdauer sollte man Verständnis haben, wenn langfristig Erfolg angestrebt wird. Schnell machen für ein zwei Rennen ist keine so große Kunst, wie manche Zeitraffer ihrer Clientele einreden; eine Karriere von Dauer zu managen allerdings schon. Das wichtigste Requisit ist das Auge des Trainers, ihre oder seine Fähigkeit, Talent korrekt einzuschätzen, und dann sinnvoll zu entwickeln. Das nächst wichtigste Requisit ist die Fähigkeit, dem oder den Besitzern klar zu machen, das so was auch mal dauern kann, auch wenn die anderen schon um die Wette laufen, und die Kunden mit den Hufen scharren. Wer gewinnen will, braucht ein Pferd mit mindestens 100%, besser noch einen Schnaps mehr. Man kann sehen, ob ein Pferd gut drauf ist, weil ein funktionierender Stoffwechsel sich im Glanze der Speckschwarte ausdrückt, und nur ein Pferd mit positiver Grundeinstellung zum Laufen wird gut laufen. Auch das kann man sehen, weil dasselbe Pferd manchmal keine Lust hat oder nicht so richtig gut in Schuß ist, und man an den Unterschieden erkennt, wie der status quo ist. Besitzer sollten in ihrem eigenen Interesse lernen, diese Nuancen ihres Pferdes zu erkennen. Es hilft, die Chancen realistisch einzuschätzen, und es vermeidet falsche Hoffnungen und Verdruß. Wenn einer gut drauf ist, dann soll man aber auch laufen, weil Training keine Rennen ersetzen kann, und zuviel Schraube anziehen irgendwann mal zum Durchdrehen führen kann. Make hay while the sun shines. Aber dann gibt es noch das Problem des one to many, des einen Rennens, wo es eigentlich vorher noch sehr gut aussah, aber leider der Tank doch schon auf Reserve lief. Das ist schwer zu erkennen, weil es eigentlich nicht zu erkennen ist, und da hilft nur im Zweifel gegen den Angeklagten weiter.

 

In Hamburg scheint seit einigen Tagen die Sonne, es hat um und bei 36 Grad, und der letzte Regen ist weiß nicht mehr gefallen. Der Rasen im Garten ist vergilbt, weil nur die Geranientöpfe Wasser kriegen. Ich erwähne das im Hinblick auf das Meeting, welches ja nun in einer Woche angeht. Wasser ist eine wertvolle Ressource, auch in Hamburg, und es mag so sein, daß trotz Beregnung der Boden in Horn sagen wir mal jahreszeitlich wird. Insofern wird die oben erörterte Problematik eine Rolle spielen – Laufen, wenn der Boden eigentlich zu fest ist, oder lieber kein Risiko für die Gesundheit des Pferdes eingehen. Das kann eine sehr schwere Entscheidung sein, zumal, wenn das Pferd gut drauf ist und das Rennen wie gemalt aussieht.

 

Für das wettende Publikum ist das alles meist sehr entfernt, weil die intimen Kenntnisse über die einzelnen Bewerber fehlen. Vor Jahren wurde Fährhof massiv vom Vorstand des HRC angegangen, weil sie Sabiango nicht anspannten. Damit hätte man dem HRC eine prominente Einnahmequelle vorenthalten, verkleidet in den Vorwurf, dem Publikum was vorzuenthalten. Die Leute sollten sich allesamt daran gewöhnen, daß niemand für das Wetter zuständig ist, und daß Pferderennen eine Veranstaltung in natürlicher Umgebung ist. Bodenpflege kann nur begrenzt ausgleichen, was von oben kommt oder nicht.

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Di

29

Jun

2010

Pleasantly Perfect

Nach einiger Zeit auf dem Balkon wieder gesehen: On the Muscle, ein dreistündiges Epos über den Stall von Richard Mandella aus dem Jahr 2002. Es gibt nichts besseres, um die Atmosphäre eines Trainingbetriebes kennen zu lernen, als diese einmalige Dokumentation. Ganz dichte Kamera an den Pferden und Menschen, sparsame Musikbegleitung, ungestellte Szenen. Dazu sehr üppige Bilder, wie sie nur der Rennsport und seine verschiedenen Aspekte liefern. Am Ende der drei Stunden als Zubrot das berühmte Breeders Cup Meeting von 2003, als Mandella 4 Rennen der Karte gewinnen konnte, mit Halfbridled und Julie Krone, mit Action this Day und David Flores, und zweimal Alex Solis auf Johar und Pleasantly Perfect. Das ist auch das Motto dieser Dokumentation – Pleasantly Perfect. Bestellen muß man das beim Herausgeber, zu dem der folgende Link führt.

 

 

http://www.ponyhighway.com/otm.shtml

 

 

 

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So

27

Jun

2010

Von Schönen und Reichen

„GaloppOnline.de: Apropos Besitzertrainer. Ärgert es Sie nicht, wenn wir regelmäßig diese Klischees von den Schönen und Reichen, der High Society mit den Hüten, die sich im Zeitalter leerer Kassen gerne selbst feiern in der Öffentlichkeit bedienen und ein völlig falsches Bild vom Galopprennsport in den Medien gezeichnet wird?“

 

Eine sehr schöne Beobachtung von Galopponline.de, wenn auch der Satz als Satz nicht ganz zu Ende geht, aber der Gedanke wird klar. Es sind die Sekt schlürfenden Parvenues, die den Sport in Mißkredit gebracht haben, die Klischees der hohen Hüte und der Schönen. Insofern ist den Fragern von Galopponline.de völlig Recht zu geben, es entsteht so ein ganz falsches Bild in der Rennsport interessierten Öffentlichkeit; die glaubt, daß die Leute im Rennsport sich immer nur selbst feiern, wo doch sogar die FDP messerscharf erkannt hat, daß auch Gesunde und Reiche ein Scherflein zum Gemeinwohl beitragen sollten, wie es nunmehr in den Medien heißt. Das sind also sehr begrüßenswerte Betrachtungen und Zustände, die Galopponline.de wortmächtig geißelt und anprangert.

 

Hutbewerbe gibt es nach meiner Kenntnis in Hamburg und Bad Doberan, in Ascot und Chantilly, in Saarbrücken und Köln und Goodwood und Churchill Downs, und niemand hat penetranter Herrn Ullmann als Zigarre schmöckenden High Society Beau gezeigt als Galopponline.de, vermehrt um schillernde Berichte um noch schillerndere Figuren wie Österreichische Lackhersteller, Usbekische Schnappsbrenner und andere Neureiche, die aus unerfindlichen Gründen für einige kurze Momente den Galopprennsport als Hobby erkoren haben. Die Welt von Galopponline.de ist stets eine nachhechelnde und ranschmeißerische an dieses Millieu gewesen, eine mediale Politik, die jeden kargen Bissen aus dieser Plastikwelt getreulich apportiert und dem geneigten Publikum vor die Füße gelegt hat. Kathin Werning als allerschönste Galopperin dünkt diesem Medium als Krone der PR Schöpfung, natürlich, wie könnte es anders sein, und seit den seligen Zeiten, in denen Herr Göntzsche prallbusige Schaustellerinnen ihrer selbst in Baden Baden interviewt hat, gilt dieser Ansatz bei der Definition des Bilds vom Rennsport als verbindlich und branchenweit akzeptiert.

 

Gestern in Hannover hingegen war es so, daß das selbst gemachte Eis des Milchhofstandes vor dem Tribünengebäude hervorragend schmeckte, und auch das Bratheringbrötchen ging völlig in Ordnung. Ob der Prosecco gut war, weiß ich nicht, aber das San Pellegrino Wasser von Pierino war gut gekühlt und angenehm zu trinken. Wir normalen Leute standen animiert beisammen, und die Schönen und Reichen hatten ihren Paddock nebenan und schlürften Sekt.

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Mo

21

Jun

2010

Von Vorne

In Dortmund ist die Zeit stehen geblieben, vor etwa 100 Jahren, aber so genau muß man das nicht wissen. Man kann mit der Eisenbahn von Altona direkt nach Dortmund Hbf fahren, das dauert etwa drei Stunden. Dann sollte man nicht versuchen, sich Auskunft in diesem Auskunft Container der DB zu holen, wie man nun nach Wambel zur Rennbahn mit Nahverkehrsmitteln kommt, weil der Schalterbeamte grundsätzlich dazu nichts sagen möchte, sondern barsch an einen Kollegen am Service-Point um die Ecke verweist, womit die polyglotte Sprachwelt der Deutschen Eisenbahn wieder hervorragend zur Geltung kommt. Als nahtlose Fortsetzung der bi-langual Announcements der Zugbegleiter, Sie wissen schon, Trains to Stralsund from platform 3 at 4 minutes past noon via Lengede and Demmin. Es geht dann mit der U-Bahn Linie 47 zum Zentralfriedhof, und von da etwa 15 Minuten zu Fuß. Der Gang an der Bahn entlang offenbart die Zeitlosigkeit der Anlage aus dem 19. Jahrhundert; verwucherte und verwunschene Backstein Ensemble, mit Sandpit zum Wälzeln der Pferde, dazwischen Rauputz in Staubgrau und Antennen Schüsseln neben Wäscheleinen und alten Blechdosen im Gebüsch. Nichts Modernes außer den Satelliten Schüsseln stört diese Idylle, dann kommt noch diese Restauration mit dem Häuschen und dem Vorgarten, und dann der Pferdelieferanteneingang. Was für ein Gedränge, was für wunderhübsche alte Schilder mit diversen Hinweisen und in Sütterlin, fast. Der Johannsmann war schon da, hatte alle drei aus Warendorf angeliefert, so daß angerichtet war, wie der Trainer Fanelsa mal sehr schelmisch nach einer Abschlussgrasarbeit für Baden Baden bemerkte (das betreffende Pferd war dann sehr richtig mit Nase in einem 18er Handicap geballert). Herr Fanelsa, Hubsi, war gestern auch da, wie immer beleidigend gut gekleidet inklusive einem Trillby, der wie angewachsen auf dem Charakterkopf thronte. Als ich dann noch korrekt Solidario als meinen Schlenderhahner Favoriten identifizierte, gab`s kein Halten der Namensbrüder mehr, die zusätzlich auch noch auf derselben Lehranstalt ihre Matura verdienten.

 

Nun hatten sie früher in Wambel diesen netten kleinen Laden neben dem Eingang, in diesen Holzgebäuden, da konnte man Sattelzeug und Kappen und Galoschen kaufen und sogar Feuerzeuge mit Enblemen berühmter Farben; der ist leider futschikato. Ersatzlos gestrichen. Stattdessen gibt es eine Ladenpassage ähnlich dem Alstervergnügen, mit Buden und Butzen, wo sie Brot verkaufen und Stullen und Kakao und Pizza und keine Kartoffel Puffer, sondern nur Pommes Frites. Dann kommt der Profistand eines sehr engagierten Wurstbraters, der diesen Beruf in den Stand einer exakten Wissenschaft erhoben hat. Die Würste werden von geschultem Fachpersonal nach einem ausgeklügelten Rotationssystem auf dem Rost in verschiedenen Hitzezonen hin- und her geschoben, und dann nach Erreichen der gewünschten Bräunung dem Chef zugeschoben, der sie dann wieselflink abverkauft, wie es in der Abverkaufsbranche gerne heißt. Das Ergebnis kann sich essen lassen.

 

Es gab auch wieder eine Ansammlung von Festzelten, abgeschirmt von den normalen Besuchern, wo sie unter sich saßen und teilnahmen, wahrscheinlich die Abverkaufskanonen des Sponsors. Manchmal verirrten sich diese Leute auf den Sattelplatz, wo sie dann sehr interessiert das Geschehen auf dem grünen Rasen verfolgten. Davor stand ein Merzedes Benz Auto hochdramatisch mit offenen Flügeltüren und dem Tacho bis 500, der aber bereits verkauft war. Ein Hoch auf die Sponsoren!

 

Die Attraktion des Renntages war natürlich Christophe Soumillon, der sogar Autogramme gab, aber nicht gewinnen konnte. Ein sehr professioneller Reiter, wie man tags zuvor in Auteuil bewundern konnte, wo er sein erstes Hindernis Rennen gleich mit der halben Bahn und in Gruppe I gewann. Jedenfalls ritt Herr Soumillon, und das Geläuf machte ganz im Gegensatz zur Bebauung des Geländes einen hervorragenden Eindruck. Im Innenraum tummelten sich surreal eine handvoll Amateurgolfer, die ohne irgendein Verständnis für die Veranstaltung Pferdrennen halbhohe Chips entgegen der Fahrtrichtung übten; ein slice, und der erste der Kavalkade kriegt einen Golfballi in die Fresse. Unfaßbar. Leider sieht man diese Golfer mittlerweile auf vielen Rennbahnen während der Veranstaltung ihre Hooks und Slices ins Gelände ballern.

 

Also Herr Soumillon ohne Sieg, und auch die Behinderung durch Illo hat daran nichts Entscheidendes geändert, so daß ich die Entscheidung der Rennleitung, den Sieger Illo hinter Scolari zu setzen, richtig finde. Daß die unbeteiligte Norderney dadurch gewann, das ist dann eben so. Illo ist Scolari eine Walze breit vor die Füße gelaufen, Soumillon hat das für jedermann sichtbar deutlich zum Ausdruck gebracht, und somit hatte es sich. Davor begann der Renntag charmant und beschwingt mit dem Sieg von Bonfire Night, den Filip Minarik sehr entschlossen vorne galoppieren ließ, was genau die richtige Taktik war. Manche Pferde brauchen einfach mal nen freien Kopf. Statt dieser ewigen Rumeierei mitten im Feld. Damit hatten wir uns dann auch ein PKW Mitfahrticket bei den reizenden Besitzern Catrin und Jim gesichert. Dann gewann Herr Trainer Sprengel sofort wieder, wodurch er gezwungen war, sein Bier zügig zu leeren, weil ja nun gleich noch mal eine Siegerehrung stattfand. Und der Pilsbierstand ist doch entfernt von der Waage, bestimmt hundert Meter oder 120. Unser Augenstern brauchte auch kein Rumeiern im Feld, genau genommen wollte er das noch nie, sondern nahm wie gewohnt resolut die Stangen, wie die Traberleute diese Taktik nennen. Ein rechnender Trainer möchte natürlich gerne das Marschieren im Pulk üben, und die ratio diktiert diese Taktik, aber ehrlich gestanden, was gibt es schöneres für die Besitzer, als einen, der vorne mit Bock und Verve und fliegender Mähne galoppiert, und der sowieso nur zum Preis des pullens zu bremsen ist? Sie hatten ihn auf 13 runtergewettet, ziemlich albern in einem Handicap mit 16 Pferden, aber er hat die Wetter belohnt. Mehr kann man nicht verlangen. An dieser Stelle müssen jetzt endlich auch die Etablissements Mundry in ihrer personellen Gesamtheit gelobt werden. Alle die da waren und sind gehen mit großem Herz, Verstand und Fleiß diesem schweren Gewerbe nach. Dafür sind wir sehr dankbar, wie auch Norman Richter, der Durban Thunder so gut versteht und reitet. Jetzt ist die Hoffnung, in Hamburg anzuspannen, wenn’s geht als Wochenendtandem mit Earl of Winds. Warum macht Rennsport soviel Spaß? Darum!

 

 

 

 

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Sa

19

Jun

2010

Eddies 1.000

So ein Renntag wie gestern in Bremen ist doch zwiespältig; bei kaltem Wind und ein paar hundert Zuschauern hat das was von einem Pfadfinderlager, nur daß das Lagerfeuer fehlt, welches dringend benötigt wird. Aber die Ergebnisse der Rennen lassen die Expedition der Hamburger warm werden. Vor den Augen des Züchters gewann Alpacina das Meilen Rennen für dreijährige Stuten, und es freuten sich nicht nur die Besitzerin, sondern auch das kleine Fan Lager, weil 83 auch ein schöner Kurs war. Wenn es Bargeld gibt, lacht auch der Frostköttel. Vorher hat uns Earl of Winds sehr viel Freude gemacht, weil das Experiment mit weiten 2.200 Metern gut funktioniert hat. Aber wenn der Bruder Earlsalsa über Cup Distanz gewinnen kann, warum nicht. Der Sieger Egon war gestern nicht zu schlagen, ist auch ein sehr ordentliches Pferd, aber langsam sollten die Besitzer mal wieder gegen Pferde ihres Kalibers laufen. Dreimal ist Bremer Recht, aber nicht endlos.

 

Und dann unser Derby Mumm Russian Tango, angereist mit großer Entourage des HRC. Ich habe den immer geschätzt, weil er stets ein imposanter Brocken war, und es sieht so aus, als wenn die Rechnung für Hamburg aufgehen könnte. Das Rennen gestern erinnerte an Belenus 1999, am Ende des Feldes rumgedödelt, anfangs viel gepulled, und dann in der Geraden vorsichtig angeschoben. Ich schätze, daß er bis Hamburg noch Schliff braucht (ein paar Kilos runter, ein wenig Ruhe rein), aber wenn die das schaffen, dann ist er mit ersten Chancen im Derby unterwegs. Von allen Pferden der Jahrgangsspitze der mit der meisten Substanz. Stehvermögen? Gewiss doch! Passend dazu, daß das Eddies 1.000 Sieg war. Hier in Bremen hat seine Karriere angefangen, hier war er immer zu Hause, und hier konnte er gestern zum 1.000 Mal zeigen, warum er so gut ist. Ein großartiger Reiter und Sportsmann.

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Do

17

Jun

2010

Realitäten

Herr Henschker kolportiert im Internet, es gäbe Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Sachen Emission der Beteiligungs GmbH wegen Verdacht auf Anlagebetrug. Das ist eine schwerwiegende Meldung, besonders, wenn sie stimmt. Also wurden die zwei als Ansprechpartner bei German Racing ausgewiesenen Herren am Montagabend angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Die ist nicht erfolgt, wie auch telephonische Bemühungen nicht zum Erfolg führten. Man kann also davon ausgehen, daß irgendwas dran ist, zumal die publizistischen Umstände der Emission immer einige recht zweifelhafte Aspekte aufwiesen. Zum einen die völlige Ausblendung der unklaren Situation in Baden Baden – immerhin der stärkste Umsatzbringer im Lande – und zum anderen der Wechsel vom prospektierten Erwerb einer Wettplattform zur Minderheitsbeteiligung an einer solchen. Das sind qualitative Unterschiede, die nicht graduell sind, sondern prinzipiell. Wer vor Ankündigung dieses Politik Wechsels und nur aufgrund der Prospektangaben investiert hat, der sieht sich durchaus nachvollziehbar getäuscht. Nun gehört zum Betrug auch die Absicht des Betrugs, also ein Willen zur Tat. Da mag man Zweifel haben, ob der bei den handelnden Personen vorlag. Aber eins ist auch während dieser Emission deutlich geworden, die absolute Nonchalance, mit der kritische Aspekte weggebügelt wurden, bzw. ausgeblendet. Es wurden stattdessen schwere Geschütze kontra Kritik aufgefahren, einschüchternde sogar gegenüber Trainern und Abstehern, und in diese unerfreuliche Abteilung gehört auch der virtuose Umgang mit der Umdeutung einer zunächst gescheiterten Emission in die Verschaffung von Gelegenheit für Saumselige in der dreizehnten Stunde. Es gehört in diese Abteilung auch die nimmermüde Behauptung, aus dieser Beteiligung erwüchsen sofort Einnahmen für den Sport. Das ist evident nicht der Fall, wie hier schon mehrmals ausgeführt wurde. Nun also ermittelt wahrscheinlich der Staatsanwalt, wogegen man sich niemals schützen kann, wenn jemand eine Anzeige macht. Aber es muß irgendwas dran sein, sonst geht der Staatsanwalt nicht los, und an diesem Umstand hat man emsig mitgewirkt.

 

In Hamburg werden die Zuschüsse für die Doppelrennbahn absehbar nicht gewährt, und auch die Zuschüsse zum Derbymeeting selbst stehen zur Debatte. Das ist angesichts der Kassenlage nicht verwunderlich, sondern nachvollziehbar. Es geht nicht darum, ob statt Derby die Elbphilharmonie kommt (ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Subventionsgrab), sondern ob die Freie und Hansestadt Hamburg die Schlaglöcher ausbessern und die Müllabfuhr organisieren kann. Solange das nicht mehr gezahlt werden kann, kann man schlecht Subventionen eines Luxus Hobbies für wenige verlangen.

 

PS: Das DVR teilt tel. mit, daß von derartigen Ermittlungen nichts bekannt ist. Herr Henschker teilt mit, daß er gesicherte Informationen hat.

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Di

15

Jun

2010

La Grande Dame

It doesn`t get any better than this. Goldikova ist das Urmeter der Meiler, wenn auch Paco Boy über die Gewichte gerechnet vorne wäre. Aber ladies first. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine bessere Stute, oder Meiler jedweden Geschlechts, gesehen zu haben. Das ist ganz große Weltklasse, die es alle Jubeljahre einmal gibt. Und es ist schön, wenn mit Paco Boy ein echter Kronprinz bereit steht, der isoliert betrachtet ebenfalls eine Weltklasse Leistung gebracht hat. Insofern ist der Traum seit den Lockinge Stakes in Erfüllung gegangen, und sogar vor Deauville. Bei der Würdigung von Goldikova muß man auch Olivier Peslier nennen, der einen einmaligen Rapport mit der Stute hat, und sie das tun läßt, was sie am besten kann, ohne groß rum zu fuchteln. Solche Pferde wissen, wie man das macht, die gewinnen von fast ganz allein. Und wenn es auch so aussieht, als wenn Paco Boy einen Millimeter weiter hingekommen wäre: ich glaube, die beiden vorne hatten noch was im Tank. Goldikova, Peslier, Head, Wertheimer Freres. Das ist die große französische Rennsport Elite. Man sollte das Genießen, solange es geht.

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So

13

Jun

2010

Rechter Seitenspiegel

Leider hat es für Getaway heute nicht gereicht, zweiter im Gran Premio di Milano zu Jakkalberry. Ich hatte den Eindruck, daß sich Herr de Vries zu sehr um Campanologist und Frankie Dettori gekümmert hat, und den Sieger nicht auf der Rechnung hatte. Der kam von rechts hinten, und hatte mehr Schwung. Hätte man vielleicht vermeiden können, diese Niederlage. Gibt aber Schlimmeres.

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Mi

09

Jun

2010

www.german-thoroughbred.com

Es gibt eine neue Seite für Leute, die sich für deutschen Vollblüter interessieren, also potentielle Kunden aus dem Ausland. Daher ist der Text praktischerweise in englisch gehalten. Nun wird das analysiert, warum auch nicht, aber was für ein Gefuchtel von deutschen Englisch Lehrern. Der englischste der Englisch Lehrer nimmt Anstoß am Wort "Date", weil das der sexuellen Sphäre vorbehalten sei, im Geschäftsleben aber von "Appointment" die Rede sei. Das wiederum ist aber eine Verabredung, jedoch der Termin, um den es im Text geht, nämlich den passenden, das ist natürlich "Date", was denn sonst. A suitable date ist ein passender Termin. To share office space oder facilities ist ebenfalls völlig korrekt und in Ordnung. Hier tobt sich mal wieder exemplarisch der Deutsche Michel aus, der besser englisch kann als english. Die Seite ist ansprechend gemacht und informativ.

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Mo

07

Jun

2010

Weißblau gerautet

Lope de Vega hat sehr überzeugend gewonnen, wie man sich weiter unten selbst überzeugen kann. Allerdings gehen Vergleiche mit Workforce fehl, weil der Prix du Jockey Club aus gutem Grund nicht Derby heißt, und daher auch nur über 2.100 Meter geht. Jedenfalls eine der besten Formen eines Dreijährigen im Jahr. Und mal wieder der Beweis, daß der ehemalige Präsident des Münchner Rennvereins, Herr v. Bötticher, was vom Geschäft versteht. Ob der Münchner Rennverein damals gut beraten war, seinen Präsidenten umzutauschen, mag dahin stehen. Und weil nun auch der dritte des Rennens, Plain Perdu, ebenfalls einen Münchner Besitzer hat, und darüber hinaus mit Kali noch ein Münchner Pferd in Gruppe II platziert war, war das gestern ein völlig weißblauer Renntag, seit den Zeiten von Rodaun und Telemach und Windmesser wohl der aller weißblaueste. Ach ja, die Stute Night Magic hat ja auch noch gewonnen! Eigentlich fast nicht mehr zum Aushalten, gell, Herr Weller?

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So

06

Jun

2010

Epsom Derby Belmont Stakes

Gestern Derby in Epsom und Belmont Stakes in New York, beide Rennen für die besten dreijährigen Hengste, beide über 2.400 Meter. Der Sieger in Epsom brauchte 2.31,3 Minuten, der in den Belmont Stakes 3/10 mehr. Aber damit hören die Ähnlichkeiten auch schon auf. Belmont Stakes Sieger Drosselmeyer, geritten von Mike Smith, dem Mann der großen Rennen, und trainert von Bill Mott, dem Trainer vom großen Cigar, hatte seine liebe Müh und Not, diese Strecke zu bewältigen, die in Amerika sehr selten und ungern gelaufen wird. Die Tage von Secreteriat sind lange vorbei, der den gleichen Trip mehr als 7 Sekunden schneller absolvierte, damals in Weltrekord Zeit von 2.24,0. 7 Sekunden sind um und bei 35 Längen, und damit wäre Drosselmeyer damals nicht mal Zweiter geworden. Der Sieger des Epsom Derbies, Workforce, währe unter gleichen Bedingungen auch über 35 Längen vor Drosselmeyer gewesen, denn der Unterschied zwischen Belmont Park und Epsom Downs ist etwa 7 Sekunden über diese Distanz. Belmont Park ist ein großes Oval als platte Autobahn, Epsom eine Berg- und Talbahn mit Ecken und Kurven. Man kann an den Rennverläufen sehr schön sehen, wie unterschiedlich das Thema angegangen wird; in Amerika werden die viertel Meilen immer langsamer (achten Sie auf die Uhr), in Epsom immer schneller. Ryan Moore hat Workforce richtig mit Schwung aus Tattenham Corner rausgebracht, dem neuralgischen Punkt des Kurses, und dann die Gerade runter mit Dampf und Druck. Drosselmeyer stapfte mehr und stampfte mehr, und die anderen wurden schlicht langsamer. Und bei dem Vergleich wird auch klar, warum die Amerikaner im Arc überhaupt keine Chance haben, oder dem Breeders Cup Turf, oder dem Melbourne Cup. Die haben welche für 2.000 Meter. Die Engländer haben Sir Michael Stoute, die entsprechenden Pferde, und mit Ryan Moore einen Reiter, der immer mehr an Lester Piggott erinnert. Nicht schön anzusehen, aber kolossal effektiv.

 

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So

06

Jun

2010

Empire Storm

Heute um viertel vor 6 läuft Manuela Sohls Empire Storm in Mailand. Mit Eddie und Chance, halte zu Gnaden.

 

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Sa

05

Jun

2010

Frankfurter Würstchen

Man glaubt gar nicht, wie viele Leute sich für die Frankfurter Handwerker interessieren, besonders auch Kleinkinder. Die wurden in Massen von ihren Eltern über den Rennplatz geschleppt, an der Hand, oder in Bollerwagen, oder auf der Schulter. Faszinierender Andrang, und faszinierende Logistikverhältnisse. Es geht gleich mit dem Parken an, weit hinten am Ende des Schlussbogens, dann folgt ein interessanter Fußmarsch vorbei an einem Bauloch von grotesker Struktur mit halben Spundwänden und abgesägten Rohren und diversen Teilen, die einfach so rumliegen. Draußen ist der Zaun mit einem bunten Plakat verhangen, auf dem das Modell eines Hotels gezeigt wird, so ein Mittelding zwischen Aquarium und Kaserne, und drinnen servieren kleinen Asiatinnen Köstlichkeiten der orientalischen Küche exklusiv für unsere Stammgäste und Appolinaris. Diese Frankfurter Rennbahn war immer schon ein logistischer Albtraum, aber wenn es richtig voll ist, geht fast nichts mehr. Besonders die Wegführung Tribüne, Absattelring, Führring ist abenteuerlich, und jedes Pferd, das diesen Weg unbeschadet absolviert, ist gestählt für alle Zeit. Zentraler Aufenthaltsort ist dieser schattige Biergarten mit den bunten Bänken und Tischen und dem Holzhäuschen, aus dem heraus Getränke und Speisen verkauft werden. Das System ist etwas undurchschaubar, weil es zwei Fenster für jeweils Getränke und Speisenausgabe gibt, aber nur bei einem bezahlt werden kann (und bestellt), und es gibt sogar noch ein drittes Fenster, wo man das Pfand zurück bekommt. Aber nach dem dritten Anlauf hat man das begriffen, und es funktioniert. Ich empfehle vorbehaltlos sowohl die Bratwurst als auch den Apfelwein Marke Rupp, der ganz entspannt ins Glas fällt und nicht einfach nur sauer und platt schmeckt, sondern Frucht hat. Wenn man der Bedienung bei der Wurstbestellung ohne Brötchen sondern auf ner Pappe sagt, wird das nach Wiederholung verstanden. Die Wurst ist leicht und locker, die Senfflasche schmierig. Etwas abseits gab es einen sehr interessante kulinarische Erfindung auf dem Rennplatz – handgemachte Kartoffel Chips. Und das geht so: Auf einem Gestell ähnlich einer Physikanordnung in der Schule ist ein Metabo Bohrer festgeschnallt, also horizontal, und an dessen Ende befindet sich eine Art runder Igel mit kleinen Dornen, und auf den steckt der Operateur nun Kartoffeln mittig mit der Längsachse, und dann wird auf der freien Seite ein scharfes Messer fixiert, und dann geht der Motor des Bohrers los, die Kartoffel dreht sich geschwind, und der Operateur drückt die ganze Apparatur gegen das Messer, und schwuppdiwupp schält sich haarfein die Kartoffel in Girlanden und Endlosschleifen ab. Dann kommt der zweite Mann ins Spiel und tunkt diese Girlanden in blubberndes Fett, und schon sind im nu Kartoffelchips fertig. Aber es dauert dann doch recht lange, bis die beiden Köche den Brei fertig haben, weil, nun müssen diese Girlanden noch gewürzt und entfettet werden, und dann kommt noch die schwierige Arbeit des Eintütens. Alles in allem denke ich, das etwa alle zweidrei Minuten eine Tüte mit geschätzt fuffzich Gramm dieser Tüten für zweifuffzich den Stand verlassen, so daß man auf eine schwere Geduldsprobe gestellt wird. Weil die Mutti vorne in der Schlange drei Kinder dabei hat und den Gatten, und die nächste hat noch die Freunde der Kinder zu versorgen, und so geht es leicht zwanzig Minuten, bis man was hat. Aber die krossen Dinger schmecken gut.

 

Wegen der engen Verhältnisse des Platzes gibt es nur eine Stelle, die einigermaßen leicht erreichbar und verlaßbar, Sicht auf den Einlauf ermöglicht, nämlich eine Art Nock am Ende der Tribüne, am Ende des äußeren Treppenaufgangs. Wenn man groß ist, was der Fall ist, geht es von da aus ganz gut. Man steht auf einem Ausguck und hat gute Sicht auf die Anlage und den Einlauf. Aber das Ziel steht zu weit hinten, so daß die Perspektive täuscht. Die Tribüne war jederzeit brechend voll, ein ganz neues Fahrgefühl auf einer Rennbahn, und die Leute lärmten angemessen, sobald die Glocke läutete. Das gehört dazu. Insofern haben die gut zehntausend eine schöne Kulisse für die Rennen geliefert, und in der prallen Sonne sah alles sehr sportlich und bunt gewandet aus. Günter Gudert kann eines sehr gut, nämlich die Dramaturgie eines Renntages erfassen und steuern, soweit das möglich ist. Die Rede ist angemessen, zum richtigen Zeitpunkt, und die Rituale werden zügig und ohne falsches Pathos abgewickelt. Dazu gehört auch eine gute Analyse der Rennen durch Faust jun. und eine DVD mit dem Rennen für die Sieger.

 

Höhepunkt des Tages und echter Aufreger war das Rennen mit dem Fährhofer Quilali, den Eddie fast versägt hätte, weil er dachte, das Rennen ist gelaufen. War es aber nicht, sondern es mussten noch ein paar Meter gelaufen werden, und fast wäre Herr Pietsch mit seiner späten Attacke hingekommen. Das war vorne nicht so geplant. Trotzdem, der Sieger leicht Kopf kann was. Wie Viel, ist schwer zu sagen, denn er lief fast drei Sekunden langsamer als der Sieger des Sieglosen Rennens über die gleiche Distanz und bei ähnlichen Gewichten. Aber was der kann, ist auch nicht klar. Vielleicht kann er 70 Kilo, vielleicht aber auch einen Schnaps mehr, was die begeisterten Besitzer noch mehr freuen würde. Die sind dann sehr animiert wieder auf die Autobahn gefahren, und wie immer erkennt man, daß dieser Sport von der reinen Freude an der Leistung des eigenen Pferdes lebt, und von nichts anderem. Kein Geld ersetzt das, und daher geht es auch an, daß die Besitzer Jahr für Jahr Millionen reinballern. Einfach so, zur Freude und zum Gefühl, an einem großartigen Sport beteiligt zu sein.

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So

30

Mai

2010

Chris Antley

Leider gibt es fast nur in Angelsachsen gute Bücher über den Rennsport. Eins davon ist „Three Strides before the Wire“. Autorin Elizabeth Mitchell. Es beschreibt als zentrales Thema das Leben und Sterben von Chris Antley, dem Siegreiter von Charismatic im Kentucky Derby/Preakness Stakes 1999. Es geht auch über Trainer D.Wayne Lukas sowie Beverly und Bob Lewis, die mit den Gelb/Grün Farben. Aber das wesentliche ist die minutiöse Auflistung von Antleys Leben, welches sehr anschaulich für die ungeheuren Anstrengungen steht, mit denen die meisten Reiter ihren Kampf mit der Waage ausfechten. Ein außerordentlich talentierter Reiter, dem das Reiten ganz leicht fiel, der aber ständig unter den Entbehrungen seines Berufes litt, mehrere Ausfälle hatte, zurück kam, wieder verschwand, und wieder auftauchte. Irgendwann ging es dann nicht mehr, und im December 2000 war sein Leben zu Ende. Man erinnert sich an das berühmte Bild wenige Meter hinter der Ziellinie der Belmont Stakes; Chris Antley kniet auf dem Sand, und hält das Bein von Charismatic, der in der Nähe des Ziels eine Fraktur hatte. Den konnte man Retten, den Retter nicht. Man wünscht sich oft, daß das fach- und sonstige Publikum mehr Sachverstand und Anstand walten ließe, wenn es sich um die Kommentierung von Alkohol und anderer Mittel handelt, die Rennreiter seit Urzeiten gebrauchen. Das hat oft seine Gründe.

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Do

27

Mai

2010

Stets zu Diensten!

 

„EGON ist zwar fit, leider aber wollte der Kölner Rennverein ihm am Pfingstmontag keinen Start auf der Heimatbahn ermöglichen und sagte sein Rennen am Donnerstag ab“

 

So teilt uns die Seite www.stall-domstadt.de mit. Dafür hat der Kölner Rennverein aber immerhin schnell Ersatz für Egon gefunden, und zum zweiten Mal innert kurzer Zeit ein zunächst echtes Sieglosen Rennen in ein passendes für Egon umgeschrieben, am kommenden Dienstag. Offenbar hat der Kölner Rennverein doch ein Ohr für seinen Lokalmatador, den ein zwiespältiges Schicksal mit 93,5 GAG geschlagen oder honoriert hat, je nach Sichtweise. Diese zuvorkommende Art des Kölner Rennvereins ermöglicht zwar nun endlich den zweiten Auftritt von Egon in der so genannten Sieglosen Klasse, aber gleichzeitig verhindert das den Start von echten Sieglosen, zumal es ärgerliche Umdispositionen erfordert. Mal angenommen, ein solcher Siegloser schlägt Egon – auf der Rennbahn ist nichts unmöglich – dann hat der Sieger schnell mal um und bei 80 KG auf der Uhr, einfach so und für schlappe € 2.400. Das ist falsch verstandener Lokalpatriotismus der Kölner Domstädter. Wenn ich so einen Kracher hätte, mit dem ich Derby und andere Hochkaräter angesteuert habe und der 93,5 kann, dann träte ich einmal in so einem Eselrennen an, aus Gründen der Rekonvaleszenz und dem Vertrauen, nicht wahr. Aber dann wäre Schluß, dann macht man Platz für diejenigen, die aus Gründen von Verletzungen erst 4-jährig antreten können.

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Di

25

Mai

2010

Derby Kurs

Wenn ich das richtig lese, ist Russian Tango nach dem dritten Platz im Henkel Rennen gestern für das Derby auf 300:10 bei Racebets zurück genommen worden. Vorher wohl 180. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Abstammung von Tertullian war bekannt, und der dritte Platz eine sehr ordentliche Leistung, die mich zumindest eher bestärkt, daß er in Hamburg auch über den Weg kommt. Ein Bulle, der erstmal auf die Beine kommen mußte, und am Ende trotz etwas enger Fahrrinne mit Wumms zulegte. Wohingegen die Gegner gestern, bis auf Neatico, eher wie echte Meiler aussahen. Also, ich würde den nach dem Rennen gestern eher spielen als vorher.

 

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Mo

24

Mai

2010

Ent- oder weder

Eine Nachricht nach Köln:

 

 

"Unser Sport ist im RWLG verfasst, sowie in den Zuchtbestimmungen. Wir betreiben den Sport als verlängerter Arm des Staates auf gemeinnütziger Basis, wenn auch der BFH in Sachen Dinslaken andere Ansichten für das Abhalten von Rennen vertritt. Die Finanzierung des Sports erfolgt zum überwiegenden Teil durch die Besitzer, die um und bei 90% der Gesamtrechnung bezahlen. Für jeden Euro Gewinn muß man statistisch 3 Euro hergeben. Ich nenne das idealistisch. Zur Finanzierung haben die Rennvereine das staatliche Totalisatormonopol nebst Steuerprivileg verliehen bekommen. Wie wir wissen, sind die Toto Einnahmen in den letzten 10 Jahren dramatisch verkommen; der status quo ist nicht leben und nicht sterben, gesteuert wie nach der Uhr durch die Buchmacher. Daran wird sich ohne weiteres nichts ändern. Die Frage, die sich erhebt, wie kann man das ändern? Es gibt nach meiner Ansicht zwei politische Ansätze für den Sport: Entweder, man sucht innerhalb der bestehenden Gesetze eine Lösung, oder man strebt neue Gesetze an.

 

Wenn man das RWLG so belassen will, dann führt nach meiner Ansicht kein Weg an einer kompletten Konfrontation mit den Buchmachern vorbei. Entweder realistische Beteiligung an den Gestehungskosten der Gesamtveranstaltung durch drastische Erhöhung der Preise für Daten und Bilder, oder Ausscheiden aus dem Spiel. Das ginge frühestens ultimo 2011. Das Argument, dagegen stünde die BGH Entscheidung, kann ich nicht nachvollziehen. Dort heißt es, und das sind für mich die wichtigsten Sätze der Entscheidung:

 

Das Berufungsgericht hat bei der gebotenen Interessenabwägung einen wesentlichen Umstand nicht in seine Erwägungen einbezogen. Nach dem für das Revisionsverfahren als richtig zu unterstellenden Vortrag der Beklagten war das für die die Wettannahmestellen betreibenden Unternehmen A und B angesetzte Entgelt deswegen so niedrig, weil die hinter der Beklagten stehenden Rennvereine den neu am Markt auftretenden Unternehmen den Marktzutritt erleichtern und damit das ihnen selbst zugute kommende Totalisatorgeschäft fördern wollten. Ein solches Vorgehen ist nicht zwingend Ausdruck einer die Kläger diskriminierenden Preisgestaltung, sondern kann sich als Förderung der eigenen geschäftlichen Betätigung darstellen. Ob dies der Fall ist, hat das Berufungsgericht in dem wieder eröffneten Verfahren im Einzelnen zu prüfen.

 

Danach ist der Sport sehr wohl in der Lage, seinen Eigenvertrieb im Interesse einer auskömmlichen Ertragslage zu favorisieren. Es kommt auf die überzeugende Darstellung der Gesamtrechnung an. Die Herstellungskosten der Bilder sind nicht relevant; die Kosten der Veranstaltungen sind zu saldieren. Ich verweise zudem auf den Fall Traber/Winrace. Das HansOLG hat letztinstanzlich entschieden, daß die Buchmacher durchaus mit einer Klausel geknebelt werden können, nur gegen ausschließliche Vermittlung in den Toto Daten und Bilder zu bekommen. Das wird von den Buchmachern auch so unterschrieben, wenn auch nicht immer gelebt. Ich plaidiere also explizit für 1. Benennung der Buchmacher als Wettbewerber, und 2. für eine konsequente Bekämpfung dieser Wettbewerber, wenn es bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen bleibt.

 

Jedoch, es ist zu überlegen, ob der Sport nicht besser führe, wenn er seine Sonderstellung qua RWLG aufgäbe, und sich dem allgemeinen Sport anschlösse. Wenn tatsächlich eine Lizenzregelung für die Sportwetten ansteht, dann würde unser Sport sicher nicht schlecht im Kielwasser der großen Verbände fahren, wenn sichergestellt wäre, daß aus dem Gesamttopf eine angemessene Alimentierung stattfände. Hier hilft auch der Hinweis auf die weg gebrochenen Steuern, die indirekt nicht nur dem Sport fehlen, sondern unmittelbar auch der Staatskasse. Mir hat der bekannte Buchmacher Albers aus Hannover mal aufgebracht zugerufen, ob ich wisse, von wann das RWLG sei – 1922, wie wir wissen. Da hat er Recht. Der Sport ist trotz dieser Sonderstellung heute auf den Hund gekommen, und es stellt sich auch insofern die Frage, ob die Sonderstellung noch was nützt. Ich glaube nicht. Es wäre im Rahmen einer solchen Lizenzvereinbarung auch der Zündstoff aus dem systemimmanenten Konflikt mit den Buchmachern, weil sich der auf der staatlichen Ebene abspielte. Dem Staat gegenüber würde der Sport wieder als Erfüllungsgehilfe des Zuchtziels auftreten, und nicht als hilfloser Bittsteller, der seine Instrumentarien nicht nutzen kann."

 

Hubertus Schmelz

 

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Mo

24

Mai

2010

Rekord

Goldikova (links)schlägt Byword im  Prix d'Ispahan Goldikova (links)schlägt Byword im Prix d'Ispahan

Oft werden im Rennsport interessante Details übersehen. Gestern gewann Goldikova den Prix D`Ispahan. Das konnte man erwarten, wie auch den zweiten Platz von Byword. Als dritter lief Wiener Walzer ebenfalls im Rahmen des Erwarteten. Soweit, so gut. Nun wird bemängelt, daß der immerhin 10 ½ Längen hinter der Siegerin war, aber das täuscht, denn: Goldikova brauchte für die 1.850 Meter 1.49,4 Minuten, und das ist schlicht sensationell und nebenher ein neuer Rennrekord. Der alte war von Royal Heroine aus dem Jahr 1983 – 1.50,1 – und die hat später ebenfalls den Breeders Cup Mile gewonnen, wie Goldikova bereits zweimal. Diese Zeit auf einem ondulierten Graskurs wie Longchamp kann sich mit den allerbesten aus den USA messen, die auf ebenen Sandpisten gelaufen werden. Eine ganz außergewöhnliche Leistung einer Stute, die in einer anderen Welt zuhause ist. Es gibt keine Wunderpferde, aber überragende Pferde, und Goldikova gehört ganz vorne mit dazu. Der langen Rede kurzer Sinn führt natürlich dazu, daß die Leistung von Wiener Walzer ebenfalls erstklassig war, nämlich gut 2 Sekunden hinter der Siegerin. Das sollte man beachten und berücksichtigen, wenn er das nächste Mal antritt. Dazu sah das auch ausgesprochen gut aus, weil er in der Geraden nach der extrem schnellen Fahrt gut anzog und mit Druck nach Hause kam. Gegen Goldikova und den zweiten Byword reicht es wohl nicht auf diesen Distanzen, aber gegen andere und auf weiteren Wegen jederzeit. Champion Stakes.

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Sa

22

Mai

2010

§ 492 RO

Es gibt außer den Fällen der Behinderung auch diejenigen der so genannten Nichtwahrnehmung der Gewinnchancen. Das steht in § 492 der Rennordnung. Der Reiter muß die Gewinnchancen seines Pferdes nach besten Kräften wahrnehmen. Aber damit fängt das Dilemma sofort an. Was sind dessen beste Kräfte? Hier interessieren die Grenzfälle, nicht das Anhalten oder Bremsen, wie es der Reiter Pietsch letzthin demonstrierte. Diese Fälle sind einfach.

 

Am Anfang aller Überlegungen sollte die Erkenntnis stehen, daß kein Reiter ein Pferd schneller machen kann, als es von Haus aus ist. Der beste Reiter ist derjenige, der sein Pferd am wenigsten stört. Das wird oft vergessen, oder verkannt, aber wenn Leute wie Lester Piggott oder Chris McCarron das öffentlich verkünden, dann sollte auch das geneigte Publikum das glauben. Es kommt auf die Balance an, auf eine dynamische Balance, und das hat auch was mit Kraft zu tun. Am Ende des Rennens schwinden nicht nur den Pferden die Kräfte, die dann gerne zur Seite hängen, es schwinden auch bei vielen Reitern die Kräfte, und statt balanciert und dynamisch die Galoppade zu unterstützen, fallen die dann als tote Gewichte den Pferden in den Rücken, oder rudern asynchron mit den Ärmchen und dem Stock. Dann lieber hinsetzen und reglos bleiben und hoffen, daß das Pferd es richten wird.

 

Das bringt uns zu den Kritikern, die als Wetter jedes Recht der Welt haben, einen Ritt zu kritisieren. Es sollte nur die Kritik stimmen, also eine Ursachenforschung hinsichtlich des schlechten Abschneidens stattfinden. Die Rennleitung macht das, sie fragt die Beteiligten nach auffälligen Leistungen und analysiert das dann alles. Das sollte auch der Wetter machen, schon aus Eigeninteresse, damit er fürs nächste Mal was lernt. Da er die Leute nicht befragen kann, muß er sich erstmal mit der Rennverfilmung beschäftigen, aber da gibt es allerlei zu sehen. Oft scheiden Vorwürfe bereits hier aus, weil die oder der Reiter über keine besseren Kräfte verfügt. Das sind die Stifte, wie das früher hieß, und es sind auch oft die Mädchen, die einfach nicht so viel Kraft haben, um auch am Ende der Reise aktiv mitzumischen. Mädchen haben dieses körperliche Handicap gegenüber männlichen Jockeys, jedenfalls im Schnitt. Daher sehen diese Ritte oft ähnlich aus: Am Anfang mit Druck nach vorne, und dann hoffen, daß das Pferd den Rest alleine schafft. Am Ende jedoch kackt die Ente, und nur vorne gibt’s Geld. Das macht den Fall problematisch. Aber nicht systematisch als vermutetes Hinterhermachen. So was vermuten nur Anfänger oder Schwachköpfe.

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Mi

19

Mai

2010

A Horse Called Nijinsky

Die konsequente Fortsetzung dieser Dokumentation ist die über Nijinsky, diesmal sechs Episoden a` knapp 10 Minuten. Man muß sich die bei youtube direkt raussuchen, unten nur die erste. Diese Geschichte stellt nun also die Fortführung dieser großartigen Verbindung von Vincent O`Brien und Piggott dar, in vieler Hinsicht auch den Höhepunkt ihres Schaffens. Es beginnt mit den Dewhurst Stakes, es endet in den Champion Stakes, und die Geschichte wird von Orson Welles erzählt. Es gibt jetzt auch Interviews der Akteure, O`Brien und sein Co Trainer, Charles Engelhardt, Bruce McNall, E.P. Taylor und, ganz selten dokumentiert, das dunkle Gemurmel von Lester Piggott. Man sieht und lernt soviel, die ewigen Riten des Trainings, bis heute so gut wie unverändert, das Phänomen des one to many in den Champion Stakes, das beste Pferd seiner Generation und, ermöglicht durch die Frontalkamera, die Einsicht, warum es im Arc nicht langte. Nijinsky ist kurz vor dem Ziel deutlich gegen die Peitsche nach links weggebrochen. Das war es, was am Ende fehlte. Der Ritt von Piggott ist oft kritisiert worden, aber ich denke, er hat das hervorragend gemacht. Das Pferd war wohl schon etwas über den Berg, und er hat ihn sehr ökonomisch geritten. Die Aufgabe im Einlauf konnte er lösen, aber er war wohl müde, und daher der Wackler. Jedenfalls ist das ein Dokument aus den goldenen Zeiten des Rennsports, die gar nichts von ihrem Glanz eingebüßt haben.

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Di

18

Mai

2010

Blütezeit

Es gibt eine ganz wunderbare Produktion der BBC aus dem Jahr 1968 – The Year of Sir Ivor. Fünf etwa gleichlange Segmente, insgesamt 45 Minuten Rennsport Geschichte, in Technicolor und extrakurioser Musikuntermalung, einer Mischung aus SaltzmanBroccoli, Henry Mancini und der Rattles. Aber diese Geschichte ist ganz hervorragend geeignet, den Anfang des modernen Rennsports zu demonstrieren, also die erste Blütezeit der transatlantischen Operationen von Vincent O`Brien in Kollaboration mit Lester Piggott. Erstaunlicherweise keine Interviews, stattdessen strikte Kommentierung aus dem Off, obwohl die Kameras bei O`Brien, Murless und Francois Boutin auf dem Hof und den Galops waren, bei dem im Zusammenhang mit La Lagunes Erfolg in den Oaks. Die Rennbilder mit Originalkommentaren von Peter O`Sullevan. Wer sich wirklich für den Rennsport heute interessiert, sollte sich das ansehen. Dann sieht er oder sie großen Sport und, wo der moderne Reitstil herkommt.

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Di

18

Mai

2010

Die Rennleitung, die Disqualifikation

Die Rennordnung bestimmt in den §§ 490, 491, daß das Behindern und Kreuzen verboten ist. In § 625 steht, was passiert, wenn dadurch das Ergebnis auf den ersten drei Plätzen beeinträchtigt worden sein kann – Disqualifikation. Dazu die Sonderfälle grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz und Gewinnausgleich. Immer wieder gibt es Rennsituationen, die eine Behinderung erkennen lassen, ohne daß es automatisch zur Disqualifikation kommt. Wie Das? Das liegt daran, daß nicht jede Behinderung eindeutig ist, daß nicht jede Behinderung rennentscheidend ist, und daß die Rennleitung aus Menschen besteht, die über eine freie Beweiswürdigung verfügen.

 

Manche Behinderungen geschehen weit vor dem Ziel, kurz nach dem Start z.B. Dann ist es schwer, den Ausgang nach weiteren 2.000 Metern dazu in Relation zu setzen. Manche Behinderungen sind Reflex auf eine Behinderung anderer, das berühmte zur Seite Weichen als Kettenreaktion, oder als Überreaktion, wenn also das behinderte Pferd selbst mit einem Wackler angefangen hat. Das sind sehr häufige Konstellationen. Manche objektiven Behinderer sind so überlegen, daß nach Ermessen der Rennleitung auch ohne die Behinderung kein anderes Ergebnis vorstellbar ist. Und, Rennen sind dynamische Abläufe, denen gewisse Störungen innewohnen, ein Bodensatz an kleinen Behinderungen also zum Grundrauschen gehört. Alle diese Fälle können dazu führen, daß trotz objektiver Störung eine Disqualifikation dennoch unterbleibt. Man kann dann auch anderer Ansicht sein, aber nach meiner Ansicht urteilen die Rennleitungen in Deutschland in den allermeisten Fällen korrekt und konsistent. Daß ist fast das Wichtigste, alle gleich zu behandeln.

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Mo

17

Mai

2010

Sonntag

Großes Gedrängele in Longchamp bei den Pouliches, Sieg eines Pferdes im deutschen Besitz bei den Hähnchen. Beide 1.600 Klassiker mit dramatischen Endkämpfen, und Kieren Fallon musste mal wieder erleben, daß die Franzosen keinen Platz machen, nicht für ihre Landsleute, und schon gar nicht für Iren und Engländer. Die ersten sechs Damen kamen innerhalb einer guten Länge über die Linie, und außer der ersten hätten sie auch gleich alle anderen disqualifizieren können. Haken und Ösen, und so kam die Siegerin Special Duty nach den 1.000 Guineas zum zweiten Sieg nach Disqualifikation. Kann man so machen, muß man aber nicht. Der Sieger bei den Poulins Lope de Vega gehört dem Gestüt Ammerland, also einem Deutschen. Trainer ist Andre Fabre, Reiter Maxim Guyon, und somit ist das ein schönes Beispiel der Deutsch-Französischen Achse. Derweil gewann in Rom Querari den Premio des Präsidenten, Gruppe I, während sein Besitzer bzw. Verweser der Stiftung Fährhof in Bremen weilte, wo es für Quamum nur zum dritten Platz im Ausgl. II reichte. Das Pferd ist womöglich etwas überschätzt oder nicht ganz so in Schuß, wie letztes Jahr beim Debut. Ist auch nicht der allerbulligste, eher etwas leicht und schlank. Na ja, wenn Querari in Rom gewinnt, ist das zu verschmerzen. Eddie hat für seine Verhältnisse ordentlich hingelangt, aber auf diesem Niveau geht es nicht anders. Sehr effektiver Ritt, extrem gut getimed. Ansonsten verloren sich gestern in Bremen eventuell und sehr großzügig geschätzt 1.000 Besucher, worauf Euphemisten zum Attribut familiär greifen. Aber so hat es sich angefühlt, eine Veranstaltung der Aktiven und ihren Familien. Es gab eine dringend erforderliche Neuerung bei den Speisen, nämlich eine Plastikschüssel Linsensuppe mit altem Balsamico, also einem weißen Schimmel. Kostete drei €, schmeckte sehr ordentlich. Das sollte man so beibehalten, auch die Stücke Fleisch drinnen. Auch ein Schokoladen Eis konnte gefallen, luftig und trotzdem mit Stücken Schoogie zum Draufbeißen. Dazu wehte ein strammer Westwind und die Sonne schien. Das Programm war kurzweilig, ohne Durchhänger, und der Verein hat mehr verdient als die paar Mark fuffzich, die sich regelmäßig am Ende summieren. Ein großes Elend, welches nicht leicht zu beseitigen ist. Es drängt sich allerdings der Verdacht seit Jahren auf, daß die Zentrale in Köln diesen Rennplatz nicht wahrnimmt, und ihn auch nicht ideell unterstützt. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals einen Präsidenten oder Geschäftsführer des DVR in Bremen gesehen zu haben. Man hat Madame Kathi nebst Manager gesehen, aber das zählt nicht. Neuer bestgekleideter Trainer ist jetzt eindeutig Jens Hirschberger, der Hubertus Fanelsa abgelöst hat. Vorbildlich gediegen ohne laute Töne.  

 

 

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So

16

Mai

2010

Vermischtes

Deutschlands schönste Galopperin hat sogar einen Manager, der ihre kometenhafte Karriere managed. Das entnimmt man der famosen Seite German-Racing.com. Leider ist die schöne Kathi nicht Deutschlands beste Rennreiterin, sondern allenfalls Mittelklasse. Das muß man mal deutlich sagen, weil es so ist. Es ist auch so, daß andere Rennreiterinnen gut aussehen, sogar viele, und die meistens interessanter sind als diese Femme fatale. Aber der mittelalte Manager hat hier seinen ganz persönlichen Geschmack durchgesetzt, der offenbar viele Freunde in seiner männlichen Altersklasse hat. Da auch die Bild Zeitung bereits Witterung aufgenommen hat, ist ja alles in Butter. Nun ja, die schöne Kathi. Deutschlands größtes PR- Mißverständnis.

 

Bereits gestern hat Lookin at Lucky nun endlich Rennglück gehabt, oder einfach nur kein Pech, und mit dem neuen Reiter Martin Garcia die Preakness Stakes gewonnen. Derby Sieger Super Saver war schon im Schlußbogen alle, und es drängt sich langsam der Verdacht auf, daß bis auf den verletzten Eskendereya der Jahrgang höchst mittelmäßig ist. Jedenfalls wird Lookin at Lucky nicht in den Belmont Stakes laufen, und Super Saver wahrscheinlich nach der Vorstellung auch nicht, so daß es einen dritten Sieger im dritten Rennen der Triple Crown geben wird. Ice Box drängt sich auf, der zweite aus dem Kentucky Derby. Die beste Leistung des gestrigen Tages gab es aber in Newbury zu sehen, als Paco Boy und Richard Hughes in den Lockinge Stakes vorführten, wie überlegen man auch ein Rennen der Gruppe I jederzeit dominieren kann. Man hat selten einen solchen Canter unterwegs gesehen; alles schwitzte und rackerte schon vierhundert Meter vor dem Ziel, und diese beiden machten erst auf den letzten 100 Metern ganz wenig Ernst. Im Moment der beste auf der Meile, abgesehen von Goldikova. Das wäre mal ein spannendes Rennen, Paco Boy gegen Goldikova, in Deauville, im Sommer, immer am Zaun lang. So wie damals Lirung. Aber das ist leider schon lange her.

 

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Di

11

Mai

2010

Boulevard Schrott

Immer wieder fasziniert ein Fall von sogenanntem Doping die Redaktion von Galopponline und eine treue Entourage von aufgebrachten Moralaposteln. Ich prognostiziere daher neue Debatten mit allfälligen Kommentaren. Am Anfang steht wieder ein G`schichterl bei GO, welches aus Lust an der Pikanterie mit alleralbernsten Randfakten hantiert, also kunstvollem Zitieren der Rennordnungs§§ sowie Wohnort und rennbehördlicher Zuständigkeit des betroffenen Reiters. Dazu eine tolle Beschreibung der näheren Umstände dieser unerhörten Vorkommnisse in zeitlicher als auch geographischer Einbettung. Nur wenn wir dieses wissen, können wir das folgende verstehen und dergleichen Blödsinn. Das ist alles Schrott, alles gequirlte Scheiße.

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Mo

10

Mai

2010

Megamaltagewinnspielchance

Racebets goes Malta, and we go crazy. In sehr gewundenem Deutsch und noch gewundenerer Argumentation erläutert Racebets. com, daß und wozu ein Wechsel des Vertragspartners der Wette stattfindet. Nun ja, am Ende ist es egal, ob man in Bosnien sitzt oder auf Malta, sind beides sehr sonnige Quartiere für sonnige Gemüter. Was aber am spannendsten ist ist die Frage, wie denn nun Geld, also echtes Geld, aus diesen unzähligen Gesellschaften am Ende beim Sport ankommt. Diese Frage hat meines Wissens noch kein Herr Woeste, Halm, Sauren, Lafrentz oder sonst wer anders beantwortet, als mit der Generalklausel, es werde jetzt alles besser, weil dem Sport der Laden gehört. Auch hört man so überhaupt nichts, was diese Stellungnahme der großen Sportverbände zu Thema zukünftige Nivellierung des Glücksspiel Staatsvertrag anlangt. Da werden immerhin unkontigentierte Lizenzen für den Sportwetten Bereich gefordert, wie auch Werbung und Abwicklung im Internet. Selbst wenn man einwendet, daß Pferderennsport im RWLG geregelt ist, und daher erstmal nicht vom Glückspiel Staatsvertrag betroffen, so ist doch klar, daß diese Zweiteilung irgendwann mal verschwinden muß, und daß der Rennsport sich positionieren muß, wenn er profitieren will. Mit racebets allein wird das ein Schuß in den Ofen. Spätestens, wenn Ende 2011 diese Katastrophenverträge mit den Buchmachern auslaufen, muß eine Lizenzregelung her, die die Gestehungskosten der Veranstaltung Galopp Rennsport realistisch abbildet, oder den Markt aussperrt.

 

Derweil geht die publizistische Schaumschlägerei weiter, diesmal mit einem Interview des Herrn Niko Lafrentz, der es schafft, in seinen Antworten nichts Genaues weiß man nicht als Wissenschaft zu verkleiden. Jede Menge Amateure machen sich als fleischgewordenes Wir-Gefühl zu schaffen, also die Kompetenz Politik Halm-Sauren-Hagelgans-Lafrentz nahtlos fortzusetzen. Und zwar durch viele viele Enthusiasten, die bei facebook so richtig was los machen. Dazu das Derby Gewinn Spiel, also der Versuch, von hinten durch die Brust ins Auge zu treffen. Wenn es eine einfache Sache auf dieser Welt gibt, dann Pferderennen, und auch das Wetten ist babyeierleicht, 1er, zweiter, 3., vierter, Ende. Das begreift jeder, nur nicht die Wir Leute, die glauben, mit albernem Wett Substitut Hokuspokus neues Publikum generieren zu können, weil angeblich das Original so schwer zu verstehen ist. Quatsch mit Soße. Und auch die Erläuterungen zum Thema Presseakkreditierung liegen voll im Trend, insofern Potemkinsche Dörfer aus Urheberrecht errichtet werden. Aber so war und ist die Zentrale des Sports schon immer gestrickt, strikt zentralistisch und darauf bedacht, nur ausgewählte klitzekleine Häppchen an darbende Journalisten zu versenden, deren vorgeblicher Nutzen für den Sport einzig und allein durch einen Presseausweis dokumentiert wird. Von allen aufgeblasenen Veranstaltungen wird der Röttgener Kreis bzw. der Pavillion Talk, Workshop!!! genannt, als größte Verschwendung von Ressourcen an Zeit und Gedanken in die Annalen eingehen.

 

Es ist, wie es immer war. Die wichtigen und echten Probleme werden nicht erkannt oder nicht adressiert, und stattdessen werden alberne Dampfplaudereien vom Stapel gelassen.  

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Sa

08

Mai

2010

Wissenschaftskolumne

Wenn gar nichts mehr geht, gehen olle Kamellen. Ein Labor in Hong Kong oder Korea oder Samoa hat angeblich herausgefunden, daß Phar Lap an einer Arsenvergiftung zugrunde ging. Haaranalyse, Sie wissen schon, son neumodischer Krams mit Elektrik und Geraschel. Und so wird diese Geschichte von allen möglichen Gazetten kolportiert. Einige wissen sogar, was Harry Telford, der Trainer, beim Anblick seines kranken Schützlings gedacht hat. Nun ist es aber so, daß bereits bei der Autopsie Arsen in den Organen gefunden wurde, und somit diese Arsengeschichte einige 78 Jahre alt ist. Und Harry Telford hat an alles Mögliche gedacht, aber nicht an eine Kolik, weil er am 5. April 1932 in Australien war, weit weg vom Menlo Park und dem kranken Tier. Man muß nicht immer auf dem Laufenden sein, aber man sollte nicht ohne Not hinterherhinken. No worry, mates!

 

 

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Di

04

Mai

2010

Hannes Gutschow

50 Jahre besteht jetzt etwa das Gestüt Kerbella, und die Historie wird andernorts bestimmt gebührend mit allen Daten und Fakten ausgeleuchtet. Ich kann nur über den Züchter und Gestütsherrn Hannes Gutschow schreiben, soweit wir mit ihm freundschaftlich verbunden sind, also über den Daumen 10 Jahre. Angefangen hat das mit einem schmalen Hemd, welches aus dem Hänger kam, dem guten Tier Daily Impact. Dessen schlanke Statur verschlug zunächst allen den Atem, aber Herr Gutschow hatte den Pensionsplatz und die Vorbereitung versprochen, und weil ein Mann ein Wort hier noch gilt, wurde DI professionell betreut, und beim Derby Meeting 2006 gewann er dann mit Norman Richter so gut wie Start-Ziel einen Ausgleich II, obwohl sie von allen Seiten auf ihn eindrangen. Aber er wollte nicht verlieren. Das lag nicht nur an seinem Reiter Norman Richter und Trainer Wöhler, sondern auch an seinem Herbergsvater Gutschow, der DI über all die Jahre im Winter wieder aufpäppelte und munter machte. Das Pferd hatte das verdient, und gebraucht. So hat man auch als Besitzer über die Jahre genügend Zeit gehabt, sich mit dem Leben auf so einem Gestüt von 45 ha und dem Leben dort vertraut zu machen, dem alljährlichen Planen der Matings, den Fohlen, dem Aufwachsen, dem Einreiten, und dem Antrainieren. Dazu die Rekonvaleszenz und die Betreuung der Pensionspferde, von denen manche, aber nicht alle, Vollblüter waren und sind. Insgesamt werden es durchaus an die 50 Pferde sein, die das Gestüt Kerbella beherbergt. Mutterstuten werden in der Brünschen Twiete untergebracht, gut einen Kilometer in Richtung Rissen, die Jährlinge ab Sommer auf zwei großen Koppeln in Holm, was bereits in Schleswig-Holstein liegt. Da stört außer den kleinen Flugzeugen vom nahen Flugplatz überhaupt nichts mehr die Ruhe, weshalb wir auch immer gern mit zum Füttern gefahren sind. Da sieht man dann, wie aus den Jugendlichen Heranwachsende werden.

 

Das Gestüt hat mittlerweile eine große Anzahl von erstklassigen Pferden gezogen, dazu erstklassige betreut und andere beraten, u.a. den Nachbarn, das Gestüt Idee mit seinem Derbysieger Pik König und Power Flame und Mi Emma. Gestüt Kerbella hat gezogen u.a. Easy Way, Rolling Home, All the Winds, Absolute Power, Earlsalsa, Earl of Winds, Romaldo, Empire Storm. Und das sind nur die besten bisher, weil einige sehr versprechende noch in den Startlöchern stehen. Dazu war das Gestüt die Heimat des unvergleichlichen Ingolf, der Manuela Sohl gehört, und an einem guten Tag der beste deutsche Flieger war.

 

Trotz dieser Erfolge hat das Gestüt nie großes Wasser gemacht, weil der Charakter seines Gestütsherrn nicht danach ist. Er ist mehr nach totaler Professionalität, unbestechlichem Auge und vornehmer Zurückhaltung. Morgens um fünf raus, und abends um zehn evtl. schon fertig. Jahrein, jahraus, ohne echte Pause, immer präsent. Dazu muß man zu geboren sein. Und wenn es mit den Pferden mal fünf Minuten nichts zu tun gibt, dann wird der Garten beackert, bzw. die Flora, die überall üppig sprießt, aber ebenfalls wie die Pferde mit Plan und Konzept. Das ganze Ensemble ist eine großartige Kulturleistung, ein Testament für das Zusammenspiel von Mensch und Natur.

 

Wir verdanken Hannes Gutschow und seinem Team unendlich viele Einblicke in diesen Sport, in das Wesen der Pferde, und in die Mühen, die damit verbunden sind, das zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Wenn der Begriff horsemanship angebracht ist, dann hier. Wir wünschen erfolgreiche und glückliche weitere 50 Jahre bzw. Hals&Bein!

 

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Di

04

Mai

2010

Wochenende

Das Wochenende war ansonsten voller sportlicher Dramatik; zuerst 96 life mit 6 Stück gegen Gladbach, die beschämend schwach gespielt haben, noch schwächer als 96 in seinen schwächsten Heimspielen, aber sogar Sir Mike Chancentod Hanke hat getroffen, und 45.000 sangen so ein Tag so wunderschön wie heute, wie sich das eigentlich in einem Fußballstadion gehört, statt dieser neumodischen angelsächsischen Poplieder, die keiner versteht. Früher wurden auch noch Sachen wie Gladbach Stürmer krabbeln wie die Würmer oder hahohe, Gladbach ist ko geschmettert, aber das haben sie heute nicht mehr im Repertoire. Aber wie auch immer, der Rummel war riesig, fast wie bei einer Meisterschaft, und nach dem Spiel und der Ehrenrunde setzte sich die Mannschaft gegenüber der Nordkurve auf den Rasen, es wurde ganz still im Fanblock und im Stadion, und ich glaube, fast alle haben an Robert Enke gedacht. Ich jedenfalls. Das war angebracht und passend, ein Moment der kollektiven Ruhe.

 

Dann hat des Nächtens Calvin Borel sein drittes Derby gewonnen, mit Super Saver und für Todd Pletcher, für den es nun endlich de erste Sieger war. Aber der Sieger war Calvin Borel, der als einziger Jockey versteht, daß der kürzeste Weg in einem Oval innen ist. Das ist links, wo diese weißen Zäune sind. Lookin at Lucky haben sie bereits nach ein paar Metern in die Mangel genommen, dann nach 200 Metern noch mal, damit es auch funktioniert, und Garrett Gomez konnte nullkommanichts dagegen machen. Das #1 hole, wie sie dort sagen. Sackgasse mit Feindberührung. Ich glaube nicht, daß Super Saver ein überragender Derbysieger ist. Er hatte einen überragenden Reiter, dem Churchill Downs gehören wie Lester Piggott Epsom Downs und Andrasch Starke das Horner Moor.

 

Sonntag war es dann arschkalt in Bremen, aber wenigstens trocken. Der gute Earl of Winds war nach langer Pause guter dritter, und am Ende fehlte wie erwartet nur die Puste. Der Tag davor hatte seinen Höhepunkt durch den Sieg von Earlsalsa in München, seinem älteren Bruder, der unfassbar weite 2.800 Meter kann, als Sohn eines Meilers aus einer Fliegerin. Sein Züchter wusste davon noch nichts, als wir von der Autobahn anriefen, so daß das eine freudige Botschaft war.

 

Zu guter letzt ist Pauli aufgestiegen.

 

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Mo

03

Mai

2010

Galopponline.de II

Das sagen die Trainer der 1000 Guineas-Enttäuschungen.“

 

Diesen Satz schreibt ein Redakteur von Galopponline.de, einer Publikation, welche personell und geistig mit Racebets verbandelt ist, welches wiederum mit dem Deutschen Rennsport liiert ist. Galopponline nimmt für sich Schnelligkeit und Kompetenz in Sachen Galopprennsport in Anspruch. Das ist leider eine Fehlinformation. Galopponline.de bzw. der Redakteur, der das da geschrieben hat, hat leider überhaupt keine Ahnung vom Rennsport, ein Verdacht, den ich immer schon hatte, und der sich nunmehr zum zweiten Mal sehr deutlich erhärtet hat. Aber nicht nur das Fachwissen, fehlend, sondern auch der unselige Unsportsgeist macht den Fall so lästig. Gesucht wird stets die negativ Schlagzeile, und zuverlässig falsch gefunden. Weil, dreijährige Stuten um diese Jahreszeit in Düsseldorf, das ist eine Konstellation mit vielen Unbekannten und daher schwer zu handicapenden Rennen. Man sehe sich die Sieger Liste der vergangen Zeiten an. Gewinnen kann nur eine, der Rest also nicht, und allenfalls ließe sich der Chor der Enttäuschten vernehmen, aber nicht die Enttäuschenden etikettieren, also die Pferde, die nicht gewonnen haben. Wer sind diese Leute von Galopponline.de, die diesen Unfug verbraten? Es sind die Partner des Deutschen Rennsports, just das Personal, welches er verdient hat. Treue Abbilder der neuen Zeiten und des neuen Geistes.

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Sa

01

Mai

2010

Galopponline.de

„Das aktuelle "Horse Of The Year" in den USA ist derzeit vollkommen von der Rolle.“

 

Diesen Satz schreibt ein Redakteur von Galopponline.de, einer Publikation, welche personell und geistig mit Racebets verbandelt ist, welches wiederum mit dem Deutschen Rennsport liiert ist. Galopponline nimmt für sich Schnelligkeit und Kompetenz in Sachen Galopprennsport in Anspruch. Das ist leider eine Fehlinformation. Galopponline.de bzw. der Redakteur, der das da geschrieben hat, hat leider überhaupt keine Ahnung vom Rennsport, ein Verdacht, den ich immer schon hatte, der aber niemals so kraß bewiesen wurde. Rachel Alexandra ist gestern nach hartem Kampf zweite in den La Troienne Stakes geworden, und dabei deutlich besser gelaufen, als beim Jahres Debut. Der Beweis ist unten für jedermann zu sehen, der Augen im Kopf hat. Mehr braucht man nicht, nur Augen um zu sehen. Man muß nichts vom Sport verstehen, man muß nichts von Pferden verstehen, und man muß auch kein Englisch können. Leider kann der Redakteur nichts anderes, als heißen Zwiebackstaub in die Luft blasen, getrieben einzig und allein von dem noch heißeren Wunsch, dem Ereignis koste es was es wolle irgendeine Sensation abzuluchsen. So was kommt dann dabei heraus, ein Geschwafel von unendlicher Dämlichkeit. Völlig von der Rolle.

                                               

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Sa

01

Mai

2010

Kentucky Derby

Nachdem Eskendereya ausgeschieden ist, sieht das Rennen sehr offen aus. Schwer auszurechnen, weil viele Faktoren eine Rolle spielen, Wetter bzw. Bodenbeschaffenheit, Startposition, Rennverlauf. Es gibt ein paar Konstanten, nämlich Tempo unterwegs, Gedrängel an der ersten Ecke, und viele Pferde, die im Einlauf stehen bleiben. Man braucht ein Pferd, welches stehen kann (2.000 Meter sind für viele Amerikaner weit), und einen Reiter, der entweder die Pace vorne einschlafen lassen kann, um Start-Ziel hinzukommen, oder einen, der das Wasser halten kann und Gedrängel ahnt und dann vermeidet. Was soll man raten? Ich rate, sich alle Informationen bei www.drf.com oder www.bloodhorse.com oder www.paulickreport.com anzusehen, inkl. der Arbeiten, die gut dokumentiert sind. Das Wetter wird mit Blitz und Donner erwartet, so daß die Bahn sloppy wird. Das ist ein fester Matsch, weil sie die Bahn vor dem Rennen walzen. Wer weiß, welches Pferd damit am besten zurecht kommt? Ich nicht. Nach allen Formen sollte Lookin at Lucky Favorit werden, der mehr als einmal Rennpech hatte, aber trotzdem dicht beim Ende war oder gewonnen hat. Box 1 ist natürlich nicht erfreulich, aber Garrett Gomez ist der führende Reiter in den USA, und wenn er ihn schnell genug in Gang kriegt, müsste es knapp hinter der Pace gehen. Das Pferd hat super gearbeitet, ist sehr kampferprobt, und hat mit Bob Baffert einen mehrmaligen Siegtrainer dieses Rennens. Jeremy Noseda hat das Rennen noch nicht gewonnen, aber mit Awesome Act ein Pferd, welches ich weit vorne sehe, wenn er den Matsch kann. Sein größtes Plus ist für mich der Reiter, Julien Leparoux, der vollgültig in der Tradition der großen französischen Jockeys steht; geschmeidig und elegant, hoch intelligent, und kalt wie ne Hundeschnauze. Leparoux kann das Wasser halten, und ich sehe Awesome Act die Gegner in der Geraden einsammeln, einen nach dem anderen. Talking Horse ist Paddy O`Prado, der wohl raketenmäßig in der Arbeit gegangen ist und angeblich den Boden kann. Für mich ist das zu früh für den. Streng nach Form hat auch Sidney`s Candy gute Chancen, aber Box 20 ist weit draußen, und für einen Frontrenner könnte das zu schwer werden. Der Vater jedoch, Candy Ride, war ein ganz harter Argentinier. Es wird wie immer ein Riesenrummel und Spektakel, und meine Empfehlung für die älteren, die wie ich nachts im Bett liegen statt vor dem Computer sitzen, lautet wie folgt: Einen raussuchen, wetten, ins Bett gehen, aufstehen, Tee kochen, Computer anmachen, www.bloodhorse.com anklicken, Bildschirm verdecken, runter au der Seite bis zu den Videos, und dann ansehen. Hals&Bein!

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Sa

01

Mai

2010

Der Kritiker

Was den Leuten so durch den Kopf geht, es ist erstaunlich. Herr Göntzsche stellt in seiner Postille vom März langatmige Betrachtungen zum Thema stilisierter Pferdekopf an, der der Dachmarke, einem Unwort an sich, als Stilmittel dient. Man bespricht die Ohren des Pferdekopfes, die Mähnenrichtung, und andere Sachen. Herr Philipp kommt als Maler zu Wort, sowie ein Werbefachmann. Am Anfang steht allerdings ein Satz von schlichter Wahrheit: „Galopp Intern hat sich in all diesen Jahren nicht übermäßig kritisch mit den Neustrukturierungsüberlegungen auseinandergesetzt….GI hat es, im Gegensatz zu anderen, auch tunlichst vermieden, der Geldsammelaktion „Knüppel zwischen die Beine zu werfen“. Diesen Vorwurf kann uns wirklich niemand machen, wir haben uns an der Spezialdisziplin zahlreicher Rennsportangehöriger, dem „Zerreden“, nicht beteiligt.“

 

Sehr richtig, Galopp Intern hat sich vielmehr dem Privatleben der Rennsportangehörigen gewidmet sowie dem Geldverdienen am Sport, insbesonders durch Werbung für Buchmacher. Der Herausgeber hat im Übrigen dafür gesorgt, daß ein ganz spezieller Conference Stil auf den Rennbahnen Einzug gehalten hat, der so irgendwo zwischen Kaffeefahrt Animation und Deutsches Schlagerderby changiert. Neulich, in Hannover, hat der großmächtige Medienvertreter ein forsches „Deutschland über Alles“ in seine launige Moderation des Ponyrennens einfließen lassen. Einfach mal so. Das paßt dann doch auch wieder gut zu der Welt von German Racing, die sich all die vielen Imageberater des Sports zurecht fummeln, die Nikos und Ekkies und Pits und wie sie alle heißen, die mit heißem Herzen und heißer Nadel heißen Dampf produzieren. Leider kommt der Charakter des Rennsports nicht mehr vor, der Kern der Sache, die keinerlei Erklärung bedarf, weil die Leute auch nicht dööfer sind als vor 20 Jahren, und da konnten eigentlich alle einen Wettschein ausfüllen, und wer der Sieger ist, wußten die Leute auch. Nämlich, wer als erster wieder da ist. Ist nicht so schwer, kann man schaffen. So werden also Scheinprobleme erörtert, warum die Bahnen leer sind, obwohl die Bahnen nicht leer sind, sondern erstaunlich gut gefüllt, weil es den Leuten nach wie vor Spaß macht. Es würde ihnen noch mehr Spaß machen, wenn die Pferde endlich pünktlich losliefen, dem spektakulärstem Problem, welches der Rennsport hat. Was sich neulich wieder vor dem Busch Memorial an der Startstelle abgespielt hat, spottet jeder Beschreibung. Wettbewerbs verzerrende Katastrophe. Damit verbunden, und zwar eng, ist die Wortkreation Abwetten, die sich magisch diesem Schauspiel verbindet. Kommt gleich nach Wiederbedeckung. Abwetten ist ein Konstrukt, welches sich als Passe Partout eingeschlichen hat in die grundsätzliche Schlamperei der Organisation des Sports, und das schönste an diesem Kunstproblem ist, daß es gar keins ist. Die Leute auf der Bahn sind da, und sie wetten, trotz Moderation aus dem Hause Göntzsche und trotz mancher Schlange. Sie haben ein Budget, und das wird verbraten. Das Problem des Sports sind die vielen Wetten, die nicht im Sport ankommen, weil der Wettbewerb sie annimmt.

 

Aber der Kampf gegen diese Truppe von Albers Springer Sieberts Weiss & Co. Ist nicht die Sache der verschworenen Schicksalsgemeinschaft um Herrn Woeste, weil seit Jahren keiner Ahnung hat, wie das geht, und weil man seit Jahren hilflos den Zustand bejammert, indem man diese Leute als Vertriebspartner bezeichnet, und sie mit großzügigen Daten- und Bildbezugsrechten ausstattet. Die große Lüge des Sports, das Gefasel von der Partnerschaft, und die große Lüge, daran könne man nichts ändern. Winrace zeigt mit den Trabverträgen, daß es geht. Bilder und Daten nur, wenn ausschließlich vermittelt wird. HansOLG. Die Buchmacher sitzen mit im Boot, daß ist wahr, aber sie rudern nicht mit, sondern lassen sich vom Sport rudern. Beweis: Die schlichte Tatsache ihrer Existenz. Man stelle sich mal vor, der Sport würde den Buchmachern Preise andienen, die den Sport in Summe einkömmlich machten, also soviel, daß die ganze Chose bezahlt würde. Das wär doch mal was, nicht wahr, Herr Dr. Albers, Preise in mehrfacher Millionenhöhe, so um und bei 60 Millionen. Das ist grob der Preis, der entrichtet wird von den Besitzern, damit die Pferde im Kreis laufen, und so den Damen und Herren aus der Buchmacherbranche ihr Auskommen sichern.

 

Aber von diesem Problem hat Herr Göntzsche noch nie geschrieben.

 

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Mi

28

Apr

2010

Shitty Deal

Während in Louisville die Pferde gegrillt werden, werden im Senat die Leute von Goldman Sachs gegrillt. Chefgriller ist Senator Carl Levine, und das folgende Schmankerl seines Grillens ist in jedweder Hinsicht ein Festschmaus. Opfer ist ein Herr Sparks oder so ähnlich, was aber nichts zur Sache tut. Ein Würstchen vor dem Herrn, welches ansonsten kaum vor öliger Schneidigkeit gehen kann. Das ganze erklärt auch den Dümmsten, wie Bankgeschäfte funktionieren. Sell them shit.

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So

25

Apr

2010

Aus der Traum

Eskendereya out – die Meldung des Tages. Der kürzeste Favorit für das Kentucky Derby seit Jahren, der unangefochtenste und beste des Jahrgangs. Pletcher hat erst kein Glück gehabt, und jetzt ist auch noch Pech dazu gekommen. Das härteste Telephonat im Berufsleben, dem Eigentümer die Nachricht überbringen. Das möchte man nicht erleben. Schade, der große Favorit, wie so viele vorher, ein Opfer der rigiden Vorbereitung.

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Di

20

Apr

2010

Kassenausfluß

Die rätselhafte Welt der Umsätze, umschrieben mit der unsäglichen Formel „flossen durch die Kassen“, die an sich schon verdient, daß keine Umsätze fließen. Aber dieses seit Jahren anhaltende alberne Suchen nach exogenen Ursachen, der Wetterexegese, der Freibadproblematik, der technischen Kniffe, der Launen des Schicksals, die geht mächtig auf den Zeiger. Dabei ist es doch so einfach und geradeaus, zu verstehen selbst von den Simpeln in der Rennbahnstraße. Das Modell Partnerschaft mit den Buchmachern ist seit Urzeiten völlig aus der Luft gegriffen und virtuell, da helfen auch keine Jubelstürme bei Galopponline, wenn Herr Dr. Norman Albers gleich den ersten Start als Besitzertrainer erfolgreich absolviert. Das eherne Gesetz der Wirtschaft ist, daß Rendite angestrebt werden muß, systembedingt gegen den Wettbewerb, nicht mit ihm. Kein Buchmacher dieser Welt kann anders agieren, wenn er seine Familie ernähren will, und die kommerziellen Fallstricke sind nicht die Kurse für partnerschaftliches Vermitteln oder Sponsoring, sondern einen eingeschenkt bekommen. Und daher war der größte Fehler von Herrn Engelbert Halm nicht nur seine Bestallung, sondern dieses unglaubliche Konstrukt, mit welchem dem Wettbewerb bis Ultimo 2011 auskömmliche Konditionen garantiert werden. Die Folge dieser Selbsterwürgung waren 3 Millionen für Racebets, die anderweitig für die Vermarktung fehlen, sowie mutmaßlich mehr Geld, welches just aus Gründen dieser systemwidrigen Politik nicht gegeben wurde. Daß man den Buchmachern Daten und Bilder andienen muß, ist schlicht gelogen. Das muß man nicht. Man kann das, und zwar zu derart prohibitiven Kursen, daß denen die Luft ausgeht. Nur das wäre sinnvoll. Warum sich um die Familien der Buchmacher scheren, oder deren Angestellte, oder deren Familien, wenn das zu Lasten der Jockeys, Trainer, Besitzer und deren Familien geht? Warum sollen die das Auskommen der Buchmacher, der Herren Weiss oder Albers oder Springer finanzieren?  

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Di

20

Apr

2010

Tagesausflug

19 Stunden dauerte das Unternehmen Weidenpesch brutto, netto 2:20 Minuten. Darin liegt der Kern der Sache verborgen, in diesem grotesken Mißverhältnis von logistischem Aufwand und  emotionalem Ertrag, der aber wegen seiner Lebensqualität gar nicht in Zeit aufzuwiegen ist. Wenn man dann noch die gut 5 Jahre einbezieht, die das ganze Projekt Durban Thunder insgesamt und bis gestern gedauert hat, dann wird einem leicht schwindelig ob dieser Leidensfähigkeit; aber egal, darum geht es im Sport der angeblichen  Könige, um seine Gesamtheit. Wichtigste Lektion und erste Besitzerpflicht ist: Ruhe bewahren und stoisch am Ziel festhalten, solange es nur eine mehr zufällige Abfolge von Malessen ist, und nichts Systematisches. Am Ende wiegen die 2:20 Minuten die 5 Jahre auf. Abgesehen davon, daß sich ein solcher Tagesausflug auch in der Eisenbahn gut aushalten läßt, wenn Skatkarten und qualitativ hochwertige Lebensmittel mitgeführt werden. In Hamburg hatte sich zu allem Überfluß ein Lastwagenfahrer unter eine Brücke begeben, unter die der Lastwagen angeblich nicht passte, und so stand der Zug im Hauptbahnhof erstmal ne gute halbe Stunde still. Mutwillige Sachbeschädigung von Bundesbahnanlagen musste der Zugbegleiter das nennen, wie immer in sächsisch, der offiziellen Bahnsprache. Aber die Sonne schien, und in den Schrebergärten vor der Rheinbrücke blühte alles ganz gewaltig. So kam man dann heiter und beschwingt an. Die Vorfreude ist das Beste am Rennsport, das allerbeste ist das Rennen, und das allerallerbeste die Zeit des Nachschmeckens und Besprechen der Leistung. Das geht in Köln am besten unter der Markise am Bier- und Sektstand, wo sie den Trinkern gratis staubiges Salzgebäck servieren. Die Flachen Pommery kostet € 58,- und schmeckt keinen Pfennig besser. Das Kölsch ist leicht süßlich und fällt ins Glas. Man kann mehr davon trinken, aber dann geht das Klorennen los. Zwiespältiges Vergnügen. Aber alle waren groß gelaunt nach dem Rennen, die sogenannten Connections, wie es neudeutsch heißt. Der Sieger Sanagas von Lomitas ist ein sehr beeindruckendes Pferd, der Zweite soll – wie die anderen - gesund bleiben. Das ist im Sport die Hauptsache.

 

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Sa

17

Apr

2010

Eisenadler

Die virtuellen Realitäten verdrängen den Willen und die Vorstellung, und zwar durch Netzwerker. German Racing hat sich daher auch dieser neuen Politik verschrieben, und es stellt sich eine Sucht nach Neuigkeiten aus diesem Bereich ein. Die gibt es recht eigentlich nicht, sondern es gibt bei Facebook eine Art Litanei der Affirmation: Justus likes was Swantje geschrieben hat, und die hat es im Zweifel von Iron Eagle, meinem neuen Lieblings Hero dieser hoffentlich bald olympischen Disziplin. Iron Eagle hat auch ein Gesicht, sogar einen Oberkörper, weil er ein Photo von sich ausstellt, welches ihn auf einem Campingplastikstuhl sitzend zeigt, wohlgemut arrangiert mit Zigarettchen in der artig abgestreckten rechten Hand. Iron Eagle lacht nicht, er schmunzelt mehr, wie ein Mann, dem das Leben nichts mehr anhaben kann, weil alles bereits perfekt erledigt ist. Er trägt einen Bart und, was ich erst als Kakadu meinte zu erkennen, was aber in Wirklichkeit ein gelber Schal ist, aus einem luftigen Gewebe, und darunter eine Weste. Und eine Sonnenbrille. Iron Man ist ein grundguter und der Sache German Racing positiv gegenüber stehender Mann. Er ist ein Fan der prominenten Person Kathi Werning und des Produkts German Racing, aber das hatte ich wohl schon erwähnt. Er gibt Tips und hat als Sparringspartner Basti Höger, der ebenfalls Fan und Freund von vielen vielen Leuten und Dingen ist, die aufzuzählen zu mühselig wäre. Das System funktioniert also nach dem multiplen Fan Gedanken, wonach alle mit allen befreundet und verschwägert und verbandelt sind. Ein Kreis von ausufernder Zellteilung. Aber wozu das Ganze? German Racing Michael Figge Fährhof Stables Kathi Werning Basti und Iron Eagle und Niko, der natürlich auch ein Fan ist, wie könnte es anders sein. Aber außer den Tips gibt es keinerlei geistige Arbeit hinter den Einzeilern. Nichts Gedankenvolles schleicht sich in diese Welt von Fans, nur ein basso continuo der Simplizität dröhnt ununterbrochen vor sich hin.

 

Es gibt ja nun auch diese modischen Technikspielzeuge, die man in der Tasche mit sich tragen kann, damit der Kontakt zu den Fans niemals nicht abreißt. Dazu gibt’s nun auch für den Racing Fan at large eine Killer Applikation, die aber aus Amerika herüberschwappt. Jedenfalls, damit kann man Pferderennen völlig in Plastik genießen, also passend zu geistigen Hutgröße. Das schönste sind die Computer Schnalztöne, wenn der Whip Schalter betätigt wird. Das ideale Weihnachtsgeschenk für Iron Eagle und Kathi.

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Sa

17

Apr

2010

Herr Zellmann

Herr Zellmann, im Moment noch Vorstand der maroden Jaxx Tochter Pferdewetten AG, macht seinem Zorn auf die Entwicklung in Iffezheim Luft, und geißelt scharf die Äußerungen des Ortsvorstehers Werler, die der zum Thema Ahnungslose im Internationalen Club gemacht hat. Soweit ist das also alles in allerschönster Ordnung, und der Reiz des Ranzigen ist nicht zu leugnen. Irgendwie haben alle Recht, wenn sie mit dem Finger auf die anderen zeigen – Gemeinde, Sparkasse, IC. Es trifft also stets die Richtigen. Herr Zellmann stellt jedoch insofern einen Sonderfall dar, als er in mannigfaltiger Weise an dieser Geschichte beteiligt war und ist, nämlich als ehemaliger Geschäftsführer des Clubs, sowie als Gläubiger. Er bekommt  wahrscheinlich nur eine Winzquote, und das macht verständlicherweise sauer. Nun ist es aber so, daß Herr Zellmannn ganz außerordentlich großen Anteil an der Situation des Deutschen Rennsports hat, insofern er der rastlose Verfechter einer Teilprivatisierung des Sports war, als das noch nicht in Mode war, sondern Avant Garde. Man erinnert sich an Betbull, ein nebulöses Konstrukt einiger smarter Geldleute, die mit dieser Idee über die Lande gezogen sind und den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen haben. Man warb mit der kurzfristig fälligen Liberalisierung des Deutschen und Europäischen Wettmarkts, die sich dann leider doch noch etwas hingezogen hat, so daß der Eintritt des Geschäftserfolgs nicht eintrat. Aber Herr Zellmann wie gesagt  hat diese Idee begeistert aufgegriffen, und die Geschichte salonfähig gemacht, in Baden Baden als Geschäftsführer, und anderswo als damaliger Funktionär der BGG. Als Folge dieser großmächtigen Aktion durften die Betbull Animateure auf den Rennbahnen Werbung gegen den Totalisator machen. So war das damals, Anfang des Jahrhunderts. Die Lawine der hoffähigkeit dieser Etablissements wirkt noch heute nach. Danach hat sich Herr Zellmann noch als Buchmacher im Hause Burda versucht. Natürlich hat sich Betbull eingekauft, es ist Geld geflossen sowie mutmaßlich Aktien für Friends&Family. Entscheidend jedoch ist, daß Herr Zellmann tatkräftig die Konkurrenz befördert hat, und weiter bei der Konkurrenz tätig ist. Das sind die historischen Wahrheiten. Aber wir leben in Zeiten der Verdrängung und Vernebelung – Herr Mixa hat niemals nicht Gewalt gegen Kinder angewandt, aber wo, nur a bissi was a Watschn, gell, in Afghanistan gibt’s keinen Krieg, sondern nur raues Klima, Goldman Sachs haben nicht gegen die eigenen Kunden gewettet, sondern Risikovorsorge betrieben, und Herr Ullman ist ein vornehmer Adliger. Genauso wie S.K.H.

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Fr

16

Apr

2010

S.K.H.

Prinz Bernhard – seine Königliche Hoheit!

 

In dieser wörtlichen Anbetung durch Herrn Specovius liegt der ganze Jammer des Badischen Desasters verpackt. In einem mitteleuropäischen Land von 2010 ist völlig unvorstellbar, daß das Unvorstellbare auch nur vorstellbar wird. Aber es wird sogar Wirklichkeit. Prinz Bernhard, seine Königliche Hoheit. Dazu die Stüber Buben. Ein Alptraum als Realität.     

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So

11

Apr

2010

German Golddonkey

„Der eigentliche Vertrag, der jetzt im März unterschrieben werden soll, ist wirtschaftlich rückwirkend zum 1. Januar 2010 gültig. Das bedeutet, dass „German Racing“ vom ersten Tag des Jahres an Erlöse erzielt, die sofort wieder investiert werden können. Bei einem Eigenaufbau einer Online-Wettplattform, wie zuerst auch geplant, hätten wir anfänglich nur immense Kosten gehabt und dagegen kaum Erlöse im ersten Jahr. Mit RaceBets sind wir viel schneller am Ziel.“

 

 

So sieht es hingegen Herr Engelbert Halm, wenn das Zitat auf der Seite von german Racing richtig ist. Ungalublich. Wie man sich das vorstellen soll, daß German Racing bei dieser Gestaltung der Verträge vom ersten Tag an – sogar rückwirkend vom 1.1.10 an - Geld erwirtschaftet, welches sofort wieder investiert werden kann, bleibt sein Geheimnis. Dividendenzahlungen in GmbH können nach meiner bescheidenen Erfahrung erst am Ende einer Bilanzperiode geleistet werden, und zwar frühestens mit Ablauf des betreffenden Geschäftsjahrs. Alles andere wäre verdeckte und somit verbotene Gewinnausschüttung. Das ganze läuft auf eine hochbrisante Mischung aus Blödheit und Bauernfängerei hinaus. Man fragt sich, ob sämtliche Akteure dieser Aktion bzw. Redakteure dieser Verlautbarungen ihren Verstand an der Garderobe abgegeben haben. Bei dieser Gemengelage wäre ein Besuch der Gesellschafterversammlung nicht hilfreich gewesen, sondern für alle beteiligten höchst unerquicklich.  

 

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So

11

Apr

2010

Verwässerungseffekt

Das kaskadenhafte Gewimmel von Gesellschaften besteht somit in der Vertikalen aus insgesamt 4 Gesellschaften; von unten nach oben Racebets GmbH, Bettertainment GmbH, Wettbetriebs GmbH, Beteiligungs GmbH. Es müssen demnach, wenn bei den Kommanditisten der Beteiligungs GmbH eine Dividende ankommen soll, in drei Gesellschaften zuvor Gewinne gemacht werden, und zwar nach Steuern etc. Und diese Gewinne müssen bilanziell ausgewiesen und festgestellt sein, also auch auf der Zeitachse eine immens langwierige Sache. Da bleibt im Moment nur die Möglichkeit, daß Racebets GmbH aus dem laufenden Cash Flow verstärktes Sponsoring in den Sport betreibt, denn was anderes kommt überhaupt nicht in Frage. Die 3 Millionen hat sich gem. der Meldung Herr Schubert geben lassen, und die sind damit aus dem Rennen und können nicht aktiviert werden. Racebets GmbH hat also nicht mehr Kapital zur Verfügung als vorher.

 

Wie aber sollen da Zuschüsse für den Sport kurzfristig herkommen? Die Plattform braucht technische Betreuung, man hat administrative Kosten, es gibt Marketingaufwendungen. Nur da ließe sich überhaupt was machen. Und es bedarf zu einer solchen Lösung natürlich des guten Willens aller Beteiligten, also insbesonders der Mehrheitsgesellschafter von Bettertainment. Wenn die da nicht mitmachen, gibt es keine Möglichkeit, irgendeine Dividende für den Sport zu generieren. Von den Kommanditisten ganz zu schweigen. Nun kann man einwenden, daß die Zeichner der Anteile sich auf dieses alles eingelassen haben, und das Argument trägt auch ein Stück weit. Aber nicht bis zum Ende. Am Ende steht noch mehr Distanz zum Anlageobjekt und noch weniger Handlungsfähigkeit der Kommanditisten, als schon laut Prospekt zu erwarten war.

 

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So

11

Apr

2010

Rechte und Pflichten

Damit erwirbt die DVR Wettbetriebs GmbH vom DSV Deutscher Sportverlag rückwirkend mit Gewinnbezugsrecht zum 1.1.2010 für 3 Mio. Euro 40% der Anteile an der Bettertainment GmbH, die wiederum 100% der RaceBets GmbH und deren Tochtergesellschaften hält.

Zudem vereinbart die DVR Wettbetriebs GmbH ein Ankaufsrecht auf weitere 11% der Anteile von der weiss media gmbh für die Zeit vom 01.01.2012 bis zum 30.06.2012. Im Gegenzug wird der weiss media gmbh ein Verkaufsrecht über 9% der Anteile eingeräumt, welches zwischen dem 01.07.2012 und dem 30.06.2013 ausgeübt werden kann. Die Preisermittlung für die Kauf-Option des Rennsports erfolgt mittels eines vertraglich festgelegten Ertragswertverfahrens über die Jahre 2010 bis 2012, der Preis der Option über 9% ist festgeschrieben
.

 

 

 

Nun also dieser Deal, dessen Inhalt dank verquaster Formulierungen nur undeutlich zu erkennen ist, was die tatsächlichen Rechte an der Wettplattform betrifft. 40% an der Dachgesellschaft bedeutet wie immer in Köln eine weitere Gesellschaft zwischen den Gebern der 4,1 Millionen und dem echten Geschäft. Man kommt mit dem Zählen der Gesellschaften und Verflechtungen nicht mehr nach, und nach all dem großmächtigen Geschrei vom eigenen Wettladen ist das die allergrößte Unwahrheit, die sich hier manifestiert. Denn genau das suggeriert der Prospekt dem Publikum, eine Wettplattform, die den Anlegern gehört. Das ist Unfug. Dazu diese undeutlichen Vorkaufsrechte und Verkaufsrechte, die völlig asynchron in Zeiten und Preisen ausgeboten werden. Entweder, der Sport hat eine Kaufoption (mit vereinbarter Preisfindungsarithmetik) über weitere 11%, oder er hat sie nicht. Was soll ein Verkaufsrecht der weiss media gmbH in dem Zusammenhang? Gibt es dazu korrespondierend eine Kaufpflicht, wenn ja, für wen? Das bedeutete, wenn es das bedeutet, daß der Kauf bereits zu 9% feststeht, terminiert, und nach unten gedeckelt ist. Ziemlicher Kokolores, der da verzapft wird. So was nennt man aufschiebend bedingt, und keine Option. Die Wettbetriebs GmbH ist danach verpflichtet, Herrn Weiss in jedem Fall mindestens die 9% bis zum 30.6.2013 mindesten für € XYZ abzunehmen. Das ist der einzige Sinn, der sich aus dieser himmlischen Formulierung entnehmen läßt.    

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Fr

09

Apr

2010

Sonderschüler

Der Sport in den Medien ist ein schönes Thema, und Frau Katharina Werning ein ebensolches. Daher erstaunt es mich überhaupt nicht, wenn sich auch Galopp Intern als sachverständig erweist, nämlich in einem Artikel in der 624. Ausgabe. Seit Herr Göntzsche einmal vor dem Hamburger Landgericht hat vortragen lassen, daß er durchaus nicht immer Autor in seinem gelben Blatt sei, kann die Frage der Autorenschaft nicht näher ergründet werden. Aber der Tenor legt nahe, daß der Herausgeber selbst in die Tasten gegriffen hat. Und zwar so: „Medienpolizei ohne Kompetenz“ ist es überschrieben, und dann folgt eine nicht immer ganz stringent vorgetragene Abrechnung mit Sky, Premiere, der Bundesliga und den Leserbriefschreibern in der Sportwelt, „deren Fachkenntnisse im Medienbereich garantiert auf Sonderschul-Niveau angesiedelt ist.“

 

Garantiert ist eine garantiert klassische Umschreibung aus dem BGB, ohne daß der Autor unbedingt für die Richtigkeit seiner Behauptung einstehen will, so daß das garantiert falsch ist. Ansonsten muß man Sachverstand unterstellen, soweit Sonderschul-Niveau betroffen ist. Wahrscheinlich beim Autor selbst, möglicherweise aus eigener Erfahrung. Ich kann das nicht garantieren, kann es aber auch nicht ausschließen. Wie es im Lleben eben so ist, es gibt Hochbegabte, Durchschnittliche, und Sonderschüler. Denen erläutert der Fachmann dann anhand des folgenden Beispiels, was gekonnte Medienarbeit ist, nämlich:

 

„Man muss sich diese Zahlen einmal auf der Zunge zergehen lassen: 2,04 Millionen Menschen haben am letzten Samstag zwischen  18.01 und 18.30 einen dreiminütigen Beitrag über Katharina Werning gesehen, der in der ZDF-Sendung „Hallo Deutschland“ ausgestrahlt wurde……….Anlässlich des Endes ihrer stationären Reha in der Helios-Klinik von Hagen-Ambrock lud Kathi Werning vor zwei Wochen zu einer stimmungsvollen Party in die Purple-Cocktail-Bar des Dortmunder RWE-Towers ein.“

 

Das ist also das Niveau, auf welchem sich Galopp Intern sieht. In der Tat, da stimme ich zu. Purple-Bar im RWE-Tower. Prost Mahlzeit!

 

 

 

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Do

08

Apr

2010

Running Gag

Die dubioseste Rolle in diesem Affentheater Iffezheim spielt der Internationale Club. Es dringen immer mehr Informationen zum status quo der Baulichkeiten an die Öffentlichkeit, vermehrt um putzige Details aus der Geschäftsführung, also der Art und Weise, mit der die Funktionäre sich im geschäftlichen Umfeld bewegt haben. Kaum ein Partner, Angestellter, Lieferant oder sonstig in Kontakt gekommener, der nicht in seltener Einförmigkeit diese unfassbar schnöselige und großkotzige Art erlebt hat. Die öffentlichen Auftritte der Gesellen um seine königliche Hoheit nebst getreuem Eckermann Stüber sind nicht nur die Spitze des Eisbergs, sondern sein vollgültiges Abbild. Daß diese Leute immer noch mit am Tisch sitzen, statt die Kleingläubiger einzelweis zu befriedigen, das ist der eigentliche Skandal. Man hört, Mitarbeiter hätten sich bei Herrn Stüber zur Audienz anmelden müssen, Wasserkästen hätte der Haumeister zu den Herren raufgeschleppt, elektrische Anlagen seien verrottet, und die örtlichen Blumenhändler seien auch auf der Gläubigerliste. Da mutet die Verlautbarung des Herrn Specovius gem. Baden4dich,  

 

«Die Änderungswünsche der Gemeinde werden weder der Internationale Club noch der Investor akzeptieren.»

 

mindestens hahnebüchen, wenn nicht unverschämt an, insoweit dieser Club betroffen ist.

 

Der International Club sollte sich ausschließlich der Fürsorge der Gläubiger widmen, also Vergangenheitsbewältigung betreiben, und seine unegalen Finger aus der Zukunft heraushalten. Und die Gemeinde sollte überlegen, daß die Verbindung zum Rennsport und damit bescheidenem Wohlstand dreimal im Jahr keine Einbahnstraße ist. Es ist wahr, daß die Lokalität ihren eigenen Reiz hat, aber ohne die Hauptdarsteller ist die ländliche Ruhe in Iffze sehr ausgeprägt.

 

 

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Mi

07

Apr

2010

Femme fatale

Der Fall ist nicht einfach, aber es muß im Interesse des Rennsports und der Dame gesagt werden: Frau Werning ist nicht die große optische Identifikations- und Integrationsfigur des siechen Patienten. Seit Jahren wird nunmehr immer drängender versucht, diese Dame als Schönheit zu Pferde auszuloben, und neueste Kreation ist ein Photo, auf welchem sie für die Trabrennbahn in Bahrenfeld wirbt. Ein selten mißlungenes Abbild einer durchaus ansehnlichen und anmutigen Person, gewandet im Stil eines Sattelschlepperkapitaintraums, in einen auberginefarbenen, fast schon ins grellpurpurne changierenden Overall gepresst, der unten von unsäglich grausigen und kohlpechrabenschwarzen Stiefeln abgeschlossen wird. Dazu eine Oberweite straight from Photoshop. Das ganze Ensemble der Albtraum einer mißratenen Femme Fatale schlechthin. Das geht gar nicht, und man darf und muß das so scharf sagen, weil Frau Werning diese Dinge freiwillig und gegen Entgelt mitmacht. Das alte Plakat aus Bremen war auf seine Art charmant und glaubwürdig, weil nach dem Absatteln ungeschminkt und aus dem Leben entstanden ist. Aber diese neue Masche einschließlich Photositzungen mit blanken Sätteln auf schmalen Brüsten sind nur albern und geschmacklos. Luciano reicht als optischer Hinkucker völlig aus. Es sollen noch genügend Plakate auf dem Dachboden oder im Rumpelkeller des DVR rumliegen.  

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Mi

07

Apr

2010

Gepflegte Gastlichkeit

Man merkt an der verschiedenen Reaktionen, daß das Thema Essen und Trinken im Spiegelbild des Rennsports durchaus Interesse weckt; beides ist zivilisierte Beschäftigung, also mehr als rohe Natur. Der Mensch greift ein und schafft ein Gesamtkunstwerk von mehr oder weniger Qualität. Rennsport ist draußen Sport, und daher animiert diese Veranstaltung zu al fresco Esserei und Trinkerei. Da scheiden putzige Kreationen mit Soßenfaden und Miniportionen falben Fleisches aus. Es scheiden auch schwere, tiefgründige Weine aus, nicht weil sie nicht schmecken, sondern weil sie dem luftigen und schnellen Anlaß nicht gerecht werden. Hinterher, am Abend des Derbysieges, da soll man hoch die Tassen mit edlen Sachen machen, aber wegen der Sommerzeit eher Bordeaux oder Sangiovese als Shiraz oder Barolo. Auf der Rennbahn haben sich seit Jahrzehnten kleine Häppchen mit Lachs oder kaltem Huhn, oder selbstgemachte Bouletten oder Krabbenspieße mit scharfer Soße bewährt. Auch gehen gut diese faden englischen Cracker mit Stilton. Lammkeule geht nicht, auch nicht Daube oder Spaghetti Bolognese.

 

Wir reden hier natürlich nicht von gedeckten Tafeln in Vip Zelten, sondern von den kleinen Logen vor der Tribüne mit den 14 Plastikstühlen. Man muß diese Dinge aus der Hand essen können, zur Not auf dem Schoß balancieren, aber das ist es dann auch an Bequemlichkeit. Die Getränke kommen dann aus den eigenen Kühlboxen – Champagne und Riesling fruchtig, also Mosel. Wir hatten jahrelang 90er Brauneberger Juffer Sonnenuhr Kabinett von Fritz Haag, dem Mann mit dem mörderischen Handschlag. Der ist jetzt alle, aber es gibt Nachschub von Willy Schäfer und Herrn Kerpen. Kabinett natur reicht völlig aus, Spät- und Auslesen sind viel zu üppig. Wasser muß immer dabei sein.

 

Daneben kann man sich auch noch ein Picknick nach Art Glyndebourne vorstellen, also auf Plaids hingefletzt mit Tails und Abendkleid. Die Speisen und Getränke wären identisch, evtl. noch ein Salat aus einer großen Kumme dazu mit Baguette. Aber dazu sind die Sattelplätze nicht geeignet, und woanders auf den Anlagen sieht man die Rennen nicht. Wie auch immer, Rotwein ist nach meinem Geschmack während der Rennen tabu. Hinterher, da braucht man ihn. Es gab damals an diesem himmlischen ersten Julisonntagabend 1999 Chateaux Chasse Spleen, 1985 Magnum. Perfekt. Der ginge heute noch. Alternativ 90er Toskana, beste Chianti oder ähnliche Weine. Die sind ebenfalls im Sommer nach dem Derby sehr passend und erfrischend. Sie befeuern die Euphorie, aber ohne zu ermüden.

 

Man kann natürlich auch ne Bratwurst essen oder zwei. Leider paßt kein Wein dazu. Zigarre zum Abschluß mit Cognac oder, besser, Rum. Das reicht dann für ein Jahr ohne Derby.

 

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Mo

05

Apr

2010

Bahrenfeld

Heute war große Neueröffnungsfete in Bahrenfeld. Die ganze Bahn hat von der Renovierung profitiert; das Geläuf und die Baulichkeiten. Nur die Fassade strahlt immer noch den Charme des Plattenbaus mit Patina aus. Drinnen ist es hellgrün mit Sandfarbe, Bohlen im Restaurant, schlichte aber ordentliche Bestuhlung, und als Zentrum der Anlage zwei Vitrinen, in denen reichlich Siegerpokale und Trophäen des großen Johannes Frömming ausgestellt werden, sämtlich Leihgaben aus Besitzerbeständen. Dazwischen eine Schautafel mit einigen Daten und Fakten seiner Vita. Das ganze Ensemble in der Tribüne nennt sich Johannes Frömming Club, und in diesem speziellen Fall stimmt die Inanspruchnahme und auch die Größe des Namensgebers ohne Anmaßung und Übertreibung. Delmonica Hanover!

 

Die ganze Chose ist eine Initiative des Hauses Winrace, und damit der Gesellschafter, dem Haus Herz sen. und jun.. Drei Dinge kommen in diesem Glücksfall für den Trabrennsport zusammen: Wirtschaftliche Potenz, unternehmerische Aktivität, Enthudsiasmus für den Trabrennsport. Der Senat hatte einen Staatsrath geschickt, der eine maßvoll staatstragende Rede hielt, und die Bemühungen seiner Behörde in Sachen Doppelrennbahn kontrastierend zum Tagesanlaß löblich beteuerte. Wahrscheinlich waren auch Repräsentanten des HRC geladen, aber außer gefühlten 4 Mitgliedern war niemand zu erspähen. Die 4 bestanden aus dem Präsidenten der Traber, Herrn Peter Heitmann, der auch im HRC Mitglied ist, dem berühmten Doppelzüchter aus Rissen, der insofern beidhändig zuständig ist, einem jungen und aufstrebendem Dienstleister beider Fakultäten und dem Berichterstatter, der als einziger der 4 keine Ahnung vom Trabsport hat. Man fragt sich, wozu der HRC solche absenten Vorstände braucht, aber Herr Wahler war wahrscheinlich ganz hingerissen, als Herr Ostermann so unvergleichlich schnöselig und unverschämt über die Traber herzog. Das war in Bremen, auf dieser auch ansonsten denkwürdigen Veranstaltung der Jubelperser. Solche Taktschläge wirken offenbar inspirierend nach. Von der Doppelrennbahn hört man aus dem HRC nichts, ebenfalls nichts zur Frage der Finanzierung der hochfliegenden Meetingspläne, die Herr Mattiessen als Jahrhundertwerk prognostiziert.  

 

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Mo

05

Apr

2010

Tip des Tages

Auch wenn es die Spatzen von den Dächern pfeiffen – Russian Tango heute im 1. in Köln als beste Chance. Wenn sich das Pferd so weiterentwickelt hat, wie es als Fohlen und Jährling angefangen hat, dann ist das ein gutes Pferd. Die erste Form war völlig ok, weil Russian Tango früher als Klotz, Büffel oder Kawenzmann bezeichnet worden wäre. Wozu? Zu Recht.

 

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Mo

05

Apr

2010

Me auch Fan!

Jeder Versuch zählt, also gildet auch der Versuch German Racing Fan Club bei Facebook und/oder Twitter. Ich muß allerdings gestehen, daß mir diesen medialen Sachen nichts gesagt haben, und nach Betrachten auch nicht. Worum geht es Tina, Cilia, Jean-Claude!!!, Kirsten, Eric, Laura Basti Franzi und dem Iron Man? Was verbindet diese Fans, was ist der Nährwert dieser Veranstaltung? Was erhofft sich German Racing von dieser Aktion? Die Ausdrucksmöglichkeiten dieses Freundeskreises machen einen limitierten Eindruck, sowohl im Hinblick auf die Quantität, als auch die Qualität der Beiträge. Ein jüngeres Familienmitglied erläutert, daß läge an der Begrenzung des erlaubten Zeilenumfangs. Aber gleichgeschaltete Roboterstatements sind keine Frage der Zeilen. Ansonsten schimmert verdächtig die Sprache von GaloppOnline durch, oder auch diejenige, die als offizielle nunmehr durch diverse Repräsentanten des Rennsports gepflogen wird, und die sich als Lafrentz Diktion immer lästiger bemerkbar macht. Baby Talk als Ergebnis einer SpringerBurdaBauer Schule. Gehe auch du nicht über Los, ziehe auch du nicht DM 4.000 ein, sei auch du ein Fan. To be or not. Leserreporter schlagen unerbittlich zu, Sprache geschändet und zu Tode gequält.

 

Dazu paßt die Meldung von GaloppOnline über das Schimmel-Duell bzw. über die Top-Schimmel. So einen Leckerbissen läßt sich die Redaktion nicht entgehen, dieser Festschmaus des Wortspiels will bis zum letzten Krümel aufgegessen sein. Und wichtig ist, daß diese armen Schimmel als verbinde-strichter Wort-Mix  verwurstet werden, als Dach-Marke des Grauens. Man erinnert sich an das strahlende Top-Modell dieser Masche, an den unauslotbaren Jenny-Wallach. Pimmelduell hätte ich noch ertragen, auch Top Pimmel. Aber nicht Schimmel.

 

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So

04

Apr

2010

Beileid und Respekt

Grade, wo nun diese Gedanken über das GalopperForum geschrieben wurden, erscheint dort die traurige Mitteilung von Frau Arnold, daß ihre Mutter verstorben ist. Dem gilt unser Beileid. Aus den Zeilen, die Frau Arnold „Memories“ überschreibt, erkennt man, wie echt und lebendig beide Damen gemeinsam den Rennsport erlebt und gelebt haben. Für diese Memories Dank und Respekt.  

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So

04

Apr

2010

Pechvogel

Wohingegen Lookin At Lucky im Santa Anita Derby nicht scheinen konnte. Man beachte das Rennen im Schlussbogen, wo es zu einem Halt an den Rails gekommen ist. Gomez hat Espinoza nach dem Rennen angepißt, und Baffert hat Gomez nach dem Rennen auch angepißt. Tja, solche Situationen entstehen, wenn man sich auf den kurzen Weg zum Ziel macht, wo andere oft zurückkommen oder die Butze zu machen. Pech für das Glückskind. Das schmälert aber nicht die Leistung von Sidney`s Candy, der mit Joe Talamo Start-Ziel leicht hinkam. Ein sehr gut getimtes Rennen eines Pferdes, welches als Candy Ride Sohn auch über den Weg im Derby kommen sollte. Jedenfalls hat Californien mit beiden Pferden zwei heiße Eisen im Feuer.

 

Abgesehen davon bezeugen die Bilder courtesy of Los Angeles Times, welche Welten zwischen diesem Sport und unserem Sport liegen. Die Pferde, die Trainer und die Reiter sind nicht schlechter, aber die Präsentation, die ist in einem anderen Universum angesiedelt.

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So

04

Apr

2010

Sonntagsrede

Am Sonntag hat der liebe Gott den Menschen Freude verordnet, also gibt es nachher ein Freudenfeuer im Garten, ein bonfire mit leeren Weinkisten. Vorher gibt es einen Kontrollbesuch in Bahrenfeld, wo sie morgen die große Neueröffnungs Fete begehen. Wir werden Photos machen und vorzeigen. Es scheint die Sonne wie bestellt, und die Getränke liegen kalt.

 

Ansonsten freuen wir uns natürlich über die vielen Leser, die täglich um die hundert pendeln. Das ist schön, und die Kommentare freuen auch. Denn dazu ist das Ganze da. Leider macht das GalopperForum einen sehr geschwächten Eindruck, aber ich glaube, daß die Veranstalter den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen bzw. Gespenster. Es gab und gibt immer sehr viel schwachsinnige und blöde Beiträge, aber darunter auch so manch funkelnden Edelstein der unfreiwilligen Komik. Die sind leider auch verschwunden. Was geblieben ist, sind unfrohe Kommentare von gußeiserner Langeweile, die oft auch noch keinerlei Erkenntniswert haben. Es suchen Historiker verzweifelt alte Zuchtbuchbände aus der DDR, aber bitte mit Widmung von Wilhelm Pieck, oder Thyssens werden ausgegraben wegen der equiden Kulturgeschichte, die keine Sau wirklich interessiert. Herr Weller, der als einziger mal deftig reinfahren konnte in diese Katastrophik, hat ebenfalls das Handtuch geworfen.  So geht das leider oft im Leben – gelebt wird Plastik als Plagiat, und die echten und manchmal schroffen Werte werden nicht erkannt. Außer hier, hier werden die erkannt und sind erwünscht. Wir überlegen, ob und wie wir anderen Kommentatoren besser Raum  verschaffen können. Wenn uns was einfällt, machen wir das.   

 

Heute Abend gibt es wie stets Lax mariniert kalt mit Spinatsalat, danach Lammkeule mit Bohnen. Trinken weiß noch nicht, außer daß es natürlich Bordeaux gibt, also einen evangelischen Wein an einem katholischen Feiertag. Ökumene also. Da kann sich der Pontifex mal ne Scheibe von abschneiden.

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So

04

Apr

2010

Wood Memorial

Eskendereya „wins from here to Egypt“ kommentierte Tom Durkan am Ende dieses Wood Memorial, und dieser schöne Satz verdankt sich der egyptischen Nationalität des Besitzers Zayat. Außerdem ist Eskendereya der Name einer altegyptischen Bauchtanz Version. Angeblich. Jedenfalls hat Eskendereya seine Favoritenstellung für das Kentucky Derby eindrucksvoll bestätigt, wie man unschwer erkennen kann. Das Pferd erinnert insofern an Secretariat, als es ebenfalls wie der immer mehr Momentum aufbaut, je weiter das Rennen geht. Die Fraktionen werden immer schneller, und das macht im Hinblick auf die 2 Kilometer von Louisville sehr viel Mumm. Güterzug mit Volldampf.

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Sa

03

Apr

2010

Deutsches Formular

Erlebnissport der Extraklasse

 

„GERMAN RACING, dieser Begriff steht für einen schwungvollen Neuanfang im deutschen Galopp Rennsport. Unter der Dachmarke “GERMAN RACING” werden von nun an spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen abgehalten. Seit 188 Jahren bestehen Pferderennen als ältester organisierter Sport in Deutschland. Ein echter Klassiker.”

 

So was steht wirklich und wahrhaftig auf der Seite der Presseabteilung von German Racing. Der Tante Emma Laden ist lebendig geworden, das Gespenst geht um. Bevor man aber in den Genuß von Presseinformationen aus dem Hause Peter Brauer gelangt, will eine außerordentlich sorgfältige Akkreditierungs Routine durchlaufen sein. Die geht ertwa wie folgt: Name, Adresse, Beruf, Mitglied wo, Beruf, Titel, Alter, Geburtsdort, Pass Nr., Presseausweis Nr. und noch ein paar Kleinigkeiten. Dann kommt man, aber lassen wir Herrn Brauer selbst zu Wort kommen:

 

Das Presseportal von GERMAN RACING bietet Journalisten und Medienvertretern die Möglichkeit, online über die Aktivitäten und Rennveranstaltungen des deutschen Galopprennsports informiert zu werden.

 

 

Oho, was für ein Angebot. Ich erinnere mich an eine schöne Karikatur, man sieht im Vordergrund zwei Golfspieler, der Blick geht über die beiden nach vorne, und man sieht eine Landschaft mit Panzersperren, Minenfeldern, Krokodilbächen und Totenkopf Schildern auf dem Weg zum Grün. Sagt der eine zum anderen: „This ist he last time I`m signing on for the Polish Open.“ Die Karikatur war glaube ich aus Punch in den Fünfzigern.

 

So etwa muß man sich dieses Protokoll vorstellen. Völlig verkannter Sinn von Pressearbeit, die ja eigentlich auf den Kunden zukommen sollte, und nicht umgekehrt. Und dann als wertvolle Intimnachricht verpackt, die nur einem exklusiven, ausgesuchten Kreis von Spezialjournalisten zukommen. Per Konto Abruf.  Please sign in here, and here, and here, and here, and show us your ID, your account, your occupation and your private address. Are you employed/not employed? Tick where appropriate. Have you ever been engaged in terroristic activities, are you planning to bomb the Nato headquarters? Do you travel alone? Are you nuts?

 

 

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Fr

02

Apr

2010

Getränkekarte

Oft werde ich  angefeindet wegen meiner Wein Trinkerei und dem Ton, der durch diese Wortmeldungen geht. Also jetzt und hier zur exemplarischen Erläuterung: Erst war mein Freund Christo da, um eine gutachterliche Sache zu besprechen, und das geht besser mit einem zivilisierten Getränk. Wegen der frühen Stunde ein kalter, frischer Riesling Kabinett aus Forst, 2007 Schnepfenpflug und knisternd. Dann nagt der Hunger, es ist noch Käse im Kühlschrank, und dazu möchte ich jetzt dringend einen Burgunder trinken, wegen des Aromas. Also, es ist dann ein 96er Gevrey Chambertin Fontenay von Dugat-Py geworden. Ein ganz schön aromatischer Wein, streng katholisch, also sehr himmlisch und berauschend.  So sollen Burgunder sein. Wer es weltlich nüchtern und evangelisch liebt, trinkt Bordeaux. Ich bin konfessionslos.

 

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Fr

02

Apr

2010

Allerlei

Das Ansehen des Rennsports. Was ist das? Wie schädigt man das Ansehen des Rennsports? Diese Formulierung geistert seit Jahr und Tag durch die Rennordnung und das gedankliche Habitat von Ordnungsfanatikern, denen das Ansehen des Rennsports eine Herzensangelegenheit ist. Diese Formulierung macht die Generalklausel aus, mit der sich alles das, was den Leuten, die das entscheiden, nicht paßt, in die Tonne treten läßt. Wer das macht, hat verstochen. Nun ist es natürlich so, daß diese Generalklausel überhaupt grober Unfug ist, weil sich gar nicht messen läßt, welches Ansehen bei wem besteht und möglicherweise beschädigt wurde. Kein Richter kann das entscheiden, weil es keine Parameter gibt. Eine Jury ist nicht viel mehr als ein Mann, und die Bild Zeitung ist sogar weniger als der geringste unter Euch. Und was ist das eigentlich für ein Ansehen, welches der Rennsport voraussetzungsgemäß hat? Ist es das Ansehen einiger Zigarre rauchender Bankiers, oder des prügelnden Jockeys, oder des unfähigen, aber tiptop gekleideten Funktionärs? Ist es das Ansehen der Buchmacher at large, der Vertriebspartner? Oder das der publizistischen Putzerfische bzw. dasjenige, was sie verkünden? Kann man das Ansehen der Pferde schädigen, wenn man laut Esel dazu sagt, oder Raupe? Man sieht, das Ansehen ist eine ganz schön mannigfaltige Sache, zudem sich die Dinge in verschiedenen Köpfen oft verschieden darstellen. Was dem einen sien Uhl, ist dem anderen sien Nachtigall.

 

In Bremen hat zumindest die Sonne geschienen, aber es war sehr windig und kühl. Am Eingang stand wieder dieser Heidi Fisk Stand, und nun ist endgültig klar, warum diese Brötchen nicht mehr das sind, was sie sein müssen. Sie sind leichenblaß, fast schneeweiß. Wattig und pappig, sehr sehr fade fast und nicht zu essen. Der korrekte Brathering konnte gegen dieses Inferno der Labbrigkeit nicht anschmecken. Auch die einstmals knusperigen Pommes frittes nur noch ein Schatten ihrer selbst. Wenn schon bei kurzen Stücken die Enden zum Boden zeigen, also der Schwerkraft folgen, ist nichts Gutes mehr zu erwarten. Und so kommt dann auch die Mahlzeit im Ganzen unter die Räder. Die Wurst hat schon letztes Jahr Verfallserscheinungen gezeigt, die brauchte man nicht mehr. Also eine dicke fette 5- für das Essen in Bremen. Die Pony Reiterei steht aber in voller Blüte, und die Fachmänner stehen jetzt geschützt an der Albers Front am Getränkestand. Da weht ein ordentlicher Wind, so daß die Zigarre von ganz alleine glüht.

 

Was Bremen sehr schlau macht ist das Sparprogramm, nämlich was die Herren Delius, Kappes, Göntzsche und Consorten angeht. Die haben alle Funk- und Sendepause, und Herr Martin macht das daher mit Herrn Wissel im Duett, und mindestens genauso ordentlich. Sportlich ragte der Ritt der engagierten Dame Murke heraus, die das Pferd Giardini sehr cool und spät, aber effektiv in die Schlacht warf. Belohnung verdienter Erster. Offen gestanden habe ich selten einen besseren Ritt einer Dame gesehen, aber ich habe nicht sehr viele gesehen. Toll! Es war auch schön, den erfahrenen Arturo mit Herrn Hammer-Hansen nicht und nicht verlieren zu sehen, um keinen Preis. Die Dreijährigen machen immer einen etwas unkoordinierten Eindruck um diese Jahreszeit, also mit Wumms, aber auch Wackelei.  Der Ittlinger Langley könnte besser sein, war ab er deutlich fiter als der Rest. Der Sieger im ersten Rennen Shoshoni hatte den Vorteil des extrem gut getimten Ritts von Herrn Pietsch, der seine reiterliche Klasse demonstrierte. Wir sind dann nach dem sechsten, dem Hauptrennen, gefahren. Die A1 geht jetzt so einigermaßen, und auf dem Stück bei Rosengarten konnte man richtig schnell fahren.

 

 

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Do

01

Apr

2010

Die einen sagen so, die anderen sagen so.

 

 

Wunsch ex ante

 

 

"Das Baden-Baden-Alternativ-Programm steht jetzt fest."

 

Wirklichkeit post festum

 

"Nur, wenn bis zum maßgeblichen Stichtag 11. April Zusagen über ausreichende Finanzierungsbeiträge für das Konzept vorliegen, kann die Durchführung wie oben beschrieben erfolgen. Dazu müssen allerdings rund 250.000 Euro zusammenkommen.

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Do

01

Apr

2010

Wer will Was von Wem Woraus?

Allerdings steht die Durchführung des Ausgleichskonzepts für das Frühjahrs-Meeting unter einer wichtigen Bedingung, nämlich der erforderlichen Solidarität aller am Galopp-Rennsport Beteiligten einschließlich der Vertriebspartner im Wettbereich (stationär und online). Nur, wenn bis zum maßgeblichen Stichtag 11. April Zusagen über ausreichende Finanzierungsbeiträge für das Konzept vorliegen, kann die Durchführung wie oben beschrieben erfolgen. Dazu müssen allerdings rund 250.000 Euro zusammenkommen.



Da ist guter Rath teuer, und nicht nur wegen der Gelder, sonder auch wegen des Wer will Was von Wem Woraus? Ist das eine Kollekte, an wen richtet sich die, sollen das Darlehen sein, oder Spenden, oder Nenngelder, oder Provisonsnachläße bei den Vertreibern, oder Zuschüße aus der Beteiligungsgesellschaft, oder ein Konglomerat aus Alledem?

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Di

30

Mär

2010

JottohJott

Ein noch wesentlich mehr faszinierender Mann mit dem Nom de Guerre JJ publiziert nach erfreulicher Abwesenheit auch wieder sehr engagiert und blöde. Dieser Mann strickt noch schillerndere Verschwörungstheorien, noch abstrusere Konstrukte über dunkle Mächte, und verschließt sehr eifrig Stalltüren, nachdem das Pferd draußen ist. Das ist alles furchtbar, weil es die dringend angebrachte Kritik an vielen Dingen im Rennsport nach Absurdistan verlagert, wo sich der Schwachsinn und die Böswilligkeit ein Stelldichein geben.

 

Diese so genannte Basis macht sich im Moment wieder alle Ehre und widerlegt die Behauptung, es besser zu wissen und zu können. So wird das niemals was. Wer diese Basis stärken will, und das ist ein Anliegen, welches man durchaus unterstützen kann, der sollte diesen unguided Missiles entgegen treten. Und zwar deutlich und öffentlich. Daß macht keinen Spaß, ist aber dringend nötig.  

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Di

30

Mär

2010

Debatte

Sehr geehrter Herr Rumstich,

 

Sie beklagen sich darüber, daß andere sich aus Ihrer Sicht zu Pressesprechern von Infront machen, und daß eine Debatte über diese Vermutung und die Aktivitäten von Infront abgewürgt würden. Ich bin ja nur am Rande betroffen, aber ich denke, Sie sind da auf dem Holzweg, was die Absichten von Infront angeht. Und zwar deshalb, weil die bis jetzt nicht weiter bekannt sind, außer daß man öffentlich verkündet hat, den Rennbetrieb in Iffezheim via Pacht der Bahn zukünftig ausrichten zu wollen. Daran kann ich nichts Verwerfliches erkennen, und mehr ist im Moment nicht bekannt. Das betrifft auch das Schicksal der Trainingsanlage.

 

Was man so in öffentlichen Foren zu diesem Thema liest, macht eher keine Freude, weil wie oft Vermutungen als Tatsachen verkauft werden, und selbst simple Sachverhalte, die den Rennsport erstmal aus der örtlichen Krise führen könnten, als Tendenz einiger weniger zur Ausbeutung gedeutet werden. Es werden immer wieder Familiengenerationen gegeneinander auseinander dividiert, es werden simple Wahrheiten der Profitabilität geleugnet, es wird also im Ergebnis Stimmung gemacht, ohne daß es dafür im Moment irgendeinen Grund gibt. Das schadet so einer Sache. Der Witz ist, daß auch jemand wie Sie Geld verdienen möchte, und das durchaus deutlich zum Ausdruck bringt. Das ist völlig in Ordnung, aber das dürfen dann alle anderen auch. Wo ein Finger nach vorne zeigt, zeigen drei zurück.

 

Ich denke, Sie sollten diese privaten Aspirationen aus der Debatte nicht nur ausdrücklich, sondern auch unterschwellig heraus halten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

di

 

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Mo

29

Mär

2010

Drosselmeyer

Ein Schläfer für das Kentucky Derby – Drosselmeyer, der gute Onkel aus der Nußknacker Suite. Dritter im Louisiana Derby nach einem Horrortrip am Ende, immer versperrte Wege, aber händevoll unter Kent Desormeaux. Es ging schon mit Box ganz außen los, dann hat er ihn ordentlich um den ersten Bogen bekommen und in der Gegengeraden immer gut hinter der Pace. Dann ein Bigmove im Bogen, der leider aufgehalten wurde. Sah alles wuchtig und Viel versprechend aus. Aber leider ist nicht sicher, ob er mit seiner Gewinnsumme reinrutscht. Wenn, dann ist das eine interessante Wette.

 

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Mo

29

Mär

2010

Zahlen

Oaklawn Park’s betting menu consists of the traditional win, place, and show wagering with a 17 percent takeout and exotic wagers such as exacta, trifecta, superfecta, daily double, pick-three, pick-four, and pick-six with a 21 percent takeout. For players who like to construct larger tickets at a reduced rate, Oaklawn also offers a 50-cent trifecta and a 10-cent superfecta alternative.

When all these takeout factors were combined, it led to a score of 2.625 and a takeout grade of B- for Oaklawn, which made it one of just 13 tracks rated by HANA to receive a grade higher than C. However, the B- grade also meant that Oaklawn finished tied at the bottom of the top five tracks in terms of takeout. In last year’s rankings Oaklawn’s takeout was rated at a C+.

Another feature of Oaklawn Park that should make it attractive to any horseplayer is its consistently high field size. In 2008, Oaklawn average 9.04 runners per race and in 2009, that average bumped up to 9.27 runners per race.

In terms of its handle and pool size, Oaklawn scored towards the bottom of the top five, but the numbers are still strong. Oaklawn ran 532 races in its 2009 meet for a total of $77,307,226 in its win, place, and show pools and $116,999,398 in the exotic pools. That meant Oaklawn had an average handle of $364,126 per race with $145,314 of that coming in the win, place, and show pools and $218,882 in the exotic pools.

 

Das sind interessante Zahlen, nämlich hinsichtlich Takeout – 17% für Sieg und Platz, 21% für die Exoten. Mit so was als Vorschlag käme man hierzulande an den Schandpranger, aber damit ist man in USA nur 5. der nationalen Rangliste, die HANA Horseplayer Association of North America da bei Paulickreport.com veröffentlicht. Und denen geht es auch nicht super gut. Wenn man in diesem großen riesigen Glücksspiel Markt mitmischen will, muß man sich aber an die Gepflogenheiten des Wettbewerbs annähern. Satte 30% Einbehalt oder sogar mehr gehen da gar nicht.

 

 

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Mo

29

Mär

2010

Dose over the top

12 Starts, 12 Siege. Eine makellose Bilanz, und trotz merkwürdiger Interpretation der Regularien in Longchamp durch den Reiter da auch eine spekulative Gruppe I Leistung. Aber was für eine Gedöns, was für eine Orgie an Superlativen. Kein ungarisches Paprika Gulyasch und keine Eselsalami und keine Piroschka haben diese ewigen Vergleiche und Verbindungen verdient. Das verstimmt selbst den Primas, der verstört seine schluchzende Geige niederlegt. Und dem graust es sonst vor wenig Schmalzigem. Geht er nach Ascot, geht er nach Ebreichsdorf, fahrt er nach Chantilly, oder steht er im Stall in der Pampa, alles zittert und sorgt sich ob der Füße, die schon in Hamburg derart mit Lenkerband verziert waren, daß man sich fragte, ob das Tier überhaupt antreten sollte. Aber die Connections sind robust, wie auch das mediale Begleitorchester, und so tourt diese inaktive Attraktion durch die Welt und die Blätter und macht auch in veritablen Botschaften nicht halt. Es werden sogar Leute verhaftet, man bildet ein nationales Syndikat, und es dampft also an allen Ecken und Enden. Jetzt sollte das Pferd mal laufen.

 

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So

28

Mär

2010

Guckst Du hier!

Leere Sattelboxen Leere Sattelboxen

Das Elend gähnt und ist leer mit Sand davor. Sattelboxen in Düsseldorf als Stillleben, minutenlang eingefangen in grobkörnigen gedeckten Farben des Waldes. Stille, möglicherweise unterbrochen von der Fahrer des blauen DKW mit dem amtlichen Kennzeichen uswusf. So geht das nun in das x-te Jahr der Fernsehbilder Übertragung daheim in die Wohnstuben. Diese Bilder bilden die Marke German Racing ab. Keine Regie erbarmt sich und regelt den Ablauf des Ungeschehens, kein Plan entfaltet sich als Ausdruck einer wieder erkennbaren Veranstaltung, weil es keinen Plan gibt, weil niemand in der Lage ist, dem Kameramann einen Plan der Motive zu geben, die er abfilmen möge.

 

Der Weg der Pferde zwischen Führring und Aufgalopp führt durch ein unsichtbares Nirvana, durch eine Terra Incognita als eingefrorenes Stummfilmbild. Mal ist es ein Parkplatz, mal eine Wurstbude, die das stille Glück in einem versehentlichen Schwenk stören. Mehr nicht. Dann räuspert sich manchmal krächzend ein Tondarsteller, es mag Herr Krischpin sein, der aufgeregt eine Reportage der Start Präliminarien herbetet, als fast Beschwörung, nun möge es doch endlich mal losgehen. Es geht aber auf Deutschen Rennbahnen nicht los, nein, denn irgendwas Geheimnisvolles kommt todsicher dazwischen. Ein loser Schnürsenkel des Starters reicht im Zweifel aus, um das Geschehen anzuhalten.

 

Dem German Racing fehlt es an allen Ecken und Enden. Am Anfang steht und fehlt ein Protokoll, welches die Veranstaltung landesweit und einheitlich bestimmt. Das fehlt als erstes. Ein Plan, wie Renntage abzuhalten sind. Dazu Pläne, wie man dieses Protokoll auf der Bahn und im Fernseh jeweils umsetzt. Es fehlt nicht an Vertriebspartnern, sondern an einem Produkt, welches die Konsumenten verstehen und wieder erkennen. Leere Sattelboxen sind kein Produkt, sondern eine visuelle Zumutung.

 

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So

28

Mär

2010

Dubai Karneval

Gloria de Campeao(gelbe Kappe) Gloria de Campeao(gelbe Kappe)

 

 

 

Ein schöner Renntag, dennoch. Was Gloria de Campeao geleistet hat, ist durch kein Rennunglück der anderen zu schmälern. Ein Büffel, der nicht verlieren will. So soll es sein, aber es soll nicht sein, daß auf einer Bahn, wo sie um diese Töpfe laufen, kein Platz ist für alle Teilnehmer ist. Herr Delius hat die Zeit für die 2.000 Meter kurz nach dem Rennen mit unter 2 Minuten veranschlagt; es waren dann aber 2 Minuten und 3 Sekunden plus. Also sehr langsam, so wie es auch aussah. Und die hinten, die wegen der Startposition oder wegen ihres Stils nicht weiter vorne anfangen konnten, hatten einfach keine Chance in der Geraden, weil auch die Bögen sehr eng sind in Meydan und dann der Zug abgefahren ist. Racing Luck plus Können. Insofern muß man das so hinnehmen.

 

Denn es gab ja auch mal Entschädigung beim Wetten, gleich am Anfang mit Joy and Fun, den man über die Form aus Hong Kong gegen den Favoriten California Flag aus Amerika errechnen konnte. Nicht zwingend, aber 12:1 waren einen schöne Quote, so daß der Renntag bereits im Plus war, wenn man nicht übermütig wurde. Dann wurde man fast übermütig mit dem Japaner im nächsten Rennen, der knapp Vierter wurde, weil sein Reiter im Bogen Angst bekam und zurück steckte, so daß es in der Geraden nicht mehr reichte. Schade, der stand bei um und bei 300:10. Das Pferd heißt Glorious Noah, der ängstliche Reiter Shinchiro Kobayashi. Das Problem der engen Bögen macht sich leider bei den großen Feldern sehr bemerkbar, weil einfach nicht genug Platz da ist, und brutal nach Innen gezogen wird. Keine Gefangenen werden nicht gemacht, es kostet zuviel Geld

Dar Re Mi Dar Re Mi

 

Es könnte noch mehr Geld sein, wenn sich der Ausrichter seine Hoheit der Ruler das schmierige Spektakel drum herum ersparte. Aber das ist ihm eine Herzensangelegenheit, also wird es immer diese drittklassige John Williams Musik Plagiate geben nebst tüchtig bunter Knallerei und schwebenden Geistern. Trainer Christophe Clement (Gio Ponti) konnte allerdings erzählen, daß die Pferde auf dem Weg in den Paddock einen langen Tunnel zu durchqueren haben, so daß sie von dieser Geschichte nichts mitbekommen. Wie schön. Innen drin in dieser Tribünenlandschaft sieht es wie in vielen Hotels dieser gleichförmigen Welt aus; große Innenhöfe als Atrien mit Lichtgefummel, Aufzüge, blitzendes Metal und Glas, und die große Frage, was das nun alles mit Pferderennen zu tun hat. Aber die Leute vor Ort wollen das so haben, denn es soll ausdrücken die Potenz hoch 3.

 

Dann ging Musir auf die Reise, mit Christophe Soumillon. Man kann den Ritt als berstend vor Vertrauen bezeichnen, immer hinten rum, Hände zum brechen voll, arrogant in die Gerade hinter dem berühmten Wald von Pferden, und dann homeward bound mit Druck und großer Klasse. Und weil es so schön war, gleich noch einen drauf, Kinsale aus Kalifornien, trainiert von Carl O`Callahan, geritten sehr straightforward von Garrettt Gomez. Das können die, das ist deren Spezialität. Dann war aber Schluß mit dem Wettglück.

 

Good Ba Ba, ein Großer ohne Druck. Es ging schon einen Schnaps langsam aus der Box, und dann wurde es immer unübersichtlicher und zerfahrener mit dem Pferd. Aber anders als Mi Emma in Deauville damals, in diesem schrecklichen Mick Kinane Desaster Rennen, war mit Good Ba Ba gestern nichts anzufangen. Marwing hatte in der Geraden nichts, mit dem er arbeiten konnte. Das ging fast allen Favoriten Reitern so, so daß es mit Al Shemali 400 für die erfolgreichen Wetter gab. Es gab auch, wenn ich das richtig gesehen habe, in diesem Rennen (außer Quijano) das einzig Deutsche Element des Tages, klein nur am Rande, nämlich als Vater von Calvados Blues: Lando.

 

Und Quijano bestätigte die Befürchtung, und lief sehr blass und dünn. Da ist ein Ende der Karriere abzusehen, jedenfalls in dieser Form. Aber sein Kumpel Youmzain ebenfalls, und ganz anders als sonst lief Presious Passion, der völlig und früh platt war. Vielleicht hat Lasix gefehlt. So konnte der junge William Buick als neuer Stalljockey von John Gosden gleich mit einem Eklat beginnen und Dar Re Mi sicher und sehr beeindruckend nach Hause bringen. Als Dritter konnte Spanish Moon genauso überzeugen wie der Japaner Buena Vista dazwischen. Ein typisches Gras Rennen.

 

Am Ende muß man sagen, daß trotz des Budenzaubers diese Veranstaltung ihren großen Reiz hat. Am schönsten sind die Vergleiche südliche gegen nördliche Halbkugel, die es sonst nur noch in Hong Kong gibt, aber nicht auf diesem Niveau. Das war hoch.

 

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Sa

27

Mär

2010

Smaltzing around

 

Dis is our cuntry, dis is our hope, dis is our finest smaltz. Niemand schlägt die Araber beim goldigen Schmusen, wenn süße Weihrauch- düfte sich mit dem Schweiß Geruch der Gäste aus dem Abendland vermählen. Es spielt die Flöte und das Tamburin, seine Hoheit der Ruler verliest eine Grußadresse, und der Größenwahn der Rennbahn Meydan und des ganzen Emirats wird noch mal komprimiert vorgeführt. Schade, was für eine schöne Rennsportveranstaltung, die ganz ohne diese schwülen Arabesken auskommen könnte

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sa

27

Mär

2010

Banker

 

Banker sind die Unverlierbaren. Mein Banker ist heute Musir im UAE Derby, M. de Kock/Christophe Soumillon. Von allen gesehen Pferden dieses Jahr das überzeugendste. Der andere Banker, aber mehr aus Sympathie, ist Good Ba Ba im Duty Free (Marwing/Cruz). In Bestform ebenfalls nicht zu schlagen, für mich dann der beste Meiler der Welt nach Goldykova. Immer noch. Aber die ist ja nicht dabei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sa

27

Mär

2010

Quijano

Quijano gewinnt den Großen Preis von Baden gegen Adlerflug Quijano gewinnt den Großen Preis von Baden gegen Adlerflug

Wenn Quijano heute in Meydan antritt, dann auf den Tag 5 Jahre nach seinem Debut, dem 27.3.2005. Da war er drei Jahre alt und letzter in Dortmund. Dazwischen liegen 32 Rennen mit 14 Siegen und diversen Platzierungen, u.a. in dem Rennen, welches heute mutmaßlich das letzte dieser großartigen Karriere ist. Solche Serien sind heute selten, und in dem Fall auch dem Umstand geschuldet, daß Quijano Wallach ist. Aber egal, wer weiß, ob er als Hengst jemals diese Leistungsstärke erreicht hätte.

 

Ich habe Quijano zum ersten Mal in Hamburg erlebt, als er einen ich glaube Ausgl. I mit Minarik völlig überlegen gewonnen hat. Das war mitten in dieser unglaublichen Siegesserie, die bis ins Frühjahr 2007 reichte, als er in Nad al Sheba auch noch mal drei am Stück gewann, bis im Sheema Classic erstmal Schluß war. Aber die Abstände waren gering, und auch sein alter Freund und Kupferstecher Youmzain war damals, wie heute, schon dabei. Großer Preis von Baden und zweimal San Siro Gruppe I waren die Siege, die noch folgten, dazu große Rennen in Nordamerika, wo er teilweise noch besser, aber oft unglücklich lief. Quijano konnte an einem guten Tag locker 100 Kilo. Das ist eine Menge Holz, vor allen Dingen, wenn das über Jahre so geht.

 

Es wird heute ein schwerer Gang, und man hofft, daß Roß und Reiter gesund aus dem Rennen kommen. Im Moment ist Quijano der letzte ganz erstklassige dieser oft beschworenen Deutschen Steher Mohikaner, und man wird das Pferd sehr vermissen.

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Fr

26

Mär

2010

Dubai World Cup

Gio Ponti Gio Ponti

 

Das Dubai Classic ist so gut besetzt wie selten in der Vergangenheit, und zudem auf dem Papier sehr offen. Es gibt eine Favoriten Gruppe, die im Folgenden betrachtet werden soll.

 

Schlüsselrennen ist für mich das Breeders Cup Classic, welches von Zenyatta gewonnen wurde. Zweiter war Gio Ponti, dritter Twice Over, und sechster Richard`s Kid, die alle in Dubai laufen. Die Gewichte haben sich nicht verändert. Gio Ponti hat Twice Over für meinen Geschmack sicher bis leicht gehalten, und Richard`s Kid hatte dahinter keinen Kontakt zu den beiden.

 

Gitano Hernando hat letztes Jahr die Goodwood Stakes ebenfalls in Santa Anita gewonnen, und war dabei mit Gewichtsvorteil knapp vor Colonel John sowie ebenfalls vor Richard`s Kid. Auch hier nur knapp mit weniger als einer Länge. Gio Ponti und Twice Over waren im Breeders Cup Classic etwa drei Längen vor Colonel John, der gut gelaufen ist und eine ordentliche Meßlatte abgibt.

 

Twice Over war im Sommer in den Prince of Wales Stakes knapp eine Länge von Vision D`Etat geschlagen.

 

Meydan Racecourse Meydan Racecourse

Red Desire hat am 4.3. Gloria de Campeao in Meydan geschlagen, Abstand ¼ Länge. Es sah allerdings sehr druckvoll aus. Gloria de Campeao ist im Sommer in den Arlington Million gelaufen, und war vom Sieger Gio Ponti gute 10 Längen geschlagen.

 

Das sind die Rennen, die für eine Rechnung taugen. Danach hat Gio Ponti ganz leicht die Nase vorn. Er hat drei direkte Konkurrenten geschlagen, und über die anderen Rennen (Twice Over) gerechnet müsste er auch knapp vor Vision D`Etat sein, den ich dicht dahinter sehe. Die Form aus Ascot war schon sehr gut. Dahinter liegt zwischen Twice Over und Gitano Hernando nicht viel, siehe die Rennen gegen Colonel John. Red Desire sah zwar gut aus, aber über Gloria de Campeao gerechnet reicht das nicht aus. Der Rest wäre eine große Überraschung.

 

Alle Favoriten können den Untergrund; einzig Ramon Dominguez auf Gio Ponti könnte wegen mangelnder Erfahrung in Meydan benachteiligt sein. Aber der Mann hat gerade seinen 4.000 Sieger geritten, und das in mit relativ jungen Jahren. An der Ostküste ist er einsame Klasse. Daher mein Tip:

 

Gio Ponti – Vison D`Etat – Twice Over

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Do

25

Mär

2010

Planspiele

 

Es hätte zumindest nichts geschadet, wenn man sich in diese Geschichte in Iffezheim mit eingeschaltete hätte, denn wie immer geht es ums Geld, und da ist ja nun was da. Also, hat man überlegt, einen Teil des Geldes dort zu investieren, um wenigstens eine Minilösung als Einmallösung zu ermöglichen? Was einzelne in der Vergangenheit geschafft haben, sollte zumindest  versucht werden. Aber wie immer fehlt es an Phantasie und am Willen, eine Situation realistisch einzuschätzen. Das betrifft vor allen Dingen die Personen vor Ort, die vor lauter Stolz auf ihre tolle Anlage nicht gerade gehen können. Jetzt tritt genau das ein, was der Prospekt auf Seite 15 eher randständig beschreibt – weitere Rückläufigkeit des Pferdesports und des Wettgeschäfts. Wenn ich das Geschäftsmodell richtig verstanden habe, was nicht zwangsläufig sein muß, dann geht es doch darum, dem Rennsport allgemein wieder auf die Beine zu helfen, wobei diesen Zweck sogar das Mittel schwarze Buchmacherei heiligt.

 

Warum dann nicht das nahe liegende, nämlich eine Übergangslösung für Iffezheim und das Frühjahrsmeeting auf die Beine stellen, ohne Präjudiz für das Verhältnis vis-a-vis Infront&Co.? Damit wäre auch ein  Modell für die Zukunft möglich geworden, nämlich die dringend benötigte zentrale und abgestimmte Vermarktung des Rennsports. Die ist fast wichtiger als diese Beteiligung an Racebets, die den überwiegenden Teil des Kapitals bindet, so daß für andere Aktivitäten, wenig übrig bleibt. Iffezheim wäre eine schöne Möglichkeit gewesen, hier einen Standard zu setzen. Aber leider scheint diese Idee überhaupt nicht ventiliert worden zu sein.

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Mi

24

Mär

2010

Plan B, Teilweiser Wegfall der Geschäftsgrundlage

 

Das Desaster in Iffze war absehbar und ist hier zuverlässig angekündigt worden. Dazu mußte man kein Schwarzseher sein, sondern nur aufmerksam die jeweiligen Statements der Akteure studieren. Die ergaben eine Gemengelage, welche keine Zweifel hinsichtlich des Ergebnis` offen ließen. Aber genauso vorhersehbar wie dieser Crash auf Raten war der damit verbundene Verlust des Flagschiffs für die große German Racing Aktion, die nunmehr ohne Kronjuwel dasteht.

 

Damit ist das ganze Geschäftsmodell zumindest im Moment perdu. Leider taucht dieses Szenario bei den Impresarios nicht einmal als mögliche Situation auf, und noch weniger ein Plan, wie damit nun umzugehen ist. Erniedrigt sich nun der Preis für diese Beteiligung, deren Wertschöpfungsmöglichkeiten immerhin um das gesamte Frühjahrsmeeting vermindert wird? Da möge Herr Niko Lafrentz als Sachwalter unserer Kohle mal Auskunft geben

 

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