DI Blog

Anmerkung: Die in diesem Blog(Autor: Hubertus Schmelz) verfassten Beiträge müßen nicht zwangsläufig die Meinung der weiteren Mitglieder des Stall Tinsdal oder die Meinung anderer Autoren unserer Internetseite wiedergeben.

 


So

05

Feb

2012

Earl of Winds

Selten habe ich mich über ein Ergebnis im Rennsport so gefreut wie heute über das Rennen in Sankt Moritz. Earlymann hat das Rennen gewonnen, sehr unerwartet, obwohl ich gute Dinge aus dem Engadin gehört habe. Es gab 190/33. Ich habe ihn letztes Jahr an den Stall Allegra verkauft, weil die Fahnenstange in Deutschland für einen damals 6. jährigen Wallach mit knapp 80 Kilo zu Ende war, und weil ich wußte, daß die Allegra Leute Pferdeleute sind, und genauso ist es. Phillip Schärer hat Earl of Winds ins Training bekommen, und heute hat er den letztjährigen Sieger im GP von St. Moritz geschlagen, gleich beim Debut. Nun wollen sie im GP 2012, in 14 Tagen, antreten, und wir wollen hinfahren und fliegen. Herr Markus Monstein, der spiritus rector der Veranstaltung Allegra, hat uns keine Wahl gelassen, und was soll man machen? Dabeisein und mitmachen. Dazu haben wir die Tiere.

 

www.stallallegra.ch

 

Gute Adresse.

 

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Sa

28

Jan

2012

Winter

Nix los im Rennsport, dafür im richtigen Leben, und schon ist Sendepause an dieser Stelle. Aber ich lese, daß Kassandro sich wertvolle Gedanken zum Fernseh macht, und durchaus sinnvollere als die BILDZEITUNG, die sogar eine extra Fernsehabteilung in der Nachrichtenabteilung vorhält, gewiss wegen richtiger Einschätzung der Bedürfnisse ihrer Redakteure und Leser. Man stellt sich also vor, daß eine Redaktion Fernseh kuckt, um anderen Fernsehern draußen im Lande an den Bildschirmen hinterher zu erläutern, was alle zusammen in der Ferne gesehen haben. Nämlich nackte Frauen mit kleinen Tieren auf den Brüsten bzw. in den Ohren, dazu eine Hureninvasion in Bremen, der gebeutelten Hansestadt mit der scharmanten Rennbahn im Grünen. Mit den Huren haben sie es ganz enorm bei BILDZEITUNG, wahrscheinlich wegen einschlägiger Erfahrungen der Herausgeberin bzw. des Vorstands und des Scheffredakteurs. HURENALARM wäre auch so ein schönes Kompositum, Aufstand der schönen Huren noch besser, wenn zum Beispiel vorne die schönen Huren mit der ganzen Kraft des schmachtenden Freiers geächtet werden, und sich die hinten im Blatte für teuer Geld annoncierenden Dienstleisterinnen verscheißert vorkommen. Da haben es die süßen Tittenmäuse vorne leichter, die sehen einfach so Scheiße aus. HURE klingt immer sehr wissenschaftlich alttestamentarisch, fachlich korrekt und mit hinreichend ranziger Verachtung des stillen Genießers ausgestattet. Herr Dieckmann würde am liebsten Nutten schreiben, wie auch sein debiler Scheffkommentator, aber solch feine Pinkel wie Frau Friede und Herr Döpfner finden diesen Ausdruck einfach degoutant. Aber so getreulich BILDZEITUNG den Pegel der Kultur hierzulande abbildet, so getreulich drängt es die populären Eliten, mitzutun. Auf der Elbchaussee wetteifern immerhin drei individuelle Superstars um die Krone der Mittuer, eine ehemalige Schwimmerin, ein Fernsehwitzbold, und Felix Magath, den ein unergründlicher deutscher Humor Quälix nennt. Also Herr Magath macht auch mit als Eideshelfer bei dieser Kampagne der Unerschrockenen auf den Litfaßsäulen des Landes, aber wer die Interviews mit ihm im Fernseh erlebt hat weiß, woraus sich dieser humorvolle Mann speist. Nämlich aus dem Willen, komisch zu sein und irgendwie anders. Jedoch, bei BILDZEITUNG geht diese Chose natürlich in die Büx, weil, da ist er in allerbester Gesellschaft des Mainstreams, wie der gebildete Kulturhistoriker sagt.

 

BILDZEITUNG ist gelebte schreckliche Wirklichkeit in diesem unserem Lande. Das macht unfroh, ein Schandfleck im Weichbild des Gemeinwesens.

 

Aber im Rennsport ist Winterpause. Was soll man da groß zu sagen? Erfreulich der heutige Besuch des neuen Trainers beim Pferd, noch erfreulicher der gestrige Anruf des alten Trainers, der munter klang und voller Tatendrang, und dem wir alles Gute wünschen. Wie gesagt, heute reist Paul Harley an mit unserem Freund und bestem Fan Ulli. Durban Thunder freut sich vermutlich auch und sieht allerbestens aus. Hinterher gehen wir in die Kurve am Falkenstein, in die Waldschänke, wo sie bürgerliche Küche mit Bratzmännern und Grünkohl machen, für alle normalen Esser auch in halben Portionen, die eine vierköpfige Familie satt machen. Dann ist Bundesliga, ganz entspannt, weil die Roten gestern ja schon gewonnen haben. In HD, Kassandro, in HD!

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Di

17

Jan

2012

Max Liebermann

Ich weiß nicht, wie viele Kustoden in ihren Fundus mußten oder die Ausstellung geplündert haben, dazu wie viele Private und Händler was gegeben haben, aber am Ende ist die großartigste Ausstellung zusammen gekommen, die ich je gesehen habe. Liebermann in der Hamburger Kunsthalle. Das ist schier unfaßbar, was beisammen ist, hunderte von Bildern und Zeichnungen und Skizzen und Begleitsachen auch anderer Künstler. Es gab schon viele Liebermann Ausstellungen zu bestimmten Themen – am schönsten die mit den Blumen- und Gartensachen seines Hauses in Berlin, vor Jahren im jüdischen Museum in Rendsburg – aber keine jemals, wo so umfänglich und fast alles zu sehen war.

 

Leider paßt der Titel der Schau nicht, „Wegbereiter der Moderne“. Das ist völliger Kokolores. Liebermann als Wegbereiter, egal für was, ist Kokolores, weil Liebermann das Ziel verkörperte, den Endpunkt, eine Singularität der bildenden Kunst, von welcher kein weiterer Weg führt außer zurück. Liebermann war Liebermann. Ein Mann hat Kunst gearbeitet, richtig gearbeitet im Sinne von morgens anfangen und abends aufhören, ein Leben lang, und er hat für Geld gearbeitet und sich was gegönnt dafür. Er hat Auftragsarbeiten gemacht, Portraits, Genrebilder, unprätentiös und quicklebendig, alles ohne goldene Bordüren und Samtkragen. Jede Szene sitzt, die Farben leuchten, die Menschen sind lebendig bei ihren Verrichtungen. Es gibt ein Bild Biergarten irgendwo an der Havel, das lebt so echt, daß man sich sofort dazu setzen möchte, neben den kleinen Hund, der artig auf Happen wartet, die vom Tisch fallen mögen. Es gibt das berühmte Bild aus dem Amsterdamer Altherren Stift, da wünscht man sich, später auch mal bei denen zu landen, es gibt die Bilder von der Feldarbeit, vom Kartoffelsammeln, da wünscht man sich, niemals solche Rückenbrecherarbeit machen zu müssen. Alles echt, nichts getürkt. Sauerbruch, das Portrait, die Messlatte aller Portraits, seine Selbstbildnisse, unbestechlich das fortschreitende Alter dokumentierend. Jacobs Lindenterrasse, die Alster, die Havel, Hollands Küste, der Papageien Mann. Alles da.

 

Die Kunsthalle zeigt auch Schriftwechsel der unappetitlichen Art, zwischen NS Funktionären der lokalen Behörde und beflissenen Kriechern der Kunsthalle, in denen Umfang und Ablauf der Entfernung seiner Werke diskutiert und schlußendlich stolz berichtet wird. Man zeigt einige Werke von Slevogt, Menzel, Corinth etc. Es gibt einen Film über den Maler, mit Originaltönen der Wochenschau aus seinem Mund. Es gibt flankierende Erläuterungen zum Malstil, es gibt Korrespondenzen mit Zeitgenossen. Es gibt sogar ein Bild mit einer Jagdrennszene.

 

Am Ende wird klar, daß dieser Mann besser sehen konnte als jede Kamera, und bessere Bilder aus dem Gesehenen schaffen konnte. Vielleicht der wichtigste bildende Künstler, der je in Deutschland gewirkt hat. Die Ausstellung geht noch bis zum 19. Februar. Hingehen.

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So

15

Jan

2012

Unguided Missile

Herr Göhner und Winrace ist offenbar eine one-way Beziehung; er möchte so gerne zu Diensten sein, aber es funktioniert nicht so recht. Herr Göhner wittert den Braten Geld, und als Dienstleister zieht es ihn naturgemäß an die Quelle. Man muß schließlich von was leben, und weil die Zucht zwar recht gut ist, aber mutmaßlich nicht einträglich, bietet sich der Nebenerwerbsfeierabendwinzer Beruf an. Zumal er seine Dienste auch beim DVR angedient hat, wie er eindrucksvoll mitteilt, jedoch auch in dem Fall ohne Resonanz. Was dem DVR aber schlecht bekommen ist, denn nun muß es büßen für diese krasse Fehlentscheidung. Und also zieht Herr Göhner quasi im Selbstauftrag durch die Lande und die Flure der Behörden und die Zimmer der Politik, die nichts anderes zu tun weiß, als ihn ständig zu bedrängen und zu befragen, was denn da los sei im Sport. Denn, im dritten Leben nach Züchter und Rechtsgelehrter ist Herr Göhner Politiker, also Kumpan dieser Kaste. Allerdings auch dort ohne Mandat, wenn man richtig informiert ist. Nur Mitglied in der CDU, was aber nur ihn und die CDU was angeht, und ansonsten niemanden. Und daraus läßt sich auch kein Mandat ableiten, für den Galoppsport aufzutreten. Also, bei Winrace ist er nicht angedockt, sondern fährt als Putzerfisch mit auf diesem Luxusliner, und juristisch spricht man in dem Fall von aufgedrängter Bereicherung. Beim DVR ist er auch nicht akkreditiert, und Volksvertreter ist er auch nicht.

 

Was will Herr Göhner, fragt man sich, außer persönlichem Wohlergehen? Aus seinen theoretischen Abhandlungen zum Glückspielrecht wird man nicht recht schlau; einiges stimmt, Einzelheiten, aber eine grundsätzliche Bewertung der Arbeit seiner Politikerkollegen findet nicht statt, als da nach meiner bescheidenen Ansicht zunächst als Analyse nötig wäre: Dem Staat das Recht, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, möglichst ungeschmälert zu erhalten. Dieser Obersatz wäre dringend nötig als Erkenntnis und Motivation, der sich alle folgenden Schachtelsätze und Verschränkungen und Verschleierungen in den Texten der beabsichtigten Neufassungen unterordnen. Er vermeidet den Hinweis darauf, daß Steuern, die der Wettbewerb zukünftig zahlen soll, nicht in den Rennsport fließen, sondern in den Staatshaushalt. Es ist schön, wenn eine Quellensteuer erhoben wird, aber was kommt dem Rennsport zugute? Er frohlockt, Racebets könne schon mal die Umzugskartons packen, ab er kommentiert nicht, was das dann für die Rendite für Folgen hat, die diese Beteiligung für den Rennsport erwirtschaftet. Zu schweigen vom Unternehmenswert, den er offenbar in die Tonne treten würde. Blöd nur, daß der Rennsport und viele Kommanditisten aus dem Rennsport möglicherweise durch die Hintertür enteignet würden.

 

Die verschiedenen Entwürfe der beabsichtigten Gesetze sind so unsystematisch und schlecht formuliert, daß jeder sich was Passendes raussuchen kann. Insofern hat er manchmal Recht bei seiner Exegese. Aber des Öfteren nicht. Er macht großes Wasser um das Internet Verbot, schon von daher müsse das RWLG geändert werden, und insofern kann man das nachvollziehen; aber, dazu reichte eine klitzekleine Novellierung des RWLG aus, ein Halbsatz, der Internet ausdrücklich einbezieht. Begründung: Steckte 1922 noch in den Kinderschuhen. Das passiert jeden Tag mit allen möglichen Gesetzen. Dazu braucht man keine 16 Ministerpräsidenten, sondern den Bundestag, spät abends, wenn alle nach Hause wollen oder ins Wirtshaus.

 

Der Mann ist eine Gefahr für den Rennsport, weil er unkontrolliert seine eigene Agenda verfolgt, und niemand genau weiß, was er mit wem in der Politik kungelt. Er macht sich seine Seelenverwandtschaft und seine Beziehungen aus früheren und besseren Zeiten zu Nutze, aber er macht sich nicht für den Rennsport nützlich. Er agiert wie viele Taxifahrer – quasi im halbstaatlichen Selbstauftrag als Hilfsorgan der Polizei unterwegs. Unverfroren im Anspruch, unverschämt gegenüber dem Rest, ins besonders gegenüber dem Präsidenten, dem er nicht ansatzweise das charakterliche und intellektuelle Wasser reichen kann. Der Mann ist eine Unguided Missile.

 

 

 

http://www.gestuet-elsetal.de/politik/stellungnahme-ra-dr-göhner/

 

 

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Mi

11

Jan

2012

Don`t call my heart a Moerdergrube!

Thanks for "invitation"!

I beg your pardon, but I must admit (please excuse my not pc, "typical German" "frank"ness): visiting "the US" is most likely the very last station on the world-map I would aim to. Of course: Alaska, the Black Hills or the Rocky Mountains could be a target, but definitely not NY, LA, ... or even all those bull shit tracks for horse racing in the US ...

Europe is so rich in culture and nature from Compostella to the Ural Mountains and from Sicilia to North Cape and Murmansk - not to mention that wonderful horse racing in Ireland, GB, France on fantastic tracks, that there is no need for me to leave my wonderful home-continent.



Louis may be a nice man if you meet him personally - and I do hope for all of you realising such an appointment with him, he in fact will be. But all that scum he has produced in this very thread for some 6 years by now is no invitation to a good and fruitful conversation. It's just boring and embarressing listen to man who can't differ between self-repeating, stubborn monolog and that welcomed dialog which could inspire some new and good ideas (in all participants of that conversation).

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Mi

11

Jan

2012

Sleepless in Germany

I'm in despair! Who can help me in answering that question which will take my sleep urgently needed:

Is GONE GRAND a "FB type 6.2a" with more than 30 lifetime-starts or something else?

 

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Mo

09

Jan

2012

Der Gastbeitrag. Heute: Herr Tamrat

Ach, Herr Schmelz!

 

Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, ob ich Ihnen antworten soll, denn Kommentator #6 hat natürlich vollkommen Recht! Zudem fehlt Ihrem an mich persönlich gerichteten Beitrag so ziemlich alles, was manchen Ihrer sonstigen Beiträge auszeichnet; ich jedenfalls kann darin nichts Neues, nichts Eminentes, nichteinmal etwas Kurzweiliges ausmachen, nichts als das ewige Hick-Hack, mit dem wir uns nun schon seit einiger Zeit das Leben schwer machen. Wenn ich mich nun doch anschicke, Ihnen zu antworten, dann geschieht das zum Einen aus einem gewissen verbleibenden Respekt Ihnen gegenüber, der es mir verbietet, Sie einfach so stehen zu lassen, zum Anderen weil Sie einige Dinge anführen, die einer Richtigstellung bedürfen und schließlich, weil es vielleicht Gelegenheit zu einer Klärung und damit einer Verbesserung der Atmosphäre bietet.

 

Zunächst zum Rattenfänger: Diese beiläufige Anmerkung von mir erhebt sicher nicht den Anspruch eines vollständig aufgehenden Gleichnisses. Es ist nett von Ihnen, daß Sie nicht so weit gehen wollen, mir in diesem Gleichnis den Platz der Ratte zuzuweisen. Immerhin bieten sich in dem Grimmschen Märchen ja noch andere denkbare Anknüpfungspunkte, so etwa die Bürger der Stadt Hameln, die den Rattenfänger um seinen verdienten Lohn prellten und die Kinder der Stadt, die er aus Rache in die Weser und damit ins Verderben führte. Der einzige Punkt an den ich anzuknüpfen beabsichtigt hatte, ist hingegen das süße Flötenspiel, welches mir als ein Gleichnis dienen sollte, zu Ihren Wortbeiträgen mit denen Sie Ihre Leser in verschiedenen Internetforen über viele Jahre hinweg immer wieder erfreut und beglückt, bisweilen auch aufgerüttelt, angefochten, aber am Ende doch oft eingefangen haben. Ihre Beiträge wurden getragen von einem klaren Flötenton, der an Brillianz, gar gezielter Schärfe wenig vermissen ließ, dem aber auch ein emotionales, ein begeisterndes, mitreißendes, bisweilen sogar warmes wenn auch selten freundliches Timbre innewohnte.

 

Soweit ich Sie mit dem Rattenfänger-Diktum dennoch getroffen haben sollte, entschuldige ich mich hiermit in aller Form dafür!

 

Ihre 'Hervorbringungen' waren in der Tat auch oft "korrekt in der Analyse", gleichwohl war dies aus meiner Sicht keineswegs durchgängig der Fall. Das war auch gar nicht nötig, denn die Internetforen leben ja von der Diskussion, vom Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Grundhaltungen, Einschätzungen und Analysen. Das erste direkte Aufeinandertreffen unserer Diskussionsbeiträge ereignete sich nach meiner Erinnerung ca. 2006 im alten GoL Forum in dem fast schon legendären 'Preußenthread'. Auch dort waren wir keineswegs derselben Meinung auch wenn unsere Grundtendenzen wohl einigermaßen kompatibel waren. Ähnlich verhielt es sich dann über viele Jahre, in denen insbesondere um Fragen der 'Strukturreform' gerungen wurde aber auch manch randständige Themen zum Gegenstand eines durchaus angenehmen und meist respektvollen Austauschs (zumindest was Sie und mich betrifft) wurden.

 

Zum eigentlichen Kernthema 'Galopprennsport' war dabei aus Ihrer Feder über lange Zeit kaum etwas zu lesen, was meinerseits Diskussionsbedarf ausgelöst hätte. Zum Einen gaben Sie bisweilen glänzende Berichte, die ich stets genüßlich verschlungen habe, zum Anderen waren kritische Anmerkungen zu einzelnen Vorgängen ('Hinterhermachen' u.a.) zu lesen, denen aus meiner Sicht wenig hinzuzufügen war. Allein Ihre Ansichten zu einigen Grundprinzipien unseres Sports - etwa zu dem Umstand, daß Preisgelder nicht immer analog zur Leistung vergeben werden, Ihr generelles Befremden darüber, daß es so etwas gibt wie Handicaps - schienen mir teilweise etwas an der Sache vorbeizugehen aber ich empfand es nicht als lohnend, darüber längere Debatten zu führen.

 

Zu Fragen der Zucht war lange Zeit ebenfalls eher wenig von Ihnen zu lesen. Das änderte sich allerdings im Laufe der Jahre gravierend und es kam eine Zeit, als Sie sich ständig auf außerordentlich unqualifizierte - ja, wenn ich es so sagen darf, 'ungezogene' - Weise, zu Wort meldeten, wenn ich mich zu Fragen der Zucht oder der Statistik ausgelassen habe. Es hat Ihnen Freude gemacht, meine Beiträge durch Ihre Einwürfe lächerlich zu machen, ihne jedwede Relevanz und mir jedwede Qualifikation abzusprechen. Ähnlich ging es auch anderen Schreibern, die sich in diesen Themenbereichen zu Wort gemeldet haben. Ihrem wenig erbaulichen Flötenspiel in diesen Rubriken schlossen sich dann bald weitere Zeitgenossen an, so daß schnell ein ganzer Flötenchor entstand, einige dessen exponiertester Solisten sich heute anscheinend hier in Ihrem Blog wieder eingefunden haben. Inhaltlich lohnten diese Beiträge von Ihnen nur selten eine Stellungnahme, gleichwohl haben sie zu einer erheblichen Zermürbung beigetragen (wohl nicht nur bei mir), so daß die ehemals lebhaften Forumsdiskussionen zu Zuchtstrategien, statistischen Methoden, usf. schließlich weitgehend im Sande verliefen.

 

Erstaunlicherweise entdeckten Sie just in diesem Moment, als die Forumsdiskussionen zu den besagten Themen praktisch verstummt waren Ihr eigenes Interesse daran! Kaum zu fassen, aber nach und nach wagten Sie sich mit eigenen Aussagen auf das dünne Eis, die zwar nicht originell, aber nichts destoweniger im Duktus des erfahrenen Fachmanns daherkamen. So erfuhren wir von der wichtigen Rolle, die MR. PROSPECTOR als Speed-Vererber spielt, wurden über die Bedeutung von Gewinnsummenstatistiken aufgeklärt und über das MoR Konzept. Sie gaben sich als intimer Kenner der amerikanischen Fachliteratur und vorausschauender Analytiker wie auch gestrenger Richter der hiesigen Zucht. Mit den Erfolgen Ihrer Starter wurden diese Beiträge immer häufiger, bis man im Herbst des vergangenen Jahres manchmal den Eindruck gewinnen konnte, daß Sie auf eine Karriere als 'Zuchtberater' aspirieren. Da all dies in einem Ton daherkam, der keinen Widerspruch zu dulden schien und ein solcher überdies selten gelohnt hätte, weil Sie kaum darüberhinauskamen, das Offensichtliche zu konstatieren, ist diese Linie von Beiträgen - gottseidank möchte man sagen - mittlerweile wieder eingeschlafen.

 

Was das Datum meines Sinneswandels betrifft, so liegen Sie in mehrfacher Hinsicht daneben, und ich muß mich schon sehr wundern, über Ihr anscheinend lückenhaftes Gedächtnis! Zunächst fand sich unsere Initiative 'Galoppsport-Basis' nicht im Frühjahr 2008 zusammen, sondern erst gegen Ende des selbigen Jahres! Die ersten Mails, die ich bezüglich dieser - anfangs durchaus fruchtbaren - Zusammenarbeit von Ihnen noch in meinem Archiv finde, datieren von November 2008, davor mag es bereits einige Telefongespräche gegeben haben. Ihre zugesagte Teilnahme an einer Arbeitssitzung am 12.12. mußten Sie dann kurzfristig wegen eines familiären Trauerfalls absagen. Gleichwohl hatten Sie an der Erarbeitung des offenen Briefs vom 28.12. erheblichen Anteil, und (wie ich meine wesentliche) Teile dieses Briefes stammen aus Ihrer Feder. Der diesbezügliche Schriftwechsel liegt noch vollständig vor.

 

Die Arbeit unserer Initiative war generell geprägt vom Ringen um das richtige Vorgehen und um die Identifizierung der entscheidenden Punkte und deren Formulierung. Die Meinungsverschiedenheiten, die dabei etwa zwischen Ihnen und mir bestanden haben, waren ganz sicher nicht gravierender als die Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei beliebigen anderen Teilnehmer der Runde. Schon deshalb ist es vollkommen abwegig, wenn Sie heute nicht müde werden mich mit meinen 'Freunden' Linde, Lindner, Richter, Rumstich (Frau Körner wird dabei gern geflissentlich übersehen) in die eine und sich selber in eine ganz andere Ecke zu stellen! Ich möchte dazu ein für alle Mal festhalten, daß mich lediglich mit zwei der genannten Personen eine persönliche Freundschaft verbindet, die übrigen sind Personen aus dem Rennsport, mit denen ich in diesem Zusammenhang zusammengearbeitet habe, denen ich wohlwollend gegenübestehe, mit denen ich aber keineswegs immer gleicher Meinung bin (wobei letzteres natürlich auch für meine Freunde gilt).

 

Allerding haben sich die ganannten 6 Personen (mich selber eingeschlossen) kurz vor Weihnachten zu einem gemeinsamen Vorgehen durchgerungen während Sie es (nach Ihrem eigenen Bekunden wegen inhaltlicher Differenzen, die ich allerdings nie wirklich verstanden habe) vorgezogen haben, den offenen Brief nicht mitzutragen. Das war Ihr gutes Recht und jeder von uns wird dafür Verständnis gehabt haben, denn niemand war mit dem Ergebnis 100% zufrieden! Eine gewisse Enttäuschung, Sie als wichtigen Mitstreiter nicht gewonnen zu haben, mag es gegeben haben, mein persönliches Verhältnis zu Ihnen wurde dadurch hingegen keineswegs getrübt. Im Vorfeld der außerordentlichen Mitgliederversammlung der BV vom 28.2.2009 in Bremen bestand ein wohlwollender Kontakt und die jeweiligen Anträge wurden gegenseitig zur Kenntnis gebracht. Der Versuch einer Abstimmung mißlang zwar insofern, als Sie und Herr Rumstich teilweise sehr ähnliche Anträge vorlegten, auch dies wurde jedoch von niemandem als ein Konflikt betrachtet - warum auch? Zur Auffrischung Ihrer Erinnerung möchte ich zwei Ihrer im Anschluß an die MV entstandenen Beiträge aus dem Galopperforum zitieren:

 

dailyimpact, Sa Feb 28, 2009 20:38:

tapfer und verdienstvoll die herren linde und rumstich, der rest nicht existent.

 

dailyimpact, So März 01, 2009 17:47:

besonders unerfreulich ist die behandlung, die einem engagiertem und bestwilligen und couragiertem mann wie herrn linde von beiden seiten widerfahren ist; seine knapp 100 mitstreiter lassen ihn schnöde im stich, und der vorstand bügelt ihn als rudelleistung erbarmungslos ab. darüber dürfen sich alle schämen, die in eine der beiden kategorien fallen.

 

Also Friede-Freude-Eierkuchen, nichtmal der Anflug eines Zerwürfnisses, wie Sie es nunmehr darzustellen versuchen! Das ging im gesamten Jahr 2009 auch so weiter und zwar ganz speziell auch (so auch im Forum umfänglich nachzulesen) was unsere jeweilige Einschätzungen zu der nunmehr geplanten GmbH&Co KG betrifft, einschließlich "ruchloser eigener Teilnahme", die ich letztlich genauso vollzogen habe, wie Sie! Noch auf der Informationsveranstaltung am 1.11.2009 in Hannover klopften Sie mir auf die Schulter und lobten meine dort vorgebrachten kritischen Fragen, wobei wir uns beide (Sie bereits durch SportWelt-Anzeige aktenkundig, 'meine' Anzeige erschien wenige Tage später) bereits entschieden hatten, trotz erheblicher Bedenken an dieser Unternehmung teilzunehmen - wofür wir im Forum auch gleichermaßen Prügel bezogen.

 

Noch im Frühjahr 2010 haben wir uns freundschaftlich spontan zu einem kleinen Treffen auf der Trainingsanlage in Bremen-Mahndorf verabredet. An dieses Treffen erinnern auch Sie sich genau, befanden Sie es doch kürzlich als notwendig, unser Gespräch bezüglich der von manchen Arbeitsreitern beklagten, vielleicht etwas niedrig geratenen Dachkonstruktion des Trabrings durch den Kakao zu ziehen! Ich erinnere mich auch an andere Gesprächsinhalte, so etwa Ihre sehr farbige Schilderung (nicht nur was die wechselnde Färbung der Kopfhaut Ihres Gesprächspartners betrifft) Ihres Zusammentreffens mit Herrn Ostermann im Chefbüro seines Möbelhauses im Jahre 2008.

 

Auch nach diesem Zusammentreffen haben wir noch ein oder zwei Mal telefoniert, es ging u.a. um die (immernoch sehr unbefriedigende) Besetzung des Beirats der GmbH&Co KG. Rückblickend muß ich allerdings sagen, daß nunmehr ein neuer Ton mitschwang, der sich darin äußerte, daß Sie im Gespräch mit mir andere Teilnehmer unserer Basis-Initiative verächtlich zu machen suchten, etwa in der Weise, daß dieser oder jener doch gänzlich ungeeignet sei für eine Aufgabe (etwa im Beirat) und überhaupt keine Person, mit der man in diesen Zusammenhängen weiterhin zusammenarbeiten solle. Leider gawann ich aus verschiedenen Gesprächen den Eindruck, daß es um Ihre Darstellung meiner Person im Gespräch mit Dritten auch nicht viel besser bestellt sei und hier, genau bei dieser zunächst nur unterschwellig wahrzunehmenden Note und etwa um diese Zeit (Mitte 2010 - also mindestens 2 volle Jahre nach dem von Ihnen vermuteten Zeitpunkt) setzte mein von Ihnen nun beklagter Sinneswandel ein!

 

Damals war ich zunächst überrascht und tat mich schwer, mich von dem Bilde eines integeren, manchmal im Ton etwas ungehobelten, in der Sache jedoch scharf erkennenden, und vor allem unabhängigen, allein der Sache verpflichteten Mannes guten Geschmacks und angenehmer Manieren zu verabschieden.

 

Rückblickend erscheint mir die Sache etwas deutlicher, sogar in einem ziemlich grellen Licht: Nachdem Sie einige Jahre wie ein wilder Pistolenmann herumgeballert hatten, ohne freilich irgendetwas zu erreichen, hatten Sie während der Nachwehen unseres offenen Briefes anscheinend doch Zugang zu den entscheidenden Kreisen gewonnen. Eine wesentliche Rolle wird dabei Ihr Freund Andreas Tiedtke gespielt haben, mit dem Sie befremdlicherweise wohl schon länger eine Art Seelenverwandtschaft verband und dessen Rolle im Kreise der hilflosen Vorstände von BV und DVR nun zunehmend an Bedeutung gewann, dem dabei wohl auch eine gewisse Emanzipation von seinem Ziehvater Ostermann gelang.

 

Als Solist versprach Ihnen nun das zu gelingen, was Ihnen wohl im Konzert mit den Mitstreitern von damals kaum gelungen wäre: Bald schon durften Sie in der Satzungskommission mitreden und haben dort Ihre Bewährungsprobe gegeben, inform einer neuen Satzung, die zwar weder Stellung und Einfluß der einfachen Teilnehmer unserer Veranstaltung auch nur im Geringsten verbessert, noch mehr Transparenz schafft, die aber der Organisation ein agileres Handeln ermöglichen soll, und zwar im Wesentlichen dadurch, daß die Position des Geschäftsführers und damit die Rolle Ihres 'Männerfreundes' Andreas Tiedtke gestärkt wird. Eine öffentliche Debatte über die Satzung fand nicht statt, mein einziger Kommentar dazu wurde von Ihnen abgebügelt und es hatte wohl niemand Lust noch Kraft, sich hier in fruchtlose Grabenkämpfe zu verlieren. Ein Rest Hoffnung blieb (und bleibt?) bestehen, mit Ihnen einen Mann in die inneren Zirkel gebracht zu haben, der am Ende doch klüger und integerer sein könnte als der Rest.

 

Indes ist nicht zu erkennen, daß sich, wie von Ihnen behauptet, das Personal geändert habe. Halm ist weg, aber der hatte ohnehin nie etwas zu sagen, kostete nur Geld und mag mit seiner Unkenntnis die Operationen behindert haben. Der unseelige Herr Ostermann ist immernoch da, und sein ehemaliger Adlatus Tiedtke sitzt nun an der Schaltstelle. Was dort wirklich geschaltet wird entzieht sich weiterhin unserer Kenntnis, weil es mit der damals geforderten und zugesicherte Transparenz bis heute nicht einen Deut weiter gekommen ist. Ein paar Nebenrollen wurden neu besetzt und - das ist vielleicht immernoch die bemerkenswerteste Veränderung: Herr Hubertus Schmelz ist nun dabei, zunächst im Ordnungsausschuß, aber das Leben geht ja weiter ...

 

Die 'Feinde' der Herrschaften in Köln (wenn wir den ganzen widerlichen Klüngel allein der Einfachheit halber mal dort verorten, wohlwissend, daß er sich im Grunde genommen über weite Teile unserer Republik und teilweise bis nach Malta erstreckt) sind nun auch Ihre Feinde. Sie haben es sich anscheinend ganz besonders auf Ihre Fahne geschrieben, hier nichts unversucht zu lassen um diese 'Feinde', seien das nun Rennvereine bzw. deren Vorstände oder auch nur einfache Privatpersonen, die es gelegentlich mal wagen, ihren Mund aufzumachen, öffentlich durch den Dreck zu ziehen. Zum HRC will ich gar nichts weiter sagen, es ist hier alles Nötige gesagt und die Sache geht mich ja - wie Sie richtig bemerken - nur am Rande an. Daß mir allerdings Ihr Herumgehacke auf mir und anderen Personen aus dem Kreise der damaligen Initiative (egal ob es im einzelnen meine Feunde sind) nicht gefällt, dafür werden Sie Verständnis haben! Solange Sie damit nicht aufhören, dabei auch nicht davor zurückschrecken, angebliche Verfehlungen im Geschäftsgebaren dieser Leute öffentlich und bei jeder sich bietenden Gelegenheit anzuprangern, die Sie ebensowenig angehen, wie mich Ihre Geschäfte etwas angehen, werde auch ich mich nicht von meinen gelegentliche Sticheleien abbringen lassen. Wenn Sie daran etwas ändern möchten, lassen Sie es mich wissen!

 

In diesem Sinne, Hals & Bein,

Matthias Tamrat

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So

08

Jan

2012

Sehr geehrter Herr Tamrat!

 

Sie bemühen da halböffentlich ein Bild von mir als Rattenfänger, was gestattet ist. Ist es jedoch sinnvoll? Wenn ich in Ihren Augen der Fänger bin, was sind dann Sie? Doch wohl die Ratte, nicht wahr? Soweit würde ich jedoch nicht gehen. Ich gehe aber soweit, Sie beim Namen zu nennen, denn ich finde es unter unser beider Würde, wenn Sie solche Vergleiche anonym anstellen. Da müssen Sie leider durch.

 

Ansonsten beschreiben Sie durchaus wohlwollend Ihre frühere Einschätzung meiner Hervorbringungen als „korrekt“ in der Analyse. Jetzt aber nicht mehr, wie man bemerkt. Ja, das habe ich bemerkt, wie auch die Einschätzung Ihrer Freunde Rumstich, Linde, Lindner und Richter nicht eben positiv ist. Lassen Sie mich mal das Datum dieses Sinneswandels nennen. Der hat stattgefunden im Frühjahr 2008, und Grund der Abkehr war meine Weigerung, mit Ihnen gemeinsam in die Bütt der Basis Kampagne zu steigen. Dann kam dazu noch meine Beschreibung der gesellschaftsrechtlichen Aspekte der Beteiligungs- GmbH&Co KG nebst Töchtern und nebst sittenwidriger und ruchloser eigener Teilnahme, und schon war`s um mich geschehen.

 

Damit muß ich leben. Kann ich auch. Ich kann auch damit Leben, daß Ihre Kumpels und Sie erhebliche Probleme mit meiner Miniteilnahme an einer Kommission hatten, und offenbar auch an der im Ordnungsausschuß. Ich sage Ihnen dazu folgendes: Einer muß es machen, ich traue mir das zu, und die, die mich gewählt haben, offenbar auch. Es ist damit keinerlei Vergütung irgendeiner Art verbunden. Kein Honorar, keine Aufwandsentschädigung, kein Spritgeld. Auch kein Hermelinmantel oder Heiligenschein, kein güldenes Ringlein. Ich gestehe, daß mich das DVR mal zum Essen in Hannover eingeladen hat, als wir uns in der Satzungskommission getroffen haben. Jedenfalls hat Herr Tiedtke mein Essen und Trinken bezahlt.

 

Also nun, Sie stören sich seitdem gewaltig an einer Haltung, die Sie recht unverhohlen als Verrat an der guten Sache bezeichnen, notabene Ihrer Sache; ein Mann der Basis, der nach oben will und alte Freunde und Prinzipien vergisst. Dazu dann noch dieser ausgeprägte Hang zur Publizistik und ein ordentliches Pferd. Das macht manchem zu schaffen. Aber, Herr Tamrath und Genossen, selbst wenn man das mal als wahr unterstellt, wohin soll man denn sonst wollen in diesem Sport, wenn nicht nach vorne? Wohin wollen Sie denn, wenn ich mal fragen darf, oder Herr Rumstich, oder Herr Linde oder Herr Richter oder sogar Herr Lindner? Wollen Sie nicht auch irgendwie vorne ins Ziel, als Besitzer oder Züchter oder gar nur als Fan? Wollen Sie nicht auch lieber einen Gruppe I Sieger züchten als einen Ausgl. IV zweiten, will Herr Dr. Richter nicht auch lieber selbst erfolgreich züchten als das nur immer den anderen theoretisch vorgaukeln, will Herr Linde nicht doch lieber Qualität züchten als Quantität, und will selbst Herr Lindner nicht lieber richtig züchten statt inaktiv? Und würde nicht Herr Rumstich ganze Magazine Babywäsche eintauschen gegen einen Derbysieger?

 

Sie nehmen sich das Recht raus, Kritik zu üben an den Zuständen, Sie nehmen sich das Recht raus, das alles in Köln zu verorten, und das ist Ihr gutes Recht. Aber ich sehe das mittlerweile etwas anders, weil sich das Personal geändert hat, und auch die Politik. Ich gebe Ihnen ein anschauliches Beispiel: Danedream stand noch nicht wieder in ihrem Kölner Stall, da wußte Ihr Gesinnungsfreund Rumstich bereits, daß die Medienarbeit des DVR unter aller Kanone war. Man kann es auf seiner zu Recht recht unbelebten Website nachlesen. Ich meine, niemals in meiner Erinnerung hat es mehr Trara und Hurra in allen Gazetten und allen Funkkanälen gegeben als zu diesem Ereignis. Gleichwohl ist die Medienarbeit scheiße. Ich finde, Herr Rumstich leidet an Realitätsferne.

 

Hingegen in Hamburg z.B. hat sich das Personal nicht geändert, außer, daß drei relativ junge Leute den Vorstand zwischenzeitlich ernüchtert verlassen haben. Und daher kritisiere ich den Vorstand meines Vereins, weil es ein gemeinnütziger ist und ich Mitglied bin und seit 1973 jedes Jahr Eintritt bezahle, und weil ich da anspanne, so oft es geht. Und weil sich eben nichts geändert hat, und sich die gleichen Fehler nach meiner Ansicht wiederholen. Das ist ja wohl mein gutes Recht, so wie es Ihres ist, mir da nicht zuzustimmen. Obwohl Sie, Herr Tamrath, das glaube ich nicht so gut beurteilen können, bei Lichte besehen sogar überhaupt nicht. Hingegen mein Vereinskamerad Linde nunmehr ein großer Fan vom Vorstand ist, und dessen Wirken vehement verteidigt. Na gut, darf er.

 

Aber egal. Was mir allerdings nicht paßt, ist Ihre Bezeichnung Schädiger des Ansehens des Rennsports. Das, Herr Tamrath, fällt auf Ihre Compagnie zurück, wie auch der wahllose Umgang mit Invektiven wie wirr schwadronierende Chaotenköppe, wie Ihr Zuchtfreund Richter rum zu fuhrwerken beliebt. Sie selbst haben sich vor kurzer Zeit ohne Not und Anlaß mit meinen beruflichen Aktivitäten befasst, und da irrsinnig witzig von einem „Windei der Trottellumme“ gefaselt. Wenn Sie meinen. Ihre Gastgeberin, die reizende Frau Arnold, hat daraufhin sogleich die Äußerungen eines gestörten von Anno Damals ausgegraben, wonach ich pleite sei und von meiner Frau alimentiert würde. Dazu sinnleere Überlegungen zu Diffamierung und Verunglimpfung etc. angestellt.

 

Ich hingegen interessiere mich überhaupt nicht für Aspekte der Dramatis Personae außerhalb des Rennsports, weiß weder, was sie machen, noch was sie verdienen, oder ob sie überhaupt was verdienen. Ich könnte nicht einmal sagen, das ist Herr Dr. Frank Richter, wenn er vor mir stünde, oder auch Herr Maitre, weil ich zum Glück überhaupt nicht weiß, wie die aussehen. Aber wenn Sie meinen, im Dienste der gerechten Sache auch dieses Faß aufmachen zu müssen – spendet nicht in Hamburg, weil DT in Hong Kong verstochen hat – dann müssen Sie das tun. Ich kann Sie nicht hindern.

 

Sie dürfen hier gerne erwidern, ich jedoch nicht da, wo Sie Ihre Rattenfängertheorien zum Besten geben. Daher mache ich das auch hier so ausführlich. Aber immerhin haben Sie auf Ihrer Seite, daß ihr Forum die Standards von Moral und Anstand und Sitte hochhält. Das ist doch ein schönes Gefühl, da im Kreis von gleich gestimmten zu schreiben.

 

Zur teilweisen Versöhnung meinerseits tragen allerdings Ihre richtigen Ansichten zum Fall Batthyany und dergleichen bei. Halten Sie durch.

 

 

Hals&Bein,

 

H.Schmelz

 

 

 

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Fr

06

Jan

2012

Die Freiheiten der Presse

Es geht nicht mehr, wie ein lange vergessener Politiker in der grauen Vorzeit des Internets stöhnte, und da hatte er hellseherische Qualitäten. Es geht wirklich nicht mehr, wie sich die so genannte vierte Gewalt im Staate aufspielt, mit dem Sturmgeschütz der Pressefreiheit BILD an der Spitze der Bewegung, der sich alle alle angeschlossen haben, SZ und Welt und FAZ und Spiegel und alle Regionalblätter plus Deutschlandfunk und wer weiß sonst noch alles. Jetzt muß er büßen, daß er so blöd und eitel war, sich in dieses Amt wählen zu lassen. Gegen den Rath der vierten Gewalt, die Herrn Gauck damals so toll fand, daß eine Auszählung der Stimmen eigentlich nicht mehr zählte, aber leider doch so vorgesehen war im Protokoll. Jedoch, wenn man lange genug wartet, dann findet sich bestimmt irgendwas fitzeliges, und die Nachsuche hat also ergeben, daß sich einer einen Kredit gegönnt hat, und dann noch einen, via Umschuldung. Das muß man sich mal vorstellen, einen Privatkredit, von Frau Geerkens, sagenhaft! Tja, was jedoch daran so unvorstellbar ungehörig war und ist, das ist leider nicht herauszubekommen, zu dumm, und also ist auch das Raunen über Niedersächsische Parlamentariergesetze verstummt, und leider läßt auch der Kredit mit der BaWü Bank nichts kriminelles erkennen, auch blöd, also muß man die Generalklausel des überhaupt völlig unpassenden Verhaltens bemühen und der Ungeschicklichkeit und der Würde des Amtes, um irgendwie doch noch einen Grund zu konstruieren, mit dem man eine Demission rechtfertigen könnte. Wo es doch aber nur um Unbotmäßigkeit gegenüber der Presse geht, nämlich derjenigen, nicht zu Kreuze zu kriechen, sich nicht zum Hanswurst zu machen, nicht jede private Angelegenheit öffentlich zu machen und auf Befehl zu apportieren. Man nennt es Bankgeheimnis und Steuergeheimnis, die Journaille nennt es Quellenschutz, und abgesehen vom Herrn Wulff werden diese hehren Rechtsgüter durchaus hochgehalten und dem Publikum zugestanden, wenn auch nur rudimentär von BILD, welches immer schon einen ganz eigene Auffassung vom Persönlichkeitsschutz der Bürger dieses unseres Landes hatte. Was man an der erstaunlichen Tatsache ersehen kann, daß eine Mailbox Nachricht auf des Herrn Diekmanns Telephon bei der FAZ gelandet ist, und von dort ganz zwanglos den Weg in die angeblich empörte Öffentlichkeit gefunden hat. Und dann geht Herr Wulff her und macht den Herrn Diekmann an, will ihn an dessen grundgesetzlich geschütztem Recht auf freie Berichterstattung hindern, das muß man sich mal vorstellen! Bei jedem anderen Bürger dieses Landes wäre der Rest der Kollegen bravorufend vorstellig geworden, Bravo!, daß endlich mal einer den Mut hat, Herrn Diekmann und seinen unverschämten Spießgesellen im Verlag und in der Redaktion von BILD die Meinung zu geigen. Bravo!, daß endlich mal einer sich nicht alles gefallen läßt. Jetzt aber muß er sich nicht nur diese Behandlung von BILD gefallen lassen, sondern zur Strafe auch von allen anderen.

 

Wenn Wulff irgend jemandem im Zusammenhang mit seinen Amtsgeschäften ungerechtfertigte Vorteile zugeschanzt hat, damals oder heute, dann muß er weg. Aber niemand hat das bis heute vorgetragen. Daher auch die merkwürdige Hin- und Herschieberei des schwarzen Peters, mit einer Forderung nach Rücktritt laut zu werden. Das läßt man vorzugsweise hinterste Hinterbänkler machen, denen man verschwurbelte Äusserungen nahe legt oder abpresst, wie gestern im DLF am Mittag einem Herrn Lotter oder so ähnlich von der FDP, der kaum einen geraden Satz sprechen konnte. Es bleibt daher bis jetzt nichts anderes als eine Kampagne ohne Fundament, eine späte Rache für Frau Merkels Machtpolitik.

 

Eigentlich will ich hier keine rennsportfremden Themen erörtern, aber dieses Thema in all seiner schillernden Dauerberieselung macht mir schwer zu schaffen. Mag sein, ich erlebe die Welt mittlerweile ganz anders als alle anderen, aber so sicher bin ich mir da nicht. Ich finde, daß das ganze eine unglaublich unverschämte Inanspruchnahme der Presse von Werten ist, die hoch gehalten werden sollten, statt marginalisiert. Aber bestimmt nicht so. Was wollen die für Kampagnen fahren, wenn wirklich mal was Wichtiges passiert?

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Do

05

Jan

2012

Ein wirr schwadronierender Chaotenkopp

„ganz zu schweigen von den vielen wirr schwadronierenden Chaotenköppen, die sich aus rational nicht erklärbaren Gründen an der hehren, teuren Vollblutzucht versuchen. Dabei könnten sie den gleichen Spaß viel billiger beim Tauben- und Karnickelzüchten haben. @lindi: Nein, ich bin in keinster Weise beleidigt. Bin ich es nicht, der hier seit Jahren und zum Teil mit erheblichem Aufwand versucht, einmal "Butter bei die Fische" zu tun und zu hinterfragen, ob das, was Schradroneure hier als ihre absolut autoritäre Expertenmeinung, aber selten mit Fakten unterlegt, posaunieren?

 

Nun ist es freilich so gewesen, dass die amerikanischen Fachleute nochmals eine deutliche Aufforderung benötigten.

Nachdem der Kontakt vor einigen Jahren (ca. 2006/2007) aufgebaut und schon damals Einiges an Datenmaterial übermittelt worden war, ist seitdem die Datenmenge im Pool von Mr. Roman & Co. so hinreichend groß geworden, dass man eine besser abgesicherte Klassifikation für Monsun vornehmen konnte. Um 2007 war zugegebenermaßen die Tendenz noch nicht so deutlich hinsichtlich einer sog. "Aptitude". Damals gab es auch noch das Problem: welche oder gar mehrere dt. Sires kommen für eine Qualifikation infrage? - Surumu oder dessen Nachkommen Acatenango und Monsun?

Nach Danedreams Arc habe ich noch einmal bei Mr. Roman den aktuellen Stand in dieser Angelegenheit erfragt. Just zu diesem Zeitpunkt war ich auf dem Tripp: jetzt ist aber endlich SURUMU dran - siehe die Millionärs-Rangliste bei http://www.galopp-sieger.de, wo Surumu in fast allen in GER gezogenen Millionären weit vorne drin ist und die Amerikaner ja solche Gewinnsummen-Statistiken bevorzugen. Dann kam innerhalb weniger Tage die Antwort von Mr. Roman: Ja, wir nehmen MONSUN auf!

Wäre SURUMU als "C"- oder "S"-Sire bereits in der Klassifikation enthalten gewesen (was m. E. nicht verkehrt gewesen wäre), so hätte MONSUN evtl. eine andere oder eine ungeteilte "Aptitude"-Zuordnung bekommen.

Wer diese Arabeske der Story nicht glauben mag: zur Not kann ich als Beweis den EMail-Schriftwechsel offenlegen.

Ich habe seinerzeit bewusst nicht posauniert (vom unbeachteten Wikipedia-Nachtrag abgesehen), wollte einfach mal sehen wie lange es dauert bis bei unseren
Insidern der Groschen fällt.

Man sieht: deren Mühlen mahlen langsam. Quod est demonstrandum.“

 

Oha, da sind einige Tassen perdu im Hirn, dem erweichten. So spricht der Einsame Rufer in der Wüste zur Fata Morgana des Morgens, zur selbst Aufmunterung, während das Wetter unverändert sonnig und klar ist. Es muß die Hitze des Eifers des Gefechts sein, die Dr. Frank „Parlo“ Richter zu schaffen macht, des Gefechts mit den wirr schwadronierenden Chaotenköppen. Und das sind nur die Leute, die unbesehen vor sich hin züchten, einfach so, ohne Bezug zu seinen Kathedralen des Geistes, an denen er seit Dezennien bosselt und werkelt, wartet nur ab, ihr Ungläubigen! Einmal, an anderer Stelle, verrät er verschmitzt, daß er mit einem Manne heimlich still und leise Umgang pflegt, telegraphisch, nach Amerika hin, und zwar dem Erfinder der Chef de Race Register. Ha! Er also quasi der Europa Korrespondent dieses Publizisten ist. Man kann das oben lesen. Es ist ein Jammer. Soll ich zum Beweis den E-mail Schriftwechsel erbitten? Nein, das wäre des Guten zuviel, das ginge in den Bereich der Paralleluniversen, da gibt es dann womöglich kein Entkommen mehr und kein Zurück, wie bei einem anständigen Schwarzen Loch. Vielleicht geht dahinter das ewige Licht der Vollblutzucht an, möglicherweise, aber die Angst ist groß, daß da nur Schwärze und Ödnis ist. Erstaunlich, daß trotzdem diese Informationsfragmente durch den Ereignishorizont dringen, aber das ist wohl nur das Grundrauschen der Strahlung nach Bekenstein.

 

Bemerkenswert aber wie stets die amorphe Truppe der wirr schwadronierenden Chaotenköppe (eine ganz reizende Charakterisierung!), die nicht weiter namentlich gemacht wird, sondern wie immer anonym durch die Zeilen weht, als Ghostriders und mobile Feindbilder, an denen der Gesalbte seine Streitschriften festmachen kann. Sogar Lindi leidet jedoch und auch Experte, wie mir Sanitäter berichten, an den wüsten Fuchteleien des Mannes, und das will wahrhaftig was heißen!

 

Er wollte nur mal sehen, wie lange der Groschen braucht, um bei den Insidern zu fallen. Nun ja, was soll man sagen. Monsun fing glaube ich schon recht teuer an, und zwischenzeitlich gings ganz gut ab mit der Decktaxe, in den sechsstelligen Bereich, zu D-Mark Zeiten. Tja, da war er schneller, der flinke Denker. Hatte nur nicht die nötige Kohle, aber wenn, meine Herren, was hätte der gezüchtet!

 

 

 

 

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Di

03

Jan

2012

Auf der Terrasse servieren wir nur Kännchen!

"Ja sind wir denn hier im Zirkus ?

Wir sind hier im Galopperforum, Seriosität sollte jeder akzeptieren.
Was haben wir mit dem Spaßforum einer wilden Quertreibertruppe
hier in Amelie´s Galopperforum zu tun.? Wer als Wanderarbeiter im
Forumstourismus auftreten will, sollte zumindest Respekt und Moral
einbringen, aber nicht den polternden Löschungsaspiranten hier ab-
geben. Egal ,ob DI oder Schmelz oder vondito oder was auch immer,
es gibt genug Rennsportfreunde, die diesen niederen Gang nicht gehen
mögen.
Einen guten Rutsch und neue seriöse Vorsätze für 2012 und viel Spaß
und gute Laune im GALOPPER-FORUM....und viel Glück 2012 !
Gruß
Fortunaking"

 

Einer steht für viele, die virtuell die Hände ringen oder aufrechten Ganges in Tischkanten beißen. Man kann das nicht nachahmen, weil diese Bemerkungen durchdrungen sind, fast möchte man sagen beseelt, vom guten Geist des Anstands und der billigen Gerechtigkeit. Klopffeste Seriosität tropft aus allen Löchern, durchweht alle diese guten Geister, die nichts Böses im Schilde führen, sondern brav im Wingert des Herrn ihre Frohn verrichten. Lindi macht sich offenbar wieder verstärkt Gedanken, zu Hubertus Schmelz, Durban Thunder, Hong Kong, dem Derby Meeting, zur Züchterumfrage, zu Monsun als Chef de Race, Parlo macht sich idem Gedanken, schon zuständigkeitshalber und aus Kompetenzgründen auch zu den Problemen des Rennsports und dem Derbymeeting, sogar Experte tut wieder mit, Manto sowieso, nicht wahr, alle alle sind am diskutieren und disputieren, und es ist bestimmt am besten, man weiß gar nicht, was genau so zum Besten gegeben wird. Leider macht sich Herr von Blücher rar, der gute Mann, so daß Sorge aufkommt, ob denn alles im Lot ist beim Zinnsoldaten aus eigenen Gnaden. Auch Volker Linde glüht nur noch selten auf, manchmal hier, wenn es um seinen geliebten Heimatverein geht, dessen Vorstand er sich seelenverwandt fühlt seit jenem legendären Grünkohlessen mit Schweinebacke, wobei ihm dann und wann Experte zu Hilfe eilt, der ebenfalls ein Mann des Vereinswesens ist, schon aus Prinzip und Sicherheitsgründen. Ein anderer Mann möchte auch endlich mal gewürdigt werden, und 2012 ist es soweit: Maitre, der sagenumwobene Kenner der Materie, den laut Frau Amlie1 jedermann kennt, quasi ein bunter Hund in diesem Bestiarium der intimen Freunde des Themas Rennsport. Also bitte, auch Sie haben mächtig was drauf, Herr Maitre, wovon schon ihr Nome de Plume Zeugnis ablegt. Meisterhaft, möchte man sagen.

 

Und der Humor kommt stets zu seinem Recht. Soviel steht mal fest. Der Schutzpatron der Veranstaltung heißt Schalk, sein Partner Schelm. Beide führen ein strammes Regiment, wie man exemplarisch an obigem Originalzitat ablesen kann. Denn siehe, über jeder Argumentationsebene thront noch eine Metaebene, die oft mit kleinen Männchen akzentuiert wird, damit es keiner übersehe, also den feinen Witz, der sich hinter dem Ernst verbirgt. Aber in Wirklichkeit ist der Ernst der Witz, die Anstrengung, witzig zu sein. Mehr Witz ist da nicht, aber dieser Witz reicht auch völlig aus. Dieser Witz wird gearbeitet, mit Schweiß auf der Denkerstirn, aber es lohnt sich, wie man an der Hervorbringungen eines Herrn Parlo oder eines Generalfeldmarschalls ersehen kann. Da sitzt jedes krumme Bild, jeder schiefe Vergleich, jede abstruse Anspielung. GAG 100 haben sich beide redlich verdient, und das über Jahre. Der oben Zitierte ist da noch im besseren Ausgleich zugange, aber die Form steht bombenfest, und wer weiß, vielleicht ist noch ein Schnaps mehr drin. Allerdings könnte das zunehmende Alter davor sein. Abwarten. Hingegen ein krasser Fall von Klasse B Lindi ist, trotz aller ehrlichen Anstrengung. Ich schätze, der würde im Ausgl. IV +12 mit 50 Kilo unterwegs sein. Manchmal drängt sich der Verdacht von Doping auf, verbotenen Hilfsmitteln, aber das macht den Fall nur noch schlimmer. Ich weiß, wovon ich spreche, ich bin da Experte.

 

So, ich hoffe nun, dem Forum gegenüber Gerechtigkeit walten gelassen zu haben, seinen Bewohnern und Spaßmachern, der ganzen Truppe. Wenn es diese Leute nicht gäbe, man müßte sie glatt erfinden. Sie stellen das Rückrat dar dieses unseres Sports, das Salz in der Suppe, the icing on the cake. Und, sie erwarten natürlich meine Beschäftigung mit ihnen, denn nur dann werden sie überhaupt wahrgenommen. Es ist mir insofern ein Vergnügen und dafür nich. 

 

Zum Beschluß noch ein abrundendes Beispiel, geangelt aus dem Dorfteich des Forums, aus welchem sonst nur alte Stiefel und leere Konservenbüchsen mit Fischskeletten auftauchen. Haben Sie bitte Spaß!

 

 

Gebt diesem famosen Smarty mit den globalen Connections, der momentan an fernem Gestade schmachtet, endlich eine führende Aufgabe im dt. Galopprennsport!

Denn dieser Sport liebt die charmanten Schwadroneure, die stets ihre Versprechen halten, und bedenket, wie viele neue Fans der Galopprennsport allein aus dem Kreis von Gutties immer noch gläubigen Anhängern gewinnen wird!

Dieses Marktpotenzial gilt es umgehend zu aktivieren! Wo ist denn das Problem, Sportkameraden mit dem großen strategischen Weitblick?


[Disclaimer für die Doofen: Dies ist Satire! "But - nothing is impossible!", said the pessimist.]


 

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Mo

02

Jan

2012

Demented but Determined *

Inklusive Anhang sind es 31 Seiten. Titel:

 

Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag Erster GlüÄndStV.

 

Glückauf Gluckgluck. Was folgt, ist eine Marter und Folter ohne Beispiel, ein Gestrüpp von unsystematischen und sprachlichen und methodischen und moralischen Katastrophen, eine unverschämte Leistung der Legislative, die der Judikative jetzt schon Angst und Schrecken einjagen dürfte. Wenn das denn jemals Gesetz werden wird, was Brüssel voraussichtlich verhindern wird. Das haben sich keine Juristen ausgedacht, sondern Politiker, und die Juristen mussten hinschreiben, was die Auftraggeber wollten.

 

Die Präambel zeichnet heuchlerisch das Bild eines um das Wohlergehen seiner Bürger besorgten Gesetzgebers, der die Entstehung von Glückspielsucht und Wettsucht bekämpfen will, und dieses Mantra zieht sich an allen möglichen und unmöglichen Stellen dieses Textes als Running Gag durch das Thema, ganz so, als wolle man einem debilen Leser versichern, immer wieder, worum es ginge, als wenn der das nicht wüsste, vom ersten gelogenen Satz an, denn es geht den Autoren Ministerpräsidenten ja nur um eines, ihre Kohle. Als wenn in Brüssel und sonst wo das lesende Publikum nicht lesen könnte, als wenn da lauter Troglodyten am Werke wären.

 

Sodann die Legaldefinition macht staunen:

 

„Ein Glückspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Die Entscheidung über den Gewinn hängt in jedem Fall vom Zufall ab, wenn dafür der ungewisse Eintritt oder Ausgang zukünftiger Ereignisse maßgeblich ist. Wetten gegen Entgelt auf den Eintritt oder Ausgang eines zukünftigen Ereignisses sind Glückspiele. „

 

Hört hört!  Das wird man in den Derivate Abteilungen von Banken und Börsen und Versicherungen gern hören, das sind ganz neue Einsichten in die Welt, das wirft ganz neue Fragen auf hinsichtlich der Regulierung und Administration und Besteuerung.

 

Was folgt, ist der immerwährende Versuch, dem Wettbewerb des staatlichen Monopols alle denkbaren Knüppel zwischen die Beine zu werfen, irrsinnige Anforderungen an Kapital und Logistik und Transparenz, und wo das nicht mehr hilft, als Generalklausel Ermessenspielraum, die Wunderwaffe der Macht. Gutenberg hat den Leuten nur frech was vorgelogen, am Ende aber ohne ernsthafte Folgen für das Gemeinwesen. Diese Leute setzen neue Standards der Verlogenheit und der Durchsetzung von Partikularinteressen, und daß das die des Staates sind, macht es nicht besser. Unsere Kinder werden später mal staunen, was in der Demokratie so alles möglich war.

 

Ohne perspektivische Polemik stellt das ganze Werk eine zerklüftete Landschaft ohne Systematik dar, der immerwährende Versuch, drei Löcher in der Argumentation mit dem Inhalt von 4 neuen Löchern zu füllen. Und weil das schlechte Gewissen zumindest bei den Schlußredakteuren durchscheint, wird allerorten auf die Präambel mit dem hehren Schutzzweck verwiesen und darauf Bezug genommen. So kommt ein Monstrum zustande, welches immer mehr in die Wirrnis und Irrnis von administrativer Bauernschläue führt, hier ein Kringel, dort eine Vorschrift, noch eine Zulassungsvoraussetzung, noch eine Prüfung, noch ein Querverweis, bis der Kopf raucht und die Lider schwer sind. Wer sich nach diesem Gesetz um eine Lizenz bemüht, muß hart gesotten sein, am besten Bananenrepubliken gestählt, mit enorm viel Duldsamkeit und Kohle und Beharrungsvermögen ausgestattet. Die meisten werden stranden.

 

Aber dieser Text Erster GlüÄndStV wird vermutlich auch stranden, nämlich in Brüssel.

 

 

 

 

http://www.schleswig-holstein.de/cae/servlet/contentblob/1047326/publicationFile/1_Gluecksspielaenderungsstaatsvertrag.pdf

 

 

 

*  regelmäßige Leser werden bemerkt haben, daß ich dann und wann merkwürdige englische Sentenzen einflechte in die Texte, in dem Fall sogar als Überschrift. Ich reklamiere die nicht als Eigenleistung, sondern verweise auf die Namen von Raumschiffen resp. Minds, die Iain Banks in seinen Culture Romanen vergeben hat. Es gibt eine einschlägige Liste KASSANDRO AUFGEPAßT bei Wikipeda, die hier einzusehen ist:

 

 

  http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_ships_(The_Culture)

 

Die Bücher sind sämtlich große Klasse, wie die Namen bzw. die Minds.

 

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Fr

30

Dez

2011

Austrudeln

Wer sich mal ausführlich mit den Problemen des HRC und dem Verhältnis zur Freien und Hansestadt Hamburg beschäftigen will, der sollte sich die Mühe machen, die Senatsdrucksache 18/7189 vom 31.10.2007 zu lesen. Das mag etwas her sein, aber es beleuchtet die Argumente der jeweiligen Parteien und des HRC exemplarisch. Besonders die Anmerkungen zu den Begründungen mit dem schlechtem Wetter, die bereits vor dem Wetter vorgetragen wurden, sowie die Problematik der Subventionierung von Preisgeldern, sind alarmierend. Heute ist der Senat SPD dominiert, und man kann sich vorstellen, wie die nunmehr mit dem Thema umgeht.

 

http://ladico.de/download/drucksachen/ds18-7189.pdf

 

In diesem ZUsammenhang taucht immer wieder das Gespenst der Doppelrennbahn auf, welche angeblich kurz vor der Realisierung steht, und dann ist alles gut auf einmal. Wer die Diskussionen in der Stadt verfolgt, weiß folgendes: es gibt drei Projekte, die in unmittelbarem Zusammenhang stehen, und zwar in der Reihenfolge der Dringlichkeit uns Abhängigkeit  - 1. die Überdeckelung der A7 hinter Othmarschen, 2. der mögliche Verkauf des Geländes der Trabrennbahn, 3. die Doppelrennbahn. Prioritiät hat der Deckel, der eine Baumaßnahme zum Lärmschutz der Anwohner darstellt, und die Stadt Hamburg nach heutigem Stand um und bei 200 Millionen kosten wird. Am Ende wahrscheinlich mehr. Zweiter Kostenträger ist der Bund als Betreiber der Autobahnen. Wo sollen diese Gelder herkommen? Bahrenfeld bietet sich an. Der Mietvertrag mit der HTZ ist jeweils zum Jahresende kündbar, jedoch ist unklar, wieviel man für das attraktive Gelände erlösen kann. Wer soll es kaufen? Günther Herz hat angeblich Interesse bekundet. Dann soll aus Teilen des Erlös` der Hamburger Teil der Doppelrennbahn finanziert werden, was bei v.Beust mal auf 30 Millionen beziffert wurde. Der Rest, sagen wir mal das doppelte, muß privat her. Dazu muß noch ein Betreiber gefunden werden.

 

"Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 20. Wahlperiode Drucksache 20/349

 

7. Plant der Senat, die Fläche der Trabrennbahn Bahrenfeld zu veräußern

und den Erlös daraus zur Refinanzierung des Deckels zu nutzen?

Wenn ja, in welcher Höhe?

Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen.

8. Wann endet die Vertragslaufzeit für die Trabrennbahn mit dem derzeitigen

Pächter, dem Verein HTZ Hamburger Trab-Zentrum e.V.?

Die Festlaufzeit des Mietvertrages mit dem Hamburger Trab-Zentrum e.V. endete am

31. Dezember 2010. Der zurzeit auf unbestimmte Zeit laufende Mietvertrag kann mit

einer Frist von sechs Monaten zum 31. Dezember jeden Jahres gekündigt werden.

9. Wo würde bei einem Verkauf der Flächen ein Ersatz für die Trabrennbahn

entstehen? Was würde dieser kosten?

Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen."

 

Wer die Verhältnisse in Hamburg kennt, in Zeiten kanpper Kassen und Elbphilarmonie und verwahrloster Infrastruktur und teilweise schändlichen Lebensbedingungen für viele Bürger der Stadt, der kann sich an allen zehn Fingern ausrechnen, wie dringend die Doppelrennbahn ins Weichbild der Stadtpolitik paßt. Nämlich überhaupt nicht. Was ginge, wäre eine Grundsanierung des Geländes, um diese kostenintensive Spielerei halbwegs zu begründen.  Und dazu müßte der HRC sehr deutlich sein Selbstverständnis ändern, weg vom Image des hochmögenden Quasiadels, hin zu Volkstümlichkeit und echter Kultur für Alle.

 

Alles wird also davon abhängen, ob der Deckel gebaut wird, und wie der Bau finanziert wird. Bahrenfeld gehört zur Manövriermasse, Herz zu den möglichen Käufern. Ob es die Traber am Ende noch gibt, wer weiß. Ob die dann, mittels Herz, nach Horn wollen, wer weiß. Ob die Stadt Hamburg mit in die Bütt geht, wer weiß. Eins steht jedoch fest, der HRC hat keinerlei Mittel, irgendeine aktive Rolle in diesem Spiel zu spielen. Der HRC ist das Nesthäkchen.

 

Ansonsten lesen wir von der Personalie des Herrn Spies, der bei Lotto Hamburg als GF abgesetzt wurde. Ob das Auswirkungen auf die Sponsorship von Lotto beim HRC hat, läßt sich schwer abschätzen, aber Herr Spies war dem Derby zugetan. Man wäre froh, wenn sich nichts änderte, um es vorsichtig zu formulieren.

 

Wettannahme Albers GmbH hat Mitte Dezember Insolvenzantrag beim AG Hannover gestellt; zur Verwalterin ist RAin Schwarz aus Hannover bestellt worden. Eines ist sicher, nämlich, daß das Haus Albers keine Extramillionen gescheffelt, sondern sich höchstwahrscheinlich bei den Erwartungen hinsichtlich der Marktentwicklung verkalkuliert hat. Dazu eine Situation auf dem Markt, die von Kannibalisierung geprägt ist statt von Brutto Wachstum, und schon geht es nicht mehr weiter. Vielleicht haben auch die vielen Prozesse, die das Haus ständig an allen Fronten führt, zu viel Geld gekostet. So ist die Privatwirtschaft.

 

Das ist kein Anlass zum Frohlocken, aber auch nicht zur Trauer, denn das Haus Albers verdankt dem Rennsport gewiss mehr als der dem Haus Albers, auch wenn die Herren bei der Wettannahme das womöglich anders sehen. Mal sehen, ob es weiter geht. Kundengelder sollen angeblich durch eine Art Sicherungsfond garantiert und somit nicht in Gefahr sein.

 

Guten Rutsch oder guten Übergang, wie man sehr mehrdeutig in Warendorf sagt. Ach ja, allen Beteiligten und Freuden und Fans und sonst wie Interessierten Hals&Bein in 2012. Mögen Roß und Reiter stets gesund zurück kommen.

 

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Mi

28

Dez

2011

Sehr geehrter Herr Linde!

„Herr Schmelz schlägt vor, die Nenngelder zu erhöhen, dafür aber die Transportkosten, Züchterprämien und Rennpreise zu senken. Herr Matthiessen zeigt Herrn Schmelz auf, dass eine Senkung der Rennpreise keine große Ersparnis bringen würde, da bei einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro 500.000 Euro der Rennpreise auf das Derby und etwa weitere 400.000 Euro auf die Rennpreise in unseren Gruppe- und Listenrennen entfallen, die nicht veränderbar sind . Es verbleiben knapp 600.000 Euro für die übrigen „normalen“ Rennen. Eine Senkung um zehn Prozent bedeute lediglich eine Ersparnis von 60.000,00 Euro. Herr Linde rät von dieser Sparmaßnahme ab, da die Derbywoche mit Startern ausgelastet sein muss. Vielmehr sollte seiner Meinung nach daran gearbeitet werden, mehr Zuschauer auf die Bahn zu bekommen, weil dies eine Steigerung der Eintrittsgelder und eine Erhöhung des Wettumsatzes nach sich ziehen würde. Herr Wahler stimmt Herrn Linde zu und überlegt, den freien Eintritt mehr zu fördern.

 

Weitere Themenrenntage Arbeitsgruppe Werbung mit H. Schmelz und R. Perleberg. Diese Gruppe soll noch erweitert werden. Themen: mehr Werbung im Vorfeld, insbesondere beim Spring- und Dressurderby und verschiedenen Reitturnieren NDR Das – „rotes Sofa“ direkt auf der Rennbahn Fuballspiel mit den Hamburger Sportjournalisten im Vorfeld Regelmäßigere Rundschreiben an die Mitglieder Herr Wahler bittet um interne Koordinierung eines ersten Treffens vor der nächsten Arbeitskreissitzung.“

 

Soweit das Protokoll des Treffens vom 21.11.2011. Nächstes Treffen war dann am 15.12., zu welchem ich nicht konnte. Aber so war das, Herr Linde. Damit die Historie richtig ist. Eine interne Koordinierung dieser Werbetruppe hat im Übrigen nicht stattgefunden, jedenfalls ist mir nichts davon bekannt. Man sieht, daß die Erinnerung bei einigen oft vom Willen gesteuert wird, der sich irgendwie Bahn bricht. Es zeigt sich auch die Widersinnigkeit der Argumentation, wonach bei einem Defizit von 100.000 immerhin 60.000 nichts bringen, dazu noch die vorgeschlagenen Kürzungen der Transportkostenbeihilfe bzw. Anhebung der Nenngelder. Bringt nichts? Wie will man mit solchen Rechenkünstlern sinnvoll debattieren? Aber es geht dem Vorstand erkennbar nicht um Kostenersparnis, sondern um Cash, also Flow, weil nur die bei der Bank ankommen und vorgaukeln, alles wäre in Butter.

 

Und was die Werbung anlangt, diejenige im Abendblatt war expressis verbis nicht Gegenstand dieser Arbeitsgruppe, weil vom Vorstand überhaupt nicht zur allgemeinen Diskussion freigegeben. Denn so was macht er traditionell allein. Wie auch nur der Vorstand im Vorwege von der Abendblattaktion Wind bekommt, nicht aber einzelnen Mitglieder. Wenn er denn will, wenn er auf der Liste steht. Vielleicht ist er sogar angesprochen worden, und hat dankend abgelehnt?

 

Man sieht, Herr Linde, es ist gar nicht so einfach, redlich zu argumentieren.

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Mo

26

Dez

2011

Sommerspiele in the City

HAMBURGER SPORTSOMMER

 

 

Haspa Marathon Hamburg                                                        29.April 2012

www.haspa-marathon-hamburg.de

 

Deutsches Spring- und Dressur-Derby                              17.-20.Mai 2012

www.engarde.de

 

Bet-at-home Open German Tennis Championship          14.-22.Juli 2012

www.bet-at-home-open.de

 

Dextro Energy Triathlon Hamburg                                      21.-22. Juli 2012

www.hamburg-triathlon.org

 

Vattenfall Cyclassics                                                              19. August 2012

www.vattenfall-cyclassics.de 

 

 

 

Wie schafft man es zuverlässig, sich außerhalb der Gemeinschaft Hamburger Sportvereine und Veranstaltungen aufzuhalten? Ganz einfach, in dem man sich nicht mit denen gemein macht. Der HRC macht das wie immer gekonnt. Man findet da in der Weihnachstausgabe 24.-26. Dezember 2011 im Abendblatt eine großformatige Anzeige, in welcher die Sporthöhepunkte des kommenden Sommers in der Stadt annonciert werden, also die üblichen Sachen inkl. Springderby in Flottbek. Nicht zu den Hamburger Sommersporthöhepunkten 2012 zählt das Galopp Derby. Es ist wie immer, eine groteske Fehlleistung der Vereinsführung, und ich wette einen Hosenknopf, daß man dafür wie stets eine wohlbegründete Erläuterung parat hat, mutmaßlich durch Herrn Matthiessen atemlos vorgetragen. Das Wetter, die PMU, der Senat, die Traber, Köln. Oder alles zusammen, damit es besser hält. Diese Absenzen und Entfernungen vom Rest der Welt sind es, die den Fall der Vereinsführung seit Jahren so hoffnungslos machen, diese stolz vorgetragen Negierung des Internets als Quelle der Information und des Austauschs von Gedanken und Informationen, diese völlige Abkoppelung von allen anderen Spielern auf dem Markt. Schlagermove, Triathlon, Marathon, nie gehört, daß die stattfinden. Harley Days, was ist das? Nur der Popanz Fußball wird wie eine Monstranz vorgezeigt, immer und ewig, als vorauseilende Erklärung, warum es auch dieses mal nichts wurde mit der Prognose. Aber Public Viewing kommt nicht in Frage, unter keinen Umständen!

 

Ob die Erwähnung in dieser Anzeige mehr Leute auf die Bahn holen würde, sei mal dahin gestellt. Es geht hier mehr um die Attitüde, die fast schon Programm ist, und die parallel die generelle Vernachlässigung des Hamburger Publikums zum Gegenstand hat, welches jahrelang nicht richtig angesprochen und umworben wurde. Dazu aktives Vergraulen eines der wenigen aktiven Werbeträger, und schon wundert sich die Vereinsführung, daß zum Derby nur noch 12.000 kommen, statt wie früher 40.-50.000, und daß Eintrittsgelderlöse fehlen, und daß der Bahnumsatz im Arsch ist. Das sind hausgemachte Probleme, die der HRC selbst zu vertreten hat, und für die er niemand in die Haftung nehmen kann. Jahrelang wurde der Popanz dieser Doppelrennbahn instrumentalisiert, um die Versäumnisse an anderer Stelle zu kaschieren, aber die Finanzierung dieser Chimäre ist völlig außerhalb der Möglichkeiten des HRC, und selbst der Schulterschluß mit den so genannten Trabern, in Wirklichkeit aber mit der Familie Herz, ist eine Illusion. Die seit Jahren beschworen, aber nicht gelebt wird.

 

Die Welt ist über den HRC hinweggegangen, seit Jahren gammelt der Verein unter einer Käseglocke miefig vor sich hin. Vereinsleben findet nicht statt, Informationen zu den Finanzen müssen dem Vorstand wie Würmer aus der Nase gezogen werden, Hilfe wird zwar verbal angefordert, aber nicht angemessen berücksichtigt bzw. gewürdigt. Der Hamburger Sportvereinsrenntag letztes Jahr, von einem rührigen Vereinsmitglied unter großen persönlichen Mühen arrangiert, wurde vom Vorstand weitgehend ignoriert. Wegfall der Zelte wird als große Leistung reklamiert, wird aber seit Jahren von Mitgliedern und Publikum gefordert, dito Siegerehrung am alten Platz. Die Liste ist lang.

 

Und so schließt sich der Kreis jedes Jahr aufs Neu; der Vorstand des HRC begreift sich und den Verein nicht als Teil der Hamburger Sport Szene, sondern brät einsam seine virtuellen Extrawürste. Leider wollen immer weniger Feinschmecker an diesem Festschmaus teilhaben.

 

PS: Über Kauto Star ist alles geschrieben worden, was im Zusammenhang mit seiner 5. King George VI Chase zu schreiben war. Einmalig. Oben drauf saß Ruby Walsh, und was der geritten hat, war auch einmalig. Wie auf rohen Eiern fällt mir dazu ein, ein Ritt von delikater Finesse und großer Sensibilität. Einen gereiften Künstler wie Kauto Star kann man zu nichts zwingen, höchstens zu Fehlern. Den muß man einfach machen lassen, mit klitzekleiner und fast unsichtbarer Unterstützung. Große Sattelkunst, um diesen viel zu oft bemühten Euphemismus auch mal zu gebrauchen.

 

 

 

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Fr

23

Dez

2011

Wichtiger Sicherheitshinweis!

Immer wieder tauchen in den Kommentaren Formulierungen auf, die nicht das allergeringste mit einer seriösen Auseinandersetzung mit dem Thema oder mit anderen Kombattanten zu tun haben. Das paßt mir nicht. Insbesonders Hinweise auf vermeintliche körperliche Defizite oder Neigungen haben hier nichts zu suchen, auch wenn es einige Leute brennend interessiert bzw. beschäftigt. Man kann hart in der Sache diskutieren, aber diese ewigen Anspielungen der weiter unten beschriebenen Art hängen mir zum Halse raus. Das hat leider Methode in anonymen Debattierzirkeln, wobei besonders dünne Leute gerne auf diesen Umstand hinweisen und damit positive Charakterzüge verbinden, die sie wiederum bei nicht so dünnen Leuten vermissen, und das als Argument in der Debatte auch gerne vortragen. Solche Ansichten hat es bereits bei Adolf gegeben, in extremer Form, was aber die kleingeistige Sorte hier nicht besser macht. Im Forum der Frau Amelie hat diese Form der Debatte Tradition – hervorragend durch Herrn Parlo präsentiert, der gerne Dünn mit Dick vergleicht bzw. tollpatschig verklausulierte und neckische Anspielungen in diese Richtung macht – aber dieses Forum soll ja nun kein Beispiel für die guten Sitten sein. Auch Herr Weller greift leider gern zum Hinweis auf den/die Dicken, was ihn jedoch nicht automatisch zum Freiwild macht für jedermann unbekannt, um an ihm seine geistige Notdurft zu verrichten. Man sieht, ich bin da völlig unparteiisch.

 

Gleiches gilt für vermeintlich sexuelle Orientierungen, die auch gerne als verschwiemelte Anspielung instrumentalisiert werden, angebliche Trinksitten sowie den Urvater aller dieser schmierigen Sentenzen, den immergrünen Hinweis, mal einen guten Nervenarzt aufzusuchen, bzw.: Ich kenne da einen!

 

Ich kenne vor allen Dingen mich, und wenn ich mal nicht mehr will, dann ist Feierabend, von gleich auf jetzt. Ich bitte also letztmalig alle, die weiter kommentieren wollen, das in einer ordentlichen Form zu tun, die diesen speziellen Mist vermeidet. Herr Kassandro mag weiter seine angeblich ach so strammen Waden besingen und seine enorme Fitness, aber mehr auch nicht. Andere Körper und andere Gebräuche gehen ihn nichts an, wie auch alle anderen Teilnehmer dieser Veranstaltung.

 

Nun trudelt gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten doch noch ein Geschenk ins Haus, eine Perle aus dem Hause Parlo esq.

 

Es gibt Leute, die haben als Lebensmotto "Warum einfach, wenns auch kompliziert geht", und ihr Lehrmeister ist der Mann, der sich die Hose mit der Kneifzange anzieht. Der wiederum hat seine Kunst bei dem Mann gelernt, der sich den Hut mit dem Kran aufsetzt, jedoch thront über allen diesen Epigonen und Plagiatoren Maximilian Harden, dessen Wurzeln mutmaßlich auf Walter von der Vogelweide und Oswin von Wolkenbruch zurückgehen. Aber Maximilian Harden ist der moderne Neubegründer dieser Kunst, und Herr Richter alias Parlo ist ein gelehriger Schüler. Aber nur im ziselierten Ausdruck artigen Neckens. Harden hatte Mut, und stand mit seinem Namen zu seinen Themen. Richter aber hat nur den Mut, schwiemelige Andeutungen hinzusäuseln, damit im Zweifel die Hirnerweichung niemandem zugerechnet werden kann.  Dann fällt sie leider auf den Autor zurück. 

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Di

20

Dez

2011

Ordos und Nandino und Kohl

Immerhin war Herr Wulff mit Gattin und Kindern zu Besuch auf der Neuen Bult, unprätentiös und offenbar durchaus interessiert. Seit wann hat man dergleichen auf einer deutschen Galopprennbahn gesehen? Früher sah man Helmut Schmidt sehr häufig in Horn, das tat dem Veranstalter sichtlich wohl, obwohl der Präsident v. Gärtner der schwarzen Fraktion zugeneigt war, was wiederum seinem Mäzenatentum zugunsten des Sports keinen Abbruch tat. Herr v. Beust hingegen kam nicht, und sein Parteifreund Borchert hatte mit dem Rennsport auch nichts am Hut, höchstens die Aufwandsentschädigungen, die mit dem Amt des Präsidenten verbunden waren. Die haben auch seinen Vorvorgänger Scheel animiert. Die schönste Geschichte aus Politik und Galopp war der Auftritt vom damaligen Kanzler Kohl, im Jahr 1983 wenn ich nicht irre, als Ordos nach geschicktem Ritt von Alafi gegen Nandino gewann, und Bruce Raymond sich zu schade war, zu reklamieren wegen dieser Geschichte ausgangs des Schlussbogens. Jedenfalls, da kam auch Herr Kohl mit Entourage, seinem Gefolge von Wachmännern und Rumscharwenzlern, und die Via Triumphalis führte wie stets für diese Gäste vom kleinen VIP Parkplatz an der Tribüne vorbei hin zur Mitte, zum Aufgang, und die ganze Zeit johlte der Mob böse Sachen und buhte und pfiff aus Leibeskräften, alle Mann hoch, weil sie den Kanzler nicht mochten und ihm den Sturz von Helmut Schmidt sehr übel nahmen. Es war ein ganz furchtbarer Spießrutenlauf für den Pfälzer Riesen, und es war ganz schrecklich schön mit anzusehen aus allernächster Nähe, wie dieser famose Schwarzgeldvirtuose sich unglaublich aufregte und ne rote Birne bekam und fortan beschloss, nie mehr zu kommen. Das war dann für ihn und das Derby die beste Lösung.

 

Nun haben sie also den harmlosen Mann Wulff am Kanthaken, aber man erkennt nicht den Neuigkeitswert der Sache. Herr Wulff war immer gut eingebunden in die örtlichen Verhältnisse, sonst wäre er nicht da gelandet, wo er gelandet ist, und kein Mensch außer Frau Merkel ist je auf die Idee gekommen, daß das ein geborener Bundespräsident ist. Jetzt muß er diese Suppe auslöffeln, die seitdem auf dem Tisch steht und kalt wird, aber er hat ja auch ganz gut gelebt in der Zwischenzeit, mit eigenem Flugzeug und großer Dienstvilla und Essen oft umsonst. Vielleicht kommt er ja nächstes Jahr wieder mal zur Pferderennbahn oder wird Präsident bei den Galoppern.

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So

18

Dez

2011

Lüneburg

Langsam nähert sich die Weihnachtszeit, die immer ambivalent daher kommt mit all dem Talmi und den falschen Bärten. Aber Rennsport ist alle im Moment, und so kann man mal nach Lüneburg fahren, zur Tochter, und beim Italiäner Essen gehen und durch die Altstadt schlendern. Immerhin nicht so aufdringlich beleuchtet wie der Neue Wall mit den ganzen affigen Lampenmännern und Rentieren und dem anderen Schamott, sondern artig aufgeputzt die Altstadt, die mit Abstand die schönste in Norddeutschland ist, noch vor Lübeck. Es gibt die Illmenau, die fließt durch die Stadt, und am Rand der Illmenau gibt es einen alten Hafen mit einem noch älteren Holzkran und einem Wehr, über das es einigermaßen schäumend braust und blubbert, illuminiert in changierend BlauRot, darüber die Brücke mit Lampen und Leuchtern. Das kann man vom Italiäner gegenüber sehr passend betrachten durch die Butzenscheiben oder sagen wir mal Sprossenfenster, und sie servieren Krevetten gebraten und tadellose Nudeln aus den Abruzzen dazu, mit einem etwas spirreligen Namen, den ich vergessen habe, aber mit Tomatensoß und geschnittenen Würsten aus den Abruzzen und geriebenem Pecorino. Dazu gibt es offenen Valpolicella von erstaunlicher Güte und kleinem Preis. La Trattoria, Am Stintmarkt 2. Logieren geht gut im Alten Kaufhaus, welches direkt nebenan in einem alten Prachtbau untergekommen ist, welcher sehr alt ist und der Name Kaufhaus zumindest irreführend, hingegen das Hotel sehr modern. Man muß immer eine Plastikkarte an die Wand halten, wenn man durch eine Tür will oder Aufzug fahren oder Pinkeln gehen oder Frühstücken. Aber es geht, wenn man dran denkt

 

Lüneburg hat auch eine Universität, die Leuphana, was immer das in welcher Sprache auch bedeuten mag. Aber die Universität ist modern und gefragt, und Lüneburg ist nur 60 Kilometer von Hamburg entfernt, also quasi Vorort. Eine sinnvolle Wahl des Studienorts, eigener Herd, aber dicht bei. Göttingen fand ich damals nicht so prickelnd.

 

Auf der Rückfahrt gab es einen Gottesdienst im Deutschlandfunk zu hören, irgendwo aus Sachsen. Ein sehr ernsthafter Mann predigte eindrucksvoll, was der liebe Gott alles Schönes mit uns vor hat, später, wenn der ganze Scheiß zu Ende ist, die Plackerei und die Mühsal und die Wasserknappheit und der Hunger und Vertreibung Folter Mord und Totschlag. Er wartet quasi bereits, alles ist angerichtet, nur warum das alles vorher sein muß, das konnte er auch nicht so recht erläutern. Denn siehe, das gildet auch für alle Nichtchristen und überhaupt für alle Menschen, Gott macht da überhaupt keine Ausnahme, reiner Tisch für alle, zurück auf Los, Alles wird gut. Da kann man fast auf die Idee kommen, es sei im Moment auf Erden eh Wurscht, wozu Gesetze, wozu Moral, kommt am Ende sowieso in einen Topf der großen Vereinigung der Kräfte, ToE, Theory of Everything. Aber wenn es dem Prediger und seinen Zuhörern so gefällt, warum nicht. Nur das Missionieren, das aufdringliche, das wird nicht gern gesehen. Ansonsten, meinetwegen.

 

So kann man ein Wochenende auch ohne Galoppsport verbringen, familiär und mäßig festlich gestimmt und animiert. Lüneburg ist zu empfehlen.

 

Schnell noch was für den Gabentisch empfehlen, nämlich die Bücher von Iain Banks, Genre Science Fiction. Also auch was von Zukunftsvisionen, aber deutlich spannender und witziger als die oben erwähnte Predikt. Banks ist große Klasse, ein Schotte mit enormer Gedankentiefe und ebensolcher Komik, der all diese schönen Raumschiffe der Culture erfunden hat, resp. deren Namen. Mein Favorit heißt nach wie vor "Fine `till you came along" (wie gemalt für Kassandro). In Hamburg existiert in der Grindelalle "Andere Welten", Deutschlands führendes Fachgeschäft für Science Fiction Bedarf. Da kann man Star Wars Schwerter aus Licht und Plastik kaufen, Perry Rhodan Bastelsätze, Raumpatrouille DVD und jede Menge Bücher, die der Inhaber fachkundig zusammensucht und empfiehlt. Es gibt sogar ein Antiquariat und eine englische Originalabteilung, weil vieles nicht übersetzt wird. Das ist schade, aber die englischen Bücher sind auch nicht viel teurer. Iain Banks nimmt einen zentralen Platz in jeder gut sortierten Bibliothek zum Thema. Hier der Link: http://www.anderewelten.de/. Ein Muß für Weihnachten, gerade jetzt.

 

Nebenan kann man vietnamesisch essen, im Thang Long. Das schmeckt ganz hervorrangend, ohne Glutamat, welches die anderen Asiaten leider händevoll ins Essen kippen. Nicht so hier. Am besten sitzt man hinten rechts auf der Bank erhöht, mit Überblick auf den ganzen Laden und schnellen Zugriff auf das Logistikzentrum. Die Salate sind die besten der Stadt, 4-6 Euro, die Suppen dito. Mit Einlagen von Büschen frischer Kräuter zum Selberreintun, genauso Limonen und Chillies und Bean Sprouts. Fabelhaft gesund und enorm aufpulvernd, besonders nach einem anstrengenden Wochenende. Man kann dazu den neuen Banks anfangen, oder den Spiegel.  Unsere Tochter geht gern zur Trattoria, oder hier her. Wegen der Orientalik quasi, dieser enormen Exotik, und weil die Staberl aus Holz sind. In Hong Kong waren die aus Plaste, furchtbar rutschig und spießig.  

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Do

15

Dez

2011

Kindergarden Stakes

Ein jährlich wiederkehrender Dauerbrenner im Getümmel des allgemeinen Chaos ist das Deutsche Derby. Seit Jahren defizitär, erhebt sich stets aufs Neue die Frage, wie bezahlen? Das Rennen an sich, das kann jeder ausrichten, das ist keine Kunst. Aber eine Woche daraus machen, die wesentlich zum Gesamtumsatz des Rennsports beiträgt, und die wesentlich zu den Preisgeldern beiträgt, das kann nicht jeder Rennverein. Die Frage ist, ob es der HRC noch kann, der es zwar furchtbar gern möchte, aber der bis jetzt nicht in der Lage ist, eine hinreichend gesicherte Finanzierung darzustellen.

 

Das operative Minus betrug 2011 € 100.000. Trotz PMU und Beiträgen aus Köln, die zusammen über € 200.000 ausmachten. Trotz Zuschuß der Stadt in sechsstelliger Höhe.

 

Der Etat liegt bei um und bei 3 Millionen, das sind die Kosten, die wieder reingeholt werden müssen. Besser noch übertroffen, denn der HRC ist illiquide und überschuldet, und wird nur von persönlichen Bürgschaften des Vorstands lebensfähig gehalten. Das sind in groben Zügen die wirtschaftlichen Rahmendaten.

 

Nun liest man bei Turf-Times aus dem Hause Delius von Verärgerung beim HRC, weil das Derby ausgeschrieben worden sei, und weil man davon nichts gewusst habe. Das stimmt so nicht, aber egal. Man pocht im Übrigen auf eine schriftliche Garantie, gegeben von Herrn Borchert, liegend in der Schublade des HRC, wonach das Deutsche Derby nach Hamburg gehöre und da bleibe. Die Frage erhebt sich jedoch, was will man mit einer Garantie von Herrn Jochen Borchert, wenn kein Geld zur Ausrichtung da ist, wenn jedes Jahr das Minus anwächst? Welcher Dachverband, welche Besitzervereinigung kann einen Blankoscheck ausstellen, wenn überhaupt nicht klar ist, wie das bezahlt werden soll? Man stelle sich mal vor, es gäbe keine Bemühungen um einen Plan B, was wäre dann im Zweifel los? Als Besitzer habe ich das Wohl des Derbys im Auge, nicht das des HRC, und wenn der ausfällt, dann muß jemand anderes das machen. So einfach ist das.

 

Nun finden also Gespräche statt zwischen den Parteien, um Lösungen zu finden der Finanzierung. Denn der HRC ist, wie man oben sehen kann, auf vielfältige Subventionen angewiesen – BV, DVR, Stadt, PMU. Der HRC ist also Bittsteller, nichts anderes. Da macht es sich nicht gut, wenn man über Turf-Times, deren Betreiberin für Geld die Webseite des HRC betreut, Stimmung gegen die Zentrale macht. Es macht sich auch nicht gut, wenn der Vertreter des HRC im Direktorium an der Sitzung nicht teilnimmt, auf der u.A. über genau über diese Bitten um finanzielle Hilfe gesprochen wird. Wenn man verhindert ist, bittet man um Terminsverschiebung, oder schickt einen Vertreter des HRC, der zumindest das Begehr erläutert und vorträgt. Der kann dann ja den Saal hinterher verlassen. Kurz, man beißt nicht die Hand, von der man Fütterung erwartet.

 

Auch an anderer Stelle läßt es der Vorstand des HRC an Realitätssinn fehlen. Eine einfache Betrachtung ergibt, daß bei gleich bleibender Struktur die 100.000 Miesen vermieden werden müssen. Wie kann das geschehen? Z.B., indem man die Rennpreise der Basisrennen um 10% linear kürzt. Das macht 60.000. Immerhin, 60% des operativen Minus. Dazu kann man die Transportkostenbeihilfe um ein Drittel kürzen, und die Nenngelder um 0,5% erhöhen. Da kommt noch mal was zusammen, und ich denke, daß die 100.000 erreicht werden könnten. Der zuständige Mann im Vorstand, Herr Matthiessen, sieht das anders, weil das finanziell nichts brächte, und die Starter wegblieben. Herr Linde, ein Mann der Basis, unterstützt ihn dabei. Jedoch, die beiden Herren möchten weiter Geld ausgeben, welches schlicht nicht da ist. Zwei Schelme, die mehr geben, als sie haben.

 

Größtes Problem vor Ort sind die rasant schmelzenden Zuschauerzahlen. Um die hat man sich jahrelang überhaupt nicht gekümmert, hat zugelassen, daß wiederum aus dem Hause Dequia Medien Leute ohne Not vergrault wurden, die publizistisch das Hamburger Stadtgebiet mit dem Thema beackert haben. Alles perdu. Der Präsident ist laut Eigenauskunft nicht Internetfähig, weiß also gar nicht, was in diesem Medium vor sich geht, und was da für Willenserklärungen für den HRC in welchen Angelegenheiten abgegeben werden, und was für Folgen die im Fall des Falles haben. Nun hat sich Herr Linde angedient, den Kontakt mit Dequia Medien nutzbringend zu erweitern, weil, wie er meint, er da Anzeigen schaltet, was offenbar eine besondere Qualifikation darstellt.

 

Alles ist ein großes Chaos, und letztlich mutiert zu einer Privatveranstaltung des Vorstands, der am Fliegenfänger seiner Bürgschaften hängt. Das kann nicht gut gehen. Die Mitglieder verweigern sich zu Recht einem Klingelbeutel, so lange dieser Kindergarden nicht endlich aufgeräumt wird.

 

Nun verkündet das erweiterte Vorstandsmitglied Linde, was nach harten Diskussionen rausgekommen ist. Wie was finanziert werden soll, wird nicht verkündet, aber das die Rennpreise nicht gekürzt werden, das soll so sein. Das ist interessant, denn das einzige Vorstandsmitglied, mit dem man vernünftig reden kann, sah das vor einigen Tagen noch anders. Man nennt solche Leute Hasardeure. Auch Trabfahren soll es wieder geben, um den Senat an das Thema Doppelrennbahn zu erinnern. Ein Schelm! Die Doppelrennbahn ist so tot wie nur was, und so überflüssig wie ein Kropf, aber sie taugt als ewiger Untoter Wiedergänger gut als Monstranz. Der HRC hat keine Mark auf der Naht, aber eine Doppelrennbahn für > 50.000.000 muß her. Kein einziger Bürger dieser Stadt ist willens und in der Lage, so ein Schmankerl zu finanzieren, und der einzige, der mal Interesse hatte und es hätte stemmen können, hat stattdessen Millionen in Bahrenfeld investiert.  Und die Stadt? Schon mal was von Elbphilarmonie und öffentlicher Verschuldung gehört, aber who cares. War ganz gut, daß ich nicht konnte, das wäre ansonsten sicher eine noch spannendere Diskussion geworden.  

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Di

13

Dez

2011

Post Mortem

In England nennen sie das Post Mortem, die Versammlung der Verlierer nach dem Rennen, die Suche nach dem Fehler oder dem Grund für das schlechte Laufen, weil, man möchte gern den Finger darauf legen oder darauf, irgendwas, wohin man zeigen kann. Aber erstmal muß das Pferd zurück sein, dann kann man sich was überlegen. Egal, die Enttäuschung war und ist groß, aber das gehört dazu, so ist Rennsport, und trotzdem war das ein Riesenjahr, und das Pferd schuldet gar nichts.

 

Glückwunsch an Zazou und Herrn Hickst, der ihn großartig in Form gebracht hat. Er sah jeden Tag besser aus, und ist genau so gelaufen, wie man das nach der letzten Arbeit am Donnerstag erwarten konnte. Pech im Einlauf, sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen.

 

Hong Kong ist und bleibt eine Stadt zum Staunen, und alles atmet das Aroma von unbedingtem Fortschrittswillen. Keine Ecke ohne Bebauung oder Verkehr, keine Ruhe, alles in ständiger Bewegung und Umtriebigkeit. Die Skyline ist noch imposanter als vor 15 Jahren beim letzten Besuch, die Hochhäuser meandern bis nach Aberdeen auf der anderen Seite, nach Stanley, überall hin auf der Insel, ein geschlossener Kordon der Zukunft, eine fertige Vision aus Stein und Metall und Plastik und Glas. Gebäudereiniger müßte man sein. Warum geht es den deutschen Autobauern so gut? Weil es Hong Kong gibt! Kleines Stück Jade gefällig in mäßiger Fassung als Anhänger oder Ring? Bitte sehr, macht HK $ 80.000, oder mehr. Nach oben keine Grenze. Einfache Millionäre haben keine Chance in Hong Kong, 50 davon sollten es schon sein, besser 100, wenn man anständig mitmachen will. Und damit meine ich Euros, nicht die lokale Währung. Crisis? What crisis? Aber auch in Hong Kong machen sie sich Gedanken über die Geldgeschichten der Welt, in der South China Morning Post zum Beispiel, dem besten Blatt am Platz, welches auch eine excellente Rennseite betreibt, und die man über www.scmp.com erreichen kann. Aber ansonsten ist alles Europäische weitab, auch das Wetter, denn in Hong Kong sind es gute 20 Grad, und die Sonne scheint.

 

Auch der Rennsport ist avancierter, völlig professionell organisiert und orchestriert vom Hong Kong Jockey Club, der die beiden Rennbahnen Happy Valley und Sha Tin betreibt, und auch sonst Herrscher allen Geschehens ist. Am Mittwoch gab es die Jockey Championship in Happy Valley, welches mitten auf Hong Kong Island liegt, eine strahlend hell ausgeleuchtete Insel inmitten von Hochhaustürmen. Man sitzt in einer Abteilung hinter dem Ziel, Buffet für alle Gäste, und vom Balkon aus kann man die Rennen und das ganze Spektakel drum herum beobachten. Schier unglaubliche Szenerie durch die Dunkelheit außen, eine Welt für sich, mit riesigen Tribünen und Unmengen von Zuschauern. Gewettet wird im Millionenmaßstab, 50 oder 70 Millionen pro Rennen, also 5 Millionen oder 7 nach unserer Währung. In Handicaps, einfach so. Alles wird annonciert, jeder Pool, alle Eventualquoten, auch die Einläufe. Frankie Dettori hat gewonnen, der als Ersatzmann eingeflogen wurde, aber er kann dann immer noch mal ne Schippe drauf legen, wenn es sein muß. Wie er überhaupt ein Mann von eigener Qualität ist, besonders abseits der Rennbahn. Alle Geschichten von diesem besten Ambassador des Rennsports stimmen, alle Geschichten von der immer guten Laune und Freundlichkeit gegenüber jedermann. Andrasch wäre fast Start-Ziel mit seinem besten Ritt hingekommen, aber auf der Linie wurde er leider noch geballert. Aber Andrasch Starke ist auch ein ganz schrecklich netter und höflicher Mann, sehr professionell in seiner Berufsaufassung, die ihn seit über 20 Jahren an der Spitze unserer wenigen Top Leute hält. Es war uns Ehre und ein Vergnügen, in jeder Hinsicht. Schade, daß nicht mehr ging, auch für ihn.

 

Der Gastgeber hatte sich ein Programm für alle ausgedacht, mit jeden Morgen Shuttleservice zur Bahn, dort imposantes Frühstück mit warmem Congee, Reisbrei, und wer den nicht mochte, konnte Dim Sum essen oder Bohnen in Heavy Sirup von Heinz mit Speck und Wurstl und Jo-Kurt und allem anderen, was die Welt so zu sich nimmt am Tagesbeginn. Dann auf die Bahn, hinter die Rails oder vor die Rails, neben die Pylonen und ganz dicht dran. Erst waren die aus Hong Kong dran, dann die anderen, wegen cross contamination risks, you know. Fabelhafte Atmosphäre, alles was Beine hat, ist zugange, auf dem großen Bildschirm mit Daten für die, die es brauchen. Dutzende Helfer, die einweisen und hinweisen und arrangieren, und alles pünktlich und gesittet und perfekt. Man kann eigentlich nichts falsch machen, wie auch im Hotel, im Grand Hyatt, einem operettenhaften Riesenkasten bzw. mehreren Wohnblöcken und einer Halle, in der ein Trupp indischer Elephanten bequem Rast machen könnte. Schwarzer Marmor, dunkle Hölzer, warme Kandelaber, das ganze altenglischorientalische Programm, wie es schon vor hundert Jahren Mode war. Dann gab es einen Galaabend in Stanley, alle Mann im Bus bzw. mehreren Bussen, weil es so viele waren, und da war eine ganze Ferienanlage gemietet, zum Glück mit Heizstrahlern, weil es arschkalt war für die dortigen Verhältnisse, und die Artisten kaum warm wurden. Am besten haben mir die Hat Jugglers gefallen, Hütchenjonglierer zu Deutsch, nicht so gut die mongolische Kindersingtruppe, die ziemlich rumkrähten und zirpten und affig Posen schmissen. Aber wie mit dem Lineal aufgebaut der ganze Verein. Dann wieder Buffet, mit Bratwurst und Schinken und Kartoffelsuppe, also etwas polyglottes statt chinesisch, wie es sich für China gehört hätte. Man möchte es allen Recht machen, und keiner mußte Hunger leiden. Den Abend davor waren wir bei den Entenfüßen Leuten, davon habe ich bereits berichtet. Entenfüße müssen nicht sein, wohl aber Schweinsrippchen, die niemand so gut hinkriegt wie die Chinesen. Vorbildlich am Renntag, als es auch Stopfleber gab und Austern und Hummer und Noodle Soup und Entenbraten und Cesar`s Salad und Törtchen und Schoogi und nichts, was es nicht gab. Ein Paradies für Buffetfreunde, eine Bonanza fast an Schleckereien. Frankie hat ne Pulle Schampus geschmissen, das war aber vor dem Rennen. Nach dem Rennen gab es das Post Mortem in der Bar im Hotel, mit Tsingtao Pilsbier, und Frankie grüßte frohgemut von der anderen Seite des Raumes, dem düsteren.

 

Es gab eine Böötchentour nach Lamma, einer Insel, und da gab es Seafood für die ganze Bande, dutzende Tische für 12 Mann, in der Mitte der Kreisel, damit sich jeder was nehmen kann von Seegetier und Hühnchen gelackt und langweiligem Schweinefleisch süßsauer. Im Hotel hatten sie einen Extraraum installiert, das konnte man Merchandise erwerben oder geschenkt bekommen, Kaffe und Tee trinken, Internetsurfen oder einfach nur rumlungern, und den internationalen Sattelkünstlern zusehen, die Internet surften, Kaffee oder Tee tranken, Merchandise erwarben oder sich schenken ließen, oder einfach nur so rumlungerten. Große Sache das, fabelhafte Jungs, alle extrem nett und freundlich und mit atemberaubenden Begleitungen, zum Teil. Oft war da auch Madame Brande-Barbe, die Trainerin von Cirrus des Aigles, die auch so ein neumodisches Spielzeug im Bus mit sich trug, in einer eleganten Lederhülle, ein Flachbildschirm, der alle Rennen ihres Augensterns zeigen konnte, in Zeitlupe, von vorn, von oben, als Standbild. Und alles aus dem Stall. Kolossal! Und Lord Grimthorpe war da, oder Teddy Grimthorpe, der Racing Manager von Khalid Abdullah, der nicht ausschließen mochte, daß es vier Siege werden könnten, vor dem Rennen, aber dann war nur Cityscape platziert, und der Rest war weg. Alle waren da außer den Amerikanern und den Australiern, aber am Ende waren nur die Hong Kong Pferde vorne und Dunaden.

 

Es war ein Angelegenheit, die man so nirgends erleben kann, eine große Veranstaltung, die der HKJC souverän zelebriert, und die einem den Atem nehmen kann. Schade, daß nichts bei rausgesprungen ist, vor allen Dingen Annika Rosenbaum hätte das verdient. Ganz toller Travelling Groom. Herzlichen Dank dafür.

 

PS: Ganz offensichtlich gibt es Leute, die sich auch die erschreckendsten Vorfälle in diesem Sport zum Ansporn nehmen, ihre ganze Unverschämtheit zur Schau zu stellen. Das geht gar nicht. Ich werde rigoros solche Äusserungen wegtun, und wenn keine Ruhe gegeben wird, zumachen.

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So

11

Dez

2011

Hong Kong Cup

In 8 Stunden ist alles vorbei. Bis dahin zieht sich das ganze sehr in die Länge, der Magen will nicht recht entspannen, schlafen geht auch nicht gut. Aber man lernt ne Menge über solche Veranstaltungen, besonders die Vorbereitung des Pferdes, die Reise, die quasi Quarantäne. Zazou und Durban Thunder sind am Donnerstag noch mal schnell auf Gras gegangen, mit Peslier und Starke, und am Ende waren es die beiden schnellsten 400 Meter Zeiten der gesamten Woche aller 52 Pferde. Zazou einen Kopf vor Durban Thunder, der nicht so schnell in Gang kam, als Peslier zurück schaltete. Hubsi hätte mit entsprechender Handbewegung gesagt: „Es ist angerichtet!“. Aber das Rennen ist was anderes, und wir sind mächtig froh, wenn wir etwas Geld mitnehmen können, also mindestens 6. werden. Und bitte keine Probleme mit dem Trip oder sonst was.

 

Gut ist, daß die Presse sich nicht um ihn kümmert; Zazou hingegen hatte gestern einen schönen Bericht in der South China Morning Post. Ansonsten segeln die aber bequem unter dem Radar, was angesichts der Konkurrenz kein Wunder ist. So braucht man keine Erwartungen zu hegen, und keiner schuldet was. Die Sonne scheint, es ist kühl, der Tag wird lang. Mögen sie alle gesund nach Hause kommen.

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Fr

02

Dez

2011

Chief Inspector Sidney Wang

Dieser Block dient nicht zum Mindesten der Sammlung von Varia und Curiosa und Rara aus dem Bereich der so genannten Meinungsäußerung, dem heiligen Gral derjenigen, die eigentlich nichts zu sagen haben, aber mit Hinweis auf das Grundgesetz die Freiheit ihrer Meinung in Anspruch nehmen. Recht so! Ein Fliegenfänger der dynamischen Art, je nach Jahreszeit und Temperatur einzustellen, so daß immer wieder sicher gestellt ist, daß nicht nur platteste Plattitüden kleben bleiben, sondern auch die Pretiosen, die die Substanz ausmachen. Die Klammer Rennsport muß daher manchmal weit gefasst werden, weil zum einen der Rennsport nicht jedermanns Sache ist, und weil im Rennsport manchmal Saure Gurken Zeit ist. Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr saure Gurken, aber heute hat sich diese Jahreszeit dank der polyglotten Globalisierung gesund geschrumpft und auf kleine Inseln zurück gezogen.

 

Womit wir zu Herrn Rühl kommen, der seine Zeit in der Normandie verbringt, und von dort vor Ort die französischen Verhältnisse erlebt und kennt und stets aufmerksam auch den hiesigen Lesern nahe bringt. Z.B. die neuerlichen Preiserhöhungen, die PMU und Quatar ermöglichen, und die das Schlaraffenland Frankreich noch wesentlich schlaraffiger machen, als es für alle Freunde hedonistischer Kultur sowieso schon ist. Gebratene Tauben sind ein Bettel gegen die Verhältnisse im französischen Rennsport, das ist wahr, aber damit ist Frankreich auch ganz allein auf der Europäischen Bühne, weil es Staatsziel ist, diesen Sport zu fördern. Irland macht das auch, durch steuerliche Sonderbehandlung seiner Zuchtindustrie etc., aber schon dort kommt das Schlaraffenland nur noch sehr schlaff zum Kunden at large. Coolmore ist das Eine, der Rest das andere. Denn siehe, auch in Irland gibt es nach einigermaßen soliden Schätzungen das Verhältnis 5:1, 5 Teile Aufwand zu 1 Teil Ertrag für die Besitzer. Ich verweise den Leser auf frühere Einträge zum Thema in Deutschland sowei auf einschlägige Untersuchungen. Und in UK, dem gelobten Land der freien Wetter, ist das Verhältnis auch nicht besser, aber immerhin der Beitrag des Levy Board zum allgemeinen Topf um satte 15% gesunken. Das ist nicht erfreulich, denn sogar eine Rennsport Nation wie Großbritannien ist nicht in der Lage oder Willens oder beides, die Abflüsse der Wetteinsätze nach sonst wohin zu verhindern. Immerhin ist mit Racebets ein Versuch gestartet, sich an diesem Geldfluß zu beteiligen, mit positiven Erträgen für den allgemeinen Sport. Besser wie nix, denke ich. Vielleicht wird das sogar noch ne große Nummer, als Role Model für andere Jurisdiktionen.

 

Ein anderes Schlaraffenland des Rennsports ist angeblich Hong Kong, wo sie ganz andere Zahlen umdrehen als in Neuß. Jeder Chinese ein geborener Wetter, jeder Wetter ein gekorener Chinese. Also reist das treue Tier Durban Thunder zur Stunde erstmal per Automobil nach Amsterdam, und dann später am Tage mit der KLM nach Hong Kong. Die Insassen des Stalles Tinsdal werden auch nach Hong Kong reisen, aber erst nächste Woche, um zur Schlacht zu bummeln. Ich werde mir Schlitzaugen wie Peter Sellers als Inspector Sidney Wang aus Catalina anbauen, damit ich nicht so auffalle im Getümmel der asiatischen Wettmetropole, sowie einen chinesischen Schnauzbart, also mehr einen Kinnbart, in schwarz gelackter Ausführung, denn die natürlichen Haare sind doch mehr mausgrau. Wer weiß, vielleicht lasse ich den dran, und auch die Schlitzaugen, dann erkennt mich keiner mehr auf den deutschen Bahnen, und alle haben Ruhe und keinen Ärger mehr. Big Blue hat mir im Übrigen versprochen, seinen indischen Schneider in Kowloon zu instruieren, damit er mir auch so einen schönen schokoladenbraunen glänzenden Streifenhörnchenanzug macht, wie er ihn so hinreißend galant im Führring von Longchamp trug, damals, 2006, als Soldier Hollow Manduro schlug, beim Prix Dollar. Ich hoffe, mit diesem Outfit alle zufrieden zu stellen, die Klage führen über mein Äußeres. Das Innere ist natürlich verloren.

 

 

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So

27

Nov

2011

Wochenende

Nach einer langen und erfolgreichen Saison eine ansehnliche und gute Leistung im Japan Cup. Danedream hat nicht enttäuscht, sondern gezeigt, warum sie diese großartige Saison hingelegt hat, die früh in Italien begann. Aber irgendwann ist der Tank leerer, und dann fehlt der letzte Wumms, um echte Gegner auf diesem Geläuf und von dieser Startposition aus noch mal zu überlaufen. Der Rennverlauf war in Ordnung, soweit man das sehen konnte, aber die Frische schien zu fehlen, um früher besser positioniert zu sein. Dann gehen die in der Geraden ab, und es wird zu schwer, ganz hinzukommen. Aber, was für ein Pferd, was für eine Saison, und was auch für eine Trainingsleistung von Peter Schiergen. Hut ab!

 

Wer wissen will, welch schöne Prosa über den Rennsport auch in deutscher Sprache verfasst werden kann, sollte Catrin Nacks Essay über Kauto Star bei www.turf-times.de lesen. Das beste Stück, welches ich seit langem in diesem Genre gelesen habe. Kompetent in jeder Zeile, enthusiastisch mit Augenmaß, was den allermeisten Hauptamtlichen vor allem fehlt. Und schön geschrieben. Das ist ein Glanzstück, dem Pferd und Thema angemessen. Ich habe nach der letzten Saison auch geglaubt, Kauto Star habe fertig, aber dem war nicht so. Egal, was jetzt noch kommt, das ist der Stoff, aus dem Helden gewoben werden.

 

Derweil der HRC inständig bemüht ist, das Derbymeeting auch 2012 irgendwie zu stemmen. Es stehen immer hin über 140 Jahre Tradition auf dem Spiel, sowohl für die Freie und Hansestadt Hamburg, als auch für den Deutschen Rennsport. Das Derby wollen viele haben und veranstalten, aber eine ganze Woche drum herum, das übersteigt die Logistik in den allermeisten Fällen deutlich. Leider ist der Termin in die unüberschaubaren Malwerke der internationalen Rennsportpolitik geraten, mit allen Facetten der reziproken Begleichung alter Rechnungen und byzantinischer Diplomatie. Es fehlen ansonsten die lokalen Zuschauer, die in erschreckendem Maße nicht mehr kommen, vor allen Dingen am Derbysonntag. Die Hamburger müssen wieder an das Thema herangeführt werden, die Hauptaufgabe des HRC. Immerhin scheint die Botschaft nunmehr angekommen zu sein, aber es wird nicht leicht. The HRC has a mountain to climb, um Catrin Referenz zu erweisen bzw. Kauto Star.

 

Die Roten hatten gestern ne Menge Glück und Jan Schlaudraff, sonst wäre das in die Büx gegangen. Der HaEsVau scheint sich in der Tat auf dem Weg aus dem Keller zu sein, und bei 96 macht sich doch so langsam eine gewisse Erschlaffung und Ermüdung an Körper und Geist bemerkbar. Es geht alles etwas zu ungenau, es fehlt oft ein Viertel Meter beim Paß und Lauf, aber nach der letzten Saison und mit dem Europageschäft ist das erklärlich und verzeihlich. Sie hängen sich rein, und die Leute honorieren diese enorme Leistungssteigerung. Das ist wichtig. Man sieht, wie man Fans gewinnen kann. In der Markthalle gab es wie stets was beim Japaner, diesmal koreanisches, nämlich Kimchi Salat, danach Entenspieß. Der Salat große Kulinarik für dreifuffzich, ein leicht zu übersehendes Leuchtfeuer auf der Karte. Alles andere wie gewohnt auf hohem Niveau. Der beste Stand in der Halle. Hannover ist mir ans Herz gewachsen, seit über 50 Jahren, und irgendwie hat sich die leise Begeisterung für diese tapfere graue Maus immer gehalten. Dazu ist die Vegetation in allen Jahreszeiten etwas südlicher als Hamburg, leicht süßlich heiter fast, mit dem entzückenden Ensemble Rathaus Park und Maschsee, wo die bunten Flaggen wehen und die Palmen leis sich wiegen. Irgendwo gegenüber dem Bootsanleger bei der Tellkampfschule dürfte mitten im See noch ein altes Klassenbuch verrotten; das haben wir da mal in einer spontan revolutionären Aktion versenkt.

 

Wenn man, schlau wie wir, die An- und Abfahrt über den Messeschnellweg Ausfahrt Bischofshol wählt, kommt man immer an der alten Bult vorbei, dieser größten städtebaulichen Schande weit und breit. Nur weil IBM da mal vage was von Investitionen geraunt hat, wurde die Bult geschliffen, und die damals monströse Anlage in Langenhagen errichtet. IBM hat natürlich nicht investiert, und so waren 100+ Jahre Tradition und funktionale Gemütlichkeit perdu. Das Layout der Bahn kann man noch heute gut bei Google Satellit sehen, wie Felix mitteilt. Das Spiel war um 20:20 zu Ende, und um 22:00 waren wir wieder zu Hause.

 

 

 

 

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Fr

25

Nov

2011

Auswärtige Angelegenheiten

Alle Jahre wieder erhebt sich machtvoll die Erkenntnis, daß die Qualität der deutschen Pferde in keinem Verhältnis zu den Ertragschancen im deutschen Rennsystems steht. Das ist nicht neu, aber trotzdem beklagenswert. Es betrifft die Rennpreise, und es betrifft die Erlöse auf den Auktionen. Turf-Times zitiert Bill Oppenheim, der in dieses Horn tutet, und man dankt verbindlich für die Anteilnahme und die kritische Solidarität dieses erwiesenen Fachmanns. Jedoch, die Forderung, die Züchter müssten endlich den Weg aus der Krise weisen, ist insofern wohlfeil, weil sie leider nicht begreift, wie der deutsche Rennsport verfasst ist. Gleiches Unvermögen zeichnet die Masse der Journalisten aus, die je nach Stimmung mal diese mal jene Teile des Puzzles verantwortlich machen, aber in der Regel nicht den legalen Rahmen verstehen, der das Ganze regelt. Dieser Rahmen wird aus föderalistischen und zentralen Gesetzen gesponnen, dazu europäischen. Er ist fadenscheinig und löchrig, unsystematisch und konkurrierend, und von vielen Interessen gewoben, die gegenläufig sind. Er speist sich aus 150 Jahren tatsächlicher Geschichte, und 90 Jahren legalistischer, und alle politischen Wechselfälle dieser Epochen haben ihre Spuren hinterlassen. Als Zeitvertreib adliger und vermögender Zeitgenossen hat das angefangen, und darauf wird es wieder zurück geworfen. Ein Hobby, nicht mehr. Wer sich das leisten will, bitte schön.

 

Aber so ist deutsche Wertarbeit immerhin im Züchterischen zu finden. Sie firmiert als Made in Germany, sie ist Wert an sich, Detail versessen, penibel, effizient. Man möchte fast sagen wissenschaftlich. Wir haben das unschätzbare Glück, ein Resultat dieser Arbeitsauffassung zu besitzen, und womöglich weitere. Das kommt nicht von ungefähr. Danedream, Lomitas, Sanagas, Emy Coasting, Empire Storm, Earthly Paradise, Earl of Tinsdal, Durban Thunder, Samum, Donna Alicia – das sind alles aktuelle und konstante Produkte dieser züchterischen Philosophie, und das sind alles keine Zufälle. Es ist auch kein Zufall, daß die Gestüte Fährhof, Brümmerhof und Kerbella in einem Kreis von 100 km beheimatet sind, im Norden, wo die Sonne angeblich nicht scheint und die Böden zu sauer sind. Hier wurden und werden 100 Kilo+ Pferde gezüchtet, und das ist nach allen Regeln des Geschäfts die absolute Weltspitze.

 

Wenn schon die Rennpreise zu Hause nicht reichen, um eine adäquate Menge an Tieren zu züchten, dann soll man reisen.

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So

20

Nov

2011

Asiatische Grippe

Man kann sich nicht mehr beschweren, was mangelnden Einsatz an der PR Front angeht. Um 1:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit, MEZ abgekürzt, setzte das Flugzeug in Japan auf, also zu Nacht schlafender Zeit, aber die Jungs von Galopponline waren hellwach, und mittendrin im Flugzeug Danedream, wer sonst! 1:08 Uhr, nicht 1:09, nicht 1:10, sondern exakt 1:08 Uhr. Das muß man erstmal nachmachen, und zudem gab`s die Extrainformation, daß das keine zwei Stunden nach dem Cartier Award war, der aber in London vergeben wurde, was ja eine Stunde hinter MEZ herhinkt. Ob das also wohl stimmt mit den zwei Stunden? Egal, Bonusmaterial ist Bonusmaterial, bisher nie veröffentlichte Handmessungen vom Chefredakteur in TipTop Qualität.

 

Und es geht fast minütlich weiter im atemlosen Apportieren von Nachrichten über Danedream. Zum Beispiel die Originalnachricht, daß es jetzt amtlich ist, daß Japans #1 vor Deutschlands bestem Pferd, halt, umgekehrt, Japans bestes Pferd vor UNSERER #1, so rum ist es richtig, und es muß heißen OFFIZIELL, nicht amtlich, also das beste Japanische Pferd KNEIFT OFFIZIELL vor UNSERER #1!! Was mag der Tenno dazu sagen, seit wann kneifen echte Japanische Samurai, fast schon Sumo Ringer? Unerhört, das Land der aufgehenden Sonne (ha, jetzt habe ich es zuerst geschrieben, aber GOL wird es bestimmt irgendwann übernehmen) kneift nicht, das wissen die Anrainerstaaten sehr gut.

 

Jedoch, auch an der Heimatfront überschlagen sich die Ereignisse, von William „Bill“ Hill bis Coral, überall ist Danedream heiß, und zwar richtig heiß, so um und bei 90 Grad Celsius, wie ich privat gemessen habe mit meinem Spezialthermometer für journalistisches Fieber, welches auch Ferndiagnosen vom heimischen Schreibtisch aus ermöglicht.

 

Stop Press: Gerade lese ich, daß das Land der aufgehenden Sonne bereits von GOL reklamiert wurde, knapp nach Amsterdam, aber noch vor Mega-Reise. Schade, hätte ich gern die Nase vorn gehabt. Aber Samurai und Sumo Ringer und Tenno haben sie glaube ich noch nicht, das sind meine Erfindungen.

 

Stop Press 2: Und wie bestellt, um 21:23 Uhr der nächste Kracher, in Wolverhampton. Ein Rattenrennen förmlich, man kommt gar nicht mehr mit, so schnell rast die Uhr dahin. Früher gab es die Bundesliga Konferenz Schaltung der angeschlossenen Funkhäuser, Jochen Hageleit aus Bochum z.B., da hatten sie „für die Statistiker unter Ihnen zum Mitscheiben wir schreiben die 61. Minute, Lothar Rübezahl Wölk sieht nach wiederholtem Foulspiel die rote Karte“.

 

Und das Fernöstliche Geschehen geht ja nahtlos weiter; kaum ist Danedream unversehen dem Flugzeug entstiegen, schon nahen neue Matadore. Zuerst Andrasch Starke zum Stelldichein der internationalen Sattelkünstler, und dann auch noch Zazou nebst Entourage, der eine Einladung zum Hong Kong Cup erhalten hat, wie der Besitzer der Sportwelt mitgeteilt hat, die es dann GOL mitgeteilt hat. Happy Valley und Sha Tin, da gibt es wieder viel zu berichten von Abreisen und Ankünften, von asiatischen Köstlichkeiten der Sechzuan Küche oder der Peking Küche und den ganzen Asiaten, die emsig rumwuseln. Früher hatten sie auch noch die

 

Internationalesattelkünstlerhongkongjockeyclubpezialkonten,

 

aber seit der Schiedsrichtersache mit den Spezialkonten ist das vielleicht ein Anathema.

 

Also, man kann nun wirklich nicht mehr über mangelnde PR Arbeit klagen. Alles muß raus, kein Stein bleibt auf dem anderen, jede Ecke wird ausgeleuchtet, jeder unzusammenhängende Zusammenhang wird zusammen gehangen, und das wird gnadenlos so weiter gehen, bis alle nur noch mit Stäbchen essen, auch die berühmte Nudelsuppe Ramen, auch die wird mit Stäbchen gegessen. Denn siehe, Stillstand ist Rückschritt, und wichtig ist, daß was passiert. Und es passieren ständig Dinge in der Welt, kein Witz, immerzu, überall, und so muß man nur mit offenen Augen und Ohren auf der Lauer liegen, dann kriegt man wunderschöne Nachrichten exklusiv für unsere verwöhnten Leser zustande. Kein Witz.

 

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Sa

19

Nov

2011

Sanagas

Für patriotisch gestimmte Wetter bietet sich heute Abend Sanagas an, der im Hollywood Turf Cup Grade I unterwegs ist. Die Distanz 2.400 Meter paßt, die Form stimmt, der Kurs wird um und bei 30:10 sein. Trainer Graham Motion, Reiter Rajiv Maragh, Besitzer Andreas Jacobs. Sieht machbar aus. Sein Vater war vor Jahren zweiter im Shoemaker Handicap an gleicher Stelle, mit der schnellsten letzten 1/4 Meile, die man je gesehen hat. Phänomenal!

 

Das sah richtig gut aus, wenn auch die Gegner etwas überfordert waren. Aber jedes Rennen muß gewonnen werden. Er ging immer prominent kurz hinter der Spitze, und Ende Gegenüber konnte Maragh ihn nicht mehr festhalten. Trotz aufwendigem Rennverlauf hü 3 Längen in 2.27+. Sein Debut war am 18. April 2010 in Köln, 4-jährige Sieglose. Da wollten sie schon unbedingt gewinnen, und so sah er auch aus, und so wurde er geritten, und er gewann dann tatsächlich. Der Zweite hat auch schon Gruppe I gewonnen. War ein gutes Rennen, dieses Rennen für 4-jährige Sieglose in Köln, damals, am 18.4.2010.

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Mi

16

Nov

2011

Gastgeschenk

Heute möchte ich auch mal einen Gastbeitrag schreiben, als kleines Dankeschön an meine Leser und als Belohnung an mich selbst. Als Ausgleich für meinen nimmermüden Versuch, der trostlosen Welt des Galopprennsports auch mal erfreuliche Seiten abzugewinnen, was an sich schon eine trostlose Sache ist. Und dabei habe ich mich entschlossen, diese wunderschöne Schreibschrift aus der Machwitz Kaffee Werbung von 1958 zu benutzen, bzw. der Werbung für Sprengel Erfrischungsstäbchen Zitrone oder Orange. Das Sprengel Museum heißt heute Kurt Schwitters Museum, steht aber immer noch am Maschsee, und beherbergt nach wie vor eine hervorragende Expressionismus Sammlung. Aber das Wort heißt beflissen, welches mir in den Sinn gekommen ist, und zwar beim Durchstöbern des Forums, welches ich immer früh am Morgen mache, wenn die Spuren noch frisch sind von der Nacht. Dann macht man die schönsten Entdeckungen, in der Stille des dampfenden Tees, wenngleich der Anlaß der Beflissenheit, bzw. die Beflissenheit, sich in einem wunderschönen Beitrag von heute untertags manifestiert, der mal wieder aus Düsseldorf kommt. Es geht da um diese merkwürdige Pigmentierung von Akteuren, die sich nunmehr auch auf ein hellblau erstreckt, wie gewitzte Leser bemerkt haben. Damit sollen wohl die jeweiligen als unter Beobachtung stehend charakterisiert werden, als unter Kuratel eines Vorkosters sozusagen, damit nix ungenießbares an die Öffentlichkeit gelangt. Na ja, was es alles gibt. Aber mal abgesehen von der Frage des Geschmacks ist das wieder ein wunderbares Beispiel dafür, wie nunmehr beflissen hinzugesprungen wird, um diesen albernen Vorfall zu kommentieren, und weil man ja einerseits schlecht schreiben kann, was fürn Humbug, was fürn Schwachsinn, schreibt man stattdessen, man sei kein Freund von Zensur, aber wo, jedoch in letzter Zeit hätten sich die Beispiele schlechter Beiträge gehäuft, und das sei das ja förmlich unausweichlich gewesen, als ultima ratio quasi der gebeutelten Veranstaltung. Das nenne ich beflissen, wenn es jemals beflissenes Gebahren gab. Ein Prototyp an Beflissenheit, stets zu Diensten mit ernster Mine und hasenfüßiger Geste, die nichts verscchlägt und nichts kostet. So was Schönes gibt es heute fast gar nicht mehr, das muß man mit der Lupe suchen, aber im Forum der Galoppwelt gibt es so was durchaus noch. Beflissenheit als Geisteshaltung.

 

Zum Glück klingelt gerade das Telephon, Frau A. aus A. läutet an, um atemlos mitzuteilen, sie habe da von einem   -   genug, Frau A. aus A., schreiben sie mir eine Mail, wer will was von mir, schreiben sie seinen richtigen Namen und seine Adresse, und dann was er will. Dann kümmere ich mich darum. Ein neuer Komiker in diesem Bestiarium. Ich soll was von/über ihn löschen, hier. Darum ruft Frau A. aus A. an. Hier. Auch fast ein Fall von Beflissenheit. Sachen gibt`s!

 

ps:

 

Sehr geehrter Herr,

 

gemäß Impressum des von Ihnen initiierten DI Blog zeichnen Sie als verantwortlicher Betreiber. Mit Wirkung vom 15.11.2011 wurde im DI-Blog des Stall Tinsdal.de ein Beitrag. komplett und wortgetreu aus dem Galopper-Forum übernommen. Dieser Beitrag wurde von dem Verfasser als Nutzer des Forums bereitgestellt und kann daher ohne Genehmigung unsererseits bzw. des Einstellers nicht originalgetreu wieder gegeben werden.

 

Ich habe Sie daher aufzufordern, dass Sie den Beitrag „Kontaktanzeige“ unverzüglich aus dem Blog entfernen.

 

Der guten Ordnung halber weise ich vertraulich darauf hin, dass das Mitglied des Galopper-Forums (Fortunaking) diese von Ihnen vorgenommene Handlung als Rechtsverletzung ansieht und auf keinen Fall weiter tolerieren wird.

 

U.a. deshalb mache ich Sie darauf aufmerksam, dass in Zukunft nicht mehr geduldet wird, wenn Texte oder ganze Textpassagen aus dem Galopper-Forum im DI-Blog zur Diskussion gestellt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Arnold

sehr geehrte frau arnold,
 
da haben sie aber einen schönen beitrag eingeliefert. ich überlege, den in die kollage einzubauen. er würde alles würzen, damit es schmackhaft und bekömmlich wird. herrn/frau fortunatoking mögen sie bitte ausrichten, daß ich gespannt auf seine klage bin. besonders auf die identität des klägers. der erste anonyme vor deutschen gerichten. man ist gespannt!
 
hals&bein,
 
hubertus schmelz

 

 

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Mi

16

Nov

2011

Trojanisches Pferd

Lotto informiert: Europäisches Parlament fordert konsequentes Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter

Veröffentlicht am 15.11.2011 15:52 Uhr


- Europäisches Parlament verabschiedet Resolution zum Online-Glücksspiel
- Abgeordnete erteilen den Forderungen der kommerziellen Glücksspielindustrie eine klare Absage
- Mitgliedstaaten können weiterhin selbst über ihre Glücksspielregelung entscheiden
- Deutscher Lotto- und Totoblock (DLTB) begrüßt Entschließung


München/Brüssel, 15. November 2011. Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zum Online-Glücksspiel verabschiedet. "Darin folgen die Parlamentarier ihrer bisherigen Linie. Es soll auch weiterhin keine europaweite Kommerzialisierung des Glücksspiels geben", kommentiert Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern und Federführer des DLTB, die Entschließung. Vielmehr bleibe es den Mitgliedstaaten überlassen zu entscheiden, wie sie Lotterien, Sportwetten und andere Glücksspielarten regeln wollen.

"Das Europäische Parlament hat klargestellt, dass ein konsequentes Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter dringend notwendig ist. Diese Forderung begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich. Nach wie vor sind kommerzielle Anbieter ohne Erlaubnis in Deutschland tätig und unterlaufen mit ihren aggressiven Spielformen den Spieler- und Jugendschutz. Sie sitzen in Steueroasen wie Malta oder Gibraltar und zahlen hier keine Steuern oder Abgaben. Damit gefährden sie auch die Förderung des Sports. Wir hoffen, dass die jüngste Resolution einen Beitrag leistet, die illegalen Aktivitäten einzudämmen", so Horak weiter.

Das Europäische Parlament hat dem Ansinnen der kommerziellen Glücksspielindustrie, ein für die gesamte EU gültiges Lizenzierungssystem einzuführen, eine klare Absage erteilt. Es sprach sich dafür aus, dass Online-Glücksspielanbieter ihre Lizenz in den anderen Mitgliedsstaaten verlieren sollten, selbst wenn sie nur das Recht eines einzelnen EU-Staates missachten.
Weiterhin macht das Europäische Parlament in seiner Resolution deutlich, dass es für den Bereich Glücksspiel keine Binnenmarktlösung anstrebt. Die einzelnen Mitgliedstaaten dürfen selbst entscheiden, ob sie das Glücksspiel im Modell des ausschließlich staatlichen Angebotes oder im Kommerzmodell regeln wollen.

Eine gegenseitige Anerkennung von Lizenzen soll es auch weiterhin nicht geben. Zur Bekämpfung illegalen Glücksspiels sollen die nationalen Regulierungsbehörden auf möglichst viele verschiedene und effektive Maßnahmen zurückgreifen können, darunter das Unterbinden von Zahlungsströmen. Das Parlament bittet die EU-Kommission, in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten, gemeinsame Standards hierzu zu entwickeln.

Quelle: Deutscher Lotto- und Totoblock (DLTB)

 

 

So stellt ein Freund des Rennsports diese Meldung in ein Forum, unkommentiert. Weil er nicht weiß, wie er das kommentieren soll. Ihn freut die Überschrift, weil er kein Freund von illegalen Glückspielanbietern ist, zu denen er wohl auch diejenigen zählt, die von Malta aus ihr Geschäft betreiben, also Racebets. Das macht ihm und vielen Freunden des legalen Glückspiels Rennsport keine Freude. Aber andererseits schwant ihm bei der Lektüre der Meldung dann doch, daß da was nicht so ganz stimmt, daß eine Tendenz deutlich wird, die unbehaglich macht, weil irgendwie Herr Horak, Erwin evtl. doch pro domo spricht und vermutlich mit gespaltener Zunge, als Chef einer Verbindung, die in direkter Konkurrenz zu diesen Anbietern steht und insofern ihr eigenes Horn tutet. Pro domo. Der Deutsche Lotto und Totoblock als staatlicher Monopolist des Urgroßvaters allen Hütchen Pingpongball Glückspiels, vertreten durch bezahlte Angestellte, z.B. Herrn Erwin Horak, freut sich naturgemäß über alle Meldungen und Bestrebungen, die dieses Monopol in irgend einer Art bestätigen oder fördern oder unterstützen oder sonst wie positiv und wohlwollend begleiten. Auf den intellektuellen Zusammenhang kommt es nicht an, noch weniger um Konsistenz in der Argumentation oder Kohärenz, um im Jargon zu bleiben.

 

Das ist alles so oft durchgekaut worden, die ganze jämmerliche Argumentation des Staats, wonach nur er durch monopolistische Ausbeutung der Spieler deren Ausbeutung durch Anheimfallung der Sucht verhindern kann, diese ganze Argumentation ist so unfaßbar unhaltbar, daß nur der radikale Vergleich mit echter Sucht hilft, nämlich:

 

Analog müßte der Staat Heroin und Kokain und Crack und derartige Dinge monopolistisch anbieten, an jederman ab 18, mit Kundenkarte und Internetinformationen über Angebote der Woche, über Dauerlieferarrangements, in 25.000 Vertriebsstellen bundesweit, über verschiedene Duft- und Geschmacksnoten, ganz individuell auf die Bedürfnisse des aufgeklärten Suchtgefährdeten zugeschnitten. Das wäre dann eine konsistente Politik, die unerwünschtes und ungesundes Sozialverhalten konsequent kanalisiert und zum Besten der Konsumenten kohärent reguliert. Damit kein Schwarzmarkt mit Phantasiepreisen entsteht, mit unklaren Geschäftspraktiken, mit listigen Umgehungen deutscher Abgaben und und und. Gleiches sollte dann auch für alkoholische Getränke und Zigaretten gelten, möglicherweise auch für fettes Essen und süße Sachen.

 

Ganz abgesehen von diesen konsequenten und kohärenten Maßnahmen, die leider nicht zum Kanon der deutschen Politik gehören, was hat Pferderennsport regulatorisch mit Lotto und Herrn Erwin Horak gemein, der um seine persönlichen Pfründe besorgt ist? Natürlich nullkommanichts, wie auch der Rennsport nicht aus den Lottokassen subventioniert wird, also gar nicht Gegenstand der reklamierten Freigiebigkeit der Lottoleute ist. Der Einsteller dieser Meldung ahnt, daß er womöglich auf dem Holzweg ist, wenn er die als positives Zeichen für den Rennsport wertet. Das stimmt nämlich nicht. Die Meldung ist höchstens ein weiteres Zeichen für die Verlogenheit, mit der der Staat und seine Diener diese Gelder monopolistisch einkassieren wollen.

 

 

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Di

15

Nov

2011

Kontaktanzeige

Guten Morgen,
ich möchte nochmal deutlich hervorheben,daß ich privat und geschäftlich ein
sehr gewissenhafter Typ bin. Leider habe ich die alte Seite n i ch t als alte BV-
Seite erkannt. In meinem tgl. Job bin ich es gewohnt, Analysen und Wertungen
respektive Empfehlungen im jur. Bereich zu entwickeln. Soweit zum Outing.
Im Galopper-Forum respektiere ich auch Meinungen,die mit meinen gedanklichen Ausführungen manchmal kontrovers ausgehen. Hart aber fair, wenn es der Sache dient,und keinen Gesprächspartner verletzt.
Auf der anderen Seite bin ich dem Galopprennsport seit Jahren verbunden,
kontrolliere aber wirklich nicht permanent,ob Aktualisierungen Dritter auf dem
neuesten,aktuellen Stand im Net sind.
Frdl. Grüße
Fortunaking


Eine gekonnte Kontaktanzeige, wie sie in Reiterskreisen bestimmt auf Resonanz stößt. Alles an Charaktereigenschaften, die sich ein blondes deutsches Mädel wünscht – gewissenhaft, sogar sehr, scharfer Analytiker (gewohnheitsmäßig!), Freund von harten aber fairen Praktiken. Ein Sonnenmoritz, ein Glückskind oder sogar ein Glücksbringer, wer weiß? Jedenfalls braucht man sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen, die Welt ist voll von munteren Aspiranten der Wertungen und Empfehlungen. Heute: Kalte Bauern mit Beiguß und Mischgemüse bürgerlich. Bon Appetit!

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So

13

Nov

2011

Ohrensausen

Er kann nichts für seine Stimme, aber ob er was sagt, und was er sagt, darüber ist er Herr. Lassen wir mal die Rennen außen vor, jedoch die Präliminarien, das ante, das geht doch schwer auf den Senkel. Eine blechern beschwörende Herbeterei des es möge doch nun endlich losgehen, diese automatenhaften Mitteilungen als Standardmodul, die ersten Pferde rücken ein, die Ersten rücken bald ein, es geht jetzt bald los an der Startstelle, er kommt heran, er geht hinein, er weicht noch mal zurück, alles wird gut, wir reiten bald heim. Man kann es nicht mehr hören. Wer sich quälen will, hört sich Krischpins Mitteilungen von der Starstelle an, spannend wie ein Teller kalte Maggisuppe, atem- aber seelenlose Nichtigkeiten von Zerfallszeiten minus jenseits der Mikrosekunden, ein ewiges Hin und Her und Ying und Yang, zu welchem sich dann noch oft die Farben und der Wallach und wie bei Wissel der Sohn und die Tochter gesellen, damit es so richtig heimelig wird und kuschelig auf der Bahn und draußen im Lande vor den Bildschirmen. Monotonie als aktiv gelebtes Mantra.

 

Gewiss, er meint es gut, er möchte informieren, er möchte sich aber auch schwatzen hören, am besten ununterbrochen, denn es gibt so viel zu erleben und zu kommentieren auf so einer Pferderennbahn, man macht sich keine Vorstellung davon. Sein Bruder in Amt und Geist ist Herr Barth, der auch an keinem Mikrophon achtlos vorbei gehen kann. Und der Maestro des behaglichen Schwatzens, aber das führte jetzt in Abgründe, wollte man dieses Faß aufmachen.

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So

13

Nov

2011

Keine Bundesliga

Die Ferndiagnose stellt das Mittel der Wahl dar, also die Erkenntnis, daß man am besten über Dinge schreibt, wenn man gesunde Distanz zu ihnen hält. Das geht dann im Rennsport so, indem man nicht zu den Rennen hingeht, indem man nicht Pferde unterhält, indem man nicht die Funktionäre anspricht, indem man nicht den Rennverein anschreibt. Man hält sich insofern lieber raus, weil es sich so besser argumentieren läßt. Der Rennsport eignet sich besonders gut für diese Methode, weil ja stets was im Argen liegt, man braucht die Themen quasi nur aufzuheben, überall lauern heiße Eisen und kalte Bauern, und wie in der Polletikk und beim Fußball sind die besten Experten die, die sich vornehm zurück halten. Bzw. verletzungsbedingt nicht mitmachen können, obwohl sie früher großes Talent hatten und in der Kreisliga echte Chancen auf Mehr hatten, damals, als Knaben und Aufstreber.

 

Eine der erfreulichsten Debatten kreist seit Urzeiten um die Quoten. Weil jeder Hans und Franz behaupten kann, er habe in diesem oder jenem Rennen gewettet, schwafelt jeder mit, und räsoniert über das Gebahren der Rennvereine hinsichtlich der Kursmanipulation zulasten der Wetter. Unerhört, eine echte Wettmafia ist da zugange, sinistre Manipulatoren, die sich den Wanst voll schlagen. Einer ruft`s dem andern zu, Elsner Schuh! Elsner Schuh!

 

Auf die Idee, mal hinzugehen in die Totoleitung und zu fragen, ist scheint`s noch nie nicht jemand gekommen. Oder wenigstens zu schreiben, weil man ja lieber am heimeligen Computer wettet. Weil Antworten möglicherweise die Analyse beschweren würden. Die ganz schlauen behaupten dann, sie bekämen keine Antwort, aber das ist natürlich frech gelogen. Natürlich bekommt man Antwort, wenn man auf der Bahn hingeht und die Leute fragt, aber die Antworten passen leider nicht ins Bild, wie es auch nicht ins Bild paßt, daß zwischen Expertise und Engagement von Woeste und Tiedtke und Halm und Borchers Universen liegen, und zwar weit entfernte. Oder Vergleiche zu Meimann und Scheel zu noch tieferen Abgründen führen, zu echten Schlammlöchern, deren Dreck noch heute an den Schuhen des Rennsports klebt. Hinzu tritt dann noch der Anrufer, nennen wir ihn mal Sockenschuß, der also stets die Leute anruft, mittels cold call, um dann mit näselndem Bariton nach Art der faulen Leutenants Sachen fragt, die ihn nichts angehen. Sagennnsemal, und schon geht die Klappe zu, weil das kann kein Schwein ertragen und aushalten.

 

Und so teilt sich die Rennsportwelt in die Abteilung, die mehr oder weniger mühevoll den Laden irgendwie am Laufen hält, und denjenigen, die am Spielfeldrand stehen und die auf dem Platz lustvoll anfeuern und abkanzeln, eine Mischung aus Heckle&Jeckle und Mutter Tennisgenie. Longline, Oliver, longline!, wie schon Polt so recht genau wußte. Wie auch, daß im Biergarten stets der Krug zum Munde geht, niemals umgekehrt. Gell, Herr Weller?

 

In Bremen gestern waren bestimmt zum ersten Rennen fast 100 Zuschauer auf der Bahn, jede Wette. Später kamen dann noch mal 400 dazu. Aber es war knatterkalt, trotz eitel Sonnenschein, und der Wind pfoff sehr pfiffig um die Ecken. Der Wurststand machte vor Schreck ganz spät auf, dafür gab es biodynamische Nußmischungen mit wahlweise nur Salz oder Curry oder Hausmischung, 100 Gramm zweifuffzich. Felix hat eine Suppe aus Kartöffler und Lauch probiert, ich dann aber nicht mehr, weil der Vorkoster nicht so recht begeistert war. Dafür gab es noch Kakao, aber das bleibt ein Einzelfall. Der Rasen des Geläufs sah fast unglaubwürdig gut aus, immer noch fest gewoben und kurz geschnitten, und man gab den Wert mit 4,4 an. Die Rennen waren teils von persönlichem Interesse begleitet, zuerst ganz am Anfang mit dem schönen dritten Platz von Beltaine Fire, einer zähen Ackererin und Kämpferin, die etwas weiter bestimmt noch besser aufgehoben ist, und nächsten Jahr den Hafer verdienen wird. Fingers crossed! Dann liefen die beiden Pferde Labrice und Aviator für unseren Trainer Torsten Mundry, und wenn auch die Gegner overmatched waren, so müssen auch diese Rennen gewonnen werden, und das war dann so, zudem in gutem Stil. Und schließlich noch Dynamite Cat, gezogen von Hannes Gutschow, die nach einer Dreierserie eigentlich noch mal dran war, aber leider hat sich der junge Reiter so ungefähr jede Sackgasse in der Geraden rausgesucht, die da war, und dazu noch zwei, die gar nicht da waren. Naja, 4. mit knapp einer Länge geballert, so kann`s gehen. Den Trainer Figge sen. habe ich zum allerersten Mal ohne seinen Besitzer auf einer Rennbahn gesehen, den netten Herrn Wernicke. War bestimmt nicht leicht, im hohen Norden so ganz allein.

 

Dann war Schluß für uns, weil it is getting late pretty early out there, wie ein Spieler der New York Yankees mal das linke Feld im neuen Stadium beschrieb, wo die Sonne früh tief steht, was man auch sehr schön auf der Autobahn beobachten konnte, im Rückspiegel, schräg hinten links.

 

 

als post scriptum noch die erfreuliche Information für Freunde des Hauses Kerbella, daß All the Winds gestern in einem Novice Hurdle in Cheltenham guter Dritter wurde. Wenn er springen lernt, wird das a horse to follow.

 

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Fr

11

Nov

2011

3.

Zum Beschluß dieser persönlichen Betrachtung kommt ein kurzes Interview mit Herrn Tiedtke zu passe, nachzulesen bei Galopponline.de. Wie bisher ist das Schicksal des Rennsports im Rahmen der Glückspielproblematik unklar; wenn es zum Schlimmsten kommt, was zumindest nach Auffassung einiger Länder so sein soll, dann wird es in Zukunft statt keine Steuern (o,8%), fünf % geben, und zusätzlich Beschränkungen bei der Vermittlung und der Vermarktung. Dann wird es keinen Rennsport mehr geben, das wird dann sein. Jedenfalls keinen, der in Deutschland stattfindet. Es mag dann Bauernrennen geben oder Charity Gerenne der tollen Pferdchen bei Wetten Daß. Mehr nicht. Wer weiter züchten und anspannen will, wird das im Ausland machen, also dahin verkaufen und da laufen. Möglicherweise werden nach wie vor Pferde in Deutschland trainiert, aber nicht mehr 3.000.

 

Natürlich wird sofort von einschlägigen Kreisen die Schuldfrage gestellt werden, und passender Weise auch gleich beantwortet. Es wird Köln sein, wer denn sonst. Aber gegen die Kräfte der Politik, die jeden Groschen wie auch immer einziehen und behalten wollen, mit allen Mitteln und unter allen guten und abstrusen Begründungen, gegen diese Kräfte ist kein Kraut gewachsen. Das Thema Administration des Glückspiels steht auf völlig krummen und schiefen Argumenten, nämlich denen, wonach Spiellust ein Übel sei, welches der Staat zu kontrollieren habe, um insofern monopolistisch das Geld zu verdienen, welches als Ausdruck des Übels die Leute arm macht, weil man es zu ihrem Besten gleich ganz zu Hälfte behält, um es mildtätigen Zwecken und dem allgemeinen Haushalt zuzuführen. Gegen solche Argumentationsketten, welche in einem Schüleraufsatz zur 6- führen würden, ist kein vernünftiges Kraut gewachsen. Aber diese Argumente haben den Rang eines philosophischen Dogmas erreicht, eines dogmatischen perpetuum mobiles, welches nicht und nicht erweichbar ist, nicht mit guten Worten, evtl. mit gutem Geld, aber selbst das erscheint fraglich. (Interessant wäre mal zu untersuchen, ob ein Korrelat zwischen absoluten Spieleinsätzen und allgemeiner Zufriedenheit mit der Politik herrscht, in dem Sinne, wonach schlechte Politik in gesteigerte Einnahmen des Staates aus den Glückspielen transzendiert. Wonach dann die Quadratur des Kreises erreicht wäre, also das Gipfelkreuz effektiver Politik.) 

 

Der Rennsport wird also auf sich zurück geworfen, wenn dieses Szenario Wirklichkeit wird, und dann weht der Wind so eisig ins Gesicht, daß nichts mehr gehen wird. Das Publikum, welches mal wieder zum 123ten Mal mehr Werbung fordert und mehr Fernsehpräsenz und mehr Freikarten für sich selbst verlangt; dieses Publikum verlangt, der Sport als gemeinnützige Amateurveranstaltung möge mit der Schlagkraft eines mittleren Unternehmens daher kommen, also zumindest mit den Resultaten, die ein Apparat eines Unternehmens vergleichbarer Größenordnung erzielt. Oha, wie das? Offenbar wissen alle diese Schlaumeier nicht, mit welchen Marketing- und Werbebudgets 32 Millionen Umsatz erkauft werden müssen, wie viel Man Power dahinter steckt, wie viel kreative Leute dazu bezahlt werden müssen. Und die 32 Millionen sind ja nur der schmale Wettumsatz. Dazu kommen die Einnahmen aus Eintritt und Sponsoring etc. Für Summen jenseits der 50 Millionen Umsatz kommen Abteilungen von Spezialisten zum Einsatz, unternehmerische Strukturen und Ressourcen, die weit weit außerhalb aller Möglichkeiten des Rennsports angesiedelt sind.

 

Das vergessen die allfälligen Kritiker gern, und zwar, weil sie von all diesen Realitäten und Logiken noch weiter entfernt sind, als die Politiker.

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So

06

Nov

2011

Zweiter Teil

Wobei der Rennsport hinlänglich Vorsorge getroffen hat, daß auch Leute mitmachen können, die keine goldenen Löffel geerbt haben. Er hat nämlich das Handicap erfunden, nach meiner Kenntnis die einzige professionelle Sportart, in der schlechtere gegen bessere Athleten gewinnen können, ja sogar sollen. Das gibt es nirgends sonst. Golf zählt nicht dazu. Also es gibt Handicaps, die gefühlt den Großteil der Rennen ausmachen, weil ansonsten niemand gegen Aga Khan oder Coolmore oder Khalid Abdullah antreten würde. Wobei die gar nicht in den Handicaps laufen, aber das nur am Rande. Trotzdem, trotz dieser Egalite per ordre mufti, trotzdem laufen die Leute dem Sport davon, weil absolut nicht genug da ist, und weil Handicaps ein delikates Management erfordern, was manche Trainer und Besitzer überfordert. Oder sie haben, wie der Autor, das große Glück, einen besseren zu haben, aber das ist die Ausnahme von der Regel.

 

Es sieht daher düster aus, und mir fällt kein Königsweg ein, der daran kurzfristig und nachhaltig was ändern könnte. Dazu sind die Verhältnisse einfach zu dramatisch schlecht, und dazu fehlt schlicht der Massenappeal, der über die große Zahl Abhilfe schaffen könnte. Es gehen seit Urzeiten die Forderungen nach mehr Fernsehpräsenz um, und mehr Werbung, und mehr Marketing, was aber alles die gleiche Münze ist. Jedoch, dazu braucht man eine Anschubfinanzierung, und selbst dann wäre nicht erwiesen, ob das Wirkung zeigt beim Publikum, welches ja dann auch noch animiert werden müßte, Geld in den Topf zu werfen. Zukucken alleine macht nicht satt, nur zahlen. Meine persönliche Erfahrung ist, daß von zehn Leuten, die man mit auf die Rennbahn nimmt, 1 wieder kommen will, und von diesem einen sind 0,1 % bereit, sich an einem Pferd zu beteiligen oder eins zu kaufen. Das ist leider so, trotz bester Plätze im Haus und trotz bester Getränke und Siegen live inklusive. Es ist ganz schön, es verschlägt auch nichts, aber es muß nicht sein. Ein klassisches nice to have.

 

Dieser Umstand wirkt sich auch bei der Sponsorensuche aus, denn auch da gilt erstmal, daß die Entscheider Spaß haben wollen und müssen. Es tritt gewiss die besondere Eitelkeit hinzu, die auch Fußballklubpräsidenten und Mäzene allgemein auszeichnet, also dieses schöne Gefühl, ein allseits geachteter und melkbarer Mäzen zu sein, aber die Konkurrenz ist groß, und das Angebot des Rennsports nicht immer prickelnd.

 

Bleibt die öffentliche Hand. Die könnte, wenn sie wollte, aber auch nicht so, weil sich da sofort beihilferechtliche Fragen auftun, und weil es dem Steuerzahler in der Tat schwer anzudienen ist, für dieses exklusive Hobby noch mehr Geld beizusteuern. Aber man kann es immerhin versuchen, denn der Versuch ist nicht verboten, und die Summen sind, verglichen mit so manch anderem Kulturprojekt, bescheiden. Herr Dr. Göhner fällt mir immer sofort ein, wenn ich an diesen Aspekt denke, aber auch der schafft es ganz offensichtlich nicht, aus welchen Töpfen seiner Politikerfreunde auch immer sagen wir mal schlappe 10 Millionen zu ergattern, also etwas mehr, als momentan aus dem Wettgeschäft all told erlöst wird. 10 Millionen, ein Fliegenschiß in einer bundesdeutschen Bilanz, ein Hauch von Schatten. Als Begründung würde man natürlich mit dem Pfund der jahrhunderte alten Kulturleistung wuchern, aber so Jahrhunderte alt ist der Sport nun auch wieder nicht, und leider hat der Sport nicht zu Unrecht ein Image, welches verbesserungsfähig ist. Immer noch umweht eine ranzige Aura von Monokel und Altherren Club die Veranstaltung, garniert mit leichten Mädels und saurem Prickelwasser. Das ist leider so, weil es zum Kern gehört, und Royal Ascot ist nur die Spitze des Eisbergs, der auch in München schöne Blüten treibt, wie man diesen Sommer lustvoll miterleben konnte. Auch der HRC gibt sich an der Spitze alle Mühe, besonders steif und volksentfernt daher zu kommen, und wie man leider sagen muß, mit einigem Erfolg. Das sind hohe Hürden, die nicht einfach zu überspringen sind.

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Fr

04

Nov

2011

Geld

Laßt Zahlen sprechen. Man erhält jedes Jahr aus Köln den Jahresbericht des Rennsports, letztmalig den über das Jahr 2010. Da stehen allerhand Daten drin, die ich interessant finde. Ich gebe ein paar wieder:

 

Besitzer 1.282, Pferde im Training 3.082, Fohlen 1.035, Einfuhren 370, Rennpreise € 13.420.571 , Auslandsgewinne € 5.846.487, Gesamtumsatz Toto € 31.703.497 (Bahn € 17.856.957, Außen € 13.846.540).

 

Das sind einige interessante Zahlen. Sie zeigen, wie sich die Veranstaltung für Besitzer darstellt, wer wie viel bezahlt, und wer wie viel rausbekommt.

 

Es gibt ja mehrere Gruppen im Rennsport, oder Protagonisten, wie Sportjournalisten so gerne sagen. Da gibt es die Professionellen, also alle Personen und Gesellschaften, die für Geld tätig werden. Dazu gehören Trainer, Jockeys, Stallpersonal, Vets, Transporteure etc., aber z.B. auch Sponsoren und Buchmacher. Diese Gruppe wird auf Basis Leistung-Gegenleistung tätig, also per Saldo neutral, wenn man unterstellt, daß die Preise stimmen. Buchmacher hingegen müssen Plus machen, weil sie sonst Pleite gehen.

 

Dann gibt es die öffentliche Hand, also Kommunen und Länder. Die stellen je nach Verein das Betriebsgelände zur Verfügung, oder bezuschussen den Betrieb in irgendeiner Form. Über die Höhe lässt sich schwer raten, weil das nicht öffentlich abgehandelt wird, und es sich auch oft um Sachleistung handelt. Dazu gehört auch die weitgehende Befreiung von der Totosteuer --à Rückvergütung.

 

Dann gibt es die Besucher, die sich wiederum in zahlende und wettende unterteilen, wobei sich diese Gruppen mischen und überschneiden können. Es gibt Freikarteninhaber, die wetten, oder auch nicht, es gibt Eintrittzahler, die wetten, oder auch nicht. Es gibt Wetter, die überhaupt nicht auf der Bahn erscheinen.

 

Es gibt die Rennvereine, das sind die jeweiligen Mitglieder in ihrer Gesamtheit. Die agieren weitgehend gemeinnützig, also unendgeldlich, wobei sich die Modelle Baden-Baden und Hoppegarten davon gelöst haben, und weite Teile des Betriebs privatrechtlich abhandeln. Rennvereinsmitglieder, die oft auch Besitzer sind, zahlen Beiträge und spenden, manche in erheblicher Höhe (Wille, v.Gärtner etc.)

 

Und dann gibt es die Besitzer und die Züchter, wobei letztere sich 1. oft mit den Besitzern überschneiden, und 2. die Zucht kommerziell betrieben werden kann.

 

Was sagt uns das nun Alles, worauf will ich hinaus? Ich will zeigen, wie im Rennsport die Gewichte verteilt sind, wer die finanziellen Lasten trägt, und was bei der ganzen Sache am Ende herauskommt. Fangen wir mal mit den Wettern an: Die haben insgesamt € 31.000.000 verwettet, und dabei grob gerechnet € 23.500.000 wieder rausbekommen, die berühmten 75%. Im Sport sind aber die € 7.750.000 nicht angekommen, sondern nur etwa € 6.300.000. Weil die Außenwette etwa 10% Provision verschlingt. Wie auch immer, die Wetter tragen mit € 6,3 Mio zum Kuchen bei. Sie tragen interessanterweise mit noch mal € 1,5 Mio via German Tote bei, weil das die Provisionen für ins Ausland vermittelte Wetten sind. Man kann sich bei einem Provisionssatz von 3% ausrechnen, daß die deutschen Wetter mehr ins Ausland via German Tote wetten, als insgesamt auf deutsche Rennen über den Toto. Macht also insgesamt € 7,800.000 als Ergebnis für den Sport.

 

Die Besitzer unterhalten 3.082 Pferde. Die kosten, je nach Anspruch und Möglichkeit, im Schnitt € 1.750 im Monat. Es gehören dazu Veterinärkosten, Transportkosten, Schmiede, Reisespesen, Versicherungen, Nenngelder. Das macht dann mal eben € 64.722.000, in Worten € vierundsechzig Millionen siebenhundertzweiundzwanzig. Das ist aber noch nicht alles, denn die Pferde müssen ja auch erstmal angeschafft werden. 1000 Fohlen, 370 Importe, 3.082 im Training. Ich sage mal, jedes Jahr müssen 1.000 Pferde gekauft werden, oder für den Züchter laufen. Der rechnet dann seine Aufzuchtkosten zusammen, also Deckgeld plus 2 Jahre. Ich schätze, daß jedes Pferd dieser 1.000 um und bei € 15.000 kostet. Baden Baden Jährlinge haben einen doppelt so hohen Schnitt, also dürfte die Hälfte davon konservativ sein. Insofern müssen jedes Jahr noch mal € 15.000.000 aufgebracht werden, von den Besitzern. Das macht dann grob gerechnet knapp € 80.000.000, die von den Besitzern jährlich in die Hand genommen werden.

 

Was kommt zurück? Es kommen außer schönen Ehrenpreisen aus Porzellan oder Zink oder Glas insgesamt € 13.420.571 aus Deutschland zurück sowie noch mal € 5.846.487 aus dem Ausland, insgesamt also € 19.266.706. Was aber nicht stimmt, denn knapp 20% gehen für Trainer, Jockey, Verband drauf, so daß am Ende netto um und bei € 15.500.000 hängen bleiben. Das ist der Ertrag der Besitzer. Das sind, bezogen auf den Einsatz von 80 Millionen, weniger als 20%. Beim Lotto werden 50% ausgeschüttet.

 

Man sieht also, was beim Rennsport rauskommt, nämlich ein sattes Minus. Besitzer sind wie Wetter Leute, die idealistisch und träumerisch veranlagt sind, und die nicht wegen des Geldes dabei sind, sondern wegen immaterieller Güter – Eitelkeit, Philantropie, Kultur, Spaß, Hoffnung. Es sind Leute von großer Duldsamkeit und grenzenloser Phantasie, was das Können ihre Zweijährigen anlangt. In Amerika gibt es einen schönen Spruch, wonach sich noch kein Mann das Leben genommen hat, der einen hoffnungsvollen Zweijährigen im Stall hat. Die Besitzer sind bis heute bereit, dieses groteske Mißverhältnis von Einsatz und Ertrag hinzunehmen. Aber langsam ist das Ende der Belastbarkeit erreicht.

 

Nun erhebt sich die Frage der Analyse dieser Zahlen. Ich denke, wichtigster Punkt ist, daß die Besitzer eine amorphe Masse sind, in der ein jeder des anderen Konkurrent ist. Jeder will gewinnen, und das geht nur, wenn die Kollegen verlieren. Besitzer spielen nicht als Mannschaft, sondern als Einzelkämpfer. Das ist der Obersatz, wenn man die Dynamik der Veranstaltung nach innen und nach außen verstehen will.

 

Zweiter Satz ist die Erkenntnis, daß die Besitzer der entscheidende Faktor in dieser Gemengelage sind. Und zwar mit weitem Abstand. Netto kommen 65 Millionen Cash aus dieser Abteilung, weit mehr als alle anderen  zusammen.

 

Trotzdem wollen die Dinge nicht vom Fleck kommen, trotz dieser finanziellen Sonderstellung. Man bedenke: Wenn die Totalisatoreinnahmen um 50% stiegen, läge das Betriebsregebnis der Besitzer immer noch weit in den Miesen, statt 20% gäbe es dann 25% zurück, unterstellt, die Mehreinahmen gingen ausschließlich in die Dotierungen. Das ganze Gejammere dreht sich also im Kreis, weil auch deutliche Steigerungen der Einnahmen nichts am  Ergebnis ändern.

 

Also findet eine Abstimmung mit den Füßen und Hufen statt, go west young man. Das geht aber nur mit guten Pferden, aber dann geht es ganz gut, trotz erheblicher Mehrkosten. So verdünnisieren sich die, die die Pferde haben, was letztlich auch dem Leistungsgedanken entspricht, wonach man gefälligst bessere Pferde züchten soll, und nicht schlechtere.

 

Andere stimmen mit den Füßen nach rückwärts ab, sie hören auf. Um dann Klage über den Zustand des Sports und sein unfähiges Personal zu führen. Weil, die Sache ist ja irgendwie doch reizvoll, und so ganz möchte man nicht aufhören und Briefmarken sortieren statt dessen, oder Spazieren gehen.  

 

 

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Di

01

Nov

2011

Protokoll

Das Protokoll ist eingegangen, nämlich das der Mitgliederversammlung der Besitzervereinigung vom 29. August. Immerhin 24 eng beschriebene Seiten, und um das Wichtigste gleich an den Anfang zu stellen, es hapert an der Rechtschreibung, und insofern stellt das eine Mißachtung der Leser dar, wie Herr Dr. Richter feststellt, dieser unbestechliche Kenner der Rechtschreibregeln und der Anstandsregeln.

 

Aber diese 24 Seiten waren offenbar nötig, um die Ausführungen der Herren Tiedtke und Göhner angemessen wiederzugeben, denn die beiden beackerten das Zentralthema der Veranstaltung, die Neuregelung des Glückspielstaatsvertrags. Erst war Herr Tiedtke dran, und dann „stürmt Herr Dr. Göhner ans Rednerpult und schiebt mit den Worten: „“dann möchte ich jetzt etwas ausführlicher werden““ Herrn Tiedtke unsanft zur Seite“, wie das Protokoll zu Protokoll gibt.

 

Nachdem also Herr Tiedtke ausführlich die Politik des DVR geschildert hat, wird Herr Dr. Göhner noch ausführlicher, und weil das Ganze ja auch hier mehrmals und ausführlich durchgekaut wurde und weil die Zeit auch über den 29. August hinweggegangen ist und weil sich in dieser Causa ständig die Frontverläufe ändern ist es müßig, den jeweiligen Inhalt der ausführlichen Ausführungen wieder zu geben. Es reicht, das Atmosphärische einzufangen, dieses würzige Aroma von Aufruhr und Geschupse und Geschiebe, dieses Antragsgewusel mit ja oder nein oder weiß nicht, und die Beschwörungsformeln von Herrn Dr. Göhner, man möge ihm folgen, nicht dem DVR. Na ja, das hat dann nicht geklappt, der umtriebige Ex- Politiker, der ständig Anrufe von besorgten Ministerpräsidenten erhält und sich wohl ein Feldbett in Ministerien aufgestellt hat, also dessen Beschwörungskünste haben das Plenum nicht ausreichend überzeugt, und so bleibt die Politik der BV, wie bereits beschlossen. Man wird also sehen. Auch Herr Dr. Eversfield hat einen Antrag gestellt, bzw. seinen Antrag durch Herrn Dr. Göhner erläutern lassen, wenn man das richtig versteht, und möglicherweise war das der Zentralantrag, oder aber auch nicht, also vielleicht nur ein Hilfsantrag zur Geschäftsordnung. Wer will das Alles noch auseinander klamüsern.

 

Aber Herr Dr. Göhner betrachtet es auch als schändlich, Verzeihung niederträchtig, wenn ihm unterstellt würde, er würde für Geld die Traber beraten. Er kenne die Herren gar nicht! Jedoch, er war dabei in Magdeburg, als Herr v. Mutius, der von seinem Freund Herrn Schönigh gebeten worden sei, dem Betreiber von Hoppegarten, der also gebeten worden sei, das Gespräch zu führen, und er mache alles ohne einen Cent, alles, auch vorher. Eine gewaltige Suada brach sich da offenbar Bahn, schwer nach zu halten in ihrem Furor und Eifer, Freund und Feind vereint am Tisch, aber ohne Kenntnis der Herren.

 

Erstaunlich allerdings das Fehlen des Themas Racebets in den ausführlichen Ausführungen des Herrn Dr. Göhner. Das kommt gar nicht vor. Anders noch im Frühjahr, zu Zeiten der großmächtigen Leserbriefkampagne. Aber er wollte sich wohl den Unwillen der versammelten Kommanditisten nicht zuziehen. Immerhin kommt das Wort Malta vor, sogar zweimal, wenn ich das richtig gezählt habe.

 

Am Ende wurden dann Appelle ausgetauscht zur Solidarität, zum gemeinsamen Großen und Ganzen mit eingebautem Schulterschluß, und als der Rauch sich verzogen hatte, war dann auch schon bald Ende. Immerhin leben wir als große ganze Turfdeutschlandgemeinschaft in der Gewissheit, daß sich die Rahmenbedingungen für den Rennsport schneller wandeln, oder auch nicht, als man Hauptversammlungen der BV abhalten kann. Insofern bleibt die Spannung erhalten.

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Fr

28

Okt

2011

Nervensache, reine Nervensache.

„Die Länder Hessen und Niedersachsen hatten in der Ministerpräsidentenkonferenz eine Protokollerklärung abgegeben. Auf deren Grundlage soll eine Öffnungsklausel geprüft werden, die die Übertragung des so genannten "realen Spiels" aus staatlichen Spielbanken im Internet möglich macht. Außerdem wollen beide Länder prüfen lassen, ob die Regelungen für Pferdewetten deutlich reduziert werden können.“

 

 

Immerhin, es wird von der Politik endlich zur Kenntnis genommen, daß der Rennsport nicht ohne weiteres über den Kamm der anderen Glückspiele geschoren werden kann. Und daß sein Schicksal auf der Kippe steht. Was nun dabei rauskommt, ist nach wie vor unklar. Also, die Hoffnung stirbt zuletzt, obwohl diese Hängepartie Ressourcen ohne Ende bindet und Investitionen verhindert. Wer will sich im Sport groß engagieren, solange die Zukunft völlig unklar ist? 

 

Aber was ist passiert? Die Welt dreht sich weiter, und es drehen sich mit neuen Geschwindigkeiten die Räder, und der gute alte Rennsport schafft immer nur so um und bei 65 km/h, trotz aller Bemühungen an allen Fronten. Ich schätze mal, es wird nicht wesentlich schneller gehen. Also überholt das Leben den Rennsport, mit Zahlen jenseits der Schwindelgrenze, denn es geht jetzt um Billionen, Damen und Herren, also multiple Milliarden, tausende genau genommen, weil es sich leichter rechnen lässt. Das Spiel heißt Ringtausch heißer Kartoffeln, oder die Reise nach Jerusalem mit neuen Regeln, statt 11 Reisende mit 10 Stühlen alt, 34 Reisende mit 9 Stühlen neu. Und neuer Musik, mehr so neumodischer Kram. Da kann die Musik ganz plötzlich verstummen, einfach so, schnippschnapp, und die Kanzlerin guckt aus der Grotte und möchte immer gleich wieder rein, so fürchterlich ist das alles. Wir erleben gerade die Privatisierung des einzigen echten Produktionsmittels, des Geldes, also auch gleich die Privatisierung des Staates, und da machen sich die popeligen paar Millionen des Rennsports sowohl relativ als auch effektiv gering, fast unscheinbar. Der Mensch ist trotz allem ideal veranlagt, er spuckt trotzig weiter in den Vulcan, um der Eruption Einhalt zu gebieten. Das macht Mut. Der Rennsport ist ein vergessenes und vernachlässigtes Kulturrefugium, und manchmal wünscht man sich fast, er möge weiter dieses Schattendasein fristen, statt einer Herde Kartoffelschmeißer und Jerusalemreisender in die Hände und den Fahrplan zu fallen. Aber Gemach, das wird noch kommen.

 

 

 

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Di

25

Okt

2011

Kinderhilfswerk

Wenn man es bei Lichte betrachtet, leistet Herr Rumstich auch merkantil Wertvolles für den Sport. Man muß nur genau hinsehen. Nämlich eine Marketingstrategie, die die schönen Kinderklamotten des Unternehmens "PWV – textiles pour enfants" mit den höheren Weihen des Rennsports verknüpft. Weil, es gibt 10% Rabatt auf Alles, das ganze Angebot, Beißringe der Marke Sophie la girafe, Bugaboo Winterset 3-in-1, Kissenbezüge, Wickelauflagen, Krabelldecken, Nestchen – das ganze Programm. Man muß nur das Codewort angeben, und das Codewort lautet: Danedream.

 

Mehr muß man nicht machen, um in den Genuß dieser hervorragenden Rabatte zu kommen. Woher weiß ich das, wo doch unsere Kinder seit langem dem Hause entflohen sind, gerade neulich wieder die Jüngste, zum Studium nach Lüneburg? Ich weiß das von der Seite

 

http://galopp-sieger.de/wp/2011/10/17/let-your-baby-dream-with-danedream/

 

auf welcher der Betreiber, Herr Rumstich, ansonsten scharf die Mißstände in Köln geißelt, vorzugsweise die Mißstände im Marketing und speziell der Öffentlichkeitsarbeit. Das ist sein Fachgebiet, und wenn man ihm auch ansonsten vorwerfen kann, daß er beim Sport nicht richtig mitmacht, weil er kein Geld in Pferde und Haltung und Training investiert, hier investiert er mal exemplarisch, nämlich seine Ressourcen als Marketingexperte, der es schafft, auch Minderjährige in den Dienst der Angelegenheit zu stellen. Bzw. umgekehrt, er schafft es, Danedream in den Dienst von Klamotten für Minderjährige zu stellen, und damit die Sache rund wird, handelt es sich um eine Familienangelegenheit, eine collaboration, wie man auch sagt, denn das Unternehmen mit dem schönen Akronym PWV wird von seiner Gattin geführt – textiles pour enfants. Das ist schön, Danedream läuft also im Dienste einer grundguten Sache, obwohl nicht bekannt ist, ob Teile der Erlöse dem Rennsport zugute kommen, oder nur der Familie Rumstich. Egal, Hauptsache, es passiert endlich was im Sport. Cheveaux pour Rümstich, nes pa?

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Mo

24

Okt

2011

So ein Tag, so wunderschön wie Heute!

Ach Gott, ist das schön, wenn Bayern verliert. Nicht nur, daß das Schönste Siege von 96 sind, das zweitschönste sind Niederlagen der Bayern, weil da ganz Fußballdeutschland zustimmt, und weil sich niemand so herrliche Ausreden einfallen lässt hernach und so hemmungslos nachtritt wie der FC Bayern München und seine, Journalisten aufpaßt!!!!!!!!, Protagonisten. Und dabei hat 96 einfach nur gewonnen, weil sie super gespielt haben, schnell und zielstrebig, und weil sie Bayern nicht haben ins Spiel kommen lassen. Und weil sie 2 Tore geschossen haben, und Bayern nur eins. Im Frühjahr haben sie sogar 3:1 gewonnen, und ich denke, sie sind einfach besser gegen Bayern als Bayern gegen 96 in Hannover. Da beißt keine Maus den Faden ab.

 

Herr Rummenigge fand das alles ganz schändlich, ganz und gar, was Pinto da gemacht habe, dieser allergrößte Schauspieler, den Hönöß sogar nach Hollywood schicken will, der gute Mann. Foul? Which foul? Und dann habe der Schulz den Boateng zuerst geschupst, nicht wahr, wie Osram anmerkte, Osram Heynckes, was Wolfram Wuttke schon vor Jahren haargenau erkannte. Ein Komplott, ein schauspielerisches Komplott, und das werde ein Nachspiel haben, aber wo!

 

Dazwischen Schmiedebach mit einer Balletteinlage, mit der er fast auch sich, aber immerhin drei Bayern Tölpel austrickste, auf dem engstem Raum, wie es immer so schön heißt, als das Spiel nicht nur dahinplätscherte, sondern munter hin und her wogte, zu eng, zu weit. Und Pander erwies sich als erhoffte Verstärkung mit Pässen wie weiland Tanne, und Stindl lief und lief und lief ganz ohne Batterie, einfach so, aus Jux und Tollerei, während Moa erst den Pfosten traf und dann das Tor. Aus der Tiefe des Raumes, Zack!

 

Und diese Abwehr, ein Geschenk der EU Erweiterung, der US Boy, der Mann aus Tunesien (danke für den Hinweis), der Österreicher mit den putzigen Haaren und Schulle, während dahinter der Zerberus Zieler alles wegfischte und abfing und faustete, was diese Landeier aus dem Süden versuchten, besonders der mit der Haarfrisur, die er so schön hat, daß Vögel darin nisten möchten. Leider mußte man auf diese enorm wuchtige Pose verzichten, diese herrische Matadorenpose, die dieser unerschrockene Schauspieler gerne vorführt, wenn er mal trifft.

 

Jedes Jahr ein Kind, jedes Jahr ein Kind, bis es 96 sind!

 

Eben gab es nochmal diese putzige Sendung bei Premiere, bei der sich Journalisten und Effe gegenseitig eincremen. Oft schwarwenzelt auch das Beckenbaur da rum. Wie stets eine Verbeugung nach München, wo das Geld sitzt. Der gute Boateng, der böse Pinto, Verständnis für Osram. Das ganze Programm. Bayern ist das Thema, der Rest Stichwort liefernde Staffage. Auf geht`s, Buam!

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Sa

15

Okt

2011

Champions

Frankel hat im Führring das Rennen gewonnen, beim Aufgalopp, dann besonders beim Ausgaloppieren, als er weit in den Bogen weiter marschierte, er hat das Rennen bei der Rückkehr zum Absatteln gewonnen. Und zwischendurch hat er das Rennen unterwegs in Ascot gewonnen, fast beiläufig in dieser Perlenkette von Ausstrahlung und Dominanz. Ein Phänomen, möglicherweise das Beste, was in den letzten Jahrzehnten zu erleben war, und jedenfalls auch auf dem klitzekleinen Bildschirm zu Hause das beeindruckendste Tier, welches ich je gesehen habe. Ohne Prätention, ohne Allüren, bescheiden fast im Auftritt, aber mit Wucht und Präzision wie ein scharf geschliffenes Japanisches Messer, ein völlig selbstbewusster Auftritt ohne Pose, jederzeit Herr seiner selbst und im Hause. Das ist ein ganz rares Individuum, welches in einer anderen Dimension galoppiert.

 

Der andere ist ein Bleu Collar Pferd, Cirrus des Aigles, und der hat dem Tag das zweite Glanzlicht aufgesetzt, ein ganz und gar verdientes. Das ist das beste 2.000 Meter Pferd der Welt nach Byword, wenn man den Prix Dollar heranzieht, aber vielleicht ist er auch das Beste. Soumillon war jedenfalls auch der Beste heute, aber die Abgründe einer Funktionärskasperade namens New Whip Rules made by BHA haben den ganzen Tag verdorben und ihn um sein Geld betrogen. Cirrus des Aigles jedenfalls ist ein ganz harter Hund und Arbeiter, und sein Resumee ist das kompletteste, was es gibt in dieser Klasse.

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Mo

10

Okt

2011

Der Gastbeitrag. Heute: Steven Crist, DRF

                              

It took eight hours and 3,628 miles, but last week I found a way to feel just a little bit better about the state of Thoroughbred racing in the United States: I attended the annual Paris conference of the International Federation of Horseracing Authorities, and learned that we are not alone.

Things are tough all over in the world of racing. The United States foal crop declined 12.4 percent from 2009 to 2010, an alarming drop but actually less than the falloffs in New Zealand (-15.5 percent), Britain (-17.4 percent) and Ireland (-28.9 percent.) Wagering for the first half of 2011 was down 7.7 percent in the U.S., sobering but not quite so bad next to declines of 10.2 percent in Singapore, 10.4 percent in Japan, and 17.8 percent in Italy for the first six months of the year.

The cold comfort provided by these statistics comes not from the misfortunes of other s but from the similarity of experiences among so many of the 59 racing nations – from Argentina to Vietnam – represented by delegates or observers to the conference.

“When Gavin Glover of the Mauritius Turf Club got up to speak, I said to myself, ‘Here’s one guy who can’t possibly have the same problems we do in New York,’ ” said Charles Hayward, the chief executive of the New York Racing Association and a conference panelist. “Then he started to talk about intrusive interference by local politicians, and not having control over the retailing of his product, and I began to feel right at home.”

Mauritius, if you’re rusty on your high-school geography, is an island nation in the Indian Ocean about 500 miles east of Madagascar. The only known home of the famously extinct dodo bird, Mauritius has been an independent nation only since 1968 but has had a Turf Club and racing since 1812. Glover’s remarks about the troubled state of the MTC sounded eerily similar to the last couple decades of NYRA’s history:

“It still is politically incorrect to appear to have taken sides with the MTC, which is still viewed, albeit wrongly, as an elitist club restricted to a few nabobs of the upper crust of our society. Today our membership is such that this stand is preposterous. However the perception persists and the politicians remain very chilly when it comes to helping…”

Sound familiar? So did his remarks about competition from government-sponsored Lotto, poor infrastructure at outdated facilities, and insufficient signal revenue from competing tote operators. So did an Australian update from Andrew Harding of the Asian Racing Federation on an ongoing lawsuit between Aussie tracks and Betfair, the betting-exchange operator. Betfair is suing to lower its payments to racing, arguing that it should be taxed on its profits, not its handle – the exact same case being made these days by New York’s remaining OTB corporations.

What seemed to leave delegates most impressed about the near future of U.S. racing was Hayward’s report on the looming bonanza for New York now that it appears the Aqueduct racino is really going to open by the end of the year. Presenting updated and more optimistic projections than previously released, he talked about $99.9 million in new annual revenue – $27.6 million for capital improvements, $20.6 million to operating funds, $44.8 million to purses, and $6.9 million to the state breeding fund.

“All we hear for 20 years is things are so terrible in New York,” said an Italian delegate, “and now you’re getting $100 million!” That only works out to a lousy 75 million Euros, but he was clearly impressed.

The keynote speaker was the Aga Khan, who in addition to being the spiritual leader of millions of Shiite Muslims has bred or owned 36 European Classic winners and operates France’s largest breeding operation. He also got the biggest laugh of the afternoon, from delegates listening through headphones as his remarks were simultaneously translated from English into French, German, Italian, Japanese, and Spanish:

“I was reminded the other day of a particularly generous and kindly lady,” said His Highness, “who took pity on one of the less fortunate people she encountered on the street as she took a walk one day. Impulsively, she handed him a 20-Euro note and murmured in a kind, quiet voice, ‘Godspeed, my good man.’

“The next day, the same man came up to her and handed her a 100-Euro note. ‘What is this for?’ she asked. ‘Haven’t you heard?’ said the man. ’Godspeed came in at 5 to 1 at Longchamp.’ ”

 

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So

09

Okt

2011

Dortmund

Am besten gefallen mir persönlich die Stücke über Brigitte und Dortmund, die ich natürlich nicht noch mal nachgelesen habe, um die Erinnerung nicht zu trüben. Ich weiß auch gar nicht genau, wie lange das jetzt hier vor sich geht, aber es sind einige Nachrichten zusammen gekommen. So viel steht fest. Dafür danke ich allen Schreibern sehr herzlich, natürlich auch Schreiberinnen, soweit das einschlägig war bzw. ist. Wie ich schon oft und deutlich betont habe, ist der Zweck der Übung, meine Eitelkeit zu befriedigen. Damit stimme ich nicht nur mit den vielen vielen scharfsinnigen Kritikern überein, sondern auch in dieser Qualität, die jeden Schreiber in öffentlichen Bereichen mehr oder weniger antreibt. Mir sind hier im Laufe der Zeit überraschend witzige und charmante Beiträge über den Weg gelaufen, aber leider auch sehr schwachsinnige. Somit bildet diese Kommentarabteilung getreulich die Gesellschaft der Rennsport Freunde ab, vermutlich sogar das Gemeinleben an sich.

 

Allen Schreibern gemein ist neben der Eitelkeit eine Grundsympathie für den Rennsport, eine Emphase für die Kreatur und die Menschen und die ganze Veranstaltung als inszeniertes Drama, welches man am Ende doch eigentlich ganz toll und aufregend findet. Das merkt man deutlich. Bis auf die eine Ausnahme; diese hat leider überhaupt keine Sympathie für den Sport, zeigt keinerlei Zuneigung für die Kreaturen und Akteure, keine Begeisterung für den Sport. Insofern muß man das bedauern, weil offenbar nur der Wunsch besteht, wenigstens im Negativen der Beste zu sein. Das gelingt, aber was für ein merkwürdiges Phänomen, und um welchen Preis. Immerhin eine konsequente Politik, die alles an Antipathie in Kauf nimmt für dieses extravagante Ziel. Aber es gibt wohl diese Typen ohne Gefühl, man nennt diesen Zustand Alexithymie, der sich dem Autismus nähert, ja diesem benachbart ist. Ein einigermaßen pathologischer Zustand also, was man respektieren und mit dem man umgehen muß. Ausschließen ist keine Lösung, eine Therapie jedoch sehr schwer.

 

Zur Dortmunder Rennbahn habe ich ein zwiespältiges Verhältnis; einerseits verbringe ich seit Jahren viel berufliche Zeit in Witten, was nebenan von Dortmund ist, andererseits sind die Ergebnisse von Rennen mit Beteiligung nicht erfreulich, sondern sogar niederschmetternd. Es begann gleich mit dem negativen Höhepunkt, am 2. Oktober 1999. Da lief in Dortmund im Auktionsrennen Sweet Brief, und in Longchamp Evil Empire, beide für Syndikate, an denen ich die Freude der Teilnahme hatte. Der Tag in Dortmund war naß und kalt, es wehte stramm durch die Anlage, und Sweet Brief blieb in der Geraden im weichen Geläuf stecken, als Co-Favorit. Später wurde er immerhin Dritter in Frankfurt, im Frühjahrspreis, war also ein gutes Pferd. Aber der Hammer kam dann erst, der Prix Opera in Paris. Andrasch Starke und Evil Empire hatten ein gutes Rennen, bis zum Ziel, wo vor ihnen ich glaube Gerard Dubroeucq sein Pferd ordnungsgemäß aufnahm, und Andrasch Starke es ihm nachmachte. Das war verfrüht. Denn es ging zum zweiten Ziel, dem ominösen, und bis dahin reichte es dann nur noch zum vierten Platz mit Evil Empire. Da war Herr Bruno Schütz so sauer, daß er den Schickle Laden mit lauten Flüchen voll machte, trotz Beatmungsgerät. Junge, war der sauer auf den Reiter, der aber letzthin mit Danedream alles wieder gut gemacht hat. Jedenfalls, das war ein denkwürdig beschissener Renntag damals mit trostloser Heimfahrt, der stärksten Prüfung in diesem entbehrungsreichen Sport. Geballert, Rückfahrt, Stau, Herbst. Und so ging`s dann weiter in Dortmund, Daily Impact im Winter mit Andreas Göritz, nach zwei Galoppsprüngen die Landeklappen ausgefahren, dann Durban Thunder festgefahren im Matsch, zuletzt Dashing Dandy verquer über den Golfweg und dann weg. Einzig Ingolf, der große Ingolf, hat für unsere Freundin Manuela Sohl mal eine erfreuliche Partie mit Eddie von ganz hinten gezaubert.

 

Aber Dortmund Wambel hat Charme, den einer osteuropäischen Metropole vor der Wende, und in der Klause vorne an der Straße pulsiert das Leben. Der städtische Tierfriedhof ist gleich nebenan, wie auch der für Menschen. Das schönste Konzert meines Lebens habe ich immerhin in Dortmund erlebt, Simon&Garfunkel, im Westfalen Stadion, 1981. Große Musik.

 

Da fällt mir noch eine entzückende Anekdote aus Paris ein, vom Sonnabend mit dem Prix Dollar. Also, an dem Tag mußte ich leider mit Minelle auf die Bahn, weil man sonst nicht in den Führring kommt. Ich schwitze also vor mich hin, will da rein, da kommt mir Herr Enno Albert entgegen, wie immer tadellos frisiert und englisch gekleidet vom Scheitel bis zur Sohle. Ein elastischer und unternehmungslustiger Gentleman. Er sieht mich, das Gesicht wird noch eine Spur vergnügter, fast verschmitzter, und dann die Bemerkung:

 

 "Mensch, haben se sich endlich mal nen Anzug von dem vielen Geld gekauft, was sie gewonnen haben!"

 

Und dabei war es gar kein Anzug, sondern Blazer mit Flanellhose! Aber was will man dazu  noch sagen. Der Deutsche Rennsport lebt, auch auf internationalem Niveau!

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Di

04

Okt

2011

Danedream und Andrasch Starke

Eins grandiose Leistung von Pferd, Trainer und Reiter, für mich die beste, die ein deutsches Pferd je gezeigt hat. Eine makellose Leistung, strahlend und angestrahlt von der Pariser Sonne, die vom Geläuf reflektiert wurde, und das ganze in eine Lichtsinfonie tauchte, gold und grün und grau im Gegenlicht, und mittendrin dieses großartige Rennpferd Danedream. Nichts weniger als die beste Leistung weltweit, jedenfalls auf Gras und Middle Distance.

 

Der Tag war, wie der Sonnabend zuvor, heiß und schwer erträglich, und selbst die Tribünenplätze wurden bis spät in den Nachmittag direkt angestrahlt. Aber man vergaß die Jahreszeit und freute sich am Wetter, und an den Pferden und den Rennen, die diesen ganz unerwarteten Höhepunkt hatten, an den ich persönlich nicht glauben mochte angesichts des strammen Programms des Pferdes und der Gegner. Ein größerer Kontrast als zwischen Danedream und So You Think ist schwer vorstellbar, und das war nicht der einzige Bulldozer im Ring. Meandre und Workforce sind von ähnlichem Kaliber, und die Stute Galikova ist auch nicht zierlich. Aber was zählte war die Klasse von Danedream, die einsam über dem Rest thronte und eine Klasse besser war als der Rest. Der Rennverlauf war einfach und übersichtlich, weil das Pferd jedes Tempo mitgehen kann uns flexibel ist, was Position anlangt. Im Schlussbogen sah es mal für einen Moment etwas eng neben Meandre aus, aber das war nur ein kleines Zusammenrücken, und dann ging es sofort unbeschädigt weiter, weil sich dann auch in der Mitte der Platz anbot, den Pferd und Reiter konsequent ausnutzten und dann mit arroganter Leichtigkeit weg liefen. Einfach so, ohne Umkucken und Anhalten, immer weiter, so daß sich zwei Rennen entwickelten, eins vorne, und eins Längen dahinter, und dazwischen ein Abgrund, der ständig breiter wurde. Nach 2.24+ war Schluß.

 

Es war eine grandiose Vorstellung von Danedream, aber es war auch eine grandiose Vorstellung von Andrasch Starke, der sich den Höhepunkt seiner mehr als 20 Jahre währenden Karriere für später aufhob, weil dann die Freude unterlegt ist mit dem Wissen, wie schwer das Alles ist, wie viel Mühe und Talent und Schweiß und Kasteiung und Niederlagen nötig sind, um dann in kurz über 2 Minuten alles richtig zu machen und nichts falsch. Und dann entwickelte sich in der Tat eine Via Triumphalis für die beiden, und Tribüne und Grandstand überschütteten die Sieger mit Applaus und Hoch Rufen, und der Reiter bekam endlich die Anerkennung und den Respekt, den er sich in 20 Jahren redlich verdient hat. Ein makelloser Ritt, immer an der richtigen Stelle, immer ruhig und mit Contenance, den entscheidenden Moment antizipierend und dann die Segel konsequent und stilistisch fast französisch gesetzt. Der Stock ging hoch und weit, aber meistens am Tier vorbei, und so soll so ein Finish geritten werden. Bravo!

 

Der Trainer nahm seine beiden Söhne mit auf das Geläuf, bescheiden und fast unscheinbar wie auch auf dem Siegerpodest, ein Mann, der ganz offenkundig mehr als Trainieren bei Heinz Jentzsch gelernt hat. Natürlich braucht man ein Pferd von diesem Kaliber und Talent, aber die Kampagne, die Peter Schiergen mit Danedream hingelegt hat, letztes Jahr und dieses Jahr, die ist zum Staunen und Beklatschen.

 

Und dann hat sich erwiesen, was für Qualitäten die deutsche Zucht und deutsche Trainer und Jockeys haben, allen Unkenrufen zum Trotz und der schmalen Basis von 2.000 Stuten. Lomitas war in England völlig verkannt, und wie Herr Kahrs wehmütig erinnerte, nicht gut behandelt worden. Eine Nummer unter den Vielen bei Darley. Aber nachdem bereits der erste Jahrgang fünf Derbystarter brachte und mit Belenus den Sieger, so hat Danedream für ihren Vater posthum und für die Gestüte Brümmerhof und Fährhof noch mal gezeigt, was das wirklich für Brummer sind, wenn alles stimmt – die Umwelt und die Menschen, die das ins Werk setzen.

 

Am Ende war es ein großer Tag für den deutschen Galopprennsport, vielleicht der größte, denn selbst erklärte Patriotismusmuffel hatten feuchte Augen, wie ich aus erster Hand bezeugen kann. Vielleicht macht das dem Rest Mut, weiter zu machen, vielleicht hilft eine DVD in Vorstandszimmern und Amtsstuben, dem Sport die Hilfe zu geben, die er so nötig braucht.

 

 

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Di

27

Sep

2011

Prix Dollar

Die Spannung steigt. Nach zwei Monaten Pause soll am Sonnabend im Prix Dollar angespannt werden, und nach allem, was man hört, gehen die Dinge nach Plan. Wer läuft, wird man sehen, aber es geht am Ende darum, wie Durban Thunder läuft, und wenn er gut drauf ist, dann hat er Chancen auf Geld. Wir glauben nicht, daß das Rennen zu schwer ist. Schwer ja, aber nicht zu schwer im Sinne von verirrt oder solchen Metaphern. 60 Kilo sind ne Menge Holz, aber das ist nun Mal so, wenn man Gruppe I gewonnen hat. Außerdem haben wir vor Jahren den festen Entschluß gefasst, wenn möglich mal am Arc Wochenende mitzumachen, und diese Gelegenheit lassen wir uns jetzt nicht entgehen. Manchmal zählt nicht die nüchterne Abwägung und Ausrechnung, sondern die Emphase und das Gepränge, in Paris dabei zu sein. Es gab Möglichkeiten in Stockholm und in Mailand, und am 3. in Hoppegarten, aber was zählt das Alles gegen Longchamp? So einer wie Durban Thunder kommt wahrscheinlich nie wieder in diese Hände, und damit ist der Fall erledigt. Es muß ihn keiner wetten, es werden ihn wenige auf der Bahn wetten, und damit haben die Franzosen ja ausreichend Erfahrung. Wenn man bedenkt, daß die ganze Chose in 2 Minuten erledigt ist, dann erstaunt um so mehr, wie viel Antizipation und Aufregung und Vorfreude diese kurze Zeitspanne verursachen kann. Immer wieder zeigt sich, welch enorme Wirkungen auf die menschliche Psyche dieser Sport haben kann, wenn bestimmte Konstellationen erfüllt sind. Danach können die Klamotten, zumindest meine, alle in die Reinigung, schnurstracks. Oder tropfnaß aufgehängt werden. Eine Tortur, die der des Pferdes nicht nachsteht, dem das sogar Spaß macht, wenn wir das richtig interpretieren. Wir hoffen, daß er sich nicht blamiert, sondern seinen Stiefel runter galoppieren kann, und wenn er am Ende geballert ist, dann ist das überhaupt keine Schande, sondern höchstens ein Fehler im Management. Das Pferd muß Nullkommanix beweisen.

 

Abends geht’s dann mit 10 Mann ins La Coupole, ins Abklingbecken mit Austern und anderen Meeresfrüchten, und am Sonntag zum Arc. Auch ein schönes Rennen. Ein Kulturprogramm in der Hauptstadt des Sports. It doesn`t get any better.

 

Nachdem die Connections von Danedream nunmehr nachnennen und die 100.000 berappen, und nachdem Galopponline.de diese Geschichte in unzähligen Fragmenten über Deutschlands bestes Pferd gekaut und bespiegelt haben, nun kann man also auch mal versuchen, das zu analysieren. Die Stute ist natürlich große Klasse, wie ich live in Hoppegarten und Baden Baden erleben konnte. Außergewöhliches Beschleunigungsvermögen auf den letzten 400 Metern, im Rennen immer dabei, und offenbar gut zu dirigieren. Das ist sehr ermutigend. Weniger ermutigend fällt die Spekulation über das Loch aus, in welches sie mutmaßlich mal fallen wird. Sie ist 2-jährig fünfmal gelaufen, dieses Jahr schon sechs mal, dabei im April aufgestanden. Die letzten beiden Gruppe I gegen ältere Pferde. Das nenne ich ein anspruchsvolles Programm, um nicht zu sagen stramm. Dabei ist das Pferd keine Heroine vom Schlag Elle Shadow, sondern mittelgroß und eher unscheinbar. Aber das mag erklären, warum es bis jetzt so prima gelaufen ist. Fair Breeze war auch so eine, zum Beispiel. Jedenfalls hat sie die Klasse, das glaube ich, aber ich befürchte, das Rennen wird das berühmte one to many. Möge ich mich täuschen.  

 

 

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Di

20

Sep

2011

Wissenschaft und Folklore

Das mag ja so schön gewesen sein. Und wenn es nicht wahr sein sollte, dann ist dies ein nettes Döneken für Kaminabende. Aber mit anekdotischer Evidenz kann man nichts beweisen - in keinem Wissensgebiet. Die kann im besten Fall als Denkanstoss für weitergehende Forschungen dienen.

Im Galopprennsport nützt anekdotische Evidenz schon gar nichts, obwohl sich gerade hier die großen Experten und die praktischen Pferdeleute auf ihre subjektiv empfundene, nicht näher greifbare Erfahrung berufen (alle Anderen haben ja bekanntlich überhaupt keine Ahnung). Darum behauptet der echte Kenner auch einfach etwas ohne sich um evtl. Belege für seine Ansicht zu kümmern. Beispiele für solch dummes Fehlverhalten kennt dieses Forum zuhauf und sind die Grundlage für viele unnötige Streite.

Nachdem der Galopprennsport seit gut 300 Jahren Daten sammelt, wird man aus diesem überreichen Fundus für jeden Fall mindestens ein bestätigendes und mindestens ebensoviele ablehnende Beispiele finden. Das ist nur eine Frage des investierten Rechercheaufwandes und der Unvoreingenommenheit, mit der man an so eine Recherche herangeht. Natürlich bevorzugt jeder Meinende die Beispiele, die ihm gerade mental parat sind und die die subjektive Meinung prägen.

Jedes Wissen begann in grauer Urzeit mit subjektiven Beobachtungen, die über Aberglauben an unsichtbare Kräfte irgendwann zu echtem, objektiv belegbarem, unstrittigem Wissen wurden. Und die Erde ist, wie Jedermann weiß, eine Landscheibe rund ums Mittelmeer im Mittelpunkt des Universums.

Frage also: Wie misst man zweifelsfrei leistungsbeeinflussende biochemische Reaktionen zwischen Pferd und seinem Reiter? Die heute praktizierte Dopinganalyse sollte zur Beantwortung dieser Frage ein reiches Instrumentarium zur Verfügung stellen können.


@Anghione: Nur dumme Menschen behaupten Dinge, die sie nicht belegen, geschweige beweisen, können - aber man ist ja in diesem Forum diesbezüglich Einiges gewohnt und lächelt nur noch gelangweilt, wenn man so etwas zu lesen bekommt.

Ich antworte deshalb nur wg. der persönlichen Ansprache und ohne Kenntnis Deiner persönlichen Qualifikationen.

Selbstverständlich werden Pferderennen statistisch erfasst: siehe SW, Rennkalender, Auktionskataloge, siehe CRs Kolumnen. Das ist allerdings nur die "langweilige" deskriptive Statistik. Wie man sozialwissenschaftliche Thesen testet und daraus Erkenntnisse gewinnt (mittels "spannender" induktiver Statistik), ist seit vielen Jahren Standard und sollte ab einem gewissen Bildungsniveau in den Grundzügen bekannt sein, da solche Dinge letztlich unser tägliches Leben beeinflussen (z. B. pol. Wahl- und Budgetentscheidungen, Wetterbericht, Aktienkurse, Versicherungsprämien, medizinische Befunde, Einschaltquoten, Qualitätskontrolle von Produkten - überall das Bemühen um möglichst exaktes Zählen, Messen, Wiegen um daraus, nicht nur subjektiv, richtige, weil kostenträchtige, Entscheidungen abzuleiten).

Zudem gibt es auch dabei permanent Methodenverbesserungen. Gerade die Hochschule, an der Du beschäftigst bist, leistet auf diesem Gebiet Einiges und nutzt solche Methoden unablässig um zu Erkenntnissen zu kommen. Daran ändern subjektive Meinungen von Menschen nichts, die davon nichts verstehen (wollen), aber meinen, davon unbeeinflusst zu sein und sich darüber (abfällig) äußern zu können.

Wieso sind Pferderennen langweilig? Weil dies ein (rustikal pragmatischer und ziemlich unvollkommener) Test sozialwissenschaftlicher Thesen ist?

Du solltest Dich einmal ernsthaft damit beschäftigen. Oder gehörst Du auch zu den happy few, die jede Dreierwette geradeaus und richtig voraussagen? Nach den gleichen Kriterien (welche eigentlich?) sollten z. B. Autorennen, Radrennen, Wintersportarten, nicht zu vergessen Snooker, T(ischt)ennis, Darts, viele Schwimm- und Leichtathletikdisziplinen oder die Ziehung von Lottozahlen, langweilig sein. Auch z. B. Tanzen ist langweilig, weil Bewegungen und Schrittfolgen in den Grundzügen vorgeschrieben sind. "Normale" Fußballspiele haben in ihren 90 Minuten jede Menge Leerlauf - sind also z. B. für mich subjektiv langweilig. Andere finden das spannend - es stört mich nicht, wenn sie daran Spaß haben.

Natürlich "erfühlt" man am Führring nicht, ob ein Reiter oder ein Pferd schlecht geschlafen haben oder aus sonstigen Gründen indisponiert sind. Aber selbst, wenn man solches erkennen und darum hin und wieder ein Pferd ausscheiden sollte, was nützt es, es laufen ja noch etwa 10 andere Pferde im Rennen. Das Grundproblem reduziert sich nur geringfügig - selbst bei Bauernrennen auf Korsika, wenn deren Ergebnisse nicht vorher abgesprochen sind. Du hast am Führring in Chantilly gestanden: nach dem Eindruck, den Golden Lilac dort hinterlassen hat, hätte sie das Rennen kaum gewinnen können - zumindest nach meinem subjektiven Empfinden. Habe die Stute dennoch Sieg gewettet.

Aber es gibt auch Menschen, die alles langweilt, was ein gewisses Mindestmaß eigenen Bemühens erfordert - oh, so sophisticated. Die bezahlen für ein bißchen kurzfristige Bedürfnisbefriedigung in ihrem trivialen gelangweilten Leben jeden Preis - manche von denen huren, saufen und koksen, andere schaffen sich ein Rennpferd an.

Was dann passiert, erlebt man renntäglich, auch hier im Forum.

 

Manche Publikationen sind so einprägsam, daß man sie auch hier veröffentlichen soll. Das Vorgehende hat programmatischen Charakter, das Programm des Statistikers laut Eigenauskunft gegen die Anekdotiker, als die er die Praktiker bezeichnet. Also ein Streit um Methodik, der aber irgendwie nicht so Recht gelöst wird in diesen Artikeln, denn es fehlt am Ende der löchrigen Beweiskette immer der Beweis des Statistikers, irgendwas besser zu können. Es fehlt nicht nur der Beweis, es fehlt auch im Grunde genommen der Hinweis, was denn nun eigentlich bewiesen werden soll, was genau der Statistiker besser kann als der Anekdotler, dem er sicherheitshalber schon mal Beweisnot vorwirft.

 

Es kann doch im Rennsport nur zwei nahrhafte Felder der Wissenschaft geben; einmal die Vorhersehbarkeit eines Rennausgangs, und dann die Vorhersehbarkeit des Resultats einer bestimmten Paarung. Oder einfach ausgedrückt: Wie züchte ich einen Derbysieger, und wer gewinnt das Derby. Das sind die beiden Kardinalfragen, damit lässt sich im Falle des Falles Geld und Ruhm verdienen.

 

Aber zunächst zu den Anekdotlern, die Herr Dr. Richter im Visier hat. Was machen die denn genau, was behaupten die ohne Beweis, wie ich z.B., den er gerne vorstellt, wenn es um diese Klasse von Leuten geht. Nun, zuallererst erzählen die Anekdoten, also Geschichten zum Thema, ohne weiteren Sinn, als den Leuten was zu erzählen. Damit ist keine wissenschaftliche Beweisabsicht verbunden, sondern die reine Freude am Fabulieren. Hinzu kommt dann ein Versuch, Honig aus dem Gesagten für die Zukunft zu ziehen, also weil mich das oder der an den oder das erinnert, könnte eine ähnliche Geschichte möglich sein. Prognose als interessanter Versuch, aus Erlebtem die Zukunft abzuleiten. Nehmen wir Earl of Tinsdal, weil ich über den bestimmt schon im vergangenen Herbst geschrieben habe, spätestens zum Debut in München, und danach regelmäßig und in warmen Tönen. Weil er in den Rennen umgesetzt hat, was ich vermeinte, bereits im Fohlen und Jährling im Gestüt zu sehen. Vielleicht habe ich einen Knick in der Pupille, vielleicht war da gar nichts zu sehen, aber egal, ich glaubte, da was gesehen zu haben, und habe das der Welt mehr oder weniger aufdringlich mitgeteilt. Und gewettet, fürs Derby, ich glaube 450 Sieg und 85 Platz oder so ähnlich, im Winter. Damit wollte ich nicht prahlen, jedenfalls nicht vor dem Rennen, sondern die Leute teilhaben lassen an meiner etwas näheren Ansicht speziell dieses Pferdes. Er ist dann Zweiter geworden im Derby und hat Gruppe 1 gewonnen, und ich denke, zumindest war der Tip nicht falsch. Aber er war anekdotisch subsumiert, ohne empirische Wissenschaft, rein intuitiv, und als Verknüpfung erlebter Dinge, die mit seinen Verwandten zu tun haben, seinen Umwelteinflüssen, und seiner Art als Pferd und Galoppierer. Damit ist auch gesagt, daß diese Art der Voraussage sehr anschaulich vorgeht, also das Individuum betrachtet, und nicht so sehr seine Papiere, weil sich am Ende die Leistungen addieren, und das der einzige Maßstab ist, an dem diese Art der anekdotischen Analyse interessiert ist. Wenn ein Pferd dreimal hintereinander gewinnt, dann ist es mutmaßlich gut, egal ob der Trainer ansonsten Form hat oder der Vater ansonsten ne Null ist. Hilft ja nichts, wie Mile immer sagt. Eins will der Anekdotler jedenfalls in der Regel nicht, nämlich belehren. Er will unterhalten, er will glänzen, seiner Eitelkeit fröhnen, aber er hat keinen Auftrag, öffentlich richtig zu liegen.

 

Was will hingegen der Statistiker? Er will seit Joe Estes, dem Urvater aller Rennsport Statistiker, die Leute aufklären, er will mit Tatsachen krumme Geschichten richtig stellen, er will Licht ins Dunkel des Geschehens bringen. Herr Dr. Richter beschreibt das weiter oben. Er ist oft Außenstehender und professionell tätig, also für Geld. Er hat die Mathematik gelernt und das Zählen und Teilen, und Prozente sind sein Markenzeichen. Estes, Redakteur des Bloodhorse, hat in den Vierzigern des letzten Jahrhunderts als erster Tabellen mit Indizes erstellt, aus denen sich zunächst die relativen Gewinnsummen von Produkten nach bestimmten Vätern ersehen ließen. Dann kamen die Untersuchungen zu den Müttern, speziell die relativen Gewinnsummen nach GAG der Mütter. Es ergaben sich bestimmte Rangfolgen, und besonders interessant war die Tatsache, daß je besser die Mütter, desto besser die Nachkommen. Als Schnittgrößen, selbstverständlich. Aber diese Tabellen sind jedermann zugänglich, sind erweitert worden, verfeinert, und ergänzt um Tabellen von Trends ohne Zahl, Derbysieger mit Start zweijährig, mit 2 Starts, ohne Start, auf Gras. Es gibt fast für alle denkbaren Aspekte der Zucht jemanden, der die empirischen Bücher führt, und besonders kümmern sich diese Fachleute daher um Züchter und Kaufwillige von Pferden. Leben können sie von ihren Diensten, die sie mehr oder weniger geschickt und überzeugend dem Publikum andienen, vor allen Dingen in den USA, wo solche Dienste Hochkonjunktur haben. Das einzig Wichtige, was ich zum Thema Zucht weiß, hat was mit Genen zu tun, und da weiß ich, daß die Wissenschaft nicht viel weiß. Die Vererbung bestimmter Eigenschaften ist leider nicht vorhersehbar, trotz aller Anstrengungen, weil das Erbgut nicht ausreichend identifiziert ist, und noch weniger die Verteilung im jeweiligen Individuum. Beweis: es kann keiner. Und noch eins weiß ich: Breed the best to the best and hope for the best. Das ist die Prosa zur Esteschen Erkenntnis von den guten Müttern und den guten Nachkommen.

 

Ein anderer Markt für Statistiker ist der Markt der Rennvoraussagen. Es gibt die Abhandlungen über Dosage, es gibt die Beyer Speed Figures, Ragozin Sheets. Das kann man alles bei Google nachforschen und dann lesen. Auch hier gilt, daß keiner die Formel für erfolgreiches, dauerhaftes Wetten gefunden hat. Die wenigen, von denen man das annimmt – englische Spezialisten – leben von ihren Informationen, die besser sind, als die der Buchmacher, und ihre Renditen sind nicht sehr groß.

 

Herr Dr. Richter vermischt nun diese Dinge der Statistik zu einem Derby Langzeit Tip, wie auch ich. Aber auf wissenschaftlicher Grundlage. Er hat aber meines Wissens dieses Jahr nichts getroffen, wie er freimütig zugibt. Das ist nicht ehrenrührig. Er spricht unter Anderem von Gesetzen des Aktienmarktes, bzw. der Annahme, der Wettmarkt sei wie ein normaler Markt berechenbar, weil in die Preise alle Informationen eingepreist seien, somit alles irgendwie ????????????

 

Ja, wenn man das nur wüsste. Induktive Statistik zur Testung sozialwissenschaftlicher Thesen nennt sich diese spannende Disziplin, die jedem Abiturienten gut zu Gesicht stünde. Aber wie kann man damit Rennen voraus sagen? Was sagt der Favorit am Wettmarkt, außer, daß er Favorit ist, bzw. welche Erkenntnisse folgen daraus für die Wette? Man kann Wahrscheinlichkeiten ableiten, wonach etwa 1/3 der Favoriten gewinnen, aber welche? Es gibt jedes Jahr mehrere Bewerber mit klassischen Siegerinnen als Mutter, aber welcher gewinnt, wenn überhaupt einer? Es gibt in einem Jahrgang 50 Monsuns, aber welcher ist der Derbysieger? 49 werden es nämlich nicht, soviel steht fest, außer bei Spaltarsch. Und vielleicht gewinnt doch der Dubawi? Who knows. Man weiß, daß Herr Dr. Richter ein Buch geschrieben hat, in welchem er diese Themen angeblich abhandelt. Vielleicht möchte er sich das Geschäft nicht selbst Kannibalisieren, indem er Wahrheiten aus diesem Buch franko preisgibt.

 

Aber, Herrn Dr. Richters Rede prangert an, was er selbst nicht leistet. Er stellt Thesen steil in die Landschaft, ohne die Beweise für ihre Richtigkeit vor zu legen. Er prangert die mangelnde Wissenschaftlichkeit der Anekdotenerzähler an, obwohl die das gar nicht für ihre Geschichten beanspruchen. Er kontrastiert das mit seiner Wissenschaftlichkeit, deren Methodik und Resultate er in diesen Beiträgen jedenfalls Schuldig bleibt. Vielleicht stehen sie in diesem ominösen Buch, aber das möchte ich eigentlich nicht raus finden. Wahrscheinlich wäre der Zauber des Ungewissen dann für immer weg. Von dem lebt aber der Rennsport seit über 300 Jahren.

 

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Fr

16

Sep

2011

Ein Vorschlag

Christian Weber wird sich im Grabe umdrehen, wenn er diese Operette um die überflüssigen Liegenschaften des Münchener Rennvereins liest. Da hat der umtriebige Mann dem Verein seinerzeit mal eben um und bei 100 Hektar zugewidmet, um die Insolvenz im Jahre 1934 abzuwenden, und keine 80 Jahre später ist es wieder soweit: Der Münchener Rennverein kann und kann nicht wirtschaften! Aber er kann das Publikum mit großer Kabale und Gaudi unterhalten, und das ist schließlich auch ein schöner Vereinszweck, ein idealer sogar, womit die Gemeinnützigkeit ohne weiteres erbracht wird. Noch gemeinnütziger wäre allerdings die Befolgung eines Vorschlags, den ich jetzt sofort in die Debatte einführen möchte, und zwar der geht so: Also, der Grund und Boden, diese 100 Hektar, die gehören ja recht eigentlich der Kommune München, wenn nicht sogar Privatpersonen damals enteignet wurden vom nationalsozialistischen Räuberhauptmann Weber (aber dann wüsste man wohl von Restitutionsbegehren). Also, es handelt sich daher zumindest nicht um Ländereien, für die der Münchener Rennverein damals eine Gegenleistung erbracht hat. Da liegt es doch nahe, daß man quasi eine späte Wiedergutmachung gegenüber der Stadt leistet, zumal in Zeiten allerknappster Kassen, und im Wege eines Swaps, wie es heute so schön heißt, die überflüssigen Hektare an die Stadt gibt, die diese sodann oder peu a peu für den sozialen Wohnungsbau im Grünen verwenden und vermarkten kann, und dafür zahlt die Stadt eine jährliche Apanage an den Rennverein, damit der seinen Rennbetrieb aufrecht erhalten kann. Und alle wärens zufrieden, gell?

 

Ich finde diesen Vorschlag, für den ich keine Lizenzgebühren verlange, geradezu betörend gradlinig und wunderschön, ein Kreis, der sich schlösse, ein leuchtendes Beispiel für die sozialverträgliche Veranstaltung Galopprennen, geradezu für den völkerverbindenden und friedensstiftenden Charakter des Ganzen, noch dazu im Grünen! Und man stelle sich vor, Herr Dr. Norbert Poth bliebe im heiß geliebten Amt, Herr Finck bräuchte nicht an die knappe Familienschatulle, Herr Rodolfo Oster würde weiter segensreich im Verborgenen wirken, und Herr Wernicke und Herr Figge könnten weiter als unzertrennliche Plische und Plumme über die Bahn wandeln. Nur Herr Weller müßte umdisponieren, denn dann wäre endlich auch offenbar, was ansonsten nur mittelbar der Fall ist, die Subvention. Na ja, aber das wäre die Sache doch sicher auch Herrn Weller wert, nicht wahr?

 

 

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So

11

Sep

2011

Top down bottom up

Ein immer wiederkehrendes Faszinosum ist die Wahrnehmung des Sports in allerlei Kreisen, letzthin sichtbar geworden an Gedanken von Sorge jun., die der zwischen Tagesschau und Wetterkarte beim Derbydinner in die Mikrophone gesprochen hat. Sinngemäß könne man sein Geld auch in den Gully stecken, anstatt mit Pferden Geld zu verdienen, hat er munter verkündet. Hört hört! Das gibt zu denken beim Fachpublikum, welches aufmerksam das Image des Sports in der breiten Öffentlichkeit besorgt, und jeden Missgriff in der Formulierung, besonders diejenigen, die keine sind, sondern schlichte Wahrheiten, scharf geißelt. Wie auch Unfälle, bzw. deren Veröffentlichung, was regelmäßig Kommentare wie „Na klar, das wird jetzt wieder einen Aufschrei geben in der Presse!“ provozieren, als wenn das die Sorge des Sports wäre, wie auch die Peitsche und deren Gebrauch. Das interessiert natürlich kein Schwein außerhalb des Sports, oder ein paar Sonderlinge, aber Aufregung stellvertretend verschlägt ja nichts. Und, es ist so, wie es ist, aber es soll nicht so sein, oder versteckt werden, womit wir sogleich beim Thema Wahrheit und Legende sind. Wahrheiten werden eingefordert vom Personal, Offenheit, Transparenz und demokratische Willensbildung jederzeit, aber die unangenehmen Wahrheiten sollen nicht so sehr strapaziert werden, also die, die den Sport in seinem Wesensgehalt ausmachen.

 

Zuerst steht da das Leistungsprinzip. Erster Zweiter Dritter Vierter verdienen in absteigender Reihenfolge Geld, und dieses Prinzip zieht sich durch alle Ränge von oben nach unten. Daher sind diese hoch dotierten Handicaps eine Abkehr von diesem System, weil der fünfte Kategorie D immer öfter mehr verdient als der erste Kategorie A. Ein alter Traum der Basis ist damit wahr geworden, Zuchtziel billige und schlechte Pferde. Als Steigerung wäre noch die Version denkbar, daß der fünfte im selben Rennen mehr verdient als der zweite und der mehr als der vierte und der mehr als der dritte, und der erste ginge leer aus. Das ginge dann auch, als konsequente Einführung des Zufallsprinzips. Machbar ist alles, man muß nur wollen.

 

Abgeleitet vom Leistungsprinzip regierte lange das Obligationsrechts, wie der Schweizer es nennt. Also, es zahlt, wen es betrifft. Und nicht zahlt, wen es nicht betrifft. Und wer zahlt, erhält, und wer nicht zahlt, erhält auch. Das ist interessant, nicht wahr? Zum Beispiel erhalten die Buchmacher die Gelegenheit, Wetten auf etwas anzubieten, ohne für das Etwas bzw. die Gelegenheit zur Gewinnerzielung zu zahlen. Einfach so. Sie zahlen für die Verpackung, und für die Werbung auch, und für gute Laune manchmal ein subventioniertes Buffet, aber für die Ware bezahlen sie nix. Weil, dafür zahlen die anderen bereits, 90% die Besitzer, und meinetwegen 10% die Wetter. Und die glauben auch, daß sie Anspruch auf die Ware haben, weil sie die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen und wetten. Sie tun das in der vergeblichen Hoffnung, zu verdienen, aber diese Hoffnung ist eitel, wie jedes Kind weiß, weil es ansonsten keine Buchmacher gäbe, denn es ist ein einfaches Entweder-Oder Geschäft; entweder man verliert, oder man gewinnt nicht.

 

Genauso ist es beim Besitzer; auch der verliert Geld, statt eines zu verdienen, und insofern sind Besitzer und Wetter gleichsam eine Schicksalsgemeinschaft, vereint im Glauben und in der Hoffnung und im Verlust (und vielleicht doch auch mal in der schieren Freude an diesem Sport). Nur der Buchmacher verdient in dieser Welt, denn sonst gäbe es ihn nicht, und zwar nicht virtuell, sondern reell. Denn er schafft nicht für Gotteslohn, sondern für den Broterwerb, und manchmal auch für die Steuer. Und nun hat es sich ergeben, daß dieses uralte Prinzip aufgeweicht wurde, insofern der Sport sich entschieden hat, auch mitzuverdienen an diesem einträglichen Geschäft, mehr zu verdienen als die Provision für die Veranstaltung Totalisator. Und sich als Buchmacher betätigt, mit Wissen und Duldung der zuständigen Behörden und der bestehenden Gesetze, also legal.

 

Aber da hat er nicht mit der Kraft der Basis gerechnet, mehrheitlich einer nur wettenden Basis, die zwar nichts dagegen hat, seit Jahren bei allen möglichen Buchmachern zu wetten, immer auf der Hatz nach Bonusmeilen oder Willkommensgrüßen oder Rabattwochen oder einfach nur besseren Kursen. Aber das sind alles echte böse Buchmacher, aus Schrot und Korn. Der neue Buchmacher hingegen ist systemwidrig, ein böser Steuerflüchtling, ein rabenschwarzer Butzemann, der nichts anderes im Sinne hat, als den Rennsport schnurstracks ins Verderben zu führen. Beweis: Herr Dr. Göhner sagt das auch! Ob und wie viel der neue Buchmacher dem Sport per Saldo an echtem Geld zuführt, das interessiert keine Sau, das verschwindet völlig im aufgeregten Lamentieren. Stattdessen werden die handelnden Personen mit einer Flut von angeblicher Kritik überschüttet, mit Unterstellungen und Häme, als wenn das Abendland an die Mohren verkauft und morgen zugesperrt würde. Das wird es möglicherweise in der Tat, aber bestimmt nicht wegen Racebets.

 

Es hat sich also die kuriose Situation ergeben, daß die Wetter, also die feiwilligen Nutznießer der Veranstaltung, glauben, den Produzenten die Leviten lesen zu müssen. Und gleichzeitig das jammervolle Lied anstimmen, man wolle sie mundtot machen, wenn die auf diese angebliche Kritik reagiert. Und sie glauben, Herrn Sorge Wahrheiten vorwerfen zu können, die dieser ausgesprochen hat. Das ist alles sehr verwirrend. Am Ende bleibt dann nur die Landflucht, die Abstimmung mit den Hufen. Das ist die Konsequenz, die sich machtvoll jeden Tag vollzieht. Die Produzenten machen sich davon.  

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Fr

09

Sep

2011

Kleiner Tip

Kleiner Tip am Rande: Sanagas. Morgen, Belmont Park, 9. Rennen Bowling Green Hdp., 2.200 Meter Turf, $ 150.000. Reiter Rajiv Maragh.

 

Das Pferd steht jetzt bei Graham Motion (Animal Kingdom) und läuft unter Lasix und für Andreas Jacobs. Sanagas ist zweimal in den USA gelaufen, einmal in Arlington (7.), dann in Saratoga am 5. August. Da hat er dann gewonnen, über 2.600 Meter. Durban Thunder und Sanagas haben beide am 18.4.2010 in Köln debutiert, Sanagas hat als Favorit gewonnen. Er sollte vor einer guten Karriere in den USA stehen, vielleicht kann er Proudinsky auf weiteren Wegen beerben.

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Mi

31

Aug

2011

Handwerker

Aber das allerschärfste kommt ja noch, bzw. hat sich bereits ereignet, leider ohne mein Dabeisein. Nämlich, wie mir zwei zuverlässige Zeugen bestätigt haben, es soll auf der Jahresversammlung der BV in Iffezheim (Iffze) zu einem Handgemenge gekommen sein, oder besser zu einer Handgreiflichkeit, weil es eigentlich kein Gemenge war, sondern nur eine Greiflichkeit in eine Richtung. Schalke ist beim Galopp angekommen. Herr Dr. Göhner hat also mittels Handgreiflichkeit Herrn Tietdke von Mikrophon weggestoßen, wie die zwei Zeugen berichtet haben, und dann forsch das Wort ergriffen. Und mächtig vom Leder gezogen, seine bekannten Thesen, mit denen er Herrn Dr. Eversfield unterstützt hat, der in der dreizehnten Stunde noch eine Antrag eingebracht hatte, der in etwas wolkiger Sprache am Ende des Tages forderte, die Vertreter der BV im DVR mögen bitte sofort eine Retourkutsche der Politik mit Racebets via Auslandsvermittlung in die Wege leiten. Über diesen Antrag wollte die Mehrheit der Versammlung dann aber nicht abstimmen, so daß insofern die Politik der BV in dieser Angelegenheit bleibt, wie sie ist und war.

 

Abgesehen von der burlesken Vorstellung des schmächtigen Herrn Göhner und des wuchtigen Herrn Tietdke bleibt jedoch der Eindruck, den Herr Göhner seit geraumer Zeit macht, der eines schwer verständlichen Mannes, der offenbar leicht ausrastet, wenn die Dinge nicht nach seinem Gusto laufen. Der zudem den Eindruck eines Mannes macht, den man sich für Geld mieten kann. Man wird jetzt sehen, ob er nun endlich den Mehrheitswillen akzeptiert, und seine Demarchen zugunsten eines Modells einstellt, welches der Galopprennsport mehrheitlich nicht will, sondern allenfalls Familie Herz aus Gründen, die nur sie was angehen. Wenn nicht, wenn Herr Göhner weiter bei Politikern und Behörden ohne Mandat Propaganda gegen diese erklärte Politik des Galopprennsports macht, dann sollte man sich schon mal vorsorglich mit Fragen des Regreß` beschäftigen, aus Sicht von Racebets, und Herrn Göhner ansonsten rausschmeißen aus der BV, wegen Geschäftsschädigung des eigenen Vereins.

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Mi

31

Aug

2011

Der Analyst

„Auch wenn die Informationspolitik der Gremien im Galopprennsport – vorsichtig ausgedrückt – sehr zurückhaltend ist, gab es auf der Gesellschafterversammlung von German Racing am vergangenen Montag doch einige interessante Informationen. Zu diesen gegebenen Informationen gehört eine fatale Personalentscheidung.

Noch bevor die Gesellschaft tatsächlich gegründet war, wurden Personal-Entscheidungen mit weitreichenden Folgen getroffen. Ein Zweimann-Team wurde für Evaluierung einer eigenen Wettplattform engagiert und gleich mit mehrjährigen Verträgen ausgestattet.

Der weiteren Gang der Dinge hat diese Entscheidung sehr schnell überrollt, denn statt eine eigene Plattform zu errichten und in den Markt einzuführen gab es wenig später die Entscheidung, sich einer bereits bestehenden Plattform Racebets  zu beteiligen.

Wohin mit den zwei Jungs, die doch gleich großzügig mit mehrjährigen Verträgen bedacht worden sind? Die Verträge mußten aufgelöst werden, wobei die beiden Recken natürlich eine interessante Abfindung für sich ausgehandelt haben. 250.000 EUR  hat der Spaß am Ende des Tages gekostet. Spaßig ist die Angelegenheit aber ganz und gar nicht.

Es mutet unverständlich an, daß für ein Evaluierungsprojekt gleich mehrjährige Verträge gemacht werden. Was wäre gewesen, wenn die Racebets-Entscheidung nicht getroffen worden wäre und das Evaluierungsteam zu dem Ergebnis gekommen wäre, daß ein solches Projekt, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu realisieren ist?

In der IT, in der sehr projektbezogen gearbeitet wird, gibt es heute eigentlich nur noch Drei-Monatsverträge. Auch dann, wenn als Projektlaufzeit mehrere Jahre vorgesehen sind. Man möchte einfach die Möglichkeit haben, bei unvorhergesehenen Änderungen oder Problemen mit dem Dienstleister kurzfristig und ohne merklichen Schaden aus einer Vertragsbeziehung aussteigen zu können. Ein kurzes Telefongespräch mit einer Unternehmensberatung oder einem Personalberater hätten dem Rennsport viele Kosten sparen können. Denn dort ist man, anders als beim DRV, auf der Höhe der Zeit, auch was Verträge betrifft.

Der Präsident des DVR, der sein Amt mit viel Engagement und mit viel Präsenz wahrnimmt, hat keine glückliche Entscheidung getroffen – eigentlich eine unglückliche, eine fatale Entscheidung.  Er hat großzügig in den Fonds German Racing eingezahlt und mit einer einzigen Entscheidung sein Engagement auf Null Euro reduziert. Fatal! Traurig!!

Aber die Sache hat noch ein zweites Geschmäckle. Für leitende Angestellte gilt gemeinhin eine Konkurrenzausschlußklausel, die sie für eine Übergangszeit daran hindert, bei der Konkurrenz anzuheuern. Nicht so bei den Gremien des deutschen Rennsports, da kann man problemlos nach dem Ausscheiden und Erhalt der Abfindung fast übergangslos bei der Konkurrenz anheuern. Das frisch erworbene Wissen war der PW AG wohl sehr gelegen gewesen und der tapfere Recke hatte ruck zuck einen neuen und gut dotierten Job.

Anfängerpech könnte man noch sagen, wenn der Entscheider nicht auf eine lange und hocherfolgreiche Karriere in Industrie und Wirtschaft zurückblicken könnte. Und man hätte eigentlich nur in der Geschichte des DVR gucken müssen. Zu Beginn der Struktur-Reform I gab es schon mal eine solche Fehlentscheidung. Und auch damals hat es viel Geld gekostet, einen langlaufenden Vertrag kurzfristig zu beenden. Zweimal darf ein solcher Fehler im gleichen Umfeld einfach nicht passieren.

Es ist ein Grund mehr, daß es Zeit ist, daß in den Gremien nicht immer den gleichen Personen in wechseln Konstellationen sitzen, sondern neue Gesichter auftauchen müssen, die neue Ideen haben, ein anderes Wissen und einen anderen Hintergrund haben und einfach mal frischen Wind in die Bude bringen. Zwei Dinge sollten solche Frischlinge mitbringen. Einen soliden Stallgeruch, was die unterschiedlichen Belange des Rennsports betrifft und sie sollten im Berufsleben stehen und das Wissen aus dem Beruf in den Rennsport einbringen.

Denn eins muß klar sein, eine solche Viertel-Mio-Panne darf es nicht wieder geben. Es sei denn, der Verantwortliche zahlt sie direkt und ohne Umwege aus der eigenen Tasche!“

 

Wer will was von wem woraus? Diese einfache Fragestellung sollte jeden Besinnungsaufsatz regieren, und daraus resultierend der Versuch des Autors, diese Fragen im Aufsatz zu beantworten. Der Autor Rumstich verstößt gegen diese Regel. Er schwadroniert herum. Man ahnt in groben Zügen, worum es ihm geht, aber der Fall wird nicht klar, von Beweisen zu schweigen. Zwei Leute ohne Namen sollen vor Errichtung der Beteiligungs GmbH mit Verträgen ausgestattet worden sein, um etwas zu evaluieren, mutmaßlich verschiedene Optionen der Beteiligung. Oder des Eigenauftritts. Danach hat man sie nicht mehr gebraucht und mit € 250.000 abgefunden. Soweit wohl die nackten Tatsachen. Der Rest ist Wertung durch den Autor, im Wesentlichen behauptete Schlechtleistung der beiden Berater, daraus resultierend eine Überbezahlung, das Ganze also eine behauptete Schlechtleistung der DVR Führung, da der Präsident immerhin genannt wird. Dazu kommen Vorwürfe einer fehlenden Konkurrenzausschlussklausel, angebliche Ausnutzung dieses behaupteten Tatbestands durch PW (PriceWaterhouse?), dem mutmaßliche neuen Arbeitgeber eines der Recken.

 

Das ist Alles sehr dünne Soße ohne Substanz, weil überhaupt nicht belegt wird, was die beiden namenlosen Recken angeblich schlecht gemacht haben, weil dazu Parallelen zu einer Branche gezogen werden, der Branche des Autors, deren Einschlägigkeit sich nicht erschließen will, und weil dann sehr unverhohlen Werbung in eigener Sache gemacht wird, wie schon lange und oft durch Herrn Rumstich, der dringend den Rennsport sich als Markt für seine Produkte und Führungsqualitäten erschließen will. Vielleicht versucht er es mal bei PriceWaterhouse, die suchen ganz offenbar Leute mit folgenden Eigenschaften:

 

soliden Stallgeruch, was die unterschiedlichen Belange des Rennsports betrifft und sie sollten im Berufsleben stehen und das Wissen aus dem Beruf in den Rennsport einbringen.

 

 

 

 

 

 

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Sa

27

Aug

2011

Die unreine Lehre

Das Grundunverständnis lautet Steuerflucht, oder Steueroasen, manchmal um das Attribut kriminell oder auch Blutsauger erweitert. Das ist der Zentralgedanke der versammelten Gegner der Auslandswettvermittlung und der Beteiligung an Racebets.

 

Das ist natürlich ein falscher Gedanke, denn in Wirklichkeit geht es den Kritikern darum, daß dem Sport Gelder entzogen werden, die angeblich bei Verbot dieser Geschichte dem Sport zustünden und vollumfänglich zu Gute kämen. Ein alter Traum, der ordnungspolitisch verbrämt wird – Steuern als Gegenstand des Gemeinwohls! – aber systematisch ganz falsch liegt. Wie man an der Historie sehen kann. Denn, die Buchmacher gibt es als gewolltes Korrelat zum Totalisator seit 1922 kodifiziert, auch wenn es dem Sport nicht paßt. Es gibt also eine gewollte teilweise Verlagerung der Umsätze in privatwirtschaftliche Bereiche, mithin den bewussten und gewollten Teil, der Huckepack reist, und der höchstens in den allgemeinen Staatshaushalt einzahlt, aber nicht direkt Abgaben in den Sport via Finanzamt leistet. Wie das bei Steuern ganz allegemein so ist. Das war immer so, das ist so. Aber seit wann ist der Sport Hilfsorgan der des Fiskus?

 

Der Sport hingegen bekommt seine Steuern zu 96% zurück, de facto ist er also von der Steuer befreit. Noch. Aber auch das muß man berücksichtigen, wenn man den Fall diskutiert. Die Steuerbefreiung ist nicht selbstverständlich, sondern ein Privileg. Ein moralischer Standpunkt, der den Buchmachern Steuerflucht vorwirft, sollte das berücksichtigen, denn wenn da ein Finger nach vorne zeigt, zeigen drei zurück. Aber um Moral sollte es hier gar nicht gehen. Es geht lediglich darum, einen Wettbewerb zu bestehen, der gesetzlich initiiert und technisch erweitert wurde, nämlich durch das Internet und die elektronischen Spielarten. Darum geht es.

 

Wenn man nun die EU als legale und ordnungspolitische Matrix akzeptiert, und was bleibt einem anderes übrig, und wenn man akzeptiert, das die Technik heute da ist, wo sie ist, und morgen wahrscheinlich weiter, dann soll man versuchen, das Beste daraus zu machen. Dann muß man sogar versuchen, im Wettbewerb zu bestehen. Sehr richtig ist jahrelang gefordert worden, der Sport möge professionell agieren, weg von den amateurhaften Reaktionen auf den steten Wandel der Zeit inkl. Kopf-in-den-Sand-Stecken. Er möge doch endlich auf Augenhöhe agieren. Das waren quälende Zeiten, die still standen im Sport, während sich der Wettbewerb sausend weiter bewegte. Aber besser spät als nie, und nun endlich hat sich das Konzept des Wettbewerbs durchgesetzt, der Versuch, die Kunden der Buchmacher im Internet abzuwerben und direkt für die eigene Sache einzuspannen. Denn darum handelt es sich. Die ewige Geschichte von Malta&Gibralta bringt den Sport keinen Deut weiter, denn Malta ist legal, und nicht kriminell, auch wenn das viele Leute nicht wahrhaben wollen. Und wenn man heute versucht, den Tatbestand der Auslandswettvermittlung über entsprechende Lobbyarbeit am Sport vorbei zu illegalisieren, dann muß man die Frage beantworten, wie man 1. die Gelder ersetzen will, die dann erstmal fehlen, und 2. verhindern will, daß die Leute woanders in der EU im Internet wetten. Das sind die großen Fragen, um welche Leute wie Herr Göhner und die Traber noch größere Bögen des Schweigens machen.

 

Aber noch mal: Die Position des Rennsports in dieser Frage sollte ausschließlich unter Opportunitätsaspekten diskutiert werden, und nicht unter pseudomoralischen. Die Beteiligung an Racebets ist insofern nur unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu kritisieren, und zwar von denjenigen, die dort, mittelbar und unmittelbar, die Gesellschaftsanteile halten. Was kommt per Saldo dabei raus, als Dividende, und danach, was kommt darüber hinaus als freiwillige Spende der Gesellschafter beim Sport an. Das sind die Fragen, um die es geht, und nicht das verquaste und irrige Moralisieren von Leuten, die gar nicht mitmachen. Herr Dr. Richter brüstet sich andernorts, er unterstütze mein Pferd durch seine Wetten. Ja, es mag da ganz am Ende des Tages ein Promille aus seiner Tasche geben, aber verglichen sind selbst Peanuts Berge von Kalorien gegen seine verzockten Minigelder resp. Abzüge.

 

Die Einwände gegen diese Beteiligung spielen sich also nicht auf einer ordnungspolitischen Ebene ab, sondern auf der Ebene des Gesellschaftsrechts bzw. der konkreten satzungsgemäßen Ausgestaltung dieser Beteiligung. Die war und ist aus Sicht der Kommanditisten höchst problematisch, und zwar aus mehreren Gründen, die auch ich sehr penibel aufgelistet habe. Dazu gehört die willkürliche Preisfindung für die jeweiligen Anteile, dazu gehört die Konstruktion mit diversen Vorschalt- und Nebengesellschaften, dazu gehört der fehlende Durchgriff der Geldgeber. Aber nochmal, das Alles betrifft die Anteilseigner, die wußten oder zumindest wissen konnten, worauf sie sich eingelassen haben. Jetzt fährt dieser Zug, und liefert nach Aussage der Verbandsspitze Ergebnisse für den Sport. Das wollten doch immer alle, Besitzer, Züchter, Aktive. Sogar die Wetter haben mehr Auswahl mit Angeboten, die zusätzlich dem Sport zu Gute kommen. Was ist daran falsch?

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Sa

27

Aug

2011

Die reine Lehre

 

oneXtwo - Website
Ein Produkt der:

Service-Dienstleister:
International Betting Association Ltd.


4 College Lane, Gibraltar

Eingetragen bei: Companies House Gibraltar (Zentrale Registrierungsstelle für Unternehmen in Gibraltar) Firmennummer: 91158

 

 

Wetthalter:
IBA Entertainment Ltd.


Villa Seminia, 8 Sir Temi Zammit Avenue, Ta´ Xbiex XBX1011 Malta.
Eingetragen in Malta (Handelsregister-Nr. C47819)

IBA Entertainment Ltd. ist durch die Lotteries and Gaming Authority of Malta (Lotterie- und Glücksspielbehörde von Malta) für Remote Gaming lizensiert ( LGA/CL2/575/2010).

 

 

 

Das sind laut Eigenaussage die Gesellschaften, die hinter Simon Springers Internetwettauftritt oneXtwo stehen. Eine aus Gibraltar, eine aus Malta. Ein multikulturelles Buchmacherkonsortium, dessen Steuerstandort sicher nicht München Riem ist. Der Münchener Rennverein ist seit Jahrzehnten Heimat des Simon Springer Buchmacherladens, der sich unterhalb, bzw. innerhalb der Tribüne befindet, und z.B. am Tag des Bayrischen Zuchtrennens gerammelt voll war. Da gibt es unzählige Monitore mit unzähligen Rennorten, Inland sowie diverse Ausland, und auf alle kann alles gewettet werden. Das ganze Programm, wie auch an allen anderen Buchmacherstandorten auf den Deutschen Rennbahnen, bis auf Köln, wo der XXL Laden vom Sport selbst betrieben wird. Der Unterschied ist nur, daß der gastgebende Rennverein in München eine Sonderrolle im Deutschen Rennsport reklamiert, die sich u.a. in scharfer Kritik an der Beteiligung bei Racebets äußert, der man konsequenterweise auch nicht beigetreten ist. Argument: Man wolle bei der Umgehung der Steuer nicht mitmachen, was ja angeblich bei Racebets der Fall ist, weil die auf Malta domizilieren. München vertritt also theoretisch und akustisch die reine Lehre in dieser Angelegenheit, und hofft praktischerweise ansonsten auf Veräußerungsgewinne von Ländereien, die zu Zeiten von Christian Weber dem Rennverein auf wundersame Weise zugewendet wurden.

 

In Bayern und München nennt man diese Geisteshaltung womöglich schlitzohrig und/oder gerissen und/oder pragmatisch, woanders ganz bestimmt Chuzpe.

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Mo

22

Aug

2011

Zwischenbilanz

„Nicht nur sind in den Jahren 2010 und 2011 jeweils € 190.000 direkt in die Finanzierung des Rennsports geflossen, sondern sind durch die Übernahme von Marketingkosten, durch die stärkere Einbindung von German Tote, durch neue unter der Ägide von German Racing abgeschlossene Verträge und insbesondere struktureller Verbesserungen im Jahr 2010 ca. € 750.000 in den Rennsport zurück geflossen. Eine gleiche Summe ist über die verschiedenen Kanäle auch in diesem Jahr geflossen.

 

Es sind dies während der Meetings in Baden-Baden und Hamburg insgesamt 8 Renntage mit jeweils 6 Rennen die übertragen werden. Auf diesem Weg kommen ca. zwischen € 300.000 und € 400.000 an deutsche Rennvereine zurück, die sie re-investieren können.

 

(Man kann sagen), daß das Ergebnis unserer Beteiligungsgesellschaft racebets.com im Berichtsjahr 2010 deutlich besser als in den Plänen angedacht verlaufen ist. Das Geschäftsjahr 2011 beinhaltet nochmals eine große Steigerung. Diese Gelder sind im Business Plan eingeplant und zum Teil direkt an die Rennsport Unterstützung, an die Rennvereine und in Maßnahmen geflossen.

 

So haben wir es mittlerweile aus den Ministerien schwarz auf weiß, daß die Pferdewette ausdrücklich und ausschließlich auf Wunsch des Hauptverbands für Traberzucht und Rennen in den Glückspielstaatsvertrag eingebunden wurde…. Zusammen würde ein Verlust der Rennwettsteuer-Rückerstattung und der Vertriebserlöse über € 10 Mio. pro Jahr ausmachen. Bei einem Rennpreis-Volumen von € 12 Mio. ist klar, daß dies negative Auswirkungen hat.“

 

Das sind Ausführungen der BV aus dem Geschäftsbericht 2010/2011, der zur Vorbereitung der Jahresversammlung verschickt wurde. Was auch immer man davon hält, es ist besser, als in die hohle Hand geschissen, und man fragt sich, was die Alternative angesichts der Entscheidungen des DVR sind, diese Wege zu beschreiten. Immer wieder muß darauf hingewiesen werden, daß das DVR föderal besetzt ist, und daß Beteiligungen und Strategien durch die Mitglieder des DVR mit großen Mehrheiten getroffen wurden. Kritik müssen die Einzelpersonen daher an ihre Vereinsvorstände richten, also einzelne Rennvereine und BV. Aber was soll kritisiert werden? Die Ausführungen zum Glückspielstaatsvertrag (die ich nicht alle abschreiben wollte und die hier oft thematisiert wurden) machen nochmals deutlich, wohin der Hase auf Betreiben von Herz und Göhner laufen soll. Man muß schon mit dem nassen Schwamm gepudert sein, um diese lebensgefährlichen Aktivitäten gut zu heißen. Im Gegenteil, diese Leute haben gewiss nicht das Beste für den Galopprennsport im Herzen.

 

Wie immer herrscht mehr Schweigen im Walde, wenn es um konkrete Dinge geht, in dem Fall Zahlen und Konzepte. Nur bei gutem Wetter wird an jeden einschlägigen Baum gepinkelt, aber jetzt ist der Harndrang der Rasselbande von der Basis merkwürdig gedämpft.  Man stelle sich mal vor, die Zahlen gäbe es nicht veröffentlicht, ui je, das gäbe ein Gepinkel! So aber muß man endlich auch mal konkret zur Sache argumentieren, und das fällt den Damen und Herren seit jeher schwer. Göhner hat selbstredend  Recht gehabt, claro, aber warum denn nur? Racebets war eine Scheißidee, jedoch, will man das liebe Geld nicht haben? Offenkundig merken Rumstich Linde Richter Tamrat und Co, daß es nicht so einfach ist, gegen diese Tatsachen ideologisch anzustinken. Man nennt das die normative Kraft des Faktischen.

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So

21

Aug

2011

Hier liegt ganz Turfdeutschland begraben

Großes Wasser wird mal wieder bei Frau Arnold fabriziert, das größte von ihr selbst. Wie stets in diesem angeblich besten Forum der Galoppsportwelt, Dankesschreiben aus aller Welt belegen das, soll es um den guten Ton gehen und Beleidigungen, für die Frau Arnold angeblich selbst den Kopf hinhalten muß, und darum undsoweiterundsofort. Das ist natürlich grob gelogen und falsch, denn es geht wie immer in diesem Forum nur darum, missliebige Töne auszublenden. Z.B. Herr Dr. Richter, der zur pressure group der Frau gehört, der kann es einfach nicht ertragen, wenn seine Fabeln und Gespinste aus der Welt der Statistiken und Zuchten als das beschrieben werden, was sie sind, nämlich Fabeln und Gespinste. Und darum geht er her und macht solange Propaganda bei den Betreibern des Forums, bis andere ausgesperrt werden. Wenn das erledigt ist, schreibt es sich gleich viel leichter, obwohl der erwünschte Effekt mit weiterem Verlust von Lesern erkauft wird. Auch Herr Lindi schreibt gleich wieder in der Abteilung Hubertus Schmelz, der widersinnigsten aller Abteilungen in diesem Forum. Da darf zwar über den genannten geschrieben werden, aller möglicher Unfug und auch Lob, aber der darf das weder lesen, noch dazu an Ort und Stelle Stellung nehmen. Man würde sich überhaupt nicht mehr mit diesem Forum beschäftigen, wenn es nicht diese eklatante Behandlung gäbe, die freche Inanspruchnahme von Leuten, die sich überhaupt nicht wehren können. Allein die Vorstellung, daß sich Lichter wie Frau Arnold oder Herr Lindi öffentlich Gedanken zu solchen Themen machen, verursacht Schwindel und Kopfweh.

 

Und wie zum Beweis wird nun eine neue Geschichte erfunden, die von versehentlichen Löschungen und dergleichen Schwachsinn. Frau Arnold hat erhebliche Probleme mit Tatsachen, die in ihrere Rede sehr oft zu allem möglichen mutieren, und noch mehr Probleme hat sie mir Erfundenem, welches als Tatsache ausgeboten wird. Das größte Problem unter dem Gesichstpunkt des Anstands und der Aufrichtigkeit sind daher nicht die Schreiber in diesem Forum, sondern die Betreiberin selbst.

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Sa

20

Aug

2011

Mattscheiben

Der Jockey Club in Amerika hat beschlossen, Geld zu investieren. Es soll eine nationale Fernsehpräsenz des Sports finanziert werden. Grundlage bildet ein Studie von McKinsey, wonach bestimmte Formate auf ihre relative Stärke hinsichtlich Zuschauerinteresse etc. untersucht wurden. Es stellte sich heraus, daß die Realität in ordentlicher Qualität nicht zu schlagen ist, wobei die anderen untersuchten Formate Reality Shows oder gänzlich fiktionale Storys waren. Dabei schnitten auch Filme wie Seabiscuit oder Secretariat nicht gut ab. The real thing ist the Real Thing.

 

Das behaupte ich auch seit Jahren; je weiter von der Wirklichkeit entfernt, desto weniger Effekt haben die Sachen. Das ganze Trallalla mit Hüten und Schampus ist Arabeske, Serien wie Rivalen der Rennbahn was für Serienhelden, Secretariat was für Fans von John Malkovich. Rennsport transportieren diese Sachen nicht, oder verfälscht, was noch schlimmer ist. Neulich haben zwei Produktionen gezeigt, wie man es besser machen kann, die auf Sat1 und NDR 3. Beide haben so genannte Human Interest Storys zum Inhalt, aber reale, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Sport stehen und somit authentisch sind. Beide haben Sinn für die Optik des Sports bewiesen, seine Bilder und Stimmungen, weil sich die Macher auf die Leute eingelassen haben, die ihnen Ratschläge gegeben bzw. mitgemacht haben. Diese Zusammenarbeit war sehr erfreulich, weil jeder das gemacht hat, wovon er was versteht.

 

Das sollte Ansporn sein, weiter zu machen. Der Sport muß sein Produkt, den Sport und seine Bilder, offensiv vermarkten, mit Sinn für die Traditionen und Proportionen, die Dramaturgie und das Personal. Das muß im Mittelpunkt stehen. Die Umsetzung müssen die Fachleute vom Fernseh leisten, mit ihren Erfahrungen des Mediums und der Technik. Die Sendung bei Sport1 habe ich einmal gesehen, und da habe ich gesehen, daß das der falsche Weg ist. Eine hölzerne Plastiksendung macht keinen Sinn, weil die Kontrapunkte das wenige, was informativ rüberkommt, vernichten. Die Moderation ist wie damals bei Premiere fahrig und fachlich ungeeignet, der Sendeablauf höchst dilletantisch und konfus. So macht das keinen Sinn und schreckt die Leute eher ab, die das zum ersten Mal sehen. Diese Sendung bedarf dringend einer Revision, auch wenn Herr Potofski einer von nebenan ist und mal an Askant beteiligt war.

 

Es gibt ein Modell in der Zentrale, welches die schlimmen Bilder ersetzen soll, die bisher den Sport so schlecht aussehen lassen. Dazu bedarf es neuer Technik vor Ort und in der Logistik. Die gibt es, die ist bezahlbar, aber nur, wenn alle Rennvereine mitmachen und das ganze nutzen. Das ist leider nicht der Fall. Aber solange der Sport seine Assets nicht konsequent ausnutzt, wird sich auch an der Sponsorfront wenig tun. Die Juweliere und Schlachter und Versicherungsagenten vor Ort reichen nicht, der Sport braucht dringend Großsponsoren, die überregional tätig sind. Das geht nur bei angemessener Medienpräsenz. Das Produkt muß im wahrsten Sinne des Wortes vorzeigbar sein. Dazu gehört zuerst Eigenleistung des Sports. Dazu müssen die Teilnehmer des DVR, Besitzer und Rennvereine, an einem Strang ziehen.

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Mo

15

Aug

2011

Zwei aus einer Klasse

War eine rasante Ratesendung mit Klaus Havenstein im Schwarzweiß Fernseh. Zwei Schüler aus einer Klasse mußten Fragen beantworten, knifflige Probleme wie Kompassnadelfunktionen oder Durchmesser von Fußbällen und dergleichen Varia und Curiosa aus der Knabenwelt. Es ging um Schnelligkeit, damals im Nachmittagsprogramm. Gestern und heute liefen zwei aus Wöhlers Klasse 1A.

 

Waldpark hatte ein schlechtes Rennen, zappelig und rappelig, ohne jemals eine vernünftige Position unterwegs. Dazu sah es so aus, als wenn der Boden weiter außen besser war, aber von Box 2 aus konnte Eddie da schlecht hin. In der Normandie kann es wie aus Eimern schütten um diese Jahreszeit, dann scheint gleich wieder die Sonne, aber der Boden ist tückisch und trügerisch an den Rails. Dazu waren das Pferde von teilweise enormem Kaliber, so daß nur der sechste Platz raus kam in Deauville. Der andere Schüler, Earl of Tinsdal, mußte gestern ran, und gewann nach Belieben seines Reiters. Aber zwischen beiden Pferden gibt es große Unterschiede; während Waldpark ein praktischer Typ ist, nicht zu groß, nicht zu klein, der flink antreten kann, ist der andere ein Brocken, der auch entsprechend üppig galoppiert. Das sah gestern sehr gut aus, vor allen Dingen, weil das Pferd noch geradezu täppisch unterwegs war, koboldhaft und vergnügt, und noch lange nicht an dem Punkt angelangt ist, wo die Galoppade ökonomisch ist. Er schmeißt die Beine in alle Himmelsrichtungen, und so geht mancher Meter für den schieren Spaß an der Bewegung drauf. Das wird einer, wenn er ernsthaft bei der Sache ist!

 

Das Horn der Zucht bzw. des Züchters tuten, ist mittlerweile redundant auf diesem Sender, obgleich es Freude macht, die früheren Lobgesänge bestätigt zu sehen.

 

Das Loblied der Deutschen Bundesbahn kann man hingegen nur gedämpft singen, weil Pünktlichkeit und Systematik der Platzvergabe sehr zu wünschen übrig lassen. Und dann die Gäste, die sich da im Wagon breit machen, also ich muß schon sagen! In Harburg war es glaube ich, oder Hauptbahnhof, also wir saßen so gerade mal nach langem Suchen zu siebt, verstreut über die Reihen nach einem unergründlichen Nominierungsschlüssel der Sitze durch die Bahn, da ging tosend die Tür auf, und ein Schwall von Lärm brach herein über das Abteil, eine Horde von Damen so zwischen 19-25, angeführt und angefeuert von einer blonden Walküre, die eine Windmühle antreiben könnte mit ihrem Organ der Marke Foghorn. Unfassbares Gejodel und Gekeife über das Sitzplatzsuchen, dazu Rucksäcke und Brustbeutel und Sacktaschen und Sixpacks, die schwungvoll durch die Luft gewirbelt wurden und haarscharf an den Köpfen der Mitreisenden vorbei sausten, hoppla! Bis Dortmund Hbf fuhren diese munteren Mädels mit, pausenlos lärmend ohne jede Einschränkung in Lautstärke und Inhalt, Bier trinkend und Schnaps, und die Anführerin fuhr diese ganze lange Strecke, vorbei an regengetränkten Landschaften, stehend, ohne Pause! Irgendwann ging ein Ritual los, und zwar ein irres Rattern und Rasseln, das waren kleine Schnapsfläschchen, die zirka 12 Damen im Takt auf die Tische niederprasseln ließen, und dazu verdächtig Schlüpfriges grölten. Vielleicht war der feminine Teil eines Swingerclubs auf Betriebsausflug, wer weiß?

 

Auf der Bahn herrschte gähnende Leere, leider Gottes, weil es bis Mittag geschüttet hatte, wie die Taxifahrerin wusste, und es wurde nicht viel besser im Verlauf der Veranstaltung. Die Reibekuchen (Puffer) waren korrekt, der Sauerländer Wurstspezialitätenstand verschwunden, und das Kölner Bier Marke Sion verdächtig fadenscheinig in Geschmack und Wirkung. Da ist Ayinger Helles Schankbier in München ganz andere Sorte, jederzeit zu empfehlen auch als Kurgetränk und für Senioren. Als Feiergetränk schenkt man in Köln Schaumwein der Marke Vaux aus, dazu assortierte Schnittchen mit Belag.

 

Auch die Rückfahrt zieht sich dann mühsam hin, wobei natürlich eine aufgepulverte Grundstimmung herrscht, weil sich das Rennen endlos in unzählige Fragmente sortieren und diskutieren lässt, Aspekte von allen Seiten und Himmelsrichtungen erörtert werden, und dazu gab es Malbec aus Argentinien, von Catena, und Wurst- und Käsesorten. Um 12 o`clock war man erschöpft in Altona, schwülfeucht und matt. Davon abgesehen ist 2011 ein annus mirabilis für die Beteiligten, ohne Beispiel und Erfahrung.

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Mo

15

Aug

2011

Verlockendes Angebot

Earl of Tinsdal wird für den GP von Baden angeboten. Ob er da läuft, wer weiß? Man liest, was der Trainer zu den Plänen zu sagen hat; er braucht längere Pausen, evtl. Preis von Europa. Paßt irgendwie nicht so richtig zusammen.

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Sa

13

Aug

2011

Bescheidwissen

@maitre: Ja, richtig. Deshalb das Rechenverfahren aus obigem Beispiel noch einmal so wie es exakt nach RO ist:

Gewinnanteil pro platziertes Pferd = Gesamtumsatz minus Abzüge minus Einsatzsumme der platzierten Pferde) / Zahl der Platzwetten

In obigem Zahlenbeispiel ergab sich unter den gesetzten Annahmen:

Gewinnanteil pro platziertes Pferd = (100 - 20 - (9 + 63 +7)) / 3 = (80 - 79) / 3 = 0,33.

Somit Platzqquote für Pferd 1 = (0,33 + 9) / 9 = 1,037 = 10,37 :10 => 10:10,
Platzqquote für Pferd 2 = (0,33 + 63) / 63 = 1,005 = 10,05 : 10 => 10:10,
Platzqquote für Pferd 3 = (0,33 + 7) / 7 = 1,047 = 10,47 : 10 => 10:10.


Eine Kostprobe seiner Rechenkünste gibt Herr Richter, indem er noch mal und zur Sicherheit vorrechnet, wie man Platzquoten ermittelt, nachdem ein anderer das bereits vor ihm getan hat. Sicher ist sicher! Herr Richter weiß auch Statistiken richtig einzuordnen, unter schmunzelnder Anspielung auf Churchill, den Großvater aller Statisten sowie die Äpfel und Birnen, womit er auf einen Sitz alle Hausgeister des einschlägigen Humors schnurstracks versammelt hat. Denn siehe, die international übliche Statistik nach Gewinnsumme ist die schlechteste, oder so ähnlich, nicht wahr. Ach nein, die nichtssagendste, sogar mit Blendeffekt, wie er messerscharf weiß. Ich denke, es ist die einzige, die über die Geldflüsse Bescheid gibt, aber mag sein, daß das nicht zählt im Rennsport. Winston, alter Knabe, aufgepasst, Äpfel und Birnen und Yen und $ kreuzen die Fahrbahn!

 

Und dann der leidige Genitiv, der geht ihm nicht aus dem Kopf, wie auch die Feuerzangenbowle ihren nachhaltigen Eindruck nicht verleugnen kann, aber das ist für die simplen Leute des Rennsports schon wieder viel zu kompliziert, wie er konstatiert. Auch wegen dem Genitiv von dem Blog macht er sich vermehrt Sorgen, der gute Mann, den man nachgerade händeringend sich um die Fassung bringen sieht, vor dem geistigen Auge, angetan mit der Strickjacke und den Ärmelschonern zur Sicherheit. Aber in der Not hat der Schelm das Schäkern neu erfunden und in unbekannte Höhen transportiert, fast eine Wissenschaft daraus gemacht, möchte man sagen. Mit feiner Spitze malt er possierliche Bilder von geradezu mittelalterlicher Putzigkeit, artig und manieristisch hingepinselt, farbenfrohe Aquarelle von schattiger Blässe und Blutarmut, immer witzig, immer voller Esprit und dem Schalk im Nacken. Die robusteren seiner Leser schlagen sich dann wiehernd auf die Schenkel, nicht wahr, Herr Blüchovv? Ob Herr Schleifenbaum wohl noch mitwiehert, heimlich?

 

Aber es ist natürlich so, daß ohne diese Spinnereien was fehlte im Katzenorchester, nämlich der basso continuo des guten Geschmacks und der Sittlichkeit im hektischen Leben auf der Rennbahn, dazu als Oberton die Wissenschaft vom Galopprennsport an sich. Einer muß das machen, und am besten macht das Herr Dr. Richter.

 

Und als hätte er nur darauf gewartet, gerufen zu werden und seine Kunst vorzuführen, erscheint prompt das folgende Juwel, welches ich selbst nicht besser hätte erfinden können. Haben Sie bitte Spaß!

 

"Da is abba imma noch ene Unterschiedsdingens, ob man sich der deutschen Hochsprache bedienen tut weil mann so eine gebildete Mänsch is oder bewüsstlich Lokalfärbung in die Diskussion hineinwerfen tut um dat Kroppzeuch zu verwirren und weil dat vll. etwas simpatischa oda luschtiger klingen tut, woll?"



 

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Mi

10

Aug

2011

8 C 5.10

Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (8 c 5.10) hat sich u. A. mit der Frage beschäftigt, inwieweit Internet Pferdewetten Auswirkungen auf das generelle Internet Verbot unter dem alten Glückspielstaatsvertrag haben. Dabei hat das Gericht festgestellt, daß die Konzessionen der Buchmacher nach dem RennWettLotterie Gesetz grundsätzlich nur für Ladenlokale gelten, und sich dabei auch auf einen Kommentar zu diesem Gesetz von 1934 bezogen. Es kommt dann zu dem Ergebnis, daß Internetwetten durch Konzessionen nicht gedeckt seien, daß es aber faktisch eine durchgängige, bundesweite Duldung der Internet Pferdewetten durch die Verwaltungen und Behörden gäbe. Ansonsten habe diese Praxis für die Entscheidung keine Relevanz, da sich Buchmacherwetten regelmäßig an einen kleinen und kompetenten Kreis von Fachleuten wendeten, der sich insofern vom großen Rest des Glückspielmarkts ganz wesentlich unterscheide. Der Kläger in diesem Rechtstreit konnte also aus dieser Duldung keinen Honig saugen.

 

Dennoch, diese Bemerkungen zur Internet Pferdewette, immerhin vom höchsten deutschen Verwaltungsgericht, sind durchaus bemerkenswert, weil zum ersten Mal der Inhalt der Buchmacherkonzession definiert wird, und zwar aus der Entstehungsgeschichte und Begründung des Gesetzes abgeleitet, und nicht aus seiner Handhabung seit fast hundert Jahren. Nun muß man natürlich sagen, daß bei Erlaß des Gesetz im Jahre 1922 kein Mensch an Internet dachte, oder auch Telephon in der Hosentasche, aber der Generalgedanke des stationären Geschäfts war auch damals bereits, das Wetten zu kanalisieren und nur da zuzulassen, wo man sich extra hinbegeben mußte, also auf die Rennbahn oder zum Bookie ins Geschäft. An dieser generellen Idee, mit der der Staat ansonsten auch sein Monopol begründet, also Erschwernis des Spiels, hat sich nichts geändert. Nun kann man aber andererseits argumentieren, daß sich insofern durch diese jahrelange und großflächige Duldung eine Art Gewohnheitsrecht etabliert hat, welches dadurch Rechtskraft erlangt hat. Das liegt eben auch daran, daß es sich um Bundesrecht handelt, also nicht zum Glückspielstaatsvertrag gehört, und die Pferdewette zum anderen leider eine marginale und esoterische Randerscheinung des Gesamtmarkts darstellt, wie der Senat ausführt.

 

Eins ist sicher, das Rennwett- und Lotterie Gesetz ist in seiner heutigen Umwelt ein legaler  Anachronismus, der dringend reformiert werden muß. Die Hoffnung, mit dem generellen Verbot aller Internetwetten – Buchmacher, German Tote, PMU – könne man dem Pferdesport wieder auf die Beine helfen, halte ich aber für tollkühn.

 

 

 

 

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Mo

08

Aug

2011

HRC

Wenn man zähneknirschend einräumen muß, daß sogar Herr Göntzsche teilweise richtig liegt, dann ist es an der Zeit, die Dinge Ernst zu nehmen. Und zwar die Vorkommnisse um den HRC, der pleite ist, und nur dank persönlicher Bürgschaften aus dem Vorstand künstlich am Leben erhalten wird.

 

Die Jahre seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten v. Gärtner sind geprägt von rasanter Talfahrt, deren Ende abzusehen ist, insofern es mehr als fraglich ist, ob das Derby 2012 noch in Hamburg gelaufen wird. Diese Talfahrt ist größtenteils selbst gemacht, von einem Vorstand mit den Herren Wahler und Darboven an der Spitze. Der Umsturz selbst war degoutant in Durchführung und Kommunikation, und diese Art und Weise des Umgangs mit anderen hat sich seitdem fortgesetzt im Handeln der verantwortlichen Personen.

 

Nächster Kardinalfehler war dann die Bestallung der Agentur Beyer mit den beiden Damen Mutter und Tochter an der Spitze, die das Geschäft für den HRC mit einer Mischung aus Inkompetenz und Arroganz führten. Man kann nur mutmaßen, welche Beweggründe dieser Verbindung zugrunde lagen, aber fachliche können es nicht gewesen sein. Mittlerweise ist die Agentur Beyer nicht mehr sichtbar im Geschäftsplan des HRC, obwohl keiner außerhalb des inneren Kreis so genau weiß, ob die Verbindung wirklich gekappt wurde.

 

Dann kam die Kette der Ausgrenzung der wenigen Lichtpunkte im Vorstand; Dr. Jacobs, Dr. Kleeberg, Dr. Jenkel sind zwar teilweise geholt worden, aber offenbar dann auch vergrault, die einzig jüngeren und frischeren Kräfte, die es jemals an diesen Altherren Tisch geschafft haben. Nun sitzt dort ein neuer Mann, Herr Michael Streithorst, wobei nicht bekannt ist, welcher Ratschluß ihn an die mit Stacheldraht bewehrten Gestade des Vorstandstisches geworfen hat. Er ist bestimmt ein sehr sympathischer Mann, kompetent in seinem Beruf, umgänglich, charmant, aber was hat er mit Rennsport zu tun? Was qualifiziert ihn für diesen Job? Wenn er ein Pferd hat, kenne ich es nicht, so wie auch Herr Wahler keins hat und Herr Matthiessen nicht und Frau Vollmers nicht und Herr Rauchhaupt auch nicht. Herr Streithorst wurde gelegentlich der letzten Versammlung en bloc mit gewählt, ohne Vorstellung, ohne Namensnennung, ohne irgendeine Kommentierung. Er saß stumm und still am Tisch, einfach so. Vorher wurde er wie stets ko-optiert, dem Lieblingsinstrument des deutschen Vereinsvorstands. Allein diese Personalie bzw. ihre Behandlung durch den Vorstand ist ein ungeheuerlicher Vorgang von großartiger Chuzpe.

 

Und dann als Höhepunkt der Geheimbündelei das ewige Mysterium um das Derby und seinen Preis und Herrn Darboven, den großmächtigen Retter aus der Not. Tatsache ist, daß kein Mensch außerhalb des engen Kreises weiß, was genau das Derby den Sponsor kostet. Fragen danach, wie auf der außerordentlichen Versammlung im letzten Herbst, werden entweder gar nicht beantwortet (Hinweis auf Verschwiegenheitsklausel) oder ausweichend (kann man so nicht sagen). Ich sage, solange niemand diese Zahlen auf den Tisch legt, ist das in Wirklichkeit ein Sponsorgeschäft wie jedes andere auch, zwischen der J.J.Darboven Holding AG & Co KG und dem HRC, wobei es sich zufällig trifft, daß der Vorstand des Sponsors auch auf der anderen Seite des Tisches sitzt. Keiner weiß, wie viel der Sponsor zahlt, keiner weiß, ob und wie das Derby alternativ ausgeschrieben ist. Ich weiß nur, daß Idee Kaffee in aller Munde ist beim Meeting und in aller Augen und aller Ohren. Herr Darboven hat ohne Zweifel seine ganz persönlichen Verdienste um den HRC und den Rennsport, aber dieses intransigente Agieren hinter den Kulissen muß ein Ende haben. In Wirklichkeit bestimmt dieser Sponsor seit Jahren die Politik des Vereins, und nicht der Präsident, völlig zu schweigen von den Mitgliedern.

 

Ausdruck all dieser Gutsherren Manier ist nicht zuletzt der Umgang mit Mitgliedern und Besitzern, ein bestenfalls gönnerhafter Ton, der sich um sich selbst dreht, und stocksteif und blasiert eine gemutmaßte Haute Volee hofiert, statt sich um die Aktiven innerhalb und außerhalb des Vereins zu kümmern. Man hat sehr erfolgreiche Züchter und Besitzer im Verein, deren Pferde manches Gruppe- und Listenrennen nach Hamburg geholt haben, und die für ihren Heimatverein und die Stadt Ehre eingelegt haben, aber den Vorstand scheint das völlig kalt zu lassen. Diese Mitglieder des HRC haben wesentlich mehr Sachverstand in Rennsportdingen, als die ganze Vorstandskompanie, deren einziger Pluspunkt der gute Wille sein mag.

 

Zu beklagen ist dieser Zustand umso mehr, als sich die wirklich handelnden Personen vor Ort buchstäblich den Arsch aufreißen, um das Meeting Jahr für Jahr abzuhalten. Die Organisation, das Geläuf, das sind Dinge, die funktionieren, aber vor allen Dingen, weil die Leute, die das machen, sich reinhängen. Denen gebührt Dank.

 

Wenn dieses Verhalten des Vorstands auch gegenüber Stadt und Wirtschaft und Publizistik an den Tag gelegt wird, ist es kein Wunder, wenn es nur noch bergab geht mit dem HRC. Es müssen dringend neue Leute her und ein grundsätzlich neues Konzept, wie dieses Derbymeeting zukünftig gestaltet werden soll. Das geht nicht mit Workshops ohne echte Sondierung der Probleme. Das geht nur mit gründlicher Analyse des Zustands und Abstimmung mit allen, die eine Rolle spielen. Sonst ist es weg, das Derby, und zwar für lange Zeit und zu Recht.

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Mo

08

Aug

2011

Geschichtenerzähler

  • ·         kassandro (Sonntag, 07 August 2011 10:45)

Die Geschichte von Lomitas' Derby habe ich ausführlich auf Wikipedia erzählt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lomitas
Mir wird mir ja des öfteren vorgewurfen, daß ich in diesen Artikeln nur ein zusammengegoogelte Faktensammlung bringe, aber ihr bringt eben wie die obige Diskussion zeigt noch weniger. Auf der anderen Seite erhalte ich von anderen Wikipedianer ständig Vorwürfe in die entgegengesetze Richtung (siehe die Diskussionsseite zu diesem Artikel).

 

Die Geschichte von Lomitas`Derby erzählen die, die dabei waren, und zwar jeweils aus ihrer subjektiven Sicht. Ich war am Rande dabei, und zwar hinter dem Ziel, wie immer, und habe dunkle Erinnerungen an einen heißen Tag und einen Favoriten, der knapp aber sicher geschlagen war. Von einem Pferd Temporal, einem Fuchs, welches von Bruno Schütz trainiert wurde, einen merkwürdigen Dress trug – irgendwas bläulich güldenes – und einen Mann, der eigentlich noch ein Junge war, den niemand kannte. Ich kannte aber seinen Vater, der vor Jahren das elegante Siegesschwenken mit der Kappe nach dem Rennen in Hamburg eingeführt hatte. Das war Gianfranco Dettori. Also ich erinnere vor allen Dingen den Startpunkt von Dettories Deutschland Karriere. Wurde dann ein ganz guter Mann weltweit.

 

Also das Kompilieren von so genannten Fakten macht noch keine Geschichte, obwohl ich mir den Artikel, was immer das sein mag, nicht angesehen habe, um möglichst unbeeinflusst von Fakten und entgegen gesetzten Diskussionen und Vorwürfen urteilen zu können. Denn am Ende macht sich jemand nur eine fremde Geschichte zu Eigen, was was anderes ist, als sie zu erzählen.

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Sa

06

Aug

2011

Ansichtssache

  • ·         kassandro (Samstag, 06 August 2011 13:03)

Auch im Tippspielform stand Helliers Ritt zur Wahl und er hat keine meiner 3 Stimmen bekommen. Er hat Durban Thunder für meinen Geschmack einfach zu viel geprügelt und das hat kaum etwas gebracht. Bei DT bringen wie bei vielen Frontrennern Schläge kaum etwas. Loben muß man an Helliers Ritt, daß er im Schlußbogen sehr schön beschleunigt hat, als die Favoriten am Ende des Feldes nichts machen konnten.

 

Das ist mal eine schöne Gelegenheit, Laieninterpretation eines Rennens zu analysieren. Was kann man da besser machen, worauf kommt es an?

 

Zunächst ist genaues Hinkucken nötig, also der faktische Teil. Danach ist es nun so gewesen, daß Terry an der 400 Meter Marke anfing, ernsthaft zu reiten, vorher gab es einige Tempowechsel, die aber für den Laien nicht sichtbar waren. Dann gab es in der Geraden 7 Stück auf den Popo, nicht mehr, nicht weniger. Das Pferd ist dabei nicht nur nicht aus dem Takt gekommen, sondern stramm weiter marschiert. Ich kann versichern, daß das Pferd weder äußerliche noch innerliche Schäden dabei genommen hat, sondern das Rennen besonders gut weggesteckt hat und super gute Laune hat. Meine Ansicht, weil er nicht eyeball-to-eyeball kämpfen mußte, sondern ohne Konkurrenz Start-Ziel war.

 

Man beachte, daß sich der Jockey nicht einmal in der Geraden umsieht. Jetzt kommt der psychologische Teil, wenn ich mal laienhaft so sagen darf. Der betrifft die Antizipation des Jockeys hinsichtlich der möglichen Gefahr von hinten. Gruppe I mit zwei heißen Kochern, die von hinten kommen, das bedeutet, daß man rigoros nach Hause reitet, sich nicht umsieht, und den Stock benutzt, damit nichts anbrennt. Es schadet jedenfalls nicht, und möglicherweise hilft es den entscheidenden Tacken weiter.

 

Alles zusammen macht einen guten Ritt aus, professionell von Anfang bis Ende. Ob man dafür seine drei Stimmen gibt oder zwei oder eine oder keine, wie ich, weil ich überhaupt keine Spiele mit Amateuren spiele, ist dabei völlig unerheblich.

 

Wie es auch müßig ist, sich Starke vorzuknöpfen oder Smullen, weil ich glaube, das beide keine Chance an dem Tag hatten. Smullen hat sich weit rausgelehnt, und Starke hat sich an ihm orientiert. Gut, das war so. Aber man muß auch die Pferde haben, die das Tempo beliebig mitgehen können. Das bezweifele ich. Kann natürlich jeder so sehen, wie es seine Augen hergeben. No problem.

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Mo

01

Aug

2011

Bayrisches Zuchtrennen

Wo beginnen mit den Jubeladressen und Glückwünschen? Und dabei hatte alles so unverfänglich begonnen an jenem letzten Sonntag im Juli, auf dem Flughafen Fuhlsbüttel, als es draußen wie aus Eimern schüttete in Hamburg bei 14 Grad, und unterwegs das Wetter nicht richtig besser wurde, aber bereits der Flughafen Franz-Josef (Seppl) Strauß viel trockener war, und erst in der S-Bahn, wo es fast schon warm wurde, und dann am Bahnhof Riem, da war es Sommer. Es drängten sich Hundertschaften auf dem Perron, dann ging es einen Treidelweg längs der Gleise nach, hin zu einer Schranke, die zu war, bzw. unten, weil eine Draisine vorbei kam, eilig und hurtig. Schnell drängelten die Rennbahnbesucher dann auf die Bahn, wegen dem Kaffee umsonst, von dem wir aber keine einzige Tasse getrunken haben, sondern etwas Ayinger Hell Bier.

 

Sattelplatz unbekannt, Eintrittskarte gab es trotzdem, und dann herrschte da das große Gedränge und Geschiebe auf dem Rennplatz München-Riem. Den hatte ich schon mal besucht, einmal, vor etwa 30 Jahren, und daher fuhr uns dann Herr Gervai jun. zum Flughafen, dessen Vater damals die große Jockeynummer in Riem war, zu Zeiten von Telemach und Co. Seine große Stunde war der Preis von Europa, mit Pawiment, zu über Tausend, als der Wind eisekalt um die Ecken in Köln Weidenpesch pfoff, und Nebos, der große Nebos, tapfer kämpfte nach dem Arc.

 

Gestern war kein Nebos dabei, aber trotzdem gab es ein buntes Programm, und man konnte ganz oben auf der Galerie bzw. dem Balkon stehend den Blick schweifen lassen über eine Anlage von imposanter Großzügigkeit und Gepflegtheit, so das man fast das Eisen Vier rausgeholt hätte, so tadellos geschoren waren die Grüns. Aber auch das Geläuf, das muß man sagen, ein märchenhaft flauschiges Geläuf, grün und breit, und ein richtig üppiger Einlauf, der so manchen schon zu voreiligem Handeln verleitet hat, aber das Ziel steht weit hinten.

 

Das Rennen war nach Drehbuch, obwohl vor dem Rennen die Stute Elle Shadow wuchtig wie ein Kerl und massig daher schritt, mit dräuendem Blick, nichts Gutes im Schilde führend, während der Ire Famous Name etwas weniger klotzig daher kam, mehr drahtig und angefasst, und Russian Tango sah wieder besser aus als in Hamburg, sehr viel kupferfarbenes Pferd und ziemlich gelassen. Durban Thunder war etwas feucht hinter dem Sattel, und stand auch leicht zehenfüßig und kribbelig im Ring, aber nichts Besonderes bei dem Pferd. Trotzdem, die Stute hielt ich für nicht schlagbar, zu imperial erschien sie mir. Aber das Rennen, wie gesagt, lief für Messrs. Durban Thunder & Co. wie gemalt schon im ersten Bogen, als sich die beiden Favoriten weit dahinter einreihten, zu weit für meinen Geschmack, denn wer kann gegen Durban Thunder 8,9 Längen aufholen, auf seiner besten Distanz, ohne Hindernisse und auf gutem Geläuf? Niemand, wie abzusehen war. So entwickelte sich das Ganze wie ein Film von Anfang bis Ende, und auf einem schönen Photo sieht man den Trainer des Siegers im Innenraum auf Zielhöhe, die Arme im Jubel gereckt, davor das Pferd bereits verhalten, der Jockey gelassen im Bewusstsein, eine sehr gute Arbeit gewissenhaft erledigt zu haben.

 

Dann kam der Jubel und die Freude, und am meisten haben sich mit uns und mir speziell Herr Weller und sein kleiner Hund und Herr Smrczek gefreut, je gesondert, einer aus alter Verbundenheit, der andere aus schierer Freude über die Tatsache, daß die Kleinen auch mal gewinnen, und nicht immer nur die Großen. Beide, weil sie Pferdeleute sind. Dazu Dutzende vor Ort und weiter weg, persönlich und telegraphisch elektrisch, so viele, daß man sie nicht zählen kann und einzeln erwähnen, aber alle zusammen als dann doch wieder große Familie des Rennsports, die alle von diesem faszinierenden Sport und diesen faszinierenden Tieren angerührt und zusammen geschweißt werden. Dermot Weld war da, der große Trainer aus Irland, der Trainer von Famous Name, der sich mit uns vor dem Rennen unterhielt und danach, gracious in defeat, eine Ehre der besonderen Art und ein tolles Erlebnis. Der Münchener Rennverein hatte seine besten Leute aufgeboten, alle drängten in den kleinen Empfangssaal zum Schampus, es wurden Reden gehalten und Grußadressen auf deutsch und englisch gehalten, und alle summten und brummten aufgeregt und ausgelassen durcheinander.

 

Aber im Ernst, so ein Tag hat enorm viel Potential zum Aufpulvern, wenn man dem Sport verbunden ist, und solange noch ein Groschen übrig ist, wird man weiter machen, in Erinnerung daran und den Glauben, daß sich so was wiederholt eines schönen Tages. Es hat in unserem Fall immerhin 12 Jahre gedauert mit der Gruppe I, fast auf den Tag, seit Belenus den Preis von Europa gegen Hibiscus in dieser denkwürdigen Schlacht die Gerade runter gewonnen hat, Kevin Woodburn gegen Andrasch Starke, und daran sieht man auch, was für ein Reiter der Extraklasse das ist. Wie auch Terence Hellier, der dem Pferd ein Rennen serviert hat mit genau den kleinen Hühs und Hotts, die man unterwegs von außen kaum sieht, die aber das Luftholen ermöglichen und die die Struktur des Rennens ausmachen, ohne die es nicht geht. Aber gestern war die Krönung, weil für den kleinen Stall Tinsdal mit seinen wenigen Leuten das ein eigenes Pferd ist, von einem von uns gezogen und aufgezogen, und seit Fohlen Tagen das Prunk- und Schmuckstück der Veranstaltung. Hat bis jetzt alles in allem 6 Jahre Beschäftigung bedeutet, und es ist die schönste Beschäftigung der Welt, wenn sich so was wie gestern ereignet.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Freunden und Gratulanten, bei Manuela Sohl und Hannes Gutschow, Torsten Mundry und Frau und allen am Stall und Terence Hellier und Herbert Engels, seinem treuen Reisebegleiter. Wir bedanken uns auch beim Münchener Rennverein, der ein großzügiger Gastgeber war, und der das Geläuf in so hervorragendem Zustand hergerichtet hat. Und wir bedanken uns bei Herrn v. Gumppenberg, der Durban Thunder 100 Kilo gegeben hat. Das ist ne Menge Holz und Verpflichtung, und wir hoffen, daß das Pferd dem auch in Zukunft gerecht wird.

 

PS: Das Pferd wird bei racebets für den GP von Baden angeboten. Da wird er aber nicht laufen.

 

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Sa

30

Jul

2011

Argumentationsketten

Seit heute lässt German Racing (DVR) die Rennen in der Verschlüsselung Biss verschlüsseln.
Mit dem heutigen Tag werden Köln,Hoppegarten und Bad Harzburg verschlüsseln !
Ein Schlag ins Gesicht für alle Pferdesport und Galopprennsport Interessierte !
Darum wird es von diesen Rennvereinen keine ! Videos zu den Rennen geben !
Boykottiert diese Vereine und ihre Haltung zu den Galoppsportfreunden.

Ich werde auch alle Kanäle dieser Vereine löschen ! oder Playlisten mit den vergangen
Rennen ! Hier gehts nicht darum,den Galopprennsport weiter zu bringen. Eher mehr an Gelds rauszuholen
auf Kosten des Pferdefreundes !

Darum bin ich zu 100% für den neuen Glücksspielvertrag ! Damit das heuchlerische Getue der grade im Ausland sitzenden Wettanbietern das Handwerk gelegt wird !
Kann man nur noch Rennen bei Wettanbietern sehen


JA ! Aber nutz diese die in Deutschland ihren Sitz haben.Erkennt man an der
Umsatzsteuernummer im Impressum ! zb German Tote oder WinRace !

RaceBets (Malta) onextwo (Malta) etc. zahlen keine Deutschen Steuern !


Dürfen/können keine Rennen mehr bei Youtube veröffentlicht werden ?

Da man in Zukunft wohl eine Verschlüsselung einsetzt ,wird es keine Zusammenfassungen,Bilder oder
sonstiges geben ! Und ich werde den Galopprennsport boykotieren ! und es auch weiter tragen !
Es kann nicht sein,das paar Hirnlose Häuchler Steuergelder abgreifen auf Kosten aller und
gleichzeitig mit Wettanbietern gemeinsame Sache machen die im Ausland sitzen ! zb .in Malta !
an der Deutschen Steuer vorbei !


was bedeutet dies für die Galopprennsport-Interessierten ?

Keine Bilder,Videos mehr als Replay,so wie bevor es German Racing gab.Die alte geldgeile
Politik auf Kosten des Steuerzahlers,Galopprennsport-Interessierten !
Für die,die nicht die Möglichkeit haben Internet oder Buchmacher zu besuchen
ein Schlag ins Gesicht ! German Racing ist nur das,was der DVR schon immer hervorbrachte.
Häuchlerei ! Und mal davon ab,German Racing ist der DVR ! nur eine Augenwischerei ! und
Täuschung des Galopprennsport-Interessierten ! Das haben auch alle zb. die TV Sender verstanden !
Und der PMU zeige ist den Stinke-Finger,da es für mich Abzocker sind !-)

Die Kanäle bei Youtube und Vimeo werden alle nach und nach gelöscht.
Bedankt euch bei den Deppen in Köln ,die die wahren Galoppsportfeinde sind.
Da sie garnicht intresse haben,den Rennsport zu helfen sondern nur wollen das ihr
euer Geld bringt ! Das subventionieren und abgreifen von Steuergelder durch
Vetternwirtschaft der Politik und des Galopprennsport muss aufhören.

Zitat:

Liebe German Racing-Freunde, auch RaceBets.com, der offizielle Online-Wettanbieter des deutschen Galopprennsports, ist jetzt auf Facebook vertreten. Werdet Fan und profitiert so von exklusiven Bonus-Aktionen.
http://www.facebook.com/pages/HorseRace ... RMANRACING



eher unterstüzung der Steuerflucht ins Ausland,was mit den neuen Glücksspiellstaatsvertrag unterebunden wird !
Steuerflucht auf Kosten aller ! Bürger dieses Landes,die erhrlich ihre Steuern abführen !


Damit wieder hier Steuern gezahlt wird und nicht das Geld im Ausland versickert zb. Malta !

 

 

 

 

Mit dieser Suada beginnt ein Mann unter dem Pseudonym HorseRaceSports ein Debatte, in die sich sodann auch Herr Rumstich mit einem ähnlich gestrickten Beitrag einschaltet, der unter der Marke: „Rennfilme – publizieren verboten“ daherkommt und in die nämliche Kerbe haut. Es gesellt sich zum guten Ende auch noch Frau Delius hinzu, die ebenfalls dieses angebliche Vorgehen des DVR geißelt. HorseRaceSports und Herr Rumstich schaffen für Gotteslohn im Sport, Frau Delius für Geld.

 

Da ist offenbar ein Mann auf einem persönlichen Kriegspfad, und andere Indianer folgen blind. Es wird schon was dran sein an diesen wüsten Anschuldigungen, wie üblich der gerechte Kampf eines echten Fans gegen die eitlen Bonzen in Köln, die den Fans das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Dieses Sittengemälde nährt den guten Mann seit Jahren, aber es macht satt, ohne jemals den Hunger zu stillen, denn ständig werden neue abstruse Geschichten gestrickt, immer nach dem gleichen Drehbuch. Die da oben gegen uns hier unten. Und stets springen die gleichen Leute auf, grundgute Fans, die einzig echten dazu, die nur das Gute und Schöne im Sinne haben. Das blöde ist nur, daß diese Geschichten mehrheitlich Hirngespinste sind, ausgedachte Konstrukte ohne wahren Kern, die nur dazu dienen, die böse Absicht der Oberen zu demonstrieren. Das schweißt diese Erfindungen zusammen. Und wenn man dann mal haarklein den Unsinnsgehalt nachweist, dann kommt todsicher der Hinweis auf mangelnde Informationspolitik, natürlich seitens der Angeschuldigten. Als wenn ständig Aufklärung geschuldet würde über jede dieser abstrusen Geschichten, als wenn nicht die Urheber sich zunächst mal selbst informieren müssten, bevor sie diesen Unsinn in die Öffentlichkeit tragen. Wer zuerst tätig wird, hat eine Holschuld, nicht der andere eine Bringschuld.

 

Der Bodenwert in Hamburg war falsch, wird z.B. behauptet. Es stellt sich aber raus, daß der Messwert so war, wie durch die Rennleitung ermittelt und berichtet. Macht nichts, who cares, dann war der Boden eben sonst irgendwie schlecht, oder der Wert in Köln von vor einem Jahr war falsch. Irgendwas wird schon gewesen sein. Oder der Sieger im Oppenheim Rennen bekommt 96 Kilo. Na klar, man kennt ja die komischen Handicap Einschätzungen von Siemen, kein Wunder. Redaktionsfehler, was ist denn das? Nie gehört, passiert mir niht.

 

Alles gerinnt diesen Leuten von der echten Fan Basis zum Anlaß für Kritik und Anklage, weil ihnen der ganze Kram nicht paßt, nämlich die Konstellation, daß die einen mitmachen, und die anderen nicht. Das kann jeder ändern, aber dazu fehlt die Traute. Aus Jahrzehnten der schludrigen Politik, was ja wahr ist, wird die Geschichte ohne Ansehen der Tatsachen weiter gestrickt, ohne Rücksicht auf demokratische Entscheidungen durch diejenigen, die dazu berufen sind. Racebets ist das Synonym des Aufruhrs, das Wackersdorf der Kritiker, der Siedepunkt der Entrüstung. Keine noch so demokratische Willensbildung innerhalb der Gremien des Sports vermag diese Entscheidung zu legitimieren, in ihren Augen, und daher wird das einfach nicht zur Kenntnis genommen. Leider hat der Rennsport aber keine Latifundien aus guter alter Zeit wie der Münchener Rennverein, die man schlank zu Geld machen kann, sondern er muß zusehen, daß er aus dem Betrieb irgendwie Rendite erwirtschaftet. Dazu gehören Eintrittsgelder, dazu gehören Erlöse für die Bilder und Daten, dazu gehören auch Erlöse aus dem Wettgeschäft, in jeder legalen Form. Die Geschichte mit der angeblichen Illegalität von Racebets wird nicht dadurch besser, daß sie von einem offenbar verwirrten vorgetragen wird. Solange die rechtlichen Rahmenbedingungen so sind, wie sie sind, muß der Sport das Beste daraus machen. Alles andere wäre in der Tat fahrlässige Geschäftsführung.

 

Wenn dann irgendwann Besonnene den Sachverhalt aufgeklärt haben – es geht nur um Live Berichte, nicht um hinterher – schwenkt die Argumentation geschmeidig um, ignoriert den völlig falschen Ansatz, und trägt zum Thema Werbemittel vor, als wenn das das ursprüngliche Anliegen gewesen wäre. Aus dem Vorwurf des vorsätzlichen Aussperrens der echten Fans, aus dem fast Entzug der Lebensgrundlage eines aufopferungsvollen Technikfreaks, wird nun die Kritik an der Vermarktungsstrategie, die dahinter unterstellt wird. Mit Speck fängt man Mäuse, lautet der Kern, also mit Umsonstbildern gewinnt man Fans. Aber was dann? Sollen die ewig und drei Tage umsonst kucken, oder was sollen die? Woher sollen Gelder kommen, wenn nicht aus der Verwertung dessen, was der Sport aktivieren kann? Das sind doch nur die Bilder, die Daten, meinetwegen das Event, was denn sonst? Also muß man dafür Geld nehmen, so wie das alle tun weltweit, überall. Geld müssen die Buchmacher bezahlen, Geld müssen Private bezahlen, und zwar für die Live Bilder, weil die die Basis für das Wettgeschäft sind, von dem dann die berühmten Trittbrettfahrer profitieren, oder Blutsauger, um Herrn Norbert Rumstich zu zitieren. Und dann ist es doch wohl tausendmal besser, wenn diese Klienten bezahlen, statt umsonst zu kucken, denn wer will am Ende der Verwertungskette differenzieren zwischen einem grundguten Fan und einem durchtriebenem Blutsauger? Im Internet sind alle Schafe grau, da gibt es keine Unterschiede, da kann man nicht kontrollieren und nicht diskriminieren.

 

Am Ende dieser Debatte wird sich leider wieder der Eindruck einer zusätzlichen Geschichte der bösen Buben in den Köpfen einnisten, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ein falsches Mosaiksteinchen auf dem anderen. So bringt man den Sport aber nicht weiter. Das ist kontraproduktiv.

                                                                                                                                       

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Fr

29

Jul

2011

Famous Name

Famous Name ist nach Ansicht der Buchmacher und der Fachpresse großer Favorit im Dallmayr Preis. Nach den Formen kann ich das nicht erkennen. Er gewinnt oft, das stimmt, aber das sind meistens Gruppe III Rennen in Leopardstown, seiner Lieblingsbahn, gegen nicht besonders gute Gegner. Letzte Woche gerade noch die Meld Stakes. Aber wenn es gegen andere Kaliber geht, ist Feierabend. Er muß nicht gegen So You Think gewinnen, aber Campanologist sollte er halten können bei gleichen Gewichten. Stattdessen war er 2 ½ Längen hinter ihm. Das reicht für meinen Geschmack nicht, um Elle Shadow zu schlagen.

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Fr

29

Jul

2011

Umsonst

Nun geht ein großes Debattieren los, weil das DVR angeblich nur noch verschlüsselte Bilder der Rennen live senden läßt. Damit würde eine ex gratia Nutzung auch per Mitschnitt nicht mehr möglich sein. Das wäre dann der internationale Standard, denn es ist weltweit üblich, daß nur kommerzielle Nutzung der live Bilder möglich ist, also gegen Bezahlung. In der Regel machen das Buchmacher, aber auch private Nutzer können sich gegen Entgeld die Bilder ins Haus holen.

 

Der Sport hat außer seinen Bildern wenig materielles zu verkaufen. Entweder live auf der Bahn, oder im Fernseh bzw. auf dem Computer. Das Geschäftsmodell des Sports beruht auf der Idee, diese Bilder zu verkaufen, sei es für Eintritt auf den Bahnen, sei es gegen Honorar an Buchmacher oder andere Dritte. Woher sollen sonst Erlöse kommen? Hinzu tritt das Geld aus Wetten, also der Einbehalt des Totalisators in seinen verschiedene Formen. Aber auch die Wetterei lebt davon, daß man den Leuten vorführen kann, worauf sie gewettet haben. Nun gibt es das Argument, man möge den Leuten diese Bilder umsonst zur Verfügung stellen, weil sich damit Interesse generieren ließe, (welches man dann später ausbeuten könne), wie es dann ja logisch weitergehen müßte. Ja, da ist was dran, aber das kann man auch mit älteren Bildern machen, als Teaser sind die ebenfalls geeignet, den unbedarften zu animieren.

 

Das Problem der Give Aways sind u.A. die Kunden, die bereits dabei sind und zahlen. Die fühlen sich regelmäßig verscheißert. Möglicherweise gehen die sogar von der Fahne des Wettens, weil das vielleicht nur in Kauf genommen wird, um die Rennen zu erleben. Das geht auch den Kunden von teueren Weinen so, die heute € 150,- bezahlen, und morgen lesen, daß der gleiche Wein für 100,- im Sonderangebot zu haben ist. Im Fall der Bilder sogar umsonst. Das untergräbt das gesamte Modell. Also gibt es keine wirtschaftliche Begründung, vom internationalen Standard abzuweichen. Möglich sein sollte natürlich der uneingeschränkte Zugriff auf die Bilder nach den Rennen, wenn die Messe gelesen ist. Aber das ist ja wohl nicht das Problem.

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Do

28

Jul

2011

Wirrköpfe

Nun kann der Münchener Rennverein e.V. endlich richtig Kasse machen, wie die SZ vermeldet. Das ist auch dringend nötig, weil die Resterlöse aus dem ersten Grundstücksverkauf von € 700.000 leider alle sind. Es sollen nun also noch mal 40-50 ha verhökert werden, nicht benötigte Ländereien, wie es so schön heißt. Damit hat das Lebenswerk des umtriebigen Chefnazi Christian Weber, welches hier schon mal kurz beleuchtet wurde, doch noch ein positives Ende gefunden. Fernwirkung von staatlichen Subventionen. Ein mittlerer Millionenbetrag soll zur Debatte stehen, oha. Non olet. Aber letztlich profitieren wir alle davon, das ist auch wahr. Man sollte es nur wissen.

 

Während in Köln böse Geister den lieben Rennsportfans das live Sehen der Rennen verderben wollen, wenn man aufgeregten Schreibern in Foren glauben darf, vorneweg Herrn Rumstich, der sich mächtig echauffiert. Aktivieren der Aktiva nennt man das, also das Verkaufen der Bilder z.B. an Dritte wie Buchmacher, eine lang ersehnte Einnahmequelle, bis man feststellte, daß es die Kunden der Buchmacher sind, die das am Ende bezahlen. Wer auch sonst? Der Kunde soll für die Ware bezahlen, unerhört! Wenn man sich schon nicht selbst am Rennsport aktiv beteiligen will, dann wenigstens für lau ankucken. Es dient ja schließlich einem guten Zweck, nicht wahr, denn jeder Fan, der zwar nicht wettet, sondern nur so nebenbei den Bildschirm laufen lässt, ist ein gewaltiger Pluspunkt in der Bilanz des Not leidenden Sports. Aber wahrscheinlich werden die Gelder schnurstracks in die Taschen gieriger Berater in Köln geleitet, erzähl mir doch nix!

 

Und dann die großmächtige Enthüllungsstory des Herrn Dr. Richter, Aachen. Die Bodenwertangaben aus Hamburg sind gefälscht worden, so sein petitum, denn der Boden war nicht 4,2, sondern mindestens 6. Weil das Harro Remmert gesagt hätte und Peter Schiergen gesagt hätte und noch diese und jene. Und um das ganze auch statistisch zu untermauern - Zahlen lügen bekanntlich nicht – hat er großflächige Kolonnen an Zahlen und Zeiten zusammen kompiliert, um dem Ganzen noch mehr Schwung und Rasanz zu verleihen. Und zu dieser aufgeplusterten Wissenschaftshuberei klatschen seine Spießgesellen Beifall.

 

Wenn es nun nicht so gewesen wäre, daß die Rennleitung just die veröffentlichten Werte gemessen hätte, mit dem dafür vorgeschriebenen Gerät und der simplen Prozedur, also einem Gewicht in das Erdreich, einem Gewicht von definiertem Gewicht, definiertem Design, aus definierter Höhe. Das wird dann als Eindringtiefe in cm gemessen. Kann ein guter Mann schaffen. Das ist das Procedere, welches die RO vorschreibt, aber damit wird nun lediglich die Viskosität des Bodens beschrieben, nicht aber seine Morphologie. Die aber war im Eimer, um die ging es. Der Boden war durch die mechanische Beanspruchung der Rennwoche aufgewühlt und aufgelockert, darunter aber durchaus so hart bzw. weich, wie offiziell beschrieben. Das war ein Manko, aber nicht durch den Bodenwert zu beschreiben. Dazu kamen die beiden Walzenbreiten innen, die bis zum Derbytag ausgesteckt waren. Die waren naturgemäß besser. Das konnte man mit bloßem Auge sehen.

 

Jedenfalls wird wieder eine große Verschwörungstheorie gestrickt, zu Lasten der kleinen Leute, zu Gunsten einer nicht näher definierten Kaste von Profiteuren, die irgendwie nur Schlechtes für den Rest wollen. Daß diese Theorie völliger Unfug ist, tatsächlich nicht gestützt wird, vom Urheber nicht vor Ort überprüft, ohne Motivation daherkommt, Alles scheißegal. Hauptsache, der Finger wird in eine selbst verursachte Wunde gelegt.

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Mi

27

Jul

2011

Sussex Stakes - Ante Post

Sussex Stakes, alles ist gesagt. Die Frage ist eine des Glaubens, entweder an den Freak Frankel mit unermesslichen Möglichkeiten, oder an den erprobten Besieger der allerbesten Meilerin, Goldikova.

 

Frankel: Unauslotbares Galoppier Potential, macht das Rennen selbst, hat Gewichtsvorteil. Sah zuletzt nicht richtig gut aus gegen Ende,  verdächtig a la Wassertreten in Ascot, auch in Newmarket nach dem Dip mehr solide als funkelnd. Keine sehr überzeugende Ausreden von Sir Henry.

 

Canford Cliffs: Enorm routinerter Meiler der Extraklasse, hat zum Schluß absolut tödlichen Turn of Foot, kennt Bahn und Rennen, hat den erfahreneren Reiter. Braucht Tempo, gibt Gewicht weg.

 

Rasjaman: Nicht zu unterschätzen, wenn auch zumindest unter Canford Cliffs, aber wenn Frankel flopt ein Pferd für den zweiten Platz.

 

Rio de La Plata: Nicht gut genug.

 

 

Was soll man raten, Sympathie spielt gewiss eine Rolle. Frankel wegen seines Namensgebers, aber Canford Cliffs wegen seiner erwiesenen Klasse über die Meile und gegen Goldikova, das Urmeter auf dieser Distanz. Ich schätze, Frankel wird gehen, aber Canford Cliffs wird am Ende vorn sein. Dahinter egal, möglicherweise Rasjaman, weil Frankel auseinander fallen könnte, wenn er mal passiert ist. Nach 1.37 ist alles erledigt. Festhalten!

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Di

26

Jul

2011

Much ado about nothing

Die Leute wollen was, also wird es herbei geschrieben. 96 GAG für einen Debutanten, Amaron, so steht es nach dem Oppenheim Rennen in der Datei des DVR. Der dritte, Amarillo, war 2 ¼ Längen dahinter, trug aber auch 2 Kilo mehr. Dafür gab es laut Datei 85,5 Kilo. Das paßt. Also ist das ein Verschreiber mit den 96 Kilo. Es müssen 86 sein. Much ado about nothing.

 

PS:

 

Man kann  sich dem Thema auch über den zweiten nähern, Percy Jackson. Der hatte ein Racing Post Rating von 93, trug ebenfalls 2 Kilo Siegaufgewicht. Jetzt heißt es nur noch umrechnen, meine Herren! 

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Mo

25

Jul

2011

Hoppegarten

Selten so geirrt wie im Fall Gereon, zumindest gestern. Das Pferd sah bombig aus, aber in der Geraden ist er auseinander gefallen. Einfach so, ohne Gegenwehr. Da scheint was nicht zu stimmen, mutmaßlich im Kopf, aber wer will da reinkucken bei den Pferden.

 

Das soll aber die Siegerin nicht beeinträchtigen, die mit selten gesehener Überlegenheit die Gerade runter ballerte. Immerhin den Jahrgang getroffen, aber nicht das Geschlecht. Das Rennen war am Anfang ein Hundegalopp, so daß am Ende 2.33+ raus kamen, Schneckentempo kann man auch sagen. Trotzdem war es offenbar für Lucas Cranach immer noch zu schnell, denn der hechelte am Anfang Längen hinter dem Feld her, und bekam die Temposteigerung von Night Magic Ende Gegenüber erstmal gar nicht mit, so daß der Abstand noch größer wurde. Umso erstaunlicher, daß er am Ende für den zweiten Platz nur knapp geschlagen war. Form aus Hamburg bestätigt, wenn nicht gesteigert. Dito Sir Lando, der ein sehr solides Pferd ist. Die beiden aus GB können sich nicht beklagen, sie hatten es selbst in der Hand, aber waren nicht gut genug. Cavalryman ist ein kleiner drahtiger, aber mit etwas wenig Substanz, Dandino hingegen viel Pferd, aber wohl nicht ganz von der benötigten Klasse, wie auch die Leistungen zuvor zeigen. Scalo ist auch kein Riese, aber sehr harmonisch, und ein Ackerer, wie der heftig erackerte zweite Platz zeigt. Aber 7 Kilo mehr gegen die Siegerin Danedream gehen nicht. Night Magic hat durchaus Allüren nach Art der Diva, kapriziös von Anfang bis Ende. Gesattelt wird im Stall, Führring extraweit und spät hinter den anderen, Aufgalopp mit Aplomp, unterwegs offenbar mal so mal so. Schwer zu planen, wie man das Rennen angehen soll. Minarik wurde es dann zu langsam, mutmaßlich wohl mehr dem Pferd, aber dieser etwas heftige Zwischengalopp könnte am Ende den zweiten Platz gekostet haben. Wir haben auch überlegt, da mitzulaufen, aber es war bestimmt eine gute Idee, nicht den Hasen zu machen. Es wäre bestimmt ne Zeit von unter 2.30 rausgekommen.

 

Kurze Bemerkung zum Reiter: Andrasch Starke reitet seit 20 Jahren in der absoluten Spitze. Gestern konnte man wieder sehen, warum. Immer eine excellente Position im Rennen, und dann konsequent zu Ende geritten. Er weiß, was er hat, und was er kann. 

 

Der Jahrgang 2008 hat auch das Handicap gewonnen, Point Blank mit Steffi Hofer Start-Ziel. Auch hier gab es reichlich Kilos, insgesamt immerhin 8, oder sechzehn Pfund, die Empire Storm weggeben musste. Der insofern heroisch gekämpft hat, aber Handicap ist Handicap, was soll man machen. In dieser Klasse geht es nicht immer, sondern nur manchmal, wenn alles stimmt, und am Ende ist entscheidend, daß ein Pferd regelmäßig seine Höchstleistung bringt. Empire Storm macht das jedes Jahr, und ist mit viel Spaß bei der Sache. Kompliment an Züchter und Trainer und Reiter. Und natürlich an die Besitzerin, die seit langem zeigt, daß sie was vom Fach versteht.

 

Es waren ansonsten viele Leute auf der Bahn, wie fast immer in Hoppegarten, und alle sahen so aus, als ob sie wüssten, worum es geht. Die Menschen hier sind seriös am Rennsport interessiert, was schon mal die dreiviertel Miete ist. Es ist ein wichtiger gesellschaftlicher Termin, und daher wird sich auch entsprechend angezogen, mit Diplomatenfrack und gewagten Cocktailkleidern offenherzig. Leider trübt die Akustik den Genuß des Renntags, und zwar nicht nur die variable Lautstärke, sondern die Dauerberieselung mit Wort und Klang. Man kommt sich wie beim Radio vor, alles wird erklärt und animiert und beschrieben und informiert, und man kommt gar nicht Recht zur Besinnung. Und dazu lassen sie ihren besten Mann auf der Tribüne schmoren. Unverständlich, sehr unverständlich.

 

PS: Als Einstimmung auf Gloroius Goodwood ein serh schöner Artikel über Sir Henry Cecil im Independent.

 

http://www.independent.co.uk/news/people/profiles/henry-cecil-i-dont-like-to-be-defeated-ndash-beat-depression-get-on-2319955.html

 

 

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Mo

25

Jul

2011

Kehraus

Hier wohnen offenbar einige besonders hitzige Geister, die leider die Kapazitäten des Servers und meines Kopfes über Gebühr beanspruchen. Der Server läuft über, mein Kopf wendet sich ab. Um das Niveau wieder zu heben, habe ich einiges aussortiert, was den Blog nicht wirklich weiterbringt, sondern ihn verstopft. Auch wenn es sich dabei teilweise um Rara, Varia und Curiosa handelt. Es mußte sein, auch wenn ich den guten Willen der Betroffenen zu Aufklärung und Kultur zu würdigen weiß.

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Sa

23

Jul

2011

Big Guns

In diesen trüben Tagen hält nur der Rennsport den Sommer hoch; heute die King George VI in Ascot, morgen Hoppegarten. Dazu nächste Woche die Sussex Stakes mit Frankel und Canford Cliffs und der Dallmayr Preis in München. Da gibt es viel zu rechnen und abzuwägen, wenn man wetten möchte. Muß man nicht, zusehen reicht auch. Aber es macht mehr Spaß, wenn ein paar Mark mitlaufen.

 

Workforce, Rewilding, St. Nicholas Abbey, Nathaniel sowie der Pacemaker Debussy, das sind wenige, aber das sind auch drei Big Guns plus ein interessanter Dreijähriger, die sich nicht aus dem Weg gehen, sondern antreten, wenn es um die Wurst geht. So wie Goldikova und Canford Cliffs, und So You Think und Frankel. Die laufen alle ohne großes Taktieren über die Route gegeneinander, und so soll es sein. Man will das sehen, und solange keiner einbricht, gereicht keine Niederlage zur Schande, sondern zur Vermehrung des Renommees.

 

Das Rennen in Ascot heute Nachmittag ist schwer zu berechnen, wobei man an der Tatsache von Derby und Arc Sieg am Ende nicht vorbei kommt. Dazu brauchte Workforce allerdings elastischen Boden, aber den gibt es wohl in Ascot, nachdem es unter der Woche geregnet hat. Workforce kann unheimlich ackern, ein Bulle mit sehr viel Kraft und Substanz, der sich nicht zu schade ist, in die Hände zu spucken und anzupacken. Das sieht man gern. Er geht auch vorne mit, wenn es sein muß, und ich denke, daß er Debussy bei Halbzeit oder kurz danach ablösen wird. Dann geht es nach Hause, und mal sehen, wie weit es reicht.

 

St. Nicholas Abbey war als zweijähriger der Star seines Jahrgangs, aber dreijährig ging nicht viel. Weit geschlagen als Favorit in den 2000 Guineas, das war es schon. Dann kam er dieses Jahr wieder, und sieh einer an, es ging gut, und dann sehr gut. Nach einem Aufwärmer gewann er mit 9 Längen die Ormonde Stakes gegen Allied Powers, und danach den Coronation Cup in Epsom gegen Midday. Das sah gut aus, ich fand sogar sehr gut, weil der Rennverlauf extrem Mist war, schlecht Tattenham Corner runter gekommen, fast schon abgehängt, und dann mit sehr viel Zähigkeit und Biß noch vorbei gekämpft.

 

Rewilding, der beste Tiger Hill, braucht Pausen zwischen den Rennen, aber wenn er die bekommt, dann kann er sehr viel. Letztes Jahr geschlagen als Favorit im St. Leger, das hatte Grund wegen des Sieges in den Great Voltigeur Stakes, danach in Dubai Sheema Classic gewonnen, und dann der große Sieg in Ascot gegen So You Think, eine der größten und spektakulärsten Aufholjagden, die man in den letzten Zehn Jahren irgendwo sehen konnte. Das war eine ganz große Form, wie man an So You Think sehen konnte, der danach gegen Workforce die Eclipse Stakes gewonnen hat. Da hat man also eine Elle zwischen Workforce und Rewilding.

 

Nathaniel ist als Dreijähriger das Salz in der Suppe, die Würze im Hasenpfeffer. Aber seine Formen reichen eigentlich nicht, so daß hier das Prinzip Hoffnung auf Steigerung den Antrieb liefert. Ich kann nicht erkennen, wo das gegen die drei großen Jungs herkommen soll. Debussy, wie gesagt, ist Pacemaker für Godolphin.

 

Im offiziellen Rating steht Workforce deutlich über den beiden anderen, mit gut 6 Pfund. 128 zu 122 und 121. Das sind Derby und Arc, da kann man schlecht dran vorbei. Ich denke, daß St. Nicholas Abbey etwas leichtfüßiger antreten kann, Rewilding hingegen fast die ganze Gerade runter auf die Jagd gehen kann. Alle drei haben bewiesen, daß ihnen die Distanz keine Probleme macht. Die Jockeys sind natürlich auch ein Faktor – Ryan Moore, Frankie Dettori, und Joseph O`Brien. Der ist 16 Jahre alt, und hat in Ascot mit Jan Vermeer im Coronation Cup keine gute Figur gemacht. Ich schätze den als möglicherweise entscheidenden Minuspunkt ein, weil ihm Kraft und Erfahrung fehlen. Kraft hat Moore im Überfluß, dazu eine sehr robuste Reitweise, die auch Zickzack kennt und breite Ellenbogen. Aber am Ende ist Frankie der Meister der ganz großen Rennen und Gelegenheiten. Wenn er den Braten wittert, dann hat er nach wie vor den Killer Instinkt, der für solche Rennen nötig ist. Ich glaube auch, daß er mit Rewilding gut warten kann, und mit der Rolle des Außenseiters gut bedient ist. Ich glaube, daß Rewilding Ehre für seinen Vater Tiger Hill einlegt.

 

PS:

 

Ein so tragisches Ende des Rennens verdient eine Nachbetrachtung. Rewilding, den ich persönlich für ein außerordentlich gutes Pferd hielt, war Godolphins Bester. Als Tiger Hill Sohn hatte er die Credentials, seinen Vater und Fährhof wieder ins Rampenlicht zu rücken. Das ist ihm auch gelungen. Der Unfall sah katastrophal aus und war es auch, aber es gab kein Fremdverschulden. Ein falscher Tritt, und schon ist alles aus. So fragil sind Pferdebeine, so fragil ist der Sport, zu jeder Zeit. Man merkt es sonst nur nicht. 

 

Workforce angaloppiert, also ebenfalls mit Blessuren aus dem Rennen, was möglicherweise seine Reise nach links zu den Tribünen erklärt. Davor ein Pace Scenario, welches der Idee eines Pacemakers Hohn spottet. Ajtebi hat das entweder nicht richtig verstanden, oder Al Zarooni eine spinnerte Order ausgegeben. Das war, wie andere schon vorher beschrieben haben, ein Hundegalopp zum Abgewöhnen. Diese Unsitte mit den verqueren Taktiken hat jedenfalls O`Brien angefangen, mit den mehrfachen Pacemakern im Rennen und der Idee, alles unterwegs  irgendwie dominieren zu können. Das geht dann zunehmend nach hinten los.

 

Gosden klang im Interview recht herzlos, aber am Ende hat er Recht: Es gehört leider dazu, Schmerzen wird das Pferd wegen des Adrenalins kaum gehabt haben, und man muß das als Bestandteil der Veranstaltung leider in Kauf nehmen. Die Alternative ist kein Rennen, aber dann brechen sie sich auf der Koppel die Beine. Die Fahrnisse eines Lebens als Galopprennpferd. Wir möchten gerne weiter machen, also schulden wir den Pferden und Reitern die größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen, z.B. keine Painkiller im Rennen.

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Fr

22

Jul

2011

Gesetzgebungsverfahren

Wie zu erwarten, hat die EU-Kommission – Algirdas Semeta - diverse kritische Anmerkungen zum neuen Staatsvertrags Entwurf gemacht, adressiert an seine Excellenz Herrn Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister des Auswärtigen, Werderscher Markt 1, in 10117 Berlin.

 

Es wäre müßig, alles aufzulisten, was da steht. Es genügt festzuhalten, daß vieles bemängelt wird, was bei Lichte besehen vorher bekannt war und zu erwarten war von den Autoren, ins besonders die Kollisionen mit Entscheidungen der Gerichte zu diesem oder jenem Thema. Der Entwurf kommt also nicht gut weg, weil er offenkundiges missachtet und handwerklich schluderig zusammen geschustert wurde. Hauptsache, die Kohle aus dem Lotto Topf bleibt unangetastet, mehr will der Entwurf nicht. Nun wird also fieberhaft oder kalten Herzens, je nach dem, nachgebessert, aber es ist nicht abzusehen, ob das bis Ultimo 2011 erfolgreich erledigt werden kann. Ich glaube nicht.

 

Am Rande eine kleine aber interessante Bemerkung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf eine kleine Anfrage im Parlament:

 

„Die zur Förderung der Rennpferdezucht notwendige Finanzausstattung wird in jedem Fall auch zukünftig gewährleistet bleiben.“

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Do

21

Jul

2011

Lokalmatador

Kann Gereon den Großen Preis gewinnen? Alle wünschen sich das, alle Freunde der schönen und gerechten Geschichten des Rennsports, die es zum Glück immer dann gibt, wenn sie dringend benötigt werden. Aber dazu muß auch das Pferd danach sein und auch das Rennen. Ich dachte vor dem Derby, daß Gereon das Zeug zum Derbysieger hat, weil vor allen Dingen die Union so aussah, als ob er mit Distanz und Klasse keine Probleme hat. Er saß fest, aber Hände voll, und am Ende ging er mächtig los. Auch das Henkel Rennen zeigte seine Klasse, aber nichts zum Thema Stehvermögen.

 

Hamburg war 200 Meter weiter als die Union, aber da war er schon wesentlich früher saftlos und kraftlos. Wenn man sich das Rennen noch mal ansieht, erkennt man keine Behinderung, die wirklich wichtig war. Es ging auf die erste Ecke wie immer drängelig zu, aber er war außen ohne Druck, jedoch wie viele mit etwas wackeliger Galoppade, weil da am Übergang viel Rindenschnipsel und Heu rumlagen. Dann ging er ordentlich im Mittelfeld, und eingangs Gegenüber ganz ordentlich im vorderen Drittel des Feldes. Aber dann war mitte Gegenüber irgendwie Schluß, und er war eingekeilt von allen Seiten; nicht sehr eng, aber deutlich ohne Tageslicht – daylight, wie die Engländer sagen. Von da ab ging er immer nur geschoben, nie souverän oder so, daß man noch was erwarten konnte. In die Gerade rein noch mal aufgerafft, aber nur flackernd und für die Galerie. Dann war alle. Ich denke, das hatte mit Stehvermögen nichts zu tun. Das sah nach keine Lust aus, aus was für Gründen auch immer. Ich fürchte, der Rennverlauf war ihm zu klaustrophobisch, überall Pferde, überall Gedrängele. Früher stand in der Sportwelt manchmal, schien indisponiert.

 

Wie wird es nun Sonntag? Ein tolles Feld, vielleicht das Rennen des Jahres, und die Vier Night Magic, Scalo und Lucas Cranach sowie Cavalryman sind harte Nüsse für den Rest. Gereon hat ein unschätzbares Plus, er wohnt am Platz, und muß als einziger nicht reisen. Das macht enorm viel aus, und zwar möglicherweise negativ bei den anderen. Das könnte das Zünglein an der Wage sein, dazu Eddie mit seiner Gabe, Pferde schonend anzuschieben und zu motivieren. Es wird bestimmt Tempo geben, und er könnte evtl. hinten abschalten. Hamburg sah für das Pferd nicht zu Kraft raubend aus, weil er früh auf Sparmodus schaltete, so daß ich mir vorstellen kann, daß er konditionell wieder gut in Schuß ist. Die Frage ist die nach der Klasse. Ich glaube, er hat die, ich glaube, er kann es schaffen. Ich wünsche es mir natürlich, und Christian Zschache und seinem Stall. Hätte er verdient.

 

 

 

 

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Mi

20

Jul

2011

Another Fine Product From The Nonsense Factory

„@manto: Sie interpretieren, mein Gutster. Tut mir leid, dass Sie mich mißverstanden haben. Ich bedauere mit einer Tatsachenbeschreibung ohne irgend ein objektiv erkennbares oder ein von mir subjektiv direkt oder indirekt intendiertes Werturteil Ihnen Anlaß für dieses Mißverständnis gegeben zu haben. Sie sollten mich über die langen Jahre "unserer Zusammenarbeit" so gut kennengelernt dass ich mich bewußt und deutlich erkennbar zweideutig ausdrücke, wenn ich Dingen oder Personen einen ironisch karikierenden Touch mitgeben möchte. Sie verstehen dies sonst sehr gut, weil Sie einen ähnlichen Wortwitz pflegen - wenn Sie gut drauf sind.“

 

So karikieren sie alle Tage, und wenn sie nicht gestorben sind, dann wohl auch in alle Ewigkeit. In diesem Editorial kommt fast alles zusammen, was diese Leute ausmacht – der unbedingte Wille zur Mehrdeutigkeit, der aber einem eklatantem Mangel an Eindeutigkeit geschuldet ist, und zwar der Fähigkeit dazu, also letztlich Mehrdeutigkeit als letzte Ausfahrt Witzhave, um auch mal einen Wortwitz zu machen, und dazu diese unstillbare Liebe zum eingebildeten Wortwitz, dem gemeinschaftlich erlebten, dem Chor der Schenkelklopfer und Brüllaffen, wenn es mal besonders wortwitzig zugeht. Wenn das Karikierende und Ironische und Wortwitzige nicht so Recht zum Vorschein kommen mag, dann helfen zuverlässig " und " , die beiden treuen Knappen. Der Angebetete antwortet seinerseits dann mit einer Perle aus dem Diminutivkasten, einem Perlerl, gell, und schon ist der witzige Dialog mit dem ironischen Touch fixfertig. Leider funktionieren Wortwitz und Ironie und Karikatur bei Spießern und Ärmelschonern nie, weil ihnen die Gabe des unernsten fehlt. Richter Weller Rumstich nehmen sich ernst, sie sind auf einer Mission, und das verhindert und erstickt Witz und Komik im Keim. Schade.

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Di

19

Jul

2011

Das große Rennen auf Sat1

Bei Sat1 gab es gestern eine Sendung zum Thema Galopp Derby 2011 zu sehen. Die Sendung war sehr ansehnlich, das Beste, was seit Jahren zum Thema Galopp im Fernsehen zu sehen war. Das Projekt wurde sehr sorgfältig vorbereitet und mit beträchtlichem Aufwand umgesetzt, und zwar an der Spitze von Herrn Bernd Raschke, Chef vom Dienst bei der News und Pictures Fernsehen GmbH & Co KG, Mainz. Herr Raschke hat sich sehr genau umgehört, hat zugehört, und das ganze sehr getreulich inszeniert. Mit teilweise großem Aufwand an freundlichem Personal und Technik, jedenfalls für mein laienhaftes Urteil. Das Resultat zeigt den Rennsport von seiner sympathischen Seite, von seiner Qualitätsseite, und die Wirklichkeit des Ablaufs mit dem zweiten Platz von Earl of Tinsdal belohnt eine Dramaturgie, die dieses Pferd bereits im Frühjahr in den Mittelpunkt der Reportage gerückt hat. Unaufdringliche Kamera, ungestellte Bilder (fast), leise dokumentarische Beobachtung.

 

Es werden Pferdeleute gezeigt, echte Pferdeleute, und keine Zigarre paffenden Operettenbarone. Die Pferdeleute waren bei der Ehrung des Zweiten bereits beim Pferd im Stall, der Operettenmann nicht mal beim Absatteln seiner fünf Pferde. Sowenig Ehrerbietung Mensch und Tier gegenüber geht auch.

 

Hier der Link:

 

http://www.planetopia.de/magazin.html

 

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Di

19

Jul

2011

Lerne rechnen mit Dr. Richter

Herr Dr. Richter macht sich Gedanken zu den Handicaps, die bei uns ausgeschrieben werden, und die dann oft mangels Startern nicht zustande kommen. Er macht sich auch Gedanken zu Herrn Delius`Kommentar zu diesem Thema, und zwar wie folgt:

 

„Warum funktioniert so etwas in Deutschland nicht? Dazu leider nur das abgedroschene geht-immer-Argument („zu wenig Pferde im relevanten GAG-Bereich“). Selbst keine Verbesserungsvorschläge, sondern nur das branchen-übliche Lamentieren. Schade, Sie sollten mit Ihrer Erfahrung mehr können!
So einfach ist es natürlich nicht. Hier wird leider wieder eine gute Idee durch einen unkoordinierten Hauruck-Dilettantismus kaputtgemacht. Wo ist das DVR? Solche konzeptionellen Fragen müssten dort entwickelt und gesteuert werden, wenn man vernünftige Strukturen hätte.
Einige Anregungen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - wie man diese gute Idee in eine funktionsfähige Konzeption weiterentwickeln könnte:“

 

Herr Dr. Richter nimmt für sich in Anspruch, als Mann der Zahlen und der Statistiken Bescheid zu wissen im Rennsport und in der Zucht, und seine ausgeklügelten Überlegungen fußen stets auf Zahlen und Algorithmen, die er in mühsamer Kleinarbeit zusammen trägt und kompiliert. Er bemängelt nicht gehört zu werden, und macht das regelmäßig an der Zentrale in Köln und deren Personal fest, welches seine Talente nicht erkenne. Und dann kommt die folgende Behauptung, mit der er seine Anregungen zum Bessermachen u.A. untermauert:

 

„In den USA sind die meisten Gruppe-Rennen Handicaps.“

 

Das ist interessant. In den USA gibt es 2011 insgesamt 474 Graded Stakes, davon Grade I 112, Grade II 153, und Grade III 209. Von diesen Graded Stakes sind Handicaps Grade I 22, Grade II 59, und Grade III 64, insgesamt 145. Das sind mit anderen Worten um und bei 30% der Graded Stakes. Das sind also nicht die meisten, auch nicht fast, sondern weniger als ein Drittel, und somit die deutliche Minderheit.

 

Es ist müßig, sich weiter mit Dr. Richters Abhandlung zu beschäftigen, die auch sonst nichts Substanzielles hervorbringt, aber es zeigt, auf was für tönernen Füßen diese als Fachbeitrag daherkommenden Artikel des Dr. Richter stehen. Annahmen ohne Grundlage, Zahlen ohne Wert, Kritik ohne Substanz.

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Mo

18

Jul

2011

Bad Harzburg 2011

Fast hätte ich in der Aufzählung der selbsternannten Bäder noch Bad Salzdetfurth vergessen, welches seit Urzeiten südlich Hildesheim sein schläfriges Dasein fristet. Das ist nun auch erledigt.

 

Und somit kommen wir zur neuen Route nach Bad Harzburg, nämlich der über Braunschweig und diese Autobahn 392, die aber nicht richtig fertig ist, sondern erst hinter Braunschweig so richtig befahrbar wird. Es gibt leider auch keine gute Ausschilderung auf der A2 ---àBad Harzburg, so daß man raten muß. Jedoch, wenn dann nach Wolfenbüttel, der Lessingstadt (Goethe sprach zu Lessing, dein Fahrrad ist aus Messing, Lessing drauf zu Goethen, ich merkte es beim Löten! (Gernhardt?)), wenn man also hinter Wolfenbüttel streng nach Süden blickt, dann tut sich in der Ferne ein für die Norddeutsche Tiefebene völlig unerwarteter Anblick auf, der auf den diesigbläulich verhangenen Brocken, der schnurgeradeaus in der Mitte der Harzberge breitschultrig sich breit macht, klotzig und mächtig in der Landschaft thront, wie es in dem Fall zu Recht heißt. Der thront wirklich über dem Rest, oben drauf die Antennen auf der ansonsten baumlosen und kahlen Spitze. Bis dahin sind es noch bestimmt 40 Kilometer, aber das macht nichts, denn die Landschaft bereitet sich sehr ansehnlich auf diese Erhebung vor. Dazu ist das eine B Autobahn, also zweispurig und kurvig, und man kann sehr schön Autofahren mit Lenken und Gas geben und allem Drum und Dran. Der Wald neben der Fahrbahn ist sehr grün und dicht, es fließt die Ocker, und die Kirchtürme sind streng evangelisch und schmucklos. Nichts für Fans von barocken Applikationen. Es gibt auch Klöster in der Gegend. Früher, zu Zeiten der DDR, war das ein sehr abgelegenes Land, ein Zonenrandgebiet, in welches man sich nur selten verirrte. Das ist heute nicht viel anders.

 

Dann kommt schon Bad Harzburg, die Metropole des nördlichen Harz. Die Rennbahn liegt jedoch in Bündheim, welches ein eigenes Ortschild hat, insofern auch eine politisch eigenständige Kommune sein müßte. Links ist das Gestüt, rechts liegt die Rennbahn, und vor der Eingangstür der Rennbahn liegt ein großer Stein, gelblichockerweißlich verwaschen, der Weiße Stein, der berühmte. Das Gestüt Harzburg war mal von durchaus ansehnlichem Kaliber, es gab auch einen Rennstall mit eigenen Rennfarben, GelbBlau kariert, aber richtig gute Pferde gibt es seit langem nicht mehr. Ich erinnere Babant und Vivi. Die Rennbahn sieht auch nach gut vierzig Jahren Erstbesuch nicht anders aus, wenn auch im Detail viel gemacht worden ist. Aber das Layout der Bahn ist natürlich gleich, eine krumme und schiefe Achterbahn, diamondshaped auf englisch, die sich windet und schlängelt und schwer einsehbar ist. Sie haben wohl die berüchtigte letzte Ecke etwas entschärft, aber das ändert nichts am Charakter der Bahn. Entsprechend ungestüm geht es unterwegs zu, immer etwas hastig und ängstlich bemüht, Position zu erhalten und zu halten, mit wenig Konstanz beim Galoppieren. Auf dieser Bahn kann man eigentlich nur Basissport abhalten, dazu spielen die externen Faktoren eine zu große Rolle. Spezialisten sind im Vorteil, Mensch und Tier. Der größte Spezialist war Campari, der Halbblüter, der um die Zeit der großen 89/90 Wende mehrmals in Bad Harzburg gewann. Trainer Heinz Scheffer. Stall Steintor, besser bekannt als Stall Würstchen, war ebenfalls eine Macht in Bad Harzburg, womit klar wird, worum es hier immer ging und geht.

 

Es waren immer große Namen hier, und so war es auch am Sonnabend, als Eddie und Jozef da waren und Hubsi Fanelsa und Hein Bollow und Familie Gutschow und Herr Smrczek. Der Platz hat dann was von einem Bundesliga Trainingslager mit sommerlichem Freundschaftsspiel, praktischerweise in den Bergen. Nicht ganz ernsthaft, nicht ganz so verbissen, sehr entspannt und hemdsärmelig. Es gibt Bierstände und Bierbänke, Porsche Braunschweig hofft auf High Society, und der Wachdienst kommt aus Halberstadt. Die Bahn ist voll. Man hat Spaß, aber an den Sport erinnert man sich nur sehr dämmerig, woran auch die extravaganten Dotierungen wenig ändern, zumal die Preise von den Besitzern aufgebracht werden, Nenngelder in ähnlich extravaganter Höhe. Die Qualität des Sports entspricht dem durchaus nicht. Aber es verschlägt ja nichts.

 

Zurück sind wir dann konsequent nach Norden gefahren, soweit die B4 Sinn machte. Also bis Lüneburg. Das war eine gute Idee, weil auf der A7 Stau war, und man eigentlich viel zu selten über die berühmten Dörfer fährt. In Wittingen, welches links passiert wird, brauen sie das berühmte Wittinger Pilsener, das Bier für Helden. Ansonsten liegt Wittingen nur in der Landschaft, einfach so.

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So

17

Jul

2011

München II

Es ist einfach zu und zu schön, diese Geschichte (G`schichterl) aus München mit der sportlich-eleganten Note. Ich verfolge sie mittlerweile regelmäßig über die Seite des Rennstalls Eivissa bei Facebook, um dessen Interessen kleidermäßig bzw. VIP Status es hier geht. Dort kann man die jeweils aktuellen Statements der Kombattanten lesen, zumindest die des Rennstallbesitzers und seiner Freunde, vermehrt um kleine Informationsschnitzel aus dem Mundes des Herrn Oster, Generalsekretär des betroffenen Vereins dort selbst. Plus flankierende Zeitungsausschnitte der Abendzeitung zum Thema Eleganz und Sommerfest, Uli Höneß und H.Seehofer, offenen Krägen und lilaschwarze Applikationen. Es ist ein Fest für die Sinne, so viel steht fest. Es stellt sich nämlich heraus, daß diese Leute zwar VIP waren bzw. sind, aber keine Einladung speziell erhalten haben, und wenn sie eine erhalten hätten, hätten sie nix vom Schlips gelesen, sondern nur von Eleganz, spochtlich. Offenbar traut sich der Vereinsvorsteher Herr Poth nun ganz allein zu, diese Fragen der angemessen spochtlich-eleganten Kleider zu entscheiden, ganz ohne Stilberater, wobei man natürlich berücksichtigen muß, daß der Oberstilist des Münchner Gesellschaftslebens vor Jahren nebst/ohne? Hunderl aus dem Leben geschieden wurde. Gerade der aber hätte womöglich an den Kleidern der Abgewiesenen seine helle Freude gehabt!

 

Nun droht der Stall Eivissa also öffentlich und durchaus ernsthaft mit Abzug seiner fast 15 Pferde aus München, dazu mit Streichung von Sponsoring beim nächsten Renntag, immerhin € 5.000. Tja, das steckt Herr Poth mächtig in der Zwickmühle, das muß man wohl so sagen. Er möge sich gefälligst öffentlich entschuldigen, fordert der Rennstall, aber zu mehr als einem Vieraugengespräch ist Herr Poth scheints nicht bereit. Das kann ja weiter heiter werden.

 

Interessant wäre noch zu wissen, wie viele Pferde Herr Poth in Training hat.

 

Hier noch ein Nachzügler aus den Archiven. Es handelt sich um Äusserungen des neuen Präsidenten anläßlich seiner Wahl:

 

 

Harsche Worte bekam auch der neue Pächter der Clubtribüne gesagt. Der „Service“, der den Gästen am ersten Renntag geboten wurde, war mit langen Wartestunden verbunden. Viele Stammgäste waren darüber empört. Ein Stammgast zog sogar die Kündigung seines für die Saison reservierten Tisches in Erwägung, sollte sich der Service nicht schlagartig verbessern. Poth setzte dem Wirt mit dem kommenden Renntag ein Ultimatum: „Wenn der Service nicht besser wird, werde ich dafür sorgen, dass er am 2. Mai die Clubtribüne verlässt.“

 

Na also, Herr Präsident kann durchaus den Wert eines Stammgastes im Gastronomiebereich erkennen. Jetzt muß er nur noch seine Mitglieder und sportlich-elegante Tücher erkennen.

 

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Sa

16

Jul

2011

Bad Harzburg

Auf geht`s nach Bad Harzburg, dem alten Spa hinter der Hildesheimer Börde, dem Bad Wiessee des Nordens, wenn da nicht Bad Fallingbostel wäre, wo sie jetzt auch baden können. Auf der Terrasse steht seit Monaten ein monströser Champagnekühler aus massivem Hotelsilber, mit zwei makellosen Henkeln dran, darauf eingraviert in Fraktur: Achtermann Goslar. Das Ding wiegt leer bestimmt drei Pfund und hat eine wuchtige Delle. Es erinnert mich seitdem an den Harz und ruft beständig: Fahr mal wieder hin!

 

Also werden wir hinfahren, nicht über die A7, sondern über die Dörfer und Braunschweig, wegen des Niedersächsischen Bezugs, so daß auch Bad Gandersheim, die Roswitha Stadt, nicht gestreift wird. Auch nicht Bad Hildesheim oder Bad Sarstedt. Das letzte Mal waren wir vor etwa 5 Jahren da, davor war ich vor bestimmt 25 Jahren am weißen Stein. Man muß auch verzichten können. An die Pferderennen kann ich mich insofern erinnern, als da oft eine wilde Hatz zugange war, besonders ausgeprägt den Berg runter auf den letzten Bogen zu, der mehr eine scharfe Ecke war. Einmal ist einer geradeaus weiter galoppiert, der kriegte die Kurve nicht, und stracks auf den Parkplatz. Es gab das Pferd Campari, von Herrn Scheffer glaube ich, der hat in Bad Harzburg sehr oft gewonnen. Bad Harzburg ist insofern verbunden mit Regularien, die jedes Jahr eingehalten wurden, konstanten Abläufen der Regie und der Darsteller. Heute ist Jozef Bojko da, damals war Jose Orihuel da, der gerade mit Königssee das Derby 1975 gewonnen hatte. Hat ihm aber nichts genützt in Bad Harzburg, weil ging die falsche Bahn.

 

Insofern ist das in Bad Harzburg eine gemischte Veranstaltung mit burlesken und professionellen Aspekten, für jeden Geschmack was dabei.

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Fr

15

Jul

2011

Top Ten

Ist ein Gruppe I Sieger auch ein Gruppe I Pferd? Was denn sonst, sollte man meinen, denn was geht mehr, als so ein Rennen zu gewinnen. Aber Zinnsoldat Rumstich macht einen feinen Unterschied, weil, es gäbe schließlich solche und solche, und an Ebano macht er fest, daß der zwar ein Gruppe I Sieger war, aber kein Gruppe I Pferd. Er schreibt weiter von Dummheit und solchen Sachen, also für den Fall, daß man das nicht versteht oder nachvollziehen kann. Leider vergisst er in seiner hitzigen Beweisführung darauf hinzuweisen, daß das seine subjektive Empfindung ist, jedoch kein wissenschaftlich anerkanntes Dogma. Natürlich gibt es in Gruppe I Leistungsunterschiede, was aber kein Geheimnis ist, weil Ratings veröffentlicht werden und Rennrekorde, aus welchen Daten sich automatisch Unterschiede im Leistungsvermögen ergeben. Aber damit hat es sich dann auch. Gruppe I geht von sagen wir mal etwa 98 kg bis oben offen, und damit ist die Spanne realistisch etwa 7 Kilo. Jeder, der so ein Rennen gewonnen hat, ist ein Gruppe I Pferd, was sonst. Um die Sache mit der Subjektivität mal zu demonstrieren, im Nachfolgenden meine streng subjektiven Top 10 des Zeitraums, den ich persönlich und einigermaßen bewusst auf den Rennbahnen erlebt habe, also etwa von 1973 an. Diese Liste der Deutschen Pferde geht so:

 

Manduro, Lirung, Acatenango, Windwurf, Star Appeal, Lando, Königstuhl, Lomitas, Proudwings, Paolini.

 

Es fehlen dutzende, es fehlen Silvano, Shirocco, Boreal als große Auslandssieger, dazu Borgia z.B. Aber es gehen eben nur 10, und die da oben sind meine besten 10. Auf den ersten drei Plätzen wird es wenig Opposition geben, schätze ich, bei den letzten zwei hingegen viel. Aber speziell Proudwings mit dem aberkannten Sieg in Deauville hat eine ganz große Leistung abgeliefert, genau die von Lirung, und Paolini ist so oft Gruppe I nach vorne gelaufen, daß man es gar nicht zählen kann. So was finde ich sehr gut. Silvano`s Arlington Form finde ich nicht ganz so prickelnd, wie auch Shiroccos Breeders Cup. Der von Borgia war fast besser. Nebos ist ein ganz spezieller Fall, der immer im Duett mit Königstuhl erörtert wird. Das Derby war deutlicher geschlagen, als in der Folklore, ebenso der Arc, den er für manche fast gewonnen hat, aber nicht für mich. Daher taucht er hier nicht auf. Das gilt auch für den Arc von Acatenango, der auch immer etwas verklärt daher kommt in der Erzählung, wo er aber fair and square geschlagen war. Jedenfalls sehe ich das so. Andere sehen das anders, das macht den ewigen Reiz der Sache aus. Diese Liste ist keine Liste der Lieblingspferde, weil die von Athenagoras angeführt wird.

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Do

14

Jul

2011

Münchner Schick

Die Krawatten Affäre ist der neueste Talk of the Town, nachdem bereits der Krawatten Club für Aufsehen in elektronischen Rennsport Kreisen gesorgt hat. Ich habe auch Krawatten, den ganzen Schrank voll, also förmlich Langbinder, wie man auch sagt, oder Schlips, wenn es mal etwas rustikaler zugehen darf. Am besten machen sich diese Kleidungsstücke aber auf dem Bügel im Schrank. Um den Hals beengen sie. Also nun die neue Krawatten Affäre, die sich in München abgespielt hat. Und die sich etwa so zutrug, wenn man der Münchner Abendzeitung und den Berichten der betroffenen Besitzer glaubt, das nämlich der Club Präsident, Herr Poth, einer Gruppe von Besitzern den Zutritt zum VIP Zelt verboten hat, wohl sogar unter Weggeschiebe oder Gedränge, jedenfalls sehr anschaulich demonstriert. Weil, so das Argument, diese Leute nicht den Kleidervorstellungen des Präsidenten entsprachen. Die sähe nämlich besonders adrette Kleider vor, weil schließlich das ein Renntag der Extraklasse sei, mit hoch mögenden Sponsoren aus dem Morgenland, für die man auch ein paar Tische zusammengestellt habe, damit die ganze Bande besser und familiärer beisammen sein könne. Nun stellt sich allerdings heraus, womöglich auch überraschend für Herrn Poth, daß er da einigen durchaus wichtigen Kunden eines ortsansässigen Trainers in die Quere gekommen ist mit seiner Demarche pro schicke Klamotten, und die sind nun sauer, nicht wahr, und wollen sich die ganze Chose mit dem Besitz und dem Training von Pferden noch mal überlegen, jedenfalls in München.

 

Das sieht jetzt nicht so gut aus, dieses Nachspiel des Clash of Civilizations, Lederhose gegen Tails and Hats, Frack gegen Panamahut. Was haben wohl die Wüstensöhne angehabt, die beliebten Einteil Gewänder aus lichtem Stoffe, wo man so schön die Unterhemden drunter sehen kann, die fein gerippten aus dem Hause Schießer, und dazu diese Seilrollen auf dem Kopf, und womöglich auch keinen Schlips um den Hals? So laufen sie oft in den Emiraten rum, das ist ihr Habit, und sie tragen das auch stolz in aller Welt, allen Dresscodes zum Trotze. Aber sie bringen auch das schöne Geld, das ist wahr, und daher dürfen die das und auch sonst dürfen die allerhand, wenn das Geld gerochen wird von den armen Schluckern aus dem Abendland. In Hamburg hat man mal ein Beduinenzelt aufgebaut oder eine Teppichburg, und dann erklang gar schauerlich die Quatarische Nationalhymne über 17 Strophen hinweg schrill und schlimm, und am Ende standen die Herren vom Vorstand mit leeren Händen da als begossene Pudel, aber dafür mit tadellosen Anzügen und Langbindern. So geht das oft mit den Herren aus der Golfregion und ihrer Entourage.

 

Nun hat also der Münchner Rennverein ein Problem, und ich frage mich bang, wie das ansonsten da gehandhabt wird, wenn man mitmacht. Muß man im Führring bestimmte Kleider tragen, oder nur im VIP Zelt, welches man ja meiden kann aus freien Stücken. Überwacht der Präsident alles persönlich, kommt es gar zu Abschiebungen unerwünscht gekleideter Gäste? Geht Lederhose mit Sacktuch gerautet, gehen Haferlschuhe genagelt? Was ist mit Dirndl für die Dame?

 

Das schöne am Rennsport, trotz allgemeiner Flaute, ist, das immer irgendwo was Spaßiges los ist.

 

PS: Mir fällt gerade siedendheiß ein, wie gut, daß Herrn Poth das nicht mit einem seiner arabischen Gäste passiert ist. "He Sie da, wo wollense denn hin mit ihrem komischen Bettlaken umherum, hä? Fasching war schon, he he he!" Das hätte gewiss diplomatische Verwicklungen gegeben, mindestens. Nicht auszudenken.

 

PPS:

 

UAE Festival Munich 10. Juli 2011

Auszug aus der Gästeliste:

  1. Mohammed Ahmed Al-Mahmood (Botschafter UAE)
  2. Mohammed A. Al Romaithi (Generalkonsul UAE)
  3. Saeed K. Bin Zaal Almuhairi (Vize-Konsul UAE)
  4. Mirza Al-Sayegh (Gesandter von H.H. Sheich Hamdan bin Rashid Al Maktoum)
  5. Rashid Sharar (Leiter des Sharjah Centre for Pupular Poetry)
  6. Volker Greiner (Vize-Präsident Emirates Airline für Nord- und Zentraleuropa)
  7. Stephanie Krinner (Corporate Officer Emirates Airline)
  8. Mara Kaselitz (Touristik-Center Dubai)
  9. Audrey Leyval (Marketing Management Shadwell Stud)
  10. Renate von Au (Vorstandsvorsitzende Süd-Chemie AG)
  11. Dr. Hubert Hörterer (Vorsitzender Internationale Ski Federation)
  12. Christa Kinshofer (Skirennläuferin)
  13. Dietmar Gunz (Geschäftsführer FTI )
  14. Wolfgang Wille (Chef Fa. Dallmayr und Ehrenpräsident des MRV)
  15. Rupert Plersch (Geschäftsführender Gesellschafter KTI)
  16. Holger Faust und Familie (Gestüt Karlshof, Zuchtstätte mehrere Derbysieger)
  17. Waldemar Hickst (Galopper-Trainer)
  18. Manfred Hofer (Agent, ehem. Champion-Jockey, Trainer)

 

PPPS:

Beim UAE Festival Day Munich - Hohe arabische Gäste in Riem

Die Galopprennbahn Riem präsentierte sich zum 1. UAE Festival Day in seinem schönsten Gewand: Das Geläuf in gewohnter 1A-Qualität, die Anlage gepflegt und geschmückt.

Die beiden oberen Etagen der Clubtribüne empfingen die hohen arabischen Gäste mit einem wohl noch nie erlebten Ambiente. Mit Hilfe der Rennbahngastronomen und der Künstler Christine G. Schübel und Mladen Simunovic wurden zwei Räume kreiert, die alle Erwartungen  übertrafen. Nicht nur der Botschafter der UAE, Mohammed Ahmed Al-Mahmood und der Generalkonsul Mohammed A. Al Romaithi fühlten sich wohl, sondern die gesamte Delegation mit dem für H.H. Scheich Hamdan bin Rashid Al Maktoum aus Dubai angereisten Mirza Al Sayegh an der Spitze genossen den Nachmittag. Obwohl schon zur Mittagszeit angekommen, blieben alle honorigen Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate bis zum letzten Rennen und überreichten die geschmackvollen Ehrenpreise.

 

 

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Mo

11

Jul

2011

Der Gastkommentar. Heute: Herr Delius

„Die Durchführung von Rennveranstaltungen ist

ein ständiger Kampf und er wird vor Ort entschieden.

Von Hamburg über Hannover und Köln bis nach

München wird durchweg gute Arbeit geleistet. Vom

Kopf, vom Verband, kommt wenig, niemand erwartet

es inzwischen. Kritisiert wird immer, gelobt nie.“

 

 

Eine bittere Klage, die Herr Daniel Delius da anstimmt. Die Arbeit wird vor Ort gemacht, in Köln wird geschlafen. Ja, die Veranstaltungen sind mehrheitlich Sache der Vereine, weil sie sich von niemandem in ihre hoheitliche Platzregie reinregieren lassen mögen, am allerwenigsten München, wo die Uhren in jeder Hinsicht anders gehen. Daher kommt es auch, daß jeder Verein uneinsichtig seine Termine nicht mit den Nachbarn abstimmt, und schon gar nicht mit einer Zentrale. Allerdings nimmt man bereitwillig das Geld, welches aus Köln an alle Vereine im letzten Jahr gezahlt wurde, satt fünfstellig, und es macht als Antwort auf den Deliusschen Klagereim wenig Unterschied, ob das nun vom DVR, von German Tote, von einer Betriebs- GmbH und/oder der BV stammt. Es ist am Ende in Köln erwirtschaftet worden, und sei es durch Einwerbungsleistung von z.B. Kommanditgeldern. Immerhin sah sich sogar der Vorstand des HRC gelegentlich seiner Mitgliederversammlung genötigt, auf diesen Umstand gesondert und dankbar hinzuweisen. Diese Gelder tragen ganz erheblich zu den Budgets der Rennvereine bei. Des Weiteren macht sich die Zentrale durchaus emsig in Sachen Glückspielstaatsvertrag zu schaffen, einer Herkulesaufgabe angesichts der Kräfte, die an diesem Thema zerren und hantieren. Herr Delius macht seine Arbeit bei TT gut. Aus der Politik sollte er sich raushalten. Da ist er befangen.

 

Leider hat es mit der Olympia Bewerbung von München nicht geklappt, genauso unerfreulich wie die Niederlage der Damen beim Fußball. Immerhin gaben diese Ereignisse vielen aufgebrachten Leuten Gelegenheit, sich über das Schlechte in der Welt zu beklagen, und die männlichen Redakteure in den Zeitungen konnten großmütig ihre Unvoreingenommenheit demonstrieren. Als wenn es darum ginge! Fußball ist eine Kunst, die aus dem Fußballspiel an sich besteht, sowie der Jahrhunderte alten Rezeption durch das männliche Publikum. Punktum. Es ist wie Synchronschwimmen umgekehrt, das machen auch nur Mädchen. Oder rhythmische Sportgymnastik. Hat man jemals einen Herrn die Keule rhythmisch schwingen sehen, oder das Bänzl? Oder Füßchen in die Höh, bzw. Schwänzchen? Manche Dinge sind monochrom, nicht schwarz/weiß, sondern einfach nur schwarz. Das sollte auch so bleiben. Und Gott bewahre uns vor neuerlichen Münchner Spielen, und dem unweigerlich hinzutretenden Dauergefasel von der heimlichsten aller Welthauptstädte der Herzen mit dem allerbesten Wetter unter dem Himmelszelt und den charmantesten Bayern unter der Sonne und allem Drum und Dran, an der Spitze der unsägliche Tunichtgut „Franzl“ Suppenkaspar Beckenbauer. Nicht auszuhalten, zumal der Münchner Rennverein e.V. dann wieder Gelegenheit hätte, überflüssige Latifundien an die Rodelleute zu verhökern oder die Sommerschihasen, so daß Herr Weller weiter behaupten könnte, dieser Verein sei als einziger schuldenfrei und einzigartig. Danke insofern an das olympische Komitee, welches diesen bittersten Kelch verhindert hat. Sollen die Koreaner das aussaufen, geht auch nicht mit Ginseng oder Stäbchen (Staberl).

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So

10

Jul

2011

Endlich VIP!!!

Nach drei Jahren ging es wieder nach Magdeburg, und aus einer naßkalten Veranstaltung ohne Charme im März 2008 war eine sommerliche Angelegenheit geworden, die Spaß gemacht hat. Das Wasserspiel am Eingang spielte plätschernd vor sich hin, und drinnen ging es weiter mit Gebrumm und Gesumm unter grünen Linden. Jede Menge Volk, jede Menge Betrieb, mit Essbutzen und Hüpfburgen und einem funkelniegelnagelneuen Klo, welches allerhöchsten Ansprüchen des verwöhnten Pinklers genügt. Nicht so spektakulär wie Hoppegarten, welches mehr ins schwülstig-aromatische spielt, aber von höchster Sauberkeit und Funktionalität. Pinkeln auf Welt Niveau!

 

Die Bratwurst war gelungen, eine knusprige und würzige Sache, die auch nicht so teuer war. Daneben schmurgelten Champignons in etwas fadenscheiniger Soße (Beiguß) vor sich hin, schwärzlich bräunlich und irgendwie nicht so prickelnd. Dafür fehlte die Beat Band, die beim letzten Mal so herzzerreißend schön falsch gespielt hat, soweit erinnerlich ein Potpourie der allerschönsten Hanne Haller Songs. Ein älteres Ehepaar verkaufte stattdessen Plastik Schlümpfe am Band, zum hin- und her Wackeln oder Ziehen. Aber nicht viele, glaube ich. Damen und Herren waren leicht gekleidet, denn es war sehr warm, und es fehlten fast 100% die berühmten lilarötlichblaufarbenen Haarfrisuren made in German Democratic Republic. Die Mode ist am Ende doch unstet.

 

Und dann der Hammer, der gesellschaftliche Ritterschlag, der lang und heiß ersehnte VIP Status: Der Präsident Baltus machte im Führring die Honneurs, und lud die drei Schlachtenbummler ins VIP Zelt ein! Extra mit Essen und Trinken und separatem Zielpfostengärtchen, wo man sich ungestört dem Genuß des Rennens hingeben konnte. Also das muß ich sagen, so was Aufmerksames hat man selten erlebt, die Besitzer werden ernst genommen und verwöhnt. Aber im Ernst, der Magdeburger Rennverein hat unter dieser neuen Leitung deutlich am Platz und der Veranstaltung gearbeitet. Es gibt ein Konzept, und es gibt eine Regie, die das umsetzt. Dazu gehört auch das Geläuf, welches in ganz hervorragendem Zustand war.

 

Am schönsten war aber die Begegnung mit Hartmut Faust. Der Mann fristet völlig unverständlicherweise ein Nischendasein im Osten, obwohl er seit Jahrzehnten an der Spitze seiner Zunft agiert. Fehlerfrei, kompetent, unaufgeregt, angenehm. Mit genau der richtigen Mischung aus Zurückhaltung und Emphase, die dem Ereignis immer angemessen ist. Wenn es nach mir ginge, würde man Herrn Faust viel öfter Rennen kommentieren hören in diesem unseren Lande.

 

Eddie musste sich sein Reitgeld auf Dashing Dandy sehr hart verdienen. Das Pferd hatte unterwegs deutlich Schwierigkeiten, sich mit dem Ganzen Drum und Dran anzufreunden, und musste ein paar Mal ernsthaft ermahnt und angespornt werden. Im Schlußbogen dachte ich, der hat überhaupt keinen Bock, der geht jetzt Wasser saufen. Aber dann, sieh einer an, ging er in der Geraden dann doch ziemlich los, und nagelte auf der Linie zwei andere für den dritten Platz fest. Immerhin, man konnte sehen, daß er laufen kann. Also ist da Hoffnung und was zu lernen.

 

Der einzig unerfreuliche Aspekt stand vor der Rennbahn, zwei unglaublich hässliche und geradezu unverschämt aggressive Mercedes Benz S Klasse Marke Panzer. Getunt von AMG, mit 1 Meter breiten Reifen und 8 riesigen Auspüffen, in einem dunkelgrünbrauntarnanzug, matt wie ein Stealth Bomber. In Fraktur stand der Schriftzug „Nur Arbeit adelt“ auf der Heckscheibe, dazu Werbeanzeigen für irgendeinen Finanzoptimierer, was beweist, daß diese Kriminal Branche nach wie vor den Leuten hocherfolgreich das Geld aus der Tasche zieht. Das war nicht schön anzusehen.

 

Die Rückfahrt dauerte 2 einhalb Stunden, und um 7:30 stand das Essen pünktlich auf dem Tisch. Linsensalad mit Tuntenfisch, gegrilltes Fleisch von Rind Schwein Huhn, dazu Riesling von Kerpen, Shiraz von Balgownie, und Chianti von San Giusto a Rentennano. Die beiden Roten aus 1990, topfit und genau passend zum Braten. Es lohnt sich, solche Sachen aufzuheben.

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Fr

08

Jul

2011

Der Gastkommentar. Heute: @ 12

     @#12 & friends (Donnerstag, 07 Juli 2011 14:20)

da braucht ihr euch absolut keine sorge zu machen! und jedes verlogen-dünkelnde spekulieren wird fiesbezüglich ins leere führen, also da wo euer natürliches habitat ist. bei empirischen arbeiten mit aktuellem datenmaterial ist schwer abschreiben. wo denn? ist doch trotz munterem geschwubbel allüberall nur gähnende leere und eisiges schweigen im weiten turfrund, wenn es um sachliche fragen geht.

zudem kommt er aus einem umfeld, wo eigenleistung selbstverständlichkeit und das delegieren nicht schon vom windelnwechseln an standesgemässe pflicht bedeutet. das ärgert wiederum manchen grafen, earl und sonstigen granden. aber wenn solche nicht auf dem geraden weg gewinnen können, dann machen sie’s halt mit ein paar schlägen unter die gürtellinie - denn das zumindest können sie perfekt. „scum of the turf“ wie der Herzog von Wellington hier solches geschmeiss zu benennen pflegt.

hingegen ist Schmelzens ignoranz in sachen mathematik und informatik hinlänglich bekannt und mit manchem forumsthread belegt, mehr noch als seine opportunistische fabulierfreude, mit der er seit jahren turfdeutschland nolens volens beschenkt wie sonst nur an hohen tagen der weihnachtsmann.

 

wie peinlich echauffierte sich Schmelz noch im frühjahr, als bei ammeliesens zu lesen war 'der trend geht zum derbysieger, der 2j. ungeprüft blieb'. scheids pitter machte wenig später dazu einen artikel in der vb. dazu schwieg Schmelz dann, trotz der schwächen jenes textchens, das manche kritik verdient gehabt hätte.

prompt traf’s nun ein und ein solcher putzte 'sein vierbeiniges patenkind' locker vom erträumten siegerpodest. und dann war’s sogar der stallgefährte, der vom ersten mann am stall so arg verschmähte! wo dieses manöverchen doch nur dazu diente, dem stets doofen turfvolk sand in die augen zu streuen. so machen’s die wahren cleverlies! Schmelz weis dies natürlich und lächelt fein: „nehmt einfach immer die, denen im trial das eisen abgeht.“

aber was sagte nun das ominöse maschinchen, dem heute Schmelzens focus zuneigt, zum offensten derby seit jahren laut allen expertenvorschauen und bei der stets dräuenden glorious uncertainty of the turf?

im quotenmodus trifft dieser quickpick-generator, der wie kann es anders sein, nicht wabernde latrinenparolen, sondern nur allgemein verfügbare daten und fakten berücksichtigen kann, „12-11-7“ mit der 1228. reihe bei "guter" dw-quote von 21.079. ...

 

(Donnerstag, 07 Juli 2011 14:22)

aber was heißt schon „allgemein verfügbare daten“, wenn offensichtlich schweres geläuf vom hauptamt als „4,2 - gut“ für die nachwelt dokumentiert werden wird?

solche spielchen sind natürlich nichts für intimi turfisti wie Schmelz, die seit jahren die derby-wette immer geradeaus mit einem fuffi spielen und wundersamerweise stets richtig liegen - wie zumindest hinterher der anschein gepflegt wird.

so wie vor jahren mit BOLIVIA, die schon im mai zu hoppelgarten den ton der musik vorgab wie in diesem jahr der braune panther in ascot. so wie RUSSIAN TANGO im letzten jahr. stets sagte parlo damals dazu - und jeder kann's nachlesen: das wird nienix werden! und stets sollte er recht bekommen. und so auch in diesem jahr in fast schon bewährter tradition: der earl of t. ist vll. ein netter, doch gewinnen wird dieser kaum.

doch kümmerte Schmelz jemals seine worte von gestern - heuer nun sagt er ein ploddertrio an - wie stets frei raus und im ultimativen ductus wie es sich für kings of the turf geziemet:

Earl of Tinsdal - Ibicenco - Gereon

doch letztlich ohne den “charmant“ bezeichneten außenseiter Waldpark.

hört, hört! „charmant“!

wo dieses liebenswürdige wörtchen, wohl dem französischen entlehnt, in turfkreisen just von his grace’s intimfeind engelbertus halmus diskreditiert wurde. egal, wenn’s ihm gerade kommodiert, nimmt Schmelz selbst von solchen. da kennt er nix und ist ihm nix fies - dem schmelzigen hamburger, den viele turffreunde so gern zum fressen haben.

aber bitte mit riesling, wg. (jetzt merk’ auf, hamburgische Pippie Langstrumpf, damit du es endlich lernest was andere spätestens seit der 7. klasse wissen: genitiv ist hier unter gebildeten menschen üblich!) DES bekömmlichen abgangES (und nicht „dem abgang“ wie du meinst. solcher findet vll. beim verlassen des darmtraktes statt - aber sicher ist das nicht).

doch zurück zu WALDPARK!

natürlich der, der mit der makellosen form, dem noch nicht erfassten und der die beste rennstute aller mitbewerber zur mutter hat. der mit seinem sieg alle zuchtorientierten theoretiker (igitt und pfuideibel!) in der ihnen eigenen sicht der dinge bestätigte.

als se’ drin waren, registrierte es auch Schmelz. aber ob er begriff? auch dies wird erst die zukunft weisen ...

Waldpark hieß er, der anonymus, der wie von Schmelz korrekt vorausgesagt, „die gerade heranrauschte“. war dabei völlig überlegene ware, bedurfte keines zweikampfes, schon gar nicht mit dem earl, der wacker weiterstiefelte nach kaum merklichen gegenhalten und so den besitzern justament den ehrenpreis bescherte, den, mal ehrlich, niemand haben will. (entschuldigung, ich habe nichts persönlich gegen diese leute, warum auch?)

Übrigens, parlo, seit frühesten turf-kindertagen und lombards zeiten eher schlenderhan-fan, soll als seine erste Reihe

Brown Panther - Tahini - Arrigo

gespielt haben. alle aus diesjährigen gewinnen mit jenen pferden gespielt, da kann er diese pleite locker wegdrücken. eine verlorene schlacht ist bekanntlich kein verlorener krieg und letztlich siegt immer noch das gute, wahre und schöne. das wusste schon der Olle Fritz.

allein, was ist der vielen worte? letztlich lagen sie beide daneben. der eine mehr, der andere etwas weniger.

that’s racing und nächstes jahr ist wieder derby!

ob in hamburg? - auch darüber lässt sich trefflich spekulieren … ist ja lange hin bis juli 2012. „

Ich muß gestehen, daß ich dieses Stück Prosa nicht leicht verständlich finde, aber als Kontrapunkt zum Vorherigen doch von großer Eminenz und Charme. Die Provenienz ist nicht ganz klar, aber man geht bestimmt nicht fehl, wenn man es der Dr. Richter Schule zuordnet, womöglich sogar dem Meister selbst. Jedoch, ich fand es ausgesprochen schwer, in diesem Windbruch und Gestrüpp und Verhau von Worten einen Gedanken zu finden, und so muß ich raten, was z.B. der Hinweis auf die Tendenzreihe und die Quote zu bedeuten hat; ist das eine Vorhersage gewesen mit zusätzlich richtiger Quote, oder ist das eine nachherige Berechnung, oder ist das ein Punkt in einer Kette von Punkten, oder was? Welche Kraft des richtigen Tips vorher wohnt diesem Beispiel retrospektiv inne?

 

Aber ansonsten besticht das ganze wie so oft schon durch seinen unbedingten Willen zum Humor, zur Komik, um genau zu sein. Recht eigentlich ein Burschenschaftshumor, ein Treudeutscher fast, der sich oft und begeistert auf die Schenkel klopft über diese sprühenden Wortwitze und köstlichen Anspielungen. Dazu ein virtuoser Umgang mit dem Diminutiv, und schon ist diese kolossale Chose fertig. Ich wette, Kamerad Blüchovv zerborstete vor Prusten und Lachen bei dieser oder jener Sentenz.

 

Ich denke daher, das musste prominent und dringend veröffentlicht werden.

 

 

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Do

07

Jul

2011

Praktischer Tip

Leider fehlt mir jetzt ganz dringend, was die Zuchtexperten des Forums zu diesem Derby sagen, speziell Herr Dr. Richter, der sich immer so umfangreich und en detail geäussert hat. Der sogar eine Rechenmaschine erfunden hat, die den Ausgang des Rennens vorhersagen kann, oder jedenfalls so ähnlich bzw. angenähert. Immerhin haben es mehrere Shirocco Söhne ins Derby Feld geschafft, das ist ja schon mal eine Lanze für die deutsche Zucht. Leider hat es kein Shirocco Sohn aufs Treppchen geschafft, was dieses Kunststück wiederum relativiert. Was mag da schief gegangen sein? Konnte die Rechenmaschine Dubawi korrekt als Vererber eines Derby Siegers identifizieren, oder Earthly Paradise als des Derby Zweiten Mutter? Steht nicht alles in den Genen für den, der rechnen und lesen kann? Hat Herr Dr. Richter vielleicht sogar den Ausgang des Rennens richtig berechnet, und ich weiß es nur nicht? Ich wäre dankbar, wenn man mich aufklärte, denn mir ist nur der Zweite eingefallen (allerdings bereits im letzten Herbst), und ich würde meine Performance gerne verbessern, wenn es denn möglich wäre.

 

Es kann natürlich auch so sein, daß die Rechenmaschine kaputt war, irgendein blöder technischer Defekt bei der Berechnung oder ein Kurzschluß der Software. In dem Fall wüsste ich Rath, nämlich, sich die Pferde lebendig anzusehen, möglichst schon vor den Rennen, bestimmt aber während der Rennen zuvor. Das mag manchem als anachronistische Methode erscheinen im Zeitalter der Rechenmaschinen und Doktorhüte, aber zur Not frisst der Teufel auch Fliegen. Man sollte tendenziell auf Pferde achten, die schnell laufen, und die auch so aussehen. Und auf welche, die sich schnell benehmen, also die wie man so sagt den Kopf zum Schnelllaufen haben. Damit hat man schon mal was in der Hand. Es ersetzt natürlich nicht die Rechenmaschine, aber besser als`n dreckiger Stock im Auge ist schon, nicht wahr.

 

Was sich auch ganz gut bewährt hat als Hilfsmittel, wenn die Pedigreerennausgangsstatistikrechenmaschine mal ausgefallen ist, also wenn es auch so mal auf die Schnelle gehen muß, ist die möglichst selektive Bewertung von Informationsschnitzeln hier und da am Wegesrand. Abgetretene Eisen, Reiterauswahl (auch als Kontraindikator), oder ebenfalls als beliebter Kontraindikator die Festkurse der Buchmacher, die umso fragwürdiger werden, je fester die Buchmacher daran festhalten. Das ist auch so ein legitimes Hilfsmittel aus guter alter Zeit, welches leider und zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist.

 

Zum Beschluß noch der Hinweis auf den Indikator Kontostand beim Buchmacher; wenn der nach dem Derby höher ist als vorher, hat man richtig gewettet. Wenn er niedriger ist, war der Stecker der Maschine nicht richtig in der Steckdose.

 

 

 

 

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Mo

04

Jul

2011

Erstklassiges Derby

Alles vorbei, nächstes Jahr geht`s schon weiter. Wieder kamen nur < 20.000, aber es war ein schönes Derby, weil die Stimmung erstaunlich gut und erwartungsvoll war, und als das Feld zum ersten Mal an den Tribünen vorbei kam, wurde es laut und herzlich wie zu den allerbesten Zeiten. Das ist der anrührendste Moment im deutschen Rennsport. Dann kam ein sehr korrekt gelaufenes Derby, in welchem am Ende die beiden besten Pferde vorn waren. Der Sieger Waldpark ging immer den entscheidenden Tick frischer und knackiger als Earl of Tinsdal, aber das waren Nuancen gestern, und beim nächsten Mal kann es andersrum gehen. Mein Gefühl sagt mir, daß Waldpark mehr Steher ist, weil er auch taktisch besser zu platzieren ist. Hinten Rumschleichen und dann Zuhacken ist eine sehr erprobte Methode, wenn das Pferd danach ist. Earl of Tinsdal ist bestimmt der beste Galoppierer seines Jahrgangs, lebt aber auch davon. Das macht ihn insofern eindimensionaler, und wenn der Boden dann schwierig wird, kostet es entsprechend Kraft. Ist ähnlich wie bei Durban Thunder. Egal, beide Wöhler Pferde haben ihre Klasse bewiesen, und sollten nach angemessenen Pausen auch im GP von Baden (zum Beispiel) erste Chancen gegen die Älteren haben. Klasse haben auch ihre Reiter Jozef Bojko und Eduardo Pedroza, die alles richtig und nichts falsch gemacht haben. Genauso wie der Trainer, der früher am Tag mit Ever Strong endlich auch einen besseren Sieger hatte. Für unseren Freund Hannes Gutschow und seine Familie ein denkwürdiger Tag und eine denkwürdige Woche, mit Durban Thunder, El Abrego, Diacetta, Ever Strong und Empire Storm (3. Listen Rennen Mailand) und als Krönung Earl of Tinsdal. Das ist eine beeindruckende Liste, die ihresgleichen sucht.

 

Schlenderhan ist das passiert, was fast in Leuchtbuchstaben drüber stand – zu viel zu schnell zu früh, dazu jede Menge Haue. Keiner von den fünfen war irgendwann seriös im Rennen, keiner hatte irgendwann eine Chance, ganz nach vorne zu laufen. Das war ein Desaster. Es sind bestimmt alles gute Pferde, aber die Kampagne vor dem Derby war des Guten zuviel. Wird spannend zu sehen, ob die wieder kommen. Gereon hatte ich weiter vorne erwartet, er soll angaloppiert worden sein. Brown Panther fehlte genau das, was zu erwarten war, das Delta zwischen bestem Handicap und Gruppe I. Saltas lief erstaunlich gut, ein zäher Rackerer mit einem Jockey, der das Rennen gepachtet hat und weiß, wie es geht.

 

Am Ende hat sich erwiesen, daß die lauteste Hype nicht reicht, die Pferde schneller zu machen. Keine Sonderseite über die glorreichen Fünf des Barons, kein Extrainterview mit dem Fußballspieler, kein Kaffeekönig mit dem eleganten Flair haben die Geschichte des Derbys geschrieben, sondern zwei erstklassige Pferde aus der angeblich zweiten Reihe. Das ist sehr erfreulich.

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So

03

Jul

2011

Hals&Bein!

Keiner wird gehindert, Wetten nur im Toto zu versenken. Über German Tote kann man das am effektivsten machen, wenn man nicht auf der Bahn wetten kann. Wenn man so liest, was zum Thema Ausbluten des Sports und seiner Gründe geschrieben wird, noch dazu von Leuten, deren Verbindung zum Sport mutmaßlich und ausschließlich das Zocken ist, dann beschleicht einen das Gefühl, daß es doch große Dissonanzen bei denen in der Wahrnehmung und dem Handeln gibt. Zu einer erfolgreichen Konkurrenz zum Toto gehören nämlich zwei – ein erfolgreicher Wettbewerber und die Doofen, die bei denen notwendigerweise erfolglos wetten. Denn sonst funktioniert das Modell nicht. Man stößt bei diesem Typus unweigerlich und leider wieder auf Frau A. aus A., die wahllos auf alles und bei allen wettet, jedenfalls nach stolzer Eigenauskunft. Gleichzeitig wird bitter der Niedergang des Sports gegeißelt, an welchem natürlich generell das Personal und speziell die Beteiligung an Racebets verantwortlich festgemacht wird. Diese empörten Kritiker werfen dem Sport, und damit den Leuten, die die Veranstaltung veranstalten, vor, nicht auch noch für attraktive Totalisator Quoten zu sorgen, so daß sie, die wettenden Kritiker, leider gezwungen wären, woanders zu wetten. Das ist eine feine Argumentation, die ganz unverstellt Pro Domo daher kommt. Denn wie sonst soll und kann man diese Haltung verstehen. Irgendeiner muß am Ende bezahlen, an dieser Tatsache führt kein Weg vorbei, und solange eine der Finanzierungsmöglichkeiten des Sports die Wetter sind, solange ist deren Beitrag lebenswichtig. Die Wetter selbst haben es in der Hand bzw. im Portemonnaie, die Basis für ihr Wettvergnügen mit zu erhalten. Was nicht geht, sind Kirschen ohne Kerne, und eine Argumentation, die das unterschlägt bzw. wegredet, ist unredlich. Man kann dem Sport vieles vorwerfen, aber nur am Zaun stehen und den Wettbewerb stützen und gleichzeitig fordern, die drinnen sollten gefälligst die Zeche allein zahlen und dabei auch noch moralisch sauber vorgehen, ist unmoralisch. Sehr bedenklich ist es dann zusätzlich, wenn der Betreiber eines so genannten Galopp Forums, welches explizit mit seiner Pro Sport Attitüde wirbt, just solches schizophrene Verhalten stolz und solidarisch unterstützt vorlebt.

 

Das Wetter war gestern schauerlich, und im Moment sieht es nicht besser aus. Heute Nacht hat es unmäßig geschüttet, zumindest im Hamburger Westen. Es soll wieder ein Marathon stattfinden, also wird es schwer, die Stadt von West nach Ost bzw. retour zu durchqueren. Eine Chance könnte Tunnel, Köhlbrandbrücke, Elbbrücken und Heidenkampsweg sein.

 

Brown Panther sah gestern bei der Ankunft bombig aus, wenig gestresst und sehr rennmäßig gebaut. Optisch ein Pferd, welches absolut ins Derby passt. Ob er die Klasse hat, wird sich weisen. Die Racing Post bemerkt sehr treffend, er müsse noch gut 7 Pfund finden.

 

Nap of the day: Ever Strong, BBAG Auktionsrennen 1.600 Meter

 

 

 

Hals&Bein, mögen alle Pferde und Reiter heute gesund zurück kommen!

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Sa

02

Jul

2011

Enzo Due

Nicht nur sportlich überzeugt das Programm in Hamburg, sondern auch künstlerisch und sozial. Es gibt nette Arrangements, z.B. heute abend das berühmte Derby Dinner im Hotel Atlantic, welches aber nur an der Alster steht. Unter Kandelabern und im schattigen Innenhof mit plätscherndem Wasserspiel schwitzen die Geladenen in Smoking und kleinem Langen. Es gibt Abendbrot serviert, spendiert vom HRC für die Beteiligten des morgigen Derbys. Dazu hält der Sieger (Besitzer, nicht Pferd) des letzten Derbys die deutsche Ausgabe der Gimcrack Rede. Heute möglicherweise der Ruler, oder sonst ein schicker Scheich.

 

Unter der Woche gab es bereits das große Auslosen der Startboxen mit Lunch, also Mittagessen, in der Spielbank. Auch da waren die Gäste geladen. Leider wurde im berühmten Vorfeld dieser Veranstaltungen etwas unklar agiert, so daß einige Beteiligte erst gestern erfuhren, daß ihre Anwesenheit erwünscht sei. Starterangabe sollte der Gradmesser sein, so daß der Einwand, man könne keine passende Garderobe in der Kürze der Zeit arrangieren, nicht gildet. Denn, es gibt ja Kostümverleih! Es drängt sich insofern der Eindruck auf, nicht alle Beteiligten seien gleich, sondern noch gleicher seien zum Teil auch Leute, die überhaupt nicht aktiv am Besitzergeschehen teilnehmen. Die nennt man Trittbrettfahrer, Funktionäre des Sozialen, die dabei sind, ohne dabei zu sein. Das war immer schon die Stärke eines hanseatischen Rennvereins, auch diese Leute kraftvoll an die Rampe zu schieben. Immer wieder staunt man, wie viele galante Würdenträger den Sport ideell leben, statt finanziell. Recht so, das sind oft die Eifrigsten und Emsigsten. Denn Rennsport ist teuer, und in großen Dingen genügt es, sie gewollt zu haben. Und außerdem, wer möchte schon protzen. Der Hanseat, auch wenn er aus Niedersachsen kommt, nimmt weder Orden an noch zeigt er Reichtum. Das war schon immer aktiv gelebte Tradition seit Johannes Brahms und Helmut Schmidt (Schnauze).

 

Dazu passt die überraschende Neuigkeit als Kontrastprogramm, daß nämlich der neue Bürgermeister Scholz (SPD) kommen will, nachdem der alte von Beust (CDU) nie gekommen ist. Verkehrte Welt, dachte man im HRC doch immer traditions- und konservativaffin, also praktisch sich qua Geburt und Gesinnung der christlich-sozialen Abteilung zugehörig. Und nun das! Bald kommen womöglich auch Grüne auf die Bahn - dürfen die das? Die Welt befindet sich im Wandel, aber sie dreht sich immerhin noch.

 

Enzo hat eine Trattoria Due aufgemacht, am Großneumarkt, also gleich um die Ecke des Stammbetriebes in der Wexstraße. Von da stammen die original italiänischen Rezepte – Pizza Bolognese und Salat nach italiänischer Art und solche Schweinereien. Gestern gab es aber stattdessen Nudeln mit Trüffel und Nudel mit Bottarga. Enzo ist mittags jeden Tag ausverkauft, kein Wunder bei einem Menue komplett für € 7,50 dreigängig. Dafür sitzen auch geschätzte 50 Leute, wo 30 reinpassen. Im neuen geht es etwas großzügiger zu. Hingehen.

 

Der Boden ist nach wie vor nicht weich, aber an der Innenseite sehr aufgewühlt. Das ist möglicherweise nicht der Platz, wo Sieger laufen werden

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Fr

01

Jul

2011

Schooling in Public

Am 20. März wurde das Pferd Borgo der Trainerin Elfie Schnakenberg von ihrem Sohn Oliver in einem Hindernisrennen in Krefeld absichtlich hinterher geritten. Daraufhin hat man den Reiter für 8 Monate an den Zaun gestellt, der sich darüber bitter beschwert hat und, wie man hört, in Berufung gegangen ist. Seine Mutter, die Trainerin des Pferdes, wurde jetzt mit einem Lizenzentzug bestraft, ausgesetzt zur Bewährung. Begründung: Eingeständnis des Schooling in Public.

 

Das erinnert an die Fälle Alexander Pietsch. Für jedermann mit Augen offenkundigste Zockerei, aber am Ende merkwürdig verschwurbelte Urteilsbegründungen und halbherzige Strafen, die nicht wirklich abschrecken und demonstrieren, daß es der Sport ernst meint. Frau Elfie Schnakenberg macht also ganz normal weiter, wie man am Mittwoch in Hamburg sehen konnte, sogar sehr erfolgreich. Denn daß sie was kann, ist ja nun bekannt. Aber man lässt sie am Ende zur Bewährung laufen, obwohl der Vorwurf der schwerste ist, den man Professionals im Rennsport machen kann: Vorsätzliches Hinterhermachen. Aber insofern man froh ist, ein Geständnis zu erhalten, also auch keine Rechtsmittel zu befürchten hat, hat man sich auch der Aufgabe entzogen, weitergehende Motive zu erforschen, denn, wo ist denn für den geschädigten Wetter der Unterschied, warum einer hinterhermacht? Schooling in Public hört sich irgendwie pädagogisch an, fürsorglich gar für das Pferd, aber so einfach ist es nicht, denn es maskiert natürlich weitergehende Motive, z.B., das Pferd aus der Dreierwette zu lassen. Ich glaube den Damen und Herren Schnakenberg kein Wort mit dieser Erklärung, sondern glaube, daß die auch am Toto oder beim Bookie gezockt haben. Wenn man diesen Ritt betrachtet, gibt es keine andere Erklärung.

 

Der Rennsport hat leider nicht die Mittel und das Stehvermögen, auch langwierige Prozesse durch die Instanzen durchzustehen, wenn es denn nötig ist. Es wäre aber im Interesse der Wetter und damit des Ansehens des Sports und seiner wirtschaftlichen Basis dringend nötig, wirklich abschreckende Exempel zu statuieren. Eine läppische Bewährungsstrafe ist das nicht. Bahnverbot für die ganze Truppe für längere Zeit würde sowohl spezial- als auch generalpräventive Wirkung haben.

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Do

30

Jun

2011

Stutenbissig

Immer mal wieder fasst man sich beschämt und verwirrt an den Kopf. Der Hamburger Rennclub, der unter www.Galopp-Hamburg.de im Internet residiert, hat den Betreibern einer Seite „Hamburger Derby Woche“, einem lokalen Anzeigeblatt Verlag, durch die Agentur Dequia in nassforschem Ton untersagt, diese „kontraproduktive“ Sache einzustellen. Angeblich wegen Verwechslungsgefahr, angeblich wegen Trittbrettfahrerei. Das ist eine sehr peinliche Sache für Mitglieder des HRC, die nicht dem Kommisdenken des Vorstands nachhängen. Man schämt sich vielmehr für diesen Unfug. Denn die reklamierte Seite war eine reine Privatangelegenheit, eine philantropische, wie so viele Dinge im und um den Rennsport herum. Diese Seite ist lange vor der jetzigen HRC Seite ins Leben gerufen worden, hat niemals irgendwem geschadet, schon gar nicht dem HRC, und einfach nur informiert. Dequia Medien Düsseldorf und der HRC schämen sich offenbar nicht. Wieder Porzellan zerdeppert, wieder den Großkotz rausgekehrt. Auch wenn die Sache schon einige Zeit her ist, ganz herzlichen Dank, Frau Delius!

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Mi

29

Jun

2011

Derby

Am Sonntag ist Derby, und da kann es nicht schaden, sich schon mal ein paar Gedanken zu machen. Wer landet wo, ist die spannende Frage aller Fragen, die ganz Turfdeutschland heftig umtreibt und bewegt. Wer will was von wem woraus, fragt der Ziviljurist. Am Anfang steht der Monolith Schlenderhan, mit fünf Ecken hat mein Hut. Leider weiß man nicht, wie die zueinander stehen, so daß man raten muß. Ich rate mal, daß da jeder auf eigenes Konto läuft. Leute wie Queally oder Fallon oder Pasquier machen nicht den Hasen für andere, und Platz machen sie auch nicht feiwillig, solange der eigenen Braten noch saftig riecht. Da wird sich Herr de Vries schon selbst um alles kümmern müssen. Man konnte auch z.B. letztens in Bremen sehen, daß die ziemlich rücksichtslos zu Werke gehen; der zweite – Shan – wurde mit Schmackes und ohne Rücksicht auf Verluste geritten. Schlenderhan ist also der Schlüssel des Rätsels, was aber nicht schwer zu prognostizieren ist. Ich habe das Gefühl, daß Ibicenco vielleicht der beste von denen ist, der wohl auch vorne gehen wird, wo die Luft sauber ist und das Gedrängel fehlt. Er ist ein fauler Hund, aber Queally kann solche Typen motivieren. Ansonsten mag man nicht so recht glauben, daß die Schlenderhaner Dominanz immer noch anhält. Die sind seit dem zeitigen Frühjahr alle auf den Beinen, mit teilweise schweren Rennen und ohne viel Verschnaufpause. Irgendwann ist auch da mal Feierabend. Mag sein, am Sonntag.

 

Daneben hat sich mit Startplatz 3 für Earl of Tinsdal und Eddie eine traumhafte Konstellation ergeben. Sie können sich ohne große Mühe dahinter einsortieren, und dann wird man sehen, wie weit sie kommen. Ich denke, die werden bis kurz nach oder vor dem Ziel sehr prominent sein. Das Pferd ist nach meiner Ansicht der beste Galoppierer im Feld, und bei schnellem Boden muß er erstmal zurückkommen. Wenn er steht, wird das nicht sehr wahrscheinlich sein. Es ist gut, daß das Pferd etwas Pause hatte, es ist gut, daß das Pferd nicht Favorit ist, so daß der Reiter ohne Druck arbeiten kann. Son bisschen merkte man in den letzten Jahren auch bei Eddie Derby Jinks. Diesmal hoffentlich nicht.

 

Aus der Gruppe Saltas, Silvaner, Lindenthaler kann ich mir eigentlich keinen Derbysieger vorstellen. Denen fehlt es nach meinem Geschmack an Sparkle und Perspektive. Der Engländer Brown Panther sah Klasse aus, aber das war nicht Gruppe I, mit Verlaub, und er Boden dürfte am Sonntag nicht besonders weich sein. Angeblich braucht er den aber. Bei dem Pferd hilft für die Popularität und die Stories der Presseleute die Geschichte mit dem Fußball, aber dadurch läuft das Pferd nicht schneller. Ich denke, daß Gereon das Pferd ist, welches allen in die Suppe spucken kann. Die Union sah sehr gut aus, und der Reiterwechsel, wenn er denn so stattfindet, war dringend angebracht. Wenn Murtagh oder wer auch immer die Nerven behält und er nicht in den Stau gerät, könnte er am Ende alle einkassieren. Außenseiter mit Charme natürlich Appleby und Waldpark. Ich sehe einen heftigen Zweikampf die Gerade runter, und dann einen ranrauschen.

 

 

 

Earl of Tinsdal - Ibicenco - Gereon

 

 

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Mo

27

Jun

2011

2. Tag

Am zweiten Tag der Rennwoche gab es dann doch so was wie Stimmung auf der Bahn. Das Wetter war sehr angenehm, sonnig und schön windig und nicht so hitzig wie letztes Jahr. Man konnte sich gut aufhalten. Das Geläuf in 1A Zustand, Zuschauer einige mehr, und besonders erfreulich, daß man von den Innenrails vor dem Ziel wieder anständig den Einlauf einsehen kann. Die neue Videowand zeigt sehr scharfe Bilder, und damit ist der Rennverlauf jetzt endlich wieder gut zu verfolgen.

 

Aber die Karte krankte auch gestern unter dem Schwund der guten Pferde, die um deutsche Bahnen mittlerweile immer mehr einen großen Bogen machen. Die Klasse von 70-90 Kilo ist nicht sehr gut vertreten, dazu Sieglose, die aus gutem Grund diesen Status haben. Da kann der Rennverein nix zu, wie man sagt, das ist ein Generalproblem des gesamten Sports.

 

Den Hansa Preis fand ich hingegen gut besetzt, auf dem Papier sehr gleichmäßig und ausgeglichen. Überraschenderweise wurde es dann aber gar nicht besonders eng, sondern ziemlich weit auseinander im Ziel. Der Sieger, Lucas Cranach, kann wohl um und bei 100 Kilo. Der ging ab wie ne Rakete, wie Lutz Mäder auf Lebos nach dem Derby aufgeregt verkündete, aber dieses Bild stimmte auch gestern. Eugen Frank hat ihn seelenruhig hinten versteckt, in der Geraden raus genommen, und dann ging es kurz und schmerzlos an allen vorbei. Night Magic und Scalo werden es gegen Lucas Cranach schwer haben. Der zweite war mal wieder unterschätzt, wieso und warum ist mir immer wieder schleierhaft. Vielleicht hat es was mit dieser ewigen Aschenputtel Geschichte zu tun, die seit einem Jahr von der Fachpresse wieder und wieder gekäut wird. Aber diese Geschichte paßt überhaupt nicht, und die Erzähler kennen sie entweder nicht, oder verstehen sie n