So
06
Nov
2011
Wobei der Rennsport hinlänglich Vorsorge getroffen hat, daß auch Leute mitmachen können, die keine goldenen Löffel geerbt haben. Er hat nämlich das Handicap erfunden, nach meiner Kenntnis die einzige professionelle Sportart, in der schlechtere gegen bessere Athleten gewinnen können, ja sogar sollen. Das gibt es nirgends sonst. Golf zählt nicht dazu. Also es gibt Handicaps, die gefühlt den Großteil der Rennen ausmachen, weil ansonsten niemand gegen Aga Khan oder Coolmore oder Khalid Abdullah antreten würde. Wobei die gar nicht in den Handicaps laufen, aber das nur am Rande. Trotzdem, trotz dieser Egalite per ordre mufti, trotzdem laufen die Leute dem Sport davon, weil absolut nicht genug da ist, und weil Handicaps ein delikates Management erfordern, was manche Trainer und Besitzer überfordert. Oder sie haben, wie der Autor, das große Glück, einen besseren zu haben, aber das ist die Ausnahme von der Regel.
Es sieht daher düster aus, und mir fällt kein Königsweg ein, der daran kurzfristig und nachhaltig was ändern könnte. Dazu sind die Verhältnisse einfach zu dramatisch schlecht, und dazu fehlt schlicht der Massenappeal, der über die große Zahl Abhilfe schaffen könnte. Es gehen seit Urzeiten die Forderungen nach mehr Fernsehpräsenz um, und mehr Werbung, und mehr Marketing, was aber alles die gleiche Münze ist. Jedoch, dazu braucht man eine Anschubfinanzierung, und selbst dann wäre nicht erwiesen, ob das Wirkung zeigt beim Publikum, welches ja dann auch noch animiert werden müßte, Geld in den Topf zu werfen. Zukucken alleine macht nicht satt, nur zahlen. Meine persönliche Erfahrung ist, daß von zehn Leuten, die man mit auf die Rennbahn nimmt, 1 wieder kommen will, und von diesem einen sind 0,1 % bereit, sich an einem Pferd zu beteiligen oder eins zu kaufen. Das ist leider so, trotz bester Plätze im Haus und trotz bester Getränke und Siegen live inklusive. Es ist ganz schön, es verschlägt auch nichts, aber es muß nicht sein. Ein klassisches nice to have.
Dieser Umstand wirkt sich auch bei der Sponsorensuche aus, denn auch da gilt erstmal, daß die Entscheider Spaß haben wollen und müssen. Es tritt gewiss die besondere Eitelkeit hinzu, die auch Fußballklubpräsidenten und Mäzene allgemein auszeichnet, also dieses schöne Gefühl, ein allseits geachteter und melkbarer Mäzen zu sein, aber die Konkurrenz ist groß, und das Angebot des Rennsports nicht immer prickelnd.
Bleibt die öffentliche Hand. Die könnte, wenn sie wollte, aber auch nicht so, weil sich da sofort beihilferechtliche Fragen auftun, und weil es dem Steuerzahler in der Tat schwer anzudienen ist, für dieses exklusive Hobby noch mehr Geld beizusteuern. Aber man kann es immerhin versuchen, denn der Versuch ist nicht verboten, und die Summen sind, verglichen mit so manch anderem Kulturprojekt, bescheiden. Herr Dr. Göhner fällt mir immer sofort ein, wenn ich an diesen Aspekt denke, aber auch der schafft es ganz offensichtlich nicht, aus welchen Töpfen seiner Politikerfreunde auch immer sagen wir mal schlappe 10 Millionen zu ergattern, also etwas mehr, als momentan aus dem Wettgeschäft all told erlöst wird. 10 Millionen, ein Fliegenschiß in einer bundesdeutschen Bilanz, ein Hauch von Schatten. Als Begründung würde man natürlich mit dem Pfund der jahrhunderte alten Kulturleistung wuchern, aber so Jahrhunderte alt ist der Sport nun auch wieder nicht, und leider hat der Sport nicht zu Unrecht ein Image, welches verbesserungsfähig ist. Immer noch umweht eine ranzige Aura von Monokel und Altherren Club die Veranstaltung, garniert mit leichten Mädels und saurem Prickelwasser. Das ist leider so, weil es zum Kern gehört, und Royal Ascot ist nur die Spitze des Eisbergs, der auch in München schöne Blüten treibt, wie man diesen Sommer lustvoll miterleben konnte. Auch der HRC gibt sich an der Spitze alle Mühe, besonders steif und volksentfernt daher zu kommen, und wie man leider sagen muß, mit einigem Erfolg. Das sind hohe Hürden, die nicht einfach zu überspringen sind.
diese benannten 10 mio wären ein ehrenwertes ziel. man wird denen aber vergeblich nachlaufen, weil ganz einfach die akzeptanz fehlt. es können einfach zuwenige "mitmachen". sie können da keine jugendförderung anschieben. dafür ist der nachwuchs zu groß, zu schwer und die pferde meist zu klein und immer zu lebhaft. wobei auch hier ausnahmen die regel bestätigen ...
Das zugucken reicht durchaus. Als am ersten Renntag des Jahres in Hannover über 22000 Zuschauer aufkreuzten und die Bahn unangenehm überfüllt war, machte das auf den Sponsor der Veranstaltung, Herrn Rossmann, mächtig Eindruck. Wenn wir dauernd solche Zuschauerzahlen hätten, würden auch die Medien wieder kommen und die Sponsoren ständen Schlange. Dann würden auch die Leute mit den überquellenden Geldbeuteln wieder Pferde leisten und statt der jetzigen Abwärtsspirale würde sich dann eine Aufwärtsspirale ausbilden.
Die wahren stars der Galoppsport Szene.
dass keine Spirale den Oberharzer Experten verhindert hat, egal ob Aufwärts- oder Abwärtsspirale.
#2
Mitnichten stehen die Sponsoren Schlange, nicht mal in Hannover und der dortige Vorstand reißt sich den Allerwertesten auf um den derzeitigen Bestand zumindest zu halten, zu sichern und die
verbliebenen Renntage abzuhalten. .
die 2 könnten bei superstars der volksmusik mitmischen.
in münchen gibts den dallmayr-renntag mit auch so zwischen 15 000 bis 20 000 zuschauern. oder nassauern. und andere bahnen haben auch ihre spitzentage. nur leben kann keine bahn von ihren ausreißern ...
oder einen gemeinsamen hausstand gründen.
Aber in München und Hannover gibt es doch nicht nur
Dallmayr und Rossmann .
Das Potential für mehr solcher Renntage ist doch vorhanden.
Anstatt flanieren einfach mal klinkenputzen.
dan machen sie doch mal vorschläge. bmw, audi, siemens und die versicherungen können sie sich sparen. die haben schon abgewinkt. die stadtsparkasse hat dem tierpark für € 100 000 ein affenhaus spendiert. das liegt dem münchner ob sowieso näher als sport. und die angedachten araber müssen erstmal ihren neuen frühling überleben. die luft ist dünn ...
@A Magicman:
Die Reihenfolge ist die folgende:
1. Hohe Zuschauerzahlen auf vielen Bahnen
2. Die Medien interessieren dafür
3. Sponsoren interessieren dafür
4. Die Rennpreise steigen
5. Die Reichen interessieren dafür
Wirklich hohe Zuschauerzahlen gibt's momentan nur in Hannover. Die hohen Zuschauerzahlen beim Dallmayr-Preis kann ich nicht gelten lassen, denn die Leute bekommen praktisch alle Freikarten und
obendrein auch noch Geschenke. Außerdem gibt's noch ein Gruppe I Rennen. Beim Bavarian Classic Renntag, wo es keine solche Vergünstigungen gab, waren hingegen nicht einmal 2000 Zuschauer trotz eines
hervorragend besetzten Gruppe-Rennens. Wahrscheinlich wären die anderen Münchner Renntage besser besucht, wenn es das Top-Ereignis nicht umsonst gäbe.
In München sowieso,weil dort ganz selten seriös
gewirtschaftet wurde.
Also Kassandro, Ihre Reihenfolge finde ich wirklich KLasse und da bin ich sofort dabei. Ich habe nur eine Frage: woher kommen die unter 1. von Ihnen genannten hohen Zuschauerzahlen ? Vielleicht denken Sie man müsste nur genug Kassen öffnen um alle reinzulassen, die da draussen Schlange stehen oder was denken Sie unterlassen alle anderen Rennvereine ?
die rennvereine sollten sich kassandro als berater
holen,dann geht es wieder bergauf.
Karriere so heisst der Weg zum Ziel.
Auch wenn es nur bei der Ammeliese ist.
das "bavarian classic" war und ist ein gruppe 3 rennen. aber wer soll schon solche kelinigkeiten beachten ...
"bmw, audi, siemens und die versicherungen" würden das schon machen wenn der Anbietende sich mal kurz die SKL vom Kopf reissen würde, um die logische Denke einzuschalten, weil warum soll einer was für die sponsern welche doch eh schon Geld haben....damit deren Rösser um die Wette laufen Können? 200.000: 100.000 fürs Rennen und 100.000 für einen guten Zweck in der Region, das macht man(n) gerne, sozusagen.......
tu gutes und lass darüber reden .
kunst,kultur und sozialengagement bringt den firmen
einfach mehr.
@KurfürstFW:
Natürlich ist das nicht leicht, ohne Medien-Präsenz Zuschauer zu bekommen. Da beißt sich Katze einfach in den Schwanz. Aber man kann doch eine Menge machen. In Hannover sieht man eben vor jedem
Renn-Wochenende Plakate an fast jeder Ecke, daß die Bult-Galopper am Wochenende wieder zuschlagen. Bei dem oben erwähnten 1.Renntag 2011 war Hannover 96 ganz groß im Gespräch. Man hatte zuvor die
Bayern in den Maschsee getrieben und schien sich sogar für die Champions-League zu qualifizieren. Was lag also näher, als einen Hannover 96 - Renntag auszurufen, bei dem viele Spieler und der Trainer
bereitwillig Autogramme für die Kids gaben. Der Präsident der 96er hat ja selber ein paar Galopper laufen und ist Mitglied im Rennverein. Auch berichteten dann automatisch die Medien über den
Renntag. Gleichzeitig hat man sich dadurch mit einem Erfolgsteam identifiziert. Auf jedem Fall muß das weit verbreitete Negativ-Image vom geldgierigen Tierquäler unbedingt weg. Das ist so ziemlich
das allerwichtigste.
super dass Imagin Sozusagen wieder auftaucht. Der hat mehr Durchblick als 10 der sonst hiesigen
Radfahrerin!
na ja. der fcb steht trotz des hannoverschen glückstages an nr 1 der tabelle, hannover krebst irgendwo im nirwana. die paar männlein und die rennbahn sind ja da sowieso die einzige abwechslung, außer den windrädern. und was image hier abläßt erklärt ja auch die logik des sposorings in bb und fr, gb und usa und, und und. lauter sponsoring für arme ...
die Bayern müssen ja noch gegen den FC spielen. Der FC ist ja der Angstgegner der Bayern sozusagen.Wie war das noch letzte Saison? ;-)
wurde für 3 tage an den zaun gestellt,ein manto dagegen
besitzt narrenfreiheit.
weil er wirklich ein narr ist.
Werden die Leute am Zaun seit neuestem cyanblau markiert? Wird dem Schmelz seinem Ego nicht gut tun, wenn er dauernd gemaßregelt wird.
von so einer unfähigen Person gemassregelt wird, hat das sicher keine Auswirkungen auf seine Psyche. Anders ist das natürlich bei Schelte von ausgewiesenen Experten, wie Sie es zum Beispiel sind....
geht er dann bestimmt tagelang in Sack und Asche.
Es muß ihn offenbar doch recht hart getroffen haben, denn sonst hätte er nicht meine letzten Beiträge hier gelöscht. Vielleicht mag er auch nicht an alte Sünden erinnert werden. Das gemaßregelte Seelchen versucht halt seinen Verdruß durch maßregeln zu bewältigen.
hier wird zügig gelöscht was nicht schmeckt ...
...für Pferderennen in Deutschland ist leider nicht vorhanden, in GB macht das der Scheich und die Bookies, fürs GB Derby leider keiner, in FR ganz selten weil die brauchen das eigentlich nicht
es wird ohne einen Charity Hintergrund keine `gscheiten Sponsoren mehr geben, keine der Firmen welche dafür richtig Geld in die Hand nehmen könnten werden "den reichen Schnösel von der Rennbahn" ihr
Hobby finanzieren, da macht man lieber Geld für krebskranke Kinder locker, das ist firmentaktisch klüger, aber wer versteht das hier schon, es ist bitter, sozusagen
Warum soll da keine Logik vorhanden sein? Wenn man mal von meiner Wenigkeit absieht, dann erreicht man dort ausgabefreudige "High Networth Individuals", eine iseale Zielgruppe für die Werbung.
