„GaloppOnline.de: Herr Halm, wie oft waren sie vor dem 1. Januar 2007 auf einer Rennbahn?
Engelbert Halm: Ehrlich gesagt, noch nie. Natürlich habe ich in der Vergangenheit, noch zu Zeiten von Adi Furler, das eine oder andere Rennen im Fernsehen gesehen. Aber eine Bahn hatte ich noch nie
betreten. Inzwischen war ich allerdings schon in Neuss und in Dortmund und bin vom Sport begeistert.
GaloppOnline.de: Nun bekleiden sie den wichtigsten Manager-Posten im deutschen Rennsport. Ist es nicht ein Nachteil, wenn man so gar nichts von der Materie versteht?
Engelbert Halm: Das würde ich nicht sagen. Es ist sogar in gewisser Hinsicht vorteilhaft: Ich kann mich völlig unvoreingenommen auf meine Aufgabe konzentrieren. Letztlich ist mein Aufgabenbereich
nicht viel anders als früher: Ich habe Firmen für den Wettbewerb fit gemacht, habe sie an den Markt angepasst.
GaloppOnline.de: Und sie haben sich der Materie Galopprennen angenähert?
Engelbert Halm: Absolut. Ich habe mir zum Beispiel die drei Stunden der Galopphöhepunkte 2006 von vorne bis hinten angeschaut. Einfach faszinierend. Man bekommt richtig einen Endruck davon, was alles
bei diesem Sport möglich ist. Natürlich gibt es Gebiete, in die ich mich einlesen muss. Zum Beispiel das Wettgeschäft. Wie läuft das, wie sind die Hintergründe?. Wie und warum funktioniert das in
anderen Ländern? Wie können wir international wieder gehört werden? Was können wir ändern? Ganz klar: Ich habe einen Riesenrespekt vor dieser Aufgabe.“ Februar 2007
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„Chefreformator Engelbert Halm ("Es ist eine meiner vordringlichen Aufgaben, externes Geld für den Rennsport zu besorgen") hatte zwar zuvor in seinem Leben noch nie eine Galopprennbahn besucht……..“
Die welt, märz 2007
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„Schauen Sie, ich bin am 1. Januar als Mann aus der Wirtschaft angetreten, um eine marktgerechte Neustruktuierung vorzunehmen. Und die 43 Rennvereine, die es in Deutschland gibt, ziehen mit.
Was ändert sich denn nach einer Strukturreform?
Hauptelement des Konzepts ist die Bündelung der Kompetenzen. Rechte und Lizenzen kommen in eine Hand. Außerdem werden Vergabe, Planung, Durchführung und Vermarktung der Galoppveranstaltungen zentral
durchgeführt. Dazu gehört natürlich auch eine noch verstärkte betriebswirtschaftliche Ausrichtung.
Das klingt sehr bürokratisch. Können Sie Beispiele nennen?
Ja, potenzielle Sponsoren sind froh darüber, dass sie mit dem „Direktorium für Vollblutzucht und Rennen“ einen zentralen Ansprechpartner haben. Mit Hilfe der Sponsoren könnten wir nun Rennserien ins
Leben rufen, bei denen Verdienstmöglichkeiten bis hin zum Super-Jackpott denkbar sind – ob in hochklassigen Rennen und von mir aus auch bei einem Sprintcup über 1200 Meter.“ tagesspiegel oktober
2007
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Engelbert Halm: In einer festgesetzten, kurzen Frist nach der notariellen Beurkundung ist eine Summe von drei Millionen Euro zahlbar. Verwendet werden kann das Geld erst, wenn behördlicherseits
grünes Licht dafür da ist. Danach sind mit einer bestimmten Frist auch die restlichen 27 Millionen Euro zahlbar. Für die Verwendung gibt es einen detaillierten Geschäftsplan. Dazu gehört im Gegensatz
zu gegenteiligen Darstellungen eine siebenstellige jährliche Summe zum Ausgleich des Ertragsrückgangs, den die Rennvereine auf Grund der reduzierten Buchmacher-Außenwette erlitten haben.
Engelbert Halm: Das große Informationsbedürfnis kann ich sehr gut nachvollziehen, aber ich muß um Verständnis dafür bitten, daß wir nicht jeden einzelnen Schritt einer Geschäftsstrategie der
Öffentlichkeit bekanntgeben. Das kann ein Unternehmen nicht tun. Aber jetzt und auch in Zukunft geschieht nichts, was nicht den Interessen des Rennsports entspricht, denn dieser hat organisatorisch
die volle Kontrolle darüber.
Wenn Sie in diesem Zusammenhang „Wünsche“ ansprechen, möchte ich aber auch einen äußern, der sehr naheliegend ist: Ich wünsche mir ein normales, vernünftiges und konstruktives Verhalten aller
Beteiligten, das zum Beispiel dazu führt, daß die höchst bemerkenswerte Tatsache des Vorhandenseins eines Investors, der 30 Mio. in den deutschen Rennsport fließen läßt, nicht ständig kleingeredet
bzw. zerredet wird. Gol Herbst 2009
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„Die bisherige Investorengruppe rund um die Firmen RaceO / German Racing Investment hat in der vergangenen Woche, am 8.Januar 2009, ein alternatives Geschäftsmodell vorgestellt und nachgewiesen, dass
das Kapital für ein erstes Investment vorhanden ist. Das neue Geschäftsmodell weicht in wesentlichen Punkten von dem Modell ab, über das die rennsportliche Öffentlichkeit im September letzten Jahres
informiert wurde.“ Dvr, 01/2009